Vier Zeugen für den Sohn Gottes

Johannes 5,31-47
Leitvers 5,36

„Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, damit ich sie vollende, eben diese Werke, die ich tue, bezeugen von mir, dass mich der Vater gesandt hat.“

Danken wir Gott für das Bibelstudium aus dem Johannesevangelium über Jesus Christus, den Sohn Gottes, der das ewige Leben gibt. In Johannes 1 haben wir gelernt, dass Jesus Gott selbst ist. Er ist das ewige Wort. Doch er wurde Fleisch und wohnte unter uns. Er kam, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. In Johannes 5 heilte er einen 38 Jahre lang Gelähmten. Die jüdischen Oberen fühlten sich herausgefordert und klagten Jesus an. Jesus lehrte sie, dass er Gottes Werke tat und dass Gott ihm alle Vollmacht gegeben hatte. Er gab ihnen sogar die Verheißung: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“ Doch die Juden wollten nicht auf ihn hören und ihm nicht glauben. Darum nannte Jesus vier Zeugen, die dafür zeugten, dass er der Sohn Gottes ist: Johannes der Täufer, die Werke, Gott selbst und die Schrift.

Wir lernen heute, Jesus als den Sohn Gottes anzunehmen und für Gottes Werk zusammenzuarbeiten. Wir lernen auch, dass unser Bibelstudium nicht oberflächlich sein darf, weil wir dann das Leben verpassen. Unser Bibelstudium soll vielmehr so tiefgehend sein, dass wir Jesus als den Sohn Gottes erkennen, ihm gehorchen und uns für sein ewiges Erlösungswerk völlig hingeben.

1. Die Zeugnisse Johannes des Täufers und der Werke Gottes (31-38)

Lesen wir die Verse 31 und 32: „Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. Ein anderer ist’s, der von mir zeugt; und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er von mir gibt.“ Der erste Zeuge, den Jesus anführt, ist Johannes der Täufer. Johannes der Täufer war den Juden wohlbekannt. Als die Pharisäer und Schriftgelehrten eine Untersuchungskommission zu ihm geschickt hatten, hatte Johannes bezeugt, wer er war und wer Jesus ist. Sein Zeugnis von sich selbst lautete: Ich bin nicht der Christus und auch nicht der Prophet. Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste, die dem Herrn den Weg bereitet. Ich selbst bin nicht wert, ihm auch nur die Schuhriemen zu lösen, und taufe nur mit Wasser. Johannes‘ Zeugnis von Jesus lautete (Johannes 1,29-34): Das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt. Der ist’s, der mit dem Heiligen Geist tauft. Dieser ist Gottes Sohn.

Jesus sagt, dass Johannes‘ Zeugnis wahr war: „Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat die Wahrheit bezeugt.“ Eigentlich braucht Jesus keinen menschlichen Zeugen. Er ist Gott, wozu sollte ein Mensch für ihn in den Zeugenstand treten und es bestätigen? Jesus aber wollte den Juden helfen. Lesen wir Vers 34: „Ich aber nehme nicht Zeugnis von einem Menschen; sondern ich sage das, damit ihr selig werdet.“ Menschen werden selig, wenn sie Jesus als Gottes Sohn annehmen. Doch die jüdischen Oberen waren nicht selig. Sie sollten eigentlich Hirten der Herde Gottes und Diener Gottes sein. Doch sie beschäftigten sich mit dem Neid und Hass in ihrem Herzen und wollten Jesus umbringen (5,18). Jesu Herz zerbrach. Er wollte ihnen helfen, selig zu werden.

