Die fünf Opfer und das Priestertum

3.Mose 1,1- 10,20
Leitvers 1,9

„Die Eingeweide aber und die Schenkel soll er mit Wasser waschen, und der Priester soll das alles auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Das ist ein Brandopfer, ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den HERRN.“

Dank sei Gott, dass er durch den Glauben seines Knechtes und die Zusammenarbeit vieler Knechte und Mägde Gottes das Global Leadership Empowerment Forum 2019 gesegnet hat. Durch das Studium von Exodus und aller fünf Bücher Mose durften wir die Hoffnung und Vision Gottes annehmen, dass Gott die nächste Generation der Leiter der UBF als Königreich von Priestern und heiliges Volk gebraucht. Viele von ihnen haben sich entschieden, geistliches Training anzunehmen und sich als globale geistliche Leiter zurüsten zu lassen, um dem Vorbild der Glaubensvorgänger der Campusmission durch die Jüngererziehung zu folgen und ihre Glaubensgeschichte fortzuschreiben.

Dank sei Gott für die Europäische Sommerbibelkonferenz 2019. Wir durften uns voller Dankbarkeit an fünfzig Jahre Weltmission durch UBF erinnern. Durch Jesus haben wir das ewige Leben (Johannes 1,4) und klare Orientierung empfangen, in alle Welt zu gehen und alle Völker zu Jüngern zu machen (Matthäus 28,18-20). Möge Gott Europa UBF als ein geistliches Hauptquartier und Europa als Missionare aussendenden Kontinent gebrauchen.

Der heutige Text ist der Anfang des Buches Levitikus. Gott gab diese Worte dem ehemaligen Sklavenvolk Israel, nachdem sie aus der Sklaverei befreit worden waren. Jesus gab sein Leben für uns und erfüllte die Forderung des Gesetzes. Durch die Gnade des Blutes sind wir sein Volk geworden. Für unser neues Leben haben wir wichtige Fragen: Wir können wir zu Gott kommen? Wie können wir Gott anbeten? Wie können wir so leben, dass unser Leben Gott gefällt? Die Antworten darauf gibt uns das Buch Levitikus. Heute lernen wir durch Brand-, Speis-, Dank-, Sünd- und Schuldopfer, wie wir zu Gott kommen, indem wir unser neues Leben als Brandopfer führen und mit Dank für seinen Segen, Freude in der Gemeinschaft mit ihm und Buße für unsere Sünde mit ihm wandeln. Wir möchten auch die Wichtigkeit und Heiligkeit des Priestertums kennen lernen und unseren Priesterdienst so versehen, dass Gott unter seinem Volk wohnen kann.

I. Die fünf Opfer (Kapitel 1-7)

Die Kapitel 1-7 enthalten die Bestimmungen über Brand-, Speis-, Dank-, Sünd- und Schuldopfer, durch die Gottes Volk erfährt, wie sie zu Gott kommen können.

1. Das Brandopfer (1,1-17)

Lesen wir die Verse 1-2: „Und der HERR rief Mose und redete mit ihm aus der Stiftshütte und sprach: Rede mit den Israeliten und sprich zu ihnen: Wer unter euch dem HERRN ein Opfer darbringen will, der bringe es von dem Vieh, von Rindern oder von Schafen und Ziegen.“ Die Stiftshütte war der Ort, an dem Gott unter seinem Volk wohnte. Dort sprach Gott zu Mose wie mit einem Freund und gab ihm seine heiligen Anweisungen. Vers 2 sagt: „Wer unter euch dem Herrn ein Opfer darbringen will, der bringe es …“ Gott lädt jeden ein, der will, gerne und freiwillig zu ihm zu kommen. Grundsätzlich will jeder Mensch zu Gott kommen. Gott hat uns nach seinem Bild und zur Gemeinschaft mit ihm geschaffen. Darum sehnt sich jeder Mensch danach, zu Gott zu kommen. Doch durch die Sünde haben sich die Menschen von Gott getrennt. Solange die Sünder sich unter der Herrschaft der Sünde befinden, wollen sie nicht zu Gott kommen. Sogar fliehen sie vor ihm. Als ich unter der Herrschaft der Sünde war, floh ich auch vor Gott in die Welt der selbstverherrlichenden Fantasien und selbstsüchtigen Begierden. Gott aber hat Jesus gegeben, der die Macht der Sünde durch seinen Tod am Kreuz besiegt und die Herrschaft der Sünde beendet hat. Durch sein Opfer hat er den neuen und lebendigen Weg geöffnet, zu ihm, den heiligen Gott zu kommen. Als ich diese Gnade gemäß Römer 13,14 erkannte, empfing ich auch den ernsthaften Wunsch, zu Gott zu kommen und so zu leben, wie es ihm gefällt. Die Opfervorschriften sind für alle, die das neue Leben empfangen haben und bereit und willig sind, weil Jesus sich für sie selbst geopfert hat.

