Das Evangelium der Auferstehung

1.Korinther 15,1- 34
Leitvers 15,22

„Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.“

Frohe Ostern! Jesus ist auferstanden! Die Auferstehung Jesu ist der Sieg über die Macht des Todes und der Sünde. Die Autoren des Neuen Testaments haben die Tatsache von Jesu Tod und Auferstehung in allen ihren Berichten festgehalten. Das 15. Kapitel des 1. Korintherbriefes wird auch das Kapitel der Auferstehung genannt. In diesem Kapitel erinnert uns Apostel Paulus an das Evangelium als eine historische Begebenheit. Er berichtet uns von den Zeugen des auferstandenen Jesus und lehrt uns die Notwendigkeit der Auferstehung. Insbesondere lernen wir heute kennen, dass die Macht der Auferstehung für alle Menschen eine Leben gebende Macht ist. Lasst uns in dieser Stunde unseren Auferstehungsglauben erneuern, damit Gott uns als lebendige Zeugen des auferstandenen Jesus gebrauchen möge, durch die unser Land und unser Kontinent nochmals geistlich erweckt werden.

1. Die Erinnerung an das Evangelium (1-11)

Paulus beginnt dieses Kapitel mit der Erinnerung an das Evangelium. Lesen wir die Verse 1 und 2: „Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr’s festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt.“ Paulus‘ Worte „es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt“, lassen uns aufhorchen. Bedeuten sie doch nichts anderes, als dass man nicht selig wird. Paulus sprach davon, dass man durch das Evangelium gerettet ist, wenn man daran festhält, so wie es uns am Anfang verkündigt worden ist. Ansonsten wäre unser Glaube vergeblich. Paulus betont hier die Wichtigkeit des Festhaltens am Evangelium. Es gibt Christen, die glauben an das Evangelium, solange die Dinge gut laufen. Aber sobald sie auf Schwierigkeiten stoßen oder gar in eine Lebenskrise geraten, gerät auch ihr Glaube in eine Krise. Dann sucht man in ihren Gedanken und ihren Herzen vergeblich nach dem Wort des Evangeliums. Paulus ermahnt uns jedoch, unter allen Umständen auf Leben und Tod am Evangelium festzuhalten, weil es eine Frage des ewigen Lebens und der ewigen Verdammnis ist. Jesus sagte in Johannes 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Viele Menschen mögen diesen Vers und scheinen auch daran zu glauben. Aber halten sie auch allezeit daran fest? Diejenigen, die wirklich daran glauben und an diesem Wort festhalten, sind jene, die kein Alltagsleben führen, sondern sie sind sich stets im Klaren darüber, dass alle Menschen, wer immer sie auch sein mögen, in Sünde und Tod umkommen, und der einzige Weg ihrer Errettung der Glaube an Jesus Christus ist. Wer unter allen Umständen am Evangelium festhält, kann gerade in schwierigen Zeiten des Lebens die Liebe Gottes tiefer verstehen und in der Gewissheit seiner vollkommenen Erlösung wachsen.