Jesus wusste aber auch, dass sie nicht bereit waren. Wie sie Jesu Zeugnis nicht angenommen hatten, so nahmen sie auch das Zeugnis des Johannes nicht an. Jesu Worte sind daher so zu lesen, dass sie die Chance hatten, selig zu werden. Sie fanden Johannes lustig, der Kleidung aus Kamelhaaren trug und Heuschrecken und wilden Honig aß und grimmig schaute und seine Zuhörer laut tadelte. Sie wollten in seinem Licht eine kleine Weile fröhlich sein. Doch sie hörten nicht auf die ernsthafte Warnung in den Worten des Johannes und hörten nicht auf sein Zeugnis, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Wer das Zeugnis von Jesus als den Sohn Gottes nicht annimmt, kann nicht selig werden. Und doch gibt es immer auch die, die sich warnen lassen und durch Buße zu Gott zurückkehren. Jesus gebraucht das Zeugnis von Menschen, damit die Sünder zur Einsicht kommen, Buße tun und selig werden. Andreas und Johannes waren Jünger des Täufers. Auch sie hörten sein Zeugnis von Jesus, dem Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt. Sie nahmen das Zeugnis an und folgten ihm, fanden seine Herberge, blieben bei ihm und wurden selig. Nicht nur das, sondern sie selbst wurden Zeugen des Sohnes Gottes bis ans Ende der Erde, angefangen von Andreas’ Zeugnis gegenüber seinem Bruder: „Wir haben den Messias gefunden!“ bis zu ihrem Martyrium.

Jesu Herz bricht wegen der jungen Menschen am Campus, die wegen der Irrlehren und der Verantwortungslosigkeit der Leiter das Christentum für etwas Altmodisches halten oder das Nachdenken über Jesus für ein intellektuelles Spielchen. Darum gebraucht Jesus uns als Zeugen am Campus, damit die jungen Menschen zur Einsicht kommen können, Buße tun und als Jesu Jünger selig werden.

Lesen wir Vers 36: „Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, damit ich sie vollende, eben diese Werke, die ich tue, bezeugen von mir, dass mich der Vater gesandt hat.“ Das zweite Zeugnis für Jesus als dem Sohn Gottes sind seine Werke. Jesus sagt sogar, dass dieses Zeugnis der Werke noch größer ist. Was waren die Werke, die Jesus tat? Wir haben einige seiner Werke in Johannes 2 bis 5 kennengelernt: In Kana hatte er auf der Hochzeit Wasser in Wein verwandelt. In Sychar in Samarien hatte er das Herz einer verbitterten Frau geöffnet und lebendiges Wasser in ihrer Seele fließen lassen. Wieder in Galiläa hatte er den todkranken Sohn eines königlichen Beamten durch den Glauben seines Vaters geheilt. Und in Jerusalem hatte er einen Mann, der 38 Jahre gelähmt lag, gesund gemacht und hatte ihm geboten, aufzustehen und hinzugehen. Jesus tat noch viele andere Werke. Matthäus 11,5 sagt: „Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf, und Armen wird das Evangelium gepredigt.“ Diese Werke bezeugen, dass Jesus von Gott gesandt wurde. Nur der Sohn Gottes, der vom Himmel her kam, kann solche Werke tun. Jesu Werke sind die messianischen Werke. Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf. Jesu Werke bezeugen seine Vollmacht von Gott und seine Identität als Gottes Sohn.

Diese Werke konnten auch die Juden sehen. Einer von ihnen war Nikodemus. Er kam zu Jesus und bekannte (Johannes 3,2): „Niemand kann die Werke tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.“ Obwohl sie aber die Werke sahen, die von Jesus zeugten, nahmen sie auch dieses Zeugnis nicht an. Wenn sie das Zeugnis der Werke angenommen hätten, hätten sie auch Jesus als den Sohn Gottes annehmen müssen. Sie aber ärgerten sich an ihm. Wer sich an denen ärgert, die von Gott bevollmächtigt sind, kann auch das Zeugnis der Werke nicht annehmen.

