Daniels Gebet und Zukunft Israels

DANIELS GEBET UND DIE ZUKUNFT ISRAELS

Daniel 9,1 – 27
Leitverse 9,18.19

„Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tu deine Augen auf und sieh an unsere Trümmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre! Ach Herr, sei gnädig! Ach Herr, merk auf! Tu es und säume nicht – um deinetwillen, mein Gott! Denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt.“

In der vergangenen Woche haben wir durch Apostelgeschichte 17 den Kampfgeist von Apostel Paulus für das Evangelium kennengelernt, der das ganze Evangelium vom Anfang bis zum Ende in jeder Umgebung bezeugte. Wir haben auch die Haltung der Menschen in Beröa gelernt, die Gottes Wort bereitwillig aufnahmen und täglich in der Schrift geforscht haben. Wir wollen mit solchem Herzen das Wort Gottes auf der täglichen Basis erforschen durch unser Bibelstudium, durch die Stellungnahme und durch das Tägliche Brot. Lasst uns den Studenten durch das Zweierbibelstudium dienen und so die geistliche Erweckung in Europa vorbereiten.

Das Buch Daniel lässt sich in zwei große Teile einteilen. In den Kapiteln 1 bis 6 geht es um das Leben von Daniel im absoluten Vertrauen auf Gott inmitten der heidnischen, ungläubigen Umgebung. Die Kapitel 7 bis 12 enthalten Visionen, die Daniel über die Zukunft Israels gegeben wurden. Kapitel 9 berichtet über Daniels Bibelstudium und sein Bußgebet, woraufhin Gabriel zu ihm gesandt wurde und ihm das Geheimnis der 70 Wochen offenbarte. Wir wollen hier vor allem Daniels Bibelstudium und sein Bußgebet kennenlernen, wodurch er mitten im Strom der Geschichte Gottes stand.

1. Daniels Bibelstudium (1-2)

Sehen wir uns die Verse 1 und 2 an: „Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, aus dem Stamm der Meder, der über das Reich der Chaldäer König wurde, in diesem ersten Jahr seiner Herrschaft achtete ich, Daniel, in den Büchern auf die Zahl der Jahre, von denen der Herr geredet hatte zum Propheten Jeremia, dass nämlich Jerusalem siebzig Jahre wüst liegen sollte.“ Diese Verse nennen uns als Zeitangabe das erste Jahr des Königs Darius des Meders. Das neubabylonische Reich war untergegangen und nun übernahmen die Perser und Meder die Macht im Vorderen Orient. Wahrscheinlich handelte es sich um das Jahr 538 v. Chr. Daniel war zu diesem Zeitpunkt schon sehr alt. Weltgeschichtlich war es eine Zeit großer Umwälzungen. Aber Daniel beschäftigte sich nicht mit Politik, sondern vor allem mit dem Bibelstudium. Durch das Bibelstudium erlangte er größere Kenntnisse, als alle Weisen und alle Politiker zusammen haben konnten.

Geschichtlich war die Übergangszeit, wenn ein neuer König gekrönt wurde, immer eine Zeit großer Veränderungen, in der die Menschen voller Hoffnungen aber auch voller Ängste in die Zukunft blickten. Nichts war mehr so wie früher und die Karten der Weltpolitik wurden neu gemischt. Da es gleichzeitig auch noch ein Wechsel der Hegemonialmacht im Nahen Osten war, blickten alle erwartungsvoll auf Darius, wie er sich verhalten würde.

Doch Daniel war nicht mit der Politik beschäftigt und mit den täglich neuen Meldungen, sondern er schaute auf Gott und forschte fleißig in dem Wort Gottes. Obwohl er als hoher Beamter lebte, war er vor allem ein Bibellehrer, der das Wort Gottes von ganzem Herzen studierte und dadurch die Hoffnung Gottes für sein Volk fand.

