Gott hörte das Wehklagen der Israeliten

GOTT ERHÖRTE DAS WEHKLAGEN DER ISRAELITEN

2.Mose 2,1 – 25
Leitvers 2,24

„Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob.“

In der vergangenen Woche haben wir zwei Siegesberichte gehört und gesehen, wie Gott die langjährigen Gebete und den Glauben der Eltern von Missionar Petrus und Hirten Johannes Chang gesegnet und sie als Leiter für die nächste Generation, für Europa und die Weltmission hat wachsen lassen. Durch das Glaubensgebet der Eltern und des Knechtes Gottes durften sich auch die Jugendlichen bei der Young Leaders Conference 2017 für das wahre Leben als Christen zurüsten und dürfen nun in diesen Sommerferien durch das Sonderbibelstudium aus den fünf Büchern Mose und die Teilnahme an Teenstreet die Um-gebung für Gottes Wirken unter den jungen Menschen vorbereiten.

Durch das Exodus-Bibelstudium lernen wir derzeit den Gott der Erlösung kennen, der sein auserwähltes Volk aus der Knechtschaft in der Sünde befreit, um sie als Königreich von Priestern für die ganze Welt zu gebrauchen. In den ersten Kapiteln geht es darum, wie Gott einen Weg der Befreiung sorgfältig und langfristig vorbereitet. Durch Kapitel 1 haben wir erfahren, dass Gottes Volk in den Leiden und Bedrängnissen umso stärker wurde, je mehr sie unterdrückt wurden. Kapitel 2 zeigt uns, wie Gott durch die Leiden sein Volk bereit machte, zu ihm zu kommen und aus Ägypten, wo es gebunden lebte, auszuziehen, und wie er für den Exodus seines Volkes einen Leiter, Mose, vorbereitete. Ich bete, dass wir Einsicht für sein Wirken empfangen, wie er jetzt in Europa inmitten der Leiden das Wehklagen seines Volkes erhört und die Befreiung vom gottlosen Humanismus und eine geistliche Erneuerung vorbereitet.

1. Gott bereitet einen Leiter für den Exodus vor (1-22)

Lesen wir Vers 1: „Und es ging hin ein Mann vom Hause Levi und nahm ein Mädchen aus dem Hause Levi zur Frau.“ In Kapitel 6 erfahren wir, dass dieser Mann aus dem Hause Levi Amram hieß und mit Jochebed, auch aus dem Hause Levi, eine Glaubensfamilie gründete. Zu dieser Zeit war die Macht des Pharao am stärksten und die Unterdrückung der Israeliten am härtesten. Als ein neuer Pharao aufkam, der Josef nicht kannte, hatte er beschlossen, die Israeliten durch Zwangsarbeit zu bedrücken und niederzuhalten. Als sie sich dennoch weiter vermehrten, wollte er durch die Hebammen alle hebräischen Jungen töten lassen. Doch die Hebammen fürchteten Gott und gehorchten dem Gebot des Pharao nicht. Schließlich gab der Pharao einen grausamen Befehl, alle männlichen Babys der Israeliten in den Nil zu werfen (1,22). Kinder sind die Hoffnung einer Nation und die Quelle der Freude der Familien. Den Israeliten war befohlen, unter entsetzlichen Qualen ihre Hoffnung aufzugeben. Wie groß muss ihre Verzweiflung gewesen sein.

Was aber tat Gott? Gerade in dieser schreck-lichen Lage begann Gott, einen Befreier wie Mose vorzubereiten. Er tat dies, indem er den Glauben der Eltern gebrauchte, Mose zu einer Entscheidung des Lebens führte und ihn in der Wüste zur Demut erzog.

