Die königliche Priesterschaft

1. Petrus 2,1-12
Leitvers 2,9

„Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“

Dank sei Gott, dass er das GLEF 2020 überreich gesegnet hat und wir das Buch Nehemia sowie die Propheten studieren durften. Dank sei Gott, dass er die nächste Generation durch dieses Forum groß ermutigt hat, indem er sie als globale geistliche Leiter aufgestellt hat, die seinem Werk durch das Zweierbibelstudium in ihrer Generation dienen und durch die Gott den geistlichen Wiederaufbau tut. Heute wollen wir eine Sonderlektion aus dem ersten Petrusbrief anlässlich des Schulwechsels von Daniel Elsholz und Rebekka Chang aufs Gymnasium und die Einschulung von Abraham Tornau in die Grundschule studieren.

Petrus ermutigte die ersten Christen, dass sie begierig nach dem Wort Gottes, der vernünftigen lauteren Milch sein sollen, um den sündigen heidnischen Einfluss zu überwinden. Er ermutigte sie, das geistliche Haus inmitten der Verfolgung zu bauen, indem sie sich an den Eckstein Jesu legen. Sie hatten die Identität als das neue Gottesvolk. Sie waren die auserwählte königliche Priesterschaft, die heilig in dieser Welt als Gottes Eigentum lebt, um Gottes Wohltaten in der Welt zu verkündigen. Sie durften nun mit ihrem rechtschaffenen Leben davon zeugen, dass Christus sie verändert hat, damit sogar die Heiden, die sie verleumdeten, Gott durch sie erkennen und zu ihm umkehren. Gott stärke unsere Schüler (1) durch die vernünftige lautere Milch des Wortes Gottes zu ihrem Heil zuzunehmen und (2) mit der Identität als königliche Priester zu leben.

1. Seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch (1-3)

Man vermutet, dass der erste Petrusbrief aus Rom zu der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Nero, der die Stadt 64 n. Chr. anzünden ließ und die Christen dafür beschuldigte, verschickt wurde. In Kapitel 1 Vers 1 spricht Petrus die Empfänger an: „Petrus, ein Apostel Jesu Christi, an die auserwählten Fremdlinge, die verstreut wohnen in Pontus, Galatien, Kappadozien, der Provinz Asien und Bithynien.“ Der Brief war adressiert an die Christen im heutigen Großraum der Türkei und Syrien. Sie lebten unter der Verfolgung verstreut unter den Heiden. Viele von ihnen hatten alles verloren. Einige waren wegen ihres Glaubens verzweifelt, dass er so viel kostete. Petrus versuchte sie jedoch keineswegs menschlich zu trösten, sondern ermutigte sie in Kapitel 1 ein geheiligtes Leben mit der lebendigen Hoffnung zu leben.

In Vers 1 des zweiten Kapitels sagt er nun: „So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede…“ Die Christen wurden durch ihn aufgefordert, einige Sünden abzulegen, die sie offensichtlich begingen. In der Fremde waren sie wohl stark von den Heiden beeinflusst. Sie folgten gleich wie sie zahlreichen schlechten sündigen Gewohnheiten. Sie scheiterten damit an dem Punkt ein heiliges Leben vor Gott zu führen. Wie können wir ein Leben unbeeinflusst von der sündigen Welt mitten in der sündigen Welt leben?

