Esras Entscheidung – Zurück zur Bibel (Esra 7,10)

ESRAS ENTSCHEIDUNG – ZURÜCK ZUR BIBEL

Esa 7, 1 – 10
Leitvers 7, 10

„Denn Esra richtete sein Herz darauf, das Gesetz des HERRN zu erforschen und danach zu tun und Gebote und Rechte in Israel zu lehren.“

Ich wünsche Euch ein frohes und gesegnetes neues Jahr. Heute feiern gemeinsam wir den Neujahrsgottesdienst, um das Missionswirken für das neue Jahr mit einer klaren Gebetsorientierung vorzubereiten. Gott gebe jedem von Euch eine klare Entscheidung des Lebens, wie Esra, zur Bibel zurückzukehren und für die geistliche Erweckung in Europa zusammenzuarbeiten. Gott möge unsere Vorbereitung auf das Neujahrswirken durch das Esrabibelstudium segnen, so dass wir geistlich gut zugerüstet werden und als geistliches Hauptquartier der Campusmission in Europa weiter einflussreich dienen können.

Zu Beginn des Jahres treffen die Menschen viele neue Entscheidungen, aber selten halten sie sich für mehr als zwei Monate daran. Eine Entscheidung zu treffen ist nicht leicht; um wieviel schwieriger ist es dann, sie zu halten. Im heutigen Text lernen wir einen hervorragenden Bibellehrer kennen, der eine großartige Lebensentscheidung in der Geschichte Israels traf und sie in die Tat umsetzte. Er ist der geistliche Reformator Esra. Esra war ein hervorragender Bibellehrer, der nach der Wiedererrichtung des Tempels die Israeliten zur Bibel zurückführte und sie von einem geistlichen Tiefpunkt des Durcheinanders errettete. Durch den heutigen Text wollen wir kennenlernen, wie eine geistliche Erweckung und Wiederherstellung in Europa beginnen kann, und darüber hinaus, wie wir in diesem Jahr dem Evangeliumswerk der Verdopplung einflussreich dienen können. Gott segne jeden von Euch, wie Esra eine heilige Entscheidung des Lebens zu treffen und als geistliche Reformatoren für diese Generation gebraucht zu werden, die die geistliche Erweckung in Europa herbeiführen können.

I. Esra, ein Schriftgelehrter, kundig im Gesetz des Mose

Kapitel 7 zeichnet in den Versen 1 bis 5 den priesterlichen Stammbaum Esras auf. Esra stammte in fünfter Generation von Zadok, einem exzellenten, gottgefälligen Priester Davids, und in sechzehnter Generation von Aaron ab. Esra war vor allem ein Priester der zweiten Generation, der nicht in Israel, sondern in Babylon geboren worden und dort aufgewachsen war. Die meisten Israeliten erster und anderthalbter Generation, die in Israel geboren und in ihrer Jugend nach Babylon verschleppt worden waren, hatten ein starkes Identitäts- und Geschichtsbewusstsein als Gottes auserwähltes Volk und Sehnsucht, in ihr Heimatland zurückzukehren. Die zweite Generation jedoch, die in Babylon zur Welt kam und aufwuchs, hatte keine kulturellen und sprachlichen Barrieren oder Hindernisse und lebte meistens mit der Tendenz, sich der babylonischen Kultur und Zivilisation anzugleichen. Da auch Esra sich gut an die babylonische Gesellschaft gewöhnt und dort eine Lebensgrundlage aufgebaut hatte, wäre es ihm ein Leichtes gewesen, seine Lebenswurzeln in Babel zu schlagen und dort nach einem zukunftssicheren, erfolgreichen Leben zu streben. Esra aber folgte nicht dem Trend seiner Zeitgenossen.

