Der Glaube von Mose (Hebr 11,24.25)

DER GLAUBE VON MOSE

Hebräer 11,23-28

Leitverse 11,24.25

„Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao gelten, sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden, als eine Zeitlang den Genuss der Sünde haben.“

Wir danken dem Herrn für das gesegnete Genesis-Bibelstudium. Durch die vergangene Botschaft lernten wir den Gott Jakobs kennen, der voller Gnade, Geduld und Hoffnung ist und seine Verheißung an Jakob treu erfüllte. Lasst uns auch unser Leben fest an diesen Gott und an seine Verheißung binden und zum Segen für diese Generation verändert werden.

Im heutigen Text geht es um Mose und seinen gottgefälligen Glauben. Wegen seiner Glaubensentscheidung wurde nicht nur sein eigenes Leben großartig gesegnet, sondern ein ganzes Volk wurde aus der Sklaverei errettet. Möge Gott uns in dieser Stunde helfen, Moses Entscheidungsglauben persönlich kennenzulernen und eine Entscheidung zu treffen, nicht den kurzfristigen Genuss der Sünde zu lieben, sondern am übrigen Leiden Jesu entschlossen teilzunehmen und als geistliche Leiter und Leiterin für die Wiedererweckung unseres Volkes und dieses Kontinents gebraucht zu werden.

I. Der Glaube von Moses Eltern (23)

In der Geschichte erlangten oftmals diejenigen Menschen große Bedeutung, die unter widrigen und menschlich gesehen tragischen Bedingungen geboren wurden. Auch Mose wurde in einer sehr dunklen und fatalistischen Zeit geboren. Das Volk Israel befand sich in der Sklaverei Ägyptens. Aus Furcht, dass die Israeliten zu groß an Zahl werden könnten, erließ der Pharao einen Befehl, alle Knaben, die von hebräischen Eltern geboren wurden, in den Nil zu werfen. Kinder sind eigentlich die Freude ihrer Eltern. Aber in jener Zeit mussten so viele Eltern geweint und verzweifelt gedacht haben: „Warum musste unser Sohn in einer solchen Zeit geboren werden?“ Doch Moses Eltern waren anders. Sie fürchteten Gott. Sie sahen ihr Kind mit den Augen Gottes. Sie waren überzeugt, dass obwohl die Lage so aussichtslos war, Gott mit ihrem Kind war. Durch den Glauben sahen sie, dass ihr Kind kein gewöhnliches Kind war. Natürlich konnten sie nicht Gottes konkreten Plan für ihr Kind gewusst haben. Doch eines war ihnen klar, dass Gott mit Mose war. Es ist der Ausdruck ihres Glaubens, dass Moses Eltern in einer derart dunklen Zeit nicht jammerten und verzweifelten, sondern ihr Kind mit den Augen des Glaubens sahen und erkannten, dass es kein gewöhnliches Kind war, weil Gott mit ihm war. Durch diese scheinbar kleine Begebenheit pflanzten Moses Eltern den Glauben in die Seele des kleinen Knaben Mose ein. So wurde diese kleine Begebenheit zum Auftakt für den späteren Exodus der Israeliten.

Wir lernen hier den Glauben von Moses Eltern kennen. Auch unsere Hoffnungsträger und die jungen Menschen sollen wir mit den Augen des Glaubens betrachten. H. Warmherz und M. Debora betrachteten ihre Kinder Josua und Daniel, die beide als Frühgeburten in die Welt kamen, mit den Augen des Glaubens. So konnten sie die menschlich gesehen widrige Situation weit überwinden und durch den Glauben auch für ihr weiteres geistliches Wachstum beten. Gott segnet ihr Glaubensgebet, so dass ihre beiden Söhne zu einem General des Glaubens wie Josua und zu einem Propheten Gottes wie Daniel heranwachsen. Unsere Kinder und Jugendlichen der „Next Generation“ konnten so gesund heranwachsen, weil Gottes Knechte und ihre Eltern sie nicht als gewöhnliche Kinder oder Jugendliche, sondern als Gottes Kinder und Gottes Mitarbeiter betrachtet und durch den Glauben für sie gebetet und ihnen geistlich treu gedient haben und dienen. Lasst uns die jungen Menschen am Campus, auch unsere Hoffnungsträger und jungen Hirten mit dem Glauben von Moses Eltern betrachten und unser Bestes für sie geben, ja unser Leben für sie riskieren, damit sie aus den Lügen des Zeitgeistes errettet werden und zu einflussreichen Persönlichkeiten und geistlichen Leitern verändert und von Gott gebraucht werden dürfen.

