Habt Glauben an Gott!

Markus 1,1 – 16,20
Leitvers 11,22

„Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!“

Bis jetzt haben wir Jesu Leiterschaft im Markusevangelium studiert. Wir haben darüber nachgedacht, woher Jesu Vollmacht als ein geistlicher Leiter herkam, mit dem Gebet, dass wir auch zu solchen geistlichen Leitern wie Jesus heranwachsen mögen. Wir haben gelernt, woher Jesu geistliche Vollmacht kam:

1. von seiner Hoffnung,
2. aus seinem jammernden Hirtenherzen,
3. von seiner demütigen Dienerschaft,
4. von seinem Glauben,
5. von seinem Gehorsam.

Heute möchten wir nochmal zusammenfassen und uns einen Überblick darüber verschaffen, was wir gelernt haben. Wir wollen über die Frage nachdenken: Wie konnte Jesus seine Jünger als geistliche Leiter aufstellen? Wollt ihr wissen, wie Jesus solche Hoffnung, Leidenschaft, lebengebende Dienerschaft und Gehorsam haben konnte? Wenn wir das Markusevangelium mit dieser Frage im Herzen betrachten, finden wir, dass die Quelle all dessen sein Glaube ist. Darum ist unser Leitvers Markus 11,22. Lesen wir diesen Vers zusammen: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!” In dieser Lektion wollen wir jeden der fünf Abschnitte des Markusevangeliums zusammenfassen und über Jesu Jüngererziehungswerk darin nachdenken.

1. Jesu Berufung mit der Hoffnung (1,1 – 3,35)

Jesus kam in diese Welt mit Gottes Hoffnung, in einer dunklen und sündigen Zeit. Er predigte das Evangelium, heilte die Kranken und trieb die bösen Geister aus mit Gottes Hoffnung in seinem Herzen. Er berief die Jünger und stellte sie als Apostel auf, um Gottes Weltheilswerk durch sie zu erfüllen.

Jesus berief seine Jünger (1,17): „Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen.” Seine ersten Jünger waren Fischer. Der nächste war ein Zöllner, ein öffentlicher Sünder. Niemand hätte gedacht, dass solche Menschen in einer geistlich finsteren Zeit Einfluss ausüben könnten. Aber in Jesu Augen waren sie schon Menschenfischer. Jesus lud sie ein, mit ihm zu sein, und gab ihnen die Vision, dass sie als Apostel ausgesandt würden, mit seiner Vollmacht über die bösen Geister und Krankheiten (3,13.14).

Wie betrachtet ihr einen Menschen? Normalerweise betrachte ich die Menschen so, wie sie mir im Moment gefallen oder nicht gefallen. Aber Jesus betrachtet jeden Menschen als Geschöpf Gottes, für sein gutes Ziel. Jesus betrachtet die Menschen also nicht so, wie sie im Moment sind, sondern als diejenigen, die sie vor Gott sein werden. Jesus betrachtete vier nach Schweiß stinkende Fischer und einen einsamen Zöllner als seine vollmächtigen Apostel in Gott. Darum konnte er sie so berufen: “Folgt mir nach” und lebte er mit ihnen drei Jahre zusammen.

2. Jesu jammerndes Hirtenherz (4,1 – 8,26)

Durch diesen Teil erkennen wir, wie Jesus seine Jünger erzogen hat, ein jammerndes Hirtenherz für die Menge zu haben. Als Jesus sich mit seinen Jüngern zurückziehen wollte, folgte ihm eine große Menschenmenge zu Fuß. Jesus hatte ein Hirtenherz für diese Menschen, weil sie wie Schafe ohne Hirten waren (6,34). Wie konnte Jesus diese Menge mit solcher Leidenschaft betrachten und die Verantwortung auf sich selbst nehmen, sie den ganzen Tag Gottes Wort zu lehren und sie zu speisen? Niemand hatte ihm gesagt, dass er das tun sollte. Er bekam keine Belohnung oder Anerkennung dafür. Menschlich betrachtet bestand die Menge aus tausenden von Fremden, mit denen er nichts zu tun hatte, die ihn vielleicht sogar nervten. Aber Jesus betrachtete sie als Schafe ohne Hirten. Jesaja 53,6a sagt: „Wir gingen alle in die Irre, wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg…”