Das erste Opfer ist das Brandopfer. Die Verse 3-17 sind nach den Opfertieren unterteilt: 3-9: Rind, 10-13: Schaf oder Ziege und 14-17: Taube. Die Vorschriften für die Taube weichen etwas ab. Für das Vieh gilt: Das Opfer sollte männlich und ohne Fehler sein. Vers 3: „Will er ein Brandopfer darbringen von Rindern, so opfere er ein männliches Tier, das ohne Fehler ist, vor der Tür der Stiftshütte, damit es ihn wohlgefällig mache vor dem HERRN.“ Männliche Tiere waren mehr wert, weil sie für die Nachkommen sorgten. Dazu soll das Tier fehlerlos sein. Wer zu Gott kommen will, soll das Beste bringen, nicht das Zweitbeste und nicht das, was übrig ist. In dem, was wir bringen, drückt sich unsere Beziehung zu Gott aus. Beim Global Leadership Empowerment Forum Anfang des Monats konnten wir sehen, wie viele Glaubensvorgänger ihr Bestes zu Gott brachten. Sie sind diejenigen, die mit ihrem Brandopfer zu Gott kommen. Einige opferten ihren Urlaub. Einige opferten ihre ganze Kraft, obwohl sie schon über sechzig oder siebzig Jahre alt sind. Unser Opfer für Gott soll das Beste sein. Maleachi 1,8 ermahnt diejenigen, die Gott durch ihre minderwertigen Opfer verachten: „Wenn ihr ein blindes Tier opfert, so haltet ihr das nicht für böse; und wenn ihr ein lahmes oder ein krankes opfert, so haltet ihr das auch nicht für böse. Bring es doch deinem Fürsten! Meinst du, daß du ihm gefallen werdest oder daß er dich gnädig ansehen werde? spricht der HERR Zebaoth.“ Indem wir unser Bestes zu Gott bringen, in kleinen wie in großen Dingen, erfüllen wir die erste Voraussetzung für ein Gott gefälliges Leben.

Betrachten wir Vers 4. Beim Opfern sollte der Opfernde seine Hand auf den Kopf des Opfertiers legen. Damit bekannte er, dass das Tier an seiner Stelle starb. Eigentlich müssen die Sünder wegen ihrer Sünde sterben. Doch durch ein stellvertretendes Opfer kann ein Sünder zu Gott kommen.

Dann wurde das Tier geschlachtet, ihm wurde das Fell abgezogen, das Fleisch wurde in Stücke zerlegt und die Eingeweide und die Schenkel wurden Wasser gewaschen. Wer tut dies? Nicht der Priester, sondern der Opfernde selbst. Der Priester unterstützt nur. Zu Gott kommen ist aktives Tun. Gottes Gemeinde besteht nicht aus Zuschauern, die darauf warten, dass der Priester etwas tut, sondern aus denen, die aktiv mitwirken. 1. Petrus 2,5 drückt dies so aus: „Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priesterschaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“

Schließlich besprengt der Priester den Altar mit dem Blut des Opfers. Lesen wir die Verse 7-9: „Und die Priester, Aarons Söhne, sollen ein Feuer auf dem Altar machen und Holz oben darauf legen und sollen die Stücke samt dem Kopf und dem Fett auf das Holz legen, das über dem Feuer auf dem Altar liegt. Die Eingeweide aber und die Schenkel soll er mit Wasser waschen, und der Priester soll das alles auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Das ist ein Brandopfer, ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den HERRN.“ Wichtig ist hier das Wort „alles“. Das ganze Brandopfer – alle Stücke, der Kopf, das Fett, die Eingeweide und Schenkel – wurde auf dem Altar verbrannt, komplett, zu 100%, ohne Rest.

