Das Buch des Bundes (II)

2.Mose 23,1 – 24,18
Leitvers 24,8

„Da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat aufgrund aller dieser Worte.“

In der vergangenen Woche durften wir von Hirten Peters, Hirten Jochens und Hirtin Heidis Vater Friedhelm Schweitzer Abschied nehmen, der seinen Glaubenslauf zu Ende gelaufen und im Alter von 80 Jahren heimgegangen ist. Wir danken Gott, der seiner Frau Marlene und seinen Angehörigen in Jesus Christus die lebendige Hoffnung auf das unvergängliche Erbe im Himmel und damit wahren Trost gegeben hat. An der Beisetzung nahmen auch einige teil, die durch diese Familie aus der Finsternis zum wunderbaren Licht Jesu kommen durften, und bezeugten Gottes Gnade und ihre Dankbarkeit. Danken wir Gott für die Ermutigung, unsere Pilgerreise zur ewigen Heimat bis zum Ende siegreich zu gehen und ein bleibendes, geistliches Erbe zu hinterlassen.

Im ersten Teil des Studiums des Buches des Bundes aus den Kapiteln 21 und 22 haben wir uns daran erinnert, dass wir Fremdlinge unter der Herrschaft der Sünde waren, dass wir aber aus Gnade befreit und mit Gottes gerechten und barmherzigen Rechtsordnungen gesegnet worden sind. Wir durften lernen, mit dem Schuldnerbewusstsein unser neues Leben für das Werk der Jüngererziehung einzusetzen und den jungen Menschen zu helfen, nach Gottes Geboten zu leben.

Heute lernen wir, dass Gott einen Bund mit den Israeliten schloss und sie so zu seinem Volk machte. Lasst uns heute über die Gnade des Bundesschlusses nachdenken, für den Segen, Gottes Volk sein zu dürfen, von ganzem Herzen danken und uns für ein Leben des Glaubensgehorsams entscheiden.

1. Die heiligen Ordnungen im Leben des Volkes Gottes (23,1-33)

Sehen wir uns die Verse 1-3 an: „Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten; du sollst nicht einem Schuldigen Beistand leisten und kein falscher Zeuge sein. Du sollst der Menge nicht auf dem Weg zum Bösen folgen und nicht so antworten vor Gericht, dass du der Menge nachgibst und vom Rechten abweichst. Du sollst den Geringen nicht begünstigen in seiner Sache.“ Diese Ordnungen lehren, kurz gesagt, dass wir nicht feige sein dürfen. In der Welt ist es so, dass jeder seinen eigenen Vorteil sucht. Insbesondere vor Gericht – als Zeuge oder Angeklagter – achtet jeder darauf, dass er selbst möglichst gut dabei wegkommt. Wenn es einem selbst hilft, ist man auch bereit, den Nächsten zu verleumden. Gottes Volk lebt anders. Gottes Leute passen ihr Zeugnis nicht dem eigenen Vorteil an, sondern sagen, was Recht ist. Opportunismus scheint klug zu sein, aber nur die Wahrhaftigkeit führt zum Segen.

Pontius Pilatus war der römische Statthalter zu der Zeit Jesu. Er hatte eigentlich erkannt, dass Jesus der geistliche König ist (Johannes 18,37.38). Aber er hatte Angst um sein Ansehen und seine Position. Darum gab er der Menge nach und überantwortete Jesus zur Kreuzigung. Er wurde als derjenige bekannt, der Jesus, den König der Wahrheit, zum Tode verurteilte. Auf der anderen Seite gab es durch die Geschichte hindurch viele, die Rückgrat hatten und bei der Wahrheit blieben. Zur Zeit Gideons herrschte der Baalskult in Israel. Als Gideon den Altar Baals niederriss, kamen die Leute zu seinem Vater Joasch und forderten Gideons Kopf. Doch Joasch folgte nicht der Menge. Er sagte (Richter 6,31): „Wollt ihr für Baal streiten? Ist er Gott, streite er für sich selbst.“ Er zeugte für die Wahrheit und stellte sich vor seinen Sohn, der für den Herrn eiferte. Seine Familie wurde gesegnet, und Gideon wurde zum Befreier seines Volkes.

Auch wenn wir in der Schule, an der Uni, am Arbeitsplatz, vor einer Behörde oder vor Gericht stehen, um wegen unseres Gebetslebens, Bibelstudiums oder der geistlichen Kindererziehung Rechenschaft zu geben, brauchen wir nicht der Menge nachzugeben, sondern dürfen die Wahrheit bezeugen und Gottes Segen erfahren.

