Sonderlektion: Ein Mann und seine Bibel (Jes 40,8)

The English original text of this message has been uploaded to the Europe UBF Homepage. Please go there if you’d like to read the English version.

Es handelt sich bei diesem Text um eine frei vorgetragene Botschaft, welche transkribiert wurde. Die Folien sind an den ungefähren Stellen eingefügt, an denen sie gezeigt wurden.


Dr. Samuel A. Lee, University of Illinois at Urbana-Champaign
Deutsche Übersetzung:

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Ich bin sehr froh, im Land von Goethe, Beethoven und Luther zu sein. Ich komme aus dem Land von McDonalds. Wir haben nichts, worauf wir stolz sein könnten. Gestern habe ich an einer Hochzeit teilgenommen. Immer, wenn ich an einer Hochzeit teilnehme, bin ich voller Energie. Es war nicht meine Hochzeit. Aber ich mag Hochzeiten, weil ich mich dann immer so jung fühle. Heute möchte ich über Jesaja 40 sprechen. Es geht um das Wort Gottes. M. Peter hat mich gebeten, etwas zu sagen. Eigentlich habe ich nichts zu sagen. Aber ich möchte mit euch gemeinsam Jesaja 40 betrachten. Der Leitvers ist der Vers 8: „Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“

Ich komme aus der University of Illinois. Wir sind berühmt für unsere Ingenieurwesen-Fakultät. Deshalb gibt es bei uns viele Ingenieurwesen-Studenten. Wir sind nicht so künstlerisch wie Bonn UBF. Gehen wir zur nächsten Folie.

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Ich werde anhand dieses Graphen über die ganze Bibel sprechen. Als Gott uns schuf, schuf er uns im Bilde Gottes. X steht für die Zeit und Y für das Glück. Weil wir nach dem Bilde Gottes geschaffen sind, steigt die Kurve stetig an, weil wir mit der Zeit Gott immer mehr kennen lernen und es gibt kein Ende. Aber wenn wir die Welt betrachten wie sie ist, ist dies nicht wahr. Und wir fragen, warum das so ist. Die Bibel sagt in Genesis 3, dass wir gegen Gott gesündigt haben. Wir haben gesagt, dass wir Gott nicht brauchen und dass wir Gott sein können. Gott sprach: „Esst nicht von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen.“ Was geschah dann? Gott sprach: „Wenn ihr davon esst, werdet ihr sterben.” Und das ist nun die Kurve, die wir jetzt haben. Sie steigt und fällt. Diese Kurve ist die „Gras-Kurve“. Jesaja 40,7 sagt: „Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk!“ Gottes Odem bläst darein und die Kurve fällt. Denkt einmal über irgendetwas in dieser Welt nach. Stellt euch vor, dass ihr eine wirklich hübsche Frau getroffen habt. Nach ca. 40 Jahren vergeht ihre Schönheit. Es spielt keine wirkliche Rolle, wie schön sie ist. Stellt euch vor, ihr trefft jemanden und ihr erreicht ein gewisses Plateau und dann geht eure Beziehung den Bach herrunter. Die Tragödie des Lebens ist, dass wir immer mehr Glück und Liebe haben wollen, aber alles vergeht, egal, wie sehr wir uns bemühen, und schließlich sterben wir. Wir versuchen, den Bereich unter der Kurve zu maximieren. Wie können wir dieses Problem lösen? Viele Menschen versuchen, dieses Problem auf verschiedene Weise zu lösen. Sie wollen gut heiraten und Kinder bekommen. Auch die Ausbildung könnte eine Antwort sein. Aber Gott hatte eine andere Idee. Was geschah ist, dass Gott unsere Lage kannte und Jesus zu uns gesandt hat. Wir feiern Weihnachten. Jesus kam als ein Mensch und er hatte eine ähnliche Kurve wie wir. Im Grunde genommen, stieg seine Kurve, fiel dann, und schließlich starb er am Kreuz. Aber dies war nicht das Ende. Jesus stand von den Toten auf. Jesus fuhr auf in den Himmel und er sitzt zur Rechten Gottes. Und er wird wiederkommen. Und er wird uns im Bild Gottes wiederherstellen und unsere Beziehung mit Gott wird nicht mehr der „Gras-Kurve“ entsprechen.

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Darum hat er uns sein Wort gegeben. „Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“ Wir haben die klare Hoffnung, dass wir Gott immer mehr erkennen und unendlich wachsen werden. Wir sind nicht überrascht, wenn es uns gut geht. Wir sind nicht überrascht, wenn es uns einmal nicht so gut geht. Wir sind auch nicht sonderlich überrascht, wenn wir sterben, weil wir im Kreuz Jesu den einen Punkt haben, an dem wir mit ihm wieder auferstehen. „Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“ Dies war die University of Illinois Präsentation. Nun werde ich über meinen Vater sprechen, wie er sein Leben siegreich führen konnte.

