Der Wandertempel

4. Mose 1,1 – 10,36
Leitverse 9,22.23

„Wenn sie aber zwei Tage oder einen Monat oder noch länger auf der Wohnung blieb, so lagerten die Israeliten und zogen nicht weiter; und wenn sie sich dann erhob, so brachen sie auf. Denn nach des Herrn Befehl lagerten sie sich, und nach des Herrn Befehl brachen sie auf und beachteten so die Weisung des Herrn, wie er sie durch Mose geboten hatte.“

Danken wir Gott, dass wir in der vergangenen Woche das Exodus-Bibelstudium ab-schließen durften. Wir lernten Gott als den Gott der Errettung und der Hoffnung kennen, der einen Leiter dazu gebrauchte, sein Volk als Königreich von Priestern und heiliges Volk aufzustellen. Wir durften dadurch als Leiter wie Mose aufgestellt werden, die für die jungen Menschen dieser Generation Fürbitte einlegen und ihnen helfen, die Wohnung Gottes auf Gottes Weise aufzurichten.

Heute beginnen wir das Numeri-Bibelstudium. Numeri knüpft zeitlich direkt an Exodus an und beschreibt die Wanderung des Volkes Gottes vom Sinai bis zur Grenze des verheißenen Landes. In den Kapiteln 1-4 lernen wir, wie Gott sein Volk vorbereitete. Er zählte sie mit Namen und stellte sie als sein Heer für den Krieg auf. Er setzte die Leviten für den Dienst an der Stiftshütte ein und ordnete sie so an, dass die Stiftshütte in der Mitte war. Sieg oder Niederlage im Krieg hingen davon ab, ob Gott in ihrer Mitte war. Dazu gab Gott seinem Volk in den Kapiteln 5-10 genaue Anweisungen für ihre Wanderschaft, damit Gott in ihrer Mitte bleiben konnte. Lasst uns heute unsere Entscheidung erneuern, mit Gott in der Mitte unseres Lebens in den heiligen Krieg für die Campusmission zu ziehen und seiner Führung zu folgen.

1. Die erste Volkszählung (1,1 – 4,49)

Betrachten wir Vers 1. Die Israeliten befanden sich noch in der Wüste Sinai. Sie hatten nach den Anweisungen Gottes die Stiftshütte errichtet. Gott wohnte mitten unter seinem Volk. Jetzt standen sie vor dem Aufbruch zum verheißenen Land. Wie bereitete Gott sein Volk darauf vor? Lesen wir Vers 2: „Nehmt die Summe der ganzen Gemeinde der Israeliten auf nach ihren Geschlechtern und Sippen und Namen, alles, was männlich ist, Kopf für Kopf.“ Mose sollte das Volk zählen, nämlich die Summe aller wehrfähigen Israeliten nach ihrer Abstammung, ihren Geschlechtern und Sippen und Namen, von zwanzig Jahren und darüber. Mose und Aaron wurden von zwölf Sippenhäuptern unterstützt und zählten die wehrfähigen Männer der zwölf Stämme: von Ruben 46.500, von Simeon 59.300, von Gad 45.650, von Juda 74.600, von Issachar 54.400, von Sebulon 57.400, von Ephraim 40.500, von Manasse 32.200, von Benjamin 35.400, von Dan 62.700, von Asser 41.500 und von Naftali 53.400, in Summe 603.550. 603.550 Männer sind nicht wenige. Doch die Zählung geschah „Kopf für Kopf“ und „mit ihren Namen“. Dies zeigt, wie wichtig eine Person für Gott ist. Gott interessiert sich nicht nur dafür, wie viele da sind, sondern wer da ist. Wenn auch nur einer fehlt, ist dies für Gott nicht gleichgültig. Jesus beschrieb dieses Herz Gottes im Gleichnis vom verlorenen Schaf. Mit diesem Herzen ließ Gott Mose nun die Israeliten zählen. Er nannte sie dabei seine „Heerscharen“. Sie lagerten sich unter dem Banner ihrer Stämme. Dies zeigt, mit welchem Ziel sein Volk aus der Sklaverei herausgeführt hatte, nämlich um sie als sein Heer im Krieg zu gebrauchen. Sie waren nun, nachdem er sie ein Jahr zuvor aus der Sklaverei geführt, seinen Bund mit ihnen geschlossen, ihnen sein Gesetz gegeben und seine Wohnung unter ihnen aufgerichtet hatte, Gottes Heer. Gott wollte sie gebrauchen, um das verheißene Land zu erobern und von seinen Götzen zu reinigen und den Tempel Gottes darin aufzurichten und schließlich den Messias für das Heil der Welt zu senden.