Es fällt auf, dass das Brandopfer in der Reihenfolge das erste Opfer ist. Man könnte denken, wir müssten erst mit der Sünde kommen, dann danken, dann etwas vom Segen geben und erst am Ende über völlige Hingabe nachdenken. Aber das Brandopfer ist das erste Opfer, weil es ohne völlige Hingabe kein Glaubensleben gibt. Am Anfang steht die Entscheidung, unser Leben zu 100% für den Herrn verbrennen zu lassen. Danach können wir durch den Gehorsam lernen und darin wachsen, mehr und mehr den Willen Gottes zu tun. Das Leben des Glaubens ist ein Leben völliger Hingabe.

Ein solches Leben als Brandopfer ist ein lieblicher Geruch für den Herrn. Jesus verbrannte ganz als ein Brandopfer. Als er sich entschied, das Kreuz zu tragen und für die Mission als das Lamm Gottes für die Sünden der Welt sein Leben zu geben, geschah eine Stimme vom Himmel (Lukas 3,22): „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Apostel Paulus ließ sein ganzes Leben verbrennen, indem er zu 100% Gottes Berufung als Apostel der Heiden gehorchte. Er ermutigte die Christen in der Verfolgung (Römer 12,1): „Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.“ Er forderte sie auf, als Brandopfer zu leben und ihr neues Leben für Gott verbrennen zu lassen. Missionar Dr. Samuel Lee ließ sein ganzes Leben verbrennen, indem er sich zu 100% der Campusmission durch das Bibelstudium widmete und den Willen Gottes zur Weltmission in seiner Generation erfüllte. Wir kennen auch das Gebet Jim Eliotts: „Herr, zünde an den trockenen Reisighaufen meines Lebens, dass er für dich brenne. Ich suche kein langes Leben, sondern ein erfülltes, wie du, Herr Jesus.“ Er wurde ein Brandopfer für das Heil der Auca-Indianer und ein Vorbild für viele junge Christen.

Diese Beispiele zeigen uns, dass das Leben als Brandopfer ein Leben für die Mission Gottes bedeutet. Ganz zu verbrennen heißt, Jesu Wort zu gehorchen und als ein Hirte zu leben. Ein solches Leben erfreut Gott und ist ein lieblicher Wohlgeruch in einer Zeit, in der sich die Menschen so schwer tun, sich zu binden. Auch viele Christen in Europa sind betrogen vom Geist des Egoismus. Sie denken, es genüge, gelegentlich Gottes Wort zu hören und ein wenig Zeit und Geld für Gott zu geben. Dann aber wundern sie sich, dass ihr Glaubensleben keine Frucht bringt. Levitikus 1 sagt klar, dass wir Gott gefallen, wenn alles verbrannt wird. Unser Leben ist ein Brandopfer. Dank sei Gott für mehr als 30 junge Leute, die beim Global Leadership Empowerment Forum durch das Bibelstudium und die Dienerschaft ihrer Hirten und Eltern erkannt haben, dass Gott sich unser Leben als Brandopfer wünscht, und die als Bibellehrer und Staff- Mitarbeiter aktiv für die Mobilisierung ihrer Generation mitgewirkt haben. Ihr Leben im Gehorsam gegenüber dem Weltmissionsbefehl Jesu ist ein Wohlgeruch für den Herrn. Lasst uns zu Gott kommen, indem wir unser Leben als Brandopfer führen. Lesen wir noch einmal Vers 9: „Die Eingeweide aber und die Schenkel soll er mit Wasser waschen, und der Priester soll das alles auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. Das ist ein Brandopfer, ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den HERRN.“

