Die Hausgemeinde von Zacharias und Elisabeth

Lukas 1,1 – 25
Leitvers 1,6

„Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig.“

Danken wir Gott für das Apostelgeschichte-Bibelstudium seines Knechtes und die Zusammenarbeit der Prediger. Wir durften zuletzt durch Apostelgeschichte 16 sehen, wie sich das Evangelium durch den Gehorsam der Apostel gegenüber der Führung Gottes bis nach Europa ausbreitete und durften den Ruf der jungen Menschen hören: “Komm herüber und hilf uns!” Wir durften uns entscheiden, der Führung des Heiligen Geistes durch das Zweierbibelstudium zu gehorchen und das Feuer des Gebets zur Pionierung an jeder Fakultät der Bonner Uni und den Hochschulen Rhein-Sieg und Koblenz brennen zu lassen.

Heute, am ersten Advent, beginnen wir das Studium der Weihnachtsbotschaft. Die frohe Weihnachtsbotschaft beginnt nicht direkt mit der Geburt Jesu, sondern mit der Hausgemeinde von Zacharias und Elisabeth, den Eltern Johannes des Täufers. Sie waren fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig und wurden von Gott als eine brennende Lampe in finsterer Zeit gebraucht. Möge Gott uns helfen, wie Zacharias und Elisabeth zu denen zu gehören, die Gottes Wort studieren und gehorchen und beharrlich mit ihrem Gebetsanliegen beten, sodass Gott uns als brennende Lampe Gottes in einer finsteren Zeit gebraucht und das Herz der jungen Menschen am Campus für die Ankunft Jesu vorbereitet.

1. Sie lebten fromm vor Gott und in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig (1-7)

In den Versen 1 bis 4 leitet Lukas sein Evangelium ein: „Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den Geschichten, die unter uns geschehen sind, wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Worts gewesen sind. So habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, damit du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist.“ Lukas hatte sorgfältig und mit viel Mühe alle Informationen von den Mund- und Augenzeugen zusammengetragen und es dann in wohlgeordneter Form niedergeschrieben. Er tat dies, damit Theophilus den festen Grund der christlichen Lehre erfahren konnte. Mit Theophilus sind auch alle gemeint, die Gott lieben. Sein Bericht hilft ihnen, fest im Glauben zu stehen und die Kraft des Wortes Gottes in ihrem Leben zu erfahren.

Sehen wir uns Vers 5 an: „Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija, mit Namen Zacharias, und seine Frau war aus dem Geschlecht Aaron und hieß Elisabeth.“ Zacharias und Elisabeth waren ein Priesterehepaar zur Zeit des Herodes. Die Zeit des Königs Herodes weist auf eine geistlich finstere Zeit hin. 400 Jahre lang hatte es keine Offenbarung mehr gegeben. Das Volk musste gedacht haben, dass Gott sie verlassen hatte. Herodes war kein geborener Jude, sondern Idumäer. Er regierte unter dem Schutz des Kaisers Augustus und ließ große Bauwerke errichten und wurde „der Große“ genannt. Aber er war lebte nach der Furcht und ließ mehrere seiner Angehörigen umbringen. Doch auch in dieser Zeit brannten die Lampen Gottes. Eine davon war die Hausgemeinde von Zacharias und Elisabeth.

Lesen wir die Verse 6-7: „Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar und beide waren hochbetagt.“ Diese Verse beschreiben das Glaubensleben von Zacharias und Elisabeth.

Erstens: Sie waren alle beide fromm vor Gott.
Lesen wir noch einmal Vers 6: „Sie waren aber alle beide fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig.“ Zacharias und Elisabeth waren fromm vor Gott. „Fromm vor Gott“ bedeutet, dass sie in einer rechten Beziehung zu Gott lebten. Es meint nicht, dass sie keine Sünder waren. Zacharias und Elisabeth waren auch Sünder wie alle Menschen. Doch sie hatten für ihre Sünden Buße getan und waren damit zu Gott gekommen und hatten Vergebung und das völlig neue Leben in der rechten Beziehung zu ihm empfangen. Mit dem eigenen Bemühen ist es unmöglich, fromm vor Gott zu werden.

Martin Luther bemühte sich nach seinem Eintritt ins Kloster lange Zeit, fromm vor Gott zu sein. Je mehr er sich aber bemühte, desto mehr erkannte er, dass er ein Sünder war. Jahrelang rang er mit dieser Frage: Wie kann ein Sünder fromm vor Gott werden? Schließlich aber nahm er durch Römer 1,17 das rettende Evangelium auf: „Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Er nahm an, dass die Gerechtigkeit ein Geschenk Gottes ist, und dass der Sünder nur glauben muss. Das Leben in der Beziehung zu ihm ist Gottes Geschenk aus seiner Gnade.

Zacharias und Elisabeth gehörten zu denen, die durch die Buße für ihre Sünde und den Glauben an das Opfer Christi den neuen und lebendigen Weg in das Heiligtum gegangen waren und nun in der rechten Beziehung zu Gott standen. Weil sie diese Gnade angenommen hatten, genossen sie nun die Gemeinschaft mit ihm und waren glücklich in ihm. Das Geheimnis des Glaubens ist, dass wir Sünder sind, dass wir aber durch den Glauben an Jesus Christus fromm vor Gott sein dürfen und in die selige, ewige Gemeinschaft mit ihm eintreten.

Zweitens: Sie lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig.
Ihre Frömmigkeit blieb nicht ohne Folgen. Eine Folge war, dass sie Gottes Wort gehorchten. Vers 6 spricht hier von „allen Geboten und Satzungen des Herrn“. Wie kann ein Mensch allen Geboten und Satzungen des Herrn gehorchen? Es scheint unmöglich zu sein. Manche sagen darum, dass man sich zumindest bemühen könne, die zehn Gebote einzuhalten, indem man nicht stiehlt und nicht mordet. Doch das ist nicht gemeint, oder man müsste die zehn Gebote relativieren. Gemeint sind tatsächlich alle Gebote und Satzungen des Herrn. Das Geheimnis besteht hier darin, dass Zacharias und Elisabeth, als sie einem Wort Gottes durch den Glauben gehorchten, allen Geboten und Satzungen des Herrn gehorchten.

Zacharias und Elisabeth kannten sicher das ganze Gesetz. Doch entscheidend war, dass sie ein Wort Gottes hatten, dem sie durch den Glauben gehorchten. Der Glaubensgehorsam gegenüber einem Wort Gottes bedeutet, dass sie Gott lieben und ihren Nächsten lieben konnten und damit das ganze Gesetz erfüllten, sodass es von ihnen heißt, dass sie untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn lebten. Galater 5,14 sagt, dass das ganze Gesetz in einem Wort erfüllt ist.

Hier lernen wir, wie wir in einer finsteren Zeit untadelig in allen Geboten und Satzungen des Herrn leben können: indem wir Gottes Wort studieren und einem Wort Gottes durch den Glauben gehorchen. Hirte Johannes studierte mit der Hilfe seines Vaters Gottes Wort aus Matthäus 6,33: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ Durch die Dienerschaft und Gebete der Glaubens-vorgänger begann er, diesem Wort Gottes zu gehorchen: indem er die Priorität auf die Zusammenarbeit im Werk Gottes setzte, Verantwortung für die Arbeit mit Senfkorn, Teenstreet und Lausanne Movement trug und das Gebetsgefäß für die medizinische Fakultät begann. Er lernt, dass ein untadeliges Leben in allen Geboten darin besteht, einem Wort Gottes zu gehorchen. Gott kann eine gott- und missionszentrierte Hausgemeinde, die Gottes Wort studiert und ihm gehorcht, als brennende Lampe Gottes in dieser finsteren Zeit gebrauchen.

Wie sah das Leben Zacharias‘ und Elisabeths praktisch aus? Ihr Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes bestand darin, dass sie ihren Priesterdienst verantwortlich und mit dem Hirtenherzen versahen. Sie gaben ihren Zehn-ten in voller Höhe. Sie heiligten den Sabbat. Sie legten täglich Fürbitte ein und lehrten das Volk das Wort Gottes.

Ihr Glaubensleben war dabei nicht ohne Kampf. Sie mussten die Finsternis jener Zeit überwinden, indem sie Gottes Wort täglich studierten und daran festhielten, obwohl es in jener Zeit selten und verachtet und fast vergessen war. Sie mussten auch das ernsthafte Lebensproblem der Kinderlosigkeit überwinden. Kinderlosigkeit galt damals als Fluch Gottes, besonders für ein Priesterehepaar. Doch sie ließen ihre Frömmigkeit nicht von diesem Problem beeinflussen. Sie legten dieses Anliegen in die Hände Gottes und gehorchten dem Wort Gottes bis ins hohe Alter. Auf diese Weise wurden sie eine brennende Lampe Gottes in einer finsteren Zeit.

Wir leben auch in einer geistlich finsteren Zeit, in der Gottes Wort relativiert worden ist und der gottlose Humanismus das Denken, die Lehren und das Handeln der Menschen bis hin in den Kindergarten und bis hin in die christlichen Gemeinden beherrscht. Obwohl wir seit hunderten von Jahren die Bibel haben, wird sie weder gelehrt noch gelesen, geschweige denn wird ihr gehorcht. Viele Gemeinden hatten sich bemüht, eine Erneuerung herbeizuführen, aber irgendwann haben sie – konfrontiert mit der geistlichen Realität – aufgegeben. Doch auch in dieser Zeit gibt es Lampen Gottes, nämlich Hausgemeinden, die Gottes Wort studieren und einem Wort Gottes gehorchen. Durch die Gnade Gottes haben wir das neue Leben und sein Wort aus Hesekiel 37,10 als Leitwort empfangen, sowohl persönlich als Hausgemeinde und für die Campusmission: „Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.“ Diesem Wort zu gehorchen, widerspricht dem Zeitgeist des Humanismus, aber es ist der Schlüssel zur Wiedererweckung und geistliche Erneuerung in Europa. Gehorsam drückt sich darin aus, dass wir von der persönlichen und äußeren Lage unabhängig das Gebetsgefäß bilden und das Zweierbibelstudium führen und dadurch den Totengebeinen das Evangelium predigen. In dieser Zeit sind viele Gläubige zu reinen Konsumenten geworden, die sonntags eine Botschaft hören, während sie ansonsten nach ihrem eigenen Willen leben. Auf diese Weise sind viele Lampen erloschen. Wir sollen dem Wort Gottes durch den Glauben täglich und bis ins hohe Alter gehorchen. Das Wort Gottes lädt uns ein, nicht passiv zu bleiben, sondern täglich durch das Bibelstudium zu den verdorrten Totengebeinen an den Hochschulen zu predigen und die verändernde und Leben gebende Macht Gottes zu erfahren, wie der Odem in die jungen Menschen kommt und sie als ein überaus großes Heer Gottes aufstellt. Möge Gott jedem von uns helfen, eine Bibel studierende, Gottes Wort gehorchende Hausgemeinde zu bilden und durch das Frühgebet, das Zweierbibelstudium und das Josia-Bibelseminar zum Zweierbibelstudium eine Lampe Gottes an jeder Fakultät der Bonner Uni und den Hochschulen Rhein-Sieg und Koblenz zu sein.

2. Zacharias‘ beharrliches Gebet (8-25)

Betrachten wir die Verse 8 und 9. Nach dem Brauch der Priesterschaft traf Zacharias das Los, das Räucheropfer darzubringen im Tempel. Das war ein besondere Tag für ihn. Er reinigte sich und ging in das Heiligtum. Dort standen links der goldene Leuchter, rechts der Tisch mit den Schaubroten und in der Mitte der Räucheraltar. Als Zacharias nun das Räucherwerk auf dem Altar verbrannte, während das Volk draußen betete, war er plötzlich nicht mehr allein: Der Engel des Herrn erschien und stand an der rechten Seite des Räucheraltars. Zacharias erkannte, dass dies ein Engel Gottes war und erschrak. Lesen wir Vers 13: „Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben.“ Der Engel hatte eine frohe Botschaft für Zacharias: „Dein Gebet ist erhört und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären.“ Hier wird deutlich, dass Zacharias beharrlich für einen Sohn gebetet hatte. Auch als seine Frau schon alt und grau geworden war, hatte er an diesem Gebets-anliegen festgehalten. Bei jeder Gelegenheit war er mit diesem Anliegen zu Gott gekommen.

Gott freut sich über das beharrliche Gebet seiner Leute. Gott wirkt durch Menschen des beharrlichen Gebets. Hanna war eine solche Frau des beharrlichen Gebets. Als der Herr ihren Leib verschlossen hatten und sie deswegen viel von ihrer Widersacherin erleiden musste, betete sie lange mit vielen Tränen: „Herr Zebaoth, wirst du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen und wirst du deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn dem Herrn geben sein Leben lang, und kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen.“ Gott erhörte dieses beharrliche Gebet und öffnete ihren Leib und sie gebar einen Sohn, Samuel, den Propheten, der das Volk Israel am Ende der Richterzeit wieder zum Herrn bekehrte.
In den 80er Jahren lag Russland hinter dem eisernen Vorhang. Doch Dr. Lee gab aus dem Hirtenherzen das Gebetsanliegen aus, für die Aussendung von Missionaren innerhalb von zehn Jahren zu beten. Die Mitarbeiter beteten beharrlich mit diesem Anliegen, bei jedem Gottesdienst, jeder Versammlung und jeder Konferenz. Als Ausdruck ihres Gebets aßen sie russisches Brot, tanzten russische Tänze und sangen russische Lieder. Bereits nach fünf Jahren fiel der eiserne Vorhang und wir durften erfahren, wie Missionare nach Russland und in andere Länder Osteuropas ausgesandt wurden.

Viele unter uns, vor allem auch die Kinder, beten beharrlich für die Aufstellung von 10.000 Bibellehrern und fünf Millionen Gebets-mitarbeitern für die Wiedererweckung und geistliche Erneuerung in Europa. Dieses beharrliche Gebet bleibt nicht ungehört. Auf verschiedene Weise konnten wir sehen, wie Gott Gebetsmitarbeiter aufstellt. Prof. Beyerhaus wurde ein Gebetsmitarbeiter, durch den viele Leiter der Kirche in Korea zum geistlichen Kampf gegen den Genderismus mobilisiert wurden. Sie haben jetzt ein Herz und Vision für Europa und möchten gerne das Reformationsjubiläum 2017 unterstützen und dafür zusammen wirken. Letzte Woche besuchten uns zwei verantwortliche Leiter der koreanischen Gemeinden in Europa und ermutigten uns durch ihren Eifer für das Bibelstudium, die Jüngererziehung und die Verkündigung des Evangeliums; gleichzeitig wurden sie selbst ermutigt, mit dem Anliegen der Wiedererweckung Europas zu Gott zu kommen. Gott erhörte das beharrliche Gebet und stellte Hirten Peter Ryu, Noah, Matthäus, David und das Gideonteam als Bibellehrer auf. Egal, wie unrealistisch das Gebetsanliegen zunächst erscheinen mag, entscheidend ist das beharrliche Gebet.

Eine Frau des Glaubens betet seit über dreißig Jahre beharrlich mit dem Gebetsanliegen, dass Gott an jeder Fakultät der Bonner Universität zwölf Glaubensmütter aufstellt. Wie könnte Gott ihr beharrliches Gebet nicht erhören? Wie könnte er das Gebet von Aster und Joyce nicht erhören? Gottes Wort sagt: „Dein Gebet ist erhört.“ Mit welchem Gebetsanliegen betest Du? Wir dürfen auf keinem Fall aufhören zu beten, sondern sollen weiterbeten und zwar beharrlich.

Worin lag nun die Gebetserhörung für Zacharias? Er würde einen Sohn bekommen und Freude und Wonne haben, und viele würden sich über seine Geburt freuen. Gott offenbarte ihm den Willen Gottes für dieses Kind (15-17): „Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. Und er wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft Elias, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“ Gott sandte Johannes den Täufer als den Vorläufer des Messias, wie er es in Maleachi 3,23 verheißen hatte: „Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern.“

Wie reagierte Zacharias auf diese Botschaft? Lesen wir Vers 18: „Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist betagt.“ Zacharias wusste, dass dies der Engel des Herrn war. Er wusste auch, dass ihm der Engel Gottes Wort weitergab. Dazu hatte er selbst dafür gebetet. Dennoch zog er die Worte des Engels in Zweifel. Das Alter seiner Frau, ihre Unfruchtbarkeit, sein eigenes Alter, hatten den fixen Gedanken in ihn eingebrannt, dass es unmöglich war. Darum konnte er nicht glauben, auch als der Engel es ihm sagte. Sein Unglaube war keine kleine Sache. Diese fixierte Denkweise musste zerbrochen werden. Dement-sprechend deutlich tadelte ihn der Engel und ließ ihn verstummen (19.20): „Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. Und siehe, du wirst stumm werden und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit.“ Zacharias musste verstummen und bekam neun Monate Zeit, über das Wirken und den Willen Gottes nach-zudenken. Wenn wir seinen Lobgesang in den Versen 67 bis 80 lesen, erkennen wir, dass er diese Zeit zur Buße nutzte. Er verstand, welche Rolle sein Sohn in der Heilsgeschichte Gottes einnahm und wer der Herr war, dem er den Weg bereiten sollte. Er pries Gott, der sein Volk besucht und erlöst hat und in Jesus eine Macht des Heils aufgerichtet hat. Wegen dieser Gnade entschied er sich, seinen Sohn entsprechend zu erziehen. Wenn wir Johannes‘ Leben als ein Bußprediger in der Wüste sehen, muss diese Erziehung sehr hart gewesen sein, doch sie geschah nach dem Willen Gottes und wurde von Gott reichlich gesegnet.

Wenn Gott unser Gebet erhört, geschieht das gemäß dem Plan und dem Willen Gottes. Als Gott unser Gebet am Juridicum erhörte und auf wundersame Weise Gebetsmitarbeiter und Bibellehrer aufstellte, tat er dies darum, um das Juridicum als Bethaus für alle Völker zu gebrauchen. Wir dürfen diesen Willen Gottes erkennen und dafür arbeiten, die jungen Menschen als Jünger Jesu zu erziehen.

Lesen wir noch die Verse 24 und 25: „Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.“ Elisabeth bezeugte das Wirken Gottes in ihrem Leben: „So hat der Herr an mir getan.“ Sie bezeugte, wie Gott den Glaubensgehorsam gegenüber seinem Wort und das beharrliche Gebet gesegnet und alle Schmach von ihr genommen und wie sehr er ihre Hausgemeinde gesegnet hatte.

Heute haben wir gelernt, dass Gott in einer finsteren Zeit brennende Lampen Gottes aufstellt, die seinem Wort gehorchen und beharrlich beten. Möge Gott jeden von uns als eine solche Bibel studierende und betende Hausgemeinde gebrauchen, 10.000 Bibellehrer und fünf Millionen Gebetsmitarbeiter aufstellen und Deutschland als Hirtennation und Europa als Missionare aussendenden Kontinent wiederherstellen.

Teilen