Als er geboren wurde, starb seine Mutter. Er hatte eine schwere Kindheit und er sprach immer darüber, dass er als Kind sehr hungrig war und viele Pläne hatte, aber wie er erkannt hatte, dass Gottes Wort für immer bleibt. Er war sehr beschäftigt, weil er der Pastor von Chicago UBF und Generaldirektor war, weil er viele schwierige Kinder hatte. Außerdem war er ein Vater und Ehemann. Aber er hatte eine klare Priorität, Gottes Wort zu lieben. Er lehrte seine Kinder, Lust am Wort Gottes zu haben. Er hatte jedes Jahr eine neue Bibel. Er mochte seine Bibel sehr und er machte eine Hülle für seine Bibel. Eine Bibel kostet ca. 10 Euro. Aber seine Hülle war zehnmal so teuer. Er bat M. Jackie, ihm eine Hülle zu machen.

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Dies ist die erste Seite seiner Bibel. Er schrieb seinen Namen darauf. Wir sehen hier Kaffeeflecken. Er mochte Kaffee sehr. Die Bibel und Kaffee passen gut zusammen.

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Er mochte es, die Bibel von vorne bis hinten durchzulesen. Wenn er die Bibel las, markierte er immer, was er gelesen hatte. Er las auch das Vorwort. Er las die Bibel so oft, aber trotzdem las er immer wieder auch das Vorwort und markierte den Text mit einem roten Marker. Aber darüber werde ich später noch sprechen. Über die Farbe der Bibel.

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Sein Lieblingspsalm war der Psalm 1. Die Bibel sagt, dass der selige Mensch, der wahrhaft glückliche Mensch der ist, der Tag und Nacht über Gottes Wort nachsinnt. Er sprach sehr viel über Psalm 1.

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Sein Lieblingsevangelium war das Johannesevangelium. Jedes Jahr sprach er über Johannes 3, 4 und 21. Wenn du etwas magst und es immer wiederholst, wird es irgendwann langweilig. Als ich 15 Jahre alt war, wurde es mir zu viel und ich konnte es nicht mehr hören. Aber er sprach wieder und wieder davon. In dieser Hinsicht hatte er keine „Gras-Kurve”.

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Epheser 2,10 war sein Leitvers. „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“

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Dieser Vers lehrt uns, dass wir nicht an unserer Situation, Nationalität oder irgendetwas gebunden sind, sondern in Christus Jesus geschaffen sind, um die guten Werke zu tun. Er war sehr stolz auf sein schweres Leben. Eines Tages sagte er zu mir, dass ich kein Pastor werden könnte. Ich fragte: „Warum? Ich sehe gut aus, habe eine gute Ausbildung. Ich liebe meine Frau und meine Kinder.“ Aber er sagte: „Dir fehlt eine Sache. Dir fehlt die Menschlichkeit, weil du in deinem Leben zu wenig gelitten hast.“ Er nahm seine Leiden als Gottes Training an, um ihn für die guten Werke vorzubereiten. Er war ein Mann, der in Jesu Blut geboren wurde. Ich denke, dass er darum seine Bibel rot markiert hat, weil er die Bibel als das Blut Jesu betrachtet hat. Er wollte Christi Blut und sein Opfer für ihn sehen. Seine Bibel war immer sehr rot.

Die letzte Seite zeigt einfach, dass er die Bibel bis zum Ende gelesen hat.

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Ich bin ein Pastor und ich tue viele verschiedene Dinge. Ich bin sehr ehrgeizig. Aber bis jetzt habe ich die Bibel noch nicht so oft gelesen wie mein Vater. Es ist nicht einfach, die Bibel mehrmals in einem Jahr zu lesen. Er sagte immer: „Zurück zur Bibel.“ Und er tat, was er predigte. Ich denke, dass er darum die Autorität hatte, das Evangelium, Gottes Wort, zu predigen. Und die Menschen mochten es, in Jesus zu wachsen.

Hinten in seiner Bibel fügte er einige Lieder an. Dieses Lied ist „Ivory Palaces“. Ich denke, dass er wusste, dass sein Ziel das Reich Gottes ist.

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Und dies sind die Lieder, die er mochte. 12 Lieder. Er schrieb sich die Nummern auf und sang sie sonntags beim Gottesdienst. Oft sang er auch das Vaterunser.