2. Das Speisopfer (2,1-16)

Lesen wir 2,1-2: „Wenn jemand dem HERRN ein Speisopfer darbringen will, so soll es von feinstem Mehl sein, und er soll Öl darauf gießen und Weihrauch darauf legen und es bringen zu den Priestern, Aarons Söhnen. Und der Priester soll eine Handvoll nehmen von dem Mehl und Öl samt dem ganzen Weihrauch und es als Gedenkopfer in Rauch aufgehen lassen auf dem Altar als ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den HERRN.“ Ein Speisopfer drückt Dankbarkeit für die Gnade und den Segen Gottes aus. Wenn die Israeliten nach dem Auszug aus der Sklaverei und dem Training in der Wüste ins verheißene Land kämen, würden sie säen und ernten und aus dem geernteten Getreide Mehl mahlen, aus dem sie Brot backen konnten. Dann durften sie vom feinsten Mehl nehmen und es mit Öl und Weihrauch dem Herrn opfern. Obwohl sie mit eigenen Händen gesät und geerntet und gemahlen hatten, durften sie wissen, dass der Segen von Gott kam. Die Früchte unserer Arbeit gehören Gott. Er ist der Geber des Segens. Wenn wir für uns selbst arbeiten, für unsere eigene Gier und unseren Stolz, dann können wir Gott nicht gefallen. Die Arbeit, die wir haben, kommt von Gott und ihre Früchte gehören Gott. Bis 2007 arbeitete ich für meine Ehre und ignorierte Gott als den Geber des Segens. Als ich die Arbeit verlor, gab Gott mir durch Markus 15,34 Buße und lehrte mich, seine Mission über allen Segen zu setzen. 9 Monate später gab er mir eine noch bessere Arbeit, aber ich darf nun diese täglich als ein Speisopfer zu Gott bringen und auch im Arbeitsumfeld Wohlgeruch verbreiten.

Die Verse 14-16 sagen, dass wir, wenn wir eine neue Arbeit beginnen, die ersten Früchte zu Gott bringen sollen (14-16). Dann werden auch unsere Arbeit und unsere Karriere ein lieblicher Geruch für den Herrn sein.

3. Das Dankopfer (3,1-17)

Das Dankopfer ist wiederum ein Tieropfer, entweder ein Rind (3,1-5), ein Schaf (6-11) oder eine Ziege (12-17). Beim Dankopfer konnte es ein männliches oder ein weibliches Tier sein, jedoch keine Taube, weil diesmal nur das Fett in Rauch aufging und das Fleisch gegessen wurde. Schwerpunkt des Dankopfers ist die Gemeinschaft (englisch: fellowship offering). Sowohl Gott als auch der Priester als auch der Opfernde selbst bekommen ihren Anteil. Auch beim Dankopfer muss der Opfernde die Hand auf den Kopf des Opfers legen. Das Blut wird an den Altar gesprengt. Wahre Gemeinschaft gibt es nur in Jesus Christus. Andererseits gibt es aber auch kein Glaubensleben ohne Gemeinschaft. Die Erlösten Gottes kommen zu Gott, indem sie Gemeinschaft mit den Knechten Gottes und mit den Mitgläubigen in dem Herrn suchen. Der junge Nikolaus Graf von Zinzendorf besuchte von 1710-1715 die Schule von August Hermann Francke in Halle. Statt aber nur seine Zeit dort abzusitzen, suchte er aktiv die Gemeinschaft und nahm an Franckes Tischgemeinschaften teil. So kam er mit seinem Dankopfer zu Gott und lernte dort mehr über das Glaubensleben als in allen Schulstunden. Zinzendorf gründete später die Herrnhuter Brüdergemeinde, die viele Missionare in alle Welt sandte. Durch das regelmäßige Dankopfer wird eine einflussreiche Missionsgemeinschaft gebaut.

4. Das Sündopfer (4,1-5,13)

Brand-, Speis- und Dankopfer sind freiwillige Opfer, durch die der Gläubige seinen Dank und seinen Glauben ausdrückt und zu Gott kommt, der ihn durch seine Gnade von der Knechtschaft erlöst hat. Die beiden nächsten Opfer, Sünd- und Schuldopfer sind vorgeschriebene Opfer, die dann zu bringen sind, wenn Sünde und Schuld erkannt werden.

