Gott gibt das Gedeihen (1. Kor 3,1-23)

GOTT GIBT DAS GEDEIHEN

1. Korinther 3, 1 – 23

Leitvers 3, 6

Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben.

Wir danken Gott für das Korintherbriefbibelstudium, durch das wir bisher das Kreuz Jesu als Gottes Kraft und Gottes Weisheit kennenlernen durften. Von Paulus haben wir gelernt, dass Gott dann durch uns sein mächtiges Werk tut, wenn unsere Predigt nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit geschieht, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft. Anders gesagt, sollen wir nichts wissen, als allein Jesus den Gekreuzigten, indem wir selber fest auf dem Boden der Gnade Jesu stehen und allein diese Gnade durch unser verändertes Leben und durch unsere Worte von ganzem Herzen bezeugen. Wir haben auch kennengelernt, dass wir durch das Bibelstudium geistliche Einsicht für den Willen Gottes bekommen, und wir den Sinn Christi und die Kraft des Geistes Gottes anziehen und dadurch ein einflussreiches und in jeder Hinsicht siegreiches Leben führen können.

Heute kommt Paulus auf das Problem der Spaltungen in der Gemeinde in Korinth zurück. Paulus betete für die Christen in Korinth, dass sie wieder die richtige Sichtweise von Gottes Knechten und auch von ihnen selbst bekämen. Paulus betete dafür, dass sie geistlich reife Christen werden, bei denen Gott der Mittelpunkt des Lebens ist. Er ermutigte sie auch, ihr Leben auf den wahren Grund, Jesus Christus, zu bauen, mit dem Ziel, dass sie alle Spaltungen überwinden, wieder gut zusammenarbeiten und eine geistliche Einheit bilden könnten, durch die Gott viele Lebensfrüchte hervorbringen kann. Möge Gott uns helfen, unser Leben allein auf Jesus zu bauen und eine gottzentrische Denk- und Lebensweise anzuziehen. Möge er uns helfen, uns selbst zu prüfen und über alles, was Gott missfällt oder was anderen oder uns selbst schadet, Buße zu tun.

I. Wir sind Gottes Mitarbeiter (1-9)

Sehen wir uns die Verse 1-3 an: „Und ich konnte, liebe Brüder, nicht zu euch reden wie zu geistlichen Menschen, sondern wie zu fleischlichen, wie zu unmündigen Kindern in Christus. Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise; Denn ihr konntet sie noch nicht vertragen. Auch jetzt könnt ihr’s noch nicht, weil ihr noch fleischlich seid. Denn wenn Eifersucht und Zank unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und lebt nach Menschenweise?“

Dass die Christen in Korinth aufeinander eifersüchtig und zänkisch waren, offenbart, dass sie nicht geistlich, sondern fleischlich waren. Zwar glaubten sie an Jesus und hatten seine vergebende Gnade geschmeckt, doch handelten sie weiterhin wie die Ungläubigen. Paulus sagte, dass sie geistlich unreif waren und sich wie Kinder in Christus verhielten. Streit und Zank sind kindisch und ein Zeichen geistlicher Unreife. Gottes Wort ermutigt uns, wie Kinder zu sein, jedoch nicht kindisch. Was ist der Unterschied? Wie ein Kind zu sein bedeutet, demütig zu sein und seinem himmlischen Vater einfach vertrauend zu gehorchen. Aber kindisch zu sein, bedeutet, geistlich unreif zu sein. Es bedeutet, dass man selbstzentriert und selbstsüchtig lebt. Kinder kämpfen um bestimmte Dinge, z. B um den Fußball. Obwohl sie in der gleichen Mannschaft spielen, will jeder den Ball für sich haben und wenn er ihn einmal hat, will er ihn nicht an andere abgeben und unbedingt selber ein Tor schießen. Die vier Lieblingsworte der kindischen Christen lauten: „ich, meiner, mir“ und „mich“. Kindische Christen beschweren sich oft über andere oder kritisieren sie. Sie sind für ihre Umgebung mehr eine Last denn ein Segen. Kinder, die nicht wachsen, verursachen viel Ärger und Probleme. Darum sollen wir als Christen unbedingt geistlich wachsen. Andernfalls werden wir unglücklich. Wir blockieren nicht nur unser eigenes Glaubenswachstum, sondern sind auch innerhalb der Gemeinschaft der Gläubigen ein Hindernis. Wenn jemand geistlich nicht wächst, läuft er Gefahr, ein erwachsener Jugendlicher zu bleiben. Wir aber sollten keine erwachsenen Jugendlichen bleiben, sondern geistlich reif werden.

