Die Einsetzungsfeier zum Priesteramt

3.Mose 8,1- 10,20
Leitvers 10,3

„Da sprach Mose zu Aaron: Das ist’s, was der HERR gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich. Und Aaron schwieg.“

Wir danken Gott für die Bibelforschung seines Knechts Dr. Peter Chang aus den fünf Büchern Mose. Durch die erste Lektion aus Levitikus haben wir gelernt, dass Gott seinem Volk fünf Opfer gab, damit sie zu ihm kommen konnten. Brand-, Speis-, Dank-, Sünd- und Schuldopfer lehren uns, dass das neue Leben völlige Hingabe mit aktiver Buße und Vergebung und Versöhnung ist. Weil Jesus sich selbst für uns völlig hingegeben hat, kommen wir mit völliger Hingabe des neuen Lebens zu Gott, so dass unser Leben ein lieblicher Wohlgeruch für den Herrn wird.

Heute erfahren wir, dass Mose nach dem Befehl Gottes Aaron und seine Söhne zum Priesteramt einsetzte. Durch die Einsetzung wurden gewöhnliche, sklavische Männer als Priester aufgestellt, die erfuhren, wie Gottes Herrlichkeit allem Volk erschien. Der Tod Nadabs und Abhius warnt uns, Einsicht zu bewahren und das Priesteramt im Glaubensgehorsam bis zum Ende auszuüben.

1. Die Weihe der Priester als Mittler (8,1- 9,24)

Lesen wir die Verse 1-3: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Nimm Aaron und seine Söhne und die Kleider und das Salböl und den jungen Stier zum Sündopfer, die beiden Widder und den Korb mit ungesäuertem Brot und versammle die ganze Gemeinde vor der Tür der Stiftshütte.“ Die Israeliten befanden sich in der Wüste Sinai. Die Stiftshütte hatten sie am ersten Tag des ersten Monats im zweiten Jahr nach dem Auszug aus der Sklaverei in Ägypten fertiggestellt. Gott hatte ihnen das Opfersystem gegeben. Jetzt gebot er Mose, Aaron und seine Söhne als Priester einzusetzen.

Warum wollte Gott Priester einsetzen? Er wollte es, weil er sein Volk liebte und Gemeinschaft mit ihnen haben wollte. Die Priester sollten dafür Mittler sein. Die Israeliten brauchten Mittler, die für sie beteten, sie die Ordnungen Gottes lehrten und ihnen halfen, zum heiligen Gott zu kommen und in seiner Gegenwart zu leben.

Gott ist heilig, und die Menschen sind sündig. Darum brauchen alle Menschen einen Mittler. Der eine Mittler zwischen Gott und den Menschen ist Jesus Christus. Er war vollkommener Gott und vollkommener Mensch. Er nahm Knechtsgestalt an und wurde in allen versucht wie wir, doch ohne Sünde. Durch Jesus hat Gott den neuen und lebendigen Weg geöffnet, dass die Sünder zum heiligen Gott kommen und mit ihm Gemeinschaft haben können. Was die Menschen nun brauchen, sind Priester, die ihnen helfen, diese Gnade zu ergreifen und diesen Weg zu gehen und ein fruchtbares, Gott ehrendes Leben zu führen (Genesis 1,28). Aus seiner Liebe zu Menschen setzte Gott Priester ein.

Wer war als Priester geeignet? Gott nannte Aaron und seine Söhne mit Namen. Aaron und seine Söhne waren gewöhnliche Menschen. Auch sie waren in Ägypten in der Sklaverei aufgewachsen. Aaron war ein stolzer Mann mit eigenem Ehrgeiz (4. Mose 12). Dass er Moses älterer Bruder war, konnte die Zusammenarbeit schwierig machen. Bei der Begebenheit mit dem goldenen Kalb hatte er sich als rückgratlos und verantwortungslos erwiesen. Auch war er schon 84 Jahre alt. Aber das alles war nicht ausschlaggebend. Gott erwählte Aaron nach seiner souveränen Gnade, und Mose gehorchte.