Lesen wir 4,1-3: „Und der HERR redete mit Mose und sprach: Rede mit den Israeliten und sprich: Wenn jemand aus Versehen gegen irgendein Gebot des HERRN sündigte und täte, was er nicht tun sollte: wenn etwa der Priester, der gesalbt ist, sündigte, so daß er eine Schuld auf das Volk brächte, so soll er für seine Sünde, die er getan hat, einen jungen Stier darbringen, der ohne Fehler ist, dem HERRN zum Sündopfer.“ Ein Sündopfer ist ein Opfer für eine Sünde aus Versehen. Für absichtliche Sünde gibt es kein Opfer. Jesus betete am Kreuz für diejenigen, die ihn umbrachten (Lukas 23,34): „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun“. Jesu Opfer galt auch für sie, weil sie nicht wussten, was sie taten. Gott hat für unsere blutrote Sünde selbst am Kreuz bezahlt. Wenn wir aber, nachdem wir die Sünde als Sünde erkannt haben, mutwillig weiter sündigen und Jesu Opfer ablehnen, dann gibt es kein weiteres Opfer mehr, sondern nur noch ein schreckliches Warten auf das Gericht Gottes (Hebräer 10,26).

Was ist Sünde? Gemäß Vers 2 ist es ein Verstoß gegen Gottes Gebote. Durch das Wort Gottes erkennen wir, dass wir sündigen. Sobald das Wort Gottes unsere Sünde offenbart, sollen wir zu Gott kommen.

Kapitel 4 schreibt dabei unterschiedliche Opfer vor, je nachdem, wer sündigt: Für den Priester (1-12) und die ganze Gemeinde (13-22) ein junger Stier, für einen Stammesfürsten ein Ziegenbock (23-26) und für sonst jemandem aus dem Volk eine Ziege oder ein weibliches Schaf (27-35).

Für den Priester und die Gemeinde gilt die Besonderheit, dass das Blut des Opfers nicht nur an den Brandopferaltar gesprengt, sondern in das Heiligtum hineingetragen, an den Vorhang zum Allerheiligsten gesprengt und an die Hörner des goldenen Räucheraltars gestrichen wurde. Auch wurde dieses Opfer völlig verbrannt und nichts davon gegessen (11.12). Die Sünde des Priesters oder der ganzen Gemeinde verunreinigt die Wohnung Gottes. Hier sehen wir die besondere Verantwortung, die derjenige trägt, der an der Wohnung Gottes dient. Ein Leiter muss darum mit besonders ernsthafter Buße zu Gott kommen. Seine Sünde beeinflusst das ganze Volk, und seine Buße reinigt das ganze Volk.

5,1-13 gelten für bestimmte Sünden: eine Straftat nicht anzuzeigen, etwas Unreines zu berühren, Kontakt mit einem unreinen Menschen zu haben oder unbedacht zu schwören. Wenn jemand sich kein Schaf zum Sündopfer leisten konnte, durfte er auch zwei Turteltauben oder sogar nur ein Zehntel Scheffel Mehl bringen. Der Weg zu Gott durch die Buße steht für jeden offen.

Was bewirkt das Sündopfer? Gott hat durch seine Gnade den Weg für die Sünder geöffnet, mit ihrer erkannten Sünde in Buße zu ihm zu kommen, und verspricht, den Sündern gnädig zu sein. Vers 35 sagt: „So soll der Priester die Sühnung für ihn vollziehen für die Sünde, die er getan hat, und ihm wird vergeben.“ Indem wir täglich durch das Wort Gottes, sei es durch Tägliches Brot, Bibelstudium oder Stellungnahme in Buße mit unserer Sünde zu ihm kommen, erfahren wir auch täglich Vergebung, Wiederherstellung, Heiligung und Veränderung. Wer so zu Gott kommt, der wächst zum Königreich von Priestern und heiligen Volk.

5. Das Schuldopfer (5,14-26)

Das Schuldopfer lehrt uns den Umgang mit heiligen Dingen, die dem Herrn geweiht sind. Wer sich versehentlich an dem vergreift, was dem Herrn geweiht ist, soll einen Widder als Opfer bringen, dazu das Geheiligte erstatten und zusätzlich ein Fünftel des Wertes dem Geschädigten oder dem Priester geben. Wer aus Versehen Geld, das eigentlich als Opfergabe gedacht war, für sich selbst gebraucht, darf zu Gott kommen, das Opfer nachholen und noch 20% dazu als Ausdruck der Buße, so wird das Unrecht gesühnt und ihm wird vergeben.