Erstens: Der Glaube von Moses Eltern

Gemäß Vers 2 wurde Jochebed schwanger und gebar einen Sohn. Schon dies war eine Tat des Glaubens. Wegen des grausamen Befehls des Pharao aber war dieser Sohn von Geburt an dem Tode geweiht. Doch lesen wir Vers 2b: „Und als sie sah, dass es ein feines Kind war, verbarg sie ihn drei Monate.“ Moses Mutter sah, dass er ein feines Kind war. Natürlich denken alle Mütter, dass ihr Kind besonders schön sei. Doch Vers 2 meint, dass sie ihn mit Gottes Augen sah. In Gottes Augen war ihr Sohn ein feines Kind. Gemäß Genesis 1 war er nach dem Bild Gottes und mit einer Mission geschaffen worden. Seine Mutter wusste, dass Gott einen großen Plan für ihren Sohn hatte. Sie konnte ihn nicht einfach in den Nil werfen. Entgegen dem Befehl des Pharao verbarg sie ihn für drei Monate. Dies war auch eine Tat des Glaubens. Hebräer 11,23 sagt: „Durch den Glauben wurde Mose, als er geboren war, drei Monate verborgen von seinen Eltern, weil sie sahen, dass er ein schönes Kind war; und sie fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot.“ Sie fürchteten sich nicht vor den schrecklichen Umständen und Bedingungen. Stattdessen gehorchten sie Gott. Wenn das Baby schrie, schlossen sie die Fenster und gaben ihm schnell zu trinken. Nach drei Monaten wurde er zu laut – wie Paul Esra jetzt schon. Sie warfen ihn aber auch jetzt nicht hilflos und verzweifelt in den Nil. Vielmehr tat seine Mutter ihr Bestes, machte ein Kästlein von Rohr und verklebte es wasserdicht mit Erdharz und Pech und legte das Kind hinein und setzte das Kästlein in das Schilf am Ufer des Nils (3). Dann sandte sie seine Schwester hin, um zu sehen, wie es ihm erging.

Gott segnete ihren Glauben. Gottes gnädige Hand war über dem Kind. Er wurde nicht von einem Krokodil gefressen. Vielmehr fand ihn die Tochter des Pharao im Schilf. Das Kind jammerte sie. Sie zog ihn heraus und gab ihm seiner eigenen Mutter zum Stillen, so dass er mehrere Jahre lang durch seine eigenen Eltern Identitätsbildung als ein Hebräer erhalten durfte.

Hier lernen wir, wie wichtig es ist, nicht je nach den Umständen und Bedingungen aus Menschenfurcht zu handeln, sondern aus Gottesfurcht unser Bestes für die Rettung der jungen Menschen zu tun. In den Augen Gottes ist jeder Mensch ein feines Kind. Ein junger Mann sah äußerlich in Ordnung aus, in seiner eigenen Wohnung mit gutem Studienplatz. Innerlich quälte er sich unter der grausamen Herrschaft der Begierde und lag oft stundenlang auf dem Bett im dunklen Dachzimmer. Ein Knecht Gottes sah ihn als ein feines Kind, nahm ihn zum Bibelstudium an und lud ihn in die Lebensgemeinschaft ein. Obwohl der junge Mann oft rebellisch reagierte und seine Angehörigen den Knecht Gottes sogar be-drohten, gab dieser sein Bestes, um den Gehor-sam des Glaubens in diesem Studenten aufzu-richten. Der junge Mann durfte Römer 13,14 annehmen und wurde von der Herrschaft des Satans befreit und unter die Herrschaft Jesu gestellt. Er entschied sich für die Campus-mission und lernt jetzt selber, dem Zeitgeist in Europa zu widerstehen und in einem Menschen Glaubensgehorsam aufzurichten.