Lesen wir die Verse 4 und 5: „Wenn du dem Rind oder Esel deines Feindes begegnest, die sich verirrt haben, so sollst du sie ihm wieder zuführen. Wenn du den Esel deines Widersachers unter seiner Last liegen siehst, so lass ihn ja nicht im Stich, sondern hilf mit ihm zusammen dem Tiere auf.“ Es gibt immer Menschen, die uns schaden wollen. Wenn sie in Schwierigkeiten geraten, dürfen wir nicht schadenfroh sein oder denken: „geschieht ihm recht“. Nicht wir sind die Richter. Gott hat auch uns nicht gerichtet. Wir dürfen ihnen mit Liebe begegnen. Wenn wir das tun, häufen wir feurige Kohlen auf ihr Haupt und können vielleicht sogar einen Feind zum Freund gewinnen.

Die Verse 6 bis 9 lehren, dass Gott gerecht und barmherzig ist: seine Leute dürfen das Recht des Armen nicht beugen, den Unschuldigen nicht richten und den Fremdling nicht unterdrücken. Noch einmal erinnert Gott sie daran, dass sie selbst Fremdlinge gewesen waren und darum das Herz der Fremdlinge verstehen konnten.

Betrachten wir die Verse 10-11: „Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Früchte einsammeln. Aber im siebenten Jahr sollst du es ruhen und liegen lassen, dass die Armen unter deinem Volk davon essen; und was übrig bleibt, mag das Wild auf dem Felde fressen. Ebenso sollst du es halten mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen.“ Die Israeliten sollten das Land im siebenten Jahr ruhen lassen. So konnte es sich erholen, dazu konnte auch der Arme sich ernähren. Gleichermaßen sollten sie jede Woche den Sabbat feiern. Dadurch konnten sich auch Sklavenkinder und Fremdlinge unter ihnen erquicken. Diese Gebote richten sich gegen die Gier nach kurzfristigem Gewinn. Gier macht die Menschen kurzsichtig. Dann denken sie, ein Ruhetag von 24 Stunden sei ein großer Verlust. Doch den Sabbat zu feiern führt nicht zum Verlust, sondern zum Segen. Wir kennen die Geschichte von Eric Liddell, der am Sonntag nicht lief, um Gott zu ehren. Er erfuhr mehr Segen als alle Olympiasieger zusammen: Er wurde als derjenige bekannt, der Gott mehr ehrte als den König. Das Sabbatgebot macht uns frei von Sorge und Berechnung, sodass wir ihn am siebenten Tage beim Gottesdienst, beim Stellungnahmeschreiben, bei der Wortgemeinschaft zusammen mit allen Glaubensgeschwistern und unseren Hoffnungsträgen von ganzem Herzen anbeten und preisen können.

Vers 13 sagt: „Alles, was ich euch gesagt habe, das haltet. Aber die Namen anderer Götter sollt ihr nicht anrufen, und aus eurem Munde sollen sie nicht gehört werden.“ Betrachten wir auch die Verse 14-19. Hier werden die drei großen Feste beschrieben, bei denen alle männlichen Israeliten jedes Jahr vor dem Herrn erscheinen sollten. Das erste Fest ist das Fest der ungesäuerten Brote. Vers 15 sagt: „Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du so halten, dass du sieben Tage ungesäuertes Brot isst, wie ich dir geboten habe, im Monat Abib, denn zu dieser Zeit bist du aus Ägypten gezogen – erscheint aber nicht mit leeren Händen vor mir!“ Dieses Fest erinnerte an den Auszug aus Ägypten. Indem sie sieben Tage lang keinen Sauerteig aßen, dankten sie Gott, der sie mit mächtiger Hand aus der Sklaverei in Ägypten geführt hatte. Dieses Fest sollten sie mit ungesäuertem Brot feiern, auch dann, wenn sie im Land lebten, darin Milch und Honig fließt. Das zweite Fest war das Fest der Ernte (das Wochen- bzw. Pfingstfest). Bei diesem Fest erinnerten sie sich an den Empfang des Gesetzes, der Zehn Gebote. Sie lasen 2. Mose 19 und 20 und erneuerten ihre Entscheidung zum Gehorsam. Das dritte Fest war das Fest der Lese, das Laubhüttenfest. Dabei dachten die Israeliten an die Zeit der Wüstenwanderung zurück. Sie wohnten sieben Tage in Laubhütten (Sukkot) und dankten Gott für seine Bewahrung und sein Training. Alle diese Feste dienten dazu, ihre Identität als das Volk Gottes in ihrer und auch in den nachfolgenden Generationen festzuhalten und zu stärken.