Sehen wir uns Vers 23b an: „und sie fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot.“ Wegen des Gebots des Pharaos, alle Knäblein in den Nil zu werfen, standen die Israeliten wie geschockt vor diesem grausamen Gebot. Aber Moses Eltern waren anders. Weil sie Gottesfurcht hatten, fürchteten sie sich vor niemandem, auch nicht vor dem König. Durch den Glauben verbargen sie das Baby Mose drei Monate lang. Als das Kind gewachsen war und noch kräftiger schrie, legten sie es in ein Kästlein und setzten es in das Schilf am Ufer des Nils. Als Moses Eltern ihr Kind völlig der Führung Gottes anvertrauten, griff Gott in das Leben des kleinen Moses ein. Die Tochter des Pharao kam zum Baden an den Nil und fand das Kästlein mit dem schreienden Mose. Sie bekam Mitleid mit diesem Kind und gab es in die Hände einer hebräischen Pflegemutter, die die leibliche Mutter Moses war. Als Moses Eltern an den allmächtigen Gott glaubten, war Gott mit ihnen. Gott selbst fand einen Ausweg aus der scheinbar hoffnungslosen Lage und beschützte auf wunderbare Weise das Leben von Mose.

Manchmal fürchten wir uns schon wegen kleiner Dinge, unseren Glauben zu bekennen oder Menschen mit der frohen Botschaft anzusprechen, nur weil wir eine negative Reaktion oder ein kleines Missverständnis fürchten. Wir sollen darum lernen, Gott zu fürchten, dann können wir alle Menschenfurcht überwinden. Wir sind durch unsere verfolgten Glaubensgeschwister in Nordkorea, China und den moslemischen Ländern ermutigt, die mit dem Glauben von Moses Eltern die gottfeindliche Umgebung überwinden, ihren Glauben mutig sogar unter Lebensgefahr bezeugen und an den übrigen Leiden Jesu teilnehmen. Gott helfe uns, uns mit dem Glauben von Moses Eltern nicht vor den Lügen des Zeitgeistes, wie Humanismus und Relativismus zu fürchten, sondern mutig das gottzentrische Evangelium zu verkündigen und die verlorengehenden Seelen der jungen Menschen zur Rettung zu führen.

II. Moses Glaubensentscheidung (24-26)

Der kleine Mose wuchs heran und kam an den ägyptischen Königshof. Die Tochter des Pharao, die selbst kein Kind hatte, liebte ihn über alles und kümmerte sich mütterlich um ihn. Mose genoss eine hervorragende Ausbildung in Geschichte, Philosophie, Mathematik, Architektur, Medizin, Kampf- und Kriegskunst. Er lernte Disziplin, Selbstbeherrschung und Gehorsam – alles Führungsqualitäten für einen zukünftigen Leiter. Am Ende seiner Palasterziehung sah er aus wie ein edler Prinz. Viele Frauen träumten davon, Prinzessin an der Seite von Prinz Mose zu werden. Wenn Prinz Mose mit seinem goldenen Wagen, der von vier Pferden gezogen wurde, durch die Straßen seines Königsreiches zog, jubelten ihm die Menschen zu und viele Mädchen riefen begeistert: „Mose! Mose!“

Je mehr Mose in der Gunst der Ägypter zunahm und je näher der Tag rückte, an dem Mose der nächste Pharao von Ägypten werden würde, um so deutlicher musste ihm geworden sein, dass all die Liebe, die Ehre und die Aufmerksamkeit der Ägypter ihm keine wahre Erfüllung und keinen Herzensfrieden geben konnten. Mose wusste im tiefsten Herzen, dass seine Eltern keine Ägypter, sondern Hebräer waren und dass er nicht der Sohn der Pharaostochter, sondern Sohn hebräischer Eltern und ein Angehöriger jenes Volkes war, das sich hier in Ägypten in der Sklaverei befand und hart gedemütigt und unterdrückt wurde. Der fromme Glauben seiner Eltern, den diese in Moses frühester Kindheit in sein Herz gepflanzt hatten, war nicht vergeblich gewesen. Mose betete in seinem Herzen zu dem Gott, den auch das Volk der Israeliten anbetete. Mose fürchtete den Gott, den seine Stammesverwandten anbeteten und zu dem sie inmitten ihrer Unterdrückung um Erlösung schrien. Vielleicht lag Prinz Mose nachts öfters wach in seinem Bett und war im Gedanken bei seinem Volk, den Israeliten. Er spürte immer mehr, dass er nicht an diesen ägyptischen Königshof, sondern zu seinem Volk, den Israeliten, gehörte. Immer klarer und heftiger drängte es sich Mose auf, dass er eine Entscheidung des Glaubens treffen musste. Welche Entscheidung traf er?

