Der Glaube, der die Welt überwindet (Hebräer 11,29)

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DER GLAUBE, DER DIE WELT ÜBERWINDET

Hebräer 11,29-40
Leitvers 11,29

„Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchten die Ägypter auch und ertranken.“

In der vergangenen Woche haben wir durch Markus 9,23 den Glauben gelernt, der keine Unmöglichkeit kennt. Wir durften über unseren Unglauben Buße tun, dass wir oft wegen der Lage nur noch verzweifelt geschrien haben, anstatt den Glauben an den allmächtigen und souveränen Gott zu haben. Wir danken dem Herrn, dass er uns den Glauben lehrt, mit dem wir das Einladungswerk und das Zweierbibelstudiumswerk in diesem Wintersemester herausfordern, die Uni Bonn, die Hochschule Rhein-Sieg und die Universität in Koblenz pionieren und die geistliche Wiedererweckung in Europa beginnen können. In unserer heutigen Lektion wollen wir den siegreichen und überwindenden Glauben der Israeliten kennenlernen. Die Israeliten waren eigentlich schwache und furchtsame Sklaven gewesen, die nichts tun konnten. Sie konnten vor dem Roten Meer nur hilflos weinen und mit Mose hadern. Aber Gott trainierte sie durch diese unüberwindliche Lage, von Gott vollkommen abhängig zu sein und durch den siegreichen Glauben alle Hindernisse zu überwinden. Durch diesen Glauben konnten sie schließlich sogar das verheißene Land einnehmen und als ein starkes und siegreiches Volk Gottes gebraucht werden. Lasst uns durch die verschiedenen Roten Meere in unserem Leben den siegreichen und überwindenden Glauben lernen und als eine mächtige Truppe Gottes gebraucht werden.

1. Der siegreiche Glaube der Israeliten (29-31)

Nachdem der Verfasser in den vorhergehenden Versen den Glauben von Mose ausführlich beschrieben hat, durch den das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten ausziehen konnte, lesen wir in Vers 29, wie Gott die Israeliten im Glauben trainierte. Lesen wir den Vers 29 gemeinsam: „Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie über trockenes Land; das versuchten die Ägypter auch und ertranken.“ Wenn wir 2.Mose 14 lesen, dann erkennen wir, dass die Israeliten sich damals in einer ausweglosen Lage befanden. Nach dem Auszug aus Ägypten hatte Gott sie nämlich auf einem anderen Weg geführt, sodass sie plötzlich zwischen dem Roten Meer vor ihnen und der sie verfolgenden Armee des Pharao eingekeilt waren. Es schien keinen Ausweg mehr zu geben und die Israeliten schrien in ihrer Hoffnungslosigkeit laut auf. Sie haderten mit Mose und dachten, dass sie nun entweder elendig ertrinken oder in die Sklaverei zurückkehren müssten. Doch gerade in dieser Lage lehrte Mose sie, auf Gott zu vertrauen und sagte: „Wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie niemals wiedersehen. Der Herr wird für euch streiten und ihr werdet stille sein.“ Mose hatte auch keine Patentlösung, aber er half ihnen, auf den allmächtigen und souveränen Gott zu vertrauen. Als Mose betete und seinen Stab über das Meer reckte, öffnete Gott einen Weg mitten durch das Meer hindurch, sodass das Wasser wie eine Wand zur Rechten und zur Linken stand.

Die Israeliten gehorchten dem Wort Gottes durch Mose und setzten ihre zitternden Füße in das Rote Meer hinein. Sie waren absolut von Gott abhängig, dass er das Wasser zurückhalten und sie sicher hindurchbringen würde, denn sonst würden sie elendig ertrinken. Tatsächlich gingen alle 600.000 Israeliten in dieser Nacht durch das Rote Meer hindurch wie über trockenes Land und erfuhren die Allmacht Gottes. Die Ägypter hingegen vertrauten auf ihre militärische Macht und Stärke. Sie dachten, dass sie auch das Rote Meer genauso durchqueren könnten wie die Israeliten. Doch sobald das Volk hinüber war, reckte Mose wieder seinen Stab über das Meer und das Wasser kam zurück und bedeckte alle Ägypter, sodass sie ertranken.

