Die Feste des Herrn

3. Mose 16,1- 17,16; 23,1-25,55
Leitvers 23,2

„Sage den Israeliten und sprich zu ihnen: Dies sind die Feste des HERRN, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen; dies sind meine Feste:“

Dank sei Gott für den 39. Jubiläumsgottesdienst. Gott hat durch den Glaubensgehorsam seines Knechtes und die Zusammenarbeit der Eltern und Bibellehrer unter den jungen Menschen mächtig gewirkt und ein überaus großes Heer für die Weltmission aufgestellt. Hesekiel 37,10 hat unsere Vision erneuert, dass Gott durch das Bilden von Zweierbibelstudium-Teams an allen Fakultäten der Uni Bonn, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, der Uni Koblenz ein überaus großes Heer Gottes von Bibellehrern und Gebetsmitarbeitern aufstellt und Deutschland wieder als Hirtennation und Europa als Missionare aussendenden Kontinent gebraucht.

Die Worte aus Levitikus sind Gottes Anweisungen für das neue Leben seines Volkes als ein Königreich von Priestern. Gott gab diese Gebote aus seiner Liebe. In den Kapiteln 1-7 lehrte er sie durch die fünf Opfer, wie sie zu ihm kommen konnten. In Kapitel 8-10 gebot er den Priestern, Mittler zu sein, die Israel alle Ordnungen lehren. Die Kapitel 11-15 lehrten sein Volk, ihr neues Leben zu heiligen, weil Gott heilig ist. Im heutigen Text gebot er ihnen sieben jährliche Feste, um sie zu lehren, mit ihm zu wandeln. Die Feste erinnerten sie dass ihr neues Leben ein Leben für Gott ist: in seiner Gnade, in der Beziehung zu ihm und damit sein Wille erfüllt wird. Gott helfe uns, die Feste des Herrn zu halten und als sein Volk mit ihm zu wandeln.

1. Der große Versöhnungstag (16,1 – 17,16)

Die Verse 1 und 2 sagen: „Und der HERR redete mit Mose, nachdem die zwei Söhne Aarons gestorben waren, als sie vor dem HERRN opferten und sprach: Sage deinem Bruder Aaron, dass er nicht zu jeder Zeit in das Heiligtum gehe hinter den Vorhang vor den Gnadenthron, der auf der Lade ist, damit er nicht sterbe; denn ich erscheine in der Wolke über dem Gnadenthron.“ Zu Beginn gab Gott Aaron Anweisungen für den Versöhnungstag. Nadab und Abihu hatten das Heiligtum durch ihr eigenmächtiges Handeln verunreinigt. Aaron sollte durch den Dienst nach Gottes Anweisungen die Wohnung Gottes unter ihnen wieder heiligen.

Lesen wir die Verse 3 und 4: „Er soll hineingehen mit einem jungen Stier zum Sündopfer und mit einem Widder zum Brandopfer und soll das heilige leinene Gewand anlegen, und leinene Beinkleider sollen seine Blöße bedecken, und er soll sich mit einem leinenen Gürtel gürten und den leinenen Kopfbund umbinden, denn das sind die heiligen Kleider; er soll seinen Leib mit Wasser abwaschen und sie dann anlegen.“ Aaron sollte sich zuerst selbst vorbereiten. Dazu legte er die heiligen Kleider an und wusch sich. Dann opferte sein eigenes Sündopfer, einen Stier. Anschließend ging er mit der Pfanne voll Glut in das Heiligtum und räucherte vor dem Gnadenthron, so dass die Wolke den Gnadenthron bedeckte. Schließlich sprengte er vom Blut des Sündopfers gegen und vor den Gnadenthron. So entsühnte er sich selbst und sein Haus (11-13). Jetzt nahm er die beiden Böcke des Volks und warf das Los über sie. Den einen opferte er zum Sündopfer und sprengte vom Blut gegen und vor den Gnadenthron. Dadurch entsühnte er das Heiligtum, das wegen der Sünden der Israeliten verunreinigt war. Während der Reinigung durfte niemand sonst in der Stiftshütte sein (17). Anschließend ging er hinaus und entsühnte auch den Brandopferaltar (18.19). Nachdem er das Heiligtum und den Altar entsühnt hatte, nahm er den zweiten Bock und legte ihm die Hände auf. Lesen wir die Verse 21 und 22: „Dann soll Aaron seine beiden Hände auf dessen Kopf legen und über ihm bekennen alle Missetat der Israeliten und alle ihre Übertretungen, mit denen sie sich versündigt haben, und soll sie dem Bock auf den Kopf legen und ihn durch einen Mann, der bereit steht, in die Wüste bringen lassen, daß also der Bock alle ihre Missetat auf sich nehme und in die Wildnis trage; und man lasse ihn in der Wüste.“ Zuletzt brachte Aaron noch die beiden Widder als Brandopfer für sich und das Volk.

