Die Überlegenheit und Genüge Jesu Christi (Kolosser 1,18.19) – Lektion 2

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DIE ÜBERLEGENHEIT UND GENÜGE JESU CHRISTI

Kolosser 1,15 – 23
Leitverse 1,18.19

„Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei. Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte.“

Im heutigen Abschnitt betont Paulus die Überlegenheit Jesu Christi. Als die Gläubigen in Kolossä zum ersten Mal vom Evangelium hörten, waren sie sehr glücklich und zufrieden, mit der Wahrheit des Evangeliums zu leben. Je mehr die Zeit jedoch verging, erschien ihnen das Evangelium im Vergleich zu dem säkularen Angebot der Welt und anderer Religionen viel zu einfach und so, als ob ihm etwas fehlen würde. Weil ihre Kultur und der Konsens ihres Lebensumfeldes Christus nur als einen von vielen Lebenswegen betrachteten, wurden sie leicht versucht, zusätzlich zu Christus noch etwas anderes zu suchen. In unserer Zeit sehen wir auch, dass es unter den Christen eine ähnliche Tendenz gibt, die in Europa eine gravierende Folge mit sich brachte. Viele glauben an Jesus, aber sie wollen in der Tat die geistliche Herrschaft des Christus nicht über jeden Bereich ihres Lebens anerkennen. Sie denken, dass Christus in ihrer Gemeinde regiert, aber nicht an ihrem Arbeitsplatz, ihren Schulen und in der Welt. So führen sie ein Doppelleben und folgen dem Muster und Konsens der Welt. Sie glauben, dass die Menschen der Welt die Herrschaft wie Gott innehaben. Aber Paulus verkündet heute in aller Deutlichkeit, dass Chris-tus Jesus in jedem Bereich unseres Lebens überlegen ist. Mit der Überlegenheit Jesu Christi können wir vor Gott leben und die Gegenwart und den Segen Gottes erfahren, egal, wo wir uns auch befinden und was immer wir auch tun.

Paulus betont außerdem die Genüge Christi Jesu. In Christus wohnt Gott in seiner ganzen Fülle. In Christus ist alles vorhanden, was wir brauchen. Manchmal haben wir das Gefühl, dass uns etwas fehlen würde. Für manche scheint das Christenleben langweilig zu sein. Andere Ideen und Lebensstile scheinen zu-friedenstellender und attraktiver zu sein. Die Menschen brauchen Freude, Friede, Harmonie, Lebensweisheit und innere Heilung von ihren Lebenswunden, wenn sie wahrhaft glücklich und zufrieden sein und so leben möchten. Woher bekommen wir dann diese Dinge? Manche Leute experimentieren mit östlichen Religionen. Andere suchen das Vergnügen in unmoralischen Beziehungen, Drogen oder in der Technologie oder durch ihre eigenen erfolgreichen Leistungen in ihrem Leben. Manche suchen ihr Vergnügen, indem sie einkaufen gehen oder sich fanatisch mit Sportereignissen beschäftigen. Können wir durch solche Dinge das wahre Glück finden? Nein! Ist Jesus Christus wirklich alles, was wir brauchen? Brauchen wir nichts mehr als Jesus? Paulus sagt im heutigen Text in aller Klarheit, dass wir alles, was wir suchen und was wir brauchen, in Jesus Christus finden können. Lasst uns darüber nachdenken, wer Jesus Christus ist und was er uns bedeutet.

Im Kolosserbrief spricht Paulus von Jesus am häufigsten als dem „Christus“ oder „Christus Jesus“ (1,1.2.4.7.22.24.27-29; 2,2.5.6.8-11.13.17.20; 3,1.3.4.11.15.16; 4,3.12), oft als „Herrn“ (1,10.26; 2,6; 3,13.18.20.22.23; 3,24; 4,7.17) und manchmal als „Herrn Jesus Christus“ (1,3), „Herrn Christus“ (3,24) oder dem „Sohn“ (1,13.15). In diesem Abschnitt spricht er von ihm als dem „Sohn“

