Sei getrost, du musst in Rom Zeuge sein

Apostelgeschichte 22,30 – 23,35
Leitvers 23,11

„In der folgenden Nacht aber stand der Herr bei ihm und sprach: Sei getrost! Denn wie du für mich in Jerusalem Zeuge warst, so musst du auch in Rom Zeuge sein.“

Im vorhergehenden Kapitel der Apostelgeschichte haben wir kennengelernt, wie Paulus sein Glaubenszeugnis vor den Juden ablegte, nämlich dass er durch die wunderbare Gnade des auferstandenen Jesus von einem Pharisäer und dem schlimmsten Verfolger der Christen zu einem Zeugen Jesu und zu einem Werkzeug Gottes für die Heidenmission verändert worden war.

In der heutigen Lektion wird Paulus vor den Hohen Rat der Juden gebracht, um dort verhört zu werden. Bei diesem Verhör stand Paulus ganz allein vor dem Hohen Rat der Juden und vor der römischen Besatzungsmacht. Aber Paulus ließ sich nicht einschüchtern, sondern bezeugte seinen Glauben mit dem guten Gewissen. Nach dem Verhör besuchte der auferstandene Christus Paulus, stärkte ihn und gab ihm die Verheißung, dass er auch in Rom sein Zeuge sein würde.

Lasst uns heute das Geheimnis von Paulus‘ geistlicher Kraft kennenlernen und wie er als mutige Zeugen Jesu in unserer Generation gebraucht werden.

1. Paulus bezeugte sein gutes Gewissen vor Gott (22,30 – 23,5)

Der römische Oberst von Jerusalem wollte herausfinden, warum Paulus von seinen eigenen Landsleuten so hart beschuldigt wurde, dass diese einen Aufruhr machten, der sogar die ganze Stadt Jerusalem ergriffen hatte. Daher befahl der Oberst den Hohenpriestern und dem ganzen Hohen Rat, sich zu versammeln und stellte Paulus vor sie. Es war ein Verhör. Paulus stand allein vor dem Hohen Rat der Juden und auch vor der römischen Besatzungsmacht vor Gericht. Sehen wir uns Vers 1 an: „Paulus aber sah den Hohen Rat an und sprach: Ihr Männer, liebe Brüder, ich habe mein Leben mit gutem Gewissen vor Gott geführt, bis auf diesen Tag.“ Paulus war nicht furchtsam. Paulus sah den Hohen Rat an. Er ergriff die Initiative und sprach zuerst. Seine Worte waren stark und bedeutungsvoll. Er bezeugte, dass er mit Gott im Reinen war, nämlich dass er vor Gott lebte und ein gutes Gewissen vor Gott besaß.

Als Gott den Menschen schuf, gab er ihm das Gewissen. Das Gewissen hilft uns zu erkennen und zu tun, was richtig ist. Solange jemand das Richtige tut, kann er Frieden im Herzen haben und selbstbewusst und glücklich sein. Aber wenn jemand Schlechtes tut, wird sein Gewissen mit Schuld beladen, und sein schlechtes Gewissen verfolgt ihn sein Leben lang. Niemand kann Frieden haben, solange sein Gewissen ihn anklagt.

Wie konnte Paulus sagen, dass er mit gutem Gewissen vor Gott gelebt hatte? Im vorhergehenden Kapitel haben wir erfahren, dass Paulus einst ein fanatischer Christenverfolger war. Es war der Ausdruck seines eigenen schlechten Gewissens. In 1.Timotheus 1,15 bezeichnet er sich selbst als den Größten unter den Sündern. Paulus wusste, dass er ein schrecklicher Sünder war. Aber er konnte sagen, dass er mit gutem Gewissen vor Gott lebte, weil er aufgenommen hatte, dass Gott alle seine Sünden durch das Blut Jesu vergeben hatte.

Jesus ist das Lamm Gottes, das sein Blut am Kreuz für die Sünder vergoss. Hebräer 9,14 sagt: „Um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!“ Es ist Kraft in dem Blut Jesu. Durch das Blut Jesu sind nicht nur unsere Sünden vergeben, sondern das Blut Jesu reinigt auch unser Gewissen von den toten Werken und ermöglicht es uns, dem lebendigen Gott mit Zuversicht zu dienen. Das ist es, was wir uns wirklich wünschen und was uns glücklich macht. Nachdem Paulus‘ Gewissen durch das Blut Jesu gereinigt war, diente er Gott von ganzem Herzen, indem er seine priesterliche Pflicht erfüllte, das Evangelium allen Heiden zu predigen (Römer 15,16). Er unternahm drei lange und gefährliche Missionsreisen und erlitt viele Schwierigkeiten, aber er war glücklich, seine Aufgabe vor Gott zu erfüllen. Als Paulus mit gutem Gewissen vor Gott lebte, hatte er auch keine Furcht, vor den korrupten religiösen Leitern zu stehen.