Betrachten wir die Einsetzungsfeier in Kapitel 8. Zur Einsetzungsfeier war die ganze Gemeinde vor der Tür der Stiftshütte versammelt. Die Einsetzung selbst erfolgte in vier Schritten.

Erstens: Mose wusch Aaron und seine Söhne mit Wasser. Um Priester zu sein, mussten sie vom Schmutz der alten sklavischen Gewohnheiten, vom Egoismus und Individualismus gereinigt werden, sowohl in dem, was sie dachten, als auch in dem, was sie taten. Mose wusch sie mit Wasser als den ersten Schritt zur Einsetzung.

Zweitens: Mose kleidete sie mit den Priesterkleidern ein. Hier werden erwähnt Untergewand, Gürtel, Obergewand, Priesterschurz, Brusttasche, Kopfbund und Stirnblatt. Bisher trugen sie einfache Kleider, die sie auch in Ägypten getragen hatten. Jetzt bekamen sie neue Kleider, die herrlich und schön waren. Nicht nur das, sie waren auch sehr bedeutsam: Die Brusttasche enthielt die Lose Licht und Recht. Auf ihr und den Schulterteilen waren die Namen der zwölf Söhne Israels eingraviert. Und auf dem goldenen Stirnblatt stand „Heilig dem Herrn“. Das weist darauf hin, dass die Priester nicht mehr für sich selbst lebten, sondern für das Volk. Sie hatten eine ganz neue Identität: als Priester, die für Gott heilig waren und die die Namen des Volkes allezeit zum gnädigen Gedenken vor Gott brachten.

Drittens salbte Mose sie mit Salböl. Er salbte das Heiligtum, den Altar, Aaron selbst, seine Söhne und ihre Kleider. Die Salbung bedeutet, dass sie einen neuen Geist empfingen. Sie lebten nicht mehr im alten Geist der Knechtschaft. Ihr Leben und ihr Dienst hatte ein ganz anderes geistliches Aroma als zuvor.

Viertens schließlich brachte Mose für sie drei Opfer: einen Stier zum Sündopfer, einen Widder zum Brandopfer und einen Widder zum Einsetzungsopfer. Indem sie ihre Hände auf den Kopf der Opfertiere legten, sonderte Gott sie ab zum Dienst für den Herrn. Mose sprengte das Blut der Tiere an den Altar. Die Opfer bedeuteten, wie wir gelernt haben, Buße und Vergebung, völlige Hingabe und Versöhnung. Sie bezeugten, dass Aaron und seine Söhne durch die Gnade Gottes ein völlig neues, verändertes Leben empfangen hatten, das Gott geweiht war. Vom Blut des zweiten Widders strich er an ihre Ohrläppchen, Daumen und große Zehe, damit sie von nun an als Hirten hörten, handelten und wandelten.

Diese Einsetzungsfeier für das Priesteramt dauerte sieben Tage lang. An jedem dieser sieben Tage wurden die Opfer wiederholt (vgl. 2. Mose 29,35-37). Durch die Einsetzungsfeier mit Waschen, Einkleiden, Salben, Opfern wurden gewöhnliche, sklavische Menschen zu Priestern und Mittlern für das Volk Gottes. Wir können uns vorstellen, dass die Einsetzungsfeier nicht einfach war. Es war keine einmalige fröhliche Veranstaltung wie ein Geburtstag oder Jubiläum, sondern glich eher einem intensiven Trainingsprogramm voller Gnade und Wahrheit wie das Global Leadership Empowerment samt Follow-up. Vers 36 sagt, dass Aaron und seine Söhne alles taten, was der HERR durch Mose geboten hatte. Als sie vertrauten und in der geistlichen Ordnung gehorchten, begann für sie ein ganz neues Leben.

