Das neue Leben in Christus

Epheser 2,1-22
Leitvers 2,10

„Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“

Dank sei Gott, dass wir in dieser Zeit den Epheserbrief studieren und so die Maibibelkonferenz, auf die wir uns alle sehr freuen, vorbereiten dürfen. Der heutige Text untergliedert sich in zwei Teile: Erstens geht es darum, dass wir jeder einzeln durch unsere Übertretungen und Sünden tot waren und allein durch Gottes Liebe und Barmherzigkeit mit Christus lebendig gemacht worden sind. Wir sind Gottes gutes Werk und von Gott dazu bestimmt, gute Werke zu wirken. Zweitens geht es um das Leben der Gläubigen untereinander. Jesus Christus hat unter uns Frieden geschaffen. Wir sind ein Leib und haben in einem Geist den Zugang zum Vater. Wir dürfen sogar Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen sein. Gott baut durch uns seinen heiligen Tempel und betreibt die Weltmission. Lasst uns an die Gnade erinnern, die geistliche Einheit bilden, sodass Gott sein gutes Werk der geistlichen Wiedererweckung durch uns tun kann.

1. Mit auferweckt in Christus (1-10)

Lesen wir Vers 1 gemeinsam: „Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, …“ Das Wort „tot“ trifft uns wie ein Hammerschlag. Was meint Paulus damit? Der Vers sagt, dass wir tot durch „Übertretungen“ und „Sünden“ waren: Das Wort „Übertretung“ bedeutet im biblischen Kontext, dass wir Gott absichtlich ungehorsam waren. Gott hatte Adam und Eva im Paradies das Gebot gegeben, nicht von dem Baum der Erkenntnis zu essen. Schließlich wuchs jedoch ihr Hochmut so weit, dass sie, angestiftet von Satan, dieses Gebot übertraten, um so zu sein wie Gott. Was daraus folgte, war das, was die Bibel als „Sünde“ bezeichnet. Sünde ist keineswegs lapidar, wie einige dieses Wort gebrauchen. „Sünde“ bedeutet Trennung von Gott. Wenn wir die Menschen von heute betrachten, dann leben sie wie Adam damals. Sie wollen selbst über ihr Leben Herrscher sein und leben ungehorsam in Übertretungen und Sünden.

Auch wir waren früher so. Lasst uns die Verse 2 und 3 anschauen: „…in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unseres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.“ Die „Art dieser Welt“ bedeutet, dass die Menschen in dieser Welt verzweifelt nach ihrem Glück jagen. Aber keiner kann seinen Durst an den Wassern dieser Welt stillen. Deshalb ist nach der Art dieser Welt jeder sich selbst der Nächste und rücksichtslos anderen gegenüber. Mit dem „Mächtigen in der Luft“ ist niemand anderes als der Satan gemeint. Dieser stürzt die Menschen in ihr Unglück. Die Luft steht dabei für Vergänglichkeit. Weltliche Menschen rühmen sich ihrer Freiheit und, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Tatsächlich jedoch zerstören sie sich selbst. Das große Römische Reich von damals zerfiel wegen dem dekadenten und unmoralischem Leben der Römer von innen her. Aber auch heute gibt es viele verzweifelte durstige Menschen, die bereit sind, Beziehungen beliebig zu ihren Mitmenschen zu zerschneiden, weil sie hoffen, ihren Durst woanders zu stillen. Man kann beispielsweise nicht verstehen, warum sich viele Eltern scheiden lassen und Kinder unter Tränen zurücklassen. Aber das ist bittere Realität. Was sind die geistlichen Früchte eines solchen Lebens? Wir waren geistlich gesehen Kinder des Ungehorsams. Wir lebten nach den Begierden des Fleisches. Wir wurden von dem Willen des Fleisches und den Sinnen gesteuert, statt sie beherrschen zu können. Wir ritten uns immer weiter in die Sünde hinein. Schließlich waren wir nur noch als Kinder des Zorns für den Zorn Gottes aufgespart. Paulus beschreibt am Anfang treffend, dass wir tot waren. Wir waren nicht nur ein bisschen krank. Wir waren hoffnungslos verloren.