Auch wir leben in einer Zeit großer politischer Unsicherheit. Aber anstatt auf die Protagonisten dieser Entwicklung zu starren, sollen wir vor allem das Wort Gottes studieren, welches uns die absolute und zeitunabhängige Wahrheit Gottes lehrt. Unser Herr Jesus setzte seine Priorität immer auf das Bibelstudium. Er studierte Gottes Wort sehr fleißig, sodass er bereits im Alter von 12 Jahren so verständig war, dass er mit den Schriftgelehrten im Tempel drei Tage lang über das Wort Gottes sprechen konnte. Am Anfang seines messianischen Werkes wurde er vom Satan sehr hart versucht, nachdem er 40 Tage gefastet hatte. Aber Jesus besiegte die Versuchungen des Satans mit Gottes Wort, indem er sagte: „Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, dass aus dem Mund Gottes geht.“

Als UBF in den 60er Jahren gegründet wurde, befand sich Korea in einer Zeit der Unsicherheit. Viele Studenten demonstrierten gegen die Regierung. Aber als unsere Mitarbeiter statt dessen Gottes Wort fleißig studierten und beteten, gebrauchte Gott dies für die Veränderung Koreas von einem Land der 3. Welt zu einem Königreich von Priestern für die Weltmission.

Gott regiert den Lauf der Weltgeschichte und nicht die sündigen Menschen. Die Bibel lehrt uns klar, dass in der Endzeit viele Bedrängnisse kommen, aber dass es unsere Aufgabe ist, das Evangelium zuvor unter allen Völkern zu verkündigen. Möge Gott uns helfen im Wort Gottes zu bleiben und dem Zweierbibelstudium für die geistliche Wiedererweckung in Europa zu dienen.

Gemäß Vers 2 achtete Daniel beim Studium des Propheten Jeremia besonders auf die Zahl der Jahre, die vorausgesagt waren über die Verwüstung Jerusalems. In Jeremia 29,10 ist von 70 Jahren die Rede, bevor Gott sein Volk wieder zurückführen würde. Wahrscheinlich war dies etwa die Zeit, die Daniel – der mit der erst-en Welle als Gefangener nach Babylon gekommen war – bereits in der Gefangenschaft verbracht hatte.

Daniel musste den Text aus Jeremia 29 tiefgehend studiert haben, einen Brief, den der Prophet Jeremia bereits ganz am Anfang der babylonischen Gefangenschaft schrieb, als viele noch dachten, dass sie nach ein oder zwei Jahren nach Hause zurückkehren würden. Aber er sagte ihnen, dass sie 70 Jahre in Babylon bleiben mussten. Lesen wir Jeremia 29,10-14: „Denn so spricht der Herr: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe. Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und mich bitten und ich will euch erhören. Ihr werdet mich suchen und finden; denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und will eure Gefangenschaft wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, wohin ich euch verstoßen habe, spricht der Herr, und will euch wieder an diesen Ort bringen, von wo ich euch habe wegführen lassen.“

Das Wort „70 Jahre“ hallte in seinem Herzen wieder und wieder und gab ihm die Hoffnung, dass Gott seinem Volk bald die Gnade der Erlösung geben würde, dass sie wieder in die alte Heimat zurückzukehren konnten. Sie gaben ihm die Hoffnung, dass Jerusalem wieder aufgebaut und der Tempel errichtet werden würde.

2. Daniels Gebet (3-19)

Wie musste sich der alte Mann Daniel gefreut haben, als er von den 70 Jahren las und nachrechnete, dass er bereits seit 70 Jahren in Babel gewesen war. Nun war der Tag der Befreiung nahe. Wie reagierte Daniel auf diese Erkenntnis? Vers 3 sagt: „Und ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in Sack und Asche.“ Daniel ging ins Gebet. Daniel veranstaltete nicht ein Freudenfest. Er schrieb auch keinen Leitartikel für die Jüdische Allgemeine Zeitung, um alle davon zu unterrichten. Daniel wandte sich im Bußgebet zu Gott, indem er seine Sünden und die Sünden seines Volkes bekannte. Daniel nahm auf, dass die Israeliten Buße tun und Gott von ganzem Herzen suchen sollten, damit sie Gottes Errettung und die Erfüllung der Verheißung Gottes erfahren konnten und er fing selber damit an. Die Erfüllung der Verheißung Gottes war für Daniel keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Sache für die er mit Gott im Gebet ringen sollte.