Der Pharao des Humanismus in Europa gebietet, den jungen Menschen selbst die wichtigen Entscheidungen im Leben zu über-lassen: an welchen Gott sie glauben, ob sie ihren Eltern gehorchen oder nicht, wo und was sie studieren, ob und wen sie heiraten. Ich las von einer Gruppe, die Kindergartenkinder ermutigt, ihr Geschlecht selbst zu wählen. Wer diesem Gebot nicht gehorcht, wird sofort als Fanatiker und sogar als Verbrecher verleumdet. Vor diesem grausamen Gebot des Pharao sind viele Hirten und Eltern auf unserem Kontinent hilflos geworden. Sie lassen die jungen Menschen ihr Leben selbst bestimmen. Doch damit kehrt sich jede Ordnung um. Die Eltern werden zu Spielzeugen der Kinder. Die Kinder werden zu hilflosen Sklaven der Begierden und Sünden. Die Folge ist der Tod, zuerst der geistliche Tod und dann die ewige Verdammnis. Doch kein Mensch ist zum Tod geschaffen. Jeder Mensch ist dazu geschaffen, Gott zu verherrlichen durch ein Leben mit der für ihn vorgesehenen Mission, wie Apostel Paulus, der bekannte: „Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.“ Wegen dieser Gnade und Hoffnung Gottes durften wir die vergangene Young Leaders Conference durchführen, bei der die Jugendlichen durch ihre Predigten, Stellungnahmen und das Auswendiglernen das wahre Leben der Christen nach dem Vorbild des Apostel Paulus kennen lernen durften. Zu diesem neuen, wahren Leben in Christus hat Gott uns befreit und bestimmt. Moses Eltern lehren uns den Glauben, durch den Gott ein großartiges Heilswerk vorbereitet. Wir brauchen uns nicht vor dem gottlosen Humanismus zu fürchten. Lasst uns die Kinder und jungen Studenten als künftige geistliche Leiter sehen und sie das wahre Leben der Christen lehren und erfahren, wie Gottes gnädige Hand über ihnen ist.

Zweitens: Moses Entscheidung des Lebens

Lesen wir Vers 11: „Zu der Zeit, als Mose groß geworden war, ging er hinaus zu seinen Brüdern und sah ihren Frondienst und nahm wahr, dass ein Ägypter einen seiner hebräischen Brüder schlug.“ Zwischen Moses Geburt und Vers 11 liegen vierzig Jahre (Apostelgeschichte 7,23). In dieser Zeit wurde Mose im Palast des Pharao ausgebildet und in aller Weisheit der Ägypter gelehrt. Er wurde mächtig in Worten und Werken. Diese Aus-bildung war die beste Ausbildung, die Ägypten zu bieten hatte. Eigentlich war diese Ausbildung dafür gedacht, ihn als Kronprinzen zu erziehen. Doch es war Gottes Weisheit und Führung, die ihn auf diese Weise auf seine Aufgabe als Führer Israels vorbereitete.

Zuerst würde er Orthographie, Grammatik und Rhetorik lernen. So wurde er zugerüstet, das Volk die Gebote Gottes zu lehren und die fünf Bücher Mose zu schreiben. Als Nächstes lernte er Arithmetik und Geometrie. Diese Begabung half ihm bei der Führung des Volkes und der genauen Niederlegung der Zahlen der Israeliten z. B. im vierten Buch Mose. Dann wurde er in Weisheit und Morallehre ausgebildet, zudem in der Religion des Landes. Dies half ihm, die einzigartige Weisheit Gottes zu erkennen und fundiert zu verkündigen: „Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein.“ Schließlich lernte er die Grundlagen der Rechtswissenschaft und der Naturwissenschaft.

Die Palasterziehung war ein großes Privileg. Normalerweise träumten alle jungen Menschen von solch einer Ausbildung. Mose aber kam immer mehr in Konflikt mit seiner Identität als Hebräer. Er hörte davon, dass die Hebräer Sklaven waren. Er hörte, wie verächtlich über sie gesprochen wurde. Sein Herz für sein Volk begann zu brennen und zu schmerzen. Als er groß geworden war, ging er hinaus und sah ihren Frondienst. Er nahm wahr, wie ein Ägypter einen seiner hebräischen Brüder schlug. Da traf er eine Entscheidung. Er traf die Entscheidung, sich auf die Seite des Volkes Gottes zu stellen. Er sah sich nach allen Seiten um und als er sah, dass kein Mensch da war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sande (11.12). Hebräer 11,24-26 sagen über seine Entscheidung: „Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao gelten, sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden als eine Zeit lang den Genuss der Sünde haben, und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung.“ Die Entscheidung des Lebens für seine Identität bedeutete für ihn scheinbar einen großen Verlust. Sie war zwangsläufig mit Schmach und Misshandlung verbunden. Doch sein Herz für sein Volk drängte ihn zu dieser Entscheidung.

