Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig (2. Mo 11,45)

3.Mose 11,1- 15,33
Leitvers 11,45

„Denn ich bin der Herr, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott sei. Darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.“

Dank sei Gott, dass er uns durch sein Wort aus dem Levitikus die klare Orientierung gibt, wie wir unser neues Leben in der Beziehung mit Gott führen dürfen. In den Kapiteln 1 bis 7 gab Gott aus seiner Liebe zu seinem Volk das Opfersystem, damit sie lernten, wie sie Gott anbeten und erfreuen könnten. Durch die Kapitel 8 bis 10 haben wir erfahren, wie Gott durch die Einsetzung der Priester den Weg der Errettung für sein Volk öffnete. In den Kapiteln 11 bis 15 zeigt Gott seinem Volk den Weg der Reinigung. Dank sei dem Herrn, der den Weg für uns geöffnet hat, uns von ihm reinigen zu lassen und sein heiliges Volk zu sein. Gott öffne unsere geistlichen Augen für das, was rein und was unrein ist, und erziehe uns zu seinem heiligen Volk und zu den Priestern für die jungen Menschen dieser Generation.

1. Reine und unreine Tiere (11,1-47)

Lesen wir 11,1-3: „Und der Herr redete mit Mose und Aaron und sprach zu ihnen: Redet mit den Israeliten und sprecht: Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft unter allen Tieren auf dem Lande. Alles, was gespaltene Klauen hat, ganz durchgespalten, und wiederkäut unter den Tieren, das dürft ihr essen.“ Gott gab den Israeliten eine klare Unterscheidung, welche Tiere rein und welche unrein sind. Reine Tiere waren unter den Landtieren Wiederkäuer mit gespaltenen Hufen, wie Rinder, Schafe oder Ziegen, aber keine Hasen und Schweine. Unter den Wassertieren waren es Fische mit Flossen und Schuppen. Unter den Lufttieren durften sie keine Insekten mit Flügeln und vier Füßen essen, mit Ausnahme von Heuschrecken. Gott gebot ihnen, weder vom Fleisch der unreinen Tiere zu essen noch ihr Aas anzurühren. Mehrmals sagt Gott, dass unreine Tiere ihnen ein Gräuel sein sollten. Statt ihr Aas anzurühren, sollte das Volk das Aas dieser Tiere verabscheuen. Alles, worauf das Aas der unreinen Tiere fiel, wurde ebenfalls unrein, jedes Gefäß, Kleider, Fell oder Sack.

Warum gab Gott seinem Volk so ausführliche Speisgebote?

1. Gott gab die Speisgebote aus seiner Liebe zu seinem Volk.

Gott gebot den Israeliten, weder vom Fleisch unreiner Tiere zu essen noch ihr Aas anzurühren. (11,8) Gott achtete sehr darauf, welche Speise die Israeliten zu sich nahmen und was sie anrührten. Reine Tiere ernährten sich von Pflanzen, während unreine Tiere das Aas, also totes Fleisch anderer Lebewesen aßen. Durch diese Speisgebote und Warnungen sorgte Gott für sein Volk und schützte es vor der Krankheit und dem Tod.

Hier können wir lernen, dass Gott aus seiner Liebe zu uns seine Gebote schenkt. In der Welt scheint ein Leben gemäß Gottes Geboten zu extrem zu sein. Nicht wenige Menschen denken, dass Gottes Gebote ihr Leben einschränken würden. Gott aber gab den Israeliten die Gebote, um ihr Leben zu schützen und sie vor allem giftigen Aas zu bewahren. Genauso liebt Gott uns so sehr, dass er sich von uns wünscht, uns nicht durch unreine Speisen verunreinigen zu lassen, sondern diese zu verabscheuen.

In der Genesis lesen wir von Männern, die über 900 Jahre alt wurden. Gemäß Angaben von WHO lag 2015 die weltweite durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen unter der Annahme konstant bleibender Sterberaten bei nicht viel mehr als 70 Jahren. Warum? Unzureichende, mangelnde Ernährung, Hygiene und unsauberes Trinkwasser beeinflussen die Lebenserwartung enorm. Für die Ursache des HIV wird angenommen, dass sich Menschen durch den Verzehr von Affenfleisch infiziert haben, bis sich dieser Virus über die ganze Welt verbreitet hat. So ernsthaft waren die Berührung und der Verzehr von unreinen Tieren damals und so gilt dies auch noch heute.