Heutzutage fühlen sich die Menschen durch den Ausdruck “Schaf” beleidigt. Sie wollen sich selbst nicht als Schafe betrachten, weil Schafe immer abhängig sind. Schafe brauchen und folgen ihrem Leiter. Aber im Licht der Bibel, ist das Problem von Jesu Zeit und unserer heutigen Zeit, dass die Schafe keinen Hirten haben. Wir wissen nicht, was wir tun. Als Jesus die Menschenmenge als Schafe ohne Hirten betrachtete, hatte er Mitleid mit ihnen und er war ihr Hirte, indem er sie Gottes Wort lehrte, sich um sie kümmerte und ihnen zu essen gab.

Jesus trainierte seine Jünger mit seinem Hirtenherzen. Die Jünger betrachteten die Menge so, als ob sie gar nichts mit ihnen zu tun hätten. Sie wollten sie einfach wegschicken, damit sie sich selber um ihr Essen kümmern sollten und in Frieden essen konnten. Aber Jesus forderte seine Jünger heraus (6,37): „Gebt ihr ihnen zu essen.” Er half ihnen, die Bedürfnisse der Schafe als ihre eigenen anzunehmen. Zuerst hatten sie sicher kein Hirtenherz. Aber was entscheidend war, war nicht ihr Gefühl, sondern ihr Gehorsam. Als sie Jesus gehorchten und hingingen, um zu suchen, was sie hatten, konnten sie fünf Brote und zwei Fische zu Jesus bringen und erfuhren, wie Jesus diese segnete und vermehrte, sodass dadurch die ganze Menge gespeist werden konnte. Jesus segnet den treuen Gehorsam, der aus dem ganzen Herzen kommt, weil er Hirtenherz für die Menge hat. Er kennt seine Schafe, und seine Schafe kennen ihn (Johannes 10,3). Jesus lädt seine Jünger ein, damit sie sein Hirtenherz für seine Schafe lernen können.

Es gibt viele Leute, die weder einladen, noch die Bibel lehren, noch sich um die Schafe kümmern, indem sie sagen, dass sie kein Hirtenherz hätten. Aber Jesus half seinen Jüngern zu Hirten heranzuwachsen aufgrund seines jammernden Hirtenherzens. Jesu Hirtenherz ist Gottes Hirtenherz für seine verlorenen Kinder. Darum segnete Jesus den Gehorsam gegenüber seinem Befehl: „Gebt ihr ihnen zu essen!“

Ein erfolgreicher Arzt lebt mit dem Leitvers Esra 7,10 aus der Überzeugung, dass Europa vor allem Bibellehrer braucht. Aufgrund von Esra 7,10 hat er sich dafür hingegeben, als ein moderner Esra zu wachsen. Wir können mit unseren eigenen Augen und Ohren beobachten, wie Gott seinen Glauben segnet. Durch den Gehorsam des Glaubens hat er eine Vortragsserie auf Universitätsniveau über einen großen Teil des Alten Testamentes in nur wenigen Tagen vorbereitet und gehalten. Gott macht ihn zu einem fruchtbaren Hirten mit einem jammernden Hirtenherzen für die Menge.

3. Jesu demütig dienendes Leben als ein Lösegeld (8,27 – 10,52)

Unser Leitvers für Jesu geistliche Leiterschaft ist Markus 10,45: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“ In den Kapiteln 9 und 10 erkennen wir das demütig dienende Leben Jesu und wie er seine Jünger lehrte, demütige Diener zu sein.

