Die lieblichen Füße der Freudenboten
Römerbrief Lektion 12
DIE LIEBLICHEN FÜSSE DER FREUDENBOTEN
Römerbrief 10, 1-21
Leitvers 10, 17
„So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.”
Durch Römer 9 lernten wir, dass unsere Haltung vor dem Wort Gottes entscheidend ist, ob wir von Gott als Gefäße des Zorns oder als Gefäße der Barmherzigkeit verwendet werden. Wenn wir demütig mit unserer Sünde zu Jesus kommen, werden wir Gottes Gnade empfangen und von Gefäßen des Zorns in Gefäße der Barmherzigkeit verändert werden. Gott gebrauche jeden von uns als ein Gefäß der Barmherzigkeit Gottes, damit durch uns der Name Gottes auf der ganzen Erde verbreitet wird. Heute lehrt uns Paulus, wie man errettet wird und auf welche Weise Gott sein Evangelisationswerk in der Welt führt. Möge Gott euch helfen, Gottes Wort mit gehorsamem Herzen zu hören. Möge er euch als Freudenboten des Evangeliums gebrauchen.
Apostel Paulus betont hier besonders den Glauben an die Auferstehung Jesu. Dass böse Menschen Jesus gekreuzigt haben, kann man leicht glauben; denn überall kommt es vor, dass unschuldige Menschen verurteilt werden. Selbst moderne Theologen erkennen an, dass Jesus tatsächlich lebte und gekreuzigt wurde. Aber an die Auferstehung Jesu können sie nicht glauben, weil der Auferstehungsglaube den Glauben an den allmächtigen und treuen Gott erfordert. Gott hat uns jedoch verheißen, dass er den Christus in die Welt senden und ihn von den Toten auferwecken würde. Und so wie Gott es vorhergesagt hat, so hat er seine Verheißung auch treu erfüllt. Unser Gott ist lebendig und allmächtig und steht treu zu seinem Wort.
2. Wir sollen Jesus als „den Herrn“ bekennen
In Vers 9 spricht Paulus zuerst vom Bekennen und dann vom Glauben. In Vers 10 schreibt er in umgekehrter Reihenfolge. Kurz gesagt gehören Glauben und Bekennen untrennbar zueinander. Was bedeutet es, Jesus als „den Herrn“ zu bekennen? Das griechische Wort für „Herr“ ist „Kyrios“. Die Juden übersetzten in ihrer griechischen Bibel, der Septuaginta, „Jahwe“ mit „Kyrios“. „Jesus ist der Herr“ heißt also: „Jesus ist Gott“ Nach seiner Begegnung mit dem auferstandenen Jesus sprach Thomas zu Jesus: „Mein Herr und mein Gott.“ (Joh 20,28). Auch Paulus bekannte sich in Römer 9,5b zu Jesus und sprach: „ … der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.“ Damals beanspruchte der römische Kaiser den Titel „Kyrios“. Aber die Christen bekannten sich nur zu Jesus als dem wahren Herrscher über die Welt. Mit ihrem Bekenntnis identifizierten sie sich auch als Knechte Jesu. Mit der Anrede „Herr“ übergaben sie Jesus die Herrschaft ihres ganzen Lebens. Ihr Bekenntnis ist auch ein Liebesbekenntnis, denn Jesus wurde ihr Herr, indem er sie mit seinem teuren Blut von der Sünden- und Todesmacht losgekauft hatte.
Viele Christen jedoch wollen Jesus ihr Leben nicht vollständig übergeben und leben mit einer fleischlichen Gesinnung. Was sind die Folgen? Galater 5,19-21 sagen: „Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.“ Wenn wir aber Jesus als „Herrn“ bekennen und für ihn allein leben, stehen wir unter seiner Herrschaft und lassen uns von ihm führen. Jesus trägt dann die Verantwortung für unser Leben. Vor allem wird unser Herr Jesus in uns ein neues Wesen nach dem Bild Gottes schaffen. Darum ist es das größte Privileg, dass man Jesus als seinen Herrn bekennen und unter seiner Herrschaft leben darf.
