Die Hoffnung und der Bundesschluss am Sinai

2.Mose 19,1- 24,18
Leitvers 19,5.6

„Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.“

Dank sei Gott, dass er durch das Studium der fünf Bücher Mose seine Hoffnung und Vision für sein Erlösungswerk durch sein Volk Israel als Königreich von Priestern und heiliges Volk offenbart. Wir lernen auch seine absolute Liebe kennen. Er schloss mit ihnen einen Bund, und ein sklavisches Volk wurde zum Volk Gottes. Lasst uns heute die Liebe Gottes im neuen Bund im Blut Jesu erkennen, seine Hoffnung als Königreich von Priestern und heiliges Volk annehmen und durch die Zehn Gebote und die Rechtsordnungen Gottes geistliche Disziplin und Glaubensgehorsam lernen. Möge Gott in diesem Sommer im Herzen der jungen Menschen am Campus und unter der nächsten Generation durch das Studium der fünf Bücher Mose mächtig wirken.

1. Ein Königreich von Priestern (19,1–25)

Betrachten wir die Verse 1 und 2: „Am ersten Tag des dritten Monats nach dem Auszug der Israeliten aus Ägyptenland, genau auf den Tag, kamen sie in die Wüste Sinai. Denn sie waren ausgezogen von Refidim und kamen in die Wüste Sinai und lagerten sich dort in der Wüste gegenüber dem Berge.“ Eineinhalb Monate nach dem Auszug aus Ägypten kamen die Israeliten an den Berg Sinai. Das war der Berg, auf dem Gott Mose im brennenden Dornbusch erschienen war und zu ihm gesagt hatte (3,12): „Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge.“ Lesen wir die Verse 3 und 4: „Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der Herr rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.“ Zuerst erinnerte Gott sie an sein Gericht über die Ägypter und an seine tragende Liebe. Gottes Liebe zu ihnen war wie die eines starken Adlers, der seine Jungen trägt. Sie hatten in der Wüste Hitze, Hunger, Durst und Angriffe der Feinde erfahren. Aber Gott hatte sie auf seinen Adlerflügeln getragen. Er ging mit Wolken- und Feuersäule voran. Er machte das Wasser in Mara süß. In der Wüste Sin gab er ihnen Wachteln und seitdem jeden Tag Brot vom Himmel. In Refidim ließ er Wasser aus dem Felsen quellen. Als die Amalekiter sie angriffen, segnete er Moses Gebet und gab ihnen den Sieg. Sie selber hatten immer nur gemurrt. Aber Gott war ihr starker Hort gewesen. „Ihr habt gesehen was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht.“ Das ist Gottes Ermahnung für sein Volk, an seine tragende Liebe zu denken. Sie sollten auch der Nächsten Generation helfen, Gottes Adlerflügel in ihrem Leben zu erkennen.

Lesen wir die Verse 5 und 6: „Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.“ Hier offenbart Gott seine Hoffnung und Vision für sein Volk.

Erstens: Sein Eigentum vor allen Völkern.

Die ganze Erde gehört Gott. Alle Menschen aller Völker sind seine Geschöpfe. Darum hat es eine besondere Bedeutung, dass er sich unter allen Völkern ein Volk als sein Eigentum auserwählte. Israel war nicht besonders groß. Jakob kam mit 70 Angehörigen nach Ägypten. Auch im verheißenen Land wären sie von großen und mächtigen Völkern umgeben. Aber Gott hatte sie zu seinem Eigentum erwählt. Unter allen Völkern waren sie sein Augapfel und sein kostbarer Schatz.

Jeder Mensch möchte etwas Bedeutsames sein. Früher war es mein Traum, ein berühmter Dirigent wie Karajan oder ein großer politischer Führer zu sein. Aber Gott machte mich durch Jesu Tod für meine Sünde und seine Auferstehung zu seinem Eigentum. Jetzt habe ich ein größeres Privileg als Bundeskanzler zu sein, nämlich Gottes Eigentum. Wir Gläubige sind durch die Gnade Gottes in Jesus Christus das Volk des Eigentums (1. Petrus 2,9; Titus 2,14). Darum ist ein Bibellehrer am Campus wichtiger als viele Vorstandsvorsitzende und jeder Teilnehmer am bevorstehenden Global Leadership Empowerment Forum einflussreicher als die Teilnehmer am G20-Gipfeltreffen. Lesen wir noch einmal Vers 5: „Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein.“

Zweitens: Ein Königreich von Priestern.