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Er betete für Moskau. Er wollte der Weltmission dienen. Hier auf dem Bild ist er auf seiner Hochzeitsreise.

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Das ist mein Vater. Er zog gerne Soldatenuniformen an, weil er ein Soldat Christi war.

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Er gab mir eine neue Perspektive, die Bibel zu lesen. Ich habe Chemie studiert. Ich war kein sehr guter Student. Jahrelang ging ich zum Labor, erhielt aber keine Ergebnisse. Ich dachte ernsthaft darüber nach, bei McDonalds zu arbeiten. Eines Tages schenkte er mir ein Buch. Es waren seine Predigten aus dem Römerbrief. Im Vorwort schrieb er über „die Chemie der Bibel“. Er hatte drei Kinder. Ein Kind ist Grundschullehrerin geworden. Ein Kind hat Tanz studiert und ich habe Chemie studiert. Er sprach also zu mir. In einer gewissen Hinsicht hat er das Buch mir gewidmet.

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In der Mitte des Vorwortes schrieb er, dass er 12 Jahre gebraucht hat, um die Chemie der Bibel zu verstehen. Wenn du etwas studieren möchtest, dauert es in etwa 12 Jahre. Er sagte immer zu mir: „Ich habe die Bibel mehr studiert als du Chemie studiert hast.“ Dies ermutigte mich wirklich, weil ich die Tatsache mochte, dass jemand mir ein Buch gewidmet hat. Hat jemand unter euch ein Buch gewidmet bekommen? Ja oder Nein? Ja, weil Gott seine Bücher, nicht nur ein Buch, sondern 66 Bücher, euch gewidmet hat. Diese Sichtweise hat mich wirklich verändert. Denn wenn man die Bibel liest, liest man eine Wiederholung nach der anderen. Manchmal wird es langweilig. Aber wenn du weißt, dass es in der Bibel um Jesus geht, und die Bibel Gottes Widmung an dich ist, verändert dies deine Sichtweise. Damals fing ich an, die Bibel zu lesen. Aber immer noch habe ich die Chemie der Bibel nicht verstanden.

Mein Vater sprach immer über zwei Dinge. „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Dies war eine große Herausforderung für die hungrigen koreanischen Studenten. Sie nahmen diesen Vers an und gingen als Missionare in viele verschiedene Länder. Dies ist der Vers, den M. Peter Chang und auch M. Peter Kim angenommen haben. Er sprach auch über „Ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk“. Dies wurde sein Vers, als er nach Amerika ging. Amerika ist ein sehr individualistisches Land. Zum Beispiel haben wir kein allgemeines Gesundheitswesen. Wenn du krank wirst und kein Geld hast, ist dies dein Problem. Aber ein Königreich von Priestern bedeutet, dass du für andere betest. Wir beten, Jünger zu erziehen, so dass sie Priester und ein heiliges Volk sein können. Dies forderte die amerikanischen Studenten auf, für andere zu beten und ihre selbstsüchtige Mentalität zu überwinden. Dies half mir, nicht nur auf mich zu schauen, sondern mich um andere zu kümmern und für unsere Studenten zu beten, in Jesus zu wachsen.

Dies ist meine Bibel. Sie ist nicht wie die Bibel meines Vaters.

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Wenn ich die Bibel lese, bin ich nicht so aggressiv. Aber ich habe Lust, Gottes Wort zu lesen. Was sollen wir geben? Ich denke darüber nach, was ich meinen Kindern geben kann. Ich habe drei Söhne. Als ein Vater möchte ich ihnen das Beste geben. Ich möchte ihnen etwas geben, was bleibt. Und das ist die Freude, die Bibel zu lesen. Ich möchte, dass sie die Chemie der Bibel verstehen. Mein ältester Sohn möchte Medizin studieren. Ich möchte, dass er die Medizin der Bibel versteht. Ich möchte, dass sie anderen helfen, gesund zu werden und Jünger Jesu erziehen. Ich möchte meinen Bibelschülern Gottes Wort geben, so dass sie selige Menschen werden können. Dieser Segen hat kein Ende. Die Bibel sagt, dass Gottes Wort für immer bleibt. Du kannst das Ende nie erreichen. Es ist nicht wie Gras. Es ist nicht wie eine Blume. Darum möchte ich euch und mich herausfordern, dass Gottes Wort für immer bleibt. Ich möchte, dass ihr Lust am Wort Gottes habt. Dies geschieht nicht über Nacht. Es dauert ca. 12 Jahre, wenn ihr fleißig seid. Bei mir dauerte es ungefähr 20 Jahre. Ich möchte mit dem Wort Gottes schließen. „Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“






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