Wie in Kapitel 7, Vers 6 gesagt wird, war Esra ein Schriftgelehrter, der “kundig” im Gesetz Moses war. “Kundig” ist definiert als “sachverständig sein” bzw. “erfahren sein”. Das heißt, dass er ein exzellenter Schriftgelehrter war, der in der Lage war, in jeder Situation seinem Volk die Gesetze des Mose recht zu lehren. Es zeigt uns, dass seine Eltern ihn von der Kindheit an mit dem Bibelstudium förderten und ermutigten, mit der geistlichen Identität als Gottes Volk zu leben. Esra selbst kämpfte auch, an den Gesetzen Gottes festzuhalten und mit seiner geistlichen Identität als ein heiliges Volk Gottes zu leben, während seine Zeitgenossen verschiedene Kompromisse mit der heidnischen sündigen Kultur schlossen und nach weltlichem und materiellem Erfolg in Babel trachteten. So wurde er ein hervorragender Bibellehrer mit umfangreichem Wissen bezüglich des Gesetzes des Mose. Aber er floh nicht von der Realität, sondern setzte sich mit seinen umfangreichen Bibelkenntnissen für das Wohlergehen jener Gesellschaft ein und übte großen Einfluss aus, auch wenn er ein ausländischer Fremdling war. Nach Vers 6b war er ein hochrangiger Leiter, dem der König Vertrauen schenkte, wenn wir sehen, dass der König ihm alles gab, worum er bat. Er genoss als Schriftgelehrter hohes Ansehen beim König. Auf dieser Basis hätte er seine Träume in Babylon verwirklichen können, ein erfolgreiches und bequemes Leben zu führen und ein weltberühmter Professor im Bereich der babylonischen Kultur und Zivilisation zu werden.

Lesen wir zusammen die Verse 7 und 8: „Und mit ihm zogen herauf einige von den Israeliten und von den Priestern und Leviten, von den Sängern, Torhütern und Tempelsklaven nach Jerusalem im siebenten Jahr des Königs Artahsasta. Und er kam nach Jerusalem im fünften Monat, im siebenten Jahr des Königs.“ Esra entschied sich, nicht in Babylon zu bleiben, sondern mit der zweiten Welle der Rückkehrer nach Jerusalem zurückzukehren. Er traf eine Entscheidung des Lebens. Er wurde der Leiter der zweiten Rückführungsgruppe im Jahre 458 vor Christus, nach der ersten Gruppe der jüdischen Gefangenen, die, von Serubbabel geführt, 537 vor Christus aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrte. Gott segnete Esras Entscheidung und gebrauchte ihn als einflussreichen Reformator für sein Volk Israel, der sie zur Bibel zurückführte und ihre geistliche Identität als auserwähltes Volk wiederherstellte. Durch diese eine Person, Esra, wurde das Feuer der geistlichen Erweckung für das Volk Gottes angezündet, das von der Zeit nach der babylonischen Gefangenschaft an bis zum heutigen Tag in jeder Generation immer wieder entfacht wurde. Gott möge jeden von Euch, insbesondere unsere wetvollen Missionare zweiter Generation als exzellente Bibellehrer wie Esra für die geistliche Erweckung in Europa vewenden.

II. Esras Entscheidung: Zurück zur Bibel

Lesen wir Vers 10 gemeinsam: „Denn Esra richtete sein Herz darauf, das Gesetz des Herrn zu erforschen und danach zu tun und Gebote und Rechte in Israel zu lehren.“ Dieser Vers besagt, welche Lebensentscheidung Esra traf und mit welchem Ziel er von Babel nach Jerusalem zurückkehrte.

Erstens: Esra entschied sich, sein Herz auf die Erforschung des Gesetzes des Herrn auszurichten.

