Lebt im Geist! (Gal 5,16)

LEBT IM GEIST!

Galater 5, 16 – 26
Leitvers 5, 16

„Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.”“

Wir danken Gott, dass wir viele unserer Mitarbeiter nach Israel senden durften, um dort die europäische Leiterkonferenz zu unterstützen. In der letzten Woche haben wir aus Römer 1,16.17 das Schuldnerbewußtsein von Paulus kennengelernt. Wir haben die gleiche Gnade wie Paulus von Gott bekommen und sind mit gleicher Schuld Hirten. Wir danken Gott, dass das Evangelium eine Kraft Gottes ist, welche uns zuerst selig gemacht hat und auch die Hoffnungsträger selig machen wird.

Paulus hatte den Glauben der Römer gelobt. Die Galater jedoch hatten keine Frucht wie sie. Die Sünde, die in Rom außerhalb der Gemeinde war, war bei ihnen innerhalb der Gemeinde. Früher waren sie gut im Evangelium gelaufen. Jetzt aber lebten sie nur noch in der Gesetzlichkeit, wie der Beschneidung, statt an der Gnade Jesu festzuhalten. Paulus seufzte über ihren Abfall vom Evangelium in Galater 3,1 laut: „O ihr unverständigen Galater! Wer hat euch verzaubert, denen doch Jesus vor die Augen gemalt war, als der Gekreuzigte.“ Das Resultat dieses Abfalls war, dass die Gemeinde innerlich voller Spannungen war und kein Ort des Friedens mehr war.

Wir lernen aus dem heutigen Text, wie es zu diesem dramatischen Niedergang kommen konnte. Der Grund war, dass sie ihren sündigen Wünschen nachgegangen waren und ihre geistliche Pipeline verstopfte. Sie taten keine Buße. So kam der Heilige Geist nicht mehr und sie wurden von noch schlimmeren Sünden überwältigt. Paulus Ermahnung für sie war: „Lebt im Geist!“. Würden sie dies tun, so würden sie zahlreiche Früchte des Geistes ernten dürfen. Lasst uns heute vor Gott unsere Sünde finden, die unser Glaubensleben müde und matt macht und durch die Buße unsere geistliche Pipeline für den Heiligen Geist neu öffnen. Gott möchte uns die Früchte des Heiligen Geistes, ein dynamisches und fröhliches Glaubensleben mit Liebe für unseren Nächsten, gerne schenken. Lasst uns gegenseitig anschauen und mit Paulus Worten ermutigen: „Lebe ihm Geist!“

I. Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen (16-21a)

Sehen wir uns den Vers 16 an: „Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.“ Paulus sagt uns hier, dass wir „im Geist“ leben sollen. Was bedeutet dies? „Im Geist“ zu leben bedeutet, Gott zu ehren und ein heiliges Leben zu führen. Die Menschen haben einen starken Wunsch, ein gutes und gerechtes Leben zu führen. In Deutschland kämpfen einige ältere Menschen dafür, ihren Vorgarten möglichst schön zu gestalten und dadurch nach außen hin ein guter Mensch zu sein. Die Menschen wissen nicht, wie sie Gerechtigkeit erlangen können. Irgendwann verzweifeln sie, vertrauen aber weiter auf sich. Um heilig zu werden, sollen wir bereit sein, unser Ruder dem Heiligen Geist in die Hände zu geben und ihm gehorsam sein. Der Geist ist unser Kapitän, der unser Lebensschiff sicher ans Ziel führt, so dass wir Stück für Stück heilig und vollkommen werden.
Neben dem Wunsch nach dem Guten gibt es nämlich auch einen unheiligen Wunsch in uns, den Begierden des Fleisches zu folgen. Diesen können wir mit eigener Kraft nicht überwinden. In Vers 17 sagt Paulus über beide Wünsche: „Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt.“ Der heilige Wunsch und der sündige Wunsch kämpfen in uns gegeneinander. Dieser Kampf wird stärker, wenn wir gläubig werden: Bevor wir Jesus trafen, hatten wir nur sündige Wünsche. Es war okay, denn wir hatten weder Maßstab noch Unterscheidungskraft. Aber als wir Gottes Wort hörten, da erkannten wir unsere Sünde. Als wir Jesus annahmen und für unsere Sünden Buße taten, da kam der Heilige Geist in uns hinein. Wunderbarer Sonnenschein durchflutete unser Herz und drehte unser Leben um 180 Grad zur Herrlichkeit Gottes. Das wollen wir natürlich festhalten. Aber es klappt nicht. Wir tun nicht, was wir tun wollen, sondern wir tun, was wir hassen. Aber wir müssen unseren Wünschen nicht folgen, sondern können eine Entscheidung der Buße über sie treffen und uns dann durch die Buße von dem Heiligen Geist füllen und leiten lassen. Geist und Fleisch sind keinesfalls gleichstark, so dass wir in dem Kampf hoffnungslos aufgerieben werden würden. Der Heilige Geist ist viel stärker als unsere sündige Natur. Unsere Leidenschaften und Begierden sind schon mit Christus zusammen gekreuzigt. Nun sind diese nur noch wie eine Schlange, welche sich zertreten auf dem Boden windet. Preiset Gott!