Sehen wir uns die Verse 24.25 an: „Durch den Glauben wollte Mose, als er groß geworden war, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao gelten, sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden, als eine Zeitlang den Genuss der Sünde haben.“ Wir können uns vorstellen, wie hart die Menschen arbeiten und kämpfen, um z.B. Bundeskanzler oder Präsident einer Nation zu werden. Mose hätte hingegen einfach nur still bleiben müssen, dann wäre ihm der Thron über ganz Ägypten automatisch in den Schoß gefallen. Doch durch den Glauben gab Mose seine Position als Prinz auf und entschied sich, nicht mehr als Sohn der Tochter des Pharao zu gelten. Niemand unter den Ägyptern konnte diese Entscheidung von Mose verstehen. Es schien eine verrückte Entscheidung zu sein. Mose musste auch an seine ägyptische Pflegemutter gedacht haben, die ihn all die Jahre so hingebungsvoll umsorgt und ihn erzogen hatte. Vielleicht dachte er auch an den Verlust seines Reichtums, seiner Macht und der Anerkennung der Menschen. Er dachte an den Stolz des Pharao, den er mit seiner Entscheidung zutiefst verletzen würde. Als er dann noch darüber nachdachte, dass in Zukunft sein Leben dem eines politischen Flüchtlings gleichen würde, mussten ihn alle Kräfte verlassen haben.

Aber es gab eine Sache, die für Mose völlig klar war und aufgrund dessen er eine so weitreichende Entscheidung treffen konnte. Mose wusste: „Der Gott der Israeliten ist auch mein Gott. Dieser Gott hat mich bis auf diesen Tag geführt. Diesem Gott haben auch meine Eltern völlig vertraut, als sie mich im Körbchen am Ufer des Nils ausgesetzt hatten. Dieser Gott ist der wahre und lebendige Gott. Dieser Gott ist mit meinem Volk, den Israeliten, obwohl sie jetzt so viel Leiden und Unterdrückung erfahren müssen. Für diesen Gott kann ich auch auf allen Reichtum Ägyptens verzichten und mich entscheiden, viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt zu werden, als eine Zeitlang den Genuss der Sünde zu haben.“

Der Glaube an den lebendigen Gott schenkte Mose die Kraft, dass er sagen konnte „Nicht mehr“ – „Nicht mehr Sohn der Tochter des Pharaos.“ Moses Glaubensentscheidung kam aus seiner geistlichen Wertanschauung heraus. Mose erkannte, dass die Zugehörigkeit zum Volk Gottes viel kostbarer und wertvoller war, als alle Schätze und aller Reichtum Ägyptens. Ja, Mose hielt sogar den Reichtum Ägyptens für schnöden „Genuss der Sünde“ und beneidete die Ägypter gar nicht um dieses äußeren Reichtums willen.

Moses Entscheidung war keine Entscheidung des Verstandes, sondern eine Entscheidung des Glaubens. Dadurch können wir lernen, dass wir nicht aufgrund unseres Verstandes handeln, sondern unseren persönlichen Glauben an Gott zur Grundlage unseres Handelns machen sollen. Wenn unsere Missionare und Missionarinnen aufgrund ihres Verstandes gehandelt hätten, hätte niemand von ihnen seine Lebenssicherheit in Korea verlassen, um auf dem Missionsfeld in Deutschland und Europa der Campusmission zu dienen. Aber weil sie durch den Glauben leben und handeln, konnten sie ihr Leben der besten Führung Gottes anvertrauen, auch Leiden, Missverständnisse und Entbehrungen auf sich nehmen und einige unserer Missionarinnen konnten durch den Glauben gesegnete, einflussreiche Hausgemeinden mit einheimischen Hirten gründen.

Gott schenke jedem von uns Moses geistliche Wertanschauung und seinen Glauben an den lebendigen Gott, so dass wir vom Anfang bis zum Ende durch den Glauben leben und Gottes wahren Segen ergreifen können. Lassen wir uns nicht länger von dem Glanz und Reichtum der Welt beeindrucken. Halten wir nicht mehr diese sichtbaren Dinge für erstrebenswert, sondern entwickeln wir eine geistliche Wertanschauung, dass wir mehr und mehr erkennen können, wie unvergleichlich kostbarer und wertvoller es ist, zu dem Volk Gottes gehören und ein Leben mit der heiligen Mission Gottes führen zu dürfen. Z.B. dürfen wir mit Freude das morgendliche Frühgebet im Haus Gottes halten und dadurch das Gefäß für die geistliche Erweckung in unserem Land bilden. Gott segne unsere jungen Hirten und Hoffnungsträger und schenke ihnen die geistliche Wertanschauung, die Stunde des gemeinsamen Frühgebets für kostbar zu erachten und so an den übrigen Leiden Jesu mit dem Volk Gottes teilzunehmen. Wie gesegnet sind wir, von dem höchsten und lebendigen Gott als Bibellehrer, als Hirten und als geistliche Leiter berufen zu sein, um die verlorengehenden Seelen der jungen Menschen zum Glauben an Gott und zum neuen Leben in Christus einzuladen.