Warum waren sie geistlich unreif? Paulus nannte sie fleischlich. Sie waren fleischlich, weil sie zu sehr auf ihre weltlichen Wünsche fixiert waren. Die Bibel aber sagt uns klar, dass wir die Welt nicht lieben sollen. 1. Joh 2,15.16 sagen: „Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist, des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.“ Fleischliche Begierde, Augenlust und das Prahlen über das, was man alles kann und weiß und über das, was man ist und hat – alle diese Dinge machten die Christen in Korinth zu fleischlichen und kindischen Christen. Sie waren wie die Israeliten, die zwar durch Gottes Gnade von der Sklaverei in Ägypten errettet worden waren, die jedoch noch immer eine sklavische Mentalität und einen sklavischen Geist besaßen. (2. Mose 14,12; 16,2)

Als Christen müssen wir geistlich wachsen. Epheser 4,15 sagt: „Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.“ Wie sieht dann ein reifer Christ aus? Einfach gesagt, ähnelt ein reifer Christ mehr und mehr dem Bild Jesu. Wie können wir dann geistlich wachsen? 1. Petrus 2,1.2 sagen: „So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil.“ Diese Verse sagen, dass wir über unsere Sünden Buße tun und nach dem Wort Gottes begierig sein sollen. Bezüglich dieses geistlichen Kampfes, dass wir unseren sündigen Leidenschaften und unseres Stolzes ersterben sollen, gibt es zahlreiche Bibelstellen. Kolosser 3,5 sagt: „So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist.“ 1. Korinther 10,10 sagt: „Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten und wurden umgebracht durch den Verderber.“ Geistlich reife Christen murren nicht, sondern sind in allen Dingen dankbar. Statt andere ständig zu kritisieren und zu entmutigen, ermutigen sie andere und erbauen sie darin, ihr Leben Jesus anzuvertrauen und Jesus zu folgen. Auch schmeicheln sie anderen nicht, um ihnen zu gefallen oder ihnen ein gutes Gefühl zu bereiten, sondern sie dienen anderen mit geistlicher Liebe, um sie zur Einsicht, zur Umkehr und zum Leben in Christus zu führen. Ein geistlich reifer Christ bemüht sich, mit anderen zusammen zu beten und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Er betet für die anderen mit Tränen. Kurz gesagt, beschäftigt sich der geistlich reife Christ nicht mehr mit sich selbst, sondern er lebt ein gottzentriertes Leben und denkt an die anderen. Er bringt gute Früchte des heiligen Geistes hervor, welche da sind: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftheit und Keuschheit. Hier müssen wir uns selbst prüfen: Bin ich ein geistlicher oder ein fleischlicher Christ? Gibt es in meinem Leben geistliches Wachstum? Habe ich Frieden in meinem Herzen oder bin ich immer noch von den Bedingungen oder Menschen abhängig? Habe ich lebendige, geistliche Beziehungen zu anderen Menschen? Bin ich für andere wirklich eine Ermutigung oder bin ich eine Entmutigung? Gott helfe uns, dass wir uns nicht mehr länger mit uns selbst beschäftigen, sondern zuerst an Gott und die anderen denken. Gott helfe uns, zu geistlichen Christen heranzureifen, indem wir uns durch das Bibelstudium tiefgehend mit dem Wort Gottes auseinandersetzen, dazu persönlich Stellung nehmen und in der Liebesbeziehung mit Jesus wachsen.