Für Paulus war das Evangelium das Allerwichtigste. Nachdem er selbst das Evangelium angenommen hatte, gab er es mit Priorität an andere weiter. Lesen wir dazu die Verse 3 und 4: „Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift.“ Die frohe Botschaft des Evangeliums wird hier in zwei Punkten zusammengefasst: „Christus starb für unsere Sünden“ und „er ist am dritten Tag auferstanden.“ Wie schon aufgrund Johannes 3,16 gesagt, gehen wegen der Sünde eigentlich alle Menschen verloren. Römer 3,23 sagt dasselbe: „Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.“ Und in Römer 6,23a heißt es: „Denn der Sünde Sold ist der Tod.“ Alle Menschen sterben wegen ihrer Sünde. Nach dem Tod müssen alle Sünder durch das Gericht Gottes gehen (2. Korinther 5,10; Hebräer 9,27a) und werden ihre ewige Strafe empfangen, indem sie in den Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt, geworfen werden (Offenbarung 21,8). Die Bibel sagt, dass dies der zweite Tod ist. All das muss so geschehen, weil Gott heilig und gerecht ist. Es ist das Schicksal der ganzen Menschheit, dass sie auf ihr ewiges Verderben hinsteuert. Was für eine Katastrophe! Doch es gibt eine gute Nachricht. Es gibt die gute Nachricht des Evangeliums, dass Christus für unsere Sünden gestorben und am dritten Tag auferstanden ist. Durch einen Menschen, Jesus Christus, wird die Katastrophe von der Menschheit abgewendet. Er hat mit seinem Opfertod am Kreuz den vollen Preis der Sünde bezahlt und damit die Macht der Sünde zerbrochen. Die Bestätigung seines Sieges über die Sünde, hat Gott dadurch manifestiert, dass er ihn nicht im Tode gelassen, sondern am dritten Tag auferweckt hat. Der Glaube an Jesu Tod und Auferstehung rettet uns vor der ewigen Strafe Gottes. Was für eine frohe Nachricht! In Apostelgeschichte 3,19-20 sagte Apostel Petrus zu der Menge: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden, damit die Zeit der Erquickung komme von dem Angesicht des Herrn und er den sende, der euch zuvor zum Christus bestimmt ist: Jesus.“

Sehen wir uns die Verse 3 und 4 nochmal an. Hier wiederholt sich der Ausdruck „nach der Schrift“ mehrmals. Dieser Ausdruck „nach der Schrift“ hat eine große Bedeutung. Kurz gesagt, geschah Jesu Tod und Auferstehung nicht zufällig. Jesu Tod und Auferstehung waren auch nicht das Ergebnis eines von Menschen ausgeklügelten Planes, sondern es geschah alles nach dem Plan Gottes. Gott ist der Gott der Geschichte. Er sieht schon im Anfang das Ende, und er erfüllt alles, was durch sein Wort verheißen ist. Kein Mensch kann wirklich vorhersagen, was morgen alles geschehen wird, aber Gott kann das. So wurde die Prophezeiung Gottes dadurch vollkommen erfüllt, dass Christus am dritten Tag von den Toten auferstanden ist. Christus stand nicht am zweiten Tag auf, auch nicht am vierten Tag oder eine Woche später, sondern am dritten Tag nach seinem Tode (Jona 1,17). Jesus sagte in Matthäus 12,40: „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein.“ Wann immer Jesus von seiner Auferstehung sprach, sagte er, dass es am dritten Tage geschehen würde. (Matthäus 16,21; 17,23; Markus 8,31; 10,34; Lukas 9,22; 18,33). Und tatsächlich wurde Jesus am dritten Tag auferweckt. Gott erfüllt seine Verheißungen nicht ungefähr, sondern auf den Tag genau. Der Ausdruck „nach der Schrift“ zeugt davon, dass das Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung glaubwürdig und historisch ist.

Betrachten wir nun die Verse 5-7. Hier konzentriert sich Paulus auf die Auferstehung Jesu: „Und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln.“ Gemäß Apostelgeschichte 1,3 erschien der auferstandene Jesus seinen Jüngern über einen Zeitraum von vierzig Tagen hinweg. In diesem Textabschnitt erwähnt Paulus sechs Erscheinungen des Auferstandenen. Bei einer Gelegenheit erschien Jesus sogar mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal. Dies zeigt, dass die Auferstehung Jesu nicht einfach nur eine haltlose Behauptung oder eine von Menschen erfundene Geschichte, oder wie andere sogar meinen, nur die Wahnvorstellung eines Mannes ist. Das Erscheinen des auferstandenen Jesus vor so vielen Menschen unterstreicht die Glaubwürdigkeit und Authentizität der Auferstehung.
Sehen wir uns weiter die Verse 8-10 an. Hier lesen wir Paulus‘ persönliches Zeugnis: „Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.“ Paulus war ein stolzer, junger Mann, der in seinem selbstsüchtigen Eifer sehr selbstgerecht geworden war. Mit aller Kraft verfolgte er die erste Christengemeinde und suchte, sie zu zerstören (Galater 1,4). Er war davon überzeugt, dass er Gott auf rechte Weise dienen würde. Aber in der Tat war er geistig blind und befand sich auf dem Weg zur ewigen Verdammnis. Doch der auferstandene Christus begegnete ihm und umarmte ihn in seiner großen Geduld (1. Timotheus 1,16). Nach der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus änderte sich das Leben des Paulus radikal. Der einst stolze und selbstgerechte Paulus wurde zu einem demütigen Diener Christi. Er fand, dass Jesus, und nur Jesus, seines ganzen Lebens würdig war und gab sein ganzes Leben für ihn hin. In Vers 11 bezeugt er, dass er viel mehr gearbeitet habe als alle anderen. Das alles aber schrieb er jedoch nicht sich selbst, sondern allein der unverdienten Gnade Gottes zu.