Verse 2 und 3 verraten uns dieses Geheimnis: „…und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.“ Petrus spricht hier davon, die vernünftige lautere Milch zu trinken, um den Einfluss zu überwinden. Die vernünftige lautere Milch ist das Wort Gottes. Das Wort Gottes in vernünftig, weil es Kraft hat, unser Inneres zu verändern. Es ist lauter, weil es rein ist. Petrus zieht hier den Vergleich zu einem Baby, welches aus der Brust seiner Mutter voller Kraft saugt. Auch Muttermilch ist rein, so dass kleine Babys kaum Stuhlgang haben, weil ihre Verdauung alles aus der reinen Milch problemlos verarbeiten kann. Wie die neugeborenen Kinder an der Brust ihrer Mutter mit viel Kraft für diese gute Milch saugen, so sollen wir das Wort Gottes mit großer Lust einsaugen. Häufig sind wir versucht, bei einem wiederholten Predigttext zu sagen, dass wir ihn schon kennen. Wir schreiben routinemäßig unsere Stellungnahmen, ohne über das Wort Gottes nachzudenken und finden so unsere Anliegen nicht oder ignorieren sie. Viele beschäftigen sich intensiv mit den Nachrichten im Internet, mit interessanten Büchern oder mit ihrem WhatsApp oder den Freunden. Andere sind begierig nach Sport. Wir müssen allerdings wissen, dass diejenigen Menschen, die viele Dinge außerhalb der Bibel in sich quasi begierlich hineinfressen, nicht an die geistliche Kraftquelle angeschlossen sind. Nur diejenigen, die das Wort Gottes immer wieder mit neuem Interesse begierig studieren, sind diejenigen, die durch die vernünftige lautere Milch des Wortes Gottes zu ihrem Heil zunehmen.

Auch andere Autoren der Bibel sagen, dass das Wort Gottes unsere Kraftquelle ist. Der Psalmist schreibt in Psalm 1,2.3: „…sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.“ Gott segnet denjenigen, der sich an den Wasserbächen des Wortes Gottes pflanzt und sein Leben gerät wohl. In 2. Timotheus 3, 15-17 lesen wir: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit…“ Wir werden durch Gottes Wort erzogen, so dass wir geistlich groß wachsen dürfen. In Hesekiel 37 sollte Hesekiel selbst zu toten Gebeinen weissagen. Selbst tote Gebeine nehmen durch die vernünftige lautere Milch des Wortes Gottes zu ihrem Heil zu und werden wieder lebendig und als großen Heer aufgestellt: „Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Odem in sie und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein überaus großes Heer.“ (Hesekiel 37,10)

Möge Gott unseren Schulkindern, besonders auch denjenigen, die in eine neue Schule gehen oder gerade eingeschult wurden, helfen, dadurch, dass sie begierig nach der vernünftigen lauteren Milch sind, den Zeitgeist an ihrer Schule zu überwinden. Je enger wir mit den Heiden zusammen sind, desto mehr müssen wir geistlich kämpfen. Je weiter wir verstreut sind und keine geistlichen Freunde in unserer direkten Umgebung haben, desto mehr müssen wir selbst uns zu dem Wort Gottes orientieren und begierig danach sein. Unsere Schüler sind in den unterschiedlichen Schulen in der ganzen Provinz Bonn zerstreut. Wir müssen wissen, dass der heutige herrschende Zeitgeist verdorben ist. Viele junge Leute leben betrogen von dem Spaß- und Rebellionsgeist mit einem Mini-Max-Prinzip. Sie wollen den maximalen Spaß und menschliche Freiheit. Gleichzeitig wollen sie nur das Minimalste für das Lernen investieren. Zusätzlich florieren an den Schulen und Universitäten unseres Landes viele falsche Lehren, wie die grenzenlose Rebellion gegen Gott beispielsweise durch den Genderismus oder das Stellen des Menschen gottgleich in den Mittelpunkt alles Seins, den gottlosen Humanismus. Die Wissenschaft versucht Gott für nicht existent zu erklären, indem sie beispielsweise eine Evolutionstheorie erfindet. Selbst im Religionsunterricht wird der gerechte Gott verneint, indem gelehrt wird, dass es keine Hölle gibt. Dieser Zeitgeist führt alle Schüler zum Unglück. Es beschert ihnen zunächst schlechte Noten und dann auch die geistliche Wurzellosigkeit, die sogar ihr Leben in jungen Jahren scheitern lässt. Viele Schüler nehmen Drogen wie Computerspiele oder sogar biologische Drogen werden auf dem Schulhof gehandelt. Sie sind süchtig nach der Anerkennung der Menschen, weil sie darin Glück finden wollen. Weil sie keine Wurzel haben, können sie sich für nichts einsetzen und wechseln später im Studium schnell das Fach, wenn es auch nur eine kleine Herausforderung gibt, so dass sie schließlich gar nichts in der Hand haben.