Wie wir durch Vers 6 gesehen haben, war Esra bereits ein hervorragender Bibellehrer, der im Gesetz Moses sehr kundig war. Es gab damals niemanden, der größeres Wissen um das Gesetz des Mose hatte, als Esra. Aber Esra wurde nicht selbstzufrieden oder stolz. Esra wollte das Wort Gottes noch intensiver und tiefer studieren. Er hatte große Lust am Gesetz des Herrn und sann über seinem Gesetz Tag und Nacht. (Psalm 1,2) Er wusste, dass sein Volk nichts dringender brauchte als einen exzellenten Bibellehrer, der das Wort Gottes recht austeilt. Als in Jerusalem der Tempel wieder aufgebaut worden war, und man Gott Brandopfer darbrachte, schien es nach außen hin, als ob Israel schon wiederhergestellt wäre und für Esra nichts mehr zu tun bliebe. Das war aber nicht der Fall. Obwohl sie den nach außen hin eindrucksvoll wirkenden Tempel hatten und Brandopfer darbrachten, war ihr geistliches Leben völlig verdorben. In den Kapiteln 9 und 10 gibt es viele Anzeichen für den geistlichen Niedergangs des auserwählten Volkes Gottes. Sie gingen Mischehen mit heidnischen Frauen ein, und heidnische Götzenanbetung und eine gottlose, sündige Götzenkultur drangen in das auserwählte Volk ein, so dass sie sich in einem Zustand völligen Durcheinanders befanden.

Was war das Problem des Volkes Gottes? Warum gerieten sie immer wieder in ihre alten Sünden, auch wenn sie durch die wunderbare Gnade Gottes den Tempel aufgebaut und die Brandopfer wieder aufgenommen hatten? Esras Schlussfolgerung war, dass ihnen das Wort Gottes in ihrem Leben fehlte. Obwohl sie einen Tempel, viele Priester und formale Opferzeremonien hatten, fehlten ihnen aber Bibellehrer, die sie zur Einsicht für die Hoffnung Gottes führten, ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk zu sein. Sie wurden selbstgefällig und schließlich ganz verdorben. Esra sah diese geistliche Realität und traf eine Entscheidung des Lebens für sein Volk, sich dem Studium der Bibel völlig zu widmen. Aus dem zerbrochenen Hirtenherzen entschied Esra sich, die Bibel mit neuem Geist zu studieren. Gott segnete sein Bibelstudium und seine Bibelforschung und bewirkte eine große geistliche Erweckung in Israel.
Wenn wir uns auch die Geschichte des Christentums ansehen, waren die Hauptpersonen, die eine geistliche Wiederbelebungsbewegung anführten, immer wieder diejenigen, die sich entschieden hatten, sich wie Esra dem Bibelstudium tiefgehend zu widmen. Durch die Bibelübersetzung und das Nachsinnen über den Römerbrief erkannte Martin Luther die geistlichen Probleme der Kirche im Mittelalter und forderte sie zur Reformation heraus. Am Ende des 17.Jahrhunderts führte der Rationalismus von Rene Descartes und der Empirismus von John Locke ganz Europa in einen großen geistlichen Aufruhr, so dass viele, die die Kirchen besuchten, ihren persönlichen Glauben verloren. Zu dieser Zeit gründete Philipp Jakob Spener (1635-1705) eine kleine Bibelstudiumsgruppe, die er Collegia Pietatis nannte, und initiierte damit den Pietismus. Einer derer, die ihm nachfolgten, August Hermann Franke (1663-1727), gründete eine andere kleine Bibelstudiumsgruppe mit Namen “Verein der Bibelliebhaber” (collegium philobiblicum) an den Universtitäten in Leipzig und Halle und studierte die Bibel von der Genesis bis zur Offenbarung. Einer derjenigen, die ihm wiederum nachfolgten, war Ludwig von Zinzendorf (1700-1760), der mit seinen fünf Freunden den “Senfkornorden” gründete. Später entstand durch ihn die “Herrnhuter Missionsgesellschaft”, die großen Einfluss in der Geschichte der Weltmission ausübte. John Wesley, der von den Herrnhuter Brüdern beeinflusst wurde, initiierte die Bewegung der Methodisten, die mit einer kleinen Bibelstudiumsgruppe names “Holy Club” startete. Während einer fatalen nationalen Krise seines Landes gründete Pastor Grundtvig aus Dänemark die Heimvolkshochschule, um sein Land aufzuwecken. 60% seines Curriculums bestand aus dem Bibelstudium. Da er den Geist seines Volkes aufgrund der Bibel reformierte, konnten die Dänen ihre Krise überwinden und eine starke und reiche Nation werden.