In diesem Jahr feiern wir das vierzigjährige Wirken Gottes durch den Glaubensgehorsam von Missionar Dr. Peter Chang und die Hingabe seiner Hausgemeinde. Jedes Jahr erinnern wir uns an Gottes erstaunliche Werke in diesen vierzig Jahren, der dieses Krippenwerk von einer Predigt vor einem Blumentopf zum geistlichen Hauptquartier hat wachsen lassen. Durch Berichte und Zeugnisse, Besuche und Aufenthalte und die Teilnahmen an Konferenzen und Foren haben während dieser vierzig Jahre unzählige Mitarbeiter der UBF weltweit und vieler anderer Gemeinden das Zeugnis dieser Werke gesehen, angenommen und sich zur herzlichen Zusammenarbeit entschieden.

2011 begann das Global Leadership Empowerment mit der Konferenz in Gemünd mit dem Titel “Young Leaders transforming the World.” In den vergangenen Jahren wirkte Gott durch dieses Glaubenswerk mächtig, indem die Leiter der UBF der nächsten Generation mit Tränen Buße taten, sich ernsthaft mit dem Wort Gottes auseinandersetzten und begannen, als selbstmotivierte Bibellehrer zu arbeiten. Die jüngeren von ihnen wirken mit durch das Frühgebet, das Factual Study, die Gebetskreise an den Schulen. Viele Knechte und Mägde Gottes und Eltern kamen und sahen dieses Werk, erkannten es als ein Zeugnis für die Vollmacht und priesen Gott. Sie waren wie der Blindgeborene in Johannes 9, der gegenüber den Pharisäern fröhlich über Jesus bekannte: „Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun.“ Es war ohne die Vollmacht Gottes unmöglich, junge Menschen zum Glaubensgehorsam zu bringen, aber es ist tatsächlich unter uns geschehen und geschieht noch immer. Die Werke Gottes lassen sich nicht alle hier berichten und füllen mittlerweile schon ein Buch. Wie Jesus können auch Gottes Leute voller Stolz sagen: „Die Werke, die ich tue, bezeugen von mir, dass mich der Vater gesandt hat.“

Andere aber leugneten und stritten ab, dass hier Gott durch seine Knechte am Werk war, obwohl sie dieselben Werke sahen und dieselben Zeugnisse hörten. Sie fingen sogar an, Gottes Werk zu verfolgen und Gottes Knechte zu verleumden. Jesus ermahnte die Juden in den Versen 37 und 38, indem er auf den dritten Zeugen verwies, Gott selbst: „Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen, und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat.“ Gemäß Jesu Wort lehnten sie das Zeugnis der Werke und das Zeugnis Gottes aus ihrem Hochmut und verstockten Herzen ab. Gottes Wort wohnte nicht in ihnen. Gottes Wort wohnt in denen, die Buße tun und den Herrschaftswechsel vollziehen. Sie können auch das Zeugnis der Werke annehmen und sich mit freuen.

Die Wunder, die wir in den vergangenen vierzig Jahren durch den Glaubensgehorsam und die Hingabe der Hausgemeinde des Knechtes Gottes, der Hausgemeinden der einheimischen Hirten und der Leiter der nächsten Generation gesehen haben, sind Gottes Werk. Lasst uns in diesem Jahr mit allen, in denen Gottes Wort wohnt, das 40jährige Jubiläum von ganzem Herzen feiern mit der Vision, dass Gott durch uns noch größere Werke tut: die Wiederherstellung Deutschlands als Hirtennation und Europa als Missionare aussendender Kontinent, die Mobilisierung der nächsten Generation als globale geistliche Leiter und die Aufrichtung von drei Missionsstützpunkten in den muslimischen Ländern.

In diesem Abschnitt haben wir gehört, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Johannes, die Werke und Gott legen klares Zeugnis von ihm ab. Wenn in uns trotz der vielen Zeugnisse noch Hass und Rebellion gegenüber Gottes Knechten und seinem Wort und Gott selbst ist, die uns von innen her auffressen, müssen wir Buße tun und den Herrschaftswechsel vollziehen. Indem wir Jesus als den Sohn Gottes annehmen, lasst uns selig werden und für das bevorstehende Junior Leadership Camp, das Global Leadership Empowerment Forum und den 40. Jubiläumsgottesdienst mit aller Kraft zusammenarbeiten.

