Die Stiftshütte

2.Mose 26,1 – 27,21
Leitvers 26,30b

„So sollst du die Wohnung in der Weise aufrichten, wie du sie auf dem Berge gesehen hast.“

Danken wir Gott für das Studium des Buches Exodus, das uns lehrt, als sein Volk zu leben. Die Kapitel 25-31 sind der Bauplan für Gottes Wohnung unter seinem Volk. In der letzten Lektion haben wir die Bundeslade, den Tisch und den Leuchter kennen gelernt. Die Bundeslade mit dem Gesetz und dem Gnadenthron war der Ort, wo Gott seinem Diener begegnen und mit ihm alle Worte für die Israeliten reden wollte. Heute betrachten wir die Stiftshütte, den Brandopferaltar und der Vorhof. Es fällt auf, dass Gott das Heiligtum von innen nach außen beschreibt. Dies zeigt, dass es Gottes Plan und Gottes Weise war, die Gott für sein Volk bereitet hatte, in seine Gegenwart zu kommen.

Wir haben keine Lade und keine Stiftshütte mehr. Durch Jesus Christus hat Gott den neuen und lebendigen Weg geöffnet, auf dem die Sünder zu ihm kommen können, und er unter ihnen wohnen kann. Der Bauplan der Stiftshütte ist aber für uns umso wichtiger, um zu verstehen, was es wirklich heißt, an Jesus zu glauben. Möge Gott uns segnen, unser Leben durch Buße täglich zu heiligen, so dass Gott unter uns wohnen kann. Möge Gott uns helfen, die Wohnung Gottes auf Gottes Weise aufzurichten, damit er unter dieser Generation wohnen kann.

1. Die Stiftshütte (26,1-37)

Vers 1 sagt: „Die Wohnung sollst du machen aus zehn Teppichen von gezwirnter feiner Leinwand, von blauem und rotem Purpur und von Scharlach. Cherubim sollst du einweben in kunstreicher Arbeit.“ Dieser Abschnitt beschreibt die Stiftshütte, also das eigentliche Zelt. Gott nennt die Stiftshütte die „Wohnung“. 25,8 sagt: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne.“ Dass Gott unter seinem Volk wohnten wollte, war Gottes einseitige Gnade. Die Initiative dazu ging von Gott aus. Er hatte sich entschieden, ihr Gott zu sein und sie zu seinem Volk zu machen. Sogar wollte er unter ihnen wohnen. Damit er nach seiner Gnade unter ihnen wohnen konnte, durften sie nun die Wohnung in bestimmter Weise aufrichten.

Gemäß den Versen 1-14 war die Wohnung mit vier Schichten bedeckt: Teppiche aus Leinwand, darüber Teppiche aus Ziegenhaar, dann rotgefärbte Widderfelle und schließlich Dachsfelle. Auch diese Decken werden von innen nach außen beschrieben. Die unterste Schicht waren zehn Teppiche aus gezwirnter feiner Leinwand, mit blauem und rotem Purpur und Scharlach gefärbt. Darin waren Cherubim kunstvoll eingewebt. Die Farben blau, Purpur und Scharlach spiegeln die Majestät Gottes, das Priestertum und die himmlische Herrlichkeit, wider. Die Cherubim waren himmlische Wesen, die in der Gegenwart Gottes standen. Wer in die Stiftshütte kam, sah über sich den Teppich in den himmlischen, königlich-priesterlichen Farben und die Bilder der himmlischen Wesen. Anders gesagt war die Stiftshütte ein Bild des Himmelreichs. In die Stiftshütte zu kommen bedeutete nichts anderes als in die himmlische Herrlichkeit einzutreten. Wer möchte nicht gerne in den Himmel? Jeder sehnt sich nach dieser Herrlichkeit. Darum sollen wir umso genauer erforschen und verstehen, welchen Weg Gott für die Menschen geöffnet hat, in seine himmlische Herrlichkeit zu kommen.