Die Kapitel 6 und 7 enthalten weitere Regelungen für die fünf Opfer, dazu für das Einsetzungsopfer der Priester. 6,5.6 sagen: „Das Feuer auf dem Altar soll brennen und nie verlöschen. Der Priester soll alle Morgen Holz darauf anzünden und oben darauf das Brandopfer zurichten und das Fett der Dankopfer oben darauf in Rauch aufgehen lassen. Ständig soll das Feuer auf dem Altar brennen und nie verlöschen.“ Das Opfern ist für Gottes Volk keine einmalige Aktion. Ständig soll das Feuer brennen und nie verslöschen. Wie kann das geschehen? Der Priester sollte jeden Morgen Holz darauf legen und anzünden. In diesem Sommer durften wir uns daran erinnern, wie das Feuer für die Campusmission in der ersten Generation gebrannt hat und noch brennt. Dieses Feuer soll nie verlöschen. Wir als Eltern und Hirten und Bibellehrer sind berufen, jeden Morgen Holz aufzulegen und das Feuer am Brennen zu halten, damit es auch in den nachfolgenden Generationen weiterbrennt und Gottes Werk der geistlichen Erneuerung in Europa und bis in die muslimischen Länder geschieht.

Die Vorschriften in diesen Kapiteln sagen auch, dass die Priester den Anteil an den Speis-, Dank-, Sünd- und Schuldopfern als ewiges Anrecht erhalten. Gott sorgt für seine Knechte, die am Heiligtum dienen. Wenn sie sich ganz für den Dienst hingeben, wird Gott sie jederzeit versorgen und es ihnen reichlich lohnen.

In den Kapiteln 1-7 haben wir das Brand-, Speis-, Dank-, Sünd- und Schuldopfer kennen gelernt. Wir lernen durch diese fünf Opfer, für Gott es Mission als Brandopfer zu leben und mit Dank für seinen Segen, Freude an der Gemeinschaft, Buße und Wiedergutmachung zu ihm zu kommen. Diese fünf Opfer aus dem Buch Levitikus beschreiben das selige Leben der Gläubigen, das Gott gefällt. Möge Gott uns helfen, mit Hingabe, Dank, Freude und Buße zu Gott zu kommen, damit unser Glaubens- und Hirtenleben mehr und mehr zu einem lieblichen Geruch für den Herrn wird.

II. Das Priestertum (Kapitel 8 – 10)

In den Kapiteln 8-10 geht es um die Weihe der Priester, ihr erstes Opfer nach der Anweisung Gottes und um die Strafe für ein fremdes Opfer. Wir lernen, was es bedeutet, ein Priester zu sein und wie wir unsere priesterliche Aufgabe erfüllen können.

1. Die Weihe der Priester (8,1-30)

Nachdem er ihm die Opferanweisungen gegeben hatte, sprach Gott zu Mose über das Priestertum. Lesen wir Vers 2 und 3: „Nimm Aaron und seine Söhne und die Kleider und das Salböl und den jungen Stier zum Sündopfer, die beiden Widder und den Korb mit ungesäuertem Brot und versammle die ganze Gemeinde vor der Tür der Stiftshütte.“ Für das Priestertum waren Aaron und seine Söhne berufen. Aaron war Moses drei Jahre älterer Bruder. Auch er war ein sündiger Mensch mit vielen Schwachheiten. Doch Gott berief ihn und seine Söhne mit Namen als Priester. Das war Gottes souveräne Gnade. Für die Einsetzung sollte sich die ganze Gemeinde vor der Stiftshütte versammeln. Als sie versammelt waren, nahm Mose die Einsetzung vor.

Zuerst wurden sie mit Wasser gewaschen (6), dann wurde Aaron eingekleidet (7-9), danach auch seine Söhne (13). Waschen und Einkleiden bedeutet, dass sie von ihrer Sünde reingewaschen wurden und eine neue Identität bekamen. Sie waren nicht mehr schmutzige Sklaven, sondern königliche Priester mit einer besonderen Würde und Gnade.

Die neuen Kleider waren herrlich und bedeutsam. Die Details finden wir in 2. Mose 28. Aarons Kleider umfassten das leinene Untergewand, den Gürtel, das Obergewand, den Priesterschurz, die Brusttasche mit den Losen „Licht und Recht“ und den Kopfbund mit dem Stirnblatt und der Aufschrift „Heilig dem Herrn“. Dann nahm Mose das Salböl und salbte das Heiligtum und den Altar und goss es auf Aarons Haupt und weihte ihn so.