Hier lernen wir, dass das gute Gewissen daher kommt, dass ein Mensch
1.) sich als einen Sünder vor Gott anerkennt, indem die Gnade Gottes für sein Leben annimmt und
2.) konsequent mit der Berufung Gottes lebt, die untrennbar mit der Gnade Gottes verbunden ist.

Viele Christen in Europa haben ein schlechtes Gewissen und schämen sich, ein Christ zu sein und das Evangelium von der Sünde und von der Gnade Jesu zu bezeugen. Wir dürfen fest auf der Gnade Gottes und auf der Berufung Gottes stehen und wie Paulus Jesus mit gutem Gewissen gegenüber unseren Nächsten an unseren Schulen und am Campus mutig bezeugen.

Die religiösen Leiter zeigten sich von Paulus‘ Zeugnis tief getroffen. Der Hohepriester Hananias befahl den Leuten, die um Paulus standen, ihn auf den Mund zu schlagen (2). Als der Hohepriester Hananias hörte, dass Paulus Gott mit einem guten Gewissen treu diente, verlor er seine Fassung und zeigte seine wahre Natur, die nicht das Privileg der Buße ergreift, sondern krampfhaft die Wahrheit unterdrückt. Solche Menschen wie Hananias, die krampfhaft an ihrem schlechten Gewissen festhalten anstatt das Privileg der Buße zu ergreifen, sind die elendesten unter allen Menschen.

Wie antwortete Paulus? Sehen wir uns Vers 3 an: „Da sprach Paulus zu ihm: Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand! Sitzt du da und richtest mich nach dem Gesetz und lässt mich schlagen gegen das Gesetz?“ Paulus ließ sich von der heftigen Reaktion der Leute mit dem schlechten Gewissen nicht beeindrucken. Vielmehr zeigte Paulus aufgrund der Schrift klar die Doppelmoral und Scheinheiligkeit der religiösen Oberen auf. Paulus hatte keine Furcht vor dem Hohenpriester, sondern sah auf Gott und glaubte daran, dass Hananias von Gott gerichtet werden würde.

Vor genau 500 Jahren wagte Martin Luther, der damals nur ein kleiner Mönch war, die Missstände der Kirche durch den Anschlag von 95 Thesen an das Tor der Wittenberger Schlosskirche aufzuzeigen. Dafür musste er im Jahr 1521 sich vor der weltlichen und religiösen Macht im Reichtstag zu Worms verantworten. Dort wurde er mit seinem Leben bedroht, seine 95 Thesen zu widerrufen. Aber Luther war nicht furchtsam, sondern bezeugte aufgrund seines freien Gewissens, das auf der heiligen Schrift gründete, vor Kaiser und Papst: „… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde, … so bin ich durch die Stellen der Heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!“ Luther wurde für dieses Zeugnis mit Kirchenbann und Reichsacht belegt, aber geistlich gesehen errang er einen großartigen Sieg.

In diesem Teil lernen wir, dass ein Mensch, der seine Aufgabe vor Gott mit gutem Gewissen erfüllt, viel stärker ist als ein politisches, wirtschaftliches oder ideologisches Establishment. Diejenigen, die nur abwarten und reagieren, werden sicher Verlierer sein. Aber wenn wir in jeder Situation mutig das Evangelium verkündigen und die geistliche Sünde der Menschen herausfordern, gibt Gott uns den geistlichen Sieg.

Wir können mit gutem Gewissen vor Gott leben, indem wir an das Blut Jesu Christi, das für unsere Sünde vergossen wurde, glauben und unser Leben für die Erfüllung der heiligen Mission Gottes hingeben. Möge Gott uns helfen, mit dem guten Gewissen durch das Evangelium die Doppelmoral und Heuchelei des Humanismus und des Relativismus dieser Generation herauszufordern und für eine geistliche Wiedererweckung gebraucht zu werden.