Die innerste Schicht der Teppiche repräsentiert den Himmel. Die Sünder können aber nicht unmittelbar in diese Herrlichkeit eintreten. Darum gab es über diesen zehn Teppichen noch drei weitere Schichten. Die zweite Schicht waren Teppiche von Ziegenhaaren. Auch sie waren mit Haken und Schlaufen miteinander verknüpft, so dass sie einen Teppich bildeten. Das Ziegenhaar erinnert an den Ziegenbock, der gemäß 3. Mose 16 am Versöhnungstag stellvertretend für das Volk die Sünde auf sich nahm. Der Hohenpriester legte dem Bock die Hände auf, legte alle Sünden und Verfehlungen des ganzen Volkes auf ihn und schickte ihn in die Wüste zum „Asasel“, also zum Teufel (3. Mose 16,21). Die Sünder brauchen einen Stellvertreter, der für sie ihre Sünde auf sich nimmt und fortträgt, dann können sie in die Herrlichkeit Gottes eintreten. Die dritte Schicht waren rotgefärbte Widderfelle. Widder waren die Opfer, die bei der Einsetzung der Priester dargebracht wurden. Rot ist die Farbe des Blutes. Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung. Dadurch, dass ein Opfer stellvertretend sein Blut vergießt, werden aus schmutzigen Sündern würdige Priester, die in Gottes Gegenwart treten und dem heiligen Gott in seiner himmlischen Herrlichkeit dienen können. Die oberste Schicht waren Dachsfelle. Luther übersetzt hier „Techashim“ mit Dachs. Es könnte sich auch um Meeressäugetiere handeln. Auf jedem Fall war das Material ein wasserabweisendes festes Leder, aus dem man auch Schuhe machte (Hesekiel 16,10). Das Material war als oberste Decke sehr geeignet, aber es war äußerlich unscheinbar dunkelgrau. Die Stiftshütte war voll der himmlischen Herrlichkeit, aber die himmlische Herrlichkeit war verborgen.

Die Beschreibung der Stiftshütte – die himmlische Herrlichkeit, das stellvertretende Opfer, das vergossene Blut, die äußere Unscheinbarkeit – erinnert an Jesus Christus. Johannes 1,14 sagt: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ In Jesus Christus gibt es die himmlische Herrlichkeit. Wer in Jesus Christus lebt, der lebt in der Gegenwart Gottes und genießt schon hier die unbeschreibliche Freude und Kraft des Himmelreichs. Doch auch in Jesus ist die himmlische Herrlichkeit zunächst verborgen.

Jesus war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum wurde er für nichts geachtet (Jesaja 53,3). Doch er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Er starb für uns am Kreuz, indem er unsere Sünde auf sich nahm, und vergoss sein Blut als das vollkommene Opfer. So öffnete er den Weg für die Sünder in die Herrlichkeit Gottes. Diejenigen, die ihn als den Heiland erkennen und im Glauben annehmen, gelangen in Gottes herrliche Gegenwart.
Der Apostel Johannes war ein eifriger junger Mann. Obwohl er Jesus nachfolgte, war ihm Jesu Werk nicht spektakulär genug und zu klein. Einmal wollte er Feuer vom Himmel regnen lassen, um die abweisenden Samariter zu strafen (Lukas 9,54). Ein anderes Mal forderte er einen Platz auf einem Thron neben Jesus (Markus 10,37). Schließlich aber er erkannte er im unscheinbaren Jesus den herrlichen Gott. Er bekannte, dass Gott die Welt so sehr geliebt hat, dass er seinen eingeborenen Sohn als stellvertretendes Sühneopfer gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben in Gottes strahlender Herrlichkeit haben (Johannes 3,16). Johannes wurde zum Eiferer für Jesu Werk und zum guten Hirten für die Christen im ersten Jahrhundert.

Genau so ist Gottes Werk, das die Sünder zur Herrlichkeit Gottes führt, äußerlich unscheinbar und mit Hingabe verbunden, aber es ist der Weg Gottes zum Leben. Dr. Samuel Lee diente dem Werk der Jüngererziehung durch das Zweierbibelstudium. Er half unmöglichen Sündern durch das Bibelstudium, die persönliche Gemeinschaft, das Hirten- und Predigertraining, Jesus zu erkennen und ihm nachzufolgen. Vielen war diese Dienerschaft zu mühselig. Sie wollten weniger Einsatz und mehr Ehre. Doch wenn wir den Aufbau der Stiftshütte betrachten, liegt genau in dieser Dienerschaft das Leben gebende Werk Gottes. Die Jüngererziehung durch das Zweierbibelstudium und das persönliche Training ist der Weg, einen Sünder in die Herrlichkeit Gottes zu führen. Die Leben gebende Hingabe für einen Menschen führt dazu, dass ein schmutziger, elender, hoffnungsloser Sünder zu einem königlichen Priester verändert wird, der in der Herrlichkeit der Gegenwart Gottes seinen heiligen Dienst tut (1. Petrus 2,9).