Auch in unserem Glaubensleben ist es enorm wichtig, welche Speise wir zu uns nehmen. Viele junge Menschen nehmen unreine Speise zu sich, indem sie andere Menschen und Idole auf Instagram oder in ihrem Umfeld anbeten oder verschiedene Medien wie Magazine, Zeitschriften und YouTube konsumieren und sich vom Zeitgeist beeinflussen lassen. Junge hoffnungsvolle Menschen vergeuden ihre kostbare Zeit, indem sie sich stundenlang, manchmal bis in die späte Nacht mit dem Smartphone beschäftigen oder ein Computerspiel nach dem andern spielen. Von den Speisgeboten lernen wir Gottes Liebe zu uns kennen, von solchen unreinen Tieren weder zu essen noch damit in Berührung zu kommen. Statt andere Menschen oder die Dinge der Welt, dürfen wir vielmehr reine Tiere essen. Was sind reine Tiere, die wir essen dürfen? Das Wort Gottes. (Johannes 15,3) Gott reinigt uns durch sein Wort, das wir zu uns nehmen, und er heiligt uns. (Johannes 17,17) Er macht uns durch sein Wort fruchtbar und alles, was wir tun, das gerät wohl. (Psalm 1,3) Jesus sagte seinen Jüngern: „Nehmet, esset; das ist mein Leib.“ (Matthäus 26,26) Gott reinigt uns durch Jesus, zu dem wir täglich kommen und uns an sein Opfer für unsere Sünden erinnern dürfen. Gott macht uns durch das Bibelstudium und das Schreiben einer persönlichen Stellungnahme, wodurch wir zu Jesus kommen, geistlich gesund und erzieht uns zu seinem heiligen Volk.

2. Gott gab die Speisgebote aus seiner Hoffnung für sein Volk.

Lesen wir die Verse 44 und 45: „Denn ich bin der HERR, euer Gott. Darum sollt ihr euch heiligen, sodass ihr heilig werdet, denn ich bin heilig; und ihr sollt euch nicht unrein machen an irgendeinem Getier, das auf der Erde kriecht. Denn ich bin der HERR, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott sei. Darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.“ Es war Gottes Hoffnung, dass die Israeliten durch den Gehorsam gegenüber den Geboten die tiefgehende Beziehung zu Gott entwickeln und als ein heiliges Volk wachsen würden. Einst waren sie Sklaven und alles andere als heilig. Gottes Hoffnung aber war so groß, dass er sie aus der Knechtschaft Ägyptens befreit und sie berufen hatte, ein heiliges Volk zu sein. (2. Mose 19,6) In seiner Hoffnung sonderte Gott Israel von den heidnischen Völkern ab und erzog Israel zu einem heiligen Volk und zu einer königlichen Priesterschaft.

Der Prophet Daniel kam im jungen Alter nach Babylon und lebte in den besten Bedingungen. In dieser Lage hielt Daniel an Gottes Hoffnung fest, indem er nicht von der Speise des Königs aß, sondern sich absonderte und sich für ein reines, heiliges Leben mit Gott entschied. (Daniel 1,8) Darum gab Gott ihm Einsicht und Weisheit und er machte ihn zu einem einflussreichen Knecht Gottes in einer götzendienerischen Umgebung. Einmal befand sich Josef im Haus des Beamten Potifar, wo er durch Potifars Frau täglich verführt wurde. Josef hätte sich mit seiner schicksalhaften Lage beschäftigen und sich nur einmal unrein machen können. Aber als er an Gottes Hoffnung festhielt, machte er sich nicht unrein, sondern stand klar auf Gottes Seite. (1. Mose 39,9) Gott segnete Josef reichlich, indem er ihn nicht nur zum Herrscher über ganz Ägypten, sondern ihn zur großen Errettung für ein ganzes Volk machte. Ich kenne einen hoffnungsvollen jungen Mann, der an einer renommierten Hochschule studiert. Gott segnet seine Entscheidung des Glaubens zur Nachfolge Jesu und macht ihn gemäß Gen 6,9 zum Segen für zahlreiche junge Menschen am Campus. Gott ermutigt uns, uns als das heilige Volk Gottes vom Zeitgeist der Welt abzusondern, uns durch die Speise des Wortes Gottes täglich reinigen zu lassen und Gottes heiliges Volk zu sein.

Lesen wir Vers 45 noch einmal: „Denn ich bin der Herr, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott sei. Darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.“ Gott ist heilig und er will, dass auch wir heilig sind, indem wir die unreinen Tiere des gottlosen Zeitgeistes verabscheuen, an Gottes Liebe und Hoffnung für unser Leben festhalten, die Speise des Wortes Gottes zu uns nehmen und als Priester für das Erweckungswerk in Europa gebraucht werden.