2. Paulus‘ Hoffnung in der Auferstehung der Toten (6 – 10)

Sehen wir uns Vers 6 an: „Als aber Paulus erkannte, dass ein Teil Sadduzäer war und der andere Teil Pharisäer, rief er im Rat: Ihr Männer, liebe Brüder, ich bin ein Pharisäer und ein Sohn von Pharisäern. Ich werde angeklagt um der Hoffnung und um der Auferstehung der Toten willen.“ Paulus wusste, dass es im Hohen Rat zwei Parteien gab, nämlich die Sadduzäer und die Pharisäer. Sie schienen eins zu sein in ihrer Gegnerschaft gegenüber Paulus. Aber eigentlich waren sie sich selbst in den grundlegenden geistlichen Fragen noch nicht im Klaren. Die Sadduzäer sagten, dass es keine Auferstehung gäbe, und dass weder Engel noch Geister existierten, während die Pharisäer hingegen beides anerkannten. Paulus identifizierte sich bei dem Verhör selbst als ein Pharisäer, indem er seine Hoffnung in die Auferstehung von den Toten bezeugte. Dies verursachte einen Streit, der den Hohen Rat im Chaos versinken ließ. Durch Paulus mutiges Zeugnis wurden einige Pharisäer ermutigt, zu ihren geistlichen Wurzeln zurückzukehren, so dass sie sich auf die Seite von Paulus stellten, indem sie sagten: „Vielleicht hat ein Geist oder ein Engel mit ihm geredet.“ Der Streit wurde so heftig, dass der römische Oberst, der dem Verhör beiwohnte, das Verhör abbrechen und Paulus aus ihrer Mitte entfernen musste.

Auf den ersten Blick sah Paulus Identifikation als ein Pharisäer mit der Auferstehungshoffnung wie ein geschickter Schachzug von Paulus aus, um den Hohen Rat zu entzweien und handlungsunfähig zu machen. Aber dies ist eine zu oberflächliche Betrachtungsweise. Tatsächlich meinte Paulus wirklich, was er sagte. Es war der zweite Teil seines Zeugnisses, den er an diesem Tag von dem Hohen Rat ablegte. Er bezeugte seine Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten. Paulus machte die Hoffnung auf die Auferstehung zum Gegenstand der Diskussion, nicht sich selbst.

Paulus glaubte gemäß der Schrift daran, dass Christus am dritten Tage von den Toten auferstanden ist. Er glaubte, dass aber nicht nur Jesus, sondern auch alle, die an Jesus glauben, von den Toten auferstehen werden. Paulus hatte Zuversicht, dass auch er selber von den Toten auferstehen und dann in das herrliche Bild Jesu verändert werden und das ewige Reich Gottes ererben wird. Die Auferstehung war für Paulus der Beweis, dass Gott schließlich alle Ungerechtigkeit besiegen wird. Er sehnte sich nach dem neuen Himmel und der neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Wegen dieser Hoffnung konnte Paulus sein Leben völlig für die Mission Gottes hingeben. Wegen dieser Hoffnung konnte er auch willig an dem übrig-gebliebenen Leiden Jesu teilnehmen, um das Evangelium vor Heiden und Juden zu bezeugen.

Vielen denken, dass sie noch viel Zeit haben, bis sie sich mit der Hoffnung der Auferstehung ernsthaft beschäftigen müssen, eventuell erst am Ende ihres Lebens und dass sie vorher zuerst, was diese Welt zu bieten hat, bis zur Neige auskosten und genießen müssten. Aber wir müssen wissen, dass die Zuversicht auf die Auferstehung von den Toten nicht daher kommt, dass man sich kurz vor seinem Tod bekehrt, sondern daher, dass wir von unserem jetzigen Leben an täglich mit der Hoffnung der Auferstehung leben und den Tag der Offenbarung Gottes aktiv erwarten.

Wir Christen dienen Christus hingebungsvoll, weil unsere Hoffnung in der Auferstehung liegt. Die Hoffnung der Auferstehung macht uns mutig und stark. Darum können wir unsere Zeit und unser Material auf dieser Welt für das einsetzen, was wirklich wichtig ist, nämlich um die Botschaft der Gnade Jesu und die Hoffnung der Auferstehung bis an das Ende der Erde zu bezeugen. Wir können andere von Herzen lieben und uns für ihre Rettung hingeben, ohne an uns selbst zu denken. Wir können Gott ohne Vorbehalte dienen.

3. Du musst auch in Rom Zeuge sein! (11)

Paulus errang durch das mutige Zeugnis seines guten Gewissens und seiner Auferstehungshoffnung im Verhör vor dem Hohen Rat einen großartigen geistlichen Sieg. Paulus war wie ein siegreicher Vier-Sterne-General auf dem geistlichen Schlachtfeld.

