Leide mit mir für das Evangelium

2. Timotheus 1,1 – 18
Leitvers 1,8

„Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes.“

Dank sei dem Herrn, dass er die Global Leaders‘ Conference 2017 in Leutesdorf mit seinem lebendigen Wort reichlich gesegnet hat. Wir danken Gott, dass wir gemeinsam alle 5 Bücher Mose studieren und so die Wurzel der Bibel kennenlernen durften. Wir durften anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation zum Wort Gottes zurückkehren, nämlich die Bibel tiefgehend zu studieren und sie zu lehren. Gott möchte jeden von uns als einen tüchtigen Bibellehrer gebrauchen, der Gottes Wort zur Zeit oder zur Unzeit predigt, dass durch unser Zweierbibelstudium 10.000 Bibellehrer und fünf Millionen Gebetsmitarbeiter aufgestellt werden und so die geistliche Wiedererweckung in Europa geschehen und es noch einmal als priesterliche Nation für die Weltmission gebraucht werden darf.

Der zweite Timotheusbrief ist einer der Gefängnisbriefe von Apostel Paulus, die er während seiner Gefangenschaft in Rom schrieb. In diesem Brief ermutigt und ermahnt er Timotheus, der zu dieser Zeitpunkt der Gemeinde in Ephesus diente, zum guten geistlichen Kampf als ein verantwortlicher Hirte. Heute wollen wir durch das erste Kapitel die geistliche Ermahnung von Apostel Paulus an den jungen Leiter Timotheus hören, die Gabe Gottes zu erwecken und in der Kraft Gottes für das Evangelium mitzuleiden. Lasst uns nicht als unsichtbare „U-Boot-Christen“ leben, sondern als mutige Zeugen Jesu für das Evangelium mitleiden und die geistliche Wiedererweckung in Europa herausfordern.

1. Erwecke die Gabe Gottes (1-7)

Sehen wir uns Vers 1 an: „Paulus, ein Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes nach der Verheißung des Lebens in Christus Jesus.“ Hier stellte sich Paulus selbst als ein Apostel Jesu Christi vor. Apostel heißt so viel wie Gesandter. Jesus bezeichnete diejenigen als seine Apostel, die er als Zeugen der Auferstehung ausgesandt hatte. Paulus hatte eine klare Identität, wozu Gott ihn berufen hatte. Es war nicht seine eigene Entscheidung oder sein guter Wille. Ganz im Gegenteil war er ein Verfolger der ersten Christen gewesen. Doch Jesus erschien ihm auf dem Weg nach Damaskus in einem hellen Licht vom Himmel. Jesus vergab seine Sünde und berief ihn als sein Werkzeug, das Evangelium vor Heiden, vor Könige und vor das Volk Israel zu bringen. Paulus erinnere sich immer daran, wozu Gott ihn durch seine Gnade und seinen souveränen Willen lebendig gemacht und berufen hatte.

Vers 2 sagt: „An meinen lieben Sohn Timotheus: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserm Herrn!“ Paulus nannte Timotheus seinen „lieben Sohn“. Eigentlich war Timotheus der Sohn eines griechischen Vaters und einer jüdischen Mutter. Aber er war Paulus seit der zweiten Missionsreise nachgefolgt und dieser hatte ihn als seinen geistlichen Sohn angenommen. Paulus war sein Hirte und Mentor gewesen und Timotheus sein Schüler. Diese Hirte-Schaf-Beziehung wurde eine untrennbare Liebesbeziehung, wie die Beziehung zwischen einem Vater und seinem Sohn. Hier sehen wir, dass die geistliche Beziehung noch wichtiger und enger ist, als die menschliche Beziehung. Paulus segnete ihn mit allem geistlichen Segen durch Christus Jesus: Gnade, Barmherzigkeit und Frieden.

Vers 3: „Ich danke Gott, dem ich diene von meinen Vorfahren her mit reinem Gewissen, wenn ich ohne Unterlass deiner gedenke in meinem Gebet, Tag und Nacht.“ Obwohl Paulus in einem kalten Gefängnis saß und nicht wusste, was morgen passieren würde, war er nicht mit sich selbst beschäftigt, sondern betete unablässig für seinen Bibelschüler Timotheus und ermutigte ihn, um ihn als einen geistlichen Leiter aufzustellen. Tag und Nacht betete er für Timotheus und so war er immer mit ihm verbunden, auch wenn es noch kein WhatsApp und Email gab. Habt ihr auch einen Hoffnungsträger, für den ihr so herzlich betet?