Grundlage seiner Entscheidung war die geistliche Erziehung seiner Mutter. Ohne diese geistliche Erziehung wäre er vom Leben im Palast korrumpiert und schließlich überwältigt worden. Seine Mutter aber hatte in den Jahren, in denen er bei ihr aufwuchs, ihm die Identität als ein Angehöriger des Volkes Gottes einge-pflanzt. Wahrscheinlich hat sie täglich mit ihm gebetet und ihm Gottes Wort gegeben und ihn von klein auf geistliche Disziplin und eine geistliche Wertanschauung gelehrt. Als er Sohn der Tochter des Pharao wurde, war dies nur äußerlich. Sein Herz gehörte Gott und seinem Volk. Der Glaube an Gott war der Schatz in seinem Herzen, den niemand und nichts von ihm nehmen konnte. Dieser Schatz ließ ihn Anteil nehmen am Schicksal des Volkes Gottes. Während er im Palast ausgebildet wurde, sah er, dass das Leben als ein ägyptischer Prinz ein Leben in Rebellion gegen Gott war. Er sah, wie teuflisch der Pharao gegen Gottes Volk vorging. Seine eigene Identität als Hebräer bestimmte mehr und mehr die Prioritäten seines Lebens und seine Lebensorientierung. Als die Zeit gekommen war, traf er eine Entscheidung des Lebens. Er musste mit Verfolgung und sogar dem Tod rechnen. Doch er wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden als eine Zeitlang den Genuss der Sünde haben.

Für jeden von uns kommt die Zeit, in der er oder sie eine bewusste Entscheidung des Lebens treffen und sich klar als Gottes Volk identifizieren muss. Diese Entscheidung ist oft mit Schmach und Misshandlung verbunden. Für Hirten Johannes Chang kam diese Zeit, als er vor der Wahl stand, seine Karriere weiter zu verfolgen oder mit seinen Eltern geistlich zusammen zu arbeiten. Menschlich gesehen würde er zu viel verlieren. Doch er erinnerte sich an das Gebet seiner Mutter gemäß Lukas 1,15 und daran, dass sein Name „gnädiges Geschenk Gottes“ bedeutet. Seine Identität als Missionar der zweiten Generation gab ihm ein Hirtenherz für die Jugendlichen in diesem Kontinent Europa. Er traf mit Matthäus 6,33 eine Entscheidung des Lebens und zog von München zurück nach Bonn und gründete eine Glaubensfamilie. Gott segnete seine Entschei-dung und gebraucht ihn in diesen Tagen beim Teenstreet-Kongress. Durch das Orchester ermutigt er 4.000 junge Menschen, sich in einem feindseligen Umfeld klar als Gottes Volk zu identifizieren und als künftige geistliche Leiter zu wachsen. Im Leben eines jeden Menschen ist eine solche Entscheidung des Lebens notwendig. Eine solche Entscheidung des Lebens formt einen Leiter und bereitet Gottes Erlösungswerk durch ihn vor.

Drittens: Gott erzieht Mose in der Wüste

Lesen wir die Verse 13 und 14: „Am andern Tage ging er wieder hinaus und sah zwei hebräische Männer miteinander streiten und sprach zu dem, der im Unrecht war: Warum schlägst du deinen Nächsten? Er aber sprach: Wer hat dich zum Aufseher oder Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch umbringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da fürchtete sich Mose und sprach: Wie ist das bekannt geworden?“ Mose ging am nächsten Tag wieder hinaus. Er sah zwei Hebräer streiten und wollte schlichten. Doch sie stießen ihn von sich. Nicht nur das, sie verrieten ihn sogar und klagten ihn vor dem Pharao an. Vers 15 sagt: „Und es kam vor den Pharao; der trachtete danach, Mose zu töten. Aber Mose floh vor dem Pharao und hielt sich auf im Lande Midian. Und er setzte sich nieder bei einem Brunnen.“ Mose musste fliehen. Er hatte gedacht, er könne seinen Brüdern helfen und sie würden es verstehen und sie würden ihm folgen. Doch er wurde von seinem eigenen Volk verraten und verklagt. In der Wüste Midian setzte Mose sich an einen Brunnen nieder. Als die sieben Töchter Jitros kamen, um Wasser zu schöpfen, half er ihnen. Jitro nahm ihn auf und gab ihm seine Tochter Zippora zur Frau. Diese gebar ihm einen Sohn, den nannte er Gerschom und bekannte: „Ich bin ein Fremdling geworden im fremden Lande“ (22). Der Name seines Sohnes zeigt Moses innere Fragen und seine Einsam-keit. Warum schwieg Gott, sodass Mose in der Wüste Midian vierzig Jahre lang bleiben musste? Warum handelte er nicht, obwohl er hier im fremden Land so hilflos war und nichts tun konnte?