Doch sehen wir uns den Vers 11 an: „In der folgenden Nacht aber stand der Herr bei ihm und sprach: Sei getrost! Denn wie du für mich in Jerusalem Zeuge warst, so musst du auch in Rom Zeuge sein.“

Aus der Sicht des auferstandenen Christus brauchte Paulus Beistand und Ermutigung. Warum? Wir können uns gut vorstellen, dass Paulus trotz des Sieges beim Verhör geistlich und körperlich ausgelaugt war. Er hatte sein Leben riskiert, um Gott in Jerusalem zu dienen, aber ohne das gewünschte Resultat zu sehen. Vielleicht litt er unter einem Niederlagegefühl. Die Judenchristen und Heidenchristen waren einan-der noch nicht näher gekommen. Die nicht bekehrten Juden taten keine Buße, sondern wurden noch antichristlicher. Die sturen und bösen religiösen Leiter würden niemals aufgeben. Paulus selbst war ein Gefangener in einem römischen Gefängnis und wusste nicht, was als nächstes passieren würde. Dies ist ein Moment, in dem die Knechte Gottes leicht in Angst und Verlustgefühlt fallen können.

Als Paulus niedergeschlagen und ausgelaugt war, besuchte ihn der auferstandene Christus, um ihn mit neuer geistlicher Kraft zu stärken. Der auferstandene Christus, der König der Könige und der Herr der Herren, stand bei Paulus und ermutigte ihn: „Sei getrost. Denn wie du für mich in Jerusalem Zeuge warst, so musst du auch in Rom Zeuge sein.“ Durch die Worte Christi – „Sei getrost!“ – wurden die schwarzen Gewitterwolken der Sorge und Niederlage, die Paulus’ Herz überschattet hatten, vertrieben, und neuer und himmlischer Sonnenschein kam in Paulus’ Herz.

Der auferstandene Christus sagte: „Denn wie du für mich in Jerusalem Zeuge warst …“ Obwohl Paulus ein großes Ziel hatte, konnte er in Jerusalem nicht viel ausrichten. Aber der auferstandene Jesus bezeugte, dass Paulus ihn in Jerusalem bezeugt hatte. Es war so, als ob der auferstandene Christus sagen würde: „Paulus, das hast du sehr gut gemacht. Deine Mission ist nun vollendet und du kannst das Ergebnis ganz mir überlassen.“ Paulus würde weiter für sein eigenes Volk beten. Aber er konnte Frieden in seinem Herzen haben, und er wusste, dass er sein Bestes für sie getan hatte und dass der auferstandene Christus dies angenommen hatte.

Schließlich sagte der auferstandene Jesus: „…so musst du auch in Rom Zeuge sein.“ Der auferstandene Christus gab Paulus die klare Orientierung und seine Verheißung, dass er in Rom das Evangelium bezeugen würde. Paulus’ Eifer, das Evangelium in Rom zu verkünden, flammte erneut auf, und die Vision Gottes gab ihm neue Kraft.

Wie Paulus dürfen wir die Ermutigung des Christus hören: „Sei getrost! Denn wie du für mich in Jerusalem Zeuge warst, so musst du auch in Rom Zeuge sein.“ Hier lernen wir vier Dinge:

Erstens, der Herr steht bei seinen Leuten. Wir müssen wissen, dass unser Herr immer bei uns steht. Auch wenn die ganze Welt uns verlassen hat, verlässt er uns niemals. Der Autor des Gedichtes „Spuren im Sand“ drückte es poetisch aus: „Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist. Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte? – Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Dort wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.“

Zweitens, sei getrost! Ein einzigartiges Merkmal der Christen ist, dass sie inmitten der schwierigsten und menschlich gesehen unerträglichsten Situation getrost sein können. Ihr Trost kommt nicht von den Bedingungen oder von Menschen, sondern von Gott, nämlich aus der absoluten und unveränderlichen Liebe Gottes in Christus Jesus. Inmitten der Anfechtung und Verfolgungen gegen seine Person konnte Missionar Dr. Peter Chang durch Jesus, der der verworfene Eckstein und der lebendige Stein wurde, getrost sein und sich entscheiden, sich im Leiden Jesu zu freuen, ja sogar das Leiden Jesu zu genießen. Hudson Taylor, der große China-Missionar, verlor seine Kinder, seine Frau, seine Mitarbeiter, seine Gesundheit durch Krankheit und Verfolgung. Er erfuhr oft Einsamkeit und Verlust. Aber in Jesus fand er immer Trost, während er am Klavier sein Lieblingslied spielte: „Jesus, I am resting, resting, in the joy of what thou art.“ Manchmal sind wir wegen unserer eigenen Schwachheit und Sündhaftigkeit sehr entmutigt und verzagt. Aber wir dürfen getrost sein, indem wir an die absolute Liebe Gottes in Christus Jesus glauben. Wir brauchen nicht in Selbstmitleid sitzenbleiben, sondern dürfen Gottes Stimme hören und aufstehen. Jesus spricht: „Hirte Peter Schweitzer, sei getrost!“ – „Hirte Christoph, sei getrost!“