Gott hat Europa durch sein Wort reichlich gesegnet. Europa ist der Kontinent der Reformation und hat die besten Voraussetzungen, als Missionare aussendender Kontinent und Segen für alle Völker gebraucht zu werden. Aber viele Menschen wissen nicht, wie sie zu Gott kommen können. Viele der als Mittler Berufenen leben individualistisch und egozentrisch. Gottes Knecht Missionar Peter aber nahm das Gebetsanliegen an, Hirten und Bibellehrer als Priester und Mittler einzusetzen. Er nahm einige stolze schmutzige junge Menschen auf und begann sie durch die tägliche Gemeinschaft, das Bibelstudium und Stellungnahmetraining zu waschen, neu einzukleiden und zu salben. Er half ihnen auch, ihr neues Leben als Sünd-, Brand- und Dankopfer zu bringen und sich völlig Gott zur Verfügung zu stellen. Die Einsetzungsfeier zeigt, dass wir ein völlig neues Leben als Priester empfangen haben. Wir wandeln nicht mehr in den alten sündigen Gewohnheiten, sondern mit der Identität als Priester in seinem Geist mit völliger Hingabe für die Menschen.

Als ich zum Bibelstudium kam, war ich ein Sklave der Fantasien. Ich hielt mich für besser als andere und ärgerte mich, als M. Peter einmal den von mir verehrten Dichter Goethe als einen geistlich kranken Menschen bezeichnete. Aber Missionar Peters geduldige und klare Dienerschaft, meine gottlose Denkweise zu waschen, mich neu einzukleiden und zu salben, wirkte in meinem Herzen, so dass ich Römer 13,14 annehmen konnte: „Sondern zieht an den Herrn Jesus Christus und sorgt für den Leib nicht so, dass ihr den Begierden verfallt.“ Ich erkannte, dass ich ein Sünder bin, dass Gott mich aber erwählt hat, ein Priester zu sein. Aus einem typisch überheblichen Egoisten wurde ein Priester und Mittler, Hirte und Bibellehrer für Deutschland und Europa.

Die Einsetzung von Priestern ist Gottes jammerndes Herz wegen seiner Hoffnung für Europa. Das Anliegen haben nicht die Hoffnungsträger, sondern die Hirten. An jeder Schule und Hochschule gibt es diejenigen, die bereit sind, ihr altes Leben zu verlassen, die neue Identität anzuziehen und ihr Leben lang um jeden Preis Priester und Mittler für ihre Generation zu sein. Wir haben die Aufgabe des Waschens, Einkleidens, Salbens und Opferns, so dass weiter Gottes wunderbares Werk der Einsetzung von Priestern geschieht.

Kapitel 9 beschreibt das erste Opfer Aarons und seiner Söhne. Wir lernen, welche konkrete Aufgabe die Priester haben und welche Freude das Priesteramt schenkt. Betrachten wir Vers 5. Wieder versammelte sich die ganze Gemeinde vor der Tür der Stiftshütte. Lesen wir 9,6.7: „Da sprach Mose: Das ist’s, was der HERR geboten hat, dass ihr es tun sollt, auf dass euch des HERRN Herrlichkeit erscheine. Und Mose sprach zu Aaron: Tritt zum Altar und bringe dar dein Sündopfer und dein Brandopfer und entsühne dich und dein Haus. Danach bringe dar die Opfergabe des Volks und entsühne es auch, wie der HERR geboten hat.“ Zuerst brachte Aaron für sich selbst und seine Söhne einen jungen Stier zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer. Bei allem, was er tut, erinnert sich ein Priester daran, dass er selbst der schlimmste von allen Sündern ist, entsündigt sich durch Buße und Vergebung und erneuert seine Gemeinschaft mit Gott, seine Liebe zu den Schafen und seine Entscheidung zur völligen Hingabe.

