Jesus heilt einen Blindgeborenen

Johannes 9,1-12
Leitverse 9,3.4

„Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.“

In Johannes Kapitel 8 haben wir den Weg zur wahren Freiheit kennengelernt. Menschliche, autonome Freiheit ist keine wahre Freiheit, sondern macht die Menschen zu Sklaven ihrer Sünden und Begierden. Wahre Freiheit bedeutet Freiheit von der Sündenmacht, indem wir Gottes Wort gehorchen und in fester Verbundenheit mit unserem Heiland Jesus Christus leben. Wer an Jesu Wort bleibt, ist wahrhaft Jesu Jünger und er wird die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird ihn frei machen.

In Johannes Kapitel 9 begegnen wir einem Blindgeborenen. In den Augen der Jünger schien sein Leben fatalistisch und elend zu sein. Aber in Jesu Augen war sein Leben für die Ehre Gottes geschaffen. Wir lernen heute, unsere fatalistische Denkweise zu überwinden und sowohl unser Leben als auch das Leben der anderen von Gottes Gesichtspunkt aus zu betrachten. Wir lernen auch wie Jesus im Licht des Tages fleißig zu arbeiten und mit dem Brei-machenden Glauben die jungen Menschen zum Wort Gottes, zur Heilung und zum ewigen Leben zu führen. Lasst uns die Zeit des Tages gut auskaufen und Gottes Werke durch das intensive Bibelstudium bewirken.

1. Es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm (1-5)

Sehen wir uns Vers 1 an: „Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war.“ Jesus ging an einem Mann vorüber, der blind geboren war. Er war ein schicksalhafter Behinderter, der am Rande der Gesellschaft lebte und bettelte. Die meisten Menschen möchten an solchen Bettlern möglichst schnell vorübergehen und sie wieder vergessen. Als die Jünger den Blinden sahen, mussten sie sich mit seiner fatalistischen Lage identifiziert haben. Niemals hatte er die Schönheit der Blumen und des Himmels gesehen. Nie konnte er das gnädige Gesicht seiner Mutter oder seine lachenden Geschwister erblicken. Die Jünger sahen in ihm die ganze Bitterkeit der Welt und auch ihres eigenen Lebens. Sie mussten an das Leiden ihres Volkes unter der römischen Vorherrschaft denken. Oder an ihr eigenes Leben als Jünger des armen Jesus, der gerade öffentlich als böser Geist und Samariter beschimpft worden war.

Nun stellten sie Jesus eine Frage. Sehen wir uns Vers 2 an: „Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?“ Dahinter steht die immerwährende grundlegende Frage der Menschheit: „Was ist die Ursache für das Elend und das Leiden der Menschen?“ Offenbar betrachteten die Jünger die Lage dieses Mannes sehr fatalistisch. Sie hielten seine Behinderung und sein Leiden für eine Strafe. Sie wollten wissen, ob es die Strafe für seine eigene Sünde sei oder für die seiner Eltern. Sie hatten eine feste Vorstellung, dass Leiden immer etwas mit der Sünde zu tun hat.

Biblisch gesehen ist ihre Denkweise nicht ganz falsch. Gemäß Genesis 3 haben die Menschen wegen ihrer Sünde das herrliche Paradies verloren. Im zweiten Gebot heißt es: „Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen.“ (2.Mo 20,5) So gab es in der jüdischen Gesellschaft ein traditionelles Vorurteil, dass Kranke oder Behinderte von Gott bestraft oder verflucht wären.

Hiobs Freunde z.B. vertraten diese Denkweise, als sie Hiob immer wieder davon überzeugen wollten, seine Sünde anzuerkennen, wegen der Gott ihn geschlagen hatte, so dass er alles verlor und so viele Leiden erfuhr. Der Buddhismus lehrt, dass die Sünde der Menschen bei der nächsten Wiedergeburt entsprechend bestraft wird, indem man auf einer niedrigeren Stufe, etwa als eine Fliege oder als Wurm wiedergeboren wird. Sünde bewirkt den Zorn Gottes. Wir müssen uns aber davor hüten, jedes Leiden automatisch als eine Folge der Sünde zu betrachten. Auch Jesus musste leiden, obwohl er ohne Sünde war. Auch bei Hiob war das Leiden nicht seiner Sünde oder Gottlosigkeit geschuldet.