Lesen wir Vers 6: „Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.“ Gott bezeichnet hier sein Volk als Königreich von Priestern. Dies war Gottes Hoffnung für sie. Zu jener Zeit war ihre Innerlichkeit alles andere als priesterlich. Sie waren gerade erst aus der Sklaverei gezogen. In der Sklaverei hatten sie eine sklavische Mentalität entwickelt. Ihre Hoffnung war auf all das gerichtet, was sie als Sklaven nie hatten genießen können: ein eigenes Haus mit Swimming Pool, eine Familie mit süßen Kindern und immer genug Essen im Kühlschrank. Für sie war die Errettung aus der Sklaverei das Ende. Für Gott aber war es erst der Anfang. Seine Hoffnung und Vision für sein Volk war: „Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern sein.“ Jetzt, wo sie frei waren von der Knechtschaft, offenbarte er ihnen seine Hoffnung. Er wollte sie gebrauchen, sein Heil bis an das Ende der Erde zu bringen. Dazu würde er sie erziehen und zurüsten und sie zu den Verkündigern seiner Wohltaten und zu den Lehrern seines Wortes machen.

Wir dürfen nicht an unserer kleinbürgerlichen Gesinnung festhalten und damit gegen Gottes Hoffnung sündigen. Unsere Errettung aus der Sklaverei der Sünde durch den Glauben an Christus ist erst der Anfang. Gottes Volk ist ein Königreich von Priestern. Gottes Volk ist ein überaus großes Heer von Gebetskämpfern und Bibellehrern. Eine Frau saß, als sie Gottes Hoffnung nicht kannte, nach der Arbeit stundenlang vor dem Fernseher und war innerlich voller Verzweiflung. Als sie durch Esra 7,10 Gottes Hoffnung annahm, Bibellehrerin und königliche Priester für die ganze Welt zu sein, begann sie voller Freude, ihre Bibelschülerinnen und ihre Tochter durch das Zweierbibelstudium, das Tägliche Brot- und Sabbattraining zu erziehen und betet mit der Hoffnung für sie, Königreich von Priestern zu sein. Unsere Erlösung ist nicht komplett, solange wir Gottes Hoffnung noch nicht aufgenommen haben. Einige Mitarbeiter der UBF der nächsten Generation kannten Gottes Hoffnung nicht. Sie identifizierten sich als Gläubige, aber sie suchten ihre Identität darin, Arzt oder Ökonom zu sein. Schließlich fragten sie sich, warum sie in der Gemeinde bleiben und mit ihren Eltern zusammenarbeiten sollten. Die Antwort ist: wegen der Hoffnung Gottes. Gottes Knecht M. Peter initiierte das Global Leadership Empowerment, damit die jungen Leute Gottes Hoffnung ergreifen konnten und aus ihrer Hoffnungs- und Identitätslosigkeit herauskommen konnten. Als sie Gottes Hoffnung erkannten, wurden sie sehr fröhlich und kräftig und begannen als selbstmotivierte Bibellehrer durch das Bilden von ZBS-Teams und die geistliche Zusammenarbeit Gottes Vision mit Professionalität umzusetzen. Gottes Hoffnung macht aus hoffnungslosen, sklavischen Menschen eine überaus große Armee für die Weltmission. Es sind nie die äußeren Umstände, die die Menschen elend machen. Es ist das Leben ohne Gottes Hoffnung. Lesen wir Vers 6: „Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.“ Lasst uns Gottes Hoffnung ergreifen und von Gott als Königreich von Priestern zurüsten werden.

Drittens: Ein heiliges Volk.

Gott ließ ihnen durch Mose sagen: „Ihr sollt mir ein heiliges Volk sein.“ Heilig bedeutet hier abgesondert oder anders. Gottes Volk ist in jeder Hinsicht und in jedem Bereich anders. Ein heiliges Volk lebt nach dem Wort Gottes. Auch wenn sie als verrückt betrachtet werden, leben sie so, wie Gott es sagt. Ein junger Mann kam zum Studium in ein fremdes Land. Viele seiner Kommilitonen gaben ihr Glaubensleben auf und suchten den eigenen Vorteil. Doch er hielt Johannes 15,16 fest und entschied sich, als heiliges Volk zu leben. Während des Studiums musste er viel leiden, doch er blieb bei seiner Entscheidung und lebte als Gottes heiliges Volk. Gott segnete ihn, mit Hesekiel 37,10 Gottes Vision zu sehen, und machte ihn zum Bibellehrer und Gebetsmitkämpfer für die Weltmission.

Lesen wir noch einmal die Verse 5 und 6: „Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst. Welche Voraussetzung gab es für Gottes Volk, Königreich von Priestern und heiliges Volk zu sein? Sie sollten der Stimme Gottes gehorchen und seinen Bund halten. Das war die einzige Bedingung. Alles, was erforderlich war, war der Gehorsam. Niemand ist ungeeignet, Gottes Königreich von Priestern und heiliges Volk sein. Jeder, der gehorcht, wird von Gott in seinem ewigen Erlösungswerk kostbar gebraucht.

Betrachten wir die Verse 7 und 8: „Mose kam und berief die Ältesten des Volks und legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte. Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Worte des Volks dem HERRN wieder.“ Als das Volk von der Hoffnung und Vision Gottes hörte, sagten sie, dass sie gerne gehorchen wollten. Gott half ihnen durch Donnern, Blitzen, Feuer, Rauch und Posaunenschall vom Berg her zu erkennen, wie sehr er zu fürchten sei. Auch gebot er ihnen, nicht näher zu kommen und den Berg nicht anzurühren, sie würden sonst sterben. Nicht einmal die Priester durften sich nahen. Sie sollten Gott mit Gottesfurcht begegnen und sein Wort mit Ehrfurcht hören.

2. Die Zehn Gebote und das Buch des Bundes (20,1 – 23, 33)

Gott wollte sie als Königreich von Priestern und heiliges Volk gebrauchen. Sie waren aber noch ein sklavisches Volk ohne Disziplin. Wie konnten sie im Alltag im verheißenen Land als Königreich von Priestern und heiliges Volk leben? Gott gab ihnen aus seiner Liebe zehn Gebote und heilige Rechtsordnungen, um sie zu disziplinieren und ihnen zu helfen, als Königreich von Priestern und heiliges Volk zu leben und zu wachsen.

Wir möchten in acht Punkten darüber nachdenken, welche Bedeutung die Gebote für ihr praktisches Leben hatten:

Erstens: Gott zu lieben (20,1-11). Die ersten vier Gebote halfen ihnen, Gott zu lieben. Gott zu lieben hieß sich von allem anderen Göttern zu trennen, wie die samaritische Frau sich von den Männern trennte und Jesus als Gott annahm und zur lebendigen Zeugin Jesu für ganz Samarien wurde. Gott zu lieben heißt auch, den unsichtbaren Schöpfer nicht durch Bilder zu ersetzen, zum Beispiel Menschenlehre höher zu setzen als Gottes Lehre, sondern Gott als Gott zu ehren und ihm zu dienen (Römer 1,21ff). Das Gebot, Gottes Namen nicht zu missbrauchen, lehrte sie, nicht leichtfertig zu sein, wenn es um Gott und sein Werk ging. Und indem sie den siebenten Tag heiligten und auch ihren Kindern und den Fremdlingen halfen, ihn zu heiligen, wuchsen sie in der Liebesbeziehung zu Gott, der diesen Tag heiligte und ihn ihnen als Ruhetag gab.

Ein junger Mann war sehr leichtsinnig in dem, was er tat und was er redete und zog alles, was Gottes Knechte taten und sagten, in Zweifel. Doch er selbst war wegen seiner Disziplinlosigkeit hilflos gegenüber der Spielsucht und der Begierde nach der Anerkennung der Mädchen, so dass er nicht einmal mehr studieren konnte. Gott half ihm durch das Bibelstudium mit aller Hingabe. Gottes Gebot aus 5. Mose 6,5 lehrte ihn, Gott zu lieben und führte ihn zur Buße und lehrte ihn geistliche Disziplin. Nun dient er aus der Liebe zu Gott mit Hochachtung in der verantwortlichen Dienerschaft für die Weltmission, bei jeder Gemeinschaft, beim Lobpreis, sogar beim Putzen und wächst als ein Königreich von Priestern und Gottes heiliges Volk.

Zweitens: den Nächsten zu lieben (20,12-17). Durch die nächsten sechs Gebote wuchsen sie in der horizontalen Beziehung zum Nächsten als ein Königreich von Priestern und heiliges Volk. Die Eltern zu ehren heißt, ihnen zu gehorchen so wie man Gott gehorcht. Sie sollten nicht töten, besonders nicht richten und nicht gleichgültig bleiben, sondern den Nächsten lieben und dem Leben gebenden Werk dienen. Das nächste Gebot ist Ehebruch. Warum bricht man die Ehe? Es zeigt, dass jemand die Beziehung zum Ehepartner auf Gefühl gebaut hat. Eine Ehe, die in Gott gegründet ist und für die Mission lebt, zerbricht nicht, sondern wächst immer mehr in der Liebe. Sie sollten nicht stehlen, sondern selber arbeiten und vielmehr ein gebendes Leben führen. Sie sollten nicht lügen: Lügen zerbrechen Vertrauensbeziehungen, auf die die Gemeinde Gottes gegründet ist. Der größte Feind in der Beziehung zum Nächsten ist der Neid. Sie dürfen nicht den Nächsten um Haus, Auto, Frau beneiden, sondern auf Gott vertrauen, der alles gibt, was sie nötig haben, und den Nächsten, der viel hat, segnen und für ihn von ganzem Herzen beten.

Drittens: die Freiheit recht zu nutzen (21,1-11). Sklaven wurden nach sechs Jahren freigelassen. Wenn ein Sklave aber seinen Herrn liebhatte, dann durfte er sich für immer an ihn binden (21,5.6). Gottes Volk lernte, dass Freiheit nicht bedeutet, ohne Bindung zu sein, sondern sich an den Herrn zu binden für immer. Eine junge Frau wuchs als Tochter von UBF Missionarin in Kanada auf. Ihre sklavische Mentalität zeigte sich in ihrer Rebellion. Doch Gott diente ihr beharrlich und hingebungsvoll und herzlich durch ihre Eltern und Bibellehrer mit dem Wort aus Genesis 17,16, bis sie sich an Gott und an sein Werk der Weltcampusmission binden konnte. Einige ihrer Freunde spotteten und nannten sie töricht und unfrei. Aber ihr Bekenntnis ist: „Ich habe meinen Herrn lieb, ich will nicht frei sein.“ Auch sie wächst als Königreich von Priestern und heiliges Volk, die durch ihr Zeugnis viele Mitarbeiter der nächsten Generation mobilisiert.

Viertens: Verantwortung zu tragen und maßvoll zu sein (21,12–22,16). Ein Königreich von Priestern lebt mit dem Maßstab der Gerechtigkeit. Für Mord und Totschlag gab es die Todesstrafe, wer versehentlich tötete, konnte aber in eine Freistadt fliehen. „Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn“ hieß, dass jeder nur für den Schaden einsteht, den er angerichtet hat. Wer etwas gestohlen hatte, sollte es zurückgeben. Wer etwas beschädigt hatte, sollte es ersetzen, auch wenn es niemand gesehen hatte. Der Geschädigte darf aber nicht mehr verlangen als ihm zusteht. Das Ziel war der gerechte Ausgleich und die Wiederherstellung der Gemeinschaft der Liebe.

Fünftens: Gottes Gemeinde rein zu halten (22,17-19). 22,17-19 sagen: „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen. Wer einem Vieh beiwohnt, der soll des Todes sterben. Wer den Göttern opfert und nicht dem HERRN allein, der soll dem Bann verfallen.“ Gottes Volk ist Gottes heilige Wohnung. Gott lehrte sein Volk, die Wohnung Gottes und den Gottesdienst rein zu halten gegen alle falschen Lehren, die sie verunreinigen würden.

Sechstens: Mit Schuldnerbewusstsein zu leben (22,20-26). Lesen wir 22,20: „Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.“ Die Schwachen und Schutzbedürftigen anzunehmen kommt nicht aus dem guten Herzen, sondern aus der Gnade Gottes. Sie waren in Ägypten hilflose Sklaven gewesen, aber Gott hatte sie in seiner Gnade erlöst. So konnten sie diejenigen verstehen, die noch unter der Sklaverei litten und ihnen mit der Gnade Gottes dienen und dafür kämpfen, dass sie durch die Macht Gottes aus der Sklaverei befreit werden. Ich danke Gott, dass ich durch die Gnade Gottes zu den einheimischen Hirten der UBF in Bonn, Deutschland und Europa gehören darf. Wir sind in vielerlei Hinsicht mangelhaft, weil wir lange Zeit ein sklavisches Leben geführt haben und davon viel geprägt worden sind. Aber wir gehen mit Hesekiel 37,10 zum Campus und bilden Zweierbibelstudium-Teams und arbeiten für das Werk der Jüngererziehung zusammen. Warum? Aus dem Schuldnerbewusstsein, wegen der Gnade Jesu. Um die Gnade, die wir empfangen haben, weiterzugeben. Der Gehorsam gegenüber Gottes Gebot heilt uns auch von unseren vielen sklavischen Gewohnheiten und macht uns zum Königreich von Priestern und heiligen Volk.

Siebentens: Konsequent zu leben (22,27–23,19). Sie sollen den Ertrag des Ackers nicht zurückhalten, sondern Gott mit Dank opfern. Sie sollten von der Erstgeburt angefangen Gott geben, was ihm zusteht. Sie sollten vor Gericht konsequent sein und bei der Wahrheit bleiben, egal um welchen Preis. Sie sollten auch konsequent Vergebung praktizieren und dem Esel des Widersachers aufhelfen. Schließlich sollten sie konsequent das Sabbatjahr und die drei Jahresfeste halten und sich so klar als sein heiliges Volk identifizieren. Indem sie diesen Geboten gehorchten, wurden sie immer stärker in ihrer Identität als Gottes Königreich von Priestern und sein heiliges Volk.

Achtens: Der Stimme Gottes gehorchen und keinen Kompromiss schließen (23,20-33). Gott verhieß ihnen den Einzug ins verheißene Land und die Austreibung der Völker. Dann ermahnte er sie (23,32.33): „Du sollst mit ihnen und mit ihren Göttern keinen Bund schließen. Lass sie nicht wohnen in deinem Lande, dass sie dich nicht verführen zur Sünde wider mich; denn wenn du ihren Göttern dienst, wird dir das zum Fallstrick werden.“ Gott forderte sie auf, seiner Stimme zu gehorchen. Ein Kompromiss entsteht dann, wenn man nicht genau auf Gottes Wort achtet. Sie lernten, wie wichtig der Glaubensgehorsam war.

Gott gab seinem Volk die Gebote, um ihnen, die keine Regeln und keine Disziplin kannten, zu helfen, im verheißenen Land als Königreich von Priestern und heiliges Volk zu leben und alle Versuchungen zur Sünde zu überwinden.

Gottes Volk wächst als Königreich von Priestern und heiliges Volk, indem sie sich an Gottes Gebote halten. Der beste Segen Gottes für sein Volk war das Wort Gottes, um sie zu disziplinieren, zu heilen und sie zuzurüsten für das Leben der Selbstverleugnung und des Kreuztragens als Königreich von Priestern und heiliges Volk.

3. Der Bundesschluss am Sinai (24,1–18)

Kapitel 24 beschreibt die historische Begebenheit des Bundesschlusses am Sinai. Gott hatte die Israeliten aus der Knechtschaft geführt und sie zu sich an den Sinai gebracht. Sie waren ein sklavisches, hoffnungsloses Volk. Aber Gott schloss in seiner bedingungslosen Liebe einen Bund mit ihnen. Durch diesen Bund wurde ein sklavisches Volk zum Volk Gottes. Ein neues, heiliges Volk war geboren, das Gottes Wohltaten in der ganzen Welt verkündigte.

Betrachten wir Vers 3: „Mose kam und sagte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Rechtsordnungen. Da antwortete alles Volk wie aus einem Munde: Alle Worte, die der HERR gesagt hat, wollen wir tun.“ Mose gab dem Volk alle Rechtsordnungen Gottes, Verheißungen und Ermahnungen weiter. Das Volk reagierte, indem sie sich einmütig bereit erklärten, alles zu tun, was Gott gesagt hatte. Mose bereitete nun den Bundesschluss vor. Zuerst schrieb er alle Worte auf. Am nächsten Morgen baute er unten am Berg einen Altar und richtete zwölf Steinmale auf, für jeden Stamm eines. Dann ließ er junge Männer aus den Stämmen auf dem Altar Brandopfer und Dankopfer von jungen Stieren bringen. Vom Blut der Opfertiere nahm er die Hälfte und sprengte es an den Altar, die andere Hälfte goss er in Becken. Dann nahm er das Buch des Bundes und las es nochmals dem Volk vor. Sie hörten Gottes Worte und antworteten wie vorher: „Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“

Lesen wir Vers 8: „Da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch geschlossen hat auf Grund aller dieser Worte.“ Mose besprengte das Volk mit dem Blut aus den Becken. Gott hatte mit ihnen einen Bund geschlossen. Er war ihr Gott, und sie waren sein Volk. Sie waren nichts als Sklaven, aber Gott liebte sie und hatte sie durch seinen Bund zu seinem Volk gemacht. Sie hätten nie eine Beziehung zu Gott haben können. Jetzt lebten sie mit einer Beziehung zum heiligen Gott. Er kannte sie. Er hörte ihr Gebet. Er sprach zu ihnen persönlich. Dies war ein neues Schöpfungswerk. Von da an war Israel sein Volk, ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk.

Dieses historische Ereignis begründete den „alten Bund“. Dieser Bund behielt so lange Gültigkeit, bis Gott den neuen Bund begründete, als Jesus sein Blut am Kreuz auf Golgatha vergoss. In Matthäus 26,26-28 nahm Jesus beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern den Kelch, dankte und gab ihnen den und sprach: „Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“ Jesus vergoss sein Blut für die Vergebung der Sünden. Gott schloss einen neuen Bund im Blut Jesu mit den hoffnungslosen Sündern, die wegen der Sünde versklavt sind, und machte sie zu seinem Volk. Die Sünder haben durch das Blut Jesu Vergebung der Sünden und die persönliche Beziehung zum heiligen Gott empfangen als sein heiliges Volk und als Königreich von Priestern. Petrus sagte in 1. Petrus 2,9.10: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollte die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht, die ihr einst nicht ein Volk wart, nun aber Gottes Volk seid und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid.“ Die Macht des Blutes Jesu durch die bedingungslose Liebe Gottes macht hoffnungslose Sünder zur königlichen Priesterschaft.

Die Entscheidung, einen Bund zu schließen mit dem sündigen Volk, war Gottes Entscheidung aus seiner Liebe. Ein Königreich von Priestern zu sein bedeutet, ein Volk der Liebe Gottes zu sein und Gottes Liebe zu praktizieren. Eine Frau hatte große Erwartungen gegenüber ihren Kindern und sagte ihnen, sie sollten gehorchen. Doch sie war nicht bereit, sich für sie hinzugeben. Als sie nicht gehorchten, schob sie alle Schuld auf sie. Ein Missionar dagegen entschied sich, die jungen Menschen mit der Liebe zu lieben, mit der Gott ihn geliebt hatte. Er schloss einen Bund mit ihnen und gab ihnen Gottes Worte. Erstaunlicherweise hörten die intellektuellen Studenten auf ihn. Als er sie fragte, warum sie von ihm hörten, obwohl er ihnen menschlich nichts bieten konnte, sagten sie: Weil wir deine Liebe zu Gott und zu uns erkennen. Aus dieser Beziehung wuchs eine schöne, geistlich gesunde Gemeinschaft. Die Macht des Blutes Jesu überwindet alle Mauern und baut Gottes heilige Gemeinde auf.

Die Verse 9-11 schildern, wie Mose, Aaron, Aarons Söhne und siebzig von den Ältesten Israels auf den Berg stiegen. Dort sahen sie Gott. Unter seinen Füßen war es wie eine Fläche von Saphir und wie der Himmel, wenn es klar ist. Er reckte seine Hand nicht gegen sie aus, und sie aßen dort in der Gemeinschaft vor Gott.

Betrachten wir noch Vers 12. Gott rief Mose wieder hinauf auf den Gipfel des Berges, damit er die Gesetzestafeln empfinge. Moses Diener Josua stieg mit hinauf. Josua war bereit, mit Mose zusammenzuarbeiten und von ihm zu lernen. Er ging einen Schritt weiter, darum war er derjenige, der als Leiter für das Volk Gottes gebraucht werden konnte.

Heute durften wir Gottes Liebe sehen, mit dem er mit seinem Volk einen Bund schloss. Ein sklavisches Volk wurde zum Volk Gottes. Durch den neuen Bund im Blut Jesu hat Gott auch ein sklavisches Volk zu Gottes Volk gemacht. Die Macht des Blutes Jesu wirkt in der Gemeinschaft in der Liebesbeziehung zu Gott und macht die hoffnungslosen Sünder zum Königreich von Priestern und zum heiligen Volk. Wir haben auch gelernt, dass das Leben der Nachfolge ein Leben des Glaubensgehorsams ist und Gott durch sein Wort sein Volk diszipliniert und ihnen hilft, als Königreich von Priestern und heiliges Volk zu leben. Möge Gott uns segnen, in der Beziehung zum heiligen Gott als ein Königreich von Priestern und heiliges Volk zu wachsen.

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