Das Heiligtum zu reinigen war alles andere als einfach. Indem Aaron Gottes Anweisungen befolgte, geschah das Werk der Versöhnung. Gott reinigte sein Heiligtum, so dass er weiter mitten unter seinem Volk wohnen konnte, und er nahm die Sünde der Israeliten weg. Natürlich kann wahre Versöhnung nicht durch das Blut eines Bocks geschehen. Auch kann die Sünde nicht weggenommen werden, indem man einem Tier die Hände auflegt und es in die Wüste schickt. Das alles war und ist nur eine Vorausschau auf das wahre Opfer Jesu Christi. Durch das Blut Jesu Christi geschieht Versöhnung und Reinigung der Wohnung Gottes unter den Menschen und des Volks. Hebräer 9,12-14 sagen dazu: „Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben. Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche von der Kuh durch Besprengung die Unreinen heiligt, so dass sie äußerlich rein sind, um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!“ Das Blut Jesu, das er am Kreuz auf Golgatha vergoss, reinigt unser Gewissen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. Nun muss kein Hohepriester mehr jährlich Tieropfer in die Stiftshütte bringen. Das ist durch das Opfer Christi ein für allemal geschehen.

Wie sieht dann der priesterliche Dienst der königlichen Priesterschaft jetzt aus? Die Arbeit als Priester ist nicht leichter. Erstens: durch das Gebet. Vers 13 sagt, dass die Wolke vom Räucherwerk den Gnadenthron bedecke. Unser Gebet für die Versöhnung der jungen Menschen mit Gott soll so intensiv sein, dass sein Rauch den Gnadenthron Gottes bedeckt. Zweitens: zur Buße führen, Glauben einpflanzen und Gehorsam aufrichten. Vers 34b sagt: „Und Aaron tat, wie der HERR es Mose geboten hatte.“ Als Aaron Gottes Anweisungen für den Versöhnungstag gehorchte, wurden dem Volk ihre Übertretungen und Missetaten vergeben und sie wurden wiederhergestellt, egal, wie schlimm ihre Verfehlungen waren. Unsere priesterliche Aufgabe von Gott ist es, für das Volk durch die Fürbitte und das Bibelstudium Sühne zu schaffen. Die Prediger und Bekanntmachenden beim Young Leaders Abend erfüllen jede Woche eine priesterliche Aufgabe, indem sie mit dem Gebet und dem Wort Gottes dienen, um zur Buße zu führen, Glauben einzupflanzen und Gehorsam aufzurichten. Beim Zweierbibelstudium und bei der Gemeinschaft erkennen wir, mit welchen Übertretungen und Missetaten sich Gottes Volk verunreinigt hat und können ihnen helfen, Buße zu tun und Glaubensgehorsam wiederherzustellen. Ein Bibellehrer erkannte, dass sein Bibelschüler seine Karriere über Gottes Plan stellte. Der Bibellehrer kam selbst in Buße im Gebet zu Gott und gab dann Gottes Wort weiter, so dass sein Bibelschüler Buße tun und sich entscheiden durfte, Gott zu vertrauen. Lasst uns durch das Zweierbibelstudium und die Gemeinschaft mit dem Gebet und dem Wort Sühne schaffen, dass Gottes Volk gereinigt und Gottes Heiligtum unter ihnen aufgerichtet wird.

Kapitel 17 lehrt die Israeliten, ihre Schlachttiere Gott als Dankopfer darzubringen. Sie sollten Stier, Schaf und Ziege nicht irgendwo auf dem Feld schlachten, sondern vor der Tür der Stiftshütte. Die Verse 6 und 7 sagen: „Und der Priester soll das Blut an den Altar des HERRN sprengen vor der Tür der Stiftshütte und das Fett in Rauch aufgehen lassen zum lieblichen Geruch für den HERRN. Und sie sollen ihre Opfer nicht mehr den Feldgeistern opfern, mit denen sie Abgötterei treiben. Das soll ihnen eine ewige Ordnung sein von Geschlecht zu Geschlecht.“ Gott verbot zudem den Genuss von Blut. Das Blut ist für die Entsühnung, weil das Leben in ihm ist.