Gott aber gebrauchte diese Zeit, um ihn Demut zu lehren. Bevor Mose in die Wüste kam, dachte er, dass er etwas tun könne. Dieser Gedanke, etwas tun zu können, war tief in ihm verwurzelt. Während der vierzig Jahre in der Wüste erkannte er mehr und mehr, dass er nichts tun konnte, ja, auch nichts zu tun brauchte. Mose wurde demütig. 4.Mose 12,3 sagt, dass Mose ein sehr demütiger Mensch war, mehr als alle Menschen auf Erden. Anders gesagt erkannte er durch die Erziehung in der Wüste, dass Gottes Erlösungswerk nicht durch menschliche Fähigkeit geschieht, sondern durch Glauben. Seine Waffen waren nicht mehr seine Fähigkeiten, sondern das Gebet und der Glaube. Mit diesem Glauben führte er Israel später trotz der unerträglichen Umstände aus Ägypten und durchs Rote Meer bis zum verheißenen Land.

Gott gibt uns menschliche Gaben und Fähigkeiten, aber entscheidend ist der Glaube. Ohne Glaube ist’s unmöglich, Gott zu gefallen. Darum erzieht uns Gott in der Demut. Ein Missionar war, als er nach Russland kam, voller Eifer für die Studenten. Viele kamen und gingen. Doch nach einigen Jahren verließen ihn alle. Er und seine Familie waren allein. Diese Jahre waren für ihn wie ein Wüstentraining. Schließlich nahm er mit Markus 11,22 an, dass Gottes Werk durch den Glauben geschieht. Er lernte, auf Gott zu vertrauen und führte mit einigen Studenten das intensive Bibelstudium. Gott stellte durch seinen Glauben Haus-gemeinden und Mitarbeiter auf. Anfang des Jahres wurde bei ihm Magenkrebs festgestellt. Doch er bezeugte sein völliges Vertrauen auf Gott und Gottes Führung. Seine Hausgemeinde und sein Werk sind ein Segen für die Campusmission in Russland und der ganzen Welt. Es gibt keinen fruchtbaren geistlichen Leiter, den Gott nicht in der Demut erzogen hätte. Johannes 15,5 sagt: „Ich bin der Wein-stock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich ihn ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

2. Gott bereitet die Israeliten vor (23-25)

Betrachten wir Vers 23: „Lange Zeit aber da-nach starb der König von Ägypten. Und die Israeliten seufzten über ihre Knechtschaft und schrien, und ihr Schreien über ihre Knechtschaft kam vor Gott.“ Während Mose aufwuchs und von Gott vorbereitet wurde, seufzten die Israeliten über ihre Knechtschaft und schrien, und ihr Schreien über ihre Knechtschaft kam vor Gott. Die Israeliten litten unaufhörlich. Auch als ein neuer Pharao auf den Thron kam, änderte sich an ihrer Lage nichts. Achtzig Jahre lang litten sie unter der Knechtschaft. Für die Israeliten waren diese langen Jahre eine Zeit der größten Not. Das Schlimmste war, dass Gott schwieg. Es gab keine Offenbarung. Es gab kein einziges Anzeichen, dass er handeln würde. Die Lage wurde immer schlimmer. Heißt das, dass Gott auch nicht hörte? Lesen wir den Leitvers 24: „Und Gott erhörte ihr Wehklagen und gedachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob.“ Gott hörte ihr Wehklagen. Gott hörte während all dieser Jahre jeden Seufzer und jeden Schrei ganz genau. Er ge-dachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. Sie waren noch immer sein Volk. Jetzt war die Zeit gekommen, zu handeln und seine Verheißung zu erfüllen. Ihre lang andauernden Leiden hatten ein klares Ziel. Gott gebrauchte die Leiden, um sie auf den Exodus vor-zubereiten.