Heutzutage fragen viele Menschen, wenn sie Krankheit, Tod oder Katastrophen erfahren, warum Gott das zugelassen hat, so als ob Gott an allem Unglück in der Welt Schuld sei. Ein junger Mann stellte die Frage, warum sein Stiefvater an Krebs gestorben ist, obwohl er doch ein guter und gläubiger Mensch war. Wir sehen, dass auch die Gläubigen Leiden erfahren. Der Corona-Virus trifft Gläubige wie Ungläubige gleichermaßen. Viele junge Menschen leben mit der fatalistischen Dankweise, obwohl doch ihre Lage so viel besser ist als die eines Blindgeborenen.

Jesus lehrte seine Jünger hier jedoch eine ganz andere Sichtweise für diesen Blindgeborenen und auch für alle Menschen. Jesus lehrte sie, das Leben dieses Mannes aus der Perspektive Gottes zu betrachten. Lesen wir Vers 3 gemeinsam: „Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.“ Jesus sagte, dass der Grund für seine Blindheit nicht die Sünde war. Sie sollten nicht versuchen, den Grund der Blindheit in dem Mann, in seiner Handlung oder in seiner Familie zu finden. Jesus lehrte sie vielmehr das Leben dieses Mannes aus der Perspektive Gottes zu betrachten und zu erkennen, dass sein Leben einen absoluten Zweck und ein Ziel hatte, nämlich das Gottes Werk an ihm offenbart würden. Auch das Leben des Blindgeborenen war kein Unfall, keine Strafe und schon gar kein Fehler Gottes. Gott hatte ihn vielmehr mit einem guten Willen und einem absoluten Ziel geschaffen, und zwar so wie er war. Mit anderen Worten hatte auch seine Behinderung einen absoluten Sinn und ein Ziel, nämlich die Werke Gottes zu offenbaren. Es ist sehr wichtig, dass wir die Sichtweise Gottes für unser Leben annehmen.

Das grundlegende Problem der Jünger war, dass sie die Ursache des Elends der Menschen nur gemäß dem Prinzip von Schuld und Strafe betrachteten. Die Folgen dieser negativen und fatalistischen Denkweise ist Murren, Unzufriedenheit und geistliche Lähmung, so dass man gar nichts tun kann. Sie sollten aber lernen, sogar die widrigen Bedingungen von der besten Souveränität Gottes aus zu betrachten. Sie sollten vielmehr erkennen, zu welchem Zweck Gott auch diesen Menschen geschaffen hatte, nämlich seine Herrlichkeit in ihm zu offenbaren. Im Schöpfungsglauben können wir jeden Fatalismus überwinden und trotz widriger Bedingungen und Lage für die Ehre Gottes leben.

Nick Vuijcic wurde ohne Arme und Beine geboren. Lange Zeit lebte er darum mit dem fatalistischen Gedanken und fragte sich, warum er es immer so schwer hatte. Er litt unter den Hänseleien der anderen Kinder. Sogar dachte er daran, sein Leben durch Selbstmord zu beenden. Aber eines Tages höre er Johannes 9,3: „Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.“ Durch dieses Wort tat er Buße über seine fatalistische Denkweise und nahm an, dass Gott ihn für die Ehre Gottes geschaffen hatte. Von da an betrachtete er das Fehlen von Armen und Beinen nicht mehr als Handikap, sondern als eine Gabe Gottes. Er erkannte, dass er wegen seiner Lebensgeschichte die Gabe hatte, andere in schwierigen Lagen zu ermutigen, nicht in Fatalismus und Hilflosigkeit zu versinken, sondern ihr Leben aus Gottes Perspektive zu betrachten. Obwohl er sehr ungeeignet erschien, traf er eine Glaubensentscheidung, diese Gabe Gottes fleißig zu gebrauchen und als Evangelist und Motivationsredner zu arbeiten. Nun ermutigt er Menschen überall in der ganzen Welt, ihre schwierige Lage zu überwinden und ein Gott verherrlichendes und siegreiches Leben zu führen.

Dr. Samuel Lee wuchs in einer sehr fatalistischen Lage auf. Weil seine Mutter früh gestorben war, hatte er niemals ihr Gesicht gesehen. Diese Tatsache machte ihn endlos traurig und fatalistisch. Aber durch Epheser 2,10 durfte er die Daseinsbedeutung seines Lebens vor Gott finden: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ Als er sein Leben vor Gott betrachtete, konnte er seine Denkweise überwinden und das gute Werk Gottes als ein Bibellehrer für die Studenten beginnen. Durch das Wort Gottes half er vielen Studenten, über ihre fatalistisch Denkweise Buße zu tun, ihre Daseinsbedeutung in Gott zu finden und sogar der Weltmission als einflussreiche geistliche Leiter zu dienen.