Danach brachte er die Opfer für das Volk: einen Ziegenbock zum Sündopfer und ein Kalb und ein Schaf, beide ein Jahr alt und ohne Fehler, zum Brandopfer und einen Stier und einen Widder zum Dankopfer. Diese Opfer waren nicht zufällig gewählt. Alle drei Opfer waren notwendig, um das Volk zu entsühnen und zu heiligen: Durch das Sündopfer mussten sie in Buße zu Gott kommen und Vergebung empfangen, das Brandopfer lehrte, dass ihr neues Leben ein Leben der Hingabe für Gott war, und das Dankopfer half ihnen, auch mit ihrem Nächsten versöhnt zu werden.

Das Priesteramt auszuüben heißt konkret, dem Volk zu helfen, Sünd-, Brand- und Dankopfer zu bringen. Anders gesagt: den jungen Menschen erstens zu helfen, mit Buße zu Gott zu kommen, zweitens, ihr Leben für Gott zu geben und drittens, sich mit dem Nächsten zu versöhnen. Das gilt umso mehr, als dass es im neuen Bund keine Tieropfer und keinen Hohepriester und keine Stiftshütte mehr gibt. Jesus hat durch sein einmaliges Opfer ein für allemal die geheiligt, die an ihn glauben. Jesus zu verkündigen heißt, jungen Menschen zu helfen, das neue Leben in Christus mit Buße, Hingabe und Versöhnung zu führen.

Die drei Opfer für das Volk sind in den Versen 15-19 beschrieben. Aaron brachte sie „wie der Herr es Mose geboten hatte“ und „der Ordnung gemäß“. Wenn wir nicht mit diesen konkreten Anliegen unseren Bibelschülern, Hoffnungsträgern und Kindern dienen, sind wir wie Kämpfer, die in die Luft schlagen, und ihre Kraft nutzlos vergeuden. Eine alleinerziehende Mutter wünschte sich, dass ihre Tochter ein Gott gefälliges Leben führt. Durch das Bibelstudium lernte diese Mutter den priesterlichen Dienst kennen, einem Menschen zu helfen, Sünd-, Brand- und Dankopfer zu bringen. Sie half ihrer Tochter, durch den Stellungnahmekampf in Buße zu Gott zu kommen und Vergebung zu empfangen, durch das Frühgebet ihr Leben hinzugeben und in ihrer Schule eine Gebetsdienerin zu sein. Sie erfuhr die Freude, wie Gott in ihr wirkte. Weil ihre Mutter das Priesteramt der Ordnung gemäß ausrichtet, wächst sie nun als königliche Priesterschaft heran.

Was geschah, als Aaron die Opfer für das Volk brachte? Betrachten wir die Verse 22-24. „Und Aaron hob seine Hände auf zum Volk und segnete sie und stieg herab, nachdem er das Sündopfer, Brandopfer und Dankopfer dargebracht hatte. Und Mose und Aaron gingen in die Stiftshütte. Und als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des HERRN allem Volk. Und ein Feuer ging aus von dem HERRN und verzehrte das Brandopfer und das Fett auf dem Altar. Da alles Volk das sah, frohlockten sie und fielen auf ihr Antlitz.“ Als Aaron dem Volk mit dem Sünd-, Brand- und Dankopfer half, erfuhr er Gottes Wirken. Die Herrlichkeit des Herrn erschien allem Volk. Bisher waren sie Gott noch nicht begegnet. Sie lebten nicht in der Gemeinschaft mit Gott. Als Gott auf dem Berg Sinai erschienen war, waren sie geflohen und fern geblieben. Jetzt aber erschien ihnen die Herrlichkeit des Herrn, und er nahm ihre Opfer an. Sie begegneten dem lebendigen Gott, frohlockten und fielen auf ihr Antlitz. Sie erkannten, dass Gott sie absolut liebte und sich über ihr Vertrauen und ihren Gehorsam freute. Aaron selbst erfuhr die Freude eines Priesters, wie Gott denen, denen er diente, erschien und sie frohlocken und anbeten ließ.

