Die königliche Priesterschaft

1.Petrus 2,1- 10
Leitvers 2,9

„Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“

Wir danken Gott, dass er unsere Global Leaders Conference an diesem Wochenende reich gesegnet und unsere Nächste Generation, insbesondere das Esra-, Gideon-, Josia- und Hesekielteam als Diener des Wortes und als Leiter kostbar gebraucht hat. Durch das Studium des Buches Levitikus durften wir das neue Leben der Gläubigen als Priester und heiliges Gottesvolk kennenlernen, nämlich ein anders Leben zu führen, indem wir dem Wort Gottes gehorchen und als Gottes heiliges Volk leben. Heute studieren wir 1.Petrusbrief Kapitel 2, wo Petrus unsere geistliche Identität als Königreich von Priestern und heiliges Volk aufgreift. In einer Zeit der Verfolgungen und Anfechtungen ermutigte Petrus die Gläubigen durch seinen Brief, an ihrer geistlichen Identität festzuhalten. Auch wir erfahren in dieser Zeit Verfolgungen, durch die Satan versucht, die geistliche Einheit und das Werk Gottes zu zerstören. Darum wollen wir uns durch diesen Text geistlich stärken, den Versuchungen, Anfechtungen und Verfolgungen widerstehen und mit der Identität als königliche Priesterschaft und heiliges Volk unserem Herrn Jesus bis zum Ende folgen.

1. Seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch (1-8)

Apostel Petrus beginnt seine Worte mit einer Ermahnung. Sehen wir uns dazu Vers 1 an: „So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede…“ Hier spricht Petrus deutliche Worte. Wir Menschen sind von Natur aus gefallene und sündige Wesen. Wie schnell kommt in uns ein boshafter Gedanke auf, oder Neid gegenüber unserem Nächsten. Petrus ermahnt mit diesem Wort die Empfänger seines Briefes, die noch jung im Glauben waren, aber sich nun in einem Feuersturm von Anfeindungen und Verfolgungen durch die gottlose Welt befanden.

Für neugeborene Christen ist es ein geistlicher Kampf, Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid und üble Nachrede abzulegen. Kein Christ wird automatsch zu einem „Heiligen“. Darum ist Buße das kostbare Privileg der Kinder Gottes. Buße zu tun bedeutet, dass wir zu Jesus kommen und unsere Sünde bekennen und sie bei Jesus ablegen. Wo sonst könnten wir alles ablegen, als allein bei dem Kreuz Jesu? Unter Jesu Kreuz dürfen wir das Gebet Jesu persönlich hören: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Wir müssen auch entschlossen sein, uns von der Sünde klar zu trennen, statt Kompromisse einzugehen und so die Sünde zu verharmlosen oder zu relativieren. Kommen wir zu Jesus, der am Kreuz stellvertretend meine und deine Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid und üble Nachrede getragen hat und der uns durch die Buße den Neubeginn im Glauben an Jesu vollbrachtes Erlösungswerk schenkt.

Sehen wir uns die Verse 2.3 an „… und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.“ Wenn wir die Freundlichkeit unseres Herrn Jesus geschmeckt haben, d. h. wenn wir seine bedingungslose und vergebene Liebe erkannt und angenommen haben, können und dürfen wir nicht einfach so weiterleben wie bisher! Vers 2a gibt uns klare Orientierung: „seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein.“ Hier heißt es klar: „begierig sein“. Habt ihr einmal gesehen, wie begierig ein kleines Baby nach der Muttermilch ist? Solch ein „begierig sein“ wünscht Gott sich von uns in Bezug auf das Wort Gottes. Er wünscht sich, dass wir Christen begierig nach den Worten des Lebens und nach der Botschaft des Heils sind. Er wünscht sich, dass wir begierig sind, das Wort Gottes immer noch tiefer zu erforschen und es in seiner ganzen Tiefe, Breite und Vollkommenheit zu entdecken. In unserer Nächsten Generation konnten wir während der Konferenz an diesem Wochenende sehen, dass sie begierig nach dem Wort Gottes sind und Lust an dem Wort Gottes haben. Ein junger Mann hatte große Lust am Fußball. Er war begierig, sodass es ihn in die Bundesligastadien trieb, um die Spiele live zu erleben, schließlich sogar begierig danach wurde, Fußballtickets mit Gewinn weiterzuverkaufen und so Geld zu verdienen.