Nach der Taufe mit Wasser wird ein Mensch, den Gott beruft, mit dem heiligen Geist gesalbt. Jesus half seinen Jüngern, ihre Hoffnung auf ihn zu setzen setzte sie als seine Zeugen bis ans Ende der Erde ein. Anschließend kam der Heilige Geist und befähigte sie, seinem Weltmissionsbefehl zu gehorchen und den priesterlichen Dienst an der neuen Stiftshütte, Jesus Christus, zu versehen.

Ab Vers 14 wurden die Priester aktiv einbezogen. Sie legten die Hände auf die Opfertiere: einen Stier zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer. Ein Priester muss zuerst anerkennen, dass er selbst ein schrecklicher Sünder ist, der ein stellvertretendes Opfer braucht. Dann darf er seine Entscheidung bekennen, sein ganzes Leben für den priesterlichen Dienst zu geben.

Anschließend opferte Mose den Widder zum Einsetzungsopfer und strich von seinem Blut Aaron und seinen Söhnen auf das rechte Ohrläppchen, den Daumen der rechten Hand und die große Zehe am rechten Fuß. Im Blut ist das Leben. Ein Priester soll so hören, so handeln und so wandeln, dass es dem Leben dient. Ein Hirte hörte immer wieder die Stellungnahmen seiner Hoffnungsträger. Weil er das Blut der Einsetzung am Ohrläppchen hatte, konnte er durch ihre Stellungnahmen ihre Anliegen erkennen und ihnen geistlich helfen. Wir hören täglich verschiedene Dinge in der Schule, am Campus, bei der Arbeit, sogar in der Verwandtschaft, Klagen, Murren, stolze oder rebellische Worte. Mit dem Blut der Einsetzung am Ohrläppchen können wir so hören, dass wir ihre Gebetsanliegen erkennen, anfangen, für sie zu beten und so dem Leben gebenden Werk dienen.

Vers 31 sagt, dass die Priester das Fleisch vom Einsetzungsopfer und das Brot aus dem Korb aßen. Ihre Einsetzung war eine fröhliche Gemeinschaft vor Gott. Gleichzeitig war es eine intensive Zeit. Vers 33 sagt: „Und ihr sollt sieben Tage lang nicht weggehen von der Tür der Stiftshütte, bis die Tage eures Einsetzungsopfers um sind; denn sieben Tage sollen eure Hände gefüllt werden.“ Die Einsetzungskonferenz dauerte sieben Tage, an denen alle diese Opfer wiederholt wurden. Sieben Tage und sieben Nächte blieben sie dort und durften nicht von der Tür der Stiftshütte weichen, bis ihre Einsetzung vollzogen war.

2. Das erste Opfer (9,1-24)

Am achten Tag, nach der siebentägigen Priesterweihe, brachten Aaron und seine Söhne das erste priesterliche Opfer dar. Zuerst opferte Aaron sein Sündopfer (8-11), dann sein Brandopfer (12-14) und anschließend die Opfer des Volkes: ein Bock zum Sündopfer (15), ein Kalb und ein Schaf zum Brandopfer (16), das Speisopfer (17) und einen Stier und einen Widder zum Dankopfer (18). Weil seine Sünden vergeben und er geheiligt und geweiht war, konnte er für das Volk opfern. Wichtig ist hier, dass sie die Opfer so brachten, wie Gott es vorgeschrieben hatte. Vers 7b sagt: „Danach bringe dar die Opfergabe des Volks und entsühne es auch, wie der Herr geboten hat.“ Wiederholt heißt es, dass Aaron die Opfer so darbrachte, wie der Herr es Mose geboten hatte. Was geschah, als sie nach der Anweisung Gottes für das Volk opferten? Lesen wir die Verse 23 und 24: „Und Mose und Aaron gingen in die Stiftshütte. Und als sie wieder herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des HERRN allem Volk. Und ein Feuer ging aus von dem HERRN und verzehrte das Brandopfer und das Fett auf dem Altar. Da alles Volk das sah, frohlockten sie und fielen auf ihr Antlitz.“ Gottes Herrlichkeit erschien. Feuer ging aus vom Herrn und verzehrte das Brandopfer und das Fett auf dem Altar. Gott war sehr erfreut. Als die Priester nach der Anweisung Gottes handelten, war Gott mitten unter seinem Volk. Hier lernen wir, dass die wichtigste Eigenschaft eines Priesters der Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes ist. Die Priester sollen gemäß der Anweisung Gottes dem Volk helfen, mit ihrem neuen Leben mit Dank, Freude und Buße zu Gott zu kommen, dann kann Gott unter seinem Volk wohnen.