Gottes Leute brauchen die regelmäßige klare Erinnerung. Für uns ist der jährliche Jubiläumsgottesdienst im September die Gelegenheit, uns an Gottes Gnade, Gottes souveräne Führung und an sein mächtiges Wirken zu erinnern. In diesem Jahr feiern wir den 38. Jubiläumsgottesdienst mit Berichten und Zeugnissen von Gottes Wirken unter den einheimischen Hirten, in der nächsten Generation und auf globaler Ebene. Lasst uns am kommenden Sonntag nicht mit leeren Händen vor dem Herrn erscheinen, sondern unser Bestes geben, damit auch diejenigen, die nicht dabei gewesen sind oder noch nicht geboren waren, Gottes mächtiges Wirken erkennen, in ihrer Identität gestärkt werden und den Herrn preisen.

Mit den Jahresfesten schließt dieser Teil der Rechtsordnungen Gottes. Gott kündigte nun an, dass er sein Volk durch seinen Engel in das verheißene Land führen würde (20): „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe.“ Er ermahnte sie, sich vor dem heiligen Engel zu hüten, seiner Stimme zu gehorchen und nicht widerspenstig gegen ihn zu sein. Wenn sie auf ihn hörten und alles taten, was er ihnen sagte, wollte Gott sich gegen ihre Feinde und Widersacher stellen und die Völker vor ihnen vertilgen. Sie sollten nicht die Götter der Amoriter, Hetiter, Perisiter, Kanaaniter, Hiwiter und Jebusiter anbeten, sondern dem Herrn dienen. Gott verhieß ihnen Segen an Brot und Wasser, Gesundheit, Fruchtbarkeit und hohes Alter. Gottes Schrecken vertreibt ihre Feinde vor ihnen her. Allerdings würde er die Völker vor ihnen nicht alle auf einmal ausstoßen. Er nahm Rücksicht darauf, dass sonst das Land wüst werden würde, bevor sich die Israeliten dort ausgebreitet hätten. Er gab ihnen da Land nach und nach, bis sie es ganz eingenommen hatten.

Neben der Verheißung gab Gott ihnen aber auch eine klare Ermahnung, denn die feindlichen Völker würden noch eine Weile vor ihren Augen sein. Lesen wir die Verse 32 und 33: „Du sollst mit ihnen und mit ihren Göttern keinen Bund schließen. Lass sie nicht wohnen in deinem Lande, dass sie dich nicht verführen zur Sünde wider mich; denn wenn du ihren Göttern dienst, wird dir das zum Fallstrick werden.“ Sie durften mit den Göttern dieser Völker keinen Kompromiss schließen. Gott kannte ihre Innerlichkeit. Eigentlich waren die Götter dieser Völker nichts, nur leeres Holz (Jeremia 10,3). Doch für die ehemaligen Sklaven war die Anbetung dieser Götter mit all ihren Ausschweifungen sehr attraktiv und eine große Versuchung. Die Anbetung vieler kanaanitischer Götter umfasste ganz offiziell Tanz und Hurerei. Es war eine große Versuchung, die eigene Begierde religiös begründen zu können. Dazu mussten sie natürlich den Bund mit Gott brechen. Darum ermahnte sie Gott so eindringlich und forderte sie auf, keinen Kompromiss zu schließen. Sie sollten diese Völker nicht in ihrem Land wohnen lassen, sondern sie aus ihren Gemeinden und Häusern ausstoßen. Hier sehen wir auch, wie sie der Versuchung widerstehen konnten. Gott forderte sie mehrfach auf, auf seine Stimme zu hören. Ob wir Gottes Wort hören oder nicht, macht den Unterschied aus zwischen Segen und Fluch. In der Tat hörten die Israeliten nicht. Die erste Generation hörte nicht. Sie machten ein goldenes Kalb und weigerten sich später, das Land Kanaan durch den Glauben einzunehmen. Sie musste in der Wüste sterben. Die nachfolgenden Generationen zogen in das verheißene Land ein. Aber noch zur Zeit Josuas fingen sie an, Kompromisse zu schließen und die Völker nicht ganz auszutreiben. Auch ihre Nachkommen hörten nicht auf die wiederholten Ermahnungen der Propheten und wurden schließlich in die Gefangenschaft geführt. Durch Kompromisse verloren sie den Segen, den sie als Gottes Volk empfangen hatten. Wir sollen Gottes Ermahnung ernsthaft annehmen und auf Gottes Stimme hören. Gott zu gehorchen ist nicht eine Frage des Gutdünkens, sondern der Weg zum Heil. Gottes Stimme sagt uns in Hesekiel 37,10: „Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.“ Gottes Stimme sagt uns in Matthäus 28,18-20: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Wir dürfen den Gehorsam gegenüber Gottes Wort nicht relativieren und das Werk der Verkündigung des Wortes Gottes und der Dienerschaft für die Weltmission nicht aufgeben. Gott helfe uns, mit der Vision Gottes durch das Bilden von Zweierbibelstudium-Teams und die Errichtung von Missionsstützpunkten in den muslimischen Ländern die geistliche Erneuerung und Wiedererweckung herauszufordern.