Eine junge Frau war fleißig und erfolgreich in der Schule und im Studium und gewann viele akademische Auszeichnungen. Sie kam zum Bibelstudium mit dem Ziel, den naiven Glauben der Christen zu widerlegen. Doch durch das Bibelstudium erkannte sie, wie leer und verzweifelt sie trotz aller Erfolge innerlich war, wie reich aber die Gläubigen sind, die ein unscheinbares Leben der Hingabe führen. Durch Johannes 3,16 nahm sie Gottes Liebe in Jesus an, der für sie starb, um sie in die himmlische Herrlichkeit zu führen. Sie entschied sich, ihr Leben für die Weltmission einzusetzen. Ihr Leitwort wurde Markus 6,37a: „Gebt ihr ihnen zu essen“, und durch sie wurden viele junge Menschen und auch ihre Angehörigen in die Gegenwart Gottes und in den priesterlichen Dienst geführt.

Die Herrlichkeit der Welt ist wie eine schön anzusehende bunte Decke, unter der es nur Leere, Verzweiflung und Todesangst gibt. Jesus und sein Werk durch die Gläubigen, die sich hingeben, dagegen sind äußerlich unscheinbar wie eine graue Dachsfelldecke, doch hinter dieser unscheinbaren Fassade verbirgt sich strahlende Herrlichkeit. Wer sich auf Jesus einlässt, erkennt, dass Jesu Demut und Lebenshingabe der Weg ist, den Gott für uns zum seligen und fruchtbaren Leben als sein heiliges Volk und als königliche Priesterschaft bereitet hat. Lassen wir uns nicht länger von äußerer Herrlichkeit täuschen, sondern dienen wir dem unscheinbaren Krippenwerk Jesu durch die unscheinbare Hingabe für das Bibelstudium, die Jüngererziehung und das Hirtentraining und erfahren wir die Veränderung der jungen Menschen zur königlichen Priesterschaft.

Betrachten wir die Verse 15-16: „Du sollst auch Bretter machen für die Wohnung, aus Akazienholz, zum Aufstellen; zehn Ellen lang soll ein Brett sein und anderthalb Ellen breit.“ Die Stiftshütte selbst unter den Teppichen und Decken bestand aus Brettern aus Akazienholz. Die Bretter standen auf silbernen Füßen und waren mit Zapfen ineinander gesteckt und wurden von Riegeln gehalten. An der Süd- und Nordseite waren es 20 Bretter, an der Westseite 6 Bretter, dazu zwei Eckbretter. Die Maße der Stiftshütte waren 15 mal 4 Meter, und die Höhe 5 Meter (eine Elle entspricht ungefähr 50 cm). Die Bretter waren vergoldet, so dass die Stiftshütte von innen unter dem blauen, purpur- und scharlachfarbenen Himmel mit den Cherubin golden strahlte. An der Ostseite war der Eingang, vor dem an fünf vergoldeten Säulen eine Decke aus Purpur und Scharlach in Buntwirkerarbeit hing.