Die geistliche Wiederbelebung in Korea begann auch im Jahr 1907 mit einer intensiven Bibelstudiumsgemeinschaft “Club der Bibelliebhaber – Sakyunghoe.” Wann immer sich die “Sakyunghoe” trafen, studierten sie die Bibel eine Woche lang dreimal am Tag sehr intensiv. Durch solch intensives, tiefgehendes Bibelstudium konnte die koreanische Kirche innerhalb von einhundert Jahren – einer kurzen Zeit im Vergleich zur christlichen Geschichte insgesamt – großartigerweise wiederbelebt werden. Unsere UBF-Bewegung konnte auch so einflussreich werden, weil Mutter Sarah Barry und M. Dr. Samuel Lee sich entschieden, die Bibel mit den Studenten intensiv zu studieren. Der allererste Name der UBF war “Nationale Studentische Bibelerforschungsgemeinschaft”.
David ist der großartigste und idealste Leiter der Geschichte Israels. Wie konnte er solch ein einflussreicher Leiter werden? Weil er ein tapferer Kämpfer war, der viele Siege errungen hatte? Oder weil er weise und ein begabter Dichter und Musiker war, der viele Menschen beeindruckte? Nein, der Grund war seine brennende Liebe zum Wort Gottes. Er hatte Freude und große Lust daran, über Gottes Wort nachzusinnen. David bezeugt in Psalm 19,8-11: „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist gewiss und macht die Unverständigen weise. Die Befehle des Herrn sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des Herrn sind lauter und erleuchten die Augen. Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des Herrn sind Wahrheit, allesamt gerecht. Sie sind köstlicher als Gold und viel feines Gold, sie sind süßer als Honig und Honigseim.“ Er bezeugt auch in Psalm 12,7: „Die Worte des Herrn sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.“ David liebte Gottes Wort mehr als Gold oder Silber und es war ihm süßer als Honig oder Honigseim. Gottes Weisheit war immer mit ihm, weil er immer über Gottes Wort nachsann und sich daran erfreute.

Genauso waren auch all jene, die eine geistliche Wiederbelebung anführten, solche, die Gottes Wort liebten und sich entschieden, es tiefgehend zu studieren. Gott hat uns dazu berufen, Bibellehrer und Diener seines Wortes in dieser Generation zu sein. Gott gab uns speziell die wertvolle Mission, den intellektuellen Studenten dieser Zeit die Bibel zu lehren. Um die von der Sünde verletzten Hoffnungsträger am Campus zu retten und mit ihnen zusammen die geistliche Erweckung in Europa zu bewirken, müssen wir unser Schwert des Wortes Gottes schärfen und eifrig die Schleuder des Wortes Gottes schwingen. Gott möge jeden von uns segnen, dass wir im neuen Jahr unser Herz darauf richten, Gottes Wort zu erforschen und zu den Dienern des Wortes Gottes wachsen, die wie ein zweischneidiges Schwert Seele, Mark und Bein durchdringen können. Wenn wir uns von ganzem Herzen dem Bibelstudium widmen, wird Gott sicher unser Gebet für das Evangeliumswerk der Verdoppelung segnen und eine große geistliche Erweckung in Europa bewirken.

Zweitens: Esra entschied sich, dem Gesetz des Herrn zu gehorchen.