Im ersten Teil lernen wir, wie Gott durch den Versöhnungstag sein Heiligtum und sein Volk reinigt. Gottes Heiligtum unter den Menschen wird wieder und wieder durch Sünden des Egoismus verunreinigt. Wir müssen als Priester Sühne schaffen, indem wir die Sünder durch das Zweierbibelstudium zur Buße führen und den Glaubensgehorsam aufrichten.

2. Die Feste des Herrn (23,1 – 25,55)

Lesen wir die Verse 1 und 2: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sage den Israeliten und sprich zu ihnen: Dies sind die Feste des HERRN, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen; dies sind meine Feste.“ Bevor Gott auf die einzelnen Feste einging, wiederholte er das Sabbatgebot (3): „Sechs Tage sollst du arbeiten; der siebente Tag aber ist ein feierlicher Sabbat, heilige Versammlung. Keine Arbeit sollt ihr an ihm tun; denn es ist ein Sabbat für den HERRN, überall, wo ihr wohnt.“ Den Sabbat zu heiligen war eines der grundlegenden Gebote für das Volk Gottes, wo immer sie auch wohnten. Indem sie den Sabbat als Ruhetag hielten, unterschieden sie sich von den Völkern um sie herum und heiligten den Herrn.

Danach spricht er über die sieben jährlichen Feste. Lesen wir Vers 4: „Dies sind aber die Feste des HERRN, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen an ihren Tagen.“ Gott gebot ihnen diese sieben Jahresfeste, damit sie mit ihm wandelten.

Erstens: Das Passafest (5)

Am Abend des 14. Tags des 1. Monats hielten sie Passa. Der erste Monat hieß Nisan und liegt zwischen Mitte März und Mitte April. Am Passaabend schlachteten sie hausweise ein Lamm, strichen sein Blut gemäß Exodus 12 an die Tür und aßen es bis zum Morgen auf. Dabei wachten sie die ganze Nacht, weil Gott gewacht hatte, als er sie aus Ägypten, aus der Sklaverei führte. Das Passafest erinnert an die Gnade Gottes, der sein Volk aus der Knechtschaft in Ägypten erlöste. Der Engel des Todes war an ihren Wohnungen vorübergegangen, als er das Blut des Lammes an den Türpfosten sah. In seiner Gnade starben sie nicht, sondern durften leben und wurden frei. Sie waren keine Sklaven mehr, sondern seine Heerscharen, die er Schar um Schar aus der Gefangenschaft führte. Indem sie Passa hielten, wurde diese Gnade Gottes in ihrem Herzen immer wieder erneuert.

Mit Gott zu wandeln heißt mit der Gnade zu leben. Eines der größten Anliegen der gefallenen Menschen ist ihre Vergesslichkeit. König Joasch war als Kind vom Priester Jojada gerettet worden, wobei Jojada sein eigenes Leben riskierte. Solange Jojada lebte, eiferte Joasch dafür, den Tempel Gottes auszubessern. Als aber der Priester starb, dachte er nicht mehr an all die Barmherzigkeit, die er erfahren hatte. Er folgte dem Götzendienst und ließ Jojadas Sohn, den Propheten Secharja, umbringen, als dieser zur Buße rief (2. Chronik 24,22). Secharja sprach: „Der Herr wird es sehen und strafen.“ Gott weiß, wie vergesslich das sündige Herz der Menschen ist. Darum gebot er seinem Volk, das Passa zu halten.

Am vergangenen Wochenende hielten wir den 39. Jubiläumsgottesdienst ab. Dabei durften wir durch Hesekiel 37,10 die Gnade Gottes im Herzen erneuern, insbesondere die Gnade der Berufung zur Campusmission. Unser Gott hat uns aus der Knechtschaft der Sünde erlöst. Jesus wurde unser Passalamm. Er vergoss sein Blut für unsere unbeschreibliche, furchtbare Sünde. Wir hätten sterben müssen, aber der Engel des Todes ging vorüber, als er das Blut des Lammes sah. Gottes Gnade hat uns erlöst und uns neu gemacht. Er hat uns Vision gegeben und uns im Glauben trainiert, so dass nun sogar sein Werk durch uns geschieht. Als wir mit den Hoffnungsträgern und Freunden den Gottesdienst abhielten, hatten wir große Freude. Die Hoffnungsträger, die Mitarbeiter aus Aschaffenburg und Mainz und sogar aus New Jersey kamen, um wegen der Gnade Gottes die heilige Versammlung zu halten. Jede noch so kleine Versammlung kann eine heilige Versammlung sein, bei der wir die Gnade Gottes feiern, sei es das Frühgebet, der Jüngerschaftsabend, der Jubiläumsgottesdienst, Ostern und Weihnachten. Passa zu halten heißt, die Gnade Gottes im Blut Jesu zu feiern, die Beziehung zu Gott zu erneuern und gemäß seiner Gnade der Berufung zu leben.