2. Verlasse die Unreinheit (12,1 – 15,33)

Kapitel 12 spricht über die Wöchnerinnen. Nach der Geburt eines Jungen war eine Frau zunächst 7 Tage unrein. Am 8. Tag sollte der Knabe beschnitten werden. Danach sollte sie noch 33 Tage im Blut ihrer Reinigung bleiben. War das Baby ein Mädchen, so verdoppelte sich die Zeit. Nach dieser Zeit sollte sie mit einem Brand- und Sündopfer zur Stiftshütte kommen, um wieder rein zu werden. Die Geburt eines Kindes ist der Segen der Fruchtbarkeit. Doch nach dem Sündenfall wurde die Frau verflucht (1. Mose 3,16) Die Geburt mit all ihrem Blutverlust erinnerte die Frau an ihre Sündhaftigkeit. Seit dem Sündenfall ist unser Leben und Wesen von der Unreinheit durchzogen. Mit dem Brand- und Sündopfer durfte die Frau aber wieder ins Heiligtum gehen. Jesus gab sein Leben als ein vollkommenes Opfer hin, um uns, die unheiligen Sünder zu Gott zurückzuführen. Durch den Glauben an das Opfer Christi dürfen wir mit unserer Unreinheit zu Gott kommen und gereinigt werden.

Kapitel 13 behandelt die Unreinheit des Aussatzes. Es werden genaue Unterscheidungsmerkmale genannt, nach denen die Priester zwischen rein und unrein unterscheiden sollten. Dabei wurde die Farbe einer Hautstelle, die Erhöhung oder Vertiefung, die Verfärbung der Haare, die Bildung von wildem Fleisch und das Wachstumsverhalten der betroffenen Hautstelle beurteilt. In vielen Fällen war eine zweiwöchige Beobachtungsphase in Quarantäne vorgeschrieben, damit die Priester ein sicheres Urteil über Reinheit oder Unreinheit treffen konnten.

Lesen wir 13,46: „Und solange die Stelle an ihm ist, soll er unrein sein, allein wohnen, und seine Wohnung soll außerhalb des Lagers sein.“ Aussatz bezeichnet ansteckende Hauterkrankungen, sodass eine Isolation der Erkrankten geboten war, um das übrige Volk zu schützen. Deshalb mussten die Erkrankten sich an einem Ort außerhalb des Lagers aufhalten und jeden Besucher durch lautes Rufen warnen.

Wir finden auch detaillierte Vorschriften über Aussatz, der an Stoffen und Kleidungsstücken sowie an Häusern auftritt. (13,47-59; 14,33-57) Solcher Aussatz musste radikal und gründlich entfernt werden. Gegebenenfalls waren die Kleidungsstücke ganz zu vernichten und die Häuser abzureißen.

Wie Aussatz macht die Sünde einen Menschen unrein. Wenn sie nicht behandelt wird, frisst sie immer weiter und breitet sich aus. Diejenigen, die in Sünden leben, werden immer unzufriedener und stecken andere mit ihrer Sünde an. Darum muss Sünde bekannt und gereinigt werden. Es ist für unsere Heilung absolut notwendig, dass wir uns von der Sünde und von den Dingen, die uns zur Sünde verleiten, klar trennen.

Ich kenne einen Mann, der unter seiner kaltherzigen Innerlichkeit und der Sinnlosigkeit des Lebens litt. Als dieser Mann Jesu Stimme „Willst du gesund werden?“ (Johannes 5,6) hörte, wurde er geheilt und zu einem Bibellehrer, Hirten und Diener des Wortes Gottes verändert. Auch ich litt viele Jahre lang unter dem Aussatz der Jugendbegierde. Ich machte mich durch schmutzige Internetseiten, mein Smartphone und den Kontakt zu Frauen unrein und wurde zum Fluch für meine Familie, die Gemeinde und alle meine Mitmenschen. Mein Hirte aber war wie ein Priester, der mir half, mich mit Gottes Wort aus 5. Mose 6,5 mehrmals zu beschäftigen, bis ich zwischen rein und unrein unterscheiden und zur Liebe Gottes umkehren konnte. Gott machte mich durch sein Wort frei von allen Begierden und sündigen Trieben und schenkte mir die wahre Freude. Er reinigte mich nicht nur von meinem Aussatz, sondern schenkte mir eine Lebensentscheidung, gemäß 5. Mose 6,5 Gott mein Leben als ein Menschenfischer und Hirte für die Campusmission hinzugeben.