Diese Begebenheit wurde ein definierendes Element der Geschichte und des Glaubens der Israeliten. Für viele Generationen würden sie diese Geschichte des Durchzugs durch das Rote Meer wieder und wieder erzählen und ihr Vertrauen auf den Herrn auch in einer ausweglosen Lage erneuern. Diese Geschichte lehrt uns, dass Gott selbst uns im Glauben erzieht. Gott bringt uns manchmal sogar absichtlich in scheinbar ausweglose Situationen, damit wir sie als Herausforderung annehmen und dadurch den Glauben an den allmächtigen Gott lernen. Gott möchte nicht, dass wir furchtsame und hilflose Schwächlinge bleiben. Er möchte, dass wir im Glauben stark werden und Gott in allen Lagen verherrlichen können. Er möchte sein Volk zu starken Kämpfern des Glaubens machen, die alle Schwierigkeiten und Hindernisse durch den Glauben überwinden und Gott durch ein siegreiches Leben verherrlichen.

Der Prophet Hesekiel war mit der Hoffnungslosigkeit seines Volkes konfrontiert, die so unüberwindlich war, wie ein Rotes Meer. Nachdem Jerusalem zerstört und die Juden umgesiedelt worden waren, fühlten sie sich, als ob Babylon ihr Grab sein würde. Hesekiel fühlte sich oft, als ob er zu toten Skeletten predigen würde. Aber Hesekiel nahm Gottes Wort an und predigte durch den Glauben zu den toten Gebeinen, dass sie wieder lebendig werden und sogar als ein großes Heer Gottes aufgestellt werden. Als er Gott durch den Glauben gehorchte, konnte er sein inneres Rotes Meer der Verzweiflung durchqueren. Er konnte in sein Volk die Hoffnung und Vision Gottes einpflanzen, wieder als Gottes Heer gebraucht zu werden.

Wir kennen die Geschichte von Nehemia, der vor der Unmöglichkeit stand, dass die Mauern Jerusalems komplett zerstört waren. Das Volk lebte seit 100 Jahren in Schmach und Schande und er hatte keine Möglichkeit nach Jerusalem zu reisen. Aber durch den Glauben forderte er diese Unmöglichkeit heraus und betete für Gottes Wirken. Da öffnete Gott für ihn das Rote Meer, indem er ihm nicht nur Sonderurlaub, sondern die uneingeschränkte Unterstützung des persischen Königs gab. Er überwand auch das Rote Meer im Herzen der Israeliten, dass sie ihre Niedergeschlagenheit überwinden und mobilisiert werden konnten, sodass sie das gute Werk in die Hand nahmen und in nur 52 Tagen die Mauer wiederherstellt wurde.

Als unsere Missionare nach Deutschland kamen, trafen sie auch verschieden Rote Meere, wie z. B. das Erlernen einer völlig fremden Sprache, das Rote Meer des Studiums und des selbständigen Lebens und das Rote Meer, die Studenten zu Jüngern Jesu zu erziehen. Aber sie blieben nicht hilflos vor diesen Unmöglichkeiten stehen, sondern sie forderten eine nach der anderen durch den Glauben an den allmächtigen Gott heraus, indem sie an Markus 11,22 festhielten: „Habt Glauben an Gott.“ So konnten sie nicht nur im fremden Land überleben. Sie konnten ihr Rotes Meer durchqueren, ein mächtiges Werk Gottes tun, sodass Gott uns sogar als ein geistliches Hauptquartier für die Europamission gebrauchen konnte.

Ich kenne einen jungen Mann, der am Ende seines Studiums ein Rotes Meer erfuhr. Insgesamt neun mal fiel er durch die gleiche Prüfung Semester für Semester durch. Es schien für ihn unmöglich zu sein, diese eine spezielle Prüfung zu bestehen. Auch beim zehnten mal erreichte er nicht genug Punkte. Doch sein Hirte schickte ihn wieder zum Dozenten. Als er durch den Glauben gehorchte und noch einmal zum Dozenten ging, fand der Dozent tatsächlich noch zwei Punkte, sodass er die Prüfung doch bestehen und sein Rotes Meer endlich durchqueren konnte.

Jeder Mensch trifft irgendwann auf ein Rotes Meer. Einige von uns stehen vor dem Roten Meer ihres Studiums. Einige stehen vor den Herausforderungen des selbständigen Lebens oder vor dem Pionierungswerk an ihrer Hochschule bzw. Fakultät. Für unsere Jugendlichen könnte die Schule ihr Rotes Meer sein. Sie beten dafür, sich auf einen 1,0-Schnitt zu verbessern und in der Schule ein klares Zeugnis abzulegen, mit der Vision, später Medizin zu studieren und als geistliche Leiter von Gott gebraucht zu werden. Gott möchte, dass wir durch alle diese Gelegenheiten den Glauben an Gott lernen, sodass wir ihn durch den Glaubenssieg verherrlichen und als seine siegreichen Kinder leben können. Lasst uns durch den Glauben in diesem Wintersemester unsere Roten Meere durch den Glauben durchqueren, die Macht Gottes erfahren und Gott durch den Glaubenssieg verherrlichen.