Als Gläubige sollen wir begierig sein nach dem Wort Gottes. Jesaja 40,8 sagt über Gottes Wort: „Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“ Petrus ermahnt uns mit seinem Wort davor, geistlich satt zu sein und die erste Liebe zu Gott und seinem Wort zu verlassen. Wer im tiefsten Herzen denkt: „das kenne ich doch alles schon; diese Lektion haben wir schon oft studiert“, dee muss aufgrund von Petrus‘ Wort Buße tun. Lasst uns neu dafür entscheiden, begierig nach der vernünftigen lauteren Milch des Wortes Gottes zu sein und das Wort Gottes vom frühen Morgen an mit Herzenslust zu betrachten. Psalm 1 verheißt über einen solchen Menschen: „der ist wie ein Baum gepflanzt an den Wasserbächen. Der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht und was er macht, das gerät wohl.“

Sehen wir uns Verse 4 und 5 an: „Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“ Petrus schrieb seine Worte an die jungen Christen der ersten Gemeinde, die zahlreiche Verfolgungen und Leiden erfuhren. Wenn wir 1.Petrus 1,1 lesen, so schreibt Petrus „an die auserwählten Fremdlinge, die verstreut wohnen in Pontus, Galatien, Kappadozien, der Provinz Asien und Bithynien“. Das neue Leben dieser Gläubigen erregte den Widerstand der römischen Autoritäten. Petrus spendete diesen Gläubigen kein menschliches Mitleid. Vielmehr ermutigte er die verworfenen und verstreuten Christen, zu dem lebendigen Stein, zu Jesus, zu kommen. Statt von Lage oder Umständen abhängig oder entmutigt zu sein, sollten sie sich ganz Jesus anbefehlen und mit ihm eng verbunden sein. Was sagte Petrus zu ihnen? Lesen wir noch einmal Vers 4: „Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der bei den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar.“ Er lud sie ein, zu Jesus zu kommen. Auch wir sind eingeladen, unsere Augen immer auf Jesus zu fixieren. Hebräer 12,2 sagt „und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl er hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.“

Jesus wurde von den Menschen der Welt verworfen. Weil wir Jesus lieben und ihm nachfolgen erfahren auch wir die Ablehnung und sogar den Hass der Welt. Als ein Diener Gottes sich gemäß der biblischen Lehre um einige junge Menschen kümmerte und Glauben an Gott in ihnen aufrichtete, wurde er von einigen gottlosen neidischen Menschen verleumdet und verklagt. Er wurde aber nicht verzagt, sondern kam zu Jesus, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber bei Gott auserwählt und kostbar ist. Einer unserer Schüler lud seine Mitschüler zum Gebetstreff in der Schule ein. Als die Schulleiterin dies untersagte, schaute er auf den lebendigen Stein Jesus und erfuhr, dass Gott einige treue Mitstreiter des Gebetes an seiner Schule aufstellte. Wenn wir wegen unseres Glaubens die Ablehnung der Welt erfahren, dürfen wir zu Jesus kommen, der uns tröstet und uns neue Kraft und die feste Zuversicht auf den Sieg schenkt. Jesus hat allen Hass und alle Ablehnung dieser Welt, ja auch meinen und deinen Hass, getragen, als er am Kreuz von Golgatha sein Leben völlig hingab. Durch seinen Tod und seine Auferstehung durch die Macht Gottes wurde Jesus der lebendige Stein. Er schenkt nun allen, die an ihn glauben, das neue und ewige Leben.
Welchen geistlichen Segen empfangen diejenigen, die zu Jesus kommen? Sehen wir uns Vers 5 an: „Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesu Christus.“ Wir kommen zu Jesus. Er verändert uns zu lebendigen Steinen. Einst waren wir wegen unserer Sünde von Jesus abgeschnitten und wir waren tote nutzlose Steine. Einige waren spitze scharfe Steine, die Gott verhöhnten und andere verletzten. Einige waren stur wie ein Granit. Andere waren wie weggeworfene Kieselsteine und litten unter Minderwertigkeitsgefühl und Fatalismus. Aber Jesus lud uns zu sich ein. Er formte und veränderte uns in seinem Bilde, sodass wir zu den lebendigen Steinen werden durften, durch die Gott wirkt und durch die er sein weltweites geistliches Haus erbaut.