Vers 18 sagt: „Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.“ Der Heilige Geist ist nicht gesetzlich. Er geht sofort, wenn wir ihn nicht haben wollen und unseren eigenen Weg gehen. Dies bedeutet, dass wir dem Heiligen Geist freiwillig gehorchen müssen. So sind wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.

Was sind dann unsere sündigen Begierden konkret, die uns praktisch daran hindern, von dem Heiligen Geist erfüllt zu sein? Es ist wichtig, darüber nachzudenken und konkrete Anliegen zur Buße zu finden. Schauen wir uns die Verse 19 – 21a an: „Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen.“

Die fünfzehn Arten von sündigen Taten können in vier Schubladen sortiert werden:

Erstens, die sexuelle Sünde: Als „Unzucht“ sind alle Arten von sexuellen Handlungen außerhalb der Ehe zu bezeichnen. Wenn zwei Menschen ohne ein festes Versprechen vor Gott und füreinander miteinander schlafen, entstehen nur viele Verletzungen. In unserer Gesellschaft ist die sexuelle Unmoral zügellos geworden. Doch das Resultat sind viele einsame Menschen, die mit ihrem befleckten Gewissen nicht vor Gott bestehen können. „Unreinheit“ bezieht sich auf alle Arten von unreinen wiedernatürlichen Handlungen. In „Ausschweifung“ zu sein bedeutet, sich nicht zu schämen, dass man ein öffentlich sündiges Leben führt und dies ganz normal findet.

Zweitens, die geistliche Sünde: Paulus nennt hier „Götzendienst“ als Sünde. Götzendienst ist es, wenn man etwas anderes mehr als Gott ehrt und ihm dient. Dadurch wird die dreidimensionale Schöpfungsordnung zerstört, denn der Mensch hebt das Material oder einen Menschen über Gott. Viele beten sich selbst, ihre Karriere, ihr Geld oder ihr Ansehen vor den Menschen an. Viele Frauen sind samaritische Frauen, die einen Mann zu ihrem Anbetungsgegenstand erhoben haben, aber völlig enttäuscht sind, dass die Männer so mangelhaft sind. „Zauberei“ bezieht sich darauf, böse Kräfte zu nutzen, wie beispielsweise psychologische Tricks, um jemand anderen auszunutzen.

Drittens, die Sünde gegenüber unserem Nächsten: Hier lernen wir, dass „Feindschaft“ untereinander, „Hader“ gegenüber anderen, „Eifersucht“ und „Zorn“ auf andere, Sünden sind. Besonders wenn wir eng zusammen leben, dann entstehen negative Gedanken gegenüber den anderen Mitmenschen. In unserem Herzen wächst die Feindschaft, so dass wir einen anderen nicht mehr ausstehen können, obwohl er eigentlich ganz okay ist. Wenn jemand etwas bekommt, was wir meinen uns gehört, dann werden wir eifersüchtig, statt Gott als den Souverän anzuerkennen. Besonders Männer sind zornig, wenn ihr Stolz verletzt ist und bekommen einen Tobsuchtsanfall. Frauen haben mehr „Zank“, welcher aus ihrem selbstsüchtigen Ehrgeiz kommt. Alle haben „Zwietracht“ mit verschiedenen Meinungsverschiedenheiten untereinander und hacken aufeinander herum, bis es zu „Spaltungen“ kommt. Zuletzt nennt Paulus „Neid.“ Neid kriecht durch unsere Gebeine und macht uns krank.

