Hast du mich lieb? (Joh 21,15)

HAST DU MICH LIEB?

Johannes 21, 1 – 17
Leitvers 21, 15

„Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!“

Frohe Ostern! Jesus ist auferstanden!

Durch das Osterbotschaftsbibelstudium haben wir kennengelernt, dass Jesus stellvertretend für unsere Sünde litt und starb und das Erlösungswerk Gottes am Kreuz vollbracht hat. In Kapitel 20 haben wir gelernt, dass Jesus auferstanden ist und die Macht des Todes besiegt hat und seinen Jüngern zweimal erschien, um sie als die Zeugen der Auferstehung aufzustellen. In unserem heutigen Text erscheint Jesus seinen verzagten und in Niederlage geratenen Jüngern ein drittes Mal. Jesus wollte ihnen helfen, ihre zerbrochene Liebesbeziehung zu ihm wiederherzustellen und er wollte Petrus als Hirten für die Schafherde Gottes aufstellen. Lasst uns Jesu absolute und unveränderliche Liebe zu uns tief aufnehmen, unsere Liebe zu Jesus bekennen und als Hirten für Gottes Schafherde leben.

I. Kommt und haltet das Mahl (1-14)

Obwohl Jesus seinen Jünger bereits zweimal als der Auferstandene begegnet war, waren sie geistlich orientierungslos. Sie waren wegen ihrer vergangenen Sünden und Versagens verzagt, vor allem weil sie in der entscheidenden Situation von Jesus weggelaufen waren. Vielleicht knurrten ihre Mägen sehr laut und sie begannen sich Sorgen über ihre Zukunftssicherheit zu machen. Dann schlug Petrus vor, zum Fischen zu gehen, und alle willigten ein.

Sehen wir uns Vers 3 an: „Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sie sprechen: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.“ Obwohl sie die ganze Nacht fleißig gearbeitet hatten, konnten sie keinen einzigen Fisch fangen. An diesem Morgen waren sie noch frustrierter und niedergeschlagener. Sie hatten sowohl als Jünger Jesu als auch als Fischer völlig versagt. Wahrscheinlich wünschten sie sich, einfach nach Hause zu gehen, zu schlafen und niemanden mehr zu sehen.

Aber es gab jemanden, der sie sehen wollte und sie aufsuchte. Sehen wir uns Vers 4 an. An diesem Morgen stand Jesus am Ufer des Sees, aber die Jünger erkannten ihn nicht. Der auferstandene Jesus verstand die Lage seiner Jünger, ihre Niedergeschlagenheit und Verzagtheit, und wollte sie wieder aufrichten. Jesus rief ihnen zu wie eine liebevolle Mutter: „Kinder, habt ihr nichts zu essen?“ „Nein!“ war die enttäuschte Antwort der Jünger. Dann sprach Jesus zu ihnen: „Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden.“ Als die Jünger ihre Erschöpfung und Niedergeschlagenheit überwanden und ihr Netz noch einmal auswarfen, erfuhren sie etwas wunderbares. Ihr Netz war voll von großen Fischen, so dass sie es nicht mehr ziehen konnten. Wow! Die Jünger hätten Purzelbäume schlagen können vor Freude. Hatten sie so etwas schon einmal erlebt?

In diesem Moment fiel es Johannes wie Schuppen von den Augen: „Es ist der Herr.“ Als das Simon Petrus hörte, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Dann schwamm er so schnell er konnte, um als erster bei Jesus zu sein. Diese Begebenheit zeigt, Petrus Liebe zu Jesus und gleichzeitig seine große Hochachtung vor ihm. Andererseits könnten die anderen Jünger sehr ärgerlich auf Petrus gewesen sein, weil sie nun das Netz alleine ziehen mussten.

Was sahen die Jünger, als sie an Land kamen? Jesus hatte schon ein Kohlenfeuer angezündet und Fische darauf gegrillt und Brot. Hmmm, ein herrlicher Duft stieg in die Nase der Jünger! Ihre Mägen knurrten nach der harten, aber erfolglosen Arbeit besonders laut. Jesus kannte ihre Bedürfnisse und bereitete leckere Fischburger für sie vor.

Betrachten wir Vers 12: „Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte ihn zu fragen. Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.“ Normalerweise werden die erfolgreichen Menschen belohnt, aber diejenigen, die in Niederlage geraten sind, gehen leer aus. Aber Jesus ist anders. Jesus tadelte seine Jünger trotz ihrer Untreue und ihres Versagens nicht, sondern lud sie zum leckeren Frühstück ein: „Kommt und haltet das Mahl!“ Ein Sprichwort sagt: „Liebe geht durch den Magen.“ Nun erkannten die Jünger die absolute Liebe Jesu zu ihnen. Als Jesus ihnen wieder und wieder leckeren Fisch und Brot reichte, da wussten sie, dass Jesus sie trotz ihres Versagens und ihrer Niederlage immer noch absolut liebte. Durch das herrliche Frühstück am See, schmolzen ihre Herzen in der Liebe Jesu dahin. Darum brauchte auch keiner von ihnen zu fragen: „Wer bist du?“, denn sie wussten, dass es der Herr war.