1. Das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (15a)

Der Sohn ist die zweite Person der Dreieinigkeit: Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Das Wort „Dreieinigkeit“ wird nicht direkt in der Bibel erwähnt, dennoch lehrt die Bibel darüber, wer Gott ist. Das Konzept der Dreieinigkeit ist so tiefgründig, dass wir, wie Augustinus sagte, es einfach glauben und annehmen sollen, weil wir es nicht mit dem menschlichen Verstand begreifen können. In diesem Abschnitt konzentriert sich Paulus auf die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn. Lesen wir Vers 15a: „Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes“. Gott ist für unsere Augen unsichtbar. Johannes 1,18a sagt: „Niemand hat Gott je gesehen…“. Der Exodus lehrt uns, dass jeder, der das Angesicht Gottes sieht, sterben wird. (2. Mose 33,20) In Psalm 104,2 steht, dass Gott sich mit Licht kleidet. Im 1. Timotheusbrief nennt Paulus dies das „Licht, zu dem niemand kommen kann“ (1. Timotheus 6,16). Genauso, wie wir nicht direkt in die Sonne schauen können, ohne geblendet zu werden, können wir Gott nicht sehen. Dennoch hat Gott sich selbst durch seinen Sohn offenbart, den Paulus hier sein „Ebenbild“ nennt. Hebräer 1,3 sagt: „Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens…“ Das grundlegende Wesen des Christus, das unveränderlich bleibt, ist das Wesen Gottes selbst.

Philipper 2,6 lehrt uns weiter, dass Jesus von göttlicher Gestalt ist. Johannes 1,1 verkündigt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ Das heißt: Jesus ist Gott. Der Apostel Philippus sagte einst zu Jesus: „Zeige uns den Vater, und es genügt uns.“ Jesus antwortete ihm: „So lange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ (Johannes 14,8.9) Nachdem Apostel Johannes drei Jahre lang mit Jesus Gemeinschaft gehabt hatte, bezeugte er: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Le-bens.“ (1. Johannes 1,1) Weil Gott wahrhaftig in Jesus Christus ist, hat Gott sich selbst in Jesus offenbart, wie Martin Luther sagte: „Gott hat sich selbst in Jesus klein gemacht.“ Gott ist nicht nur etwas, was wir uns vorstellen oder uns einbilden können. Gott ist echt und wahrhaftig. Dieser echte und wahrhaftige Gott offenbart sich selbst durch Jesus Christus. Aber viele Menschen haben ihre eigenen vagen Vorstellungen von Gott. Sie schöpfen von verschiedenen Religionen und Philosophien ihres Lebensumfeldes und machen sich einen Gott, mit dem sie angenehm zurechtkommen können. Das macht keinen Unterschied gegenüber dem Götzendienst. Gott hat uns geboten, uns kein Bildnis von ihm zu machen, auch nicht in unseren Gedanken. (2. Mose 20, 4) Wenn wir den wahren Gott kennenlernen wollen, dann müssen wir zu Jesus Christus kommen. Nur durch Christus können wir zu Gott kommen. (Johannes 14,6) Durch Christus können wir mit Gott Gemeinschaft haben und ihn anbeten.

2. Die Kraft der Schöpfung und der Erhalter aller Dinge (15b-17)

So wie wir Gott nur durch Christus erkennen können, so können wir nur durch Christus die Schöpfung verstehen. In den Versen 15b-17 zeigt Paulus diesen Aspekt der Überlegenheit Christi noch deutlicher auf. Einfach gesagt bedeutet die Bezeichnung „der Erstgeborene“, dass Jesus überragend ist, und dass er zuerst da war. Wir Menschen halten viel davon, der Erste zu sein. Die ersten Söhne, die in den Familien als der Erste geboren sind, behaupteten für sich oft das Recht, über die-jenigen zu herrschen, die später geboren sind. Doch in der gesamten Schöpfung ist Jesus der Erste, weil Jesus der ewige Gott ist, der in Zeit und Raum in einer Menschengestalt als der Erste geboren ist.