Ich bin Gott sehr dankbar, dass unsere Schüler in diesem Sommer ihre Ferienzeit dafür hingegeben haben, sowohl geistliche Studienreisen zu machen, wie auch das historische GLEF 2020 von ganzem Herzen vorzubereiten und tief in das Wort Gottes Nehemias hinabzusteigen, um seinen Geist und Leiterschaft kennenzulernen. Sie trinken die vernünftige lautere Milch mit großer Lust. Deshalb stellt Gott sie als die starken Christen mit Einfluss auf, die als geistliche Leiter gebraucht werden.

Hudson Taylor war Arzt und musste sich den ganzen Tag um viele kranke Chinesen kümmern. Deshalb war er sehr erschöpft. Aber er fand die Zeit am frühen Morgen das Wort Gottes zu betrachten und es als Kraftquelle zu haben. Das befähigte ihn, das anstrengende Leben als Missionar zu führen und die Chinainlandsmission zu begründen. Dr. Samuel Lee hatte auch große Lust an dem Wort Gottes. Einmal wurde er mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, die Sonntagsbotschaft von ganzem Herzen mit seinen Mitarbeitern vorzubereiten. Seine Lust in das Wort Gottes tief hinabzusteigen und ihm zu gehorchen ist das Geheimnis, weshalb UBF durch ihn so groß wachsen konnte und heute durch viele entschiedene Nachfolger eine bedeutende Rolle in dem Weltheilsplan Gottes spielt.

Was haben wir durch diesen Abschnitt zusammenfassend gelernt? Wir dürfen begierig nach der vernünftigen lauteren Milch des Wortes Gottes sein und dadurch geistlich zunehmen. Gott wird unsere Begierde nach der vernünftigen lauteren Milch segnen. Wir haben Begierde nach dem Wort Gottes durch das induktive Bibelstudium, indem wir das Wort Gottes als Maßstab unseres Lebens studieren. Durch unsere tiefgehenden und ehrlichen Stellungnahmen wenden wir es immer wieder an uns an und wachsen dadurch zu unserem Heil. Wir halten auch das Frühgebet, um den Tag mit Gottes Wort zu starten und klare Orientierung zu haben. Dadurch erhalten wir, wie Petrus sagt, die Kraft alle Sünde in uns, nämlich alle Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid und üble Nachrede weit zu überwinden.

2. Der lebendige Stein ist zum Eckstein geworden (4-8)

Sehen wir uns Verse 4-6 an: „Zu ihm kommt als zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen ist, aber bei Gott auserwählt und kostbar. Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Darum steht in der Schrift (Jesaja 28,16): Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.“

Um die Christen herum tobte die feurige Verfolgung. Viele hatten ihre Heimat und ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Wenn sie sich trafen, mussten sie Angst haben, dass sie von der staatlichen Gewalt entdeckt und gefangen abgeführt wurden. Dann konnten sie vielleicht an wilde Tiere verfüttert werden oder als lebendige Fackel gebraucht werden. Aber sie sollten wissen, das nicht nur sie verfolgt wurden, sondern Jesus zuvor auch verfolgt wurde. Jesus ist der lebendige Stein, der von den Menschen verworfen wurde, indem er an das Holzkreuz gehängt wurde. Dieser lebendige Stein ist bei Gott auserwählt und kostbar. Das bedeutet, dass er gerade dadurch, dass er verworfen wurde, der Grundstein der Gemeinde durch alle Zeit wurde, indem er für unsere Sünden starb und von Gott am dritten Tage von den Toten auferweckt wurde.