Was die Jünger daran hinderte, demütige Diener wie Jesus zu sein, war ihr Verlangen nach Größe, also ihr Ego (9,30-37; 10,35-45). Die Jünger konkurrierten untereinander, wer von ihnen der Größte wäre, obwohl Jesus ihnen gerade gesagt hatte, dass er verurteilt, verspottet und getötet werden würde.

Unsere Generation ist eine „iGeneration“. Die meisten halten ihre eigenen Gedanken, Gefühle und die Befriedigung ihrer Lust für am wichtigsten. Das ist eine große Lüge, die die Gottlosigkeit unserer Generation offenbart und diese Generation im Unglauben gefangen hält. In Markus 10,42-45 rief Jesus die Zwölf zusammen und sagte zu ihnen: „Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein, und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“
Jesu Demut war seine lebengebende Dienerschaft für die Bestimmung Gottes mit einem Menschen. Lebenshingabe war der Preis, den Jesus bezahlen musste, um die Sünder vor dem Ertrinken im Reich des Satans zu retten und sie zum Reich Gottes zu führen.

Wie konnte Jesus sein Leben als ein Lösegeld geben? Es ist auch für eine Mutter nicht einfach, ihre eigenen Gedanken und Gefühle zu verleugnen, um ihrem Kind zu dienen. Es ist auch für eine Ehefrau nicht leicht, ihre Erwartungen an ihren Mann abzulegen und ihm zu dienen. Wie konnte Jesus sein Leben als ein Lösegeld für viele geben?

Jesus wusste, wer Gott ist und wozu Gott ihn gesandt hatte. Weltliche Herrscher haben keinen Gott und konkurrieren darum, selber als Gott anerkannt zu werden. Wir kennen alle genau, wie so ein Leben aussieht. Es besteht darin, dass man versucht das eigene Leben zu kontrollieren und anderen seinen Willen aufzuzwingen, während man selber gegen die Kontrolle und den Druck der anderen rebelliert. Es ist ein politisches Leben in der horizontalen menschlichen Dimension. Aber Jesus, der göttlicher Natur ist, erniedrigte sich selbst und wurde ein Diener (Philipper 2,6.7). Er betrachtete Sünder als diejenigen, zu denen Gott ihn gesandt hatte, um ihnen zu dienen. Wie Markus 10,45 sagt: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“

4. Jesu Glauben an den souveränen, allmächtigen und lebendigen Gott (Kap. 11 – 13)

Jesu Glaube an Gott war die Grundlage seiner geistlichen Vollmacht. In den Kapiteln 11 bis 13 sehen wir, welchen Glauben an Gott Jesus hatte und diesen seinen Jüngern lehrte.

Jesus lehrte seine Jünger, dass er der Eigentümer allen Besitzes ist (11,1-11). Er forderte sie heraus, seiner Anweisung zu gehorchen und ein angebundenes Füllen zu finden und zu ihm zu bringen. Menschlich gesprochen stahlen sie einen Esel, der ihnen nicht gehörte. Aber Jesus sagte ihnen (11,3): „Und wenn jemand zu euch sagen wird: Warum tut ihr das?, so sprecht: Der Herr bedarf seiner, und er sendet es alsbald wieder her.“ Die Jünger gehorchten einfach. So konnte Jesus in Jerusalem auf seinem eigenen Esel einziehen, um Gottes Erlösungswerk zu erfüllen. Durch diese Erfahrung half Jesus seinen Jüngern anzuerkennen, dass alle Dinge ihm gehören. Was er braucht, kann er und wird er rechtmäßig für seinen Zweck gebrauchen.