Die Genesis berichtet uns von Josef. Er wurde von seinen neidischen Brüdern verworfen und sogar als ein Sklave nach Ägypten verkauft. Menschlich schien in seinem Leben alles schief zu laufen. Als er im Hause Potifars das Vertrauen seines ägyptischen Herrn gewonnen hatte, kam er durch eine listige Intrige der Frau Potifars ins Gefängnis. Erneut hätte Josef viel klagen und depressiv werden können. Doch auch im Gefängnis hielt er sich an Gott und lebte als ein Hirte für seine Mitgefangenen. Inmitten aller menschlichen Niederlagen führte Gott Josefs Leben souverän. Schließlich wurde Josef zum zweithöchsten Mann Ägyptens, weil Gott mit ihm war. Gott gebrauchte Josef kostbar zur Rettung seines Hauses, indem er seinen Brüdern diente und sie zur Buße und geistlichen Wiederherstellung führte.

Wenn wir Gottes Geschichte betrachten, finden wir, dass Gott seine Geschichte gerade durch die „verworfenen Steine“ geschrieben hat. Dies war so zur Zeit der Bibel und in der ersten Gemeinde. Aber auch später und bis auf den heutigen Tag. Die um ihres Glaubens Willen verfolgten und vertriebenen reformierten Christen in Frankreich (Hugenotten) gebrauchte Gott als verworfene Steine, indem sie den Evangeliumsglauben inmitten einer gottfeindlich gesinnten Amtskirche praktizierten. Eine kleine Zahl überlebte als sogenannte „Kirche in der Wüste“ im südfranzösischen Untergrund. Inmitten einer muslimisch geprägten Gesellschaft stellen Christen in Verfolgungsländern menschlich betrachtet nur eine armselige Minderheit dar. Sie werden benachteiligt, verfolgt, vertrieben und einige sogar mit Gefängnis und Tod bedroht. Doch ihr gelebter, lebendiger Glaube übt großen Einfluss aus. Nächsten Sonntag werden wir am weltweiten Gebetstag für die verfolgten Christen teilnehmen und dabei Fürbitte für unsere verfolgten Geschwister einlegen. Auch wir erfahren Verwerfungen durch die gottlose, humanistisch geprägte Gesellschaft. Gottes Knecht M. Peter dient den jungen Menschen geistlich aus dem zerbrochenen Hirtenherzen. Doch einige betrachteten seine Hingabe nicht geistlich und wurden schließlich zu Verleumdern der Gnade und des Wirkens Gottes. Doch wir brauchen uns darüber nicht zu wundern. Zu allen Zeiten wurden und werden die Gläubigen von der Welt verworfen. Statt entmutigt zu werden, dürfen wir uns entscheiden, als lebendige Steine zu leben, die immer zu Jesus kommen und durch die Jesus sein geistliches Haus an den 1.700 Universitäten in Deutschland und Europa, sogar in der muslimischen Welt und bis an das Ende der Erde erbaut.

Sehen wir uns die Verse 6-8 an: „Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.« Für euch nun, die ihr glaubt, ist er kostbar; für die Ungläubigen aber ist »der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist, ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses« (Psalm 118,22; Jesaja 8,14); sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind.“ Petrus sagt „sie stoßen sich an ihm, weil sie nicht an das Wort glauben, wozu sie auch bestimmt sind“. Wer Jesus absichtlich ablehnt, nicht an ihn glaubt und sein Wort nicht annimmt: für den ist und bleibt Jesus ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses.

Wir müssen um diese geistliche Realität wissen und aufgrund dessen auch eine persönliche klare Entscheidung treffen, auf wessen Seite wir stehen. Damals dachten die meisten religiösen Leiter, dass Jesus nichts taugen würde. Sie ärgerten sich an ihm, weil er in ihren Augen gar keine Lizenz besaß, wirken zu dürfen. Obwohl sie das mächtige Wirken Gottes durch ihn sahen und auch hörten, dass seine Worte Vollmacht hatten, verwarfen sie ihn, unterstellten ihm sogar Gotteslästerung und verklagten ihn, weil er nicht ihrem religiösen Maßstab und ihrer Erwartung entsprach.