Was jedoch tat Gott? Lesen wir die Verse 4 und 5 gemeinsam: „Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden; …“ Gott zeigte seine reiche Barmherzigkeit und große Liebe, mit der er uns geliebt hat. Gott hat uns geliebt und mit seinem Sohn Jesus Christus lebendig gemacht. Vers 6 geht noch darüber hinaus: „…und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, …“ Wir sind auferweckt und sogar mit im Himmel eingesetzt.

Uns fällt auf, dass Paulus hier immer „mit Christus“ schreibt. Wir sind mit Christus lebendig gemacht. Wir sind mit Christus auferweckt. Wir sind auch mit Christus eingesetzt im Himmel. All dies geschah in der Verbundenheit mit Christus. Die Triebkraft, die uns aus unserem alten Leben reißt und uns erlaubt, ein neues Leben zu leben, ist mit Christus zu sein.

In Vers 7 schreibt Paulus über das Reich Gottes: „…damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus.“ Weil wir mit Christus sind werden wir in Zukunft noch viel mehr Gottes überschwängliche Gnade erkennen. Wir haben in seiner Gnade alle Schätze bekommen, die man sich nur erträumen kann. Wie gesegnet sind wir! Preiset unseren Gott und Jesus Christus für seine reiche Barmherzigkeit und für seine wirklich große Liebe!

Paulus war in all diesen Versen wichtig, dass dies aus Gnade geschehen ist. Verse 8 und 9 unterstreichen diese Gnade. Lesen wir sie gemeinsam: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“ Was bedeutet Gnade? Gnade ist die einseitige Vergebung und Überwindung der Trennung von der Seite Gottes her. Man nehme einmal an, jemand fährt mit dem Auto zu schnell und tötet ein Kind. Dieser Mann wird von einem Gericht bestraft. Er muss ins Gefängnis, bis die Strafe abgesessen ist. Wenn er nun alles bezahlt hat, ist dann alles vorbei? Nein! Er hat zwar dem Gesetz genüge getan, aber das zerbrochene Herz der Mutter wird er nie mit seiner Leistung heilen. Einzig und allein, wenn die Mutter von ihrer Seite her vergibt, kann die Beziehung geheilt werden. Wir nennen dies Gnade. Die Beziehung zwischen Gott und Menschen ist nicht deswegen belastet, weil wir das Gesetz Gottes gebrochen haben, sondern weil wir das Herz Gottes zerbrochen haben. Diese Beziehung wurde einzig und allein durch die Gnade Gottes wiederhergestellt. Die Gnade Gottes kommt unverdient zu uns. Was wir als Sünder jedoch Gott entgegenbringen müssen, ist unser Glaube. Durch den Glauben wirkt die Gnade und macht uns selig. Martin Luther erkannte die Gnade Gottes an seinem Leben tief. Er versuchte alles, um mit Werken vor Gott gerecht zu werden. Er brach sein Studium ab, verzichtete auf seine Karriere, um ins Kloster zu gehen. Er fastete und tat Buße. Er reiste sogar nach Rom, um Gott zu gefallen und zwar zu Fuß. Aber nichts konnte ihn erretten. Schließlich fand er im Römerbrief, dass der Glaube allein genügt und uns aus der Gnade Gottes gerecht macht. Martin Luther wurde mit Christus in seiner Gnade lebendig gemacht und schmeckte himmlischen Frieden, der später die Grundlage seiner Taten wurde.