Was ist dann die Aufgabe der Priester? Lesen wir 13,3: „Und wenn der Priester die Stelle an der Haut sieht, dass die Haare dort weiß geworden sind und die Stelle tiefer ist als die übrige Haut, so ist es eine aussätzige Stelle. Wenn der Priester das an ihm sieht, soll er ihn unrein sprechen.“ Der Priester musste klar unterscheiden können, jemanden rein oder unrein zu sprechen. Der Priester kennt das Wort Gottes und hilft den Menschen in Sünden, Buße zu tun und zu Gott zu kommen. Ein Priester darf nicht feige sein, um die Menschen rein oder unrein zu sprechen. Unsere Aufgabe als Priester besteht darin, mit dem zerbrochenen Hirtenherzen und Verantwortungsbewusstsein den Hoffnungsträgern durch das Bibelstudium klar zu sagen, was rein und unrein ist, und ihnen zur Buße zu helfen. Die jungen Menschen werden allein durch Gottes Wort gereinigt. Gott reinigt sie durch unsere Bildung von 10.000 Zweierbibelstudium-Teams und stellt sie als ein heiliges Volk und ein überaus großes Heer Gottes wieder her.

In Kapitel 15 geht es um Unreinheit, die durch Ausfluss entsteht. Gott gab genaue Regeln für Männer und Frauen, wie sie sich reinigen sollten. In jedem Fall war es notwendig, sich abzusondern. Später sollten sie sich dann mit Wasser waschen und zu Gott eine Opfergabe für die Reinigung bringen. Während der Unreinheit sollten sie nicht in das Heiligtum gehen, weil dann die Wohnung Gottes unrein gemacht würde (15,31). Alle hier erwähnten Unreinheiten sind gemeinhin unsichtbar und werden oft nur von dem Betroffenen selber bemerkt. Dies zeigt, wie wichtig es ist, auch über die verborgenen und heimlichen Sünden vor Gott ehrlich Buße zu tun.

Welche Unreinheiten sollen wir verlassen? Jesus sagte: „Es gibt nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, das ihn unrein machen könnte; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist’s, was den Menschen unrein macht…“ (Markus 7,15.22.23) Unsere Reinheit geschieht nicht durch äußere Speisen, sondern durch die Reinigung unseres inneren Wesens. Es gibt viele Dinge, die uns unrein machen und von Gott trennen. Jesus sprach über die unreinen Worte und Gedanken, Hass, Neid, Ärger und Begierden. Das, was die Studenten und nächste Generation verlassen dürfen, sind die Gedanken, ein selbstzentriertes und bequemes Leben zu führen, die Begierden, ein Smartphone, eine romantische Beziehung, viel Geld zu haben oder von den Menschen geliebt und anerkannt zu werden. Dank sei dem Herrn, dass er den Weg der Reinigung durch das Opfer Jesu geöffnet hat. Jesus brachte das vollkommene Opfer für uns am Kreuz. Durch den Glauben an Jesus sind wir gereinigt und haben ein neues Leben als geliebte Kinder Gottes. Wir brauchen nicht in der Unreinheit bleiben, sondern dürfen durch die Buße die Unreinheit verlassen. „Jesus ruft freundlich Verlorne nach Haus, Jesus ruft heut, Jesus ruft heut. Komm aus dem Dunkel der Sünde heraus, jetzt, wo Er Gnade dir beut! Jesus ruft heut, Jesus ruft heut, Jesus, Er rufet. Er ruft so freundlich dich heut.“ Jesu Blut macht uns heilig, wie Gott heilig ist. Nun dürfen wir als Priester für die Studenten beten und viele Zweierbibelstudium- Teams für ihre Errettung bilden.

Heute haben wir gelernt, dass Gott sich wünscht, dass wir ein reines und heiliges Leben führen, weil Gott selber heilig ist. Von unserem Wesen sind wir unrein. Aber in seiner wunderbaren Liebe zu uns schuf Gott den Weg, dass wir durch das Opfer Jesu zu ihm kommen und von ihm gereinigt werden. Er wünscht sich, dass wir in allen Bereichen unseres Lebens ein heiliges Leben führen: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“ Gott möchte, dass wir seine Heiligkeit erstreben. Preiset den Herrn, dass wir mit aller Unreinheit zu Jesus kommen und von ihm gereinigt werden, damit wir als seine Priester mit Einsicht für die geistliche Reinigung und Wiedererweckung in Europa gebraucht werden dürfen.

Lesen wir nochmal den Leitvers 11,45: „Denn ich bin der HERR, der euch aus Ägyptenland geführt hat, dass ich euer Gott sei. Darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.“

Teilen