Es ist demnach normal, wenn man als Christ verfolgt wird. Es ist normal, wenn man viele Missverständnisse und Schwierigkeiten in seinem Leben erfährt. Wir dürfen uns als die lebendigen Steine an Jesus legen und gleich wie er verfolgt werden und das geistliche Haus und die heilige Priesterschaft bauen. Petrus ruft uns auf, dass wir unsere geistlichen Opfer bringen, d.h. unser Herz Jesus geben und für Jesus leben.

Wer in der heutigen Zeit Jesus nachfolgt, der muss alsbald damit rechnen, dass er Widerstände erfährt. Menschen wollen Jesus nicht annehmen. Sie stoßen sich an dem Stein Jesu. Als einige Schüler damit begannen, an ihrer Schule einen Gebetskreis zu bilden, wurden sie schnell von der Direktorin aufgefordert, dies sein zu lassen. Aber sie beteten weiter, indem sie alle Verfolgung erduldeten und sich als lebendige Steine an Jesus legten. Gott baut durch sie das geistliche Haus, indem viele neugierig geworden sind und er sie auch geistlich stark macht. Wir müssen wissen, dass gerade durch solche Gebetskreise Gott mächtig in der Geschichte gewirkt hat. Beispielsweise gab es an der Universität Oxford den „Holy Club“. Durch diesen Gebetskreis wurden viele geistliche Leiter aufgestellt, wie John Wesley, den Begründer der methodistischen Kirche, oder George Whitefield, der mit der ersten großen geistlichen Erweckung in Amerika und der evangelikalen Wiedererweckung in England in Zusammenhang gebracht wird.

Durch diesen Abschnitt haben wir gelernt, dass wir häufig verworfene Steine sind, die sich aber dann an den Eckstein Jesu legen und zum geistlichen Hause erbauen. Gott segne unsere Schüler unerschrocken von der momentanen Lage zu sein, sondern zu wissen, dass sie sich, wenn sie das Privileg bekommen, verworfene Steine zu sein, zum geistlichen Hause mit Jesus zusammen erbauen.

3. Die königliche Priesterschaft (9-12)

Lesen wir Vers 9: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“ Petrus sprach nun über die Identität der ersten Christen. Äußerlich sahen die ersten Christen nicht besonders aus. Aber in Gottes Augen waren sie von Gott Auserwählte, königliche Priester, heilig Leute und das Eigentum Gottes. Gott hatte den Israeliten in 2. Mose 19,5.6 einen ähnlichen Vers gegeben: „Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.“ Wir sehen, dass die Identität des Volkes Gottes, das Volk Gottes sein zu dürfen mit diesem Vers von Petrus auf die Christen übertragen wurde. Es ist wichtig, mit welcher Identität wir unser Leben führen. Wenn wir identitätslos unser Leben führen, dann lassen wir in inneren und äußeren Schwierigkeiten alle Hoffnung fallen und wir werden schließlich tatsächlich hoffnungslos. Unsere Identität prägt deshalb unser ganzes Sein. Schauen wir uns die Identität der Christen genauer an:

1. Sie waren das auserwählte Geschlecht

Gott hatte sein Volk unter allen Völkern auserwählt. Sie hatten eine Sonderrolle, dass sie von Gott berufen worden waren. Deshalb führte Gott sie mit starker Hand aus Ägypten in das verheißene Land und wollte sie vor allen Völkern kostbar gebrauchen.
Jeder möchte gerne auserwählt sein. Viele Menschen kämpfen verbissen darum, eine Auserwählung zu erhalten. Beispielsweise wird in Bonn bald gewählt und aktuell werden viele große Plakate aufgestellt, damit die Gesichter der Politiker ja in der Stadt präsent sind und sie gewählt werden. Wenn jemand eine besondere Auserwählung bekommen hat, dann beneiden ihn alle. Wir müssen jedoch wissen, dass die Auserwählung Gottes viel größer und kostbarer ist. In Jesus sind wir von dem ewigen Gott erwählt. Diese Auserwählung ist viel kostbarer als die Auserwählung beispielsweise als Bundeskanzlerin oder Präsident der Vereinigten Staaten. Sie ist kostbarer als irgendein Professortitel oder Nobelpreis. Das ist sie, weil sie von dem lebendigen Gott kommt und uns die Gnade schenkt, Bürger des ewigen Reiches Gottes zu sein.

Gott hat unsere nächste Generation auserwählt, indem sie in einem christlichen Elternhaus geboren wurden und von Jugend an das Wort Gottes studieren durften. Gott hat sie auch darin auserwählt, dass UBF ein großartiges geistliches Erbe mit Vision für 100.000 Missionare bis 2041 hat. Auch die erste Generation ist auserwählt, weil Gott sie in seiner Gnade in eine solche Gemeinde gesetzt hat. Wir dürfen Gott für seine Auserwählung viel danken.

2. Sie waren die königliche Priesterschaft

Weiterhin sind die Christen als die königliche Priesterschaft von Gott berufen. Königlich bedeutet, dass sie besonders hervorgehobene Menschen sind. Nur wenige Menschen sind von königlichem Geschlecht. Königlich bedeutet, dass wir Leiter sind, denn ein König leitet sein Volk an. Möge Gott der nächsten Generation helfen, das Leitertraining auch in der Welt anzunehmen, indem sie hervorragend lernen.

Wir sind weiterhin die Priesterschaft. Ein Priester ist dafür da, dass er das Wort Gottes zu den Menschen bringt und die Anliegen der Menschen im Gebet zu Gott. Jesus ist der ewige Hohepriester geworden, der durch sein eigenes Opfer den Weg zu Gott geöffnet hat. Über Jesus dürfen wir mit Gott wieder Gemeinschaft haben. Wir als Priester sind ähnlich. Wir helfen den Menschen wieder Gemeinschaft mit Gott haben zu dürfen.

Hirten und Bibellehrer sind somit königliche Priester. Wir müssen wissen, dass kein Mensch ohne die Hilfe eines Hirten besonders in der Anfangszeit seines Glaubenslebens geistlich wächst. Als königliche Priester beten wir mit dem zerschlagenen Herzen für unsere Hoffnungsträger mit ihren Anliegen. Wir kämpfen dafür, dass sie Gottes Wort aufnehmen können, nicht nur in der Theorie in ihrem Kopf, sondern in der Praxis in ihrem Herzen. Wir kämpfen dafür, dass sie ein geistliches Leben führen können und dafür Kraft erlangen können. Wir stellen sie so auf, dass sie auch selbst Hirten sein können. Wie wir durch den Vortrag von H. Stefan Elsholz auf dem GLEF gelernt haben, ist ein königlicher Priester nicht nur ein Trainer oder Coach für eine Seele, sondern er ist ihr Mentor. Die Beziehung zwischen Mentor und Mentee ist eine lebenslange. Es ist eine Beziehung, in der der Mentor kämpft, dass der Mentee in Gott wächst und selbst zum Mentor werden kann. Somit erfordert die Aufgabe eines königlichen Priesters unser ganzes Herz.

Ein junger Mann träumte davon die Position eines Klinikdirektors zu erklimmen. Er wollte groß in der Welt sein und setzte alles dazu ein. Aber als er über seine Berufung als königlichen Priester nachdachte, erkannte er, dass diese Welt nicht noch einen Klinikdirektor benötigt, sondern dass die Menschen hervorragende Bibellehrer und geistliche Leiter wie Esra benötigen. Gott schenkte ihm die Entscheidung, viel lieber mit der Identität als ein königlicher Priester statt als ein gewöhnlicher Arzt zu leben und gebraucht ihn kostbar.