Unser Bekenntnis dient aber nicht nur uns selbst, sondern auch anderen Menschen. Manche Christen denken, dass der Glaube Privatsache sei und sie darum ihren Glauben nicht zu bekennen bräuchten. Aber Jesus sagt in Mt 10,33: „Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.“ Die Gläubigen in Rom litten sehr viel, weil sie Jesus und nicht den Kaiser als ihren Herrn anerkannten. Wegen ihres Bekenntnisses wurden sie sogar verbrannt oder den Löwen vorgeworfen. Dennoch verleugneten sie ihren Herrn nicht, sondern waren getreu bis in den Tod. Dies war damals die beste Predigt für die ungläubigen Römer. Petrus war ein impulsiver und wankelmütiger Mensch gewesen. Aber Jesus konnte ihn in seinem Werk kostbar gebrauchen, weil Petrus bekannte, dass Jesus der Christus und der Sohn des lebendigen Gottes ist (Mt 16,16). Jesus versprach ihm, auf diesen bekennenden Glauben seine Gemeinde zu bauen. Möge Gott jedem von euch ein klares Bekenntnis ins Herz geben, dass Jesus der Herr ist. Möge Gott euch helfen, unter allen Umständen Jesus als den Herrn zu bekennen.
Sehen wir uns die Verse 11 bis 13 an: „Denn die Schrift spricht: „Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.“ Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn „wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden“.“ Jesus kam in die Welt und stellte zwischen Gott und den Menschen eine direkte Verbindung her. Die Hotline zu Gott lautet: „Römer 10 13". Das Gute an dieser Hotline ist, dass sie immer kostenlos und niemals besetzt ist. Wenn wir Gott anrufen und um seine Hilfe und seine Vergebung bitten, werden wir gerettet. Jesu Name selbst ist unsere Rettung. Er selbst ist die frohe Botschaft, weil er durch sein Leben den wahren Namen Gottes offenbart hat.
II. Die Boten des Evangeliums (10,14-21)
Gott offenbart uns hier, wie die Evangelisation der Welt vonstatten geht. Die Weltevangelisation ist kein Werk des Zufalls. Sondern als erstes beruft Gott Menschen als seine Boten. Dann trainiert er sie und sendet sie in die Welt aus, damit sie sein Wort verkünden. Ohne Sendung gibt es kein Evangelisationswerk. In der Sendung Gottes können wir Gottes große Liebe zu den Menschen sehen. In einer dunklen Zeit Israels berief Gott Jesaja zu seinem Boten. Als Gott sagte: „Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?“, antwortete Jesaja: „Hier bin ich, sende mich.“ (Jesaja 6,8) Als Jesaja Gottes Berufung und Erziehung willig annahm, wurde aus seinem stumpfen Mund ein scharfes Schwert und ein spitzer Pfeil. Als Jesaja Gott gehorchte und seinem Volk die Botschaft des Heils verkündete, lehnten aber die meisten Juden sie ab und sündigten weiter gegen Gott. Doch Jesaja verzweifelte nicht, sondern entschloss sich, einige Jünger zu guten Bibellehrern zu erziehen und diese wiederum auszusenden (Jesaja 8,16-23). Er selbst verkündete dem Volk das Wort Gottes bis zu seinem Märtyrertod. Jesaja war wirklich ein treuer Bote und ein Jüngererzieher im Werk Gottes.
Ohne Sendung gibt es kein Werk der Errettung. Wenn Gott Jesus nicht gesandt hätte, wäre die Welt nur ein Totenreich und eine Zwischenstation zur Hölle. Wenn Jesus seine geliebten Apostel nicht in die Welt gesandt hätte, wären sein Tod und seine Auferstehung für die Welt umsonst gewesen. Aber Jesus berief 12 Apostel und erzog sie im Glauben und sandte sie in alle Welt aus. Die Apostel verstanden Jesu Herz und gingen in die Welt und verkündeten das Evangelium aller Kreatur. Wenn Gott Apostel Paulus nicht nach Europa gerufen hätte, wären wir heute nicht hier. Wenn Hudson Taylor sich dem Ruf Gottes verweigert und nicht nach China gegangen wäre, gäbe es dort heute nicht 100 Mio. Christen.