Durch die Gnade Gottes durfte auch ich dem auferstandenen Jesus begegnen. Ich zweifelte an der Auferstehungsmacht Gottes, weil ich daran gewohnt war, nur an das zu glauben, was „wissenschaftlich“ im Rahmen der herrschenden Naturgesetze möglich ist. Ohne Auferstehungsglauben war ich geistlich tot und lebte unter der Herrschaft der Sünde in Ausschweifung, Begierden, Menschenfurcht, Minderwertigkeit und Sinnlosigkeit.

Aber durch das Zeugnis der Schrift öffnete Gott meine geistlichen Augen für meine Ignoranz, meinen Hochmut und Unglauben, durch die ich Gottes Allmacht begrenzt und seine Wahrheit als Mythen abgetan hatte. Als ich in Buße zu Jesus kam, kam er in mein Leben. Ich wurde neugeboren und erfuhr Jesu Heilungsmacht in vieler Hinsicht. Jesus machte mich selig, durch die Vergebung meiner Sünde und durch die lebendige Hoffnung. Er stellte mich in seiner Gnade als seinen Zeugen und Mitstreiter für das Evangelium auf. So wie Paulus will auch ich für dieses Evangelium meine ganze Kraft einsetzen, um weitere Seelen zu retten, um einen weiteren Jünger aufzustellen und weitere Gemeinden Jesu zu gründen, in der Hoffnung, dass Menschen aus allen Nationen durch den Glauben an Jesus zu Gott umkehren, durch ihn selig und ihm gehorsam werden (Römer 16,26).

2. Die Macht der Auferstehung und der persönliche Auferstehungsglaube (12-34).

In diesem Abschnitt erklärt uns Paulus zunächst auf logische Weise die Notwendigkeit der Auferstehung. Betrachten wir die Verse 12-19: „Wenn aber Christus gepredigt wird, dass er von den Toten auferstanden ist, wie sagen dann einige unter euch: Es gibt keine Auferstehung der Toten? Gibt es keine Auferstehung der Toten, so ist auch Christus nicht auferstanden. Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich. Wir würden dann auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott bezeugt hätten, er habe Christus auferweckt, den er nicht auferweckt hätte, wenn doch die Toten nicht auferstehen. Denn wenn die Toten nicht auferstehen, so ist Christus auch nicht auferstanden. Ist Christus aber nicht auferstanden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden, so sind auch die, die in Christus entschlafen sind, verloren. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ In der Gemeinde in Korinth gab es einige, die die Auferstehung der Toten anzweifelten. Woher kamen ihre Zweifel? Einerseits kamen sie von der realen Macht des Todes her. Auch wir erfahren tagtäglich, wie Menschen bei Unfällen, durch Krankheiten, Kriege oder Anschläge zu Tode kommen. Im Angesicht der Realität des Todes fällt es auch den Gläubigen hin und wieder schwer, den Glauben an die Auferstehung festzuhalten. Das Ereignis der Auferstehung ist für den reinen menschlichen Verstand oft zu groß und unfassbar. Andererseits gab es auch Leute in Korinth, die ihre Zweifel an die Auferstehung nur als Vorwand nutzten. Sie kamen gerne zu den verschiedenen Veranstaltungen in der Gemeinde und mochten die herzliche, christliche Lebenskultur. Aber wenn die Zeit kam, am Werk Gottes teilzunehmen und Verantwortung zu übernehmen, dachten sie bei sich selbst: „Nein danke!“ Ihre Zweifel waren nur eine Ausrede, um sich nicht für Gott und sein Werk hingeben zu wollen.

