Mose stand vor dem Pharao

2.Mose 7,1 – 8,15
Leitvers 7,10

„Da gingen Mose und Aaron hinein zum Pharao und taten, wie ihnen der Herr geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab hin vor dem Pharao und vor seinen Großen, und er ward zur Schlange.“

Der Psalmist lehrt uns: „Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder tritt noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern hat Lust am Gesetz des Herrn hat sinnt und über seinem Gesetz Tag und Nacht“ (Psalm 1,1.2). Lasst uns in diesem fruchtbringenden Herbst die Lust am Wort Gottes erneuern und zu den seligen Menschen gehören, die zu seiner Zeit viele gute Früchte des Lebens bringen! Die Bibel sagt, wie Römer 3,10 lehrt: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.“ Alle Menschen, die in dieser Welt leben, sind Sünder vor Gott. Warum gibt es aber manche, die durch die Gnade Gottes errettet werden, während manche unter dem Zorngericht Gottes leben? Pharaos‘ und Moses‘ Leben, die wir heute kennenlernen, geben uns die klare Antwort darauf.

Durch die letzte Exodusbotschaft lernten wir kennen, dass Gottes Gaben und Berufung ihn nicht gereuen können. Gott wollte unbedingt Mose als Leiter für den Exodus aufstellen und durch Mose sein Volk aus der Sklaverei Ägyptens befreien, koste es, was es wolle. Im heutigen Text erfahren wir auch, wie sehr er Mose ermutigte und ihn den hartnäckigen Pharao wiederholt immer wieder herausfordern ließ, um ihn als Leiter und Hirten für sein Volk aufzustellen. Warum ließ Gott, anstatt selber sein Volk aus Ägypten zu führen, einen Menschen, der in Unsicherheit, Schwachheiten und Begrenztheit war, als Leiter und Hirten aufstellen? Es war sein souveräner Ratschluss für die Erfüllung seiner Verheißung und zur Rettung seines Volkes. Es ist sein souveräner Wille, dass er seine Knechte, die er berufen hat, gegen die Mächte des Bösen kämpfen ließ, dass sie die Feinde Gottes besiegen und das Volk Gottes von ihrer Herrschaft retten würden.

Wir lernen heute die Torheit des Pharaos kennen, vor allem, wie siegreich Mose und Aaron durch den Gehorsam des Glaubens den scheinbar unbesiegbaren Pharao heraus-forderten. Lasst uns wie Mose und Aaron auf Gott hören und durch den Gehorsam des Glaubens den Pharao des gottlosen Humanis-mus besiegen und die jungen Hoffnungsträger am Campus von ihrer Herrschaft befreien. Gott möge jedem von euch Siegeszuversicht geben und euch kostbar gebrauchen, seine Heils-geschichte in unserer Zeit fortzusetzen.

1. Moses erstes Wunder vor dem Pharao (7,1-13)

Sehen wir uns Vers 1 an: „Der Herr sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich zum Gott gesetzt für den Pharao, und Aaron, dein Bruder, soll dein Prophet sein.“ Mose hatte mehrmals gesagt, dass er wegen seiner mangelnden Rede-fähigkeit nicht zum Pharao gehen könne. Er war wie ein Profiboxer, der im ersten Kampf seiner Boxerkarriere von seinem Gegner brutal nieder-geschlagen wurde und allen Mut und Zuversicht verloren hat. Wenn Mose sich an das verstockte Gesicht des Pharaos und die kalte Ablehnung seines Volkes erinnerte, fühlte er sich wirklich zu hilflos, mutlos und wurde sogar deprimiert. Aber Gott sandte ihn gerade in diesem Moment erneut als Gottes Boten zu dem hochmütigen Pharao. Gott setzte ihn sogar zum Gott für den Pharao. Natürlich war Mose damals im Alter eines hoffnungslosen Opas. Er war weder kräftig noch perfekt, aber er sollte gegenüber dem Pharao Gott sein, weil Gott in seiner Vollmacht Mose als seinen Stellvertreter aufge-stellt hatte. Damals hielt der Pharao sich selbst für einen Gott, nämlich für den Sohn der Sonne, aber nun sollte Mose für ihn wie Gott sein, dem er absolut gehorchen musste. Mose zu gehor-chen war gleich Gott zu gehorchen; Mose ungehorsam zu sein war Gott ungehorsam zu sein. Gott half Mose auf diese Weise, seine innere Furcht, Zweifel und Fatalismus zu über-winden und Siegeszuversicht anzuziehen. Der allmächtige Schöpfer erweckte in ihm die klare geistliche Identität als Gottes Knecht, der Gottes geistliche Autorität ausübte und Gottes Mission erfüllte.