Sehen wir uns Daniels Gebet genauer an. In den Versen 4 bis 14 bekannte er die Sünden seines Volkes und erinnerte an Gottes Gerechtigkeit. In den Versen 15 bis 19 kam er mit der Fürbitte für die Wiederherstellung Jerusalems zu Gott.

Erstens: Daniel sah auf den großen und heiligen Gott. Sehen wir uns Vers 4b an: „Ach, Herr, du großer und heiliger Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten!“ Daniel sprach Gott als den großen und heiligen Gott an. Daniel sah zuerst auf Gott. Er erinnerte sich an Gottes Gnade und an seinen Bund und an seine Treue. Er erinnerte sich daran, dass Gott immer mit denen ist, die Gott lieben und die seine Gebote halten. Was konnte Daniel vor diesem großen und heiligen Gott sagen?

Zweitens: Daniel bekannte die Sünden seines Volkes. Vers 5 sagt: „Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen.“ Daniel bekannte seine Sünde und die Sünde seines Volkes. Er bekannte die Ungerechtigkeit, Gottlosigkeit, Abtrünnigkeit und den Ungehorsam. Sie hatten auch nicht auf die Propheten gehört, die sie immer wieder ermahnt hatten. Wegen ihrer Sünden und Rebellion hatten sie Gottes Strafe verdient und sie besaßen kein Recht, vor Gott zu treten oder irgendetwas von ihm zu erwarten. Dies sollte die grundlegende Haltung der Sünder im Gebet sein.

Heutzutage sehen wir viele Menschen, die sich bei Gott beklagen oder ihn anklagen. Warum lässt Gott das zu? Warum hat Gott mich nicht gesegnet? Aber der erste Schritt zur richtigen Beziehung mit Gott ist es, dass wir uns selbst als Sünder anerkennen und vor ihm Buße tun. Wir müssen erkennen, dass Gott selbst absolut gerecht ist, dass wir aber ungerecht und darum von Gott getrennt sind.

Daniel nahm die Sünde seines Volkes als seine eigene Sünde an und kam damit zu Gott. Daniel benutzte immer wieder die erste Person Plural: „wir“. Obwohl Daniel zu jung war als er in Israel aufwuchs und hauptsächlich unter den Folgen der Sünde gelitten hatte, bekannte er die Sünde als „unsere Sünde“. Er nahm das Unrecht seines Volkes als eigenes Unrecht an, die Gottlosigkeit seines Volkes als seine eigene Gottlosigkeit und den Ungehorsam seines Volkes als seinen eigenen Ungehorsam. Dann kam er mit diesen Sünden von ganzem Herzen zu Gott und bekannte sie und bat um die Vergebungsgnade Gottes. Daniel hatte das Bild Jesu, der unsere Sünden und Verfehlungen an seinem eigenen Leib getragen hat. Daniel nahm die Sünden seines Volkes auf sich und bekannte sie als „unsere Sünde“. Er war ein wahrer Hirte für sein Volk.

Mose war ein Mann, der die Sünde seines Volkes auf sich nahm und vor Gott betete. Er wollte sogar seine eigene Seligkeit opfern, damit Gott ihnen vergeben würde. Als er so beharrlich im Gebet mit Gott rang, willigte Gott ein, wieder mit seinem Volk sein zu wollen. Auch Paulus betete mit diesem gleichen Herzen für sein eigenes Volk, die Israeliten, die Jesus nicht erkennen wollten und Gottes Mission ablehnten.

Manchmal fällt es uns schwer, die Sünde unserer Kinder oder Hoffnungsträger aufzunehmen. Wir verurteilen sie in unserem Herzen. Aber von Daniel lernen wir, dass wir ihre Sünde, Rebellion und Eigenwilligkeit als unsere eigene Sünde aufnehmen und damit zu Gott kommen sollen. Dann kann Gott uns und sie heilen. Aber ohne Buße gibt es keine Erneuerung.

Ohne Bekenntnis gibt es keine Vergebung, wie 1.Johannes 1,8.9 sagen: „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ Mit der gleichen Haltung dürfen wir mit der Gottlosigkeit, der Gnadenvergessenheit, der Säkularisierung und Überheblichkeit der Europäer zu Gott kommen, indem wir diese Sünden als unsere eigenen Sünden anerkennen.