Für diesen heiligen Eroberungskrieg rüstete er sie nun zu. Dies lehrt uns eine geistliche Realität: Diejenigen, die durch die Gnade Gottes aus der Knechtschaft der Sünde befreit worden sind und in Christus das neue und ewige Leben empfangen haben, sind Gottes Heerscharen für seinen heiligen Krieg. Dies gilt für alle Gläubigen. Egal, ob sie in irgendeiner Form militärisch ausgebildet sind oder nicht: Sie sind Gottes Kriegsheer.

Gottes Heerscharen befinden sich auch heute in einem heiligen Krieg. Als Jesus zu seinen Jüngern sagte: „Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa und Samarien uns bis an das Ende der Erde“, sagte er damit, dass er sie in den Krieg aussandte, sein Reich bis ans Ende der Erde auszubreiten. Apostel Paulus kämpfte als Soldat Gottes im heiligen Krieg, um dem Weltmissionsbefehl Jesu auf Leben und Tod zu gehorchen. In 2. Timotheus 2,3 ermutigte er seinen geistlichen Sohn Timotheus: „Leide mit als ein guter Streiter Christi Jesu.“ Missionar Dr. Samuel Lee, der Mitbegründer der UBF, trug in Amerika öfters Militärkleidung, um die Mitarbeiter daran zu erinnern, dass sie Gottes Heerscharen für die Weltmission sind und sich im heiligen Krieg gegen den Zeitgeist der Selbstgefälligkeit befinden, und um ihren „soldier spirit“ zu erneuern.

Solange wir nicht an Jesus glauben, streben wir nach mehr Bequemlichkeit und besseren menschlichen Bedingungen, nicht anders als die säkularen Menschen. Wenn wir aber Jesus als unseren Heiland und Herrn aufgenommen haben, erfahren wir, dass wir uns in einem geistlichen Krieg befinden und dass unser Herr uns als seine Soldaten in diesem Krieg mit seiner heiligen Mission rekrutiert hat. Dieser Krieg führt uns in Bereiche, die fest in der Hand des Zeitgeistes sind. Für diesen Krieg hat Gott uns zu seinen Soldaten gemacht.

Während der japanischen Besatzung in Korea mussten sich alle vor dem Shinto-Schrein beugen und den Kaiser als Gott verehren. Pastor Son weigerte sich aus seinem Glauben. Er wurde geschlagen und jahrelang ins Gefängnis geworfen. Doch sein Leiden war ein Sieg im Krieg Gottes, Korea mit dem Evangelium zu erobern und von Korea aus, die ganze Welt mit dem Evangelium von Jesu Tod und Auferstehung zu segnen. In denselben nicht weniger harten Krieg sendet Gott uns heute aus, nämlich gegen den Zeitgeist des gottlosen Humanismus, der Gott leugnet und den Menschen zum Maß aller Dinge macht und die jungen Menschen in Europa betrogen hat und von der wahren Freiheit in Christus fernhält. Nicht nur wir selber, auch unsere Mitarbeiter und Hoffnungsträger und Kinder sind Gottes Heerschar, jeder mit seinem Namen verzeichnet und von Gott für den Krieg registriert.