Einer der Verfolger der ersten Gemeinde war Saulus. Der tobte und schnaubte und war eifrig bestrebt, die Anhänger des neuen Weges aufzuspüren und sie ins Gefängnis zu werfen. Als Saulus auf dem Weg von Jerusalem nach Damaskus war, wurde er plötzlich von einem hellen Licht geblendet. So hell, dass er zu Boden stürzte und einige Tage nichts sehen konnte. Als er zu Boden sank, hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ Zitternd rief Saulus: „Wer bist du?“ Und die Stimme antwortete: „Ich bin Jesus, den du verfolgst!“ Durch diese Begegnung wurde Saulus‘ Leben um 180 Grad verändert. Er tat Buße. Er kehrte um und begann ein ganz neues Leben. Er bezeugte fortan die Gnade Gottes an seinem Leben und nannte sich selbst den geringsten unter allen Apostel, weil er die Gemeinde Gottes verfolgt hatte. Das neue Leben von Saulus war das eines lebendigen Steines. Er gab sein Leben entschieden hin, um den Leib Christi zu erbauen und das Evangelium von Jesus in der heidnischen, ungläubigen Welt zu verkündigen. Auf Leben und Tod setzte er alles ein, die Gläubigen zu ermutigen und zu stärken. Durch seinen Eifer und brennendes Hirtenherz kam das Evangelium sogar bis nach Europa und wurde dieser Kontinent in einen christlichen Kontinent verändert.

Jesus sagte (Johannes 16,33): „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Weil Jesus diese gefallene, sündige, gottfeindliche Welt überwunden und sogar sein Leben für die Rettung der Menschheit völlig hingegeben hat, haben wir als Gottes Kinder das Privileg, allezeit zu Jesus kommen zu dürfen. Er ist der lebendige Stein und kostbare Eckstein unseres Heils. Leben wir mutig als lebendige Steine, die die Finsternis und Verdorbenheit dieser Welt überwinden und durch die Gott sein weltweites geistliches Haus an jeder Schule, Hochschule und Uni erbaut.

2. Die königliche Priesterschaft (9-10)

In diesem Abschnitt spricht Petrus über die geistliche Identität der Gläubigen. Obwohl die Christen (dieses Wort galt als Schimpfwort, weil sie immer von Christus redeten…) von der Welt so verachtet waren und verworfen und verfolgt wurden und in den Augen der Welt nichts Wert zu sein schienen, waren sie in den Augen Gottes sehr kostbar: eine königliche Priesterschaft und ein heiliges Gottesvolk. Lesen wir Vers 9 gemeinsam: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“ Wir können hier lernen, mit welcher Identität wir in dieser Welt leben dürfen:

Erstens: ein auserwähltes Geschlecht.

Die Gläubigen, an die Petrus seinen Brief richtete, lebten in der Welt wie Fremdlinge und Ausländer. Sie hatten keine besonderen Privilegien. Aber aus Gottes Sicht waren sie keine bemitleidenswerten Leute, sondern ein auserwähltes Geschlecht. Auserwählt vom höchsten Gott, der Himmel und Erde gemacht hat. Auserwählt, Bürger des Himmelreichs zu sein und dem König aller Könige zu dienen. Wie konnten sie damals und wir heute, zu Gottes auserwähltem Geschlecht gehören? Die Antwort ist: „allein aus Gnade“. Es ist nicht unser Verdient, sondern allein Gottes Gnade, dass wir sein auserwähltes Volk sein dürfen. Wir wurden durch das Opfer Jesu am Kreuz mit Gott versöhnt. Jesu vergossenes Blut wurde unsere Gerechtigkeit. Jesu Schrei am Kreuz: „Es ist vollbracht!“ ist auch unser Sieg über Hölle, Tod und Teufel. Nun sind wir durch Jesu vollbrachtes Erlösungswerk mit Gott versöhnt und dürfen uns durch seine Gnade zu seinem auserwählten Geschlecht zählen. Wir sind dazu auserwählt, Bürger des Himmelreichs zu sein. Wir erfüllen Gottes heilige Mission auf Erden, auch unter Leiden, Entbehrungen und Verfolgungen. Und wir gehen schließlich mit Freude in unsere wahre Heimat, wo unser Herr Jesus schon auf uns wartet und wo er alle Tränen des Leids, welches wir hier erfuhren, von unseren Augen abwischen wird.

Zweitens: die königliche Priesterschaft.