Als ich gerade mein Abitur abgeschlossen hatte, zog ich in eine fremde Stadt, um die Freiheit zu genießen. Wegen meiner Übertretungen, dass ich mich selbst zum Götzen gemacht hatte, indem ich alle Anerkennung meiner Mitmenschen auf mich ziehen wollte, war jedoch meine Beziehung zu Gott und schließlich auch zu meinen Mitmenschen zerschnitten. Obwohl mir alle Möglichkeiten offenstanden, erkannte ich, dass all mein Trachten vergeblich ist. Ich quälte mich unter der Sinnlosigkeit meines Lebens. Faktisch bezeichnete ich mein Leben damals als schon gescheitert. Aber Jesus machte mich in seiner Gnade lebendig. Er schenkte mir ein neues Leben, indem er für meine Übertretungen bezahlte und mein Gott und Anbetungsgegenstand wurde. Alle Sinnlosigkeit verschwand aus meinem Herzen. Obwohl es in meiner Studienzeit viele Herausforderungen gab, wie das selbständige Leben und zusätzlich auch meine kranke Mutter, gab Gott mir die Motivation, mein Studium für seine Ehre abzuschließen. Ich bin Zeuge für die große Liebe und Barmherzigkeit Gottes, der mich mit Christus lebendig gemacht hat.
Was ist dann das Ziel dieser großen Gnade Gottes? Schauen wir uns den Leitvers 10 an: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“

Erstens: wir sind überhaupt für gute Werke geschaffen.
Es gibt viele Christen, die gar keine Werke wirken wollen. Wir sind errettet alleine durch Glauben. Aber aus der Gnade, die wir empfangen haben, kommen die guten Werke. So fließt die Seele eines Menschen, der die Gnade geschmeckt hat, über. Wenn wir keine Werke wirken, dann stimmt mit unserem Leben als Christen etwas nicht.

Was sind diese guten Werke? Wir können beispielsweise ein soziales Werk tun. Aber soziale Werke können die Menschen nicht grundlegend verändern. Letztendlich sind die guten Werke, dass wir uns für das Jüngererziehungswerk einsetzen. Jesus gab uns den Weltmissionsbefehl: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker…“ (Matthäus 28,19). So ist Gottes gutes Werk, Zweierbibelstudiumteams aufzustellen und der Pionierarbeit an den einzelnen Campus und Fakultäten zu dienen. Gottes gutes Werk sind auch die Gebetskreise an den Schulen, für die unsere zweite Generation kämpft. Es ist Gottes Werk, einem Hoffnungsträger mit dem Zweierbibelstudium zu helfen.

Diese Werke kommen nicht automatisch. Wenn wir Hesekiel 37,10 gehorchen und hingehen und Gottes Wort weissagen, dann geschieht Gottes Werk durch uns.

Zweitens: Gott hat schon die guten Werke bereitet.
Dies bedeutet, dass Gott uns in unserem Leben auf dem besten Weg geführt hat. Die Israeliten waren 430 Jahre lang in der Gefangenschaft in Ägypten. Sie hätten negativ über diese Gefangenschaft denken können. Aber in der Tat hat Gott sie in dieser Gefangenschaft als das auserwählte Volk trainiert. Der Zeitgeist indoktriniert uns, dass wir das Ergebnis unserer eigenen Fehler und auch das, was andere Menschen mit uns machen, sind. Manche Studenten sind traurig, weil sie meinen, dass sie von ihren Eltern nicht richtig geliebt und in schwierigen Lebenslagen nicht ermutigt worden sind. Manche verdammen sich, weil ihre Gehirnzellen nicht klug genug zu sein scheinen. Aber wir sollen wissen, dass unser Leben nicht in unserer eigenen Hand liegt. Unser liebender Vater im Himmel hält unser Leben in seiner souveränen Hand und führt uns. Es ist Gott, der uns zu dem macht, was wir sind, nicht die Umstände.

Der Gründer unserer Gemeinde, Missionar Dr. Samuel Lee, war endlos fatalistisch, weil er das Gesicht seiner Mutter niemals gesehen hatte. Aber Gott stellte ihn zu seinem guten Werk auf. Er veränderte ihn zu seinem guten Werk, sodass er voller Vision für die Weltmission war und sich hingab. Gott tat durch ihn das Werk, dass Korea, welches quasi ein Dritte-Welt-Land war, durch UBF der Weltmission dienen durfte und wir heute eine globale weltumspannende Gemeinde sind, durch die Gott sein Werk tut.

Lasst uns in den guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat wandeln und dafür beten jede Woche 360 Zweierbibelstudiumteams zu bilden, zwölf Jünger Jesu aufzustellen, zwölf Unis zu erschließen und mit 100.000 Bibellehrer und fünf Millionen Gebetsmitarbeitern zusammen Gottes Werk zu tun.