Im geistlichen Kampf- und Kriegsfeld ist es sehr wichtig, dass man unbesiegbare Siegeszuver-sicht hat. Diese Siegeszuversicht kommt von der geistlichen Identität und Mission, die Gott uns gibt. In unseren Augen mögen wir oft viel zu hilflos und fehlerhaft und nicht so qualifiziert erscheinen. Es ist sicherlich wichtig, zu wissen, wer und wie wir selber sind, aber entscheidend ist, mit welcher geistlichen Identität und Mission Gottes wir leben. Geistliche Identität und Mission, die von Gott kommt, schenkt uns ein erfülltes und dynamisches Leben und vor allem Siegeszuversicht über jede Herausforderung. Preis und Dank sei dem Herrn, der uns zum Gott für die jungen Studenten in diesem Kontinent gesetzt hat und in den vergangenen 37 Jahren seine Gnade erwiesen hat, wunder-bare Glaubensgeschichten zu schreiben und ein siegreiches Missionsleben zu führen. Er hat uns eingesetzt, am Campus das Wort Gottes zu verkündigen und junge Menschen wie die Totengebeine als ein überaus großes Heer Gottes aufzustellen. Diese Identität als Gottes Knecht und die Mission gab uns nicht nur ein siegreiches und erfülltes Missionsleben, sondern auch seine Vision, zwei weitere Missionsstützpunkte in Istanbul und Kairo für die Muslimemission zu bauen. Unser allmäch-tiger Gott hat Hirten Peter zum Gott für die Studenten gesetzt, um sie durch das Bibel-studium von der Macht der Sünde zu befreien und sie als Menschenfischer aufzustellen (Lukas 5,10b). Der auferstandene Herr Jesus hat einen Verfolger der Gemeinde als sein auserwähltes Werkzeug für die Weltmission eingesetzt, das den Namen Jesu bis ans Ende der Erde trägt. Gott hat auch in einem ehr-geizigen jungen Mediziner geistliche Identität als globaler Leiter und Missionsvision erweckt, dass er überall, wo er hingeht, Gottes Wort und dessen Jüngererziehungswerk verkündigt. Er hat den jungen Mitarbeitern der nächsten Generation geistliche Siegeszuversicht gege-ben, den Pharao des gottlosen Humanismus in der Schule herauszufordern und das Gefäß des Gebets mit den Mitschülern in der Schule zu bilden. Gott möge uns täglich mit der unbesieg-baren Siegeszuversicht erfüllen und durch uns 1700 Universitäten und Hochschulen in Europa erschließen und 10.000 geistliche Leiter und fünf Millionen Gebetsmitarbeiter aufstellen, sodass Deutschland als eine priesterliche Nation gebraucht wird.

Sehen wir uns Vers 2 an: „Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde; aber Aaron, dein Bruder, soll es vor dem Pharao reden, damit er die Israeliten aus seinem Lande ziehen lasse.“ Gott unterstützte auch die Schwäche von Mose, indem er Aaron als seinen Mitarbeiter und Sprecher zur Seite stellte. Sie bildeten ein wunderbares Missionsteam und arbeiteten gut zusammen, um den hochmütigen Pharao herauszufordern.

Sehen wir uns die Verse 3 und 4a an: „Aber ich will das Herz des Pharao verhärten und viele Zeichen und Wunder tun in Ägyptenland. Und der Pharao wird nicht auf euch hören.“ Gott wusste schon, dass der Pharao nicht bereit sein würde, auf seine Botschaft zu hören. Dass Gott das Herz des Pharao verstocken würde, bedeutet nicht, dass Gott jemandes reines Herz willkürlich verstockt macht und ihn als ein Werkzeug der Ungerechtigkeit gebraucht. Die Verstocktheit ist eine unmittelbare Folge des Hochmutes und der Unbußfertigkeit. Hochmütig und unbußfertig zu sein scheint in unserer gottlosen Umgebung harmlos zu sein, aber es ist keinesfalls harmlos! Der Hochmut und die Unbußfertigkeit bewirken den Zorn Gottes nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Familie und sein Volk.