Sehen wir uns noch einmal Vers 25 an: „sondern wollte viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden, als eine Zeit lang den Genuss der Sünde haben.“ Dieser Vers sagt, dass Mose viel lieber alles drangeben und mit dem Volk Gottes leiden wollte, als sich für eine Zeit lang an den Reichtümern der Ägypter zu ergötzen. Dies erinnert uns an den Kaufmann in Matthäus 13, der gute Perlen suchte. Und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. Mose verkaufte alles, was er hatte, und kaufte diese kostbare Perle, zum Volk des lebendigen Gottes gehören zu dürfen, auch wenn dies Leiden, Missverständnisse und Verluste mit einschloss. Wenn wir über den Propheten Daniel lesen, so erfahren wir von ihm, dass auch er vor die Wahl gestellt war, sein Leben in Gefahr zu bringen oder sein Beten aufzugeben. Er blieb aber viel lieber beim Gebet, d.h. bei dem Privileg, zu dem lebendigen Gott sprechen und eine persönliche Beziehung zu Gott haben zu dürfen (Daniel 6,11) und scheute selbst die Löwengrube nicht.

In Vers 25 haben wir von Mose gelernt, dass er viel lieber mit dem Volk Gottes zusammen misshandelt werden wollte, als eine Zeit lang den Genuss der Sünde zu haben. Dieses „viel lieber“ weist uns auf die klare Entscheidung hin, die Mose getroffen hatte. Es war keine halbherzige, sondern eine ganz klare Entscheidung. Gott gebe uns eine solch klare und aufrichtige Entscheidung, viel lieber dem Wort Gottes zu gehorchen, viel lieber am übrigen Leiden Jesu teilzunehmen, viel lieber Jesu Schafherde am Campus zu weiden, viel lieber mit den Knechten Gottes für die Weltmission und für die geistliche Wiedererweckung in Europa zusammen zu arbeiten, als unserem selbstsüchtigen und sündigen Wunsch nachzugeben und uns dem Muster dieser Welt anzupassen. Lasst uns wie Mose einen klaren Wertmaßstab haben, aufgrund dessen wir uns entscheiden können, als Hirten und Bibellehrer diesem Volk und dieser Generation zu dienen und Gottes Herz für die Rettung und Wiedererweckung dieses Landes, Kontinentes und dieser Generation zu lernen.

Am heutigen Tag finden in Seoul/Korea der Weltmissionsbericht und das 50. Jubiläum unserer Gemeinde statt. Dieses Jubiläum bezeugt auch, wie kostbar und überschwänglich Gott den Entscheidungsglauben einer jungen Amerikanerin, Sarah Barry und eines koreanischen Pastors Dr. Samuel Lee, gesegnet hat. Mutter Barry, wir wie sie heute nennen, entschied sich damals, ihr „Palastleben“ aufzugeben und in ein Land der dritten Welt zu gehen, wo sie den nach dem koreanischen Bruderkrieg verzweifelten, fatalistischen jungen Menschen mit Gebet und Bibelstudium diente. Gott hat ihre Entscheidung des Glaubens und ihre Zusammenarbeit mit Dr. Lee für die Weltmission so überreich gesegnet und dadurch die Grundlage gelegt, in der Korea in eine Missionare sendende Nation und königliche Priesterschaft für die Weltmission verändert und von Gott so kostbar gebraucht werden konnte.

Möge Gott heute beim Weltmissionsbericht in Korea, aber auch hier unter uns, vielen jungen Menschen die persönliche Glaubensentscheidung wie Mose schenken, auf persönliche Vorteile und Annehmlichkeiten und auf den Reichtum dieser Welt zu verzichten und Gottes Berufung und Gottes Mission für viel kostbarer zu erachten, so dass Gott durch sie seine Geschichte des Glaubens schreibt und das Evangelium in allen Länder der Erde, auch an den 360 Hochschulen in Deutschland und an den 1.700 Unis in Europa verkündigt.