Ein junger Mann geriet in die Versuchung, ein familienzentriertes Leben ohne Mission zu führen. So vergaß er Gottes Gnade und bereitete den Leuten Gottes viele Herzensschmerzen. Aber Jesus gab ihn nicht auf. Jesus liebte ihn absolut und unveränderlich und lud ihn wieder zu sich ein. Als er Gottes Liebe und Berufung als Gottes auserwähltes Werkzeug persönlich annahm, durfte er einen neuen Anfang in der Liebe Jesu machen. Nun gebraucht Gott ihn als guten Hirten und tüchtigen Bibellehrer für seine Schafherde.

Jesus lädt auch jeden von uns ein, seine Liebe zu schmecken: „Kommt und haltet das Mahl.“ Jesus hat sein heiliges Blut für uns am Kreuz vergossen. Seine Liebe bedeckt all unsere Sünde, Untreue und Schwachheiten. Er liebt uns so wie wir sind. Er möchte, dass wir seine Liebe annehmen und zu seinem himmlischen Festmahl kommen. „Kommt und haltet das Mahl“ ist Jesu herzliche Einladung an jeden von uns, seine Liebe persönlich aufzunehmen, die all unsere Herzenswunden heilt und uns einen neuen Anfang schenkt.

II. Hast du mich lieb? (15-17)

Durch das wundervolle Frühstück am See Genezareth wurden die Herzen der Jünger in der Liebe Jesu wiederhergestellt. Danach wandte sich Jesus seinem Spitzenjünger Petrus ganz persönlich zu. Sehen wir uns Vers 15 an: „Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!“ Jesus hätte Petrus in dieser Situation viele Dinge fragen können, besonders über sein Versagen und seinen Verrat. Mindestens hätte er ihn hart tadeln müssen. Aber stattdessen stellte er ihm nur eine einzige Frage: „Hast du mich lieb?“ Dies zeigt, dass Jesus weiß, wie untreu und sündig wir sind. Er kennt uns viel besser, als wir uns selber kennen. Was Jesus sich aber wirklich wünscht, ist, dass wir unsere Liebe zu ihm bekennen.

Wie antwortete Petrus? Vers 15b sagt: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ Früher hätte Petrus mit voller Überzeugung gesagt: „Natürlich liebe ich dich.“ Einmal sagte er: „Ich will mein Leben für dich lassen.“ Aber seitdem er Jesus in der Nacht der Gefangennahme dreimal verleugnet hatte, konnte er sich seiner Liebe zu Jesus nicht mehr so sicher sein. Darum sage er: „Du weißt, dass ich dich lieb habe.“

Dreimal stellte Jesus Petrus die gleiche Frage: „Hast du mich lieb?“ bis Petrus traurig wurde. Warum stellte Jesus ihn dreimal die gleiche Frage? Es ist, weil Jesus Petrus helfen wollte, seine Liebe auf die richtige Grundlage zu stellen. Petrus liebte Jesus. Aber sein dreifacher Verrat zeigte, dass er in der Tat sich selbst mehr geliebt hatte als Jesus. Durch das Frühstück am See erkannte Petrus, dass Jesus ihn trotz all seiner Sünden, Untreue und Schwachheit noch immer absolut liebte. Von nun an war nicht mehr seine Liebe oder seine Entscheidung für die Nachfolge die Grundlage, sondern vielmehr die absolute und vergebende Liebe Jesu zu ihm. Petrus konnte ein Liebesbekenntnis ablegen, weil er Jesu Liebe und Vergebungsgnade persönlich annahm. Er sagte in 1.Petrus 2,24: „Der unsere Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr Heil geworden.“

Lesen wir noch einmal den Vers 15 gemeinsam: „Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer!“ Nachdem Petrus seine Liebe zu Jesus bekannt hatte, gab Jesus ihm jedes Mal einen Befehl: „Weide meine Lämmer“, „Weide meine Schafe“, „Weide meine Schafe.“ Warum setzte Jesus seinen Jünger so sehr unter Druck, seine Schafe zu weiden? Es war, weil das Schafeweiden der beste Ausdruck unserer Liebe zu Jesus ist. Es ist Jesu Herzenswunsch, dass wir seine Schafe weiden. 3 ½ Jahre lang war Jesus der gute Hirte von Petrus gewesen. Nun wünschte er sich, dass Petrus seine Liebe erwiderte, indem er Jesu Schafe weiden würde. In der Tat wurde Petrus zu einem guten Hirten, der sogar mitten in der feurigen Verfolgung die Schafe Jesus weidete, weil er Jesus von Grunde seines Herzens liebte. (1. Petrus 5,2)

Mutter Sarah Barry ging im Alter von 25 Jahren nach Korea, um die Schafherde Gottes im zerstörten Nachkriegskorea zu weiden. Weil sie Jesus liebte, verzichtete sie auf ihre Privilegien als eine amerikanische Missionarin und lebte mit den armen Studenten zusammen, um eine gute Hirtin für sie zu sein. So durften viele junge Menschen durch sie die Liebe Jesu kennenlernen. Nun ist sie über 80 Jahr alt, aber sie weidet immer noch viele Schafe Gottes, weil sie Jesus von ganzem Herzen liebt.