2. Die Einheit aus Juden und Heiden (11-22)

In dem zweiten Teil des Kapitels spricht Paulus über die Einheit der Christen in der Gemeinde. Es ist nicht so, dass die Gemeinde ein Verein ist, wo sich die Menschen gleichen Interesses treffen. Die Gemeinde stellt den Leib Christi in dieser Welt dar. In diesen Leib tat Gott nun die Heidenchristen zu den Judenchristen mit hinzu. Was hatte Paulus zu den Heidenchristen zu sagen, an die dieser Brief gerichtet ist? Wie ermutigte er sie?

Schauen wir uns die Verse 11 und 12 an: „Darum denkt daran, dass ihr, die ihr von Geburt einst Heiden wart und Unbeschnittene genannt wurdet von denen, die äußerlich beschnitten sind, dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde außerhalb des Bundes der Verheißung; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt.“ In diesen Versen erinnert Paulus die Heiden an die große Gnade Gottes, die sie erfahren hatten. Die Juden hatten als Gottes Volk eine privilegierte Stellung. Sie hatten das Bürgerrecht Israels. Die Heiden konnten in diese Versammlung nicht hineinkommen. Sie waren Fremde. Ohne dieses Bürgerrecht gab es keine Hoffnung für sie in dieser Welt. Wir waren, wie diese heidnischen Griechen.
Aber lesen wir Verse 13 und 14: „Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi. Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft. Durch das Opfer seines Leibes.“ Durch die große Gnade Gottes haben wir das Privileg bekommen, allein in Jesus Christus durch sein Blut nicht mehr fern von Gott, sondern nahe zu sein. Früher gab es Feindschaft zwischen den Juden und Heiden. Nun jedoch ist der unsichtbare Zaun zwischen Juden und Heiden abgebrochen. Durch Christus ist Friede. Dies war damals tatsächlich eine revolutionäre Tatsache, dass es keine Juden und Heiden mehr gab, die viele nicht wahrhaben wollten. Sogar die Heidenchristen, die von dieser neuen Tatsache profitierten und mit den Heiligen sein durften, konnten dies nicht einfach annehmen, sondern sie hatten große Schwierigkeiten in die Gemeinde zu gehen.

Viele Menschen sind neidisch, wenn sie die Gemeinschaft der Christen untereinander sehen. Manche kommen auch in die Gemeinde und wollen irgendwie mitmachen. Aber sie können in der Gemeinde der Gerechten nicht bestehen. Wir brauchen das Blut Christi. Einzig und allein durch das Blut Christi wird der Zaun abgebrochen, die Feindschaft beendet und wir haben Frieden. Das ist die Grundlage unserer Liebesgemeinschaft.

Verse 15 bis 18 beschreiben dies noch genauer: „…hat er abgetan das Gesetz mit seinen Geboten und Satzungen, damit er in sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem er die Feindschaft tötete durch sich selbst. Und er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.“ Diese Verse betonen die Einheit. Immer wieder kommt das Wort „eins“ vor. Wir sind gemeinsam ein neuer Mensch. Wir sind zusammen ein Leib. Wir haben auch in einem Geist den Zugang zum Vater.

In unserer heutigen Gesellschaft leben die Menschen für gewöhnlich sehr individualistisch. Das moderne Reden ist: „Ich bin ich und du bist du.“ Solange sich zwei Menschen nicht in die Quere kommen, funktioniert diese Gesellschaft ein wenig. Sobald jedoch ein Interessenkonflikt entsteht, entsteht die Feindschaft. Auch können sich Individualisten schlecht gegenseitig stützen und tragen. Aber Paulus geht in seiner Beschreibung nicht nur so weit, dass wir uns nur vertragen und einander dienen. Er sagt vielmehr, dass wir zu einem einzigen neuen Menschen von Gott geschaffen worden sind. Wir sind durch Gott zu einem einzigen Leib geworden. Ein Leib und ein Mensch helfen sich selbst. Wenn beispielsweise sich unser Fuß verletzt hat, so werden beide Hände dafür mit Hingabe sorgen, dass der Fuß versorgt wird und wieder ganz gesund wird, damit der Leib ohne Schwierigkeiten weiter gut funktionieren kann. Auch werden die Füße nicht dorthin laufen, wo die Hände nicht hinwollen und alle Glieder werden gegeneinander kämpfen, sondern der Leib wird einmütig laufen.