2. Das Zeugnis der Schrift (39-47)

Lesen wir Vers 39: „Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt.“ Hier spricht Jesus ihr Bibelstudium an. Die Schrift ist der vierte Zeuge für Jesus als den Sohn Gottes. Die Juden waren scheinbar Experten des Bibelstudiums. Bei den Pharisäern gehörte es zur Ausbildung, die Schrift sehr gut zu kennen. Sie lernten die fünf Bücher Mose auswendig, dazu auch die Propheten, Psalmen, Sprüche und Geschichtsbücher. Unter ihnen gab es noch einmal die Schriftgelehrten, die besondere Bibelkenntnisse hatten. Doch irgendetwas stimmte mit ihrem Bibelstudium nicht. Jesus sagt, dass sie den wichtigsten Punkt der Schrift verpassten, nämlich Jesus selbst. Sie suchten in der Schrift nach dem ewigen Leben, doch gleichzeitig lehnten sie Jesus ab. Was war falsch an ihrem Bibelstudium? Jesus tadelt ihr unreines Motiv: „Ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet.“ Sie studierten die Bibel nicht, um zur Erkenntnis der Wahrheit zu kommen und Gott zu gehorchen, sondern um ihr eigenes sündiges Leben zu rechtfertigen und ihre eigene vorgefasste Meinung zu bestätigen. Darum studierten sie die Bibel sehr selektiv. Ihr Bibelstudium war geprägt von Auslassungen und Zitaten, die aus dem Zusammenhang gerissen waren. Sie griffen Worte heraus, die ihnen gerade passten, und verwarfen andere, die sie ermahnten. So studierten sie lückenhaft und zerrissen die Einheit der Schrift. So warfen sie dem Geheilten in Johannes 5 vor, am Sabbat zu arbeiten (2. Mose 20,10b), ließen aber das Gebot der Sabbatheiligung weg (2. Mose 20,8). Sie taten dies, weil sie nicht in der Lage und nicht willig waren, wie Jesus Gottes Werke zu tun.

Die Schrift zeugt von Jesus. Gemäß den Versen 46 und 47 ist die ganze Schrift eine Einheit: „Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“ In der Schrift finden wir in jedem Teil der Geschichte Gottes von der Genesis bis zur Offenbarung das Zeugnis von Jesus. Wenn wir Genesis 1 lesen, finden wir, dass Gott Erde und Himmel und alle Dinge durch sein allmächtiges Wort aus dem Nichts geschaffen hat. In Genesis 3 finden wir den Ungehorsam der Menschen als Ursache der Sünde. Genesis 12 berichtet von Abraham, den Gott berief, um ihn zum Segen für alle Geschlechter auf Erden zu machen. Abraham glaubte Gott und sah den Tag Jesu und freute sich (Johannes 8,56). Mose schrieb in seinen fünf Büchern von Jesus und lehrte das Volk ein heiliges, Gott gefälliges Leben durch den Gehorsam gegenüber seinen Geboten. Die babylonische Gefangenschaft lehrt die Folgen des Ungehorsams und den Wiederanfang durch den heiligen Samen. In Jesus dann erfüllt sich das ganze Gesetz und die Propheten durch seinen Gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Die Apostelgeschichte und die Briefe bezeugen den Gehorsam der Nachfolger Jesu gegenüber seinem Weltmissionsbefehl. Die Bibel erzählt nicht zufällig aneinandergereihte Geschichten, sondern erzählt Gottes Geschichte, der das verlorene Paradies durch den Gehorsam des Einen wiederherstellt und sein Volk erlöst, um sie als Königreich von Priestern und heiliges Volk für die ganze Welt zu gebrauchen.