Sehen wir uns Vers 26 an: „Und hielt die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er sah auf die Belohnung.“ Hier wird die Schmach Christi mit den Schätzen Ägyptens verglichen. Für Mose kam nur die Schmach Christi in Frage. Ein Ungläubiger und weltlicher Mensch hätte hier gerufen: „Mose muss verrückt geworden sein. Lässt dieser Narr doch tatsächlich seine großartige Stellung beim Pharao fahren, um es mit den frommen Leuten zu halten.“ Aber der Glaube sagt: „Die Schmach der Gläubigen ist mir ein größerer Reichtum als alle Schätze Ägyptens!“ Mose hatte ein klares Bewusstsein dafür, dass bei aller Schmach, die mit seiner Entscheidung verbunden war, dies ihm doch einen wahren Besitz einbringen würde. Vers 26b bezeugt: „denn er sah auf die Belohnung.“ Mose sah die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, in Zeit und Ewigkeit, auf dieser Erde und in der kommenden Welt. Dieser lebendige Gott hatte einst zu Abraham gesagt: „Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.“ Auf diesen Gott blickte auch Mose und auch wir – hier und heute – dürfen auf diesen ewigen und allmächtigen Gott schauen, der unser sehr großer Lohn und unsere ewige Sicherheit ist.

Wir können nicht sagen, dass wir an Gott glauben, wenn wir nicht auch an die Belohnung Gottes glauben. Wie sieht aber Gottes Belohnung aus? Es ist nicht unbedingt eine sichtbare Belohnung, wie ein schönes Haus im Grünen oder ein voll gefülltes Bankkonto. Gottes Belohnung ist Gott selbst! Gottes Belohnung ist seine Anerkennung und das ewige Leben als himmlisches Erbe. Gott helfe uns, nicht immer wieder neu nach einem persönlichen Vorteil in der Welt zu suchen und das flüchtige Vergnügen der Sünde zu genießen, sondern mit einer geistlichen Wertanschauung zu leben und nach der Belohnung Gottes zu trachten, die unvergänglich ist und ewig bleibt.

III. Durch den Glauben hielt er das Passa (27-28)

Sehen wir uns die Verse 27.28 an: „Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete nicht den Zorn des Königs; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn. Durch den Glauben hielt er das Passa und das Besprengen mit Blut, damit der Verderber ihre Erstgeburten nicht anrühre.“ Mose hatte gedacht, dass nach seiner Glaubensentscheidung die Zeit schon gekommen sei, dass Gott ihn für den Exodus seines leidenden Volkes gebrauchen würde. Gott lehrte Mose aber, dass er auf die göttliche Stunde warten, nicht mit eigenen Mitteln und auch nicht für die eigene Ehre wirken sollte. Die geistliche Bedeutung der 40 Wüstenjahre in Midian liegt darin, dass Gott Mose an die „Hochschule Gottes“ schickte, an der er nach all den Jahren der Ausbildung am ägyptischen Königshof noch weitere wichtige Dinge lernen musste: vor allem Geduld und Demut. In der Stille und Einsamkeit der Wüste bereitete Gott seinen Knecht vor für den großen und neuen Auftrag an sein Volk. Sehen wir uns noch einmal Vers 28 an: „Durch den Glauben hielt er das Passa und das Besprengen mit Blut, damit der Verderber ihre Erstgeburten nicht anrühre.“ Gott gebot Mose, in den Häusern der Hebräer ein Passalamm zu schlachten und dessen Blut an die Türpfosten des Hauses zu streichen. An diesen Häusern ging der Todesengel vorüber, während er in den anderen Häusern die Erstgeburten der Ägypter tötete. Das Schlachten des Passalamms und das Besprengen mit Blut war eine Tat des Glaubens. Dies wurde der Grundstein für den Exodus der 600.000 Israeliten nach 430-jähriger Gefangenschaft in Ägypten. Durch den Glauben eines Mannes, Mose, konnte ein ganzes Volk zum geistlichen Exodus gelangen und in das von Gott verheißene Land geführt werden.

Heute durften wir lernen, wie großartig Gott einen Menschen, Mose, gebrauchte, als er eine Entscheidung des Glaubens traf! Gott möchte auch jeden von uns als eine Hauptperson und als geistlichen Leiter gebrauchen, wenn wir eine Glaubensentscheidung vor Gott treffen, die Schmach Christi für größeren Reichtum zu erachten als die Schätze Ägyptens. Gott schenke uns den geistlichen Wertmaßstab und die Entscheidung des Glaubens, nicht den kurzfristigen Genuss der Sünde zu lieben, sondern am übrigen Leiden Jesu teilzunehmen und als geistliche Leiter für die Wiedererweckung in Deutschland und Europa gebraucht zu werden.

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