Zweitens: Das Fest der ungesäuerten Brote (6-8)

Das Fest der ungesäuerten Brote schließt unmittelbar an das Passafest an und dauert sieben Tage. In diesen sieben Tagen aßen sie nur ungesäuertes Brot. Dieses Fest erinnert sich an den Auszug aus Ägypten, bei dem sie keine Zeit hatten, zu warten, bis das Brot durchsäuert war, und damit an das neue Leben. Zur Erinnerung sollten sie sieben Tage lang allen Sauerteig wegtun (2. Mose 13,7). Es fällt auf, dass das Passa selbst nur einen Tag dauerte, das Fest der ungesäuerten Brote aber sieben Tage. Passa beschreibt die einmalige Erlösungstat Gottes für sein Volk. Das Fest der ungesäuerten Brote beschreibt noch mehr das Leben des Volkes nach der Erlösung. Sauerteig wegzutun heißt, sich von allem Einfluss des alten Lebens zu trennen und das neue Leben in Lauterkeit und Wahrheit zu führen. 1. Korinther 5,7.8 sagen: „Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist. Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.“

Drittens: Das Fest der Erstlingsgarbe (9-14)

Am Tag nach dem Passa-Sabbat, also während der Tage der ungesäuerten Brote, sollten sie das Fest der Erstlingsgarbe halten. Zu jener Zeit begann die Gerstenernte. Sie brachten die Garbe als Schwingopfer vor dem HERRN, damit sie sie wohlgefällig mache, dazu ein Brandopfer samt Speis- und Trankopfer. Betrachten wir Vers 14: „Und ihr sollt von der neuen Ernte kein Brot noch geröstete oder frische Körner essen, bis zu dem Tag, da ihr eurem Gott seine Gabe bringt. Das soll eine ewige Ordnung sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt.“ Auch dieser Tag hat im Leben der Christen große Bedeutung: Am Tag der Erstlingsgarbe stand Jesus von den Toten auf als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Die Erstlingsgarbe zu bringen heißt, Gottes Herrschaft anzuerkennen. Kolosser 1,18 sagt: „Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde. Er ist der Anfang, der Erstgeborene von den Toten, damit er in allem der Erste sei.“ Gottes Volk darf nicht essen, bevor sie nicht zuerst die Herrschaft dessen anerkannt haben, der von den Toten auferstanden ist.

Viertens: Das Wochenfest (15-22)

Fünfzig Tage nach dem Passa fand das Wochen- bzw. Pfingstfest statt. Jetzt war die Zeit der Weizenernte. Dabei befahl ihnen Gott, ein neues Speisopfer dem Herrn zu bringen, nämlich zwei aus Weizenmehl gebackene und gesäuerte Brote. Anders als beim Fest der ungesäuerten Brote war der Teig hier durchsäuert. Sauerteig bedeutet Einfluss. Gottes Volk hat den schlechten Einfluss des alten Lebens von sich getan, jetzt sollte ihr neues Leben guten Einfluss ausüben. Pfingsten beschreibt den geistlichen Einfluss, den ein Mensch ausübt, der mit Gott wandelt. Am Pfingsttag des Jahres, in dem Jesus starb und auferstand, waren Juden aus allen Ländern in Jerusalem versammelt. Sie erlebten mit, wie der Heilige Geist mit mächtigem Brausen auf die Gläubigen kam und hörten sie in ihrer eigenen Sprache von den großen Taten Gottes reden. Mit Gott zu wandeln bedeutet für sein Volk, in der Kraft des Heiligen Geistes Zeugen Jesu zu sein bis an das Ende der Erde.