Sehen wir uns weiter Vers 30 an: „Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, nachdem Israel sieben Tage um sie herumgezogen war.“ Nachdem die Israeliten die große Wüste durchquert hatten, trafen sie im verheißenen Land erneut auf ein unüberwindliches Hindernis. Vielleicht hatten sie gehofft, dass sie das gute Land einfach so in Besitz nehmen und die Milch und den Honig genießen könnten. Aber das Land war bereits besetzt und sie mussten es durch schwere Kämpfe erobern. Die erste Stadt im verheißenen Land war die Festung Jericho, die von hohen Mauern umgeben war, hinter denen grimmige Feinde auf sie warteten. Es schien für die Israeliten, die keine Erfahrung im Kampf oder in der Belagerungstechnik besaßen, unmöglich zu sein, diese Stadt einzunehmen. Schon einmal waren ihre Eltern in einer ähnlichen Situation von Furcht ergriffen umgekehrt, weswegen sie 40 Jahre durch die Wüste wandern mussten. Wie würden sie diesmal handeln? Gott gab ihnen eine merkwürdige Strategie: Sieben Tage lang sollten sie schweigend um die Stadt herumziehen und am siebten Tag sollten sie sieben Mal herumziehen und dann ein Kriegsgeschrei erheben. Dann würde die Mauer einfallen und sie könnten die Stadt einnehmen. Diese Strategie schien völlig unpassend, ja sogar lächerlich zu sein. Wie könnte eine so hohe und dicke Mauer alleine durch herumziehen zerstört werden? Sie hätten es als unrealistisch ablehnen können. Aber die Israeliten gehorchen durch den Glauben der Anweisung Gottes. Obwohl es nutzlos aussah, zogen sie im Gehorsam des Glaubens sieben Tage um die Stadt herum. Wahrscheinlich haben die Kanaaniter auf der Mauer über sie gelacht und gespottet. Aber die Israeliten gehorchten Gottes Wort. Als sie gehorchten, stürzten die Mauern ein, sodass jeder vor sich in die Stadt hineinsteigen konnte und sie den großen Sieg des Glaubens erlangten. Dieser Sieg war der erste Schritt und Grundlage für die Eroberung des verheißenen Landes.

Hier lernen wir, dass der Gehorsam des Glaubens der Schlüssel zum Sieg ist. Gott möchte, dass wir seinem Wort gehorchen und so durch den Glauben den Sieg Gottes erfahren können. Manchmal sieht es lächerlich und nutzlos aus, wenn unsere Mitarbeiter wieder und wieder um die Uni herumziehen, um zu beten und einige Studenten einzuladen. Vielleicht sieht es in den Augen mancher Studenten lächerlich aus, dem Einladungswerk zu dienen und dabei viele Ablehnungen zu bekommen. Aber das Einladungswerk und das Zweierbibelstudium sind Gottes Strategie. Gott hat uns sein Wort gegeben, dass sogar Felsen zerschmeißt, um die starken Mauern des Humanismus und des Relativismus in Europa zum Einsturz zu bringen. Gott möchte durch unser Zweierbibelstudium die 1.700 Campus in Europa erobern. Er möchte 10.000 Bibellehrer und fünf Millionen Gebetsmitarbeiter für eine geistliche Wiedererweckung aufstellen.

Manchmal scheinen die Herzen der Studenten von einer hohen Mauer umgeben, sodass es unmöglich aussieht dort hineinzukommen. Sie haben schon von der Schule an eine atheistische Weltsicht entwickelt und viele gottlose Lehren gehört, sodass der Glaube für sie bestenfalls noch ein Überbleibsel einer alten Kultur ist, aber keine Relevanz mehr für ihr Leben besitzt. Aber Gott gebraucht das Gebet und das Bibelstudium, um die Mauern ihres Herzens einzureißen und den seligmachenden Glauben einzupflanzen. Lasst uns darum das Frühgebet treu halten und das Wort Gottes durch das Bibelstudium weitergeben – so wie es ist – und das mächtige Wirken Gottes in unseren Hoffnungsträgern und den Studenten dieser Generation erfahren.