Sehen wir uns Vers 31 an: „Du sollst einen Vorhang machen aus blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter feiner Leinwand und sollst Cherubim einweben in kunstreicher Arbeit.“ Dieser Vorhang hing an vier Säulen und trennte den vorderen Teil der Stiftshütte vom hinteren Teil. Vers 33 sagt: „Und du sollst den Vorhang an die Haken hängen und die Lade mit dem Gesetz hinter den Vorhang setzen, dass er euch eine Scheidewand sei zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten.“ Im hinteren Teil der Stiftshütte, dem Allerheiligsten, stand die Lade mit dem Gesetz. Vor dem Vorhang standen der Tisch mit den Schaubroten, der Leuchter und der Räucheropferaltar. In diesen vorderen Teil gingen die Priester täglich morgens und abends, brachten das Räucheropfer und richteten die Lampen des Leuchters zu. Sie gingen auch hinein, wenn für die Priester oder die ganze Gemeinde ein Sündopfer gebracht wurde. An jedem Sabbat wurden die Schaubrote erneuert. Ins Allerheiligste aber ging nur der Hohepriester, und auch nur einmal im Jahr, am Versöhnungstag. Niemand sonst durfte hinein. Gott setzte den Hohepriester für dieses entscheidend wichtige Amt ein. Davon, wie der Hohepriester sein Amt versah, hing ab, ob das Volk Vergebung empfing oder nicht. Dank sei Gott, dass wir einen ewigen Hohepriester haben, Jesus Christus. Er ist ein für allemal durch sein Blut in das Heiligtum eingegangen. Als er am Kreuz auf Golgatha starb, zerriss der Vorhang zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten in zwei Teile, von oben an bis unten aus. Der Zugang ins Allerheiligste ist offen. Die Sünder brauchen keinen Hohenpriester und kein Opfertier mehr. Der neue und lebendige Weg, der sich geöffnet hat, ist der Glaube an Jesus Christus, der durch sein Blut ein für allemal Sühne geschaffen hat. Jesus sagt: „Wer glaubt, der hat das ewige Leben“ (Johannes 6,47). Wir dürfen den neuen Weg aber nicht missverstehen. Gott ist nicht weniger heilig geworden. Wir sind auch nicht weniger sündig geworden. Nicht der hintere Teil der Stiftshütte ist verschwunden, sondern der vordere Teil (Hebräer 9,8). Gottes Heiligkeit kommt in Jesus zu uns. Das Allerheiligste ist nicht mehr fern und unnahbar, sondern kommt in Jesus zu uns, bis in die hintersten Reihen, an den Campus, in die Wohnheime und klopft an (Offenbarung 3,20): „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.“ Manche Gläubige haben die Gottesfurcht verloren und berufen sich trotzdem darauf, durch Jesus gerettet zu sein. Doch ihr praktisches Leben entspricht nicht der Heiligkeit Gottes. Solange sie nicht ihr Herz für Jesus öffnen, leben sie nicht in der Gegenwart Gottes. Der Weg ins Allerheiligste führt nur über die Abkehr von der Sünde. Wie können wir dann diesen Weg zum Leben finden, wenn wir keine sichtbare Stiftshütte, keinen menschlichen Hohepriester und keinen Vorhang mehr haben? Lesen wir Vers 34: „Und du sollst den Gnadenthron auf die Lade mit dem Gesetz tun, die im Allerheiligsten steht.“ Im Allerheiligsten befindet sich die Lade mit dem Gesetz. Gottes Wort ist immer noch der Maßstab für ein heiliges, Gott gefälliges Leben. Das Wort Gottes sagt uns, worüber wir Buße tun sollen und wie wir in der allerheiligsten Gegenwart Gottes leben können. Jesus sagt in Johannes 14,23: „Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“ Ein heiliges Leben ist ein Leben mit dem Wort Gottes.

Der Bauplan der Stiftshütte zeigt uns, wie der heilige Gott unter seinem Volk wohnen kann. Von Gottes Seite hat er alles vorbereitet, dass die Sünder durch das Blut des stellvertretenden Opfers gesühnt werden und in seine Gegenwart kommen, und er mit ihnen fröhliche Gemeinschaft hat. Zu diesem Zweck ließ er die Wohnung so herrlich und sorgfältig bauen. Lesen wir Vers 30b: „So sollst du die Wohnung in der Weise aufrichten, wie du sie auf dem Berge gesehen hast.“ Es ist entscheidend, dass wir die Wohnung in der Weise aufrichten, wie Gott sie uns zeigt. Würde Mose nicht im Detail gehorchen, könnte Gott nicht unter seinem Volk wohnen. Würde er zum Beispiel die Teppiche aus Ziegenhaaren weglassen, gäbe es kein stellvertretendes Opfer. Dann wäre alle Mühe umsonst, und niemand käme in die himmlische Herrlichkeit. Wenn ein Architekt seinen Plan erstellt, sollen sich alle Arbeiter daran halten, sonst hat ein Haus keinen dauerhaften Bestand. Umso mehr sollen wir, wenn uns Gott den Bauplan für seine Wohnung unter den Menschen gibt, die Wohnung in der Weise aufrichten, wie er sie uns zeigt. Was ist Gottes Weise zur Aufrichtung der Wohnung? Gottes Weise ist (1) die Heiligung des eigenen Lebens durch tägliche Buße und (2) der Gehorsam gegenüber Gottes Berufung.