Drittens, wir dürfen Gott für das bisherige Wirken danken. Manchmal haben wir ein Verlustgefühl, so als ob unsere Arbeit und Hingabe nichts bewirkt hätte. Aber wir dürfen uns freuen, dass wir Gott dienen und am übrigen Leiden Jesu für die Rettung einer Seele ein wenig teilhaben durften. Wir dürfen auf das Wirken Gottes vertrauen. Wir dürfen Gottes für sein Wirken in uns und auch durch uns danken.
Viertens, wir dürfen eine klare Vision haben und daran festhalten, wo und wie Gott uns in der Zukunft als seine Zeugen gebrauchen will. H. Peter Schweitzer hat eine Vision, in Ägypten als ein Zeuge Jesu gebraucht zu werden. Hoffnungsträger Noah Schweitzer hat eine Vision, als ein Missionsdirektor für die Istanbul-Mission gebraucht zu werden. Unsere Kinder haben eine Vision, nach Kolumbien, Kambodscha und nach Nordkorea als Missionare zu gehen. Manchmal scheinen diese geistlichen Visionen zu unrealistisch und zu schwierig zu sein, v. a. wenn wir mit den Schwierigkeiten und Mühseligkeiten des täglichen Lebens konfrontiert werden. Aber wir dürfen durch den Glauben an der Vision Gottes festhalten, weil Gott selbst seine Vision und seinen guten Plan, den er mit jedem von uns hat, erfüllt.

Hudson Taylor hatte von seiner Kindheit an eine Vision, Jesus in China als ein Missionar zu bezeugen. Mit dieser Vision fing er an, vor Ort als ein Zeuge und Bote Jesu gebraucht zu werden, indem er der Straßenmission diente. Schließlich erfüllte Gott seine Vision und erlaubte Hudson Taylor, in China dem Werk Gottes sehr einflussreich zu dienen.

Mit der Vision Gottes zu leben, bedeutet, lokal zu handeln, indem wir global denken. In „Rom Zeuge zu sein“ fängt damit an, dass wir an unseren Schulen, Fakultäten und am Arbeitsplatz seine Zeugen sind.

Der auferstandene Christus hat für uns eine große Vision: „Seid getrost! Wie ihr in Bonn Zeugen wart, so müsst ihr auch an 1700 Universitäten und Fakultäten in Europa, ferner in den muslimischen Ländern und bis an das Ende der Erde meine Zeugen sein.“

4. Gott beschützte Paulus (12 – 35)

Am nächsten Tag machten vierzig eifersüchtige Juden eine Verschwörung und beschlossen, solange nichts zu essen, bis sie Paulus getötet hätten. Sie waren zu allem entschlossen wie moderne Selbstmordattentäter. Aber Gott deckte ihren Komplott durch den Neffen von Paulus auf. Der römische Oberst erfuhr davon und stellte einen Geleitschutz von 200 Soldaten, 70 Reitern und 200 Schützen auf. Insgesamt 470 gut trainierte römische Soldaten sicherten die Reise von Paulus nach Cäsarea. In Cäsarea wurde Paulus dem Statthalter Felix wohlbehalten und unbeschädigt übergeben. Hier lernen wir, dass Gott seine Knechte schützt, sogar mit zehn Soldaten für jeden einzelnen seiner Feinde. Der souveräne Gott führt seine Knechte dorthin, wo er sie haben will.

Heute lernen wir, wie wir Jesu Zeugen in dieser Welt sein können. Wir dürfen ein reines Gewis-sen durch das Blut Jesu haben. Wir dürfen durch den Auferstehungsglauben leben. Wir dürfen in jeder Lage getrost in Jesus sein. Wir dürfen an der Missionsvision Gottes festhalten. Möge Gott uns als seine einflussreichen Zeugen in diesem Frühling und ferner bis an das Ende der Erde gebrauchen. Möge Gott uns für die geistliche Wiedererweckung gebrauchen.

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