Statt ihr gesichertes Leben in Korea zu führen, waren unsere Missionare bereit, alles aufzugeben und in einem fremden Land eine fremde Kultur zu lernen, um Priester für die deutschen Studenten zu sein. Sie konnten sich nicht so gut integrieren, wie die nächste Generation, sondern mussten stets dafür kämpfen, mit den Deutschen Gemeinschaft zu haben. Aber anders als andere Ausländer in Deutschland lebten sie nicht mit der Identität als Ausländer, die alles bekommen wollen, was es gibt, um ein klein wenig ihr Leben zu verbessern und dann zurück in die Heimat zu gehen. Sie dienten dem Werk Gottes mit ihrer Identität als königliche Priester. Mit dieser Identität überwanden sie alle Hindernisse. Gott schenkte ihnen den Sieg, als königliche Priester ein fremdes Land zu pionieren und einheimische Hirten in diesem Werk aufzustellen. Gott wird noch viel mehr dadurch tun und seine Heilsgeschichte der Wiedererweckung durch diese Hingabe schreiben. Wenn ihr mehr über sie erfahren wollt, so seid ihr herzlich zu unserem vierzigsten Jubiläumsgottesdienst in der letzten Septemberwoche eingeladen.

Lasst uns unsere neue Identität als königliche Priester anziehen und gemäß dieser leben, indem wir unsere Kraft und unser Herz für die geistliche Dienerschaft für die Hoffnungsträger hingeben. Lasst uns einmal darüber nachdenken: Setze ich mich wirklich als königlicher Priester für die mir anvertrauten Seelen ein, indem ich mein ganzes Herz dafür gebe, ihre Anliegen zu Gott zu bringen und Gottes Wort in ihr Herz einzupflanzen? Oder lasse ich die mir anvertrauten Seelen eher im Stich, indem ich nicht mit der Identität als ein königlicher Priester lebe? Die Priester im Alten Testament brachten das Opfer täglich morgens und abends. Gott hat uns aufgestellt, auch mit unserer Fürbitte für die Hoffnungsträger morgens und abends zu ihm zu kommen. Esra hatte sein ganzes Herz darauf gerichtet, das Wort Gottes induktiv zu studieren und es zu lehren. Er diente dem Volk Gottes, indem er auch die Leviten aufstellte, dem Volk Gottes mit dem Wort Gottes helfen zu können. Ein Hirte soll dafür mit dem Wort Gottes kämpfen, in der Lage zu sein, ein Wort Gottes tief in das Herz einer anvertrauten Seele einzupflanzen, so dass diese in diesem Wort wachsen kann. Ich bete dafür, dass auch unsere nächste Generation und unsere Schulkinder geistlich darin wachsen können, königliche Priester zu und von Gott für ihre Freunde zu sein.

Gott hat nicht nur jeden einzelnen von uns als königlichen Priester berufen, sondern er hat uns insgesamt als königliche Priesterschaft berufen. Lasst uns gemeinsam mit unserem Gebetsanliegen vom Herzen zu Gott kommen und dafür kämpfen, 10.000 Zweierbibelstudiumteams zu bilden und die Völker zu erreichen, indem wir 100.000 Missionare bis 2041 aussenden. Lasst uns als königliche Priesterschaft Gottes Wiedererweckung unserer Generation sehen angefangen von der Pionierung von Kambodscha, Cartagena und Nordkorea bis hin zu drei Stützpunkten in der muslimischen Welt.

3. Sie waren das heilige Volk

Heilig zu sein bedeutet, abgesondert zu sein. Gott ist heilig. Heilig zu sein, bedeutet auch ohne Sünde zu sein. Gott ist ohne Sünde. Wir sind in dem Blut Christi gereinigt. Das bedeutet, dass wir als Heilige berufen sind. Wir haben das Privileg das Heilige Volk sein zu dürfen.