Fünftens: der Tag des Posaunenblasens (23-25)

Die ersten vier Feste fanden zwischen März und Mai statt, die nun folgenden drei Feste im siebten Monat (Tischri) zwischen September und Oktober. Das heißt, Gott ersparte seinem Volk, im heißen Sommer heilige Versammlungen abzuhalten. Der Tag des Posaunenblasens war der erste Tag des siebten Monats. Er diente zur Prüfung vor Gott und zur Erneuerung. Die Posaune rief das Volk dazu zusammen. Die Posaune wird auch das Kommen des Messias und das Gericht Gottes ankündigen, wenn er seine Auserwählten sammeln wird von den vier Winden (Matthäus 24,31).

Sechstens: Der Versöhnungstag (26-32)

Der Versöhnungstag ist der 10. Tag des 7. Monats. Wir hatten in Kapitel 16 gehört, was der Priester an diesem Tag tut. Was sollten die Israeliten tun? Durften sie, während der Hohepriester Sühne schuf, leichtfertig und passiv und gleichgültig bleiben oder sich den Bauch vollschlagen? Nein, Gott gebot ihnen, zu fasten und nicht zu arbeiten. Lesen wir die Verse 29 und 30: „Denn wer nicht fastet an diesem Tage, der wird aus seinem Volk ausgerottet werden. Und wer an diesem Tage irgendeine Arbeit tut, den will ich vertilgen aus seinem Volk.“ Während der heiligen Arbeit, Sühne zu schaffen, sollen wir mitarbeiten und mitkämpfen, mindestens bußfertig zuhören und beten und lernen. Vers 32 sagt: „Ein feierlicher Sabbat soll er euch sein, und ihr sollt fasten. Am neunten Tage des Monats, am Abend, sollt ihr diesen Ruhetag halten, vom Abend an bis wieder zum Abend.“

Siebtens: Das Laubhüttenfest (33-43)

Das letzte Fest, das Kapitel 23 auflistet, ist das Laubhüttenfest. Neben dem Fest der ungesäuerten Brote und dem Pfingsttag ist es das dritte Fest, zu dem alle männlichen Israeliten jedes Jahr nach Jerusalem gingen. Es dauerte acht Tage und fand zur Zeit der Obst- und Weinernte statt. An allen diesen Tagen brachten sie zahlreiche Opfer dar, die in 4. Mose 29,12-38 aufgezählt sind: 71 Stiere, 15 Widder, 105 Schafe, 8 Böcke, dazu noch die täglichen Opfer und die Sabbatopfer. Gott gebot ihnen, fröhlich zu sei. Lesen wir Vers 40: „Ihr sollt am ersten Tage Früchte nehmen von schönen Bäumen, Palmwedel und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden und sieben Tage fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott.“ Worüber durften sie fröhlich sein? Sie konnten fröhlich sein, wenn sie daran dachten, wie Gott ihre Vorfahren hatte in Hütten wohnen lassen, als er sie aus Ägyptenland führte (42.43). Die Nachkommen wohnten im verheißenen Land in festen Häusern. Für sie war die Wüstenwanderung nur eine alte Geschichte, wie für viele junge Leute die deutsche Einheit heute. Das Laubhüttenfest war ihr Bekenntnis, dass ihr Leben eine Pilgerschaft zu den himmlischen Hütten ist.

Das Leben des Volkes Gottes auf dieser Erde ist eine Pilgerschaft. „Wir pilgern heim zur Herrlichkeit, zu loben Gott in ew’ger Freud, willst du mit?“ Auch wir kümmern uns während der Pilgerreise täglich um Schule, Studium, Arbeit, Wohnung, Gesundheit, für uns selbst und unsere Familien. Aber Freude erhalten wir durch die himmlische Heimat. Darum sind Gottes Leute nicht von den äußeren Bedingungen abhängig. Sieben Tage in Laubhütten waren eine herrliche Vorausschau auf die ewige Gemeinschaft in den himmlischen Wohnungen, wenn wir das unverwelkliche, unbefleckte und unvergängliche Erbe empfangen, das aufbewahrt wird im Himmel für uns (1. Petr 1,3.4). Apostel Paulus führte ein Leben mit der lebendigen Hoffnung. Er wandelte mit Gott. Als er nach Rom ging, war er nicht s als ein Gefangener in Ketten. Doch er eroberte das römische Reich mit dem Evangelium des gekreuzigten und auferstandenen Christus. In Ketten feierte er das Laubhüttenfest und lehrte jeden, der zu ihm kam, mit allem Freimut ungehindert. Wir haben das ewige Leben. Wir dürfen keine kleinbürgerlichen Sklaven der Bedingungen sein, sondern müssen als Gottes Volk mit Gott wandeln und dürfen gemäß der Vision Gottes sein Heilswerk bis in die muslimischen Länder und bis ans Ende der Erde ausbreiten.