Sehen wir uns die Verse 4-7 an: „Denn wenn der eine sagt: „Ich gehöre zu Paulus“, der andere aber: „Ich zu Apollos“, ist das nicht nach Menschenweise geredet?“ Wer ist nun Apollos? Wer ist Paulus? Diener sind sie, durch die ihr gläubig geworden seid, und das, wie es der Herr einem jeden gegeben hat. Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. So ist nun weder der pflanzt noch der begießt etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.“ Hier lernen wir drei Dinge:

1. Gott ist derjenige, der uns wachsen lässt.

Das wichtigste Wort in Paulus’ Erläuterungen ist das Wort „Gott“. Paulus lenkte den Blick der Korinther weg von den Menschen hin auf Gott. Gott war es, der Paulus und Apollos als Diener des Evangeliums gebraucht hatte, durch die die Christen in Korinth zum Glauben an Christus gekommen waren. Zuerst hatte Paulus den Samen des Evangeliums als Pioniermissionar gesät. Später kam Apollos hinzu und übernahm die Leitung der Gemeinde, indem er den Samen des Evangeliums weiter bewässerte. Durch Apollos Predigt, Lehre und Jüngererziehung konnte die Gemeinde in Korinth weiter wachsen, blühen und erhalten bleiben, so wie ein Garten inmitten in der Wildnis bewässert und gepflegt werden muss, damit er nicht verödet oder überwuchert wird. Paulus legte den Samen und Apollos bewässerte ihn. Aber, und das ist der entscheidende Punkt, Gott gab das Gedeihen. Es ist Gottes souveräne Gnadenwahl und seine Kraft, die jedem das Leben gibt, und zwar sowohl physisch als auch geistlich. Gott ist derjenige, der darüber souverän entscheidet. Gott ist derjenige, der jemanden gerecht spricht. Und Gott ist derjenige, der einem neues Leben und neue Kraft schenkt.

1. Mose 1 erinnert uns daran, dass Gott derjenige ist, der all seine Werke tut. Dort heißt es: „Gott schuf, Gott sagte, Gott schied, Gott sah. Gott machte, Gott setzte, Gott segnete“ Jesus sagte in Joh 5,17: „Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch.“ In Bezug auf die Geburt und das Wachstum eines Kindes sind Vater und Mutter sehr wichtig. Aber es gibt jemanden, der noch wichtiger als die Eltern ist, nämlich Gott. Ohne Gott gäbe es kein Leben. Ohne Gott gäbe es keine Wiedergeburt. Gott ist derjenige, der agiert und segnet. Er ist derjenige, der die Arbeit eines Menschen gutheißt oder verwirft (Ps 127,1). Es ist gut, fleißig zu sein. Aber fleißig zu sein, ist nicht alles. Wir brauchen Gottes Segen zu unserer Arbeit. Ein junger Christ beklagte sich einmal bei einem älteren und sprach: „Wie kommt es, dass jener mit so vielen Hoffnungsträgern das Bibelstudium führt, ich aber habe nicht einmal einen einzigen?“ Da bekam er folgende Antwort zu hören: „Warum beklagst du dich? Du solltest Gott danken, dass Gott diesen so kostbar als Bibellehrer gebraucht.“ Gott ist derjenige, der agiert und sein Werk tut. Phil 2,13 sagt: „Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Was immer wir auch für Gott tun, – als erstes sollen wir erkennen, dass es Gott ist, der in und durch uns wirkt. Dies ist insbesondere auch für die Jünger- und Kindererziehung wichtig. Manchmal werden wir ungeduldig und drängen unsere Hoffnungsträger und Kinder dazu zu wachsen. Aber das ist genauso, als wenn man eine Pflanze dazu drängen wollte, dass sie schneller wachsen sollte oder wenn wir von einem 12-jährigen verlangen würden, dass er sich wie ein 25-jähriger verhalten sollte. Gottes Werk aber geschieht nicht durch unsere Ungeduld. Vielmehr hindern wir durch unsere Ungeduld oft das Werk Gottes. Wenn wir aber darauf acht haben, das zu sehen, was Gott tut, dann können wir geduldig mit anderen umgehen und ihnen weiter dienen, statt sie zu drängen. Auf diese Weise können wir Gottes Werke vollbringen und Gott verherrlichen, dem alle Ehre gebührt für das, was er in und durch uns tut.