Sehen wir uns Vers 31 an: „Durch den Glauben kam die Hure Rahab nicht mit den Ungehorsamen um, weil sie die Kundschafter freundlich aufgenommen hatte.“ Rahab war eine Kanaaniterin und noch dazu eine Hure. Menschlich gesehen sollte auch sie bei der Eroberung der Stadt Jericho umkommen. Aber Rahab hatte Glauben an den allmächtigen Gott. Sie glaubte, dass Gott mit den Israeliten war und dass er die Stadt sicher in ihre Hand geben würde. Sie stellte sich durch den Glauben auf die Seite Israels und versteckte die Spione vor der Polizei und brachte sie sicher wieder aus der Stadt heraus. Als sie durch den Glauben handelte, bewahrte Gott sie und ihre Familie zur Zeit der Eroberung Jerichos. Sie wurde ins Volk Israel aufgenommen und später sogar im Stammbaum von König David erwähnt. Durch Rahab lernen wir, das jeder durch den Glauben zum Volk Gottes gehören kann.

2. Der überwindende Glaube (32-40)

In den Versen 32 bis 40 geht es um den überwindenden Glauben. Gideon, Barak, Simson und Jeftah waren Richter, die zu einer Zeit lebten, als Gottes Wort selten geworden war und die meisten Menschen nur nach ihrem Gefühl lebten. Sie waren allesamt gewöhnliche Menschen und besaßen verschiedene Schwachheiten. Aber als sie auf Gott vertrauten und seine Berufung annahmen, wurden sie stark und konnten fremde Heere in die Flucht schlagen. Gott gebrauchte sie zu ihrer Zeit, um das Volk Gottes zu verteidigen.

Gideon z. B. war nur der jüngste Sohn in seiner Familie. Er war nicht von Anfang an ein Held. Er war sehr furchtsam, sodass er versuchte seine Ernte an einem geheimen Ort zu verstecken. Obwohl er Gottes Berufung empfangen hatte, hinterfragte er diese noch mehrmals und wollte immer neue Zeichen von Gott sehen. Aber als er schließlich die Berufung Gottes annahm, konnte er durch den Glauben mutig gegen den Götzendienst vorgehen, indem er ein Götzenbild im Haus seines Vaters zerstörte. Durch den Glauben konnte er das Heer der Midianiter, die so zahlreich waren wie der Sand am Meer mit nur 300 Mann in die Flucht schlagen und seinem Volk Frieden bringen.

Durch den Glauben können wir alle Hindernisse und Unmöglichkeiten überwinden und den Sieg des Glaubens erfahren. Dies bedeutet aber nicht, dass wir immer nur Segen bekommen. Einige haben zwar durch den Glauben ihre Toten wiederbekommen, aber andere haben auch den Märtyrertod erduldet, weil sie die Auferstehung, die besser ist, erlangen wollten (35). Mit anderen Worten liegt das Ziel unseres Glaubenslebens nicht in einem besseren Leben in der Welt, sondern es liegt in dem Reich Gottes. So viele Glaubensvorfahren haben für diesen Glauben sogar auf alle Bequemlichkeit der Welt verzichtet, sind verfolgt worden, sind vertrieben worden oder haben sogar einsam in Wüsten leben müssen. Der Verfasser sagt, dass die Welt ihrer nicht wert war.

Dies erinnert uns an den Glauben der Hugenotten, die inmitten der feurigen Verfolgung ihren Glauben festgehalten haben. Obwohl schon die Teilnahme an einem Gottesdienst oder das Lesen der Bibel mit drakonischen Strafen geahndet wurde. Sie hätten einfach aufgeben und sich anpassen können, um ein bequemes und unbehelligtes Leben zu führen. Aber für sie war ihr Glaube viel wichtiger als das Leben in der Welt. Viele haben sich in eine Wüste zurückgezogen, um unter den schwierigsten Umständen zu leben und irgendwie ihr Glaubensleben zu bewahren. Viele von ihnen sind hingerichtet worden ohne ihren Glauben abzuschwören. Durch den Glauben haben sie sogar die Macht des Todes überwunden. Ihr Glaube ist uns ein leuchtendes Vorbild, unter allen Umständen den Glauben festzuhalten und den wahren Sieg zu erlangen, nämlich diese Welt zu überwinden.

Heute haben wir den siegreichen und überwindenden Glauben der Israeliten kennengelernt. In unserem Glaubensleben treffen wir unvermeidlich Schwierigkeiten und scheinbar unüberwindliche Hindernisse. Aber von Gottes Gesichtspunkt sind es Gelegenheiten, den siegreichen Glauben zu lernen, der das Rote Meer durchquert. Lasst uns in diesem Wintersemester durch den Glauben unser Rotes Meer durchqueren und den großen Sieg Gottes erfahren und Gott durch ein siegreiches und überwindendes Leben verherrlichen.

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