Unser Bibelstudium darf nicht selektiv sein. Unser Bibelstudium muss dazu führen, dass wir Jesus im Zusammenhang erkennen und die grundlegenden Prinzipien annehmen. Vers 39 sagt: „Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt.“ Wenn unser Bibelstudium nicht dazu führt, dass wir Gott begegnen, ist es wie bei den Juden nur ein Selbstbetrug und ein Alibi dafür, das eigene Leben nach den sündigen Begierden fortzusetzen. Wir dürfen aber durch das intensive, aufrichtige Bibelstudium den Zusammenhang der Geschichte Gottes erkennen und Gott begegnen und ihm gehorchen. Ein solches Bibelstudium ist Leben verändernd.

Anthony Norris Groves war ein erfolgreicher Zahnarzt in England Anfang des 19. Jahrhunderts. Obwohl er wohlhabend war, war er nicht glücklich. Er fühlte sich so, als ob er Gott nicht wirklich diene. Daraufhin widmete er sich mit seiner Frau dem Bibelstudium. Durch Matthäus 6,33 erkannten sie, welches Leben sich Gott von seinem Volk in Christus Jesus wünscht. Sie trafen eine Entscheidung und gaben zuerst ihren Zehnten, dann ein Viertel und schließlich alles, was sie hatten, für Gott hin. Schließlich gab Groves seinen Beruf auf und ging als Missionar nach Persien. Er bekannte, dass es jedermanns Pflicht sei, für Christus absolut und ohne Vorbehalt alles zu geben. Sein biblischer Glaube beeinflusste George Müller, der ein Leben in völliger Abhängigkeit von Gott begann und durch seine Arbeit unter den Waisenkindern in Bristol Glaubensgeschichte für die Ehre Gottes schrieb.

Dr. Samuel Lee studierte acht Jahre die Bibel durch das Tägliche Brot von der Genesis bis zur Offenbarung, und dann noch weitere vier Jahre. Da fand er in der Schrift das Zeugnis von Jesus. Er fand Gottes Plan, einen Menschen wie Abraham zu berufen, um ihn zu segnen und auch, um ihn zum Segen für alle Geschlechter auf Erden zu machen. Daraufhin lehrte er Gottes Hoffnung mit dem Gebetsanliegen „A Kingdom of Priests and a Holy Nation“. In seinem Hirtenleben erfuhr er, dass viele Bibelschüler nur daran interessiert waren, etwas zu bekommen. Wenn es darum ging, sich zu binden und das Kreuz der Mission zu tragen, hörten sie auf oder wurden gar zu Feinden. Er aber lehrte weiter Gottes Hoffnung und Gottes Mission für eine gefallene Welt. Durch sein Bibelstudium wurden viele Jünger Jesu, Hirten und Bibellehrer auf der ganzen Welt aufgestellt.

Diese Glaubensgeschichten begannen mit dem Bibelstudium. Christen wie Dr. Groves, George Müller und Dr. Lee forschten in der Schrift, indem sie fragten, was der Wille Gottes für ihr Leben sei. Sie fanden das Zeugnis von Jesus, dem Sohn Gottes, der sein Leben als ein Lösegeld für viele gegeben hat, und entschieden sich zur konsequenten Nachfolge. In einer Zeit, in der sogar viele Theologen und Pastoren Gottes Wort relativierten, gebrauchte Gott sie als einflussreiche Prediger der Gerechtigkeit.

Können wir uns vorstellen, dass sie Gottes Worte vom Brandopfer, Dankopfer und Speisopfer verachteten oder dass sie wegen der Speisegebote in 3. Mose 11 das ganze Alte Testament als für Christen nicht relevant verwarfen? Der Gedanke ist lächerlich. Vielmehr nahmen sie durch das Bibelstudium an, dass ihr Leben in Jesus ein gottgefälliges Opfer sein darf. Hier lernen wir, dass fruchtbares Bibelstudium immer intensiv und ernsthaft sein muss. Darum hören wir nicht nur sonntags ein Wort wie man ein Glas Cola trinkt, sondern studieren die Bibel durch genaues Beobachten, Interpretieren und Anwenden und kämpfen durch die Stellungnahme, Gottes Wort persönlich anzunehmen und ihm zu gehorchen. Auch als Bibellehrer genügt es nicht, einem Bibelschüler gelegentlich ein Wort Gottes zuzuwerfen. Vielmehr führen wir das Zweierbibelstudium, um ihnen zu helfen, Jesus, dem Sohn Gottes zu begegnen, als gehorsame Jünger zu wachsen, die ihrerseits gebraucht werden, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten.