Wir sind ohne Verdienst errettet worden. Aber wir sollen im Gedächtnis festhalten, dass vor uns unzählbare Christen ihr Leben hingegeben und sogar ihr Blut vergossen haben, um uns das rettende und seligmachende Evangelium zu bringen. Wenn wir diese Tatsache vergessen, werden wir undankbar und hochmütig gegenüber unseren Bibellehrern und gleichgültig gegenüber den Ungläubigen. Wenn wir aber Jesus und auch den Menschen, die uns mit dem Evangelium gedient haben, danken, wird unser Herz selbst mit Retterliebe erfüllt werden. Dann können auch wir mit Freude das Kreuz der Mission tragen und viele Lebensfrüchte hervorbringen.
Sehen wir uns Vers 15 nochmal an: „Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht: „Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen.“ Wenn wir eifrig unsere Kommilitonen und Hoffnungsträger besuchen, um ihnen das Evangelium zu bringen, fangen unsere Füße an zu schwitzen. Aber Paulus und Jesaja freuten sich über den üblen Fußgeruch der Boten Gottes, weil sie den Menschen die gute Botschaft brachten. Gott freute sich über M. Maria Parks liebliche Füße, weil sie 18 Hoffnungsträger zum letzten Weihnachtsgottesdienst eingeladen hatte. Gott freut sich über die schwitzenden Füße von H. Stefan und M. Deborah, weil sie viele Hoffnungsträger zum SGD führen. Gott freut sich über H. Jochen und H. Happy Marias übelriechende Füße, weil sie ihre Zeit Gott zur Verfügung stellen, um den Studenten am Campus die gute Nachricht von Jesus zu bringen. Lasst uns in diesem Sommer nicht auf unserem Sitzfleisch sitzen bleiben, sondern eifrig zu den Studenten am Campus und in den Wohnheimen laufen und ihnen die frohe Botschaft des Evangeliums bringen.
Sehen wir uns den Vers 16 an: „Aber nicht alle sind dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht: „Herr, wer glaubt unserm Predigen?“ Obwohl Jesaja eine klare Botschaft predigte, glaubten nur wenige daran. Darum klagte er: „Herr, wer glaubt unserm Predigen?“ Wir erfahren auch, dass viele Studenten Gottes Wort relativieren oder ignorieren. Unser Bibelstudium und unser Gottesdienst erscheinen uns dann manchmal vergeblich zu sein und wir denken, dass wir besser mit anderen Methoden evangelisieren sollten. Aber was sagt Paulus? Lesen wir den Vers 17: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.“ Echter Glaube kommt vom Hören des Wortes Christi. Durch das Wort Gottes wurden Himmel und Erde geschaffen. Heb 4,12 sagt: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ Gottes Wort ist lebendig und wirkt auch heute noch genauso wie damals. Gottes Wort vollbringt in uns ein zweites Schöpfungswerk. Darum sagt 1.Petr 1,23: „Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt.“
Die ungläubigen Juden versuchten ihren Unglauben damit zu rechtfertigen, indem sie behaupteten, dass sie vom Evangelium überhaupt nichts gehört hätten. Aber Paulus widerlegt ihre Aussage: „Doch es ist ja in alle Lande ausgegangen ihr Schall und ihr Wort bis an die Enden der Welt.“ Dennoch hörten die ungläubigen Juden nicht auf, sich irgendwie herauszureden. Schließlich sprachen sie: „Wir haben zwar vom Evangelium gehört, aber wir haben es nicht verstanden.“ Doch Paulus ließ auch dies nicht gelten. Die Eifersucht der Juden auf die Heidenchristen und ihr Zorn auf Paulus offenbarten gerade, dass sie das Evangelium sehr wohl verstanden hatten. Ihr Problem war nicht, dass sie das Evangelium nicht gehört oder nicht verstanden hätten, sondern dass sie wegen ihres Hochmuts das Evangelium nicht akzeptierten und - wie Vers 16 sagt - ihm nicht gehorsam sein wollten. Unglaube ist in der Bibel das gleiche wie Ungehorsam. Israel ließ sich nichts sagen und widersprach Gott allezeit. Aber Gottes Liebe schlug deswegen nicht in Hass um, sondern Gott wartet bis heute geduldig auf die Umkehr Israels. Solange die Liebe Gottes nicht aufhört, haben Israel und alle Menschen auf der Welt Hoffnung auf Errettung.
You must be logged in to post a comment.