Eine Frau erfuhr die wunderbare Gnade Gottes, der sie aus dem orientierungslosen und verzweifelten, unruhigen Leben errettete und ihr ein neues seliges Leben der Mission Gottes schenkte. Darum liebt sie Jesus von ganzem Herzen. Sogar inmitten der harten Bedrängnisse durch die Krebsoperation dachte sie nicht an sich selbst, sondern kümmerte sich um die anvertrauten Schafe, weil sie Jesus liebt.

Um uns herum sehen wir viele junge Menschen, die einen guten Hirten brauchen. Äußerlich sehen die meisten Studenten sehr gut aus. Aber innerlich leiden sie, weil sie die Liebe Jesu nicht kennen. Ein junger Mann führt ein niedergedrücktes Leben, weil er weder von seinen Eltern noch von andern Liebe bekommen konnte. Eine junge Frau ist sehr fähig, aber wegen der Macht der Sünde in ihrem Leben oft völlig hilflos. Ein anderer junger Mann ist sehr fähig, aber er lebt ohne einmal über die Bedeutung seines Lebens nachgedacht zu haben. Was die jungen Menschen brauchen, sind nicht bessere Studienbedingungen oder mehr Freiheiten, sondern einen guten Hirten, der sie zu Jesus führt. Jesu Herzenswunsch ist, dass wir seine Schafe weiden. Lasst uns darum Jesus Befehl persönlich hören: „Weide meine Schafe!“ und unsere Liebe zu Jesus durch ein aktives Hirtenleben bekennen.

Durch die heutige Botschaft haben wir die absolute und unveränderliche Liebe Jesu kennengelernt, die all unsere Sünde und Schwachheit vollkommen bedeckt. Wir haben auch Jesu Herzenswunsch kennengelernt: „Weide meine Schafe“. Lasst uns die Liebe Jesu in unser Herz persönlich aufnehmen und als Hirten für Gottes Schafherde leben. Lasst uns den auferstandenen Jesus heute von ganzem Herzen feiern, der unsere zerbrochene Liebesbeziehung zu Gott wiederhergestellt hat und uns als Hirten für seine Herde beruft.

Bekanntmachungen: H. Joachim

1. Kommt und haltet das Mahl! Jesus lädt uns ein, mit ihm das Liebesmahl zu halten. Er lädt uns ein, zu ihm zu kommen und einen neuen Anfang als seine Jünger zu machen. Jesu Liebe ist absolut und bedingungslos. In dieser Liebe kann ein jeder wieder aufgerichtet werden, ganz gleich, wie tief er gefallen sein mag. In dieser Liebe hat ein jeder wahre Hoffnung. So wie diese Liebe Jesu Petrus‘ dreimalige Verleugnung bedeckte und ihm einen neuen Anfang erlaubte, so bedeckt Jesu Liebe auch all unsere Niederlagen und unser Versagen als seine Jünger. Jesus will, dass wir seine Einladung annehmen, weil allein seine Liebe zu uns die wahre Grundlage für ein siegreiches und fruchtbares Glaubensleben ist.

2. Weide meine Schafe! Dreimal gab Jesus Petrus diesen testamentarischen Befehl. Warum war Jesus dieses Anliegen so wichtig? Erstens ist es Jesu Herzenswunsch, dass alle Menschen von der Sünden- und Todesmacht errettet werden. Darum sollen wir unter allen Umständen zuerst ein Hirtensleben führen und Jesu Schafe weiden. Wir sollen den jungen Menschen mit dem Gebet und dem Bibelstudium dienen, damit sie Jesus begegnen und durch ihn die Vergebung ihrer Sünden und das wahre und das ewige Leben empfangen mögen. Zweitens können wir dadurch, dass wir Jesus Schafe weiden, Jesu Liebe erwidern und so in der Liebesbeziehung zu Jesus bleiben und verwurzeln.

Beten wir, dass wir Jesu bedingungslos vergebende Liebe persönlich annehmen und aus dieser Liebe heraus, Jesu Schafe weiden. Beten wir, dass wir uns dafür entscheiden, aus der Liebe zu Jesus ein Hirtensleben zu führen und Deutschland von Gott als eine Hirtennation gebraucht werden kann.

Gebetsanliegen:

1. Direktorenkonferenz im Nahen Osten; für M. J K und M. C S. Beten wir für die drei Hauptprediger: M. Dr. J J, M. M Y und M. M L, dass Gott ihnen sein lebendiges Wort für die moslemischen Studenten schenkt.

2. ECMI-Konferen in Valencia/Spanien: für die Teilnehmer: M. Dr. Peter Chang, M. Hanna Ryu, H. Stefan Elsholz, H. Titus u. Maria Keller; Beten wir, dass Gott ihnen die gute Zusammenarbeit mit den anderen teilnehmenden Missionsorganisationen schenkt und durch diese Konferenz zahlreiche Missionarkandidaten für die Ost-Europamission aufgestellt werden.

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