Manchmal sind wir zu verantwortungslos, die anvertrauten Hoffnungsträgern herauszufordern, Buße zu tun, ihr Leben völlig Gott zu geben und die Gemeinschaft und Versöhnung zu suchen. Priester aber dürften nicht verantwortungslos bleiben, sondern müssen dem Volk helfen, ihre Opfer zu bringen, bis Gottes Herrlichkeit allem Volk erscheint. Lasst und das Priesteramt der Ordnung gemäß ausüben, nämlich Hoffnungsträger und Bibelschüler zur Buße, Hingabe und Versöhnung herausfordern, so dass ihnen Gottes Herrlichkeit erscheint.

2. Der Tod der Priester Nadab und Abihu (10,1-20)

Lesen wir die Verse 10,1.2: „Und Aarons Söhne Nadab und Abihu nahmen ein jeder seine Pfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten so ein fremdes Feuer vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte. Da fuhr ein Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, daß sie starben vor dem HERRN.“ Es war immer noch der Tag nach der Einsetzungsfeier. Nadab und Abihu waren die beiden ältesten Söhne Aarons. Diese Verse sagen, dass sie mit ihren Pfannen in das Heiligtum hineingingen und vor dem Vorhang zum Allerheiligsten räucherten. Vielleicht hatten sie diese Form der Anbetung in Ägypten gesehen. Ein solches Opfer hatte Gott auf jedem Fall nicht geboten. Genau gesagt, war das Räuchern dem Hohepriester vorbehalten (16,12.13). Gott hatte auch ausdrücklich untersagt, Räucherwerk zu bringen, um sich selbst daran zu erfreuen (2. Mose 30,38). Was sie taten, war nicht nur ein zeremonieller Fehler. Sie verließen ihre Position und verachteten Gottes Gebote. Gottes Zorn entbrannte über sie, und sie starben durch ein Feuer.

Mose musste selber erschrocken gewesen sein. Er konnte auch Aaron und die beiden verbleibenden Söhne verstehen, wie schockiert und traurig sie waren. Doch Mose handelte nicht nach dem Gefühl menschlichen Mitleids. Er hörte auf das, was Gott sagte. Lesen wir Vers 3: „Da sprach Mose zu Aaron: Das ist’s, was der HERR gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich. Und Aaron schwieg.“ Mose erkannte, dass zum einen diejenigen, die das große Privileg empfangen haben, Gott nahe zu sein, in der Heiligkeit Gottes leben, zum andern, dass Gott durch den Dienst der Priester sich allem Volk herrlich erweist. Der Priesterdienst ist großes Privileg und große Verantwortung. Wenn ein Priester dieses Privileg und Gottes Gebote nicht hochachtet, hat es keine Bedeutung, dass er weiterlebt. „Das ist’s, was der HERR gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich.“ Dieses Wort gab er Aaron weiter. Aaron schwieg. Er akzeptierte Gottes Wort durch Mose. Mose lehrte ihn und seine Söhne Eleasar und Itamar weiter, in der Heiligkeit Gottes zu bleiben. Sie sollten sich nicht von der Trauer überwältigen lassen, sondern weiter Gott im Geist ihrer Berufung dienen. Vers 7 sagt: „Ihr sollt auch nicht hinweggehen von der Tür der Stiftshütte, ihr würdet sonst sterben; denn das Salböl des HERRN ist auf euch. Und sie taten, wie Mose sagte.“

Lesen wir die Verse 8-11: „Der HERR aber redete mit Aaron und sprach: Du und deine Söhne, ihr sollt weder Wein noch starke Getränke trinken, wenn ihr in die Stiftshütte geht, damit ihr nicht sterbt. Das sei eine ewige Ordnung für alle eure Nachkommen. Ihr sollt unterscheiden, was heilig und unheilig, was unrein und rein ist, und Israel lehren alle Ordnungen, die der HERR ihnen durch Mose verkündet hat.“ Dieser Abschnitt lehrt uns die Wichtigkeit der geistlichen Einsicht, was heilig und was unheilig ist. Wären Nadab und Abihu geistlich diszipliniert gewesen, hätten sie nach dem Wort Gottes gehandelt. Geistliche Disziplin bedeutet, nach dem Wort Gottes zu leben. Dagegen betrüben Wein und starke Getränke den Sinn und machen Menschen einsichtslos und führen schließlich zum geistlichen Tod, so dass Priester sogar aufhören, das Volk alle Ordnung zu lehren.