Vers 16 beschreibt ausführlich die Rolle Christi in der Schöpfung. Dort heißt es: „Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.“ Nichts existiert zufällig. Alle Dinge wurden in Christus, durch Christus und zu Christus geschaffen. Alle Dinge im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und Unsichtbare, sind von Christus entstanden. Wenn wir versuchen, die existierenden Dinge ohne Christus zu erklären, bleibt uns nur Chaos, Leere und Finsternis. Leonardo Da Vinci war ein großer Mathematiker, Künstler, Denker und Erfinder, der seine großen Talente darin investierte, abseits von Christus eine Ordnung und Harmonie-Prinzip für die Schöpfung zu finden. Doch er versagte. Zurück blieb nur leere Bedeutungslosigkeit. Er beendete sein Leben in tiefer Verzweiflung. Abseits von Christus können wir keine Antwort auf die grundlegenden Existenzfragen finden: „Wer bin ich?“, „Woher komme ich?“, „Wohin gehe ich?“, „Warum bin ich hier?“ Aber wenn wir wissen, dass durch Christus alles geschaffen wurde, auch wir selbst, dann wird alles klarer. Wir können die Bedeutung, das Ziel, die Ordnung und die Harmonie unseres Lebens verstehen, erkennen und finden. Christus ist die einzig alleinige Kraft der gesamten Schöpfung. Es gibt kein Gebiet, das nicht durch die Kraft des Christus geschaffen wäre. Alle existierenden Dinge, im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, wurden durch Christus ins Dasein gerufen. Dies schließt auch alle Engelswesen ein. (16b) Christus ist allem überlegen. Keine Sphäre entzieht sich seiner Herrschaft. Alle Dinge sind durch Christus geschaffen. Alle Dinge sind für Christus geschaffen. Das Ziel der gesamten Schöpfung liegt darin, Christus die Ehre zu geben.

Vers 17 sagt: „Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm.“ Christus hält alles zu-sammen und trägt alle Dinge mit seinem kräf-tigen Wort. (Hebräer 1,3) Christus hat als der Ursprung aller Dinge nicht nur die Schöpfung dieser Welt in Gang gesetzt, sondern er ist der Erhalter aller Dinge. Er weiß, wie die Lilien auf dem Feld wachsen. Er weiß, wieviele Haare auf unserem Kopf sind. Er kümmert sich sogar um das Gras auf dem Feld, auch wenn das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird. Er ist nicht nur an der Erschaffung jedes Neugeborenen beteiligt (Psalm 139). Christus ist der aktive Erhalter aller Schöpfung in Ordnung und Harmonie.

3. Das Haupt der Gemeinde (18.19)

In den Versen 18.19 geht es um die Beziehung zwischen Christus und der Gemeinde. Vers 18a sagt: „Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde.“ Hier bezieht sich „die Gemeinde“ nicht auf ein Gebäude oder eine Organisation. Sie ist auch nicht auf eine örtliche Versammlung beschränkt, sondern bezieht sich auf die universale Gemeinde, die alle Gläubigen, die Jesus als den Herrn bekennen, einschließt, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie schließt Petrus, Paulus, Augustinus, Luther, Calvin, Billy Graham, Mutter Teresa, Dr. Lee und Mutter Sarah Barry mit ein. Christus ist unser aller Haupt. Die Formlehre von Christus als dem Haupt und der Gemeinde als dem Leib, die Paulus hier gebraucht, hat eine tiefgehende Bedeutung. Zunächst sagt sie uns, dass die Gemeinde ein lebendiger Organis-mus ist. Sie ist von dem Leben Gottes erfüllt und ist sehr dynamisch. Vor allem lehrt uns diese Analogie, um welche Beziehung es sich zwischen Christus und der Gemeinde handelt. (Epheser 1,22.23) Haupt und Leib sind untrennbar. Sie haben eine Lebensbeziehung. Alle Anweisungen und Befehle, die den Körper steuern, kommen vom Haupt. Das Haupt erhält den ganzen Körper. So wie der Körper sich nach der Führung des Hauptes bewegt, so bewegt sich die Gemeinde gemäß der Führung Christi. Christus ist der souveräne Herrscher der Gemeinde. Normalerweise denken die Menschen, dass die Gemeinde ein Ort wäre, an dem gute Dinge getan werden, den Bedürftigen helfen, Gemeinschaft genießen, oder von dem man irgendeinen Nutzen ziehen könnte. Doch die Gemeinde ist dort, wo wir Gemeinschaft mit Christus und seinen Leuten pflegen, wo wir Christus anbeten und Christi Anweisung und Führung erhalten. Die Mission der Gemeinde besteht darin, Christus zu offenbaren und seinem Willen zu gehorchen.