Vers 4: „Und wenn ich an deine Tränen denke, verlangt mich, dich zu sehen, damit ich mit Freude erfüllt werde.“ Dieser Vers zeigt seine Hirtenliebe für Timotheus, mit dem er in Freude und Leiden verbunden war. Lesen wir Vers 5: „Denn ich erinnere mich an den ungefärbten Glauben, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike, ich bin aber gewiss, auch in dir.“ Timotheus war in einer gläubigen Familie aufgewachsen. Obwohl sein Vater ein Grieche war, hatten sowohl seine Mutter als auch seine Großmutter einen ungefärbten Glauben, den sie an Timotheus weitergaben. Dieses Erbe des Glaubens war in Timotheus eingepflanzt worden und hatte Frucht gebracht. Hier lernen wir den großen Segen eines gläubigen Elternhauses und den Wert der geistlichen Erziehung kennen. Es ist der größte Segen, wenn wir schon von Kindheit an den Glauben lernen und darin wachsen können.

Früher dachte ich, dass der Glaube meiner Eltern für mich eher ein Hindernis wäre, um mich frei zu entfalten. Ich wollte wie die weltlichen Kinder einfach frei in der Welt sündigen. Aber später habe ich erkannt, wie kostbar dieses geistliche Erbe ist. Wegen dem Gebet meiner Eltern durfte ich in der Studienzeit Jesus begegnen. Es bereitete mich vor, mein Vertrauen auf den Herrn zu setzen und Gottes Berufung für mein Leben zu folgen. Ich durfte viele Umwege in meinem Leben sparen. Ich darf nun sogar zusammen mit meinen Geschwistern Gottes Werk dienen. Es ist ein großer Segen, in einer gläubigen Familie, sogar in einer Missionsfamilie, aufzuwachsen.

Lesen wir den Vers 6: „Aus diesem Grund erinnere ich dich daran, dass du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner Hände.“ Paulus hatte Timotheus als einen Leiter eingesetzt. Aber wie wir in seinem Brief sehen, war Timotheus noch oft furchtsam und ohne Zuversicht. Paulus ermutigt ihn hier, die Gabe Gottes zu erwecken. Gott hat uns, den Christen, seine Gabe gegeben. Diese Gabe ist vor allem der Heilige Geist, der in den Gläubigen wohnt, der ihr Tröster, Fürsprecher und Lehrer ist. Mit anderen Worten hat Gott uns schon alles gegeben, was wir zu einem siegreichen Glaubensleben benötigen. Doch wir müssen die Gabe Gottes in uns erwecken. Wir müssen sie gebrauchen lernen und von Gott abhängig sein. Wenn wir die Gabe Gottes in uns erwecken, können wir zu großen Knechten Gottes heranwachsen. Einige Schüler haben angefangen ihre Gabe für das Lernen zu erwecken und konnten dadurch gute Fortschritte machen. Darüber hinaus sollen wir vor allem die geistlichen Gaben erwecken, durch die Gott uns in seiner Heilsgeschichte gebrauchen kann.

Ich kenne einen jungen Mann, der sehr fähig ist. Aber als er ein Doppelleben führte, konnte er seine Gaben lange Zeit nicht gut entwickeln. Er wurde von Furcht beherrscht. Aber seit er Buße getan und Jesus als seinen Herrn aufgenommen hat, durfte er anfangen, Gottes Gaben zu erwecken und nun dient er sogar einigen jungen Menschen durch das Zweierbibelstudium.

Lesen wir Vers 7: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Der Geist der Furcht kommt nicht von Gott. Furcht ist auch keine natürliche menschliche Eigenschaft. Furcht ist die Waffe des Satans, mit der er uns hilflos und nutzlos macht. Solange ein Mensch ohne Gott lebt, wird er von dem bösen Geist regiert. Auch eine heimliche Sünde trennt uns von Gott, so dass Gottes Geist nicht in uns wirken kann. Als Folge dessen sind solche Menschen oft von der Furcht regiert. Hebräer 2,15 sagt, dass wir durch Furcht in unserem ganzen Leben Knechte sein mussten. Grundlegend ist es die Furcht vor dem Tod, die uns gefangen hält. Nur Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung dem Tode die Macht genommen. Wenn Jesus in uns regiert, sind wir vom Geist der Furcht befreit und können Gott in einem neuen Leben dienen.