3. Die Strafe für ein fremdes Feuer (10,1-20)

Betrachten wir 10,1: „Und Aarons Söhne Nadab und Abihu nahmen ein jeder seine Pfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten so ein fremdes Feuer vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte.“ Es war immer noch der achte Tag, der Tag nach der Einsetzung. Die Priester und alles Volk hatten gerade erlebt, dass Gott unter seinem Volk war. Doch Nadab und Abihu waren noch nicht zufrieden. Sie nahmen Pfannen und legten Räucherwerk darauf und brachten so ein fremdes Feuer vor den Herrn. Solches Räucherwerk war gemäß 16,12.13 dem Hohenpriester vorbehalten. Nadab und Abihu verließen ihre Position und handelten nach der eigenen Vorstellung. Gottes Zorn entbrannte, und Feuer fuhr aus von dem Herrn und verzehrte sie, so dass sie starben (2). Gottes Werk geschieht nicht nach menschlicher Vorstellung, sondern nach Gottes Anweisungen. Wenn Priester ihre Position nicht halten und nach der eigenen Vorstellung handeln, ist das eine offene Tür für den Satan. Darum entbrannte der Zorn Gottes. Mose verkündigte Gottes Wort (3): „Das ist’s, was der Herr gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich.“ Aaron und seine verbleibenden Söhne Eleasar und Itamar sollten nicht trauern, sondern ihre Aufgabe erfüllen. Aaron, Eleasar und Itamar taten Buße. Vers 7b sagt: „Und sie taten, wie Mose sagte.“ Lesen wir die Verse 9-11: „Du und deine Söhne, ihr sollt weder Wein noch starke Getränke trinken, wenn ihr in die Stiftshütte geht, damit ihr nicht sterbt. Das sei eine ewige Ordnung für alle eure Nachkommen. Ihr sollt unterscheiden, was heilig und unheilig, was unrein und rein ist, und Israel lehren alle Ordnungen, die der HERR ihnen durch Mose verkündet hat.“ Die verbleibenden Priester erneuerten so ihre Aufgabe, Gottes Heilswerk auf seine Weise als Mittler und Bibellehrer zu dienen. Nur vom Sündopfer des Volkes konnten sie an diesem Tag nicht essen, obwohl es vorgeschrieben war. Mose diskutierte nicht darüber, sondern akzeptierte ihre Erklärung (20).

In den vergangenen 58 Jahren haben wir durch das Beispiel der UBF gesehen, dass Gottes Werk durch die Jüngererziehung durch das Zweierbibelstudium und durch die Mobilisierung der nächsten Generation geschieht. Manchmal werden wir versucht, einen anderen Weg zum Ziel zu suchen. Wenn es aber in unserem Herzen noch eine eigene Vorstellung gibt, wie Gottes Werk geschehen solle, müssen wir für unseren Hochmut Buße tun. Gottes Werk geschieht auf Gottes Weise. Gott wird das Bilden von 10.000 Zweierbibelstudium-Teams an den Fakultäten der Uni Bonn, der Uni Koblenz, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und die Zusammenarbeit für die Mobilisierung der nächsten Generation segnen. Er wird seine Herrlichkeit erscheinen lassen und 100.000 Bibellehrer und 5 Millionen Gebetsmitarbeiter für die geistliche Erneuerung und Wiedererweckung aufstellen.

Heute lernen wir, dass unser neues Leben ein Brandopfer ist. Wir lernen, mit Dank für seinen Segen, Freude an der täglichen Gemeinschaft und Buße für erkannte Sünde und Schuld zu ihm zu kommen. Wir lernen auch, welche Gnade es bedeutet, als Priester berufen zu sein, und als Priester dem Werk Gottes auf Gottes Weise zu dienen. Möge Gott unsere Opfer und unseren Priesterdienst gnädig annehmen und sein Volk in Deutschland und Europa geistlich aufrichten und als Segen für sein Weltheilswerk gebrauchen.

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