Die Verse 18b und 19 erklären, in welchen Hinsichten Christus das Haupt der Gemeinde ist. Vers 18b sagt: „Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei.“ Dieser Vers sagt uns, dass die Überlegenheit Jesu auf seiner Auferstehung von den Toten basiert. Andere Menschen sind auch von den Toten auferweckt worden, aber Jesu Auferstehung unterscheidet sich von ihnen. Jesus ist der Erste, der zum ewigen Sieg über die Macht des Todes auferstanden ist. Jesus besiegte den Tod endgültig und er kann nicht mehr sterben. (Römer 6,9) Auf diese Weise wurde Jesus überlegen und herausragend als das Haupt der Gemeinde. Wiederholt betont Paulus, dass Christus über „alle Dinge“ und „al-les“ regiert (16×2.17×2.18.20). Christus ist nicht ein toter Held oder ein verstorbener Heiliger, sondern er lebt jetzt und regiert als der Herr. Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. (Hebräer 13,8) Er lebt! Er lebt! Mein Jesus lebt auch heut. Er geht mit mir, er spricht mit mir, er führt mich allezeit. Er lebt! Er lebt! Lasst uns Jesus in jedem Bereich unseres Lebens begegnen: zu Hause, in der Schule, auf der Arbeit, in der Gemeinde. Jesus lebt mit uns!

Zum zweiten ist Christus das Haupt der Ge-meinde, weil in ihm die Genüge ist. Vers 19 sagt: „Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte“. Hier hebt Paulus „alle Fülle“ hervor. Dies bedeutet, dass Jesus die endgültige, vollkommene und perfekte Offenbarung Gottes ist. Dies widerlegt alle falsche Lehren, dass Jesus nicht genügen würde, dass etwas zusätzlich zu Jesus nötig wäre. Paulus erklärt hier, dass allein Christus für unsere Errettung, für unser geistliches Wachstum und für alles, was wir brauchen, genügt. Johannes 1,16 sagt: „Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ Durch Christus können wir die Fülle empfangen. Allein mit Jesus werden wir wahrhaftig glücklich und zufrieden. Wir brau-chen nichts anderes außer Jesus. Wohin sollen wir gehen, wenn wir das Gefühl haben, dass uns etwas fehlt? Zum Internet? Zum Kaufhaus? Oder mit Freunden die Zeit verbringen? Bei der Suche nach Zufriedenheit und Befriedigung sündigen wir manchmal. Dann leiden wir unter dem Schuldgefühl und geraten in die Verzweiflung. Lasst uns annehmen, dass allein in Christus alles vorhanden ist, was wir brauchen. Allein Christus gibt uns unaussprechliche Freude, Frieden, der höher ist als alle Vernunft, und das Leben in voller Genüge (1. Petr 1,8; Phil 4,7; Joh 10,10). Jesus sagte zu den Durstigen: „Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ (Johannes 4,13.14) Jesus sagte zu den Hungrigen: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; …“ (Johannes 6,35). Jesus sagte zu denen, die in der Finsternis umhertappen: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12) Jesus sagte zu den Mühseligen und Beladenen: „Kommt her zu mir; alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ (Matthäus 11,28) Lasst uns zu Jesus kommen.