Gottes Geist ist ein Geist der Kraft, d. h. dass Gott uns die geistliche Kraft schenkt, Dinge zu tun, die wir für unmöglich gehalten haben. Der erste König von Israel, Saul, war trotz seiner großen Körperlänge ein sehr furchtsamer Mann. Als er zum König bestimmt wurde, war er zunächst unauffindbar, weil er sich beim Tross versteckt hatte. Aber als er von dem Geist Gottes erfüllt wurde, gab Gott ihm Kraft, ein Leiter seines Volkes zu sein. Wegen der Grausamkeit und Drohung der Ammoniter waren alle Israeliten furchtsam. Doch mit dem Geist der Kraft zerstückelte Saul auf der Stelle seine Rinder und rief ganz Israel auf, ihm in den Kampf zu folgen. Solange wir vom bösen Geist regiert werden, können wir nichts tun. Aber der Geist Gottes gibt uns Kraft, zu mächtigen Leitern heranzuwachsen.

Gott gibt uns auch den Geist der Liebe. Gott gibt uns sein Herz für die Errettung der jungen Menschen an unserem Campus. Der böse Geist will uns furchtsam machen, so dass wir schweigsam bleiben. Aber Furcht ist nicht in der Liebe. Wegen der Liebe können wir uns selber überwinden und den Studenten mit dem Wort Gottes von ganzem Herzen dienen. Wir haben selber die unbeschreibliche Liebe Gottes erfahren, der seinen einzigen Sohn zu unserer Errettung hingegeben und uns das neue Leben ermöglicht hat. Mit dieser gleichen Liebe dürfen wir uns selbst einsetzen, um die Hoffnungsträger anzunehmen und sie durch das Bibelstudium zu ihren Heiland zu führen.

Gott gibt uns auch den Geist der Besonnenheit oder anders ausgedrückt Selbstdisziplin. Fleischlich gesinnte Menschen handeln nach ihrer Begierde, aber geistlich gesinnte Menschen können sich mit der Hilfe Gottes selbst disziplinieren und zu großen Leitern heranwachsen. Heutzutage sehen wir viele junge Menschen, die ans Internet gefesselt sind. Sie denken, dass sie dadurch etwas gewinnen könnten, aber in der Tat werden sie zu kraftlosen und abhängigen Sklaven der Begierde. Jean Calvin hatte noch kein Internet. Aber er war in der Lage, sich selbst zu disziplinieren und so konnte er als ein junger Mann von 22 Jahren seine 1.200 Seiten umfassende protestantische Theologie in Lateinisch schreiben: „Institutio Christianae Religionis“.

Hier lernen wir, dass es wichtig ist, die Gabe Gottes zu erwecken und einzusetzen. Gottes Geist gibt uns Kraft, gegen den Unglauben zu kämpfen, Liebe, die Hoffnungsträger anzunehmen, und Besonnenheit, ihnen zu dienen. Lasst uns die Gabe Gottes in uns erwecken, so dass Gott jeden von uns als einen einflussreichen Bibellehrer für die geistliche Wiedererweckung in Europa gebrauchen kann.

2. Leide mit mir für das Evangelium (8-18)

Lesen wir Vers 8 gemeinsam: „Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes.“ Paulus ermutigte Timotheus, dass er sich nicht wegen des Evangeliums oder wegen Paulus Gefangenschaft schämen sollte, sondern mit ihm zusammen für das Evangelium leiden sollte.

Nach seiner Bekehrung begann Apostel Paulus das Evangelium fleißig zu verkündigen. Er unternahm drei ausgedehnte Missionsreisen, wodurch das Evangelium auf dem europäischen Kontinent bekannt wurde. Schließlich wurde er in Jerusalem wegen der Verleumdung der Juden gefangen genommen und als Gefangener nach Rom transportiert. Paulus litt viel wegen des Evangeliums und starb als ein Märtyrer in Rom.