Gott sagte Mose die hartnäckige Ablehnung des Pharao voraus, damit Mose dadurch nicht entmutigt würde. Er sagte Mose auch, was er dann tun würde. Sehen wir uns Verse 4 und 5 an: „Und der Pharao wird nicht auf euch hören. Dann werde ich meine Hand auf Ägypten legen und durch große Gerichte meine Heerscharen, mein Volk Israel, aus Ägypten führen. Und die Ägypter sollen innewerden, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Hand über Ägypten ausstrecken und die Israeliten aus ihrer Mitte wegführen werde.“ Welches Ziel hatten die vielen Zeichen und Wunder durch die Plagen Gottes? Das Ziel der Plagen war nicht, die Ägypter zu bestrafen oder zu vernichten, sondern sie zur Erkenntnis des Herrn zu führen. Durch die zehn Plagen sollten die Ägypter die geistliche Einsicht gewinnen, dass der Gott der Hebräer allein der allmächtige Schöpfergott ist und der souveräne Herr über alle Götter und über die Geschichte der Menschen ist. Die hartnäckige Ablehnung des Pharao verhinderte nicht das Werk Gottes, sondern diente letztlich nur dem Ziel Gottes, nämlich seine Schöpfungs-macht und seine souveräne Herrschaft zu offen-baren und alle Menschen zur Erkenntnis des Herrn zu führen.

Es ist hier sehr interessant zu sehen, dass Gott sein Volk, das er aus Ägypten führen möchte, als Heerscharen gesehen hat (6,26; 7,4; 12,17; 12,51). Warum bezeichnet Gott sie als Heerscharen? Diese Bezeichnung sagt etwas über das Ziel der Errettung. Viele denken, dass sie, wenn sie die Errettungsgnade empfangen, gar nichts zu tun bräuchten und nach dem Tod zum Reich Gottes ins Jenseits gehen würden. Es ist ein großer Irrtum! Viele von ihnen ver-stehen das neue Leben in der Errettungsgnade als die Fortsetzung ihres alten Lebens und erwarten die optimale Verbesserung ihrer äußerlichen menschlichen Bedingungen. Das neue Leben in der Errettungsgnade Gottes ist aber, wie diese Bezeichnung sagt, in einer leidensvollen gegenwärtigen Umgebung als Gottes Volk zu leben, nämlich geistlich und praktisch zu kämpfen, d. h. gegen die Herr-schaft der Sünde zu kämpfen. Ein neues Leben heißt, gegen den Einfluss und die alten Gewohnheiten und die Gesinnung des alten Lebens zu kämpfen. Nicht nur das: das neue Leben zu führen heißt, das Leben mit dem Wort Gottes zu füllen, auf der täglichen Basis die Gemeinschaft mit Gott zu pflegen und ihn anzubeten, mit der Vision Gottes für die Erweiterung des Reiches Gottes zu kämpfen, bis unser Gott alle Feinde unter Jesu Füße legt. So nannte Gott sein Volk die Heerscharen. Es ist für uns sehr wichtig und notwendig, dass wir die Identität als Heerscharen haben, wenn wir ein siegreiches neues Leben führen möchten.

Sehen wir uns die Verse 6 und 7 an. Mose und Aaron nahmen den großen souveränen Willen Gottes an, gingen wieder zum Pharao und taten, wie ihnen der Herr geboten hatte. Als sie mit Zuversicht zum Pharao gingen und mit ihm redeten, war Mose 80 Jahre, und Aaron war 83 Jahre alt. Sie sahen aus wie eine Rentnerband. Als sie aus dem Vertrauen Gottes Orientierung gehorchten, wurden sie von dem heraus-fordernden Geist erfüllt. Nun sah der Pharao für sie nicht mehr wie ein Goliath aus, sondern nur noch wie ein hirtenloser Hoffnungsträger. Gott offenbarte durch die beiden hochbetagten Leute Gottes, wie er sein Heilswerk führt. Gott erwählt, was töricht ist, was schwach ist, was verachtet ist vor der Welt, und macht die Weisen, die Starken und was etwas ist, zuschanden, damit sich kein Mensch vor Gott rühme (1.Korinther 1,26-29).