2. Die Bedeutung der Zusammenarbeit

Paulus und Apollos waren bzgl. ihres Werkes, ihres Charakters und ihres Einflusses sehr verschieden. Aber sie waren keine Konkurrenten. Jeder von ihnen tat die Aufgabe, die Gott ihnen zugewiesen hatte. Paulus pflanzte, Apollos bewässerte und Gott segnete ihre Arbeit. Bei jedem Mannschaftssport hat die Mannschaft das Ziel, den Gegner zu schlagen und das Spiel zu gewinnen. Teamgeist ist sehr wichtig. Ein einzelner Superstar kann nichts bewirken. Selbst Michael Ballak braucht eine Mannschaft, um ein Spiel gewinnen zu können. Das Leben der Christen ist vergleichbar mit dem Mannschaftssport. Anders gesagt, gibt es im Werk Gottes keine Ein-Mann-Show. Paulus und Apollos waren im gleichen Team. Sie waren weder Feinde noch Konkurrenten, sondern hatten Teamgeist. Die Korinther jedoch bildeten Parteien und konkurrieren miteinander. Paulus sagte, dass sie fleischlich und kindisch waren. Wie steht es mit uns? Sind wir auf andere neidisch? Konkurrieren wir mit anderen? Denken wir vielleicht, dass wir etwas Besseres oder etwas Schlechteres als andere sind? Solche Gedanken kommen aus der fleischlichen Gesinnung. Lasst uns über solche fleischliche Gesinnung Buße tun. Denn mit solch einer Gesinnung ist es unmöglich zusammenzuarbeiten.

Jemand mag denken: „Ich werde mein Leben für Jesus hingeben, aber mit diesem da, kann ich einfach nicht zusammenarbeiten.“ Diese Art der Lebenshingabe jedoch bedeutet gar nichts. Nur dort, wo Christen demütig und herzlich in Jesus Christus zusammenarbeiten, da gibt es Gottes reichlichen Segen. M. Sarah Barry und M. Samuel Lee stammen aus völlig unterschiedlichen Kulturen und Lebensverhältnissen. Dazu hatte jeder von ihnen seine eigene Gemeinde hinter sich. Aber als sie sich in Korea trafen, konkurrierten sie nicht miteinander. Sie kritisierten sich auch nicht gegenseitig und redeten dies und jenes an dem anderen und an dessen Gemeinde schlecht. Vielmehr hatten sie ein Herz für die verlorenen Studenten und entschieden sich für deren Rettung und Heil zusammenzuarbeiten. Gott war mit ihnen und wirkte durch ihre Zusammenarbeit mächtig und ließ so ein großes Missionswerk entstehen. M. Jose Ahn lebt als Pionier, indem er durch das Zweierbibelstudium in Korea, in den USA und in Mittel- und Südamerika den Samen des Evangeliums fleißig säte und dadurch zahlreiche neue Gemeinden gründete. Andere Mitarbeiter sind nach ihm gekommen und haben das durch ihn angefangene Werk übernommen. Wenn ich Mittwochs zum Abc-Bibelkreis komme, dann waren andere Mitarbeiter schon fleißig und haben die Umgebung für das Bibelstudium schon vorbereitet. Ohne ihre Zusammenarbeit hätte Gott sein bisheriges Werk in den Hoffnungsträgern nicht tun können. In Psalm 133 heißt es: „Siehe, wie fein und lieblich ist’s, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen, … denn dort verheißt der Herr den Segen und Leben bis in Ewigkeit.“