4. Sie waren das Volk des Eigentums

Dies ist ein merkwürdiger Ausdruck. Eigentlich können wir nicht noch mehr Gottes Eigentum werden, denn Gott hat die ganze Erde geschaffen und somit sind die ganze Erde und wir schon sein Eigentum. Diese Aussage sagt jedoch, dass wir ein besonders Gottes Eigentum sind. Gott behütet uns wie seinen Augapfel (5. Mose 32,10). Wir haben das Privileg, besonders wichtige Menschen vor Gott zu sein, für die Gott besonders sorgt.

Viele Menschen sagen, dass ihr Leben nur ihnen gehören würde und sie damit tun und lassen können, was sie wollen. Aber das ist nicht wahr. Wir sind Gottes Eigentum. Wir dürfen uns als Gottes Eigentum ihm für seine Mission völlig zur Verfügung stellen.

Manchmal fragen sich unsere Schüler, ob wir denn wirklich so extrem leben sollten. Beispielsweise ist es so, dass manche Klassenkameraden am Sonntag eine Geburtstagsfeier feiern wollen. Wenn wir dann sagen, dass wir den Sonntag Gott heiligen wollen, indem wir zum Sonntagsgottesdienst gehen, werden wir komisch angeschaut. Wenn wir an unterschiedlichen sündigen Aktivitäten nicht teilnehmen, werden wir schnell zu Außenseitern. Häufig gibt es nur einen Christen an einer Schule und er wird zum Außenseiter. Wir sollen jedoch wissen, dass es zwei Arten von Außenseitern gibt. Außenseiter, die wegen ihrer Sünde Außenseiter geworden sind und heilige Außenseiter. Wir gehören zweifelsohne zur zweiten Sorte. Wenn wir jedoch sogar auf unsere geistliche Identität als königliche Priester schauen, dann erkennen wir, dass nicht wir die Außenseiter sind, sondern die Insider, weil wir zu dem lebendigen Gott gehören und alle unsere Klassenkameraden, obwohl sie die Mehrheit bilden, Außenseiter vor Gott sind. Diese neue Identität, die uns Gott gegeben hat, ändert alles.

Ich hatte keine Identität in meiner Schulzeit. Ich baute meine Identität auf die Anerkennung der Menschen um mich herum. Als einige Mitschüler schlecht über mich redeten, fühlte ich mich sehr elend. Ich begann mich auch als ein Fluch in dieser Welt zu fühlen. Aber Gott gab mir eine neue Identität aus Genesis 12,2, dass er mich zu einem Segen machen wollte. Ich begann in dieser neuen Identität zu leben und fühlte mich als Segen. Als ich mich als Segen betrachtete, wurde ich auch zu einem Segen. Heute bin ich ein Segen für meine Umgebung, indem ich als königlicher Priester das Wort Gottes einigen anvertrauten Seelen lehre und für sie Fürbitte einlege.

Als H. Johannes Chang sein Abitur machte, gab es eine Verfolgungswelle gegen das Werk Gottes. Alle seine Mitschüler haben ihn komisch angeschaut und er war der Außenseiter in der Schule. Er hatte jedoch die geistliche Identität als königlicher Priester. Er überwand seine Schulsituation mit dieser Identität. Er wurde nicht nur Jahrgangsbester, sondern schließlich erkannten ihn viele an und beneideten ihn sogar. Für das Werk Gottes durfte er mit dieser Identität viele geistliche Freunde gewinnen, so dass Gott das Senfkornorchester sehr segnete und daraus ein großes Werk auch bei TeenStreet entstand.