2. Gott schließt einen Bund mit seinem Volk (24,1-18)

Zunächst sprach Gott gegenüber Mose in den Versen 1-2 die Einladung aus, mit siebzig von den Ältesten Israels auf den Berg zu Gott hinaufzusteigen.

Betrachten wir Vers 3: „Mose kam und sagte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Rechtsordnungen. Da antwortete alles Volk wie aus einem Munde: Alle Worte, die der HERR gesagt hat, wollen wir tun.“ Mose gab dem Volk die Rechtsordnungen Gottes, die Verheißungen und Ermahnungen aus den Kapiteln 21 – 23 weiter. Das Volk reagierte, indem sie sich einmütig bereit erklärten, alles zu tun, was Gott gesagt hatte.

Mose bereitete nun den Bundesschluss vor. Zuerst schrieb er alle Worte auf. Er bereitete für das Volk das Buch des Bundes vor. Es würde in Schriftform dazu dienen, sie immer an Gottes Ordnungen zu erinnern. Am nächsten Morgen baute Mose unten am Berg einen Altar und richtete zwölf Steinmale auf, für jeden Stamm eines. Alle Stämme sollten dem Bund beitreten. Mose ließ junge Männer aus den Stämmen auf dem Altar Brandopfer und Dankopfer von jungen Stieren bringen. Vom Blut der Opfertiere nahm er die Hälfte und sprengte es an den Altar, die andere Hälfte goss er in Becken. Dann nahm er das Buch des Bundes und las es nochmals dem Volk vor. Der Bund Gottes mit seinem Volk war keine leichte Sache. Gott wollte ihnen feste Zusagen gebe. Und die Israeliten sollten verstehen, wer dieser Gott war, der mit ihnen einen Bund schloss, nämlich der heilige, gerechte und barmherzige Gott. Durch die Worte des Buches des Bundes erkannten sie Gott. Sie hörten seine Worte und antworteten wie vorher: „Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“

Lesen wir Vers 8: „Da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat auf Grund aller dieser Worte.“ Gott schloss mit ihnen einen Bund.

Erstens: Gott wollte ihr Gott sein, sie sollten sein Volk sein. Die Israeliten waren in Ägypten Sklaven gewesen. Gott hatte sie mit mächtiger Hand und großen Wunderzeichen dort herausgeführt. Er hatte sie wie auf Adlerflügeln getragen und sie bis zu diesem Berg gebracht. Sie waren aber noch immer voller sklavischer Gesinnung. Sie murrten bei jeder Gelegenheit und haderten mit Gottes Knecht Mose und mit Gottes Führung. Sie waren in verschiedener Hinsicht unfähig. Gott kannte ihre Gesinnung, ihre Fehler und ihre Schwachheiten genau. Doch er wollte sie zu seinem Volk machen. Weder verwarf er sie noch ignorierte er sie. Vielmehr gab er sich ihnen selbst. Er wollte ihr Gott sein, und sie sollten sein Volk sein. Er schloss mit ihnen einen Bund. Durch den Bundesschluss wurden sie sein Volk. Ein Sklavenvolk wurde zu Gottes Volk.

Zweitens: Er gab ihnen sein Wort. Gott ließ Mose das Buch des Bundes aufschreiben und es ihnen vorlesen. Gottes Wort war der größte Segen für sie. Gottes Wort gab ihnen Orientierung und Weisheit und lehrte sie, wie sie lebten könnten. Ohne Gottes Wort waren sie maßstablos und orientierungslos. Sie konnten nur nach ihrer Begierde, für ihren egoistischen Vorteil und nach ihren hässlichen Gefühlen leben. Gottes Wort machte sie zu Gottes Volk. Seine Rechtsordnungen im Buch des Bundes machten sie zu einem Volk der Gerechtigkeit und der Barmherzigkeit. Alles, was sie tun mussten, war, dem Wort Gottes im Glauben zu gehorchen.