Zum einen schrien sie zu Gott. Zu Beginn hatten sie sich bei den Aufsehern beschwert und sich dann untereinander beklagt. Doch nach so langer Zeit kam ihr Schreien vor Gott. Sie hatten erkannt, dass es keine Hilfe gab. Ihre einzige Hoffnung war, dass der treue, allmäch-tige, souveräne Gott sich über sie erbarmte. Sie beteten mit der Verheißung Gottes an Abraham, Isaak und Jakob. Sie wussten nicht, wie lange es noch dauern würde. Doch sie glaubten, dass Gott ihr Gebet erhören und sich ihrer annehmen würde. Mit solchem Wehklagen kamen sie zu Gott Tag und Nacht.

Zum anderen wurden sie bereit, das Leben als Sklaven in Ägypten zu verlassen. Der sündige Mensch neigt zur Trägheit. Darum waren auch die Israeliten versucht, viele Kompromisse zu schließen. Doch sie erfuhren in all den Jahren, dass der Pharao sie immer noch grausamer unterdrückte. Als sie an das Gebot des Pharao dachten, die neugeborenen Söhne zu töten, erkannten sie, dass sie nicht mehr bleiben, sondern Ägypten verlassen würden. Ihr Wunsch nach Befreiung aus ihrem hoffnungslosen Leben wurde klarer. Sie schrien mit diesem konkreten Anliegen immer mehr und immer intensiver zu Gott.

Wenn wir sehen, wie hoffnungslos die jungen Menschen unter der Sklaverei der Sünde leiden, dann dient das dazu, Gottes Leute ins Gebet zu treiben. Das Leiden lehrt sie, mit Wehklagen zu Gott zu kommen und die herrliche Befreiung durch Bibellehrer und Hirten wie Mose vorzubereiten. Als Esra davon hörte, dass die Juden in Jerusalem von der Begierde zu Mischehen verführt worden waren, kam er mit großem Wehklagen zu Gott. Er bereitete das Werk der Buße und der Erneuerung des Bundes vor (Esra 9). Als Nehemia hörte, dass die Mauern Jerusalems zerbrochen und die Tore mit Feuer verbrannt waren und sich die Israeliten in Unglück und Schmach befanden, setzte er sich nieder. Er weinte und trug viel Leid und betete zu Gott mit Wehklagen. Er bat um Vergebung und um das Gelingen für seine Rückkehr und den Wiederaufbau (Nehemia 1). Das sind nur einige Beispiele. Wie wir von Esra und Nehemia lernen durften, kommen wir vom frühen Morgen an mit Wehklagen zu Gott. Wir beten mit Wehklagen für die Aufstellung von 10.000 Bibellehrern und 5 Millionen Gebets-mitarbeitern für die Wiedererweckung und geistliche Erneuerung in Europa. Gott gab uns dazu als Verheißung sein Wort aus Hesekiel 37,10. Er sagt uns, dass er die Totengebeine lebendig machen und sie als ein überaus großes Heer auf ihre Füße stellen wird. Der Leitvers lehrt uns, dass Gott das Wehklagen erhört. Auch wenn es manchmal so zu sein scheint, als ob er schweigt, hört er doch jeden Seufzer und jede Bitte. Er wirkt und bereitet den geistlichen Wiederaufbau durch unser Zweier-bibelstudium vor.

Unser Gebet darf nicht hilflos, wir selbst dürfen nicht verzweifelt und unser Handeln darf nicht inkonsequent sein. Wehklagen heißt, dass wir mit dem Glauben der Eltern des Mose zu Gott beten und der Jüngererziehung durch das Zweierbibelstudium dienen. Wehklagen heißt auch, wie Mose uns klar als Gottes Volk zu identifizieren und uns von Gott für unsere große Aufgabe als geistliche Leiter für den Exodus vorbereiten zu lassen. Wehklagen heißt vor allem, wie die Israeliten das Ziel des Leidens zu erkennen und mit der Buße und Erneuerung seines Bundes zu Gott und zu seinem Ver-heißungswort zurückzukommen. Möge Gott das Wehklagen seiner Knechte und Mägde in Europa erhören, alle 1.700 Hochschulen in Europa erschließen und es noch einmal als Missionare aussendenden Kontinent gebrau-chen.

Teilen