Im vergangenen Jahr durften wir die fünf Bücher Mose studieren und darin das Leben Jesu erkennen und das Leben als Gottes heiliges Volk und als Königreich von Priestern lernen. In diesem Jahr schenkt Gott uns Gnade, Nehemia und die Geschichts- und Prophetenbücher vor, während und nach der babylonischen Gefangenschaft zu studieren, die von Jesus, dem Sohn Gottes zeugen und uns ein siegreiches Leben als Leiter lehren. Danken wir Gott, dass er uns Gnade schenkt, in einer geistlich dunklen Zeit solch ein Leben gebendes Bibelstudium führen zu dürfen. Lasst uns beim Bibelstudium zur Vorbereitung der Konferenzen und in den Zweierbibelstudium-Teams Gottes Erlösungsplan annehmen und ihm vorbehaltlos und mit Hingabe gehorchen, so dass wir nicht nutzlose Menschen bleiben, sondern zu globalen geistlichen Leitern wachsen.

Warum dann war das Bibelstudium der Pharisäer und Schriftgelehrten so oberflächlich und falsch und führte dazu, dass sie den Kern der Bibel verpassten? Es lag daran, dass sie eigene Ehre suchten. Sie führten ihr Leben nur scheinbar für Gott, in Wirklichkeit aber für ihr sündiges Ego. Lesen wir die Verse 41-44: „Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?“ Die Juden konnten nicht glauben, weil sie Ehre voneinander annahmen. Gott hatte ihnen seine Gnade gegeben, Hirten und Bibellehrer für die Herde Gottes zu sein. Hirte zu sein ist aber keine menschliche Ehre. Menschlich gesehen ist es der niedrigste Dienst und erfordert völlige Selbstverleugnung und Hingabe bis zum Ende. Es ist aber große Ehre bei Gott. Alle Diener Gottes, die von Gott als Hirten für seine Herde gebraucht wurden, führten ein Leben als lebendige Steine, die von den Menschen verworfen wurden, die aber bei Gott auserwählt und kostbar sind. Die Juden aber liebten menschliche Ehre. Sie kleideten sich in lange Gewänder und dachten, sie seien würdig, geehrt zu werden, aufgrund ihrer Position, ihres Alters oder ihrer Bildung. Aber keiner von ihnen gehorchte Gottes Berufung, und es gab keine Liebe in ihnen. Vers 45 sagt, dass die Schrift, auf die sie sich beriefen, zu ihrem Richter wurde. Gottes Wort selbst richtete sich gegen sie und verdammte ihren Ungehorsam.

Johannes der Täufer und die Werke Jesu und Gott selbst zeugen davon, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Indem wir die Zeugnisse für den Sohn Gottes annehmen, dürfen wir als die, die von Gott bevollmächtigt sind, für sein Erlösungswerk arbeiten, angefangen vom Junior Leadership Camp und dem Global Leadership Empowerment Forum und dem 40. Jubiläumsgottesdienst.

Wir lernen auch, dass die Schrift Jesus bezeugt, dass Gott durch den Glaubensgehorsam eines Menschen sein Heilswerk tut. Gott möge unsere Bibelforschung und das Bilden von 10.000 Zweierbibelstudium-Teams segnen und an jeder Fakultät und Hochschule Bibellehrer aufstellen, die Gott gehorchen und sich vorbehaltlos für die Weltmission hingeben

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