Dies bedeutet zum einen, dass wir von Gott berufen sind, eine heilige Priesterschaft des wahren und ewigen Königs zu sein. Weil wir dem König aller Könige gehören und ihm dienen dürfen, sind wir auch ein Volk von Königen und Königinnen. Wir dürfen diese Identität mit Stolz und Dankbarkeit annehmen. In der Welt werden wir nicht als Könige erkannt. Wir verhalten uns auch nicht wie Könige, sondern als Diener. Aber im Himmelreich warten unzählbare Engel, die uns wie Könige behandeln und uns dienen werden. Wir sind aber nicht nur Könige, sondern auch Priester. Wir haben durch das Studium von Levitikus kennengelernt, welche Aufgaben ein Priester im Alten Testament hatte. Er war ein Mittler zwischen dem Volk und Gott: er betete für das Volk und brachte das Sühneopfer zu Gott für die Vergebung der Sünden. In 3.Mose 10,10.11 sagte Gott zu Aaron, was für alle seine Priester-Nachkommen gelten sollte: „Ihr sollt unterscheiden, was heilig und unheilig, was unrein und rein ist, und Israel lehren alle Ordnungen, die der HERR ihnen durch Mose verkündet hat.“ Kurz gesagt waren die Priester dafür verantwortlich, Gottes Wort, Gottes Gebote und Satzungen dem Volk zu lehren, damit das ganze Volk heilig sein und als heiliges Gottes Volk abgesondert von der sündigen Welt Gott mit rechter Haltung und in der rechten Beziehung dienen konnte.

Auch wir haben solch ein großartiges Privileg empfangen. Wir haben das Privileg für andere zu beten und Fürbitte einzulegen. Unsere Nächste Generation hat das Privileg, an jeder Schule den Gebetskreis zu bilden und für ihre Mitschüler zu beten. Wir alle haben auch das Privileg an unserem Campus, Uni und Hochschule zu beten. Vor allem dürfen wir durch das Frühgebet zu Gott im Gebet kommen und wissen, dass Gott unser Gebet für die geistliche Erneuerung und Wiedererweckung in Deutschland und Europa hört und segnet. Als königliche Priester dürfen wir Mittler, Hirten und Bibellehrer sein, die anderen auch mit dem Wort Gottes durch das Bilden von ZBS-Teams dienen, sodass andere das Evangelium von Jesus hören und ein Leben im Glauben und im Gehorsam gegenüber Gottes Wort führen können.

Wie ermutigend war es für die verfolgten, vertriebenen und von ihren Familien getrennten Christen, dass Petrus sie in seinem Brief nicht bemitleidete, sondern sie ermutigte, indem er ihnen ihre geistliche Identität als königliche Priesterschaft bezeugte. Sie waren als königliche Priesterschaft berufen, an jedem Ort und in jeder Umgebung ein Zeuge für Jesus und ein Segen für ihre Mitmenschen, sogar für ihre Verfolger zu sein. Unsere Missionare und Missionarinnen, Hirten und Hirtinnen kämpfen hart, um ihren Kindern und Hoffnungsträgern zu dienen, besonders Zweierbibelstudiums-Teams mit ihnen jede Woche zu bilden. Einige arbeiten darüber hinaus fleißig zusammen, um die Umgebung für die M-Mission vorzubereiten. In den Augen der Welt sehen sie aus, als ob sie gar keine Zeit hätten für sich selber. Einige weltliche Menschen verachten ein hingebungsvolles Missionsleben. Wir dürfen aber wissen, dass wir Könige und Königinnen, Priester und Priesterinnen sind, durch die Gott unser Land und unseren Kontinent geistlich wiedererwecken und als ein Königreich von Priestern für die Weltmission gebrauchen wird.

Drittens: Das heilige Volk.

Wir haben kürzlich durch das Studium von Levitikus darüber nachgedacht, was „heilig“ bedeutet. Es meint, „abgesondert sein“. Abgesondert von der sündigen, gottlosen, gefallenen Welt. Wir dürfen uns nicht dieser Welt gleichmachen und dem schlechten Vorbild eines unheiligen und gottlosen Lebens folgen. Wir haben das Privileg empfangen, ein heiliges Leben zu führen, indem wir Gott lieben, ihn fürchten und seinen Geboten gehorchen, statt uns dem Zeitgeist dieser gefallenen Welt anzupassen. Wir können heilig leben, indem wir statt nach dem Spaß und Vergnügen dieser Welt zu trachten, den jungen Menschen durch das Bilden von ZBS-Teams dienen und sie lehren, einem Wort Gottes persönlich zu gehorchen. Wir sind ein heiliges Volk, wenn wir gemeinsam an unserem Jahresleitwort aus Hesekiel 37,10 festhalten und dafür kämpfen, 10.000 ZBS-Teams zu bilden und alle Worte des Lebens den jungen Menschen weiterzugeben.