Erstens: Die Heiligung des eigenen Lebens. Gottes Wohnung aufzurichten bedeutet, das tägliche Leben zu heiligen. Wir sind Gottes Wohnung. Durch unseren Glauben an Jesus Christus hat der heilige Gott in uns Wohnung genommen (Epheser 2,22). Doch in der Welt sind wir ständigen Versuchungen ausgesetzt. Dies gilt für uns genauso wie für die Kinder und Jugendlichen. Damit Gott in uns wohnen kann und Gottes Wohnung rein und heilig bleibt, müssen wir unser tägliches Leben durch die Buße heiligen. „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ (1. Johannes 1,8.9) Buße ist nicht etwas einmaliges, was wir vor 5, 10 oder 20 Jahren getan haben. Luther sagte in seinen 95 Thesen, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll. Gottes Wohnung richten wir auf Gottes Weise auf, wenn wir durch sorgfältige Buße auf unser geistliches Leben Acht haben und es für Gott heiligen. Dies fängt mit dem Wortkampf durch die persönliche Stellungnahme an. Diejenigen, die den Stellungnahmekampf gemäß dem Wort Gottes führen, erfahren, wie Gott sie mehr und mehr heilt und verändert und zur heiligen Wohnung Gottes macht. Lasst uns auf unser geistliches Leben achten und auch unseren Hoffnungsträgern und Kindern helfen, den Wortkampf zu führen und Gottes Wohnung durch ein Leben der Buße und Heiligung aufzurichten.

Zweitens: Der Gehorsam gegenüber der Berufung. Gottes Wohnung aufzurichten bedeutet, an allen Fakultäten und Hochschulen Zweierbibelstudium-Teams zu bilden. In den vergangenen 50 Jahren durften wir als UBF in Europa erfahren, wie Gott dieses Krippenwerk segnete, als sich die Laienmissionare und -hirten dem Bilden von Zweierbibelstudiumteams unter den Studenten widmeten. Durch UBF konnten viele Studenten dem Zeitgeist widerstehen und Glaubensgeschichte als die Wohnung Gottes in dieser Generation schreiben. Ein Missionar in Russland erfuhr, wie nach anfänglich schnellem Wachstum alle Bibelschüler weggingen. Sein Hirte half ihm mit Markus 11,22, Gottes Wohnung auf Gottes Weise aufzurichten, durch Zweierbibelstudiumteams und Jüngererziehung. Der Missionar gehorchte Gottes Berufung, sogar in schwerer Krankheit, und Gott stellte Jünger Jesu und Hausgemeinden auf, die Gottes Wohnung für Russland und die Weltmission sind. Vers 30b sagt: „So sollst du die Wohnung in der Weise aufrichten, wie du sie auf dem Berge gesehen hast.“ Wir dürfen in diesem Jahr gemäß Hesekiel 37,10, Johannes 17,21 und Johannes 1,4 den Geist der Pionierzeit erneuern und uns für die nächsten 50 Jahre entscheiden, durch das Bilden von 10.000 Zweierbibelstudium-Teams die Wohnung Gottes an allen Hochschulen in Europa und bis hin in die muslimischen Länder aufzurichten.