Jesus hatte Glauben an Gott, dessen Wort der Natur befiehlt. In unserer Zeit werden Naturwissenschaften als die grundlegendste Wahrheit angesehen. Ein Feigenbaum, der ihn wegen seiner Fruchtlosigkeit verärgerte, verdorrte bis auf die Wurzeln aufgrund seines Befehls (11,14). Und er lehrte seine Jünger (11,22-24): „Habt Glauben an Gott! … Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen werde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen.“

Jesus trieb die Geldwechsler und Taubenhändler im Tempel aus. Er lehrte (11,17): „Steht nicht geschrieben (Jesaja 56,7): »Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.” Die religiösen Leiter zweifelten Jesu Vollmacht an. Jesus aber schwankte nicht, weil er wusste, dass seine Vollmacht von Gott und von seinem Wort kam (12,35-37). Auf Jesu Gegenfrage hin offenbarten die religiösen Leiter, dass sie selbst unter der menschlichen Autorität waren. Sie lebten für das Ansehen der Menschen.

Jesus betrachtete die religiösen Autoritäten nicht als seine persönlichen Feinde. Vielmehr zeigte er seine Sicht über sie durch das Gleichnis von den bösen Weingärtnern. Er sah sie als rebellische Weingärtner in dem Weinberg Gottes unter der gerechten Herrschaft Gottes. Aber er sah auch sich selbst als den, den Gott aus Liebe zu ihnen gesandt hatte. Sogar als er zu ihnen sprach, wusste er, dass sie ihn umbringen würden. Jesus hatte ihnen schon vergeben und zeigte Gottes flehendes Herz zu seinen Verfolgern.

Als Antwort darauf forderten sie ihn wieder heraus, „Ist’s recht, dass man dem Kaiser Steuern zahlt, oder nicht?” Jesus sprach zu ihnen: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ Die religiösen Leiter sahen nur auf die Herrschaft des Kaisers. Sie sahen nicht die Dimension der Herrschaft Gottes. In Jesu Augen war ihre angebliche Falle eine einfache Frage. Gott konkurriert nicht mit dem Kaiser, er ist auf einer unendlich überlegenen Ebene. Der Kaiser kann unsere Steuern fordern, Gott aber kann alles fordern.
Jesus lehrte das höchste Gebot: „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften.“ Das andre ist dies: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Dieses Gebot ist so wundervoll, denn es offenbart die Wahrheit über den Menschen und über Gott. Gott, der Schöpfer und Retter, ist das wahre Objekt all unserer Liebe und unseres Gehorsams. Wenn wir ihn absolut lieben, dann können wir auch die Menschen als seine erlösten Geschöpfe, Schafe und Kinder absolut lieben.

Jesus lehrte, dass er der Herr der gesamten Geschichte ist. Er ist der prophezeite Herr (12,36). Er ist der kommende Herr und Richter (13,26). Dieser Jesus sagte (13,31): „Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.” Nichts ist ewig, außer Gottes Wort.

Jesus half seinen Jüngern, vollmächtige Apostel zu werden, durch seinen Glauben an Gott. Durch den Glauben an Gott kann eine Person für Gottes Vision und Werk weit über seine Fähigkeiten und Grenzen hinaus für Gottes Ziel großartig gebraucht werden. Durch den Glauben an Gott kann ein Jünger Jesu aufgestellt werden.

Mein Vater war ein Junge, der es hasste zu denken, zu lesen, zu schreiben und zu sprechen. Sein Spitzname war „steinerner Buddha.” Er war voller Furcht vor den Menschen. Aber als er durch den Glauben an Genesis 12,2 und 2.Timotheus 2,15 lebte, wurde er ein Knecht des Wortes Gottes und Hirte mit geistlicher Vollmacht. Er erzog mich und meine Schwester ohne Kompromiss als Gottes Kinder und Jünger Jesu auf. Gott hat ihn zu einer Quelle des Segens für Kanada, für Deutschland und für viele weitere Nationen gemacht.

5. Jesu Beispiel des Gehorsams gegenüber Gottes Welterlösungsplan (Kap. 14 – 16)

In den Kapiteln 14 bis 16 sehen wir Jesu Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes. Jesus wusste, dass es Gottes Wille für ihn war zu leiden, verspottet und gekreuzigt zu werden. Er kündigte dies dreimal an. Er wusste auch, dass Judas Iskariot ihn verraten und Petrus ihn dreimal verleugnen würde. In Anbetracht dessen war seine Qual so groß. Er schrie im Gebet (14,36): „Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst!” Sogar in seiner Qual betete Jesus zu Gott seinem Vater und stellte sich ihm als seinen Knecht zur Verfügung.