3. Jeder wird belohnt werden.

Sehen wir uns Vers 8 an: „Der aber pflanzt und der begießt, sind einer wie der andere. Jeder aber wird seinen Lohn empfangen nach seiner Arbeit.“ Dass wir in einem Team arbeiten, bedeutet nicht, dass unsere eigene Arbeit uns nicht mehr angerechnet wird. Vers 8 sagt uns klar, dass der Herr jeden entsprechend seiner Arbeit belohnen wird. Jesus verhieß Segen und Anerkennung für treue und fleißige Diener. Gott belohnt diejenigen, die ihn ernsthaft suchen. Manchmal aber sind wir entmutigt, wenn unsere Aufgabe, verglichen mit den Aufgaben anderer, nicht so viel hergibt. Z. B. ist es sehr viel beeindruckender, wenn man im Herbst säckeweise Getreide, Nüsse, Früchte usw. erntet, statt im Frühling nur den langweilig aussehenden Samen auszustreuen. Aber Gott gibt jedem seine spezifische Aufgabe. Was immer auch unsere Aufgabe, die wir von Gott bekommen haben, sein mag, sollten wir unser Bestes für die Ehre Gottes tun. Im nächsten Jahr findet unsere europäische Sommerbibelkonferenz statt. Um diese vorzubereiten gibt es viele Dinge zu tun. Jeder hat schon oder wird noch eine spezifische Aufgabe bekommen. Wir brauchen Teamgeist, damit Gott diese Konferenz segnen kann. Wenn wir nur zu Hause sitzen bleiben und uns mit unseren eigenen Angelegenheiten beschäftigen, wird Gott diese Konferenz nicht segnen können. Lasst uns den Teamgeist anziehen und für die Vorbereitung herzlich zusammenarbeiten. Ob die Aufgabe groß oder klein ist, ob sie im Hintergrund geschieht oder vor den Zuhörern erfüllt werden soll, ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir es für Gott und für die anderen nach unseren besten Kräften tun. Kollosser 3,23.24 sagt: „Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Ihr dient dem Herrn Christus.“ Möge Gott unsere Zusammenarbeit vor dem Herrn reichlich segnen, vor allem unser 1000-maliges gemeinsames Gebet und dadurch über 1000 Teilnehmer zur europäischen Sommerbibelkonferenz führen.

Sehen wir uns den Vers 9 an: „Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Acker und Gottes Bau.“ Hier sagt Paulus, dass wir Gottes Mitarbeiter sind. Dies bezieht sich auf ihn selbst und auf Apollos. Es bezieht sich aber auch auf uns. Was für ein großes Privileg ist es, dass wir Mitarbeiter Gottes sind! Wir sind keine Roboter. Wir sind auch keine Sklaven. Nein, wir sind Gottes kostbare Mitarbeiter! Gott könnte sein Werk allein, ohne uns tun. Aber er hat uns erwählt, um unsere Hände, unsere Füße, unsere Stimmen und unsere Herzen an seinem herrlichen, ewigen Werk teilnehmen zu lassen. Gott hat H. Peter, H. Jochen, H. Warmherz und H. Joachim erwählt, dass wir sein Wort predigen. Gott hat unsere Jugendlichen und Missionare der zweiten Generation erwählt, dass sie zur Ehre und Freude Gottes im Orchester spielen. Gott hat auch unsere Kinder erwählt, dass sie durch ihren wunderschönen Chor die Umgebung für Gottes wirken mitvorbereiten. Wir alle sind Gottes Mitarbeiter. Gleichzeitig sind wir Gottes Acker und Gottes Bau. Gott arbeitet in und durch uns. Wenn wir uns daran erinnern, dann können wird darauf stolz sein, wer wir vor Gott sind und können auch unser Glaubensgeschwister als Mitchristen und als Gottes Mitarbeiter hoch achten, sie lieben und mit ihnen gut zusammenarbeiten.

II. Jesus, die wahre Grundlage unseres Lebens (10-13)

In den Versen 10 und 11 fährt Paulus fort: „Ich, nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt, als ein weiser Baumeister, ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“

Paulus wechselt die Szene vom Ackerbau zum Hausbau. Die Konstruktion eines Gebäudes fängt beim Fundament an. Das Fundament eines Gebäudes zu legen ist sehr wichtig und kostet viel Zeit, Mühe und Geld. Jesus lehrte uns, dass es sehr wichtig ist, unser Haus auf Fels zu bauen. Damit meinte er, dass wir seinen Worten gehorchen sollen. Das Haus, dessen Fundament auf Fels gebaut ist, kann Stürmen und Fluten widerstehen. Welches Fundament hat nun Paulus gelegt? Es ist Jesus Christus. Jesus Christus ist das wahre Fundament, sowohl für den Einzelnen als auch für die ganze Gemeinde. Jesus Christus ist der Eckstein des Hauses Gottes und der Eckstein der Erlösungsgeschichte Gottes.