Esra studierte die Bibel nicht nur in der Theorie, indem er seine Bibelkenntnis ausbaute. Nein! Er entschied sich, Gottes Wort zu gehorchen und Gottes Gesetze in die Tat umzusetzen. Normalerweise neigen die, die in einer Führungsposition stehen, dazu, andere zu belehren, aber nicht mehr sich selbst. Sie zeigen auch auf andere und tadeln die Sünde anderer, tun aber selber keinerlei Buße für ihre eigene Sünde. Das Leben solcher Leute hat keine geistliche Vollmacht. Esra jedoch hatte Ehrfurcht vor Gottes Wort und entschied sich, Gottes Wort zu tun. Gott spricht in 5. Mose 28,2: „Und weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorsam gewesen bist, werden über dich kommen und dir zuteilwerden alle diese Segnungen.“ Lasst uns im neuen Jahr 2010 dafür kämpfen, uns selbst dem Wort Gottes unterzuordnen und große geistliche Vollmacht zu haben. Wir können viele geistliche Freunde gewinnen, nicht aus der Theorie, sondern aus dem praktischen Leben des Glaubens. Wie Jesus in Matthäus 7,24 sagt: „Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ Jakobus schreibt in Jakobus 2,17: „So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.“ Lasst uns in diesem Jahr kämpfen, mindestens einem Wort Gottes zu gehorchen, auf dass Gottes Wort Macht in unserem Leben erlangt. Gott möge uns helfen, durch den Gehorsam zu einem Wort Gottes geistliche Vollmacht anzuziehen und als fruchtbare Bibellehrer und Reformatoren gebraucht zu werden, die die Welt verändern.

Drittens: Esra entschied sich, Gebote und Rechte in Israel zu lehren.

Esra konzentrierte sich auf das Bibelstudium und den Gehorsam gegenüber Gottes Wort. Aber er ließ es nicht bei seinem persönlichen Kampf bleiben, sondern entschied sich, den Israeliten das Wort Gottes zu lehren. Esra erkannte, dass dies der einzige Weg war, um sein Volk von der sündigen und abtrünnigen Götzenkultur zu retten. Esras Bibelstudium wird in Nehemia 8 klar beschrieben. Gemäß Nehemia 8,3 lehrte Esra das Wort Gottes vom Anbruch des Tages an bis zur Mittagsstunde. Während des Passafestes lehrte er das Volk eine Woche lang vom frühen Morgen bis zum Mittag. Er las zuerst die Bibel vor und legte sie dann aus, damit alles Volk sie verstehen konnte. Was war die Folge des Bibelstudiums? Es war eine große geistliche Erweckung in seinem Volk. Nach Nehemia 8,9 fingen alle Leute an zu weinen. Warum weinte das Volk? Sie weinten, weil sie vom Wort Gottes angesprochen und berührt worden waren. Sie weinten auch wegen ihrer wiederholten Sünde. Sie weinten aus ihrem bußfertigen Herzen, als sie durch das Bibelstudium die neue Hoffnung Gottes für sich erkannt hatten. Als Esra sich entschied, Gottes Wort zu lehren, und er das Volk eine Woche lang intensiv für ca. 8 Stunden lehrte, erweichte Gottes Wort ihre verhärteten Herzen und führte sie zur geistlichen Einsicht über ihre Sünde und die Treue Gottes.

Das ist die Macht des Wortes Gottes. Wenn wir Studenten zum Bibelstudium einladen, lehnen uns viele von ihnen zuerst ab. Sie sagen oft: „Das Bibelstudium allein bringt nicht viel.“ Aber als wir ihnen beharrlich durch das Wort Gottes dienten, wirkte Gott durch sein Wort im Leben der Hoffnungsträger und unserer Kinder. Diese Veränderungsmacht durch das Wort Gottes haben wir jedes Jahr erfahren, insbesondere bei der letzten internationalen Sommerbibelkonferenz 2009 in Eringerfeld. Viele Hoffnungsträger bereiten ihren Bibellehrern zuerst Herzensschmerzen, weil sie an ihren sündigen Angewohnheiten gebunden leben. Weil aber Gottes Wort Tag für Tag in ihren Herzen wirkt, wachsen sie Tag für Tag zu großen geistlichen Leitern wie H. Peter, H. Joachim, H. Jochen und H. Warmherz. Allein in dem Wort Gottes gibt es wahre Hoffnung und geistliche Erweckung für die Menschen in Europa.