Viertens, die Sünde der mangelnden Selbstbeherrschung. Paulus sagt, dass wir nicht „Saufen“ und „Fressen“ sollen. Wir sollen Nahrungsmittel nicht unkontrolliert in uns hineinschlingen, so dass wir krank werden.

Wenn wir demütig sind, so erkennen wir uns schon in dieser Liste wieder. Paulus sagt jedoch, dass diese Liste keinesfalls vollständig ist. Er endet mit „… und dergleichen.“

In der heutigen Zeit ist ein vergnügungssüchtiges Leben normal geworden. Es ist aber eine Sünde vor Gott. Manche Studenten murren endlos wegen der schlechten Studienbedingungen oder des schwierigen Lernstoffes, statt aus dem dankbaren Herzen einfach zu lernen. Es ist, weil sie ihre Faulheit vertuschen wollen. Bei anderen ist die Faulheit offensichtlicher, indem sie in der Unibibliothek oder am Schreibtisch übermäßig gerne ein Nickerchen machen, aber immer konzentriert ihre Zeit im Internet vertun können. Die schlimmsten Studenten sind so faul, dass sie sogar ihre Vorlesungen verschlafen. Wir sollen unsere Faulheit in dem Heiligen Geist überwinden, da unser Leben Gott gehört. Ein fleißiger Geist bringt nicht nur viele Lebensfrüchte hervor, sondern ehrt auch Gott.
Es gibt auch geistliche Sünden. In der Bibel zu forschen, ist unsere große Freude. Es sagt viel über unser geistliches Leben, wenn wir nicht zum Bibelstudium kommen oder dabei nicht geistig anwesend sind. Es gibt zwei Arten von Schläfrigkeit, einmal körperliche und einmal geistliche. Wenn wir erstere haben, dann können wir schlafen gehen. Wenn wir die zweite haben, dann ist dies sehr ernsthaft. Der Grund, weshalb wir schläfrig sind, ist, dass wir einen anderen Anbetungsgegenstand als Gott haben. Daraus kommen bald viele weitere schlimme Sünden.

Es ist auch Sünde vor Gott, keine Schafe zu weiden, sondern sich nur um sich selbst zu kümmern. Wir haben das Privileg, unseren Mitmenschen Gottes Gnade weiterzugeben. Es ist unsere Freude, ein tiefgehendes geistliches Gespräch führen zu dürfen. Es ist ein natürlicher Vorgang, dass wir uns teilen und vermehren. Wenn eine Zelle sich nicht mehr teilt, dann ist sie krank geworden oder schon tot.

Martin Luther war ein sehr ernsthafter junger Mann gewesen. Eigentlich hätte er einfach gemäß der Vorstellung seines Vaters seine Ausbildung machen sollen und wäre ein ordentlicher Jurist geworden. Aber Luther dachte immer über seine Sünde nach. Er fühlte sich vor Gott nicht gerecht. Wegen seiner Sünde lag er manchmal die ganze Nacht auf dem Fußboden und versuchte sie zu überwinden. Er übernahm die relative Haltung seiner Mitmenschen nicht. Als er diesen verzweifelten Kampf führte, erkannte er schließlich, dass die Gerechtigkeit allein aus dem Glauben kommt. Er tat Buße vor Gott. Er fing an im Geist zu leben. Der Heilige Geist allein machte zum großen Reformator. Möge Gott uns helfen, unsere Sünde – auch die kleine – nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern in Gott die Lösung zu finden. Möge Gott jedem unter uns helfen gemäß Paulus Orientierung „Lebt im Geist“ Buße zu tun.