Ich kenne eine Frau, die früher sehr fatalistisch dachte, dass ihr Leben unglücklich wäre, wegen dem Hass auf ihren Vater. Weil niemals ein Prinz auf einem weißen Pferd bei ihr anhielt, fühlte sie sich wie ein graues Entlein. Oftmals sagte sie: „Ich kann nicht!“ Aber ihr Hirte half ihr, ihre fatalistische Denkweise zu überwinden und Markus 9,23 persönlich anzunehmen: „Du sagst: Wenn du kannst – alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ Mit diesem Wort durfte sie ihre Magisterarbeit herausfordern, sogar als ihr Professor sie schon für gescheitert erklärt hatte und den großartigen Glaubenssieg erlangen und Gott verherrlichen. Nun fordert sie mit diesem Glauben auch die Promotion heraus, indem sie als gutes Vorbild für unsere Nächste Generation kämpft und sich für die Moslem-Mission vorbereitet.

M. Peter hat uns deutsche Hirten immer aus der Perspektive Gottes betrachtet. Wegen dem humanistischen Zeitgeist war es nicht einfach, irgendeine Hoffnung zu haben. Wir konnten uns auch selber nicht mit der Hoffnung sehen. Aber er betrachtete uns von Anfang an aus Gottes Sicht als die zukünftigen geistlichen Leiter. Er konnte sogar einen kaltherzigen verletzenden Computermenschen und einen Verkäufer von Glühlampen und Waschmaschinen aus der Perspektive Gottes sehen und mit der Hoffnung Gottes dienen. Mit dieser Perspektive Gottes dient er auch der nächsten Generation und hat das GLE-Forum initiiert, so dass sie geistlich zugerüstet werden, ihre Identität finden und Gottes Herrlichkeit in ihrem Leben offenbart werden kann.

Lasst uns sowohl uns selbst, als auch unsere Kinder und die Hoffnungsträger aus der Perspektive Gottes betrachten, dass sie die hervorragenden zukünftigen geistlichen Leiter für diese Generation sind, durch die Gott Deutschland und Europa neu erweckt und sogar als Hirtennation für die Weltmission gebraucht. Die Quelle des wahrhaft glücklichen und großartigen Lebens ist es, unter allen Umständen für die Ehre Gottes zu leben.

Sehen wir uns die Verse 4 und 5 an: „Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ Jesus lehrte hier, was wir als Jünger Jesu tun müssen. Gott hat uns berufen und gesandt, seine Werke in dieser Generation zu tun. Jesus ist das Licht der Welt, dass den Menschen allein die wahre Orientierung schenkt und ihnen den Weg zu Gott zeigt. Wir sind auch kleine Lichter Gottes, die den Weg zu Jesus leuchten. Dabei betont das Wort „müssen“ die Dringlichkeit und Notwendigkeit, das Werk Gottes zu tun. Jesus wusste, dass seine Zeit sehr beschränkt war. Jesus wollte unbedingt den Tag nutzen und mit seiner messianischen Liebe und Vollmacht diesem Mann helfen.

Auch für uns, seine Jünger, ist es nicht immer Tag. Unsere Lebenszeit ist begrenzt. Wir sollen wissen, dass die Zeit, wenn wir jung und gesund sind, die beste Zeit ist, dem Werk Gottes zu dienen. Junge Menschen denken oft, dass sie vieles auf später verschieben können. Aber das ist nicht wahr. Ein Instrument sollte man definitiv in der Jugendzeit lernen, sonst ist die Zeit vorbei. Genauso sollen wir auch in der Jugendzeit fleißig das Wort Gottes studieren, so dass wir zu hervorragenden Bibellehrern wie Esra wachsen können. Wir müssen auch wissen, dass wir nur so lange Zeit haben, bis Jesus wiederkommt. Danach ist es zu spät, zu spät zur Umkehr, auch zu spät, das Evangelium zu predigen. Unsere Kinder bleiben nicht immer bei uns und darum sollen wir die Zeit nutzen, bevor es zu spät ist. Lasst uns die Zeit des Tages gut auszukaufen und fleißig dem Werk Gottes dienen, indem wir Zweierbibelstudium-Teams mit den Hoffnungsträgern und Kindern bilden, ihnen helfen, zu Jesus zu kommen und als Jünger Jesu aufgestellt zu werden.