Sehen wir uns Verse 8 und 9 an: „Und der Herr sprach zu Mose und Aaron: Wenn der Pharao zu euch sagen wird: Weist euch aus durch ein Wunder!, so sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn hin vor dem Pharao, dass er zur Schlange werde!“ Gott rüstete Mose und Aaron mit seiner Macht aus und gab Mose eine klare Anweisung, was er tun sollte. Lesen wir den Vers 10 gemeinsam: „Da gingen Mose und Aaron hinein zum Pharao und taten, wie ihnen der Herr geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab hin vor dem Pharao und vor seinen Großen und er ward zur Schlange.“ Da ließ der Pharao die Weisen und Zauberer rufen, und die ägyptischen Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten. Aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe (11.12). Der Pharao sollte durch das Wunder erkennen, dass hinter den Worten von Mose und Aaron Gott stand. Als Mose Gottes Worten vertraute und gehorchte, erfuhr er Gottes Vollmacht.

Geistliche Vollmacht kommt nicht von unseren guten Bedingungen oder menschlichen Fähig-keiten, sondern allein aus dem Gehorsam des Glaubens gegenüber dem Wort Gottes. Dr. Lee war von Gestalt her nicht so groß wie Samuel Abraham Chang, aber weil er Gottes Wort absolut gehorchte, koste es, was es wolle, gab Gott ihm seine Vollmacht, der Weltcampus-mission zu dienen und viele Missionare auszusenden, sodass wir mehr als 90 Länder der Welt mit dem Evangelium erschließen konnten. Dr. Martin Luther war nur ein schwacher Mönch. Aber als er Gottes Wort absolut vertraute und gehorchte, befähigte Gott ihn, die Wahrheit des Evangeliums vollmächtig zu verkündigen. Gott offenbarte durch uns während der vergangenen 37 Jahre seine Vollmacht, einige einheimische Hirten zu den mutigen Bibellehrern und Predigern aufzu-stellen. Sie sind Gottes Zeichen und Wunder unter uns. Gott möge jedem von Euch in diesem Wintersemester 2017/2018 helfen, wie Mose durch den Gehorsam des Glaubens zu kämpfen und Gottes mächtiges Wirken persönlich zu erfahren.

2. Die erste, zweite und dritte Plage (7,14 – 8,15)

Betrachten wir nun die ersten drei Plagen, die Gott als Strafgerichte über die Ägypter ver-hängte. Sie sind Zeichen der absoluten Über-legenheit des Herrn und gleichzeitig eine Demonstration für die Ohnmacht der ägyptischen Götter. Zur damaligen Zeit gab es in Ägypten viele Götter, wie etwa den Nil und die Frösche. Durch die Plagen zeigte Gott ihnen, dass diese Dinge keine andere Dinge wie Totengebeine waren, sondern dass nur der Herr, Jaweh, allein der wahre Gott ist.

Sehen wir uns Vers 15 an: „Geh hin zum Pharao morgen früh. Siehe, er wird ans Wasser gehen; so tritt ihm entgegen am Ufer des Nils und nimm den Stab in deine Hand, der zur Schlange wurde.“ Mose sollte am Ufer des Nils auf den Pharao warten, um ihn erneut mit der Botschaft des Herrn zu konfrontieren: „Lass mein Volk ziehen, dass es mir diene!“ Mose und Aaron taten, wie ihnen der Herr geboten hatte, und Mose hob den Stab und schlug ins Wasser vor dem Pharao und seinen Großen. Und alles Wasser im Strom wurde in Blut verwandelt. Diese Plage betraf die Lebensgrundlage der Ägypter. Das Wasser des Nils war ihre Quelle des Lebens und der Fruchtbarkeit. Aber dieser Lebensnerv wurde in ein gewaltiges Todes-zeichen verwandelt. Es ekelte die Ägypter vor dem Nilwasser. Es kam auch zu einem großen Fischsterben, sodass die Ägypter sich nicht mehr von Fischen ernähren konnten. Die ägyptischen Zauberer taten das gleiche, aber sie steigerten nur die Not. Sie häuften durch ihre Geheimkünste Plage auf Plage.

Sieben Tage blieb das Blutwasser. Eigentlich war es die Zeit, in der der Pharao zur Besinnung kommen sollte, aber stattdessen verhärtete er weiter sein Herz. Er ignorierte Gottes Zeichen und häufte weiter den Zorn Gottes an.