Hier können wir uns einmal selber fragen: Was ist das Fundament meines Lebens? Ist es mein Bankkonto? Ist es ein guter Studienabschluss oder mein einigermaßen sicherer Job? Einige versuchen ihr Lebenshaus auf ihre Leistung, ihre Karriere oder auf eine Familie aufzubauen. Andere bauen ihr Leben auf eine andere Person, die sie verehren oder auf einen Traum oder eine menschliche Philosophie. Aber diese Fundamente sind allesamt wie Sand, weil sie vergänglich und zerbrechlich sind. Joni Eareckson war ein ehrgeiziges, fähiges, junges Mädchen, das viele Träume hatte. Sie baute ihr Leben auf ihre Fähigkeit und eigene Kraft. Aber plötzlich wurde sie durch einen Badeunfall querschnittsgelähmt. Ihr ganzes Lebenshaus brach plötzlich wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Übrig blieben nur Verzweiflung und Finsternis. Doch sie begegnete einem Bibellehrer, der ihr half, ihr Leben auf Jesus Christus zu bauen, dadurch ihr Leben hell und herrlich und zum Segen für viele andere wurde. Seit vielen Jahren ist Deutschland Exportweltmeister. Es ist gut, dass wir viele nützliche Dinge herstellen und verkaufen. Aber wenn wir unser Lebenshaus auf unsere Leistung und Fähigkeiten bauen, dann ist das schlecht, weil wir dann Gefahr laufen, dass wir uns selbst rühmen, dass wir uns gegenüber anderen überlegener fühlen und hochmütig werden. Zweimal wurden die Deutschen im letzten Jahrhundert deswegen von Gott gedemütigt, indem nicht nur das Lebenshaus einzelner, sondern die ganze Nation zusammenbrach. Ich kenne einen jungen Mann, der sein Lebenshaus auf eine glückliche Ehe bauen wollte. Er lernte ein hübsches Mädchen kennen und zog mit ihr zusammen in eine Wohnung. Aber nachdem sie mehrere Jahre zusammengelebt hatten, änderte sich plötzlich das Gefühl seiner Freundin. Eines Tages sagte sie ihm ins Gesicht, dass sie keine Gefühle mehr für ihn empfinden könne. Am nächsten Tag packte sie alle ihre Sachen zusammen und ließ ihn heulend und schluchzend allein zurück. Nur Jesus Christus ist das einzig wahre und feste Fundament unseres Lebens. Weder unser Gefühl, noch unser menschlicher Traum, noch unsere Fähigkeiten können die Grundlage für unser Leben sein. Allein Jesus, durch den Gott das Evangelium aufgerichtet hat, ist das wahre Fundament für unsere Ehe, für unsere Arbeit und für unser ganzes Leben. Jeder, der sein Leben auf den felsenfesten Grund Jesu baut, der wird nicht zuschanden werden.

Sehen wir uns die Verse 12-15 an. Diese Verse lehren uns, wie wir unser Haus auf den Grund Jesus bauen können. Paulus vergleicht das Leben der Christen oder des Werkes Gottes mit einem Hausbau. Ein Haus kann man mit zerbrechlichen, billigen, natürlichen Materialien wie Holz, Heu oder Stroh bauen, oder aber mit langlebigen, teuren und veredelten Materialien wie Gold, Silber oder Edelsteinen. Was bedeutet es, mit billigen Materialien zu bauen? Billige Materialien repräsentieren unsere natürliche und nach Bequemlichkeit suchende und Leiden vermeidende Innerlichkeit. Sie stehen repräsentativ für solche Leute, die sich selbst am meisten lieben, indem sie keine Entscheidung treffen wollen, sich für Gott hinzugeben, und stattdessen den Kompromiss mit der Welt suchen. Lot im Alten Testament zog es in die Welt. Er selbst führte zwar kein gottloses Leben, aber sein Glaubensleben war sehr schwach und völlig einflusslos. Weder seine Frau noch seine Kinder wurden positiv von ihm beeinflusst. Sein Glaube reichte gerade einmal dafür, dass er selbst gerettet werden konnte. Darüberhinaus hatte Lot nur faule Früchte vorzuweisen.