Für Jesus war es sehr dringlich, diesem blindgeborenen Mann zu helfen. Vers 5 sagt: „Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ Jesus wollte diesen Mann aus seiner Finsternis befreien, dass er nicht nur sehen könnte, sondern auch seine geistlichen Augen geöffnet werden. So wurde er als einer der Glaubenshelden im Johannesevangelium aufgestellt.

Jesus ermahnt uns nun, unsere Zeit fleißig zu nutzen, das Licht Jesu zu den jungen Menschen in dieser Generation scheinen zu lassen. Es ist nicht ewig Tag. Es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Gott segne jeden von uns, unsere Zeit gut auszukaufen, indem wir viele Zweierbibelstudium-Teams bilden, den Hoffnungsträgern und Kindern helfen, ihr Lebensziel in Jesus zu finden und zu den geistlichen Leitern heranzuwachsen, solange es noch Tag ist.

2. Geh zum Teich Siloah (6-12)

Nachdem Jesus seine Jünger ermahnt hatte, im Licht des Tages fleißig zu arbeiten, wollte er nun diesem traurigen Blindgeborenen helfen. Sehen wir uns Vers 6 an: „Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden.“ Jesus hatte keine modernen Ophthalmologischen Geräte zur Verfügung. Er hatte aber Glauben und Hirtenherz für diesen Mann und so benutzte er das, was er hatte. Zunächst spuckte Jesus auf die Erde. Dann verrührte er den Speichel mit der Erde zu einem Brei und strich diesen dann auf die Augen des Blinden. Schließlich gab er ihm die Anweisung, zum Teich Siloah zu gehen und sich dort zu waschen. Wir können sagen, dass Jesu Methode sehr ungewöhnlich und sogar fragwürdig war. Sie entsprach in keiner Weise modernen medizinischen oder hygienischen Standards. Es war auch nicht die Methode der damaligen Zeit, weswegen Jesus später sehr kritisiert wurde. Aber es war Gottes Methode, diesem Blindgeborenen zu helfen.

Speichel und Straßenstaub sind normalerweise nicht dazu geeignet eine gute Augensalbe zu produzieren. Aber es war der Ausdruck von Jesu Hirtenherz, auf diese Weise dem Blindgeborenen zu helfen. Nicht die Hilfsmittel sind entscheidend, sondern das Hirtenherz Jesu und sein Glaube. Seine Methode offenbarte die Macht Gottes. Jesus erinnern uns hier an Gottes Schöpfungswerk, der den Menschen aus gewöhnlicher Erde vom Acker schuf. Durch Jesus lernen wir, unsere „Ich kann nicht“-Mentalität zu überwinden und mit dem Brei-machenden Glauben Gott zu verherrlichen.

Menschlich gesehen war ich auch ein hoffnungsloser Fall, dem nicht zu helfen war, weil ich als ein kaltherziger Egoist viele andere Menschen verletzte. Aber M. Peter hatte den Brei-machenden Glauben, indem er mich zur Lebensgemeinschaft einlud. Der Brei der Lebensgemeinschaft, des Bibelstudiums und des Täglichen Brotes wirkte in meinem Herzen und Leben, so dass ich Gottes Gnade erkennen, Gottes Berufung annehmen und zu einem Hirten und Bibellehrer wachsen durfte. M. Peter entwickelte verschiedene Breie, wie Lauf-Training oder Auswendiglern-Training, um mich zu trainieren. Er half mir sogar meine Siegerländer Aussprache zu verändern, damit ich als ein Prediger des Wortes Gottes gebraucht werden könnte.

Unser Gott wirkt nicht durch verbesserte Bedingungen, sondern durch das Hirtenherz und den Brei-machenden Glauben seiner Leute. Lasst uns darum den Brei des Zweierbibelstudiums, des Frühgebets und der Jüngererziehung fleißig gebrauchen. Wir glauben, dass Gott dadurch weiter mächtig wirkt, so dass wir auch die 1700 Hochschulen in Europa erobern und 3 Stützpunkte für die Moslem-Mission bauen dürfen.