Im vergangenen Jahr durften wir erfahren, dass diejenigen, die selber und mit den Mit-arbeitern der nächsten Generation und den Hoffnungsträgern am Global Leadership Empowerment Forum teilnahmen, bei der Internationalen Sommerbibelkonferenz und in ihren Bezirken als Segen gebraucht wurden, weil sie sich entschieden hatten, dem Zeitgeist der Verbesserung der Bedingungen zu widerstehen und das geistliche Trai-ning anzunehmen. Dieser Krieg geht weiter, bis Jesus wiederkommt. Das Schlimmste, was wir uns und der nächsten Generation antun können, ist es, zu desertieren und Gottes Gnade in Christus nichtig zu machen. In Deutschland bekommt man für Fahnenflucht bis zu 5 Jahre Gefängnis, aber im geistlichen Leben bedeutet es den Tod. Jeder von uns ist durch die Gnade Gottes ein Streiter Christi in seinem heiligen Krieg und hat Anteil an seinem wunderbaren Sieg.

Wovon hängen dann Sieg und Niederlage für Gottes Volk ab? Kurz gesagt davon, ob Gott in der Mitte ihres Lebens ist oder nicht. Wir wollen darüber in zwei Punkten nach-denken.

Erstens: Die Leviten wurden für den Dienst an der Stiftshütte abgesondert.

Lesen wir die Verse 49 und 50: „Den Stamm Levi sollst du nicht zählen noch seine Summe auf-nehmen unter die Israeliten, sondern du sollst sie zum Dienst bestellen an der Wohnung des Gesetzes, an all ihrem Gerät und allem, was dazu gehört. Sie sollen die Wohnung tragen und alle Geräte und sollen sie in ihre Obhut nehmen und um die Wohnung her sich lagern.“ Die Leviten wurden nicht mitgezählt, sondern ausgesondert und bestellt zum Dienst an der Wohnung des Gesetzes. In einem Heer wird eigentlich jeder Mann gebraucht. Aber Gott sonderte einen ganzen Stamm für den Dienst an der Stiftshütte ab. So wichtig war der Dienst an der Wohnung Gottes. Gemäß Vers 53 wur-de durch diesen Dienst der Zorn Gottes von der Gemeinde der Israeliten fern gehalten.

Die Bestellung der Leviten zum Dienst an der Wohnung des Gesetzes lehrt uns die Wichtigkeit des Bibelstudiums. Das Kostbarste, das Gottes Volk besitzt, ist Gott in ihrer Mitte. Diesen kostbaren Schatz durften die Leviten durch ihren Dienst bewahren und gegen allen Relativismus verteidigen. Die Israeliten lernten, Gott zu fürchten und nach seinem Wort zu leben. Wir haben in den vergangenen 39 Jahren erfahren, wie wichtig das Bibelstudium für das geistliche Überleben, Wachsen und Fruchtbringen jedes Einzelnen und der ganzen Gemeinde ist. Einige Gemeinden sind vom Bibelstudium abgerückt und haben ihren Schwerpunkt auf menschliche Gemeinschaft oder soziale Arbeit verschoben; andere folgen dem, weil es attraktiv klingt. Leider sehen wir, dass solche Gemeinden den Zorn Gottes nicht abwenden, geistlich nicht wachsen und kaum für Gottes Heilswerk gebraucht werden können. Gott aber erbarmte sich über das Bibel-studium unter uns durch die Bibelforschung des Knechtes Gottes, das Bestellen der Prediger und Bibellehrer unter den Hirten und der nächsten Generation, die tägliche Wortgemeinschaft, das Stelungnahme schreiben, die Bibelkonferenzen und Bibelseminare. Wir durften erfahren, dass Gott in unserer Mitte wohnt. Esras Beispiel lehrt uns, dass Bibelstudium einen entscheidenden Stellenwert zur Vorbereitung auf den geistlichen Krieg hat. Esra war ein Priester aus dem Stamm Levi, dessen Herz für sein Volk brannte. Zu seiner Zeit war das Gesetz schon 1.000 Jahre alt und wurde in der babylonischen Kultur nur belächelt. Esra aber erkannte, dass die geistliche Erneuerung nur beginnen und Gott nur wieder in ihrer Mitte wohnen könnte, wenn sich sein Volk dem Bibelstudium widmen würde. Darum richtete er sein Herz darauf, das Gesetz des HERRN zu erforschen und danach zu tun und Gebote und Rechte in Israel zu lehren (Esra 7,10). Esra legte durch das Bibelstudium die Grundlage für die geistliche Erneuerung des Volkes Gottes als Gottes Heerschar und Königreich von Priestern mit Gott in ihrer Mitte. Lasst uns den Sieg im heiligen Krieg vorbereiten, indem wir uns dem intensiven Bibelstudium widmen und bei jeder Gemeinschaft Gott und sein Wort in den Mittelpunkt stellen. Gott wird jede bibelzentrierte Gemeinschaft segnen, in ihrer Mitte wohnen und ihnen den Sieg im heiligen Krieg geben.

Zweitens: Die Stiftshütte blieb bei der Wanderung in ihrer Mitte.

Betrachten wir Kapitel 2. Hier finden wir die Ordnung der Israeliten während des Lagerns und der Wanderung. Lesen wir Vers 2: „Die Israeliten sollen um die Stiftshütte her sich lagern, ein jeder bei seinem Banner und Zeichen, nach ihren Sippen.“ Betrachten wir auch die Verse 3-9: „Nach Osten soll sich lagern das Banner des Lagers Juda mit seinen Heerscharen: sein Fürst Nachschon, der Sohn Amminadabs, und sein Heer, 74.600 Mann. Neben ihm soll sich lagern der Stamm Issachar: sein Fürst Netanel, der Sohn Zuars, und sein Heer, 54.400 Mann. Dazu der Stamm Sebulon: sein Fürst Eliab, der Sohn Helons, und sein Heer, 57.400 Mann – so dass alle, die ins Lager Juda gehören, seien nach ihren Heerscharen zusammen 186.400 Mann. Und die sollen vornean ziehen.“ Jeweils drei Stämme unter ihren Befehlshabern waren zu einem Lager zusammengefasst, von denen ein Stamm das Banner trug. Diese vier Lager lagerten sich in die vier Himmelsrichtungen um die Stiftshütte her und zogen in einer bestimmten Reihenfolge aus: zuerst Juda mit Issachar und Sebulon im Osten, dann Ruben mit Simeon und Gad im Süden, dann Ephraim mit Manasse und Benjamin im Westen und schließlich Dan mit Asser und Naftali im Norden. Die Leviten lagerten sich in der Mitte um die Stiftshütte her. Schauen wir einmal auf Kapitel 3,17. Die Leviten waren in drei Geschlechter unterteilt: Die Gerschoniter, die Kehatiter und die Merariter. Die Gerschoniter lagerten sich hinter der Wohnung nach Westen und kümmerten sich um die Wohnung und das Zelt und seine Decken und die Vorhänge und Umhänge, also hauptsächlich um die Textilien. Die Kehatiter lagerten im Süden und waren zuständig für die Lade, den Tisch, den Leuchter, die Altäre und alle Geräte des Heiligtums. Die Merariter schließlich lagerten im Norden. Ihnen waren die Bretter und Riegel und Säulen und Füße und Pflöcke und Seile der Wohnung und des Vorhofs anvertraut, also große Dinge wie Bretter und Säulen.

Wenn sie loszogen, zogen sie in der Reihenfolge: Juda – Gerschoniter und Merariter – Ruben – Kehatiter – Ephraim – Dan. Durch diese Lager- und Marschordnung war sicher gestellt, dass die Stiftshütte in der Mitte blieb.

Dabei hatte jeder seine spezifische Aufgabe. Jede Armee braucht solch eine feste Ordnung. Für jeden Soldaten und jede Einheit muss es eine klare Position, Aufgabe, Zugehörigkeit und Befehlsstruktur geben. Als ich Wehrdienst leistete, war meine Ein-heit der Nachschub beim Stab Fliegende Gruppe im Jagdbombergeschwader 33. Da-mit war klar, dass wir im Einsatzfall unsere Befehle nicht von der Marine bekamen und auch nicht auf Panzer klettern würden, sondern die Piloten bei ihren Einsätzen auf den Tornado-Flugzeugen unterstützen und so zum gesamten Sieg beitragen würden.

Auch für die Gemeinde Gottes gibt es eine klare Ordnung. Gott ist in der Mitte. Egal, wohin sich die Gemeinde auch bewegt, Gott bleibt in der Mitte, weil sich die Gemeinde nicht vor dem Zeitgeist beugt. Als Glieder in der Gemeinde wiederum haben wir eine klare Position in der Heilsgeschichte und eine bestimmte Aufgabe in der aktuellen Phase des Kriegs. Beim Global Leadership Empowerment Forum 2018 stellte M. Paul Chung dar, dass UBF Teil der „dritten Reformation“ ist. Die erste Reformation (Hus, Luther u.a.) führte zurück zur Bibel, die zweite des Pietismus (Spener u.a.) zurück zum heiligen Leben, die dritte (SVM, UBF u.a.) zur Mobilisierung der Laien für die Weltmission. In dieser Geschichte Gottes hat UBF Bonn seine Position als ein geistliches Hauptquartier für die Campusmission in Europa mit Verantwortung auch für die Weltmission und die Mobilisierung der nächsten Generation. Wir kämpfen nicht ungefähr wie jemand, der in die Luft schlägt, sondern mit der Faust gegen bekannte Gegner mit konkreten Anliegen. Vor allem kämpfen wir durch das Bilden von Zweierbibelstudium-Teams. Ein Zweierbibelstudium-Team mit einem Studenten erfüllt den Willen Gottes zur Weltmission. Ein Zweierbibelstudium-Team mit einem Studenten richtet die Ordnung Gottes auf und trägt den Wandertempel weiter. Beim Jüngerschaftsabend bekannte eine Mitarbeiterin in ihrer Stellungnahme, dass sie erkannt hatte, dass ihre Aufgabe vor Gott nicht darin besteht, sich um ihr Kind und ihre Angehörigen zu kümmern und fleißig zu arbeiten, sondern eine Bibellehrerin für deutsche Studenten zu sein. Sie ist bereit, den Wandertempel weiterzutragen. Wir stehen unter dem Banner der Campusmission in der Sippe der Bibellehrer, in seinem heiligen Krieg. Preiset Gott für seine Ordnung, durch die er in der Mitte bleibt und den Sieg schenkt.

Betrachten wir die Kapitel 3 und 4. Die Leviten wurden von einem Monat an und dar-über gezählt (3,14). Einige denken von den kleinen Kindern: Ach, sie sind noch Kinder. Gott sagt: Sie sind schon abgesondert für den Dienst an meiner Wohnung in der Mitte meines Volkes. Kein Kind ist zu klein, um Gott im Mittelpunkt seines Lebens zu haben und so zum Sieg des Volkes Gottes beizutragen. Wie gesehen kümmerten sich die Leviten um den Transport des Wandertempels. Mit welcher Haltung sollten sie dies tun? Zum einen mit Verantwortungsbewusstsein. Wenn einer von ihnen etwas liegenließe, könnte Gott nicht auf Gottes Weise angebetet werden und nicht in ihrer Mitte wohnen. Zum anderen mit heiliger Furcht. Die Geräte wurden von den Priestern verpackt. Die Leviten durften die heiligen Gegenstände nicht selber anrühren, sondern sie nur auf Stangen tragen. Sie durften nicht einmal in das Heilige hineinschauen (20). In den Büchern Samuel sehen wir, dass die Leviten von Beth-Schemesch (1. Sam 6,19) und Usa (2. Sam 6,7) die Strafe Gottes auf sich zogen, weil sie der Lade Gottes ohne Furcht begegneten und genau diese Gebote nicht beachteten. Gottes Leute müssen Gottes-furcht haben. Gott gebraucht den Dienst derjenigen, die ihr Amt mit Verantwortungs-bewusstsein und heiliger Furcht ausüben.

In den Kapiteln 1-4 haben wir gesehen, dass Gott sein Volk für den Krieg vorbereite, indem er in ihrer Mitte wohnte. Dazu bestellte er die Leviten zum Dienst und gab seinem Volk eine klare Lager- und Marschordnung. Wir stehen vor dem Krieg gegen den Zeitgeist des Humanismus für die geistliche Eroberung und Erneuerung in Deutschland und Europa. Indem wir uns mit Verantwortungsbewusstsein dem intensiven Bibelstudium widmen und Bibellehrer aufstellen, wird Gott alle Fakultäten und Hochschulen er-obern und den Sieg schenken.

2. Die Israeliten taten nach des Herrn Befehl (5,1 – 10,36)

Nun war alles für den Aufbruch bereit. Israel war als Gottes Heer aufgestellt. Gott hatte für den Dienst an der Wohnung des Gesetzes durch die Bestellung der Leviten gesorgt. Jeder hatte seine klare Position und Aufgabe für Lagerung und Wanderung. Gott gab seinem Volk vor dem Auszug in den Kapiteln 5-9 nun noch einige Anweisungen, die sich auf ihr Leben mit Gott in ihrer Mitte bezogen.

In Kapitel 5 werden drei Anliegen erwähnt, auf die die Gemeinde achten und die sie dringend behandeln sollte. Erstens: Diejenigen, die durch Aussatz, Eiterfluss oder To-tenberührung unrein geworden waren, sollten aus dem Lager geschickt werden, damit das Lager nicht unrein werde. Zweitens: Diejenigen, die sich an einem anderen ver-sündigen, müssen den Schaden plus einer Buße von 20% dem Geschädigten zurück-erstatten geben. Drittens: Bei Verdacht auf Ehebruch ist die Frau vor dem Herrn durch den Priester zu prüfen, um ihre Unschuld festzustellen oder ihre Schuld zu strafen. Die hier behandelten Sünden: Unreinheit, rücksichtsloser Eigennutz und Ehebruch sind Sünden, die sich in der Gemeinde Gottes schnell ausbreiten und das Ego wieder in den Mittelpunkt schieben, wenn sie nicht behandelt werden. Wenn Kinder sehen, dass Gottes Gemeinde sich nicht darum kümmert, dass die Familien in der Gemeinde als Hausgemeinden leben, wie können sie lernen, gott- und missionszentrierte Hausgemeinden für die Weltmission zu gründen? Darum kämpften Gottes Knechte und Mägde von Anfang an kompromisslos dafür, dass die Mitarbeiter gott- und missionszentrisch leben, obwohl sie dafür selbst verleumdet und angefeindet wurden. Die Gemeinde muss auf den schleichenden Einfluss solcher Sünden achten. In einer Gemeinde, die konsequent gegen den Einfluss der Sünde innerhalb der Gemeinde kämpft, während sie der Mission dient, bleibt Gott der Mittelpunkt.

Kapitel 6 enthält die Vorschriften für die Gottgeweihten. Die Gottgeweihten sind die, die Gott ein besonders Gelübde tun, sich dem Herrn zu weihen (6,2). Sie sollen, solange das Gelübde währt, sich des Weins enthalten, ihre Haare nicht scheren und keinen Toten berühren, auch nicht einen Angehörigen. Diese Vorschriften erinnern uns an Gottes Berufung als Missionare und Hirten. Durch Jesu Gnade sind wir berufen und dem Herrn geweiht. Das Leben der Berufung ist ein völlig neues Leben und hat nichts mehr mit den niedrigen Begierden des alten Lebens zu tun. Diese Berufung gilt unser Leben lang. Diese Gnade endet nicht durch Älterwerden, Pensionierung, gesundheitliche Einschränkungen, die Geburt von Enkelkindern, sondern erst mit unserem Tod.

Die Verse 22 bis 27 enthalten als Einschub den priesterlichen Segen, mit dem Aaron und seine Söhne nach ihm die Israeliten segneten. Der Segen ist – folgerichtig aus den vorherigen Kapiteln – ein geistlicher Segen. Er besteht darin, dass Gott sein Volk segnet und behütet, seine Gnade über ihnen leuchten lässt und ihnen unter seine Herrschaft Frieden gibt.

Sehen wir uns Kapitel 7 an. Hier finden wir die Opfergaben der Stammesfürsten zur Einweihung der Stiftshütte. Sie brachten zunächst sechs Wagen mit Rindern zum Transport, von denen die Gerschoniter für die Textilien zwei und die Merariter für die Bretter und Säulen vier Wagen erhielten. Danach brachte jeder der zwölf Stammes-fürsten an einem bestimmten Tag sein Opfer. Ihre Opfer waren alle gleich. Lesen wir exemplarisch die Verse 13-17: „Seine Gabe war eine silberne Schüssel, hundertdreißig Lot schwer, eine silberne Schale, siebzig Lot schwer nach dem Gewicht des Heiligtums, beide voll feinstem Mehl, mit Öl vermengt, zum Speisopfer, dazu ein goldener Löffel, zehn Lot schwer, voll Räucherwerk, ein junger Stier, ein Widder, ein einjähriges Schaf zum Brandopfer, ein Ziegenbock zum Sündopfer, und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke, fünf einjährige Schafe. Das ist die Gabe Nachschons, des Sohnes Amminadabs.“ Durch das Opfer für die Weihe des Altars erkannten die Stammesfürsten Gott als Mittelpunkt ihres Lebens und des Lebens ihres Stammes an. Wichtig war, dass alle das gleiche Opfer brachten, unabhängig von der Größe der Stämme, den eigenen Möglichkeiten oder dem persönlichen Geschmack. Durch ihr einheitliches Opfer bildeten sie die Einheit. Neben der Reinheit der Gemeinde und dem Leben mit der Berufung Gottes ist die geistliche Einheit entscheidend für den Sieg des Volkes Gottes.

Durch die Vorschrift in 8,1-4, dass die Lampen am Leuchter so auszurichten sind, dass sie nach vorne leuchten, sagt Gott, dass sein Licht zu den Israeliten leuchtet und dass es ihm um die Beziehung zu ihnen geht. Die Verse 5-26 beschreiben die Weihe der Leviten. Die Gemeinde weihte die Leviten stellvertretend für die Erstgeburt. Die Leviten gehörten damit Gott. Ihr Dienst stellte sicher, dass das Volk Vergebung durch das Opfer des Hohepriesters empfangen konnte (8,19).

Die letzte Vorbereitung zum Auszug war das Halten des Passafestes zum festgesetzten Zeitpunkt und nach den Vorschriften aus 2. Mose 12. Das Passafest erinnerte die Israeliten daran, wer der Herr war. In 2. Mose 20,2 heißt es: „Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe.“ Gottes Gnade der Errettung, durch die Gott sich als der Herr, der allmächtige und souveräne Gott erwiesen hat, ist die Grundlage, an die sich immer wieder erinnern dürfen.