Wir haben auch in einem Geist den Zugang zum Vater. Unser Zugang zum Vater ist für jeden Christen gleich. Es gibt keine elitären Christen, die einen besseren Zugang zum Vater haben. Jeder kann zu ihm kommen, wie er ist. Wir dürfen gemeinsam in den einem gleichen Geist „Abba, lieber Vater“ sagen.

Es ist Gottes Werk unter uns, dass wir eine Gemeinde sind, die die unterschiedlichsten Barrieren überwindet. Deutsche können eigentlich nicht so gut mit Koreanern zusammen sein. In unseren Herzen tun sich schnell Vorurteile und die eigene Selbstgerechtigkeit auf. Aber genau diese Sünde hat Jesus durch das Kreuz bezahlt. Nun lieben unter uns viele Deutsche das koreanische Essen, sodass einige deutsche Hausfrauen schon koreanisch kochen. Auch lieben unsere Koreaner Deutschland heiß, sodass viele von ihnen sich erniedrigten und sogar deutsche Hirten heirateten. Unter uns gibt es die Gemeinschaft zwischen den Generationen. Junge Leute wollen mit den alten Leuten eigentlich nicht so viel zu tun haben, weil sie unterschiedlicher Ansicht sind. Alte Leute ärgern sich über die Jugend, weil sie keine Disziplin hat. Aber dieser Zaun ist abgebrochen, sodass die nächste Generation einmütig mit der alten Generation zusammenarbeitet und von ihr lernt. Es gibt noch viele andere Barrieren. Aber Christus hat all diese Barrieren abgebrochen und uns in einer Einheit vereint.

Verse 19 und 20 sind eine Schlussfolgerung aus der Tatsache, dass Christus die Feindschaft durch sein Opfer seines Leibes am Kreuz abgeschafft hat: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, …“ Christus ist der Eckstein der Gemeinde. Auf Christus baut sich die ganze Gemeinde. Dann kommen die Apostel und Propheten und auch die Heiligen. Wir sind aus der Gnade Gottes heraus nicht mehr Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und sogar Gottes Hausgenossen, die dort, wo die Heiligen gehen, in der Gnade Christi ein- und ausgehen dürfen.

Verse 21 und 22 geben uns Auskunft über das zweite Ziel, zu dem Gott diese Einheit geschaffen hat: „…auf welchem der ganze Bau in-einander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ Dieser Vers enthält den Weltmissionsbefehl. Der Heilige Tempel des Herrn ist das Reich Gottes, welches in den Herzen aller Menschen in aller Welt kommen soll. Das Ziel der Errettung Gottes ist, dass alle Menschen zu diesem geistlichen Tempel mit hinzugegeben werden.

Lesen wir den Leitvers 10 nochmals zusammen: „Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.“ Dieser Vers ist nicht nur auf jeden von uns individuell beziehbar, sondern auch auf die gesamte Gemeinde Gottes als Einheit. Gottes Gemeinde ist das Werk Gottes. Gott hat die Gemeinde durch das Blut Christi erlöst, sodass wir gemeinsam als Einheit sein gutes Werk tun, nämlich die Weltevangelisation, die Gott schon zuvor für uns vorbereitet hat. Dank sei Gott, dass er uns vom toten Leben mit Christus und in Christus zu guten Werken auferweckt hat. Dank sei Gott, dass wir jeder einzeln und als Christi Leib zusammen als Einheit sein Werk in dieser Welt wirken dürfen, welches er schon für uns vorbereitet hat. Möge Gott die bevorstehende Maibibelkonferenz gebrauchen, dass wir ein Leib auf dieser Konferenz werden, durch den Gott seine Werke wirkt.

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