Jesus ging den Weg des Leidens bis zum Tod am Kreuz. Am Kreuz erreichte sein Leiden den Höhepunkt, und er rief laut (15,34): „Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” Sogar am Kreuz, als er von Gott verlassen wurde, suchte er die Antwort auf seine Frage bei Gott. Dies zeigt seinen absoluten Glauben an Gottes Souveränität, Güte und Ziel.

An diesem Tag gab es keine Antwort auf diesen Ruf. Aber am dritten Tag stand er wieder von den Toten auf. Was er glaubte, ging in Erfüllung. Der auferstandene Jesus befahl seinen Jüngern (16,15): „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.”

Jesus möchte, dass seine Jünger dieselbe Grundlage wie Jesus haben (11,22): „Habt Glauben an Gott!” Jesu Glaube ist seine Grundlage und die Quelle all seiner Leiterschaft und Jüngererziehung. Durch den Glauben konnte er seine Jünger mit der Hoffnung Gottes sehen und sie berufen, sie als Hirten für die Menge erziehen, ihnen demütig dienen und sein Leben als ein Lösegeld für viele geben, Gott bis zum bitteren Tod am Kreuz gehorchen und ihnen die klare Orientierung geben (16,15): „Gehet hin … und predigt das Evangelium aller Kreatur.”

Lesen wir gemeinsam 11,22-24, indem wir Jesu Wort an uns hören: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer! und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen werde, was er sagt, so wird’s ihm geschehen. Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden.“

Durch diese Verse offenbart Jesus, dass wir durch den Glauben an Gott im Vertrauen sprechen, beten und den Willen Gottes tun können. Wenn wir an Gott glauben, können wir die Welt mit seiner Vision sehen und wissen, was wir nach seinem Willen tun sollen. Jesus offenbart im Markusevangelium sehr deutlich den Willen Gottes. Es geht darum, seine Jünger als Apostel einzusetzen, die das Evangelium aller Kreatur predigen können.

Im Glauben können wir die ganze Welt als die Schöpfung Gottes sehen, wie im Gleichnis von den Weingärtnern. Die Menschen sind Schafe ohne Hirten und solche Verwalter unter dem Gericht Gottes. Jesus sagt zu uns (6,37): „Gebt ihr ihnen zu essen.“ Durch den Glauben können wir auch die sündige Menschheit und den Satan erkennen, die gegen Gott und sein Volk wirken. Jesus sagte (10,29-30): „Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlässt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen – und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.“ Durch den Glauben an Gott können wir denen vergeben, die gegen uns sündigen. Und wir können im Gebet rufen wie Jesus: „Abba, mein Vater – nicht, was ich will, sondern was du willst!“ Gott verlässt sein Volk nicht. Er lässt die Toten auferstehen und gibt ewiges Leben. Sein Plan wird siegen, und sein Wort wird Bestand haben.

Ich war eine treulose und gottlose Sünderin. Ich hatte keinen Sinn für Gott in meinem Herzen und in meinen Ansichten. Also sah ich die Leute in Blick auf meine Selbstzufriedenheit. Ich hatte keine Grundlage, um den Menschen demütig und rein zu dienen. Bei der geringsten Not beschwerte ich mich und rebellierte und offenbarte meine Glaubenslosigkeit. Ich dachte über mein Leben und meine Ehe nur in Bezug auf mich selbst und im menschlichen Bereich.