Welchen Befehl gab Gott dem Pharao durch Mose? Sehen wir uns Vers 26 an: „Da sprach der Herr zu Mose: Geh hin zum Pharao und sage zu ihm: So spricht der Herr: Lass mein Volk ziehen, dass es mir diene!“ Die wiederholte Botschaft Gottes an den Pharao durch Mose zeigt klar, wie sehr Gott sich wünschte, Gemeinschaft mit seinem Volk zu haben und mitten unter ihnen zu wohnen. Gott wünschte sich, dass sein Volk von der grausamen Herrschaft des Pharaos und von der Sklaverei der Sünde befreit werden und als Gottes Volk leben könnte. IHM zu dienen heißt IHN allein anzubeten. IHM zu dienen heißt aus der Dank-barkeit Gottes Gnade und Führung täglich zu feiern und unser Leben IHM zu geben.

Gott warnte den Pharao durch Mose. Lesen wir die Verse 27 – 29 gemeinsam: „Wenn du dich aber weigerst, siehe, so will ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen plagen, dass der Nil von Fröschen wimmeln soll. Die sollen herauf-kriechen und in dein Haus kommen, in deine Schlafkammer, auf dein Bett, auch in die Häuser deiner Großen und deines Volks, in deine Backöfen und in deine Backtröge; ja, die Frösche sollen auf dich selbst und auf dein Volk und auf alle deine Großen kriechen.“ Die Frösche sollten eigentlich im Nil bleiben; aber nun würden sie sich grenzenlos ausbreiten, bis in die entlegensten Gemächer vordringen und bis in die Einrichtungen und Geräte des täglichen Lebens kommen. Die Frösche sprangen in das Schlafgemach und sogar auf das Bett des Pharao und quakten die ganze Nacht hindurch sehr unangenehm, sodass er nicht schlafen konnte. Als er sein Frühstück einnehmen wollte, saß schon ein glitschiger Frosch in seiner Kaffeetasse und als er sein Brötchen aufschnitt, kam ein Froschschenkel heraus. Schließlich konnte er es nicht mehr aushalten und wollte um Gottes Gnade bitten. Die ägyptischen Zauberer konnten die Not nicht lindern, sondern nur vermehren. In der Not erkannte der Pharao, dass nur Gott helfen konnte.

Zum ersten Mal ließ Pharao Mose und Aaron rufen und sprach: „Bittet den Herrn für mich, dass er die Frösche von mir und von meinem Volk nehme, so will ich das Volk ziehen lassen, dass es dem Herrn opfere“ (8,4b). Obwohl der hochmütige Pharao Mose um Hilfe bat, ließ Mose ihn selber den Termin bestimmen. Mose bezeugte sein Vertrauen auf den Herrn und sagte, dass die Frösche nicht wie zufällig verschwinden sollen, sondern ihr Eingehen sollte dem Pharao zu einem weiteren Zeichen des Herrn werden. Was war Pharaos‘ Antwort? Sehen wir uns Vers 6 an: „Er sprach: Morgen. Moses antwortete: Ganz wie du gesagt hast; auf dass du erfahrest, dass niemand ist wie der Herr, unser Gott.“ Das Wort „Morgen“ ist eigent-lich ein Ausdruck, der den Menschen Trost und Hoffnung gibt. Viele Menschen überwinden mit der Hoffnung auf Morgen jetzige Schmerzen, Leiden und Bedrängnisse. Aber einen unge-wissen Morgen zu erwarten ist in der Tat eine törichte Sache, wenn man sich nicht im Glauben vorbereiten würde. Pharao vernach-lässigte, heute Gottes Gnade zu erfahren und verschob es auf Morgen. Seine Torheit war, dass er es auf Morgen verschob, heute Gottes Gnade zu empfangen. Anders gesagt, er verlängerte sein persönliches Unglück und das Unheil seines Volkes. Sprüche 27,1 sagt: „Rühme dich nicht des morgigen Tages; denn du weißt nicht, was der Tag bringt.“ Jetzt und heute ist immer die beste Zeit und Gelegenheit zur Buße, dass man Gottes Gnade ergreifen und Gottes Errettungswerk persönlich erfahren darf. Pharao verschob immer wieder, wenn das Morgen kam, auf das andere Morgen. So verhärtete er sein Herz. Weil der Pharao Gottes Warnung so verachtete, verdarb er plötzlich ohne alle Hilfe. Sprüche 29,1 sagt: „Wer gegen alle Warnung halsstarrig ist, der wird plötzlich verderben ohne alle Hilfe.“ Es ist weises Handeln, dass man heute und jetzt demütig auf das Wort hören und ihm gehorchen darf. 2.Korinther 6,2 sagt: „Denn er spricht: Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habt dir am Tage des Heils geholfen. Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“

Sehen wir uns die Verse 8b bis 10 an: „Und Mose schrie zu dem Herrn wegen der Frösche, wie er dem Pharao zugesagt hatte. Und der Herr tat, wie Mose gesagt hatte, und die Frösche starben in den Häusern, in den Höfen und auf dem Felde. Und man häufte sie zusammen, hier einen Haufen und da einen Haufen, und das Land stank davon.“ Als Mose dem Herrn gehorchte und allein zur Ehre Gottes betete, wurde sein Gebet erhört.