Lesen wir den Vers 7: „Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.“ Hier lernen wir den einfachen Gehorsam des Blinden und seinen Glauben an Jesus. Wie würdet ihr über jemanden denken, der euch Erde ins Gesicht schmiert und dann zum Waschen schickt? Es war auch für den Blinden gar nicht einfach, überhaupt zum Teich Siloah zu gehen. Er hätte darauf ärgerlich reagieren können und sagen: „Du verstehst mich nicht!“ Aber er gehorchte der Anweisung Jesu ohne Widerrede. Als er durch den Glauben gehorchte, erfuhr er das wunderbare Werk Gottes, dass er sehend wurde. Nun konnte er die schönen Blumen und auch sein eigenes Gesicht im Wasser zum ersten Mal sehen. Er kam freudestrahlend zurück: „Ich kann sehen!“

In 2.Könige 5 kam der syrische General Naaman zum Propheten Elisa in der Hoffnung von seinem Aussatz geheilt zu werden. Doch Elisa begrüßte ihn nicht einmal persönlich, sondern gab ihm durch seinen Diener die Anweisung, sich im Jordan siebenmal zu waschen. Der General reagierte anfangs sehr verletzt und ärgerlich. Vielleicht hielt er Elisa für einen arroganten Propheten und den Jordan für eine schmutzige Brühe. Aber später half sein Diener ihm, sich unter das Wort Gottes zu demütigen. Also gehorchte er der Anweisung des Propheten und wurde gesund. Gott wirkt mächtig, wenn wir durch den Glauben seiner Anweisung und seinen Knechten gehorchen.

Sehen wir uns die Verse 8 und 9 an: „Die Nachbarn nun und die, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sprachen: Er ist’s; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin’s.“ Als dieser Mann durch die Macht Jesu sehend geworden war, entstand eine große Unruhe und Verwirrung. Es war so ein unglaubliches Wunder, dass die Leute irgend eine menschliche Erklärung dafür suchten, z.B. dass es sich um einen Doppelgänger handeln würde. Niemand von ihnen hatte sich früher um den Blindgeborenen gekümmert. Sie kannten ihn nur als den, „der dasaß und bettelte“. Aber nun mischte sich plötzlich viele ein und versuchte das Werk Gottes in seinem Leben zu leugnen. Doch der Blindgeborene selber legte ein klares und mutiges Zeugnis ab, indem er sagte: „Ich bin’s.“

Im Folgenden wollten die Menschen nun ganz genau wissen, wie er sehend geworden war und wo Jesus jetzt ist usw. Der Blindgeborene hätte eigene Ehre suchen können, indem er seine Vergangenheit etwas besser darstellen können. Aber das tat er nicht. Er bezeuge vom Anfang bis zum Ende die Gnade Gottes, die er durch Jesus persönlich erfahren hatte.

Es gibt nicht wenige Menschen, die Gottes Gnade und Wirken in ihrem Leben erfahren haben. Aber wenn sie deswegen ausgefragt oder abgelehnt werden, dann können sie kein klares Zeugnis ablegen, sondern sagen das, was die Menschen hören wollen. Der 38 Jahre Gelähmte in Kapitel 5 ist ein Beispiel für jemanden, der Gottes Gnade schnell vergaß. Aber dieser Blindgeborene bildete einen starken Kontrast, indem er trotz aller Schwierigkeiten und Widersprüche die Gnade Jesu an seinem Leben bezeugte. Wenn wir Gottes Gnade empfangen haben, dann sollen wir sie mutig bezeugen wie der Blindgeborene, koste es, was es wolle.

Heute durften wir die Sichtweise Gottes für das Leben der Menschen annehmen. Unabhängig von ihrer Lage, Bedingungen oder Umständen hat Gott jeden Menschen für die Ehre Gottes geschaffen, damit Gottes Werke in seinem Leben offenbar werden. Wir haben auch die Dringlichkeit kennengelernt, die Werke Gottes zu wirken, solange es noch Tag ist. Wir haben nicht ewig Zeit, sondern müssen in dieser Zeit dem Werk Gottes fleißig dienen. Wir durften Jesu Hirtenherz und seinen Brei-machenden Glauben kennenlernen. Wir dürfen unabhängig von den Bedingungen den Hoffnungsträgern und jungen Menschen durch Zweierbibelstudium, durch Frühgebet, durch die Jüngererziehung helfen, so dass Gottes Werke in ihrem Leben offenbar werden. Lasst uns die Zeit des Tages gut auskaufen, durch das Bilden von 10.000 ZBS-Teams die geistliche Wiedererweckung in Europa bewirken.

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