Drittens: Daniel bekannte dass Gott gerecht ist. Vers 7a sagt: „Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen …“ Sünde ist Ungehorsam gegen den heiligen Gott. Gott gab den Israeliten in der Wüste die Zehn Gebote, damit sie wussten, wie sie vor dem heiligen Gott leben sollten. Das erste Gebot sagt: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Das vierte Gebot sagt: „Du sollst den Sabbattag heiligen“. Aber die Israeliten gehorchten nicht und ignorierten Gottes Gebot. Als sie Gott nicht die erste Stelle gaben und den Sabbat nicht heiligten, konnten sie auch die anderen acht Gebote nicht halten.

Daniel bekannte, dass die Strafe Gottes, die sie erfahren hatten, die gerechte Strafe Gottes für ihre Sünde war. Er beschwerte sich nicht über ihre Lage oder Situation, sondern erkannte, dass es eine Folge ihrer Sünde war. Gott hatte bereits durch Mose angekündigt, dass er das Volk bestrafen würde, wenn sie den Bund nicht hielten und Gottes Geboten ungehorsam waren. Dann sollten sie unter die Völker zerstreut werden. Er erkannte, dass Gott nichts anderes getan hatte, als sein Wort, seine Warnung zu erfüllen.

Viertens: Daniel erinnerte sich an Gottes Errettungsgnade. Gleichzeit glaubte Daniel, dass Gott voller Erbarmen ist und es bei ihm viel Vergebung gibt. Er kam mit der herzlichen Fürbitte für sein Volk zu Gott. Dabei betete er mit Gottes Anliegen, dass die Stadt Jerusalem und der heilige Berg Gottes wiederhergestellt werden. Er betete, dass Gott selbst sich ihnen wieder zuwendet und dass er sein zerstörtes Heiligtum wieder aufbaut. Bei der Wiederherstellung geht es nicht primär um die Menschen oder das Volk, sondern es geht um Gottes Ehre, die wiederhergestellt werden muss. Die Grundlage seines Gebets war nicht die Gerechtigkeit der Israeliten, die gab es nämlich nicht, sondern alleine die große Barmherzigkeit Gottes für sein versündigtes Volk. Lesen wir die Verse 18 und 19: „Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tu deine Augen auf und sieh an unsere Trümmer und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist. Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre! Ach Herr, sei gnädig! Ach Herr, merk auf! Tu es und säume nicht – um deinetwillen, mein Gott! Denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt.“

Wir befinden uns zwar nicht in einer babylonischen Gefangenschaft und äußerlich scheint es uns noch gut zu gehen. Aber unsere Sünden wiegen mindestens genauso schwer vor Gott, sodass wir Gottes Strafe und Gericht verdienen. Billy Graham sagte einmal, dass wenn Gott die Unmoral in der westlichen Welt nicht straft, er sich bei Sodom und Gomorra entschuldigen müsste. Obwohl wir die wunderbare Gnade eines großartigen christlichen Erbes erfahren haben, stehen die meisten jungen Menschen dem Glauben gleichgültig gegenüber und wollen vielmehr ihre menschliche Freiheit genießen. Wir haben das eigene Ego und unser Gefühl zu unserem Gott gemacht. Um unseren Götzen Ego anzubeten haben wir uns an Ehebruch, Abtreibung und Homosexualität längst gewöhnt. Sogar in den Kirchen werden die gottlosen falschen Lehren – wie zuletzt die Genderideologie und der Zeitgeist – oft kritiklos übernommen. Wir müssen uns fragen, wer wie Daniel im Gebet für unser Volk eintritt. Wer kämpft im Gebet für die geistliche Wiedererweckung? Gott hat uns das Frühgebet gegeben, wo wir jeden Morgen den Gebetsaltar aufbauen und für die geistliche Wiedererweckung zu Gott kommen. Lasst uns den Gebetsgeist von Daniel anziehen, für unser Volk zu Gott kommen und die geistliche Wiedererweckung erfahren.