Darum setzte auch unser Herr Jesus seine ganze Kraft dafür ein, Gottes Wort zu lehren, wo immer er konnte. In Apostelgeschichte 19 sehen wir, wie schwer es für Paulus war, dem Werk Gottes in Ephesus zu dienen. Es war vor allem deshalb so schwierig für ihn, weil es einige gab, die verstockt waren und Paulus‘ Lehre ablehnten und Gottes Werk öffentlich verleumdeten. Aber Paulus gab nicht auf, sondern wählte einige hoffnungsvolle Jünger aus und studierte jeden Tag Gottes Wort in der Bibel in der Tyrannusschule. In aller Demut und mit Tränen lehrte er sie drei Jahre lang täglich die Bibel. Gottes Wirken durch das Bibelstudium war großartig: böse Geister wurden ausgetrieben und Kranke geheilt. Leute, die Zauberei praktiziert hatten, taten Buße und verbrannten ihre Zauberbücher, allesamt 50.000 Drachmen wert. Apostelgeschichte 19,20 fasst Gottes Wirken so zusammen: „So breitete sich das Wort aus durch die Kraft des Herrn und wurde mächtig.“ Das Wort Gottes ist die einzige Antwort für die geistliche Erweckung und Wiederherstellung dieser verdorbenen und abtrünnigen Generation. Es ist die einzige Waffe, mit der wir die postmoderne, sündige Generation in Europa herausfordern und sie von der Macht der Sünde retten können. 2. Timotheus 3,15-17 lautet: „und dass du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zu Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“

Nichts in dieser Welt kann einen sündenkranken Menschen wieder vollkommen gesund und selig machen. Selbst menschliche Bewegungen, wie das “Moral Re-Armament Movement” oder die “New Age-Bewegung” haben ihre Grenzen. Aber Gottes Wort ist der Odem Gottes, der die Macht hat, Menschen zu verändern und zu erneuern, weil sie durch seinen Odem geschaffen sind. Allein Gottes Wort kann eine Person, eine Gesellschaft, ein Land, einen Kontinent und eine ganze Generation zu neuen Kreaturen verändern.

Ich habe einmal einen Zeitungsartikel gelesen, wo es um Verbrecher ging, die auf die Vollstreckung ihrer Todesstrafe warteten. Es gab 63 zum Tode verurteilte Verbrecher, die ungläubig waren, bevor sie ihr Verbrechen begingen. Aber 80% dieser Verbrecher haben das Evangelium persönlich angenommen und bekannten: „Ich hätte diese schlimme Tat nicht getan, wenn ich das Wort Gottes in der Bibel gehört hätte.“ Was hat das Wertesystem ihres Lebens verändert? Nicht nur für solche Schwerverbrecher, sondern auch für die jungen Studenten am Campus in Europa ist Gottes Wort der einzige Weg für ihre geistliche Erweckung und Wiederherstellung. Paulus schreibt in Römer 1,16: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.“ Lasst uns in diesem Jahr wie Paulus aus der klaren Überzeugung Gottes Wort des Evangeliums in jeder Situation mutig predigen und lehren. Wir werden sicher das Evangeliumswerk sehen, dass doppelt wächst und die geistliche Erweckung in Europa bewirken wird.

In den Kapiteln 7 und 8 sehen wir, dass Gott die ganze Umgebung für Esra vorbereitete, als dieser eine rechte Entscheidung des Lebens „Zurück zur Bibel“ traf. Gott bewegte das Herz des Supermacht-Königs Artahsasta, so dass dieser allen Leuten die Rückkehr erlaubte. Das lehrt uns, dass unser Gott, sobald wir eine rechte geistliche Entscheidung treffen, um ihm zu gefallen, uns auf jede Weise hilft, sogar durch die Könige der Welt.

Gott segnete die geistliche Entscheidung eines Mannes, Esra, und machte sie zum Katalysator der geistlichen Wiedererweckung seines auserwählten Volkes. Gott helfe jedem von Euch, eine solche Entscheidung des Lebens wie die von Esra zu treffen, und bewirke durch uns eine geistliche Erweckung in Europa. Lesen wir Vers 10: „Denn Esra richtete sein Herz darauf, das Gesetz des Herrn zu erforschen und danach zu tun und Gebote und Rechte in Israel zu lehren.“

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