Die Feste des Herrn (Levitikus 23)
1 Passa 1 / 14 Erlösung Joh 3,16
2 Ungesäuerte Brote 1 /15-21 Trennung vom alten Leben 1.Kor 5,7.8
3 Erstlingsgarbe Nach Passa Auferstehung Kol 1,18
4 Pfingsten 50 Tage nach Passa Mission Apg 1,8
5 Posaunenblasen 7 / 1 Wiederkunft Mt 24,31
6 Versöhnungstag 7 / 10 Sühne Hebr 9,14
7 Laubhütten 7 / 15-22 Pilgerschaft 1.Petr 1,3.4

Gott gebot seinem Volk diese sieben Feste. Alle mussten diese Feste halten. Es gab keine Ausnahmen. Die Feste zu ignorieren oder eigene Feste zu feiern hieß, die Beziehung zu Gott abzuschneiden und nicht mehr als Gottes Volk zu leben. Ich feierte früher, als ich unter der Macht der Sünde war und im dunklen Dachzimmer lag, meine eigenen Feste voller Traurigkeit und Verzweiflung. Aber Gott schenkte mir durch seine Gnade das neue Leben in Christus. Nun sind meine Feste die heiligen Versammlungen, angefangen vom Frühgebet, Zweierbibelstudium, Jüngerschaftsabend, Global Leadership Empowerment Forum und Global Leaders Konferenz. Lasst uns auch in diesem Wintersemester die heiligen Versammlungen halten und an jeder Fakultät die Übriggebliebenen dazu führen, mit Gott zu wandeln. Lesen wir noch einmal 23,2: „Sage den Israeliten und sprich zu ihnen: Dies sind die Feste des HERRN, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen; dies sind meine Feste:“

Kapitel 24 enthält Vorschriften für die Lampen und die Schaubrote im Heiligtum. Die Israeliten sollten beständig Öl für die Lampen bringen. Und Aaron sollte die Lampen vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn leuchten lassen. Dazu gab es den Fall eines Mannes, der im Lager Gott fluchte. Die Israeliten brachten ihn zu Mose, und Mose befragte Gott. Gottes Anweisung war klar (24,14.15): „Führe den Flucher hinaus vor das Lager und lass alle, die es gehört haben, ihre Hände auf sein Haupt legen und lass die ganze Gemeinde ihn steinigen und sage zu den Israeliten: Wer seinem Gott flucht, der soll seine Schuld tragen.“

Kapitel 25 ordnet für alle sieben Jahre ein Sabbatjahr an und für alle 50 Jahre ein Erlassjahr. Dadurch, dass sie das Sabbat- und Erlassjahr hielten, bekannten sie, dass Gott selbst ihre Sicherheit und ihr sehr großer Lohn war. Lesen wir 25,20.21: „Und wenn ihr sagt: Was sollen wir essen im siebenten Jahr? Denn wenn wir nicht säen, so sammeln wir auch kein Getreide ein -, so will ich meinem Segen über euch im sechsten Jahr gebieten, dass er Getreide schaffen soll für drei Jahre.“ Sie konnten ganz auf Gott, ihren Versorger vertrauen, und von ihm abhängig sein.

Gott gebot ihnen außerdem, von ihren Brüdern keinen Zins zu nehmen und sie auch nicht als Sklaven zu halten. 25,55 sagt: „Denn mir gehören die Israeliten als Knechte; meine Knechte sind sie, die ich aus Ägyptenland geführt habe. Ich bin der HERR, euer Gott.“

Lesen wir noch einmal Vers 23,2: „Sage den Israeliten und sprich zu ihnen: Dies sind die Feste des HERRN, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen; dies sind meine Feste:“ Gott gebietet seinem Volk die regelmäßigen, jährlichen Feste, damit sie mit ihm wandeln. Gottes Leute halten Gottes Feste wegen seiner Gnade, mit der lebendigen Hoffnung und der Vision Gottes als seine Zeugen bis an das Ende der Erde. Möge Gott uns helfen, die Feste des Herrn zu halten und mit Gott zu wandeln.

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