Sehen wir uns Vers 11 an: „Als aber der Pharao merkte, dass er Luft gekriegt hatte, verhärtete er sein Herz und hörte nicht auf sie, wie der Herr gesagt hatte.“ Die Erleichterung von der Froschplage ließ den Pharao aufatmen. Kaum bekam er wieder Luft, da zog er sein Zuge-ständnis wieder zurück, Israel freizulassen. Er verstockte sich wieder. Er sollte sich vor dem allmächtigen Schöpfergott demütigen und Buße tun, aber er verpasst die Chance immer wieder. Seine Buße war nur eine Notbuße gewesen. Als er Gottes Gnade erfuhr, vergaß er sofort wieder, was er gesagt hatte. Die Unbußfertigkeit des Pharao und sein hartes Herz erinnern uns an Römer 2,4.5: „Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber mit deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufst dir selber Zorn an auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes.“

Als Simon Petrus einmal beim Fischfang Jesu Allmacht über die Fische im See erfuhr, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch“ (Lukas 5,8). Seine Bußfertigkeit und sein demütiges Herz machten ihn zu einem großen Lehrer der Menschheit. Der Pharao hingegen blieb hart-näckig und unbußfertig. Darum lebte er unter dem Zorngericht Gottes und verlor schließlich seinen Sohn und ruinierte sein Land.

Was war die dritte Plage? Sehen wir uns Vers 12 an: „Und der Herr sprach zu Mose: Sage Aaron: Strecke deinen Stab aus und schlag in den Staub der Erde, dass er zu Stechmücken werde in ganz Ägyptenland.“ Der Staub wurde nach dem Befehl Gottes durch Mose zu unzählbaren kleinen Stechmücken verwandelt. Diese kleinen, empfindlich stechenden Insekten belästigten den Pharao unablässig, sodass es ihn überall juckte. In der Nacht krochen sie sogar in seine Nase und Ohren hinein.

Sehen wir uns Vers 15 an: „Da sprachen die Zauberer zum Pharao: Das ist Gottes Finger. Aber das Herz des Pharao wurde verstockt und er hörte nicht auf sie, wie der Herr gesagt hatte.“ Die Zauberer konnten diese Plage nicht nachahmen, darum sprachen sie zum Pharao: „Das ist Gottes Finger.“ Es war ein besonderes Wunder, durch das sie Gottes Allmacht anerkennen mussten. Aber das Herz des Pharao blieb weiter verstockt, und er hörte nicht auf sie. Obwohl er Gottes Allmacht erfuhr, verhärtete er sein Herz und tat keine Buße für seinen Hochmut. So wurde er zu einem Werkzeug der Ungerechtigkeit. Die Merkmale der Untergehenden sind, dass sie ein ver-stocktes Herz haben und unbußfertig bleiben. Sie hören immer wieder nicht auf das Wort Gottes. Gott offenbart sich nicht solchen Menschen (Johannes 12,40). Solche Leute werden sicher zugrunde gehen, aber nicht allein, sondern auch mit ihrer Familie. Gott ist der Gott des Gerichtes für die Ägypter, aber Gott ist der Gott der Errettung für sein auserwähltes Volk.

Im heutigen Text wiederholen sich die Aus-drücke „der Herr sprach zu Mose“ und „wie ihnen der Herr geboten hatte“. Gott hat den gehorsamen und herausfordernden Glauben von Mose gesegnet und ihm jedes Mal den Sieg des Glaubens gegeben. Lasst uns wie Mose mit der Vollmacht Gottes den hartnäckigen Pharao des gottlosen Humanismus herausfordern und am Campus das Wort Gottes mutig ver-kündigen, sodass unsere Hoffnungsträger von der Herrschaft der Sünde befreit werden und als ein überaus großes Heer Gottes aufgestellt werden, die allein Gott anbeten und ihm dienen.

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