Drittens: Gott schloss den Bund mit ihnen aus seiner Gnade. Keiner von ihnen war würdig bzw. in der Lage, Gottes Volk zu sein. Statt Gottes Eigenschaften offenbarten sie die sklavischen Eigenschaften der gefallenen Sünder. Gott aber liebte sie absolut. Er schenkte ihnen seine Gnade, indem er ihre Sünde auf sich nahm und sie segnete, als Gottes Volk zu leben.

Wie sah das neue Leben des Volkes Gottes im Bund mit Gott aus? Betrachten wir die Verse 9-11: „Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels hinauf und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie eine Fläche von Saphir und wie der Himmel, wenn es klar ist. Und er reckte seine Hand nicht aus wider die Edlen Israels. Und als sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie.“ Diese Szene beschreibt das neue Leben, das Israel nun als das Volk Gottes genießen konnte. Das neue Leben war die Gemeinschaft mit Gott. Diese Beziehung wird durch den Glaubensgehorsam entwickelt. Gottes Gnade durfte nicht ohne Konsequenz bleiben. Gott gab sein Wort. Sein Volk gab den Gehorsam. Indem wir gehorchten, würde die Gemeinschaft auf dem Berg nicht nur eine einmalige Erfahrung bleiben, sondern eine dauerhafte, zunehmende geistliche Realität. Leider gibt es viele, die zwar die Gnade empfangen haben, aber keine Konsequenz ziehen. Sie könnten nicht in der Gemeinschaft mit Gott bleiben. Obwohl sie Gott geschaut haben, sündigen sie weiter und immer schwerer gegen ihn.

Lesen wir noch einmal Verse 8: „Da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat auf Grund aller dieser Worte.“

In Jesus Christus hat Gott mit uns einen Bund geschlossen. Wie die Israeliten haben wir seine Gnade und seinen Segen erfahren, in der er uns zu seinem Volk gemacht hat. Ein junger Mann war vielversprechend und fähig. Aber die Macht der Sünde drückte ihn nieder, dass er keine Hoffnung mehr für ein fruchtbares Leben hatte. Durch die geduldige und entschlossene Hirtenliebe des Knechtes Gottes und die Gebete seiner Eltern kam er gemäß 5.Mose 6,5 zu Jesus und empfing Vergebung durch das Blut des Bundes. Er entschied sich, Gott im Vertrauen auf seine Verheißung aus Lukas 5,10b als Menschenfischer zu dienen. Obwohl er in den Augen der weltlichen Menschen ein ungewöhnliches Leben führt, erfährt er nun täglich Gottes Segen und schreibt Glaubensgeschichte und wächst zu einem verantwortlichen geistlichen Leiter. Gott will auch seine künftige Hausgemeinde gemäß Matthäus 6,33 als Hirtenhausgemeinde für die Aufstellung von 100.000 Bibellehrern und Segen für die geistliche Erneuerung in Europa und für die Weltmission gebrauchen. Wegen des Bundes Gottes kann eine Hausgemeinde für die geistliche Erneuerung einer ganzen Nation und eines ganzen Kontinents gebraucht werden. Jesus sagt: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Möge Gott an jeder Fakultät und Hochschule globale geistliche Leiter und gott- und missionszentrierte Hausgemeinden aufstellen und Europa noch einmal zum Missionare aussendenden Kontinent machen.

Betrachten wir Vers 12: „Und der HERR sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib daselbst, dass ich dir gebe die steinernen Tafeln, Gesetz und Gebot, die ich geschrieben habe, um sie zu unterweisen.“ Mose gehorchte der Berufung Gottes und stieg auf den Berg. Er nahm Josua mit, damit dieser das Herz Gottes lernen konnte. Josua war Moses Diener und war immer bei ihm. Später wurde er derjenige, der Israel ins verheißene Land führte.

Sehen wir noch die Verse 15-18 an. Die Wolke bedeckte den Berg. Sechs Tage musste Mose warten, dann rief ihn Gott aus der Wolke zu sich. Die Herrlichkeit des Herrn war anzusehen wie ein verzehrendes Feuer. Mose stieg hinauf und blieb auf dem Berg vierzig Tage und vierzig Nächte.

Heute lernen wir, dass Gott mit den Israeliten einen Bund schloss und sie zu seinem Volk machte. Sie waren nutzlose Sklaven gewesen, aber durch den Bund segnete Gott sie. Er gab ihnen sein Wort und sie waren bereit zum Gehorsam. Gott segne uns, uns an seine Gnade zu erinnern und durch den Glaubensgehorsam ein gesegnetes und einflussreiches Leben als sein Volk zu führen.

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