Angenommen es gäbe keine Auferstehung, wie einige behaupteten, dann wäre nicht nur Christus nicht auferstanden, sondern dann wäre auch all unser Predigen nur leeres und nutzloses Gerede. Auch unser Glaube wäre nutzlos. Folglich würden wir uns auch noch unter der Macht der Sünde befinden und müssten wegen des schlechten Gewissens leiden. Über Generationen hinweg hätte es viele falsche Zeugen gegeben, und die Christen wären die erbärmlichsten Menschen in der ganzen Welt. Die Welt wäre dann nichts anderes als ein riesiges Meer des Todes und unser Leben hätte eigentlich keinerlei Bedeutung. Ohne die Auferstehung Jesu ist das Glaubensleben der Gläubigen absurd und für niemanden gäbe es eine wahre Hoffnung.

Betrachten wir Vers 20: „Nur aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.“ Nachdem Paulus zuvor die Notwendigkeit der Auferstehung begründet hat, bezeugt er nun die Macht der Auferstehung. Um diese Macht zu verstehen, muss man wissen, woher eigentlich der Tod kommt. Der Tod ist weder ein natürliches Phänomen noch trat er einfach aus dem Nichts hervor. Die Bibel sagt, dass Gott der Schöpfer aller Dinge ist. Der Tod aber gehörte nicht zum Schöpfungswerk dazu. Vielmehr kam der Tod durch einen Menschen als Folge seiner Sünde in die Welt. Paulus sagte in Vers 21: „Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.“ Niemand kann die Auferstehung von den Toten aus eigener Kraft heraus erlangen, weder durch gute Werke noch durch medizinische Tricks. In der Menschheitsgeschichte mussten ausnahmslos alle Menschen vor der Macht des Todes niederknien. Winston Churchill, Christoph Kolumbus, Albert Einstein…, sie alle haben auf verschiedenen Gebieten große Dinge vollbracht, aber letztendlich mussten sie alle vor der Macht des Todes in die Knie gehen. Jesus aber wurde von Gott als der Erstling des ewigen Lebens auferweckt. Er wurde zum Samen des ewigen Lebens für alle, die an ihn glauben. Der Tod ist für die Gläubigen daher keine unbezwingbare, finstere Macht mehr, sondern nur noch wie ein kurzer Schlaf. Nach diesem Schlaf werden sie durch die Macht Gottes zum ewigen Leben auferweckt.

Sehen wir uns Vers 22 an: „Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.“ Hier sagt Paulus, dass die Auferstehung Christi eine Macht ist, die uns verändert und lebendig macht. Der Mensch in Adam ist der Mensch, der in der Sünde lebt. Er ist geistlich tot und muss leiblich sterben und in die ewige Verdammnis gehen. Aber in Christus wird unser Geist lebendig. Und wenn Jesus sichtbar wiederkommen wird, werden auch wir mit einem neuen, ewigen Leib auferstehen. Vers 22 ist in gewisser Hinsicht eine Zusammenfassung der ganzen Bibel: „Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden.“ Wie die Bibel sagt, sind alle Menschen nach dem Bilde Gottes gemacht. Wir wissen auch, dass dieses Bild ausnahmslos bei allen Menschen durch die Sünde verschmutzt ist und jeder einmal sterben wird. Die Menschen unterscheiden sich in Bezug auf ihr Geschlecht, Alter, Titel, Wohlstand, Gesundheit, Intellekt, Farbe, Rasse usw. Aber all das ist nicht wirklich wichtig. Im Wesentlichen gibt es nur einen Unterschied, der die ganze Menschheit in zwei große Lager teilt, nämlich, ob man in Adam ist oder in Christus. Diejenigen, die in Adam sind, schwimmen im großen Strom der Sünde ihrem ewigen Verderben entgegen. Aber die, die in Christus sind, die Jesus als ihren Retter und Herrn im Glauben angenommen haben und ihm folgen, führen in seiner Kraft ein neues, ein siegreiches und überwindendes Leben für die Ehre Gottes. In Christus werden alle Menschen lebendig gemacht!