II. Die Frucht des Geistes (21b-26)

Im vorhergehenden Abschnitt haben wir viel über die sündigen Leidenschaften gesprochen und unsere Bußanliegen gehört. Ich hoffe, dass ihr dadurch jetzt nicht niedergeschlagen seid. Wir dürfen uns auf den Heiligen Geist freuen, der uns hilft, alles zu überwinden. Lasst uns nun über den Heiligen Geist nachdenken.

Wenn wir glauben und von neuem geboren worden sind, empfangen wir den Heiligen Geist. Gerade in diesem Moment werden wir mit Gott verbunden, so dass der Heilige Geist zu uns kommen kann. M. Dr. John Jun verglich dies mit der berühmten geistlichen Pipeline, an die wir angeschlossen werden. Durch diese geistliche Pipeline fingen wir an, ein Leben geleitet vom Heiligen Geist zu führen. Aber als die Zeit fortschritt wurden unsere Leben gewöhnlich und scheinheilig. Wir rannten hierhin und dorthin, um dieses oder jenes zu tun. Wir luden auch ohne das persönliche Bibelstudium und das bußfertige Leben zu führen, die Studenten ein. Dann wunderten wir uns, warum es so wenige Früchte gab und schoben alles auf die Studenten. So setzten unsere geistlichen Pipelines zu. Die Pipelines einige Leute wurden wegen de sündigen Wünsche komplett verstopft. Die Pipelines anderer wurden nur während einer Konferenz etwas geöffnet und schlossen sich danach wieder. Einige Leute sind nur zum Gottesdienst geöffnet; andere nur, wenn sie Stellungnahme schreiben. Wenn unsere Pipeline nur für ein Rinnsal geöffnet ist und wir damit zufrieden sind, können wir geistlich nicht wachsen. Wir werden Kulturchristen ohne Kraft. Deshalb müssen wir wachsam auf unsere geistlichen Pipelines aufpassen und sie reinigen. Gott möchte gerne uns seinen Heiligen Geist schenken. Der Heilige Geist steht unter einem hohen pneumatischen Druck, durch die Pipeline zu uns zu wehen. Aber für das Wohlbefinden unserer Pipeline und ihr Öffnen sind wir selbst zuständig. Gott möge uns helfen, nicht dumm zu sein und ein vom Geist erfülltes Leben zu führen.

Paulus Ermahnung für diejenigen, die ganz verschlossen sind und in dem Ernst der Lage nicht handeln, ist sehr alarmierend. Er sagt in Vers 21b, dass wir das Reich Gottes verlieren werden, wenn wir nicht Buße tun: „Davon habe ich euch vorausgesagt und sage es noch einmal voraus. Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.“ Was sollen wir tun? Vor allem sollen wir täglich über unsere sündigen Wünsche Buße tun. Wir sollen von unseren bösen Werken zu Gott umkehren und vor Gott im Gebet um die Hilfe des Heiligen Geistes bitten. Statt die weltlichen Worte, Gedanken und Pläne geschäftigt in unseren Herzen regieren zu lassen, sollen wir unser Herz dem Wort Gottes geben und es in unseren Gedanken den Tag über regieren lassen. Wenn wir die Bibeltexte wie die Zehn Gebote, Römer 1 oder Galater 5 lesen, dann ist es unmöglich, nicht vor Gott zu treten und Buße zu tun.

Wenn wir treu vor Gott durch den Glauben leben, welche Früchte tragen wir dann? Lasst uns die Verse 22 und 23 betrachten: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht.“
Die erste Frucht ist die „Liebe“. Sie ist unter den neun Früchten die größte Frucht. Als weltliche Menschen wollten wir nur immer geliebt werden. Aber der Heilige Geist, der in uns lebt, schenkt uns diese Liebe zu anderen und macht uns dadurch zu wahrhaft großen Menschen. Diese Liebe kommt aus einer tiefen Beziehung zu Jesus, der uns zuerst geliebt hat. Lasst uns den Heiligen Geist empfangen, so dass wir die Mitarbeiter und Hoffnungsträger mit der Liebe Jesu umarmen dürfen.

Die zweite Frucht ist die „Freude“. Die Freude, die wir durch den Geist empfangen, ist die wahre und perfekte Freude. Die Menschen in dieser Welt versuchen sich durch viele Aktivitäten zu freuen. Aber Christen dürfen sich im Geist freuen, dass sie errettet sind. Deshalb sind immer ein Loblied auf ihren Lippen und ein Strahlen in ihrem Gesicht. Wenn wir diese Freude nicht haben, dann lasst uns Buße tun, indem wir an die große Vergebungsgnade Jesu denken und für sie danken.

Drittens gibt der Geist „Friede“. Er ist genauso wie die Freude ein tiefer innerer Friede. Diesen Frieden empfangen wir, wenn wir mit Gott durch den Kreuzestod Christi ausgesöhnt sind und die Gerechtigkeit im Glauben erlangt haben. Es ist der Friede, den wir in unserem Gewissen gegenüber Gott haben. Aus diesem Frieden kommt auch äußerer Friede. Die Menschen können auf dieser Welt nicht zusammenleben. Dauernd gibt es Konflikte und Feindseligkeiten, wie Kriege, Terrorismus und Mord. Diese Kriege fangen schon bei uns an, indem wir mit unseren Glaubensgeschwistern im Beziehungskrieg stehen. Es gibt keinen Weg Konflikte oder Feindschaften durch die menschliche Anstrengung zu lösen. Aber wenn die Menschen den Frieden in Gott empfangen, dann können sie auch Frieden untereinander haben. Der Friede ist das Geschenk Gottes.

Viertens „Geduld“. Geduld bedeutet trotz der Schwierigkeiten einander zu vergeben und die Sünde des anderen geduldig zu tragen. Es bedeutet nicht, etwas in sich hinein zu fressen und irgendwann zu explodieren, sondern mit den Schmerzen zu Jesus zu kommen und seine Kraft zu empfangen. Geduld ist die Eigenschaft Gottes. Manchmal wundern wir uns, wie geduldig Gott mit den Sündern ist und ihnen dient. Aber der Heilige Geist gibt uns diese Geduld.

Wir wollen gerne alle Hirten sein. Manchmal werden unsere Herzen verletzt, wenn die Hoffnungsträger, denen wir lange gedient haben, plötzlich gefühlsmäßig und rebellisch werden. Dann platzt uns schnell der Kragen und wir tadeln sie, so dass sie schließlich gehen müssen. Aber der Hirte, der den Heiligen Geist hat, kann geduldig bis zum Ende sein und eine tragende Liebe haben. Gott hilft uns mit seinem Geist, geduldig mit unseren schwachen Bibelschülern zu sein und ihnen langanhaltend zu dienen, bis sie verändert werden.

Fünftens und sechstens „Freundlichkeit“ und „Güte“. Es gibt viele Menschen, die freundlich sind, wenn sie etwas bekommen wollen. Wenn sie jedoch alles haben, dann werden sie den anderen gegenüber gleichgültig oder verletzen sie. Aber in dem Geist Gottes dürfen wir immer freundlich und gütig sein. Das bedeutet, dass wir den anderen gerne etwas geben, obwohl wir nichts zurück bekommen. Freundlichkeit und Güte sind auch Eigenschaften Gottes. Gott ist freundlich und gütig mit uns Sündern, so dass er uns trotz allem vergibt und uns das ewige Leben schenkt.

Siebtens, „Treue“. Treue heißt ins Englische übersetzt „faithfulness“. Es ist sehr interessant, dass Treue direkt mit dem Glauben zu tun hat. Manche Mitarbeiter tun die Dinge nicht, die ihnen aufgetragen sind. Andere kommen nur unregelmäßig zur Versammlung. Aber der Heilige Geist ist es, der uns auch diese Treue schenkt. Durch den Glauben mit der Hilfe des Heiligen Geistes dürfen wir menschlich zuverlässig und vertrauenswürdig sein.

Achtens und Neuntens, „Sanftmut“ und „Keuschheit“. Hier ist mit Keuschheit nicht speziell ein sexueller Verzicht gemeint, sondern die Selbstkontrolle. Es gibt viele Menschen, die ihre Selbstbeherrschung verlieren, wenn sie in eine schwierige Situation geraten. Wir verlieren gerne auch unsere Sanftmut, wenn wir mit der Sünde der anderen konfrontiert werden. Aber wir sollen immer selbstkontrolliert die anderen tadeln. Der Heilige Geist hilft uns, dies zu tun.
Paulus sagt: „…gegen all dies ist das Gesetz nicht.“ Der Heilige Geist gibt uns die Fähigkeit ein reines Leben zu führen, welches sogar noch über dem Gesetz steht. Aus unserer eigenen Kraft können wir dies niemals tun. Aber der Heilige Geist befähigt uns dafür. Die erwähnten Früchte sind alle die Charakteristika Jesu Christi. Deshalb werden wir Jesus immer ähnlicher, je mehr wir ein Leben aus dem Heiligen Geist heraus führen.

Die Liste, die Paulus über das Wirken des Heiligen Geistes gibt, ist keinesfalls vollständig. Wenn wir die Bibel lesen, dann wirkt der Geist auch auf andere Arten. Wir sollen immer daran denken, dass der Heilige Geist uns wiedergeboren hat. Der Heilige Geist hatte die Kraft, uns zum Kreuz zu führen, damit Jesu Blut uns reinigt und uns zu neuen Kreaturen macht. Der Heilige Geist hat die Kraft, dies auch in unseren anvertrauten Hoffnungsträgern zu tun. Deshalb brauchen wir nie zu verzweifeln, sondern dürfen auf das Wirken des Heiligen Geistes in ihnen vertrauen. Der Heilige Geist gibt uns auch seine Kraft, dass wir Gottes Zeugen sein können. Er hilft uns in der ungeistlichen Umgebung zu überleben, indem er uns Unterscheidungskraft schenkt und uns als Tröster zur Seite steht. Der Heilige Geist hilft uns auch fremde Sprachen zu sprechen, wie Deutsch oder Koreanisch und die Hoffnungsträger gut zu verstehen. Der Heilige Geist gibt uns Vision für unser Land und für Europa. Der Heilige Geist hilft uns mit Wahrheit und Weisheit das Evangelium zu predigen. In dem Heiligen Geist dürfen wir den Hoffnungsträger geistlich beistehen, so dass sie geheilt werden.

Paulus schließt mit letzten Ermahnungen ab. Lesen wir die Verse 25 und 26: „Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden.“ Wenn wir den Heiligen Geist haben, dann sollen wir auch in dem Heiligen Geist Tag für Tag und Schritt für Schritt wandeln. Wandeln bedeutet, dass wir nicht nur ein paar Stunden am Tag mit dem Heiligen Geist zusammen leben, sondern unser ganzes Leben mit dem Heiligen Geist zusammen sind. Dann können wir alle Versuchungen überwinden.

Von Paulus Ermahnung lerne ich, dass es mir am Heiligen Geist mangelt, der mir viele Früchte schenken will. Um den Geist zu bekommen, muss ich meine Wünsche ablegen, mit denen ich doch irgendetwas auf dieser Welt gewinnen wollte. Statt meine geistliche Pipeline zu Gott nur als ein Rinnsal zu betreiben, möchte ich sie in dieser Zeit durch die Buße, das Gebet und dem persönlichen Bibelstudium weit öffnen und den Heiligen Geist in allen Dingen empfangen. Ich danke Gott, dass er mir Gnade schenkt, ein guter Hirte sein zu dürfen. Ich danke Gott, dass der Heilige Geist mir hilft, zwei Hoffnungsträger als Jünger Jesu in dieser Zeit aufzustellen.

Durch die heutige Botschaft haben wir gelernt, wie wir die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Um den Heiligen Geist zu empfangen, dürfen wir unsere geistlichen Pipelines nicht mit der Sünde blockiert lassen, sondern müssen sie öffnen. Gott hat den großen Wunsch uns seinen Heiligen Geist zu schicken. Möge Gott uns helfen, ein bußfertiges Leben zu führen und unsere sündigen Wünsche gerne ablegen zu wollen. Möge Gott einem jeden von euch viele Früchte des Heiligen Geistes, sowohl innere wie auch äußere in dem neuen Jahr 2010 schenken. Möge der Heilige Geist jeden unter euch befähigen, zwei Hoffnungsträger als Jünger Jesu in diesem Jahr aufzustellen.

share

Schreibe einen Kommentar