4. Der Versöhner (20-23)

Angesichts der Überlegenheit und Fülle Christi erklärt Paulus, was Gott durch Christus getan hat. Er hat die ganze Schöpfung mit sich selbst versöhnt. Vers 20 sagt: „…und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.“ Als Gott Himmel und Erde schuf, gab es eine vollkommene Ordnung und Harmonie in der Beziehung zwischen Gott und den Menschen, zwischen den Menschen untereinander und zwischen den Menschen und der restlichen Schöpfung. Es war das vollkommene Paradies, wo es keine Anzeichen von Zwietracht, Chaos und Unordnung gab. Die Menschen konnten dort unendliche Freude, Reichtum, Segen und Freiheit genießen. Als jedoch der Mensch dem Befehl Gottes ungehorsam war, zerbrachen Harmonie und Ordnung. Alle Friede, alle Freude und alles Glück verschwand. Seit die Sünde in das Herz des Menschen eingedrungen war, zerbrach sie alle Beziehungen zwischen Gott und den Men-schen, zwischen Menschen untereinander und zwischen Menschen und der Schöpfung. Wegen der Sünde wurden die Menschen zu Feinden Gottes und zu Kindern des Zorns. Wegen der Sünde können Menschen einander nicht verstehen und lieben. Stattdessen beneiden und hassen sie sich gegenseitig und kämpfen gegeneinander. Sie verletzen sich gegenseitig und rächen sich aneinander. Manchmal scheint die Welt so zerbrochen, dass sie nicht mehr wiederhergestellt werden könnte. Und in der Tat kann niemand sie wiederherstellen. Nur Gott kann dies tun und tat es. Um alle diese zerbrochenen Beziehungen und die zerbrochene Welt wiederherzustellen, bedurfte es einer Sache: des Blutes, das das Opfer des Lebens bedeutet. Gott sandte seinen einzigen Sohn Jesus Christus in diese Welt. Jesus gab sein Leben, indem er sein Blut am Kreuz vergoss. Dieses Blut war kein gewöhnliches Blut, sondern das Blut des sündenlosen Sohnes Gottes. Dieses Blut hat die Kraft, alle zerbrochenen Beziehungen und die zerbrochene Welt wiederherzustellen. Dies ist die Kraft des Blutes. Allein die Kraft des Blutes Jesu kann wahren Frieden zwischen Gott, den Menschen und der gesamten Schöpfung wiederherstellen. Diese Kraft wirkt heute in uns und in unserer Welt. Sie wird letztendlich alles versöhnen, im Himmel und auf Erden.

In den Versen 21 und 22 beschreibt Paulus die Versöhnung der Kolosser. Wir waren genauso wie die Kolosser fremd und feindlich gesinnt gegen Gott in bösen Werken. Aber nun sind wir durch den Tod Christi am Kreuz mit Gott versöhnt. Das Ziel der Versöhnung ist es, heilig vor seinen Augen zu sein. Dies ist für uns die wunderbare Gnade Gottes. Am letzten Tag des Gerichtes Gottes können wir vor Gott untadelig und makellos stehen. Wir waren Sünder, voller Schwachheiten, Fehler und voller Makel. Manchmal tun wir etwas Gutes. Unsere guten Taten können uns nur ein gutes Gefühl geben, aber können unsere Sünden nicht bedecken. Wie können wir vor dem Richterstuhl Christi bestehen? Es ist allein dann möglich, wenn wir auf das Blut Jesu vertrauen. Es ist möglich, wenn wir dann im Glauben gegründet und fest bleiben und nicht weichen von dem Weg des Evangeliums (23). Das Blut Jesu kann alle unsere Übertretungen wegnehmen und uns von allen unseren Sünden reinwaschen. Dies ist das Evangelium für uns. Dieses Evangelium ist gepredigt allen Geschöpfen unter dem Himmel. Paulus war der Diener dieses Evangeliums geworden. Auch wir sind wie Paulus Diener dieses Evangeliums geworden. Preis und Dank sei dem Herrn, Jesus!

In dieser Lektion haben wir gelernt, wer Jesus ist. Jesus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Jesus ist die Kraft der Schöpfung. Jesus ist der Erhalter aller Dinge. Jesus ist das Haupt der Gemeinde. Jesus ist der Versöhner. Jesus ist allen Dingen überlegen und er genügt allen unseren Bedürfnissen. Mit einem Wort zusammengefasst ist Jesus alles. Wir finden alles, was wir brauchen, in Jesus. Lasst uns zu Jesus kommen, ihm begegnen, seine geistliche Herrschaft in jedem Bereich unseres Lebens anerkennen und in ihm verwurzelt und gegründet leben.

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