Ein junger Mann wurde in seiner Teenagerzeit immerzu von seinen Mitschülern gehänselt. Wegen seines verletzten Stolzes zog er sich mehr und mehr in seine eigene Gedanken- und Fantasiewelt zurück. Sein Leben wurde einsam, finster und gottlos. Er schob alle Schuld auf Gott und verhöhnte das Kreuz Jesu und nahm sich vor, sich während der Wehrdienstzeit mit einer Waffe umzubringen. Gott aber erbarmte sich über ihn und führte ihn durch das Bibelstudium zum Leben in Christus. Er war tot in seinen Sünden, aber der für seine Sünde gekreuzigte und auferstandene Jesus hat ihn lebendig gemacht. Nun lebt er als ein Hirte und kümmert sich um die Studenten in Rheinbach, indem er ihnen mit dem Evangelium dient. Preiset Gott, der tote Menschen geistlich lebendig macht.

Sehen wir uns nun Vers 23 an: „Ein jeder aber in seiner Ordnung: als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die die Christus angehören.“ Wir sind durch den Glauben an Jesus geistlich lebendig geworden. Die tatsächliche Auferstehung der Toten wird jedoch erst geschehen, wenn Jesus einst wiederkommen wird. Jesu Kommen wird nicht nur die Zeit der Auferstehung eines jeden einzelnen sein, sondern sie wird auch die Zeit der Vollendung des Reiches Gottes werden. In den Versen 24-28 heißt es: „Danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen bis Gott ihm alle Feinde unter seine Füße legt. Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod. Denn alles hat er unter seine Füße getan. Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.“ Durch die Auferstehungsmacht Jesu werden einmal alle Feinde Gottes besiegt werden. Am Ende wird Gott alles in allem sein. Gott wird seine Herrschaft durch die Kraft, mit der er auch Jesus von den Toten auferweckt hat, im Leben der Gläubigen und in seinem ganzen Reich vollständig wiederherstellen. (Epheser 1,20,21) Das kommende Reich Gottes wird ein Reich der Gerechtigkeit und des Friedens sein. Dort wird es weder Tränen noch Schmerz noch Krankheit noch Sünde und auch keinen Tod mehr geben. Preiset Gott!

Sehen wir uns noch die Verse 29-34 an. Hier lehrt uns Paulus die praktische Bedeutung des Auferstehungsglaubens. Vers 29 sagt: „Was soll es sonst, dass sich einige für die Toten taufen lassen? Wenn die Toten gar nicht auferstehen, was lassen sie sich dann für sie taufen?“ Zu jener Zeit ließen sich einige Gläubige für andere Gläubige taufen, die noch vor ihrer Taufe gestorben waren, damit auf diese Weise ihre Taufe nachgeholt würde. Angenommen es gäbe keine Auferstehung der Toten, so wäre diese Zeremonie völlig überflüssig. Dann fuhr Paulus fort und sprach über seinen persönlichen Glauben an die Auferstehung (Verse 30-32a): „Und was stehen wir dann jede Stunde in Gefahr? So wahr ihr, liebe Brüder, mein Ruhm seid, den ich in Christus Jesus, unserm Herrn, habe, ich sterbe täglich. Habe ich nur im Blick auf dieses Leben in Ephesus mit wilden Tieren gekämpft; was hilft’s mir?“