3. Daniels Vision von der Zukunft Israels (20-27)

Sehen wir uns Verse 20 und 21 an. Als Daniel so von ganzem Herzen sich demütigte und betete, kam der Engel Gabriel zu ihm, um ihm Gottes Botschaft mitzuteilen. Gott wollte ihm helfen, nicht nur an die aktuelle Zeit zu denken, sondern in die Zukunft zu schauen und Gottes Heilsplan für sein Volk zu kennen und zu verstehen. Gottes Plan endete nicht mit der Rückkehr der Israeliten aus der Gefangenschaft, sondern Gott wollte durch sie den Gesalbten in die Welt senden, nämlich den Christus. Gott liebt diejenigen, die mit Buße zu ihm beten und er gibt ihnen das rechte Verständnis, auch für die Weltgeschichte.

Lesen wir Vers 24: „Siebzig Wochen sind verhängt über dein Volk und über deine heilige Stadt; dann wird dem Frevel ein Ende gemacht und die Sünde abgetan und die Schuld gesühnt, und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht und Gesicht und Weissagung erfüllt und das Allerheiligste gesalbt werden.“ Wir finden hier Vorhersagen über die Wiederherstellung des Tempels, aber auch über das Leiden des Christus. Viele dieser Themen hat Jesus auch im Neuen Testament wieder aufgegriffen, als er über die Endzeit redete. In diesen Versen sind die Zahlen 70 und 7 besonders präsent. Das Wort für „Woche“ leitet sich vom Wort für „sieben“ ab, so dass allgemein angenommen wird, dass hiermit nicht 7 Tage, sondern 7 Jahre gemeint sind. 70 mal 7 sind also 490 Jahre. Sie zeigen uns die lang leidende Geduld Gottes. Theologen haben versucht diese Verse auf verschiedene Weise zu interpretieren, aber es scheint nicht unbedingt eine chronologische Abfolge zu sein, die wir 1:1 mit der uns bekannten Weltgeschichte in Relation setzen können. Gottes Ziel war es nicht, einen detaillierten Ablauf der Weltgeschichte zu präsentieren, sondern den Blick auf das Wirken des Messias – dass ein Gesalbter kommt und dass er wieder ausgerottet wird und nicht mehr ist – zu richten. Gott gibt uns diese und andere Offenbarungen nicht, um unsere Neugier zu befriedigen, sondern damit wir uns vorbereiten, was zur Zeit Gottes geschieht und mit der richtigen Haltung leben.

Heute haben wir das Gebet Daniels mit Buße und für die Wiederherstellung seines Volkes und des Hauses Gottes gelernt. Wir haben in Europa auch viel Buße zu tun: Wir haben Gott nicht in den Mittelpunkt gestellt, sondern den Menschen zum Maß aller Dinge gemacht. Wir haben nur getan, was wir wollten und Gottes Willen einfach ignoriert. Ich schaue humanistisch auf die Menschen und fürchte die Menschen mehr als Gott. Ich bin gleichgültig und kümmere mich nicht um die, die im Zug des Todes sitzen und unwissend in die Verdammnis rasen. Gott ist so gnädig und gerecht mit uns gewesen. Er hat sogar die Schuld aus zwei Weltkriegen von unserem Volk abgewischt. Er hat nach 45 Jahren die friedliche Wiedervereinigung erlaubt. Er sandte seine kostbaren Knechte aus Korea zu uns, um den biblischen Glauben in unseren Herzen aufzurichten. Wir beten für die geistliche Wiederherstellung in Europa, dass die Menschen zum Wort Gottes zurückkehren, dass sie wieder Gott gehorchen und an das großartige geistliche Erbe anknüpfen können. Wir beten, dass Europa geistlich erweckt und als eine Hirtennation für die Weltmission aufgestellt wird.

Wir haben heute gelernt, was wir in einer unruhigen Zeit tun sollen. Daniel hat sich hauptsächlich mit dem Bibelstudium und dem Gebet beschäftigt. Dadurch wurde er Weise und bekam Einsicht von Gott, sogar weit über seinen menschlichen Horizont hinaus. Lasst uns für unser Volk im Gebet eintreten, dass wir Buße tun, dass Europa geistlich wiedererweckt und als Hirtennation in Gottes Heilsgeschichte gebraucht wird.

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