2. Der Brandopferaltar und der Vorhof (27,1-21)
Lesen wir 27,1: „Du sollst einen Altar machen aus Akazienholz, fünf Ellen lang und ebenso breit, dass er viereckig sei, und drei Ellen hoch.“ Der Brandopferaltar stand draußen vor der Stiftshütte im Vorhof. Er war 2,5 m² lang und weit und 1 ½ Meter hoch. Der Altar war aus Holz und mit Kupfer überzogen. In 3. Mose 6 erfahren wir, dass das Feuer im Brandopferaltar ständig brannte. Gott ließ den Altar mit Kupfer überziehen, weil Kupfer bei einer Schmelztemperatur von 1.084 Grad die größte Hitze aushält und gleichzeitig die Wärme am besten leitet. An den vier Enden waren vier Hörner, die Kraft symbolisierten und an die das Blut der Opfertiere gestrichen wurde. Welche Kraft hatte der Altar? Es ist die Kraft der Sündenvergebung, die in Lukas 1,69 die „Macht des Heils“ genannt wird. Auf dem Altar wurden Teile der Opfer verbrannt, die die Israeliten zur Stiftshütte brachten. Jeder, der zur Stiftshütte hineinkam, musste zum Brandopferaltar. Ohne Opfer kann niemand zu Gott. Jeder Mensch ist ein Sünder. Jeder unterliegt wegen seiner Sünde dem Zorn Gottes. Der Zorn Gottes ist wie das verzehrende Feuer des Altars. Es gibt Menschen, die die Sünde für harmlos halten, obwohl sie sich selbst darunter quälen. Ihr Gewissen bezeugt ihnen aber, dass Gott ihre Sünde nicht dulden kann. Wir müssen wissen, dass Sünde nicht harmlos ist. Römer 1,18 sagt: „Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.“ Wo Gottes Zorn offenbart wird, können die Sünder nicht bestehen. Eigentlich sollten die Sünder brennen. Doch Gott lenkte seinen ganzen brennenden Zorn auf die Opfer, die geschlachtet und deren Teile im Altar verbrannt wurden. Wenn die Israeliten den Rauch des Feuers vom Brandopferaltar sahen, wussten sie, dass Gott ihre Sünde vergab und dass sie vom feurigen Zorn Gottes verschont blieben. Darum kamen sie gerne und voller Dankbarkeit und opferten ihre Erstlinge und besten Tiere, indem sie dem Tier die Hand auf den Kopf legten. Unsere Beziehung zu Gott drückt sich dadurch aus, dass wir zu ihm kommen wie ein Kind zum Vater, im Vertrauen darauf, dass sein Zorn uns nicht trifft, sondern dass er all seinen Zorn auf seinen Sohn Jesus gelegt hat. Wir dürfen wissen, dass Gott uns gnädig ist, egal, wie schwer unsere Sünde auch sei.

Die Verse 9-19 beschreiben, wie der Vorhof gebaut werden sollte. Der Vorhof maß 50 mal 25 Meter. Die Wände waren aus Leinwand und standen auf Säulen mit silbernen Ringbändern und kupfernen Füßen. Sie waren 2,50 m hoch, so dass niemand hinübersteigen konnte. Vor dem Eingang an der Ostseite hing eine Decke gewirkt aus blauem und rotem Purpur, Scharlach und gezwirnter feiner Leinwand. Die Decke gab den Israeliten eine Ahnung, welche Herrlichkeit Gott für sie bereitet hatte, und lud sie ein, hineinzugehen und mit Gott versöhnt zu werden.

Lesen wir die Verse 20 und 21: „Gebiete den Israeliten, dass sie zu dir bringen das allerreinste Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter, dass man ständig Lampen aufsetzen könne. In der Stiftshütte, außen vor dem Vorhang, der vor der Lade mit dem Gesetz hängt, sollen Aaron und seine Söhne den Leuchter zurichten, dass er brenne vom Abend bis zum Morgen vor dem HERRN. Das soll eine ewige Ordnung sein für ihre Nachkommen bei den Israeliten.“ Der Leuchter im Heiligtum sollte die ganze Nacht brennen. In der Stiftshütte gab es immer Licht. Auch in der Gemeinde Gottes gibt es keine Finsternis. Gottes Licht in den Gläubigen treibt alle Finsternis aus. Wer trug die Verantwortung dafür, dass das Licht brannte? Es waren die Priester, diejenigen, in denen Gottes Licht brannte. Zur Zeit der Richter schien die Finsternis Überhand zu nehmen. Doch Gott ließ es nicht zu, dass die Lampe verlosch. Als der Hohepriester geistlich blind war und seine Söhne verdorben waren, brannte die Lampe Gottes in einem kleinen Jungen, Samuel, den Sohn Hannas, der bereit war, auf Gottes Wort zu hören, und es so zu lehren, wie es ist. Auch in der größten geistlichen Finsternis brennt Gottes Lampe unveränderlich. Gott hat zu jeder Zeit seine Übriggebliebenen, die durch ihren Glauben das allerreinste Öl bringen, das die Lampen am Brennen hält und Gottes Wohnung erleuchtet.

Heute haben wir gelernt, Gottes Wohnung auf Gottes Weise aufzurichten. Gott gab seinem Volk einen genauen Bauplan, damit er unter ihnen wohnen konnte und sie die herrliche Gemeinschaft in seiner himmlischen Herrlichkeit genießen konnten. Lasst uns durch den treuen Wortkampf in Jesus Christus unser Leben täglich heiligen und durch den Gehorsam gegenüber seiner Berufung zum Bilden von Zweierbibelstudiumteams Gottes Wohnung unter dieser Generation in Europa und bis in die muslimischen Länder aufrichten.

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