Paulus offenbart hier das Geheimnis des Auferstehungsglaubens. Es besteht darin zu sterben. Er sagte: „Ich sterbe täglich.“ Um Jesus nachzufolgen, starb Paulus seinem Wunsch nach einem komfortablen Leben und nach eigener Ehre. Das neue Leben aus dem Auferstehungsglauben ist auch ein geistlicher Kampf. Paulus bekämpfte die Feinde des Evangeliums und es kam ihm vor, als wenn er mit wilden Tieren gekämpft hätte. Paulus hatte sein Leben wirklich für Christus hingegeben. Er sagte in Apostelgeschichte 20,24: „Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.“ Paulus führte solch ein Leben, wegen der Hoffnung auf die Auferstehung in Christus Jesus. Seine Worte „Ich sterbe täglich!“ entsprechen genau der Lehre Jesu, der sagte: „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ (Lukas 9,23) Jeder Christ, auch wir, sind zu diesem geistlichen Kampf berufen. Die wilden Tiere, gegen die wir heutzutage zu kämpfen haben, sind die zahlreichen Irrlehren um uns her, wie z. B., die Evolutionslehre, die Gott den Schöpfer leugnet, die Genderideologie, welche das biblische Familienbild zerstört, oder die Bestrebungen, eine Einheitsreligion zu schaffen, welche Jesus Christus als den einzigen Weg zu Gott ablehnt. Gott segne uns, dass wir uns in dieser Osterzeit mit dem Auferstehungsglauben neu zurüsten, um wie Paulus mit dem Schild des Glaubens, mit dem Helm des Heils sowie mit dem Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, mutig und entschlossen den geistlichen Kampf gegen alle diese Irrlehren kämpfen.

Schließlich sprach Paulus in Vers 32b: „Wenn die Toten nicht auferstehen, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot.“ Die Alternative zu einem Leben mit dem Auferstehungsglauben ist das hedonistische Leben. Als Paulus davon sprach, dass er täglich sterben würde, meinte er nicht nur, dass er sich für Jesus selbstverleugnete, sondern dass er auch tatsächlich dazu bereit war, sein Leben für Jesus zu lassen. Es scheint keinen großen Unterschied zu machen, ob man heute oder morgen stirbt. Auf dem Grabstein steht dann nur statt dem 21. der 22. April. Doch es gibt einen großen Unterschied in der Denkweise, im gesamten Lebensstil und schließlich in der Ewigkeit. Wir sehen heute, wie sich viele Menschen den hedonistischen Stil zu eigen gemacht haben. Selbst wenn sie wissen, dass sie morgen sterben werden, wollen sie noch heute nach ihrer Lust leben und sich vergnügen. Sie nehmen das Leben nicht wirklich ernst und halten es für wenig wertvoll. Das Leben ist für sie nichts anderes als ein Spaß. Und sie hätten damit auch recht; wenn der Tod tatsächlich das Ende aller Dinge wäre und es keine Auferstehung der Toten gäbe, dann wäre ein Leben nach dem Spaß die letzte Konsequenz. In Wahrheit jedoch sind sie von den Lügen Satans betrogen und verführt.

Paulus warnt eindringlich vor solch einem Leben. Er sagt: „Lasst euch nicht verführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.“ (33) Wen meinte er hier mit schlechtem Umgang? Es sind die, die nicht an die Auferstehung glauben. Sie verderben die guten Gewohnheiten. Anders gesagt, ist die grundlegende Ursache der moralischen Verdorbenheit die, dass man keinen Auferstehungsglauben bzw. keine wahre Hoffnung hat. Die Gewohnheiten und der Charakter eines Menschen hängen unmittelbar mit seinem Glauben und seiner Hoffnung zusammen. Paulus sagte hier sehr deutlich: „Werdet doch einmal recht nüchtern und sündigt nicht! Denn einige wissen nichts von Gott; das sage ich euch zur Schande.“ Keinen Glauben an die Auferstehung Jesu zu haben ist eine Sünde gegen Gott. Diejenigen, die nicht an die Auferstehung Jesu glauben, wissen nichts von Gott. Wir sollen darauf Acht haben, mit wem wir Umgang haben. Insbesondere sollen wir auf uns selbst achten, dass wir am Auferstehungsglauben festhalten.

Heute durften wir uns an das Evangelium erinnern, dass nach der Schrift Christus für unsere Sünden gestorben und von den Toten auferstanden ist. In Adam werden wir alle sterben, aber in Christus werden wir alle lebendig gemacht werden. Gott segne uns, dass wir unter allen Umständen am Evangelium festhalten und mit der Leben gebenden Macht der Auferstehung unser neues Leben als Hirten und Bibellehrer führen. Lasst uns wie Paulus täglich sterben und unser Leben ganz Jesus widmen, auf dass durch die Gnade und Auferstehungsmacht Jesu viele geistlich tote, junge Menschen und Studenten in Christus lebendig gemacht werden.

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