Was sind starke Getränke, vor denen wir als Priester uns hüten sollen? Es kann vieles sein: Bücher, die wir lesen, Filme, die wir sehen, Musik, die wir genießen, Meinungen, die wir hören. Entscheidend ist nicht das Medium, sondern welcher Geist dahinter steht. Vieles wirkt wie starkes Getränk, attraktiv, powerful, aufregend. Aber es wirkt wie ein tödliches Gift, nimmt alle Unterscheidungskraft weg und führt schließlich zum Tod. Gottes Knechte sollen Einsicht haben. Alles, was uns hindert, Gottes Mission als Priester zu erfüllen, alle Ordnung Gottes zu lehren, sollen wir lassen. Gottes Befehle machen unseren Geist klar und kräftig. Sie befähigen uns zu unterscheiden, was heilig und unheilig ist und was rein und was unrein und ertüchtigen uns dazu, dem Volk Gottes alle Ordnungen zu lehren, wie er es geboten hat.

Wir haben auch erfahren, wie das starke Getränk der Lehren des Humanismus uns die Unterscheidungskraft genommen hat, so dass wir das Bibelstudium vernachlässigt haben und in Selbstzufriedenheit orientierungslos geworden sind. Selbstzufriedenheit aber ist ein trügerischer Geist. Auf uns ist das Salböl des Herrn, mit dem wir die Hochschulen in Deutschland und Europa geistlich erneuern dürfen. Die Glaubensvorgänger der UBF haben erfahren, wie Gott unter den Studenten entschlossene Jünger Jesu und geistliche Leiter aufstellte und wie er auch die Leiter der UBF der nächsten Generation für die Zusammenarbeit in der Weltcampusmission mobilisierte, als sie dem Wort Gottes „Habt Glauben an Gott“ und „Gebt ihr ihnen zu essen“ um jeden Preis gehorchten. Missionarin Sarah Chang erinnert sich immer wieder an das Gebetsanliegen, zwölf Glaubensmütter an jeder Fakultät aufzustellen. Viele Mitarbeiter kämpfen vom frühen Morgen an mit dem Gebetsanliegen, 100.000 Bibellehrer aufzustellen. Wir haben die Orientierung Gottes: zurück zur Bibel. Erinnern wir uns an Gottes Gebot aus Hesekiel 37,10 und bilden wir Zweierbibelstudiumteams an allen Fakultäten der Uni Bonn, der HS Bonn-Rhein-Sieg, der Uni Koblenz, in Aschaffenburg und an allen Schulen und schreiben wir die siegreiche Glaubensgeschichte der UBF in dieser Generation fort.

In den Versen 12-20 erfahren wir, dass auch das Essen der Opferspeise an heiliger Stätte zum heiligen Dienst der Priester gehörte. Mose wurde zornig, weil sie den Bock zum Sündopfer des Volkes nicht gegessen hatten. Doch Aaron berief sich auf die Opfer, die sie für sich selbst gebracht hatten, und Mose ließ es sich gefallen.

Heute lernen wir, dass Gott die Gemeinschaft mit seinem Volk sucht und dazu Priester als Mittler einsetzt. Die Einsetzung der Priester geschieht durch das Waschen, Einkleiden, Salben und die Opfer und macht aus gewöhnlichen, sklavischen Menschen Priester und Mittler für das Volk Gottes. Wir lernen auch, als Priester dem Volk zu helfen, mit Sünd-, Brand- und Dankopfern zu Gott zu kommen, und zu erfahren, wie die Herrlichkeit Gottes allem Volk erscheint. Möge Gott uns helfen, im neuen Schuljahr und im bevorstehenden Wintersemester das priesterliche Amt der Campusmission fruchtbar auszuüben.

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