Aber Gott sei Dank für seine geduldige Liebe zu einer Sünderin wie mir. Mein Leitvers ist Epheser 2,10: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir darin wandeln sollen.“ Durch seinen souveränen Willen wurde ich geboren, gerettet und bis hierhin geführt. Am 29. September 2018 gründete Gott seine Hausgemeinde zwischen Hirten Peter Ryu und mir, indem er uns den Leitvers Matthäus 6,33 gab mit dem Gebetsanliegen, eine Hirtenhausgemeinde zu sein, die 100.000 Bibellehrer, 10.000 Hausgemeinden und fünf Millionen Gebetsmitarbeiter aufstellt. Am 24. November 2018 sandte Gott mich als Missionarin nach Europa aus. Mein Leben, mein Körper, meine Ehe, meine Zeit, meine Karriere und meine Zukunft sind nicht mein eigenes, sondern Gottes, für seine Berufung und seinen vorbereiteten Zweck. Glauben an Gott zu haben bedeutet, diesem Ziel Gottes als seine Erlöste zu dienen. Es bedeutet auch, mit der Gewissheit zu dienen, dass sein großer Zweck bereits erfüllt ist. Dank sei Gott!

Wenn wir keinen Glauben an Gott haben, leben wir als Menschen, die „sehr irren“ (12,27). Wir betrachten dann kleine Kieselsteine als Berge. Durch den Glauben an Gott und durch den Gehorsam gegenüber einem Wort können wir die Vision und das Vertrauen haben, das aus seinem Willen kommt. Wir können beten und uns auf seine Hilfe verlassen, um Berge zu versetzen.

Durch den Glauben an Hesekiel 37,10 beten wir für die Pionierarbeit an jeder Fakultät und an jedem Campus durch unsere Hausgemeinden und die Erziehung von zwölf Jüngern Jesu an jedem Campus. Wir beten dafür, dass 100.000 Bibellehrer aufgestellt und in diesem Jahr 10.000 Zweierbibelstudiumteams gebildet werden. Wir beten auch für die Aufrichtung von drei Missionsstützpunkten in Kairo, Istanbul und Dubai für die Muslimemission. Lasst uns mit dem Glauben an Gott beten.

Es gibt eine historische Präzedenz für solchen Glauben. Durch den Glauben an Gott wurden die Jünger von ängstlichen einfachen Menschen zu Aposteln, die die Welt verändert haben. Die ersten UBF-Missionarinnen in Kanada waren Nähmaschinenbedienerinnen in ihren frühen bis mittleren Zwanzigern. Sie alle waren alleinstehende Frauen und sprachen gebrochenes Englisch. Sie färbten sich Haarsträhnen, um zu versuchen, kanadischer auszusehen. Aber sie predigten das Evangelium und luden kanadische Studenten zum Bibelstudium im Glauben an Gott ein. Die Zeitungen verhöhnten sie als „Ehemannjäger“ und als verrückte Sekte. Als der Universitätskaplan von ihren Aktivitäten hörte, rief er einige der Leiter an und tadelte sie. Er versuchte, sie dazu zu bringen, aufzuhören. Sie antworteten: „Wir müssen dem Befehl Jesu gehorchen!“ Der Kaplan war beeindruckt von ihrem Mut, ihrem Glauben und ihrem Gehorsam und wurde ihr Unterstützer.

Durch Markus 11,22 können wir auch lernen, dass das grundlegende Problem immer ein Glaubensproblem ist: Etwas stimmt nicht in unserer Beziehung zu Gott, in unserem Verständnis und Glauben an sein Wort und damit in der Art und Weise, wie wir andere sehen. Jesus sagt zu uns: „Habt Glauben an Gott!“ Die grundlegende Lösung ist immer Buße und Glaube. Mögen wir alle, indem wir Jesu Glauben lernen, zur Buße und zum praktischen Gehorsam gegenüber einem Wort Gottes kommen und seinem souveränen Willen in dieser Welt mit unserem Leben dienen. Lasst uns Jesu absoluten Glauben an Gott lernen und als diejenigen wachsen, die im Gehorsam gegenüber ihm Jünger aufstellen können.

Lasst uns den Leitvers noch einmal lesen: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott!“

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