Die Wiedererweckung des Volkes Gottes

„Und sie standen an ihrem Platz auf, und man las vor aus dem Buch des Gesetzes des HERRN, ihres Gottes, drei Stunden lang, und drei Stunden bekannten sie und beteten zum HERRN, ihrem Gott.“

Wir danken Gott für die Bibelforschung aus dem Buch Nehemia zur geistlichen Erneuerung in Europa und zur Mobilisierung von globalen geistlichen Leitern.

Im Jahr 458 v.Chr. war Esra nach Jerusalem zurückgekehrt und hatte sich selbst, die Leviten und das Volk durch die Bibelforschung vorbereitet (Esra 7,10). 13 Jahre später folgte Nehemia, der die Israeliten für den Mauerbau mobilisierte (Neh 2,17). Er überwand alle Widerstände, lehrte die Israeliten, zu arbeiten und zu kämpfen und vollendete den Mauerbau in nur 52 Tagen. Dann kam es durch die Zusammenarbeit Esras und der Leviten zu einer Bußbewegung (8,3). Die Ohren des ganzen Volks waren dem Gesetzbuch zugekehrt; sie kehrten mit Tränen zu Gott zurück und feierten ein großes Freudenfest. Sie kehrten auch zur Hoffnung Gottes zurück und versammelten sich zum Laubhüttenfest.

Heute sehen wir, dass ihre Buße noch weiterging. Durch das Bußgebet kehrten sie zur Gnade Gottes zurück, nämlich zu einem Leben des Glaubensgehorsams gegenüber der heiligen Mission Gottes. Die Leiter trafen eine feste Abmachung, und alles Volk trat ihr bei. Möge Gott uns helfen, mit Leben verändernder Buße zu Gott zu kommen, Gottes Berufung aus Hesekiel 37,10 durch den Glauben zu gehorchen und eine feste Abmachung zu treffen. Möge Gott unser Bibelstudium segnen und die Wiedererweckung des Volkes Gottes in Europa bewirken.

1. Das Bußgebet des Volkes (9,1-37)

Lesen wir Vers 1: „Am vierundzwanzigsten Tage dieses Monats kamen die Israeliten zu einem Fasten zusammen, in Säcke gehüllt und mit Erde auf ihren Häuptern.“ Zwei Tage nach dem Laubhüttenfest kamen die Israeliten erneut zusammen. Sie waren in Säcke gehüllt und hatten sich Erde aufs Haupt gestreut. Sie kamen, um Buße zu tun.

Anders als die Versammlung am ersten Tag des siebten Monats und die Versammlungen beim Laubhüttenfest war dies keine vorgeschriebene Versammlung. Es war ihre bewusste Entscheidung, zur Buße zusammen zu kommen. Diese Bußfertigkeit war die Frucht des Heiligen Geistes durch die Bibelforschung von Esra und der Leviten. Dreieinhalb Wochen zuvor, bei der Versammlung auf dem Platz vor dem Wassertor, hatte Esra vom lichten Morgen bis zum Mittag aus dem Gesetz des Herrn vorgelesen, und die von Esra trainierten Leviten hatten es klar und verständlich ausgelegt (8,3.8). Beim Laubhüttenfest vom 15. bis zum 22. Tag wurde gemäß 5. Mose 31,9-13 acht Tage lang das ganze Gesetz Gottes vorgelesen (8,18). Wir wissen, dass es nicht einfach ist, auch nur ein Kapitel der Bibel so tiefgehend zu studieren, dass der Geist Gottes Buße im Herzen der Menschen bewirkt. Es erfordert einen Esra, der sein Herz darauf gesetzt hat, das Gesetz des Herrn zu erforschen, zu tun und zu lehren. Wir durften in den vergangenen Jahren u.a. den Epheserbrief, das Markusevangelium und alle fünf Bücher Mose erforschen, um Gottes Wort zu gehorchen und es zu lehren. Dazu haben wir die Bücher in Lektionen eingeteilt, Fragebögen erstellt, den Text zu zweit und in Gruppen studiert, Predigten erarbeitet und gehalten, Stellungnahmen geschrieben und ausgetauscht, das Wort selbst wieder weitergegeben und es bei den Maibibelkonferenzen und den Global Leaders Konferenzen wiederholt. Die Folge war eine Bußbewegung. Durch den Epheserbrief taten wir Buße und erneuerten die Tatsache, dass das neue Leben in Christus keine Fortsetzung des alten Lebens ist, sondern ein Leben in der Verbundenheit mit Christus in den guten Werken, die er zuvor bereitet hat. Durch das Markusevangelium lernten wir Jesu Leiterschaft und seine Jüngererziehung kennen und entschieden uns, mit Jesu Hoffnung, Hirtenherz, Lebenshingabe und Glauben seinem Beispiel zu folgen.

Auch die Buße der Israeliten war das Wirken Gottes durch die Bibelforschung. Die geistliche Wiedererweckung des Volkes Gottes beginnt mit der Buße aus der tiefen Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes.

Wie unterschied sich dann diese Buße von der Buße in Kapitel 8? Vers 2 sagt, dass sie ihre Sünden und die Missetat ihrer Väter bekannten. Sie prüften ihr eigenes Leben und das Leben ihrer Vorfahren. Durch das Bibelstudium hatten sie erkannt, dass einmalige Buße nicht genügt. Es reichte nicht, einmal Tränen zu vergießen und ein Fest abzuhalten, dann aber doch wieder zum alten Leben zurückzukehren. Sie wollten ihr Leben dauerhaft ändern.