Graf von Zinzendorf lebte mit klaren Prinzipien schon in seiner Schulzeit als königlicher Priester und von Gott Erwählter. Er wollte heilig sein. Statt wie die anderen das Tanzen mit Mädchen zu lernen, lehnte er es als sündig ab. Dadurch wurde er zu einem Außenseiter. Schon in seiner Schulzeit bemühte er sich jedoch geistliche Freunde zu finden wie beispielsweise Friedrich von Wattenwyl, der mehr sein Schaf wurde, durch die Freundschaft aber später sogar die Gemeine Herrenhut leiten konnte.

Lasst uns deshalb unser Glaubensleben in der Welt mit unserer neuen Identität betrachten. Ich bete dafür, dass unsere Schüler stolz auf ihre Identität sind und mit dieser offen mitten unter ihren Mitschülern leben und als königliche Priester für sie leben.

Was sollen wir mit dieser neuen Identität nun tun? Vers 9b sagt: „…dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“ Wir dürfen die Wohltaten Gottes in unserem Leben verkündigen. Wir dürfen darüber zu den Ungläubigen und Suchenden sprechen, aus welcher Sündennacht uns Jesus errettet hat und welches herrliche neue und ewige Leben er uns anvertraut hat. Wir dürfen über das Licht Jesu sprechen, welches uns eine klare Orientierung für unser Leben geschenkt hat. Statt passive Mitglieder der königlichen Priesterschaft zu sein, dürfen wir uns aktiv mit unserem Leben dafür hingeben.

Lasst uns die Verse 11 und 12 lesen: „Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, und führt ein rechtschaffenes Leben unter den Heiden, damit die, die euch verleumden als Übeltäter, eure guten Werke sehen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung.“ Zuletzt ermahnte Petrus die Brüder noch einmal nicht der Sünde zu folgen und den fleischlichen Begierden zu dienen. Sie sollten mitten unter dem heidnischen Einfluss ein rechtschaffenes Leben führen. Weil wir dies tun, werden die Menschen um uns erkennen, dass wir zu Gott gehören. Sie werden die Kraft Gottes erkennen, die in unseren Seelen mächtig wirkt. Allein schon durch unser rechtschaffenes Leben üben wir den guten Einfluss aus, so dass letztendlich diejenigen, die uns sogar verleumdet und verfolgt haben, zu Gott umkehren und ihn am Tag der Heimsuchung preisen werden.

Unsere Schüler, die nun eine neue Schule besuchen, oder gerade eingeschult worden sind, ermutigt Petrus auch ein rechtschaffenes Leben zu führen. Sie sind begierig nach dem Wort Gottes, indem sie an ihrem Leitwort, welches Gott ihnen geschenkt hat, festhalten und mit diesem Leitwort entschlossen von Anfang an in der neuen Schule kämpfen. Dadurch wird Gott mächtig in ihnen und durch sie wirken, so dass viele ihrer Klassenkameraden zum geistlichen Anstoß kommen.

Heute haben wir gelernt, den heidnischen Einfluss zu überwinden, indem wir begierlich nach der vernünftigen lauteren Milch des Wortes Gottes sind. Durch diese Milch werden wir zu unserem Heil zunehmen. Wir haben unseren Eckstein Jesus kennengelernt, der vor uns verworfen wurde und an den wir uns legen dürfen, um das geistliche Haus zu erbauen. Wir haben auch unsere neue Identität kennengelernt. Wir sind die königliche Priesterschaft in dieser Generation. Es ist die hohe Berufung vor Gott, die alle unsere weltlichen Berufungen übertrifft. Gott hat uns erlaubt, uns zu entscheiden, statt mit den kleinen weltlichen Identitäten zu leben, als Mittler für die Schüler und Studenten zu und von Gott zu leben. Gott segne vor allen Dingen unseren Schüler, in dem nun beginnenden neuen Schuljahr mit dieser Identität zu leben, allen Zeitgeist zu überwinden und königliche Priester für ihre Mitschüler zu sein. Gott gebrauche sie als Mittler von und zu Gott bis an die Enden der Erde.

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