Viertens: Das Volk des Eigentums. In unserem alten Leben verhielten wir uns so, als ob wir uns selbst gehören und tun und lassen könnten, was wir wollen. Aber es ist die Lüge des Satans, die unser Leben so elend machte, als ob wir uns selbst gehören und einfach nach unserer Lust, Laune und Begierde leben könnten. Durch das Opfer Jesu sind wir erlöst und teuer erkauft worden. Erkauft und erwählt, Gottes Eigentum zu sein. Im Alten Testament hatte Gott sich das Volk Israel erwählt unter allen Völkern. Er hatte seinen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen seine Gebote gegeben. Durch den Gehorsam gegenüber Gottes Wort wurde das Volk ein weises, verständiges und herrliches Volk. Ein Volk dem Gott so nahe ist. Durch Jesus Christus sind alle Gläubigen aus allen Nationen, Völkern und Rassen das neue Gottesvolk. Erkauft, erwählt und gesegnet in und durch Christus. Vers 10 sagt über dieses neue Gottesvolk: „die ihr einst »nicht ein Volk« wart, nun aber »Gottes Volk« seid, und einst nicht in Gnaden wart, nun aber in Gnaden seid.“ Durch Gottes Gnade wurden wir erlöst und sind wir berufen, Gottes Volk und das Volk des Eigentums zu sein. Wir gehören nicht uns selbst. Darum hat Gott als Eigentümer das Recht uns so zu führen und so zu gebrauchen wie es seinem Willen entspricht. Gottes Wille und Gottes großer Plan ist die Weltmission. Er sendet uns als sein Volk des Eigentums in alle Welt, um allen Völkern, allen Studierenden an den Unis und Hochschulen, angefangen in Deutschland, Europa und in der muslimischen Welt das Wort Gottes zu verkündigen und durch das Bilden der ZBS-Teams der Jüngererziehung zu dienen und die Umgebung zu bereiten, ein überaus großes Heer Gottes von 100.000 Bibellehrern und 5 Millionen Gebetsmitarbeiter aufzustellen.

Durch die Verse 4 und 5 haben wir gelernt, als verworfene Steine wie Jesus zu leben und uns inmitten der Anfechtungen zum geistlichen Hause zu erbauen. Vers 9 gibt uns Orientierung, in dieser Welt mit der geistlichen Identität als Hirten, Bibellehrer und königliche Priester zu leben. Das Leben mit dieser Identität bedeutet nicht, dass wir uns „besser“ fühlen, sondern dass wir als königliche Priester unsere Aufgabe und Mission erfüllen, fleißige Bibellehrer und Gebetskämpfer für die jungen Menschen zu sein. Als Priester und Mittler legen wir Fürbitte für die jungen Leute an unseren Schulen und Hochschulen ein. Wir beten auch für die Weltmission, für China, Nordkorea und die muslimischen Länder. Als königliche Priesterschaft geben wir uns aktiv hin, um Gottes Mission zu erfüllen, indem wir uns um das geistliche Wachstum der Nächsten Generation und der Hoffnungsträger kümmern, Zweierbibelstudium- Teams mit ihnen bilden und gemäß Jesu Weltmissionsbefehl das Evangelium predigen und Jünger Jesu unter allen Völkern aufstellen.

Gott segne unsere Nächste Generation, die der Global Leaders Conference herzlich mit dem Wort Gottes und in der Zusammenarbeit gedient hat, in jeder Umgebung und unter allen Umständen mit der Identität als königliche Priesterschaft, als auserwähltes Geschlecht und als heiliges Gottesvolk zu leben und für das Werk der Weltmission zusammenzuarbeiten. Er gebrauche jeden von Euch als einen verworfenen, lebendigen Stein für den Bau des geistlichen Hauses Gottes in Deutschland, Europa und bis an das Ende der Erde.

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