Sehen wir uns an, wie ihre Bußversammlung ablief. Lesen wir Vers 3: „Und sie standen an ihrem Platz auf, und man las vor aus dem Buch des Gesetzes des HERRN, ihres Gottes, drei Stunden lang, und drei Stunden bekannten sie und beteten zum HERRN, ihrem Gott.“

Erstens: Die Rolle des Wortes Gottes. Die Buße begann erneut damit, dass Gottes Wort vorgelesen wurde. Drei Stunden lang hörten sie das Wort Gottes, und drei Stunden lang bekannten sie ihre Sünden und beteten zu Gott. Buße heißt, sich unter das Wort Gottes zu beugen. Das Wort Gottes war der Maßstab für ihre Leben verändernde Buße. Drei Stunden lang hörten sie die sie zur Buße führenden Worte ihres Gottes und bekannten dann drei Stunden lang, welche Sünder sie waren und wie schlimm sie und ihre Vorfahren gegen den heiligen Gott und gegen seine souveräne Gnade gesündigt hatten.

Ein Mann hatte die Gewohnheit, morgens das „Tägliche Brot“ zu betrachten, indem er sich hinsetzte und schnell seine Gedanken aufschrieb. Durch Nehemia 9,3 erkannte er, dass das keine Buße ist. Er fing an, 20 Minuten den Bibeltext zu lesen und sich unter das Wort zu beugen und 20 Minuten in der Stellungnahme seine Sünden zu bekennen. Da wurde das Tägliche Brot zur Quelle der Erneuerung für ihn, seine Bibelschüler und seine Hausgemeinde.

Was ist Buße? Buße ist Abkehr von der Sünde und Hinwendung zum Leben mit Gott in seinem Wort. Wir dürfen Buße tun, indem wir uns unter Gottes Wort beugen, indem wir z.B. beim Schreiben der Stellungnahme zuerst auf Gottes Wort hören und dann unsere Sünden bekennen. Solche Leben verändernde Buße ist das große Privileg des Volkes Gottes und der Weg zur geistlichen Wiedererweckung.

Zweitens: Die Rolle der Leviten als Bibellehrer. Beim Bußgebet standen die Leviten Jeschua, Bani, Kadmiël, Schebanja, Bunni, Scherebja, Bani, Kenani, Haschabneja, Hodija und Petachja erhöht und schrien zum Herrn, ihren Gott, und lobten Gott, der erhaben ist über allen Preis und Ruhm. Das Volk tat Buße, aber sie beteten nicht alle durcheinander. Die Leviten leiteten das Volk an. Sie beteten stellvertretend und traten mit dem Lob Gottes und ihren Bußanliegen vor den Thron Gottes. Jetzt zeigte sich, wie wichtig die Ausbildung der Leviten als BIbellehrer durch Esra gewesen war. Gott hatte sie vorbereitet und ihnen Einsicht in den Willen und die Geschichte Gottes gegeben, so dass sie nun mit Esra und Nehemia zusammenarbeiten und das Volk in der Buße leiten konnten.

In den Versen 5-37 finden wir den Inhalt ihres Gebets.

Erstens: Gottes souveräne Gnade und seine Verheißung (5-15)
Was war Gottes Gnade für sein Volk? Gott ist der allmächtige Schöpfer, der die ganze Erde und alle Dinge gemacht hat. Dieser allmächtige Gott erwählte einen Mann, Abram, für sein Weltheilswerk, und nannte ihn Abraham. Er erfand ihn für treu und verhieß ihm, seinen Nachkommen das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Jebusiter und Girgasiter zu geben und ihn zum Segen für alle Geschlechter auf Erden zu machen. Das war Gottes einseitige Gnade für einen alten Mann und Götzendiener wie Abraham. Es war die Gnade der Erwählung für ihn und seine Nachkommen. Gott machte die unmöglichste Person zu einem Segen für alle Geschlechter auf Erden. Von da an führte er Abraham und seine Nachkommen und sein Volk gemäß dieser Hoffnung. Als die Israeliten sich in ihrem Gebet an Abraham erinnerten, erinnerten sie sich auch an Gottes Gnade für sie selbst, ein Segen und ein Königreich von Priestern für alle Völker zu sein.

Gott führte sein Volk gemäß seiner Gnade. Abrahams Nachkommen waren in Ägypten im Elend, aber Gott erhörte ihr Schreien. Gott richtete den Pharao und seine Großen und sein Volk, die vermessen an Israel handelten, mit mächtigen Zeichen und Wundern. Er teilte das Meer vor den Israeliten und führte sie hindurch, während ihre Verfolger ertranken (11). Er führte sie durch die Wüste mit seiner Wolken- und Feuersäule. Dann brachte er sie an den Berg Sinai. Dort gab er ihnen durch Mose seine wahrhaftigen Rechte, Gesetze, Satzungen und Gebote und den heiligen Sabbat. Als sie hungerte, gab er ihnen Brot, und als sie dürstete, gab er ihnen Wasser. Dann gebot er ihnen, in das Land hineinzugehen und es einzunehmen.

Sie waren sein Volk, für Gott so kostbar wie sein Augapfel. Mit großer Liebe und Sorgfalt und mit seiner Hoffnung führte er sie bis zum verheißenen Land, das sie nur noch einzunehmen brauchten, um ein Königreich von Priestern für alle Völker auf Erden zu sein.

Auch wir haben diese Gnade durch die initiative Liebe Gottes empfangen, der seinen einzigen Sohn Jesus Christus gegeben hat, um uns aus der Knechtschaft der Sünde zu erlösen und uns zu seinem Volk zu machen. Diese Liebe Gottes ist die Grundlage unserer Buße und unseres Lebens mit ihm.

Zweitens: Gottes unbegreifliche Güte (16-25)
Obwohl die Israeliten so privilegiert und geliebt waren und Gott alles für sie vorbereitet hