Die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet

2.Petrus 3,1 – 18
Leitverse 3,11.12

„Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden.“

Heute betrachten wir gemeinsam 2.Petrus 3. Wir wollen dadurch unsere Haltung als Christen in der letzten Zeit und unsere Erwartung des Reiches Gottes erneuern und die Konsequenzen daraus für unser praktisches Glaubensleben ziehen. Gegen Ende seines Lebens verfasste Petrus diesen Brief, um den Christen noch einige wichtige letzte Ermahnungen zu geben. Vor allem wollte er sie und uns ermahnen, ein heiliges Leben zu führen, den falschen Lehren unserer Zeit zu widerstehen, die zu einem ausschweifenden Leben führen und im Blick auf den kommenden Tag Gottes zu leben. Das sind auch die Themen von Petrus im dritten Kapitel des zweiten Petrusbriefes. Möge Gott uns durch diesen Text helfen, im Blick auf den kommenden Tag Gottes zu leben, unsere Hoffnung und Erwartung auf den Tag des Herrn zu setzen und ein heiliges Leben für die Verkündigung des Evangeliums und für die Rettung der Ungläubigen und rebellischen Menschen zu führen.

1. Der Tag des Herrn wird kommen (1-10)

Sehen wir uns die Verse 1 und 2 an: „Dies ist nun der zweite Brief, den ich euch schreibe, ihr Lieben, in welchem ich euren lauteren Sinn erwecke und euch erinnere, dass ihr gedenkt an die Worte, die zuvor gesagt sind von den heiligen Propheten, und an das Gebot des Herrn und Heilands, das verkündet ist durch eure Apostel.“ Petrus wollte in den Christen ihren „lauteren Sinn“ erwecken. „Lauter“ bedeutet rein, aufrichtig, ehrlich. In solchem Geist ermahnte er sie, die Worte der Propheten und die Worte der Apostel, die ihnen das Evangelium von Jesus Christus verkündigt hatten, nicht zu vergessen. Petrus erinnert uns dadurch auch an Paulus‘ Ermahnung an die Korinther: „Ich erinnere euch aber lieber Brüder an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe … es sei denn, dass ihr umsonst gläubig geworden wärt“ (1.Korinther 15,1.2). Menschen mit einem Herzen, hart wie ein Weg, verlieren das Wort Gottes schnell aus ihrem Herzen. Aber demütige und lernwillige Menschen nehmen das Wort Gottes auf und es dringt tief in ihre Seele wie ein Schwert und heilt und schneidet weg, was da nicht hingehört. Petrus will hier den lauteren Sinn in den Christen erwecken, ihre Liebe für die Wahrheit Gottes in der Bibel, damit sie daran festhalten und sich nicht verführen lassen in der Welt.

Sehen wir uns Vers 3 an: „Ihr sollt vor allem wissen, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die ihren Spott treiben, ihren eigenen Begierden nachgehen…“. Petrus warnt die Christen vor den Spöttern der letzten Zeit. Spötter sind ungläubige Menschen, Atheisten, die die Christen verspotten und hassen. Sie fühlen sich durch den Glauben der Christen und durch ihr heiliges Leben herausgefordert und persönlich angegriffen, weil sie bewusst nach ihren eigenen Wünschen, Plänen und Begierden leben möchten. Deswegen können sie gegenüber den Christen nicht neutral bleiben. Sie hassen sie und nutzen Spott, um auch andere auf ihre Seite zu bringen.

Zu der Zeit von Petrus verspotteten sie den Glauben der Christen an die Wiederkunft Jesu und den Tag des Gerichtes Gottes. Sehen wir uns Vers 4 an: „und sagen: Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist.“ Sie sagen: die Welt war doch schon immer so wie jetzt. Wo ist denn das Ende der Welt? Es ist natürlich leicht sich über eine Verheißung lustig zu machen, weil sie sich auf die Zukunft bezieht. Aber sie sollten wissen, dass Gott den Menschen früher eine vergleichbare Warnung vor einem kommenden Gericht gegeben hatte: zur Zeit Noahs, vor der Sintflut.

Sehen wir uns die Verse 5 und 6 an: „Denn sie wollen nichts davon wissen, dass der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde, die aus Wasser und durch Wasser Bestand hatte durch Gottes Wort; dennoch wurde damals die Welt dadurch in der Sintflut vernichtet.“ Noah hatte Gottes Warnung vor dem kommenden Gericht empfangen und baute im Gehorsam eine riesige Arche, als einzigen Weg der Rettung. Die Ungläubigen spotteten über Noah, aber die Sintflut kam und die Welt wurde vernichtet, zusammen mit allen, die Noah verspottet hatten. Petrus beschreibt ihr Problem klar: „sie wollen nichts davon wissen“. Sie verspotten die Leute, die sie mit Gottes Wort ermahnen und für sie beten. Sie verspotten die Leute Gottes, die am frühen Morgen beten, die ihre freie Zeit für den Dienst am Werk Gottes einsetzen, die andere vor dem Tag des Gerichts Gottes warnen und auf Jesus, als den einzigen Weg der Rettung hinweisen. Es sind Menschen, die es nicht besser wissen wollen. Aber wir dürfen wissen, dass der Tag des Gerichtes Gottes, der Tag der Verdammnis der gottlosen Menschen kommt (7).

Sehen wir uns Vers 9 an: „Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde.“ Warum dauert es dann so lange bis Gott seine Verheißung erfüllt und der Tag des Herrn kommt? Petrus antwortet klar: Gott will noch immer jeden Ungläubigen und jeden rebellischen und frechen Sünder retten. Er ist geduldig und wartet auf ihre Umkehr! Deswegen sagte Jesus in Johannes 3,16.17: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.“ Gott opferte sogar seinen eingeborenen Sohn Jesus, damit alle Sünder gerettet werden. Auch der Christenverfolger Paulus durfte Buße tun und gerettet werden, bevor der Tag des Herrn kommt. Auch der Sklavenhändler John Newton durfte vor dem Tag Gottes gerettet werden und singen: „Amazing grace how sweet the sound, that saved a wretch like me!“ Wen sollen wir noch nennen? Ja, auch ich, ein geistlich blinder, hochmütiger, stolzer Humanist durfte das rettende Evangelium hören und meine geistlichen Augen wurden geöffnet, sodass ich das Reich Gottes sehen durfte. Sollte Gott nicht noch etwas weiter warten? Gott wartet auf noch viele andere Sünder, gerade bei uns in Europa, die noch in der Finsternis verloren sind, dass sie zu ihm kommen und gerettet werden. Er wartet schon so lange. Er wartet obwohl seine geliebten Kinder, die Christen, jeden Tag unter den Spöttern, unter den Verführern und vor allem unter dem großen Lügner Satan, leiden, schwach werden, fallen und wieder aufstehen. Obwohl seine treuen Diener und Knechte, als Hassprediger bezeichnet werden, verspottet, verfolgt und sogar getötet werden. Und dennoch hat Gott noch Geduld und wartet darauf und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass alle Spötter zur Buße finden. Lesen wir gemeinsam Vers 10: „Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.“

2. „Wie ihr dastehen müsst“ (11-18)

Christen glauben und wissen, dass die Welt vergänglich ist und am Tag des Gerichtes Gottes zergehen wird. Was ist nun die Konsequenz aus diesem Wissen? Sehen wir uns die Verse 11 und 12 an: „Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden.“ Wir erwarten und erstreben den Tag des Herrn und leben in heiligem Wandel und frommem Wesen bis zu diesem Tag. Wir möchten uns hier tiefer über die drei Konsequenzen für unser praktisches Leben nachdenken, die der Verfasser, Petrus, hier betont.

Erstens: den Tag Gottes erwarten. Wir sind diejenigen, die den Tag Gottes erwarten. Wir verdrängen nicht sein Kommen. Wir haben mit Gott Frieden geschlossen durch Jesus Christus und kommen jeden Tag neu mit unseren Sünden vertrauensvoll zu ihm. Deswegen ist der Tag des Herrn unsere wahre Hoffnung und die Quelle unserer Freude, mit der wir jeden Tag neu unser Leben nach dem Reich Gottes ausrichten.

Es ist der Tag an dem wir verwandelt werden und den verheißenen neuen Körper der Auferstehung bekommen werden. In dieser Welt schleppen wir mit uns herum diesen gefallenen Körper, der zur Sünde neigt. Wir kämpfen, um ein geistliches Leben zu führen, aber fallen immer wieder und erkennen, dass unsere wahre Hoffnung der reine, starke, geistliche Leib der Auferstehung ist.

Jetzt erkennen wir Jesus stückweise, aber am Tag des Herrn werden wir ihn sehen von Angesicht zu Angesicht. Am Tag des Herrn wird die Gerechtigkeit Gottes wiederhergestellt werden und Gott selbst wird alle Tränen von den Gesichtern seiner Leute abwischen. Wir werden uns mit reiner und riesiger Freude freuen, wenn wir ihn sehen. Preis sei Jesus! Wir erwarten mit Sehnsucht seinen großen Tag.

Zweitens: den Tag Gottes erstreben. Lesen wir noch einmal die Leitverse 11b und 12a: „wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt.“ Die Elberfelder Bibel übersetzt zutreffender „erwartet und beschleunigt“! Wie beschleunigen wir denn den Tag des Herrn? Ja! Wir können das, indem wir das Evangelium verkündigen, in Deutschland und in allen Ländern der Welt und dafür kämpfen, dass alle Menschen das Evangelium hören und dass sie dem Wort Gottes gehorchen. Markus 13,10 sagt: „Und das Evangelium muss zuvor gepredigt werden unter allen Völkern.“ Lasst uns von Herzen den Tag des Herrn beschleunigen und jeden Tag der Geduld Gottes nutzen, um ungläubige und rebellische Sünder zur Umkehr und zum Glauben und zum neuen Leben in und für Jesus zu führen. Gott hat uns das Werk des Zweierbibelstudiums und der Jüngererziehung, auch das Frühgebet und das gemeinsame Leben als Werkzeuge, als fünf Brote und zwei Fische, in die Hand gegeben. Damit können wir den Tag Gottes vorbereiten und beschleunigen.

Während die Ungläubigen die Gläubigen verspotten, dass der Tag des Herrn nicht kommt, dürfen wir nicht passiv warten, oder sogar die Ungläubigen verdammen. Wir sollen Gottes Retterherz anziehen und die Zeit, die uns Gott noch schenkt aktiv nutzen, um sie zu retten. Manchmal werden wir auch dazu verleitet, ungläubige Menschen als normal zu betrachten. Ich habe Buße darüber getan. Wir sollen Gottes zerbrochenes, geduldiges, schmerztragendes Retterherz für sie kennenlernen. Trotz ihrer äußerlich normalen Fassade können sie Gott nicht gefallen und sein Gesetz nicht erfüllen, weil unser Wesen hoffnungslos in der Sünde verloren ist und sie müssen am Tag Gottes verdammt werden. Gott hat uns gerettet und gesegnet, damit wir ihnen dienen und ihnen Gottes Segen weitergeben.

Hier erinnern wir uns an das Beispiel von Professor Gitt, der als Professor für Informatik, dennoch sein Leben und die Gaben, die Gott ihm geschenkt hat, alles einsetzt, um jeden Menschen, jede Seele, wie er es beschreibt, vom Todeszug in den ewigen Tod in den Lebenszug, ins ewige Leben, zu bringen. So wie Prof. Gitt sollen wir nicht passiv durchhalten bis zum Tag des Herrn, sondern diese Zeit der Geduld Gottes nutzen, um Seelen für das ewige Leben zu gewinnen.

Dank sei Gott für die Lebensentscheidung unserer Missionarinnen und Hirtinnen dem Erlösungswerk Gottes vollzeitig zu dienen, mit dem treuen Frühgebet das Werk Gottes vorzubereiten und Studenten mit dem Zweierbibelstudium hingebungsvoll zu dienen. Sie setzen ihr Leben vorbehaltlos für das Erlösungswerk Gottes und für die geistliche Erweckung Europas ein!

Drittens: seid unbefleckt und untadelig in Frieden. Petrus ermahnt und ermutigt uns unbefleckt und untadelig zu bleiben. Wir Christen sind nicht heilig. Aber unser Gott ist heilig. Darum sollen wir in Gottesfurcht stets aufrichtig zu Jesus kommen und das Blut Jesu Christi reinigt uns von aller Sünde. Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen und Kompromiss mit der Welt eingehen. Wir sind nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst worden von unserem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes (1.Petrus 1,18.19).

Wir leben unbefleckt und untadelig in dieser Welt, indem wir durch unser praktisches Leben, durch das Frühgebet und durch das tiefgehende Bibelstudium, Gott anbeten und ihn unseren Herrn und König in unserem praktischen Leben sein lassen. Indem wir eine Lebensentscheidung treffen, seinem Willen zu folgen und ihm zu dienen, statt unserem eigenen Willen und Plan.

In diesem Text haben wir gelernt, dass der Tag des Herrn, der Tag des gerechten Gerichtes Gottes sicher kommt. Es gibt heute genauso wie damals viele Spötter, Atheisten, „aufgeklärte“ Menschen, die uns Christen verspotten, auch über unsere Erwartung dieses Tages. Trotzdem ist dieser Tag der Tag der Freude und die wahre Hoffnung für uns, aber ein schrecklicher Tag für die Ungläubigen, die gerichtet werden. In dieser Zeit der Geduld Gottes dürfen wir diejenigen sein, die die Wahrheit des Evangeliums verkündigen und die Ungläubigen zur Buße und zum Glauben führen und den Tag des Herrn vorbereiten und beschleunigen. Wir sind berufen, das Evangelium als Bibellehrer in der ganzen Welt zu verkündigen und Menschen zu Jüngern Jesu zu machen. In der Erwartung des Tags des Herrn sollen wir auch ein heiliges und untadeliges Leben führen, indem wir uns von der Welt unterscheiden und unser Leben auf die reinigende Kraft des Blutes Jesu bauen. Möge Gott unser Werk des Zweierbibelstudiums und der Jüngererziehung gebrauchen und die jungen Menschen an den Universitäten als Bibellehrer und geistliche Leiter für die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt gebrauchen.

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