Arbeiten und gleichzeitig kämpfen

Nehemia 3,1- 4,23
Leitvers 4,11

„…Die da Lasten trugen, arbeiteten so: mit der einen Hand taten sie die Arbeit, und mit der andern hielten sie die Waffe.“

Danken wir Gott für das Nehemia-Bibelstudium für den geistlichen Wiederaufbau in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt durch die UBF Campusmission. In der ersten Lektion haben wir gesehen, dass Nehemia, als er von den zerbrochenen Mauern Jerusalems hörte, sich niedersetzte, weinte, tagelang Leid trug, fastete und zu Gott betete. Durch den Glauben an die Verheißung Gottes kehrte er nach Jerusalem zurück und mobilisierte die Juden dort: „Kommt, lasst uns die Mauern Jerusalems wieder aufbauen, damit wir nicht weiter ein Gespött seien!“ Sie antworteten: „Auf, lasst uns bauen!“ und nahmen das gute Werk in die Hand. Der Wiederaufbau beginnt mit einem Leiter, der absoluten Glauben an die Verheißung Gottes hat.

Heute wollen wir mehr über Nehemias Leiterschaft lernen, nämlich wie er den ver-schiedenen Menschen half, für das große Werk zusammenzuarbeiten. Wir lernen auch seine siegreiche Strategie des Glaubens kennen, zu arbeiten und gleichzeitig zu kämpfen.

1. Die Zusammenarbeit (3,1-32)

Lesen wir Vers 1: „Und Eljaschib, der Hohepriester, machte sich mit seinen Brüdern, den Priestern, auf, und sie bauten das Schaftor. Sie deckten es und setzten seine Türen ein. Sie bauten aber weiter bis an den Turm Mea und bis an den Turm Hana-nel.“ Die Aufzählung der Bauleute und ihrer Bauabschnitte beginnt mit den Priestern. Eljaschib und seine Brüder gingen mit gutem Beispiel voran. Sie bauten mit ihren eigenen Händen das Schaftor, deckten es und setzten seine Türen ein. Diese Priester wollten nicht nur würdevoll erscheinen, aber selbst keinen Finger krumm machen (Matthäus 23,4). Sie packten selbst mit an. Ein Leiter muss immer auch ein Vorbild sein. Auch ein Pionier muss mit gutem Vorbild vorangehen. Bei der Europäischen Som-merbibelkonferenz 2009 baten wir die Senior-Missionarinnen auf die Bühne, um sie für 40 Jahre Campusmission in Europa zu ehren. Die ersten, die kamen, waren M. Sarah Barry und M. Grace A. Lee. Sie waren immer noch voller Pioniergeist, weil sie es im Missionsleben gewohnt waren, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Wir sehen auch, dass das erste Tor das Tor beim Tempel war, durch das die Opfertiere hineingebracht wurden. Auch hatte dieses Tor keine Schlösser und Riegel (1). Hier lernen wir, dass im Zentrum des Wiederaufbaus stand, den Tempeldienst zu unterstützen, damit Gottes Volk ein Gott gefälliges Leben im Gehorsam gegenüber seinen Geboten führt.

Wie ging dann die Arbeit vonstatten? Lesen wir Vers 2: „Neben ihnen bauten die Männer von Jericho. Und daneben baute Sakkur, der Sohn Imris.“ „Neben ihnen“ und „daneben“ sagen, dass die Arbeit abschnittsweise geschah. Insgesamt werden 43 Bauabschnitte genannt, darunter zehn Tore: das Schaftor (beim Tempel), das Fischtor, das alte Tor, das Taltor (Richtung Himnontal), das Misttor, das Quelltor (beim Teich Siloah), das Wassertor (Richtung Kidrontal), das Rosstor, das Osttor (gegenüber dem Ölberg) und das Wachttor. Jeder war mit seinen Leuten für einen bestimmten Bauabschnitt verantwortlich. Alle zusammen arbeiteten am großen Werk, dem Wiederaufbau der Mauern. Wie war dieses große Werk möglich?

Es war möglich durch Nehemias Leiterschaft und durch die Zusammenarbeit seines Volkes. Obwohl Nehemias Name in den Versen 1-32 nicht erwähnt wird, bezeugt der Bericht über den Mauerbau klar: Ohne Nehemia als Leiter wäre dieses Werk unmöglich gewesen. Unter seiner Leitung wurden die Mauern, die 120 Jahre in Trümmern lagen, in 52 Tagen wieder aufgebaut. Lasst uns durch den Bericht über den Mauerbau das Geheimnis seiner Leiterschaft und die Zusammenarbeit des Volkes Gottes kennen lernen.

Erstens: Alle arbeiteten mit. Unter den Bauleuten finden sich sechs Berufsgruppen: Priester, Leviten, Goldschmiede, Händler, Salbenbereiter und Torhüter; dazu kom-men acht Bezirksvorsteher. Sechs Gruppen von Bauleuten kamen von weit her: Die Leute von Jericho, von Tekoa und von Sanoach, die Priester vom Jordan, die Män-ner von Gibeon und die Männer von Mizpa. Einer von ihnen, Schallum, hatte keine Söhne, darum arbeitete er mit seinen Töchtern zusammen an der Mauer.

Alle arbeiteten mit. Die Goldschmiede sagten nicht: Wir können gerne später an die Tore schöne Verzierungen anbringen, aber Schutt wegräumen und Steine tragen, das können wir nicht, dazu sind wir nicht ausgebildet. Die Salbenbereiter hätten sagen können: Wenn sich jemand verletzt, verteilen wir gerne Handcreme, aber Mörtel anrührern, das ist nicht unser Ding. Die Leute von jenseits des Jordans hätten sagen können, dass das Werk sie nichts anginge und Nehemia nicht ihr Statthalter sei und ihnen gar nichts zu sagen hätte. Aber auch Schallums Töchter beklagten nicht ihr Schicksal, sondern räumten wie die deutschen Frauen nach dem zweiten Weltkrieg die Trümmer weg und bauten mit den eigenen Händen auf. Niemand gebrauchte eine Ausrede. Alle arbeiteten mit. Fünf Gruppen arbeiteten sogar an zwei Mauerab-schnitten: Binnui, der Sohn Henadads, die Leute von Tekoa, die Priester, Meremot, der Sohn Urias und Meschullam, der Sohn Berechjas. In Vers 5 weist Nehemia darauf hin, dass die Vornehmen von Tekoa ihren Nacken nicht zum Dienst für ihre Herren beugten. Das zeigt, dass nicht mitzuarbeiten nicht normal, sondern eine Schande war. Alle, die durch Nehemia mobilisiert worden waren, arbeiteten mit.

Nehemia zeichnete jeden von ihnen mit Namen auf. Das heißt, dass jeder von ihnen für ihn sehr kostbar war. Er kümmerte sich um sie und sprach mit jedem von ihnen und lernte ihre Anliegen, Bedenken, Stärken und Schwächen kennen. Er hörte ihnen viel zu, gab aber nicht nach. Am Ende gab er ihnen jedes Mal Gottes Wort. Es gab für jeden von ihnen nachvollziehbare Gründe, nicht arbeiten zu können. Aber sie nahmen Nehemia als ihren Hirten an. Als sie seine Leitung annahm, kam große Freude in ihr Herz. Sie nahmen das gute Werk in die Hand, indem jeder an seinem Abschnitt mit Spitzhacke und Mauerkelle und Eimer und den bloßen Händen zu arbeiten begann. Sie fragten nicht: „Warum ich?“ Sie waren froh, am großen Werk mitzuarbeiten, weil sie einen Hirten hatten, der Gottes Vision im Herzen trug.

Ein Hirte ermutigte eine junge Frau, ihr Studium abzuschließen. Sie sagte immer wieder: Ich kann nicht. Schließlich bekannte sie: Ich will nicht. Ihr Hirte gab ihr Gottes Wort: „Habt Glauben an Gott!“ Er konnte nicht an ihrer Stelle ihre Magisterarbeit schreiben. Aber sie erkannte, dass er sie absolut liebte und ihr mit der Vision Gottes für ihre Hausgemeinde, für ihr Volk und ihren Kontinent diente. Sie überwand ihren Unwillen durch die Buße und nahm das gute Werk in die Hand und schrieb Glau-bensgeschichte.

Missionarin Sarah Chang diente einer ausländischen, alleinerziehenden Mutter mit einem Kind im Teenageralter. Nicht viele betrachteten sie als Mitarbeiterin-Kandidatin. Doch M. Sarah diente ihr mit dem Bibelstudium unaufgiebig. Gottes Wort aus Esra 7,10 wirkte mächtig, so dass sie die Berufung Gottes annahm und sich entschied, als Hirtin für die Campusmission mitzuarbeiten. Wo es Leiter mit Hir-tenherzen und Vision gibt, da gibt es auch Mitarbeiter.

Zweitens: Alle arbeiteten in einem Geist zusammen. Wenn wir die Verse 1-32 noch einmal lesen, fallen die Begriffe „neben ihnen“, „nach ihnen“ und „daneben“ auf. Sie bauten eine Mauer. Jedes Mauerstück musste zum nächsten passen. Sie konnte nicht verschieden hoch, verschieden breit, aus verschiedenem Material gebaut sein. Sie bauten in einem Geist. Dazu mussten sie ihren Individualismus überwinden. Wahrscheinlich versammelte Nehemia jeden Morgen die Leiter bei sich, um sie mit der Verheißung Gottes zu ermutigen und ihnen Anweisungen zu geben. So entstand ein einheitliches Werk.

In unserer Zeit wird der Individualismus sehr betont. Man sagt, dass Kinder dazu erzogen werden müssen, eigenständig zu denken und eigene Meinungen und Vor-stellungen zu entwickeln. Im Werk Gottes aber ist Individualismus ein großes Hin-dernis. Wenn jeder Gottes Werk auf die Weise dient, die ihm richtig erscheint, ent-steht keine Mauer. Dies ist eine Herausforderung für die Leiter. Leiter zu sein heißt nicht, jeden nach seiner Vorstellung handeln zu lassen, sondern ein Gefäß der Zu-sammenarbeit zu bilden.

Nehemia schaffte es, aus den verschiedenen Individuen eine Einheit zu bilden. 43 Leiter und Gruppen arbeiteten abschnittsweise in einem Geist zusammen am gro-ßen Werk des Mauerbaus. Nehemia war ein Leiter nach dem Bilde Jesu. Jesus bildete aus Fischern, Zöllnern, Rebellen und Intelektuellen eine Einheit, die in einem Geist zusammenarbeitete. Sie lernten, sich selbst zu verleugnen, das Kreuz auf sich zunehmen und Jesus zu folgen, um in alle Welt zu gehen und alle Völker zu Jüngern zu machen. Sie halfen auch den verstreuten Christen, sich als lebendige Steine zum geistlichen Haus zu erbauen (1. Petrus 2,4.5). Missionar Dr. Samuel Lee leitete die Campusmission von UBF mit der Vision Gottes aus 1. Petrus 2,9 und mobilisierte unzählige Menschen zur Zusammenarbeit. Sie arbeiteten in mehr als 100 Ländern in sehr vielen Bauabschnitten, aber in einem Geist gemäß der Orientierung, die wir jetzt als geistliches Erbe der UBF bezeichnen. Missionar Dr. Peter Chang wurde als Leiter mit den unterschiedlichen Kulturen der einheimischen Hirten, der ersten, zweiten und dritten Generation konfrontiert. Doch er mobilisierte sie mit Gottes Wort aus Esra 7,10 und Hesekiel 37,10 für die Bibelforschung und das Bilden von ZBS- Teams. Anschließend forderte er das noch größere Werk der Mobilisierung der Leiter der nächsten Generation der UBF durch Global Leadership Empowerment Forum als selbstmotivierte Bibellehrer, Jüngererzieher und globale geistliche Leiter heraus. Weil er voll von Gottes Vision war, entstand ein großartiges, aufsehenerregendes Werk der Zusammenarbeit.

Die unterschiedlichen Generationen und Kulturen arbeiten nun abschnittsweise in den Hausgemeinden, in den Teams und in den Pionierwerken zusammen, mit der Vision, durch 10.000 Zweierbibelstudium-Teams die Totengebeine lebendig zu ma-chen und ein überaus großes Heer von 100.000 Bibellehrern und 5 Millionen Ge-betsmitarbeitern für die Weltmission aufzustellen. H. Jochens Hausgemeinde baut durch das Frühgebet, das Gebet am Campus, das Einladen und die ZBS-Teams ein großes Tor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Daneben bauen M. Dr. Petrus und H. Dr. Johannes mit ihren Mitarbeiterinnen an der medizinischen Fakultät auf dem Venusberg mit dem Gebetsanliegen gemäß Matthäus 6,33 und Esra 7,10, Bibellehrer unter den angehenden Ärzten aufzustellen. Neben ihnen baut H. Ehrfurchts Hausgemein-de an der Philosophischen Fakultät. H. Peter Ryu arbeitet sogar an mehreren Ab-schnitten, an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät in Zusammenarbeit mit H. Peter und H. Anja und im Zentrum für die Mobilisierung der nächsten Generation. Auch die Mitarbeiter der nächsten Generation sind zur Zusammenarbeit für das große Werk der geistlichen Wiedererweckung in Deutschland und Europa mobilisiert. Am Ernst Moritz Arndt arbeiten die Leute von Chang, Schweitzer und Pilawa, neben ihnen baut Josua mit seinen Mitschülern am Helmholtz- Gymnasium, nach ihnen Anna-Petra am HBG und Esra am Collegium Josephinum Bonn.

Sie alle arbeiten für das Bilden von Zweierbibelstudium-Teams und für das Global Leadership Empowerment zusammen mit der Vision, dass Europa wieder ein Missi-onare aussendender Kontinent wird und junge Leute als globale geistliche Leiter wachsen und Gottes Volk als ein Königreich von Priestern und heiliges Volk gebraucht wird. Das Werk des Mauerbaus, wie es durch Nehemia geschah, geschieht auch heutzutage durch den Glauben eines Leiters, der etwas Großes wagt und die Vision Gottes in das Herz der Mitarbeiter einpflanzt, und durch die Zusammenarbeit des Volkes Gottes. Lasst uns auch von Nehemia lernen, Leiter zu sein, die durch das Wort Gottes Mitarbeiter für das große Werk des Wiederaufbaus der geistlichen Mauern gewinnen.

2. Die Strategie des Glaubens (3,33 – 4,17)

Lesen wir Vers 33: „Als aber Sanballat hörte, daß wir die Mauer bauten, wurde er zornig und sehr entrüstet und spottete über die Juden.“ Sanballat, der Horoniter, hörte in Samaria, dass die Juden unter Nehemias Leitung angefangen hatten, die Mauer zu bauen. Diese Nachricht war für ihn unerträglich. Er wurde sehr ärgerlich und fing an, über die Juden öffentlich zu spotten: „Was machen die ohnmächtigen Juden? Wird man sie gewähren lassen? Werden sie es mit Opfern einweihen? Wer-den sie es in diesen Tagen schon vollenden? Werden sie aus den Schutthaufen die Steine lebendig machen, die doch verbrannt sind?“ Tobija, der Ammoniter, hörte das und legte noch nach: „Lass sie nur bauen; wenn ein Fuchs auf ihre steinerne Mauer hinaufspringt, reißt er sie ein.“ Sanballat und Tobija dachten, dass die den Juden, indem sie sie verächtlich machten, schaden könnten. Doch das Gegenteil war der Fall. Nehemia wurde vom heiligen Zorn erfüllt und betete: „Höre, unser Gott, wie verachtet sind wir! Lass ihren Hohn auf ihren Kopf kommen, dass du sie der Plünderung preisgibst in einem Land, in das man sie gefangen führt! Decke ihre Missetat nicht zu, und ihre Sünde tilge nicht vor dir; denn sie haben die Bauleute geläs-tert!“ Der Effekt war, dass die Juden noch entschlossener wurden. Sie bauten die Mauer und schlossen sie bis zur halben Höhe, und das Volk gewann neuen Mut zu arbeiten.

Die Feinde hörten, dass sich die Lücken angefangen hatten zu schließen und wur-den noch zorniger (4,1). Wie gingen sie jetzt vor? Sie verschworen sich mit den Arabern und Ammonitern und Ashdoditern um sie herum, um gegen Jerusalem zu streiten und Verwirrung anzurichten. Sie erkannten, dass der Spott die Einheit der Juden noch verstärkt hatte. Sie entschieden sich, diese Einheit anzugreifen und Verwirrung und Zwietracht anzurichten. Was tat Nehemia? Lesen wir Vers 3: „Wir aber beteten zu unserem Gott und stellten gegen sie Tag und Nacht Wachen auf zum Schutz vor ihnen.“ Nehemia und seine Leute blieben wachsam und stellen gegen die Feinde Wachen auf. Nun aber tauchte im Innern eine Herausforderung auf. Lesen wir Vers 4: „Und das Volk von Juda sprach: Die Kraft der Träger ist zu schwach, und der Schutt ist zu viel; wir können an der Mauer nicht weiterbauen.“ Angesichts des Spotts und der Drohungen und der großen Anzahl der Feinde, zeigte sich die Feigheit im Herzen einiger der Bauleute. Sie sagten zu Nehemia: „Wir können nicht weiterbauen“ und wollten aufgeben. Vers 5 zeigt, dass die Feinde dachten, dass die Juden ahnungslos seien. Sie wollten sich heimlich unter sie einschleichen, um sie dann zu töten und das Werk zu beenden. Doch der böse Plan der Feinde wurde offenbar. Nehemia reagierte sofort. Zunächst rüstete er sie mit Waffen aus und stellte sie hinter der Mauer an den offenen Stellen auf. Sie gehorchten, aber sie waren trotz der Schwerter, Spieße und Bögen noch voller Furcht. Darum tadelte Nehemia ihren Unglauben. Lesen wir Vers 8: „Und als ich ihre Furcht sah, machte ich mich auf und sprach zu den Vornehmen und Ratsherren und dem übrigen Volk: Fürchtet euch nicht vor ihnen; gedenket an den Herrn, der groß und furchtbar ist, und streitet für eure Brüder, Söhne, Töchter, Frauen und Häuser!“ Nehemias Tadel traf ihr Herz. Sie erkannten ihre geistliche Sünde, dass sie ohne heilige Furcht ungläubig und feige waren. Sie taten Buße und entschieden sich, für ihre Brüder, Söhne, Töchter, Frauen und Häuser zu streiten. Nehemia erfuhr, dass Gott sich selbst mit den Feinden befasste und ihren Rat zunichtemachte. Die Feinde mussten abziehen. Die Bauleute kehrten alle zur Mauer zurück, ein jeder zu seiner Arbeit (9).

Wir lernen, wie die Feinde arbeiten, wie aber Gott sein Werk durch die Wachsamkeit seiner Knechte schützt. In den vergangenen 40 Jahren durften wir dem Werk des geistlichen Wiederaufbaus dienen, indem wir durch das Zweierbibelstudium und die Lebensgemeinschaft Jünger Jesu erzogen und die Nächste Generation als Mitarbeiter mobilisierten. Als wir Gott so dienten, erfuhren wir, dass die Feinde das Werk Gottes durch die Leiterschaft des Knechtes Gottes und die Zusammenarbeit der Mitarbeiter nicht ertragen konnten. Ein junger Mann baute eine große Webseite auf und sammelte alle möglichen verleumderischen Aussagen, um gegen dieses Werk vorzugehen. Vermutlich dachte er, dass all das dem Werk ein Ende machen würde. Wir aber durften zu unserem Gott beten und Wachen aufstellen. Da musste er alle Inhalte löschen und sogar die Webseite abgeben, die er ungerechtfertigterweise an sich genommen hatte. Als ich vor drei Jahren H. Matthäus und Josua am Helmholtz- Gymnasium mobilisierte, einmal wöchentlich zusammen in der Schulpause zu beten, war die erste Reaktion die der Schulleitung, die das Gebet verbot. Die beiden aber entschieden sich, sich nicht zu fürchten, sondern für ihre Mitschüler und ihre Schule zu kämpfen. Der Versuch, das Gebet zu verhindern, scheiterte. Im Gegenteil, der Gebetskreis wuchs auf fünf Personen, die nun am geistlichen Wiederaufbau mitarbeiten. Dank sei Gott, der sein Werk schützt. Gott wird die Angriffe der Feinde zunichtemachen und auch in diesem Jahr vielen helfen, zum Bau der Mauern durch die Jüngererziehung und GLEF zurück-kehren.

Die Angriffe der Feinde überzeugten Nehemia, die Strategie beim Mauerbau zu ergänzen. Betrachten wir die Verse 10 und 11: „Und es geschah hinfort, daß die Hälfte meiner Leute am Bau arbeitete, die andere Hälfte aber hielt Spieße, Schilde, Bogen und Panzer bereit und stand hinter dem ganzen Hause Juda, das an der Mauer bau-te. Die da Lasten trugen, arbeiteten so: mit der einen Hand taten sie die Arbeit, und mit der andern hielten sie die Waffe.“ Nehemias Strategie des Glaubens hieß: Arbeiten und gleichzeitig kämpfen. Er halbierte die Anzahl der Arbeiter und ließ die andere Hälfte mit Spießen, Schilden, Bogen und Panzern bereitstehen. Die Lastträger arbeiteten nur mit einer Hand, während sie mit der anderen die Waffe hielten. Ein jeder, der baute, hatte sein Schwert umgürtet. Neben Nehemia stand der Mann mit der Posaune. Nehemia ermutigte sie: „Unser Gott wird für uns streiten.“ Lesen wir Vers 15: „So arbeiteten wir am Bau, während die Hälfte die Spieße bereit hielt, vom Aufgang der Morgenröte, bis die Sterne hervorkamen.“ Die Arbeiter blieben für die Dauer des Wiederaufbaus in Jerusalem. Nehemia und seine Wache legten sogar nachts ihre Kleidung nicht ab und jeder hielt seinen Spieß zur Rechten.

Wenn wir Gottes Werk dienen wollen, müssen wir arbeiten und gleichzeitig kämpfen. Wie wir gesehen haben, ist Gottes Werk für die Feinde unerträglich. Alle Knechte Gottes durch die Geschichte hindurch, die Gottes Werk begonnen hatten, haben solchen Widerstand erfahren. Darum lautete ihre Strategie: arbeiten und gleichzeitig kämpfen. Als Paulus in Ephesus dem Bibelstudium diente, erhoben sich einige und redeten vor der Menge übel von der Lehre. Da trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und lehrte täglich in der Schule des Tyrannus. Er und die Jünger kämpften geistlich, während sie für das Evangeliumswerk arbeiteten. Die Folge war, dass von Ephesus aus viele Gemeinden pioniert wurden und die ganze Provinz Asien das Wort Gottes hörte. Durch Gottes Gnade dürfen wir arbeiten und kämpfen. Wir kämpfen durch das Frühgebet, durch das Stellungnahmeschreiben, durch die tägliche Wortgemeinschaft dafür, dem Wort Gottes unter allen Umständen zu gehorchen und dem gottlosen Zeitgeist zu widerstehen. Einige sagen, dass wir die Strategie ändern sollten. Kämpfen sei nicht mehr zeitgemäß. Sie sind die Feinde Gottes. Das Frühgebet, der persönliche Wortkampf mit der Stellungnahme und die tägliche Lebensgemeinschaft gehören zum Werk Gottes genauso wie das Einladen, das Bilden von Zweierbibelstudiumteams und die Jüngererziehung. Würden wir im Kampf nachlassen, würde der Satan uns, unsere Hoffnungsträger und Kinder verschlingen. Wir müssen weiter kämpfen, während wir arbeiten. Gott wird diesen Kampf segnen und durch das Bilden von Zweierbibelstudium-Teams alle 1700 Hochschulen in Europa geistlich erobern und durch Global Leadership Empowerment Forum die nächste Generation als globale geistliche Leiter für sein weltweites Erlösungswerk aufstellen.

Heute lernen wir, ein großes Werk Gottes geschieht, wo ein Leiter mit der Vision Gottes das Volk Gottes zur Zusammenarbeit mobilisiert. Wir lernen auch, dass dort, wo Gottes Leute arbeiten und gleichzeitig kämpfen, die Feinde vergeblich versuchen, Gottes Werk zu hindern. Lasst uns arbeiten und gleichzeitig kämpfen und die geistli-chen Mauern in Deutschland, Europa und weltweit wieder aufbauen und als ein Kö-nigreich von Priestern und heiliges Volk gebraucht werden.

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