Manche Christen schämten sich damals des Evangeliums, weil das Evangelium nicht anerkannt wurde und gegenüber den klugen Philosophien zu einfach aussah. Sie schämten sich auch des Paulus, der als ein Sektenführer inhaftiert war. Aber Paulus ermutigt Timotheus, sich nicht zu schämen. Er sollte glauben, dass das Evangelium die Kraft Gottes ist, die alle selig macht, die daran glauben. Timotheus sollte auch wissen, dass Paulus ein Gefangener Jesu war und für seinen Glauben litt.

Unsere Missionare, die das Evangelium in mehr als 90 Länder getragen haben, tragen auch viele Leiden. Sie kämpfen hart, um in der fremden Umgebung zu überleben und dabei das Evangelium zu verkündigen. In den muslimischen Ländern müssen sie ständig mit Verfolgung rechnen. Doch auch in Europa erfahren wir viele Widerstände, weil das Evangelium nicht dem aktuellen Zeitgeist entspricht. So musste Missionar Peter Missverständnisse und Verleumdungen erfahren, um dem Jüngererziehungswerk zu dienen.

Manchmal erfahren wir, dass einige sich wegen des Evangeliums schämen oder sogar wegen ihrer Eltern schämen. Wir sollen uns nicht schämen, sondern mit Gottes Knechten zusammen für das Evangelium leiden in der Kraft Gottes. Alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden. Lasst uns nicht dem gottlosen Zeitgeist folgen, sondern mit Stolz das Evangelium verkündigen und für das Evangelium mitleiden in der Kraft Gottes.

Jesus hat uns selig gemacht und er hat uns nach seinem Ratschluss mit einem heiligen Ruf berufen. Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebraucht. Wir dürfen vielmehr an die Überlegenheit des Evangeliums glauben und es mutig bezeugen. „Leide mit mir für das Evangelium“ bedeutet, dass wir den gleichen Weg gehen sollten, wie Paulus und viele Glaubensvorfahren ihn vor uns bereits gegangen sind.

Sehen wir uns Vers 12 an: „Aus diesem Grund leide ich das alles; aber ich schäme mich dessen nicht; denn ich weiß, an wen ich glaube, und bin gewiss, er kann mir bewahren, was mir anvertraut ist, bis an jenen Tag.“ In diesem Vers sagt Paulus, dass er sich nicht des Leidens schämt, weil er weiß, an wen er glaubt. Er hatte eine feste, tiefe Liebesbeziehung zu Jesus, so dass er selbst im finstersten Kerker und vor dem Gericht des Kaisers nicht mit Furcht erfüllt wurde. Er glaubte, dass Jesus immer bei ihm war und ihn bewahrte und dass er ihm schließlich die Krone des Lebens in seinem Reich geben würde. Die Menschen der Welt leben in ständiger Unruhe und sterben ohne Frieden. Aber weil Jesus mit uns ist, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Er wird uns auch inmitten des Leidens bis an jenen letzten Tag bewahren und zu seinem himmlischen Reich führen.

Sehen wir uns die Verse 13 und 14 an: „Halte dich an das Vorbild der heilsamen Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe in Christus Jesus. Dies kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.“ Timotheus konnte als ein geistlicher Leiter von Gott gebraucht werden, wenn er das Wort Gottes in seinem Herzen festhielt.

Als Paulus ins Gefängnis kam, wandten sich viele von ihm ab und versuchten ihr eigenes Werk zu tun. Aber es gab einen Mann namens Onesiphorus, der nach Rom kam und überall suchte, bis er Paulus gefunden hatte. Er schämte sich der Ketten des Paulus nicht. Er war eine große Ermutigung für Paulus, der im Gefängnis gegen die Einsamkeit kämpfte. Wir können eine Ermutigung für Gottes Knechte sein, wenn wir von Onesiphorus lernen, uns nicht der Knechte Gottes schämen, sondern an dem Leiden für das Evangelium aktiv teilnehmen.

Durch die heutige Lektion wurden wir ermahnt, die Gabe Gottes zu erwecken und uns nicht des Evangeliums zu schämen. Gott hat uns den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit gegeben, der uns befähigt, ein siegreiches Leben als Bibellehrer für die Studenten zu führen. Lasst uns in diesem Wintersemester mit Gottes Knechten zusammen für das Evangelium leiden. Gott gebrauche jeden von uns als einen hervorragenden Bibellehrer und als globale geistliche Leiter, dass durch uns Europa geistlich wiedererweckt als eine Hirtennation für die Weltmission gebraucht werden darf.

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