Die Verse 15-23 beschreiben, was beim Aufbruch und Weiterzug geschah. Die Stifts-hütte wurde von einer Wolke bedeckt. Lesen wir die Verse 17 und 18: „Sooft sich aber die Wolke von dem Zelt erhob, brachen die Israeliten auf; und wo die Wolke sich niederließ, da lagerten sich die Israeliten. Nach dem Wort des HERRN brachen sie auf, und nach seinem Wort lagerten sie sich. Solange die Wolke auf der Wohnung blieb, so lange lagerten sie.“ Diese Verse sagen, dass die Israeliten der Führung Gottes folgten. Die Führung Gottes wird hier mit dem Wort Gottes gleichgesetzt. Gott offenbarte seine Führung durch sein Wort, das er ihnen durch Mose gab. Lesen wir auch 22 und 23: „Wenn sie aber zwei Tage oder einen Monat oder noch länger auf der Wohnung blieb, so lagerten die Israeliten und zogen nicht, weiter; und wenn sie sich dann erhob, so brachen sie auf. Denn nach des HERRN Befehl lagerten sie sich, und nach des HERRN Befehl brachen sie auf und beachteten so die Weisung des HERRN, wie er sie durch Mose geboten hatte.“ „Nach des Herrn Befehl brachen sie auf.“ „Sie beachteten so die Weisung des Herrn.“ Eine Armee muss gehorchen. Vom Gehorsam hängt der Sieg ab. Gottes Heer muss Gottes Anweisungen gehorchen. Durch den Gehorsam wurde der Wandertempel für den siegreichen Eroberungsfeldzug durch die Wüste weitergetragen.

Wir haben durch seinen Knecht Gottes Wort aus Hesekiel 37,10 als Gottes Orientierung empfangen: „Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.“ Weil es Gottes Weisung ist, müssen wir gehorchen. Wenn wir sagen, dass Gott im Mittelpunkt unseres Lebens ist, aber seiner Anweisung nicht gehorchen, sagen wir nicht die Wahrheit. Wie können wir gehorchen und damit der Führung Gottes folgen? Wir folgen der Führung Gottes durch das Gebet vom frühen Morgen an, das Bilden von Zweierbibelstudium-Teams am Campus und durch die Zusammenarbeit für Global Leadership Empowerment Forum, Maibibelkonferenz und Europäische Sommerbibelkonferenz. Indem wir Gottes Führung folgen, erfahren wir Gottes mächtiges Wirken unter den jungen Menschen, so wie es unsere Glaubensvorgänger erfahren haben. Gott wird den Glaubensgehorsam gegen-über seiner Führung segnen und an jeder Fakultät und Hochschule in Bonn, Sankt Augustin, Rheinbach, Koblenz die Totengebeine lebendig machen und ein überaus großes Heer aufstellen.

Kapitel 10 berichtet schließlich vom ersten Aufbruch vom Sinai am 20. Tag des 2. Mo-nats im zweiten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten. Sie brachen auf nach dem Trom-petensignal in der Ordnung und Reihenfolge, die Gott vorgeschrieben hatte. Die Reise führte sie drei Tagesreisen weit in die Wüste. Dort lagerten sie nach dem Wort des Herrn. Gottes Heer war nach der sorgfältigen Vorbereitung Gottes auf dem Marsch zum verheißenen Land. Mose lud seinen Schwager Hobab ein: „Komm nun mit uns!“, der nach anfänglichem Zögern zusagte. Dies zeigt, wie sehr Mose als Hirte des Volkes einen Menschen achtete. Hobab wurde der Vorfahre Hebers, dem Mann der Jaël, die den Feldhauptmann Sisera erschlug und Heil für Israel brachte.

Heute lernen wir Gottes Zurüstung für sein Volk für den heiligen Krieg kennen. Er zähl-te jeden von ihnen mit Namen. Er bestellte die Leviten für den Dienst an der Wohnung des Gesetzes. Er gab ihnen eine klare Lager- und Marschordnung. So stellte er sicher, dass er, auch als sie vorwärtszogen, in ihrer Mitte wohnte und sie im heiligen Krieg den Sieg erlangen konnten. Gott lehrte sein Volk auch die Wichtigkeit der Reinheit, des Lebens mit der Berufung, der Einheit und der Erinnerung an die Gnade Gottes. Als sie so zugerüstet waren, zogen sie aus, indem sie seiner Führung folgten.

Danken wir Gott, dass er uns für seinen heiligen Krieg berufen hat und uns mit ihm in der Mitte ausziehen lässt. Möge Gott uns helfen, Gottes Führung zu folgen und den Sieg im heiligen Krieg in der Campusmission zu erlangen.

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