Wer ist der weise Baumeister? Es ist derjenige, der seine Zeit, seine Kraft, Mühe und Geld darin investiert, dass er mithilft, das Reich Gottes zu bauen. Er verleugnet sich selbst. Er nimmt sein Kreuz nicht nur zwei oder dreimal pro Woche, sondern täglich auf sich und folgt Jesus entschlossen nach. Er kämpft, um Jesus zu gehorchen. Er arbeitet, um Gott zu gefallen, statt seinen weltlichen Wünschen und seiner sündigen Natur nachzugeben (Gal 6,7-8).

Fragen wir uns nochmals selbst: Ist mein Leben und meine Arbeit auf Jesus Christus gebaut oder auf meinen eigenen Vorstellungen und Wünschen? Vor seiner Bekehrung arbeitete Paulus eifrig, um die Gemeinde der Christen zu zerstören. Er war davon überzeugt, dass er Gott damit einen Dienst erweisen würde. Aber in der Tat war er ein Feind Christi. In der Tat baute er sein Leben nicht auf Christus, sondern auf seine eigenen Vorstellungen vom Glaubensleben und auf seine Selbstgerechtigkeit durch seine eigenen Werke. Manchmal sind wir darüber froh, dass wir jemanden mit zur Gemeinde gebracht haben, – das ist auch gut so. Aber unser erstes Ziel darf nicht sein, dass immer mehr Leute in unsere Gemeinde kommen, sondern dass wir anderen helfen und für sie beten, dass sie ihr Leben Jesus Christus anvertrauen und ihr ganzes Lebenshaus auf ihn bauen.

Sehen wir uns nun noch die Verse 16 und 17 an: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand Gottes Tempel verdirbt, den wird Gott verderben. Denn der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr.“ Paulus hatte die Gemeinde in Korinth schon als Gottes Acker und als Gottes Bau bezeichnet. Nun nannte er sie Gottes Tempel. Paulus half den Korinthern, sich selbst als den Ort anzusehen, wo Gott selbst wohnte, d. h., wo Gottes Geist lebte. Sie waren kostbar für Gott. Sie hatten es nötig, sich selbst und ihre Glaubensgeschwister als Gottes heiliges Volk zu identifizieren. Dann könnten sie ein heiliges Leben führen und die anderen respektieren. Paulus warnt diejenigen, die den Tempel Gottes verderben, beschädigen oder beschmutzen, dass Gott auch sie verderben wird. Lasst uns über alle Dinge, die Gottes Leute oder Gottes Arbeit behindern, schädigen oder beschmutzen aufrichtig Buße tun.

Zum Schluss zitiert Paulus zwei Bibelverse, um uns erneut die Torheit der menschlichen Weisheit vor Augen zu führen. Er kommt zu folgendem Ergebnis: „Denn alles ist euer, es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges, alles ist euer, ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.“ Alle Dinge gehören Gott und ihm gebührt all unsere Ehre und Lobpreis. Das Problem der Spaltungen in der Gemeinde in Korinth konnte dadurch gelöst werden, indem sie ihr Augenmerk wieder auf Gott lenken und Gott für all das, was Gott in und unter ihnen getan hatte, danken und ihm die Ehre geben würden. Paulus warnt uns Christen ernsthaft davor, menschenzentriert zu denken und zu handeln. Als Christen sollen wir gottzentriert denken und gottzentriert leben. Gott ist derjenige, der in und durch Menschen für seine Ehre und für die Verbreitung seines Reiches arbeitet. Lasst uns im Bild Jesu wachsen und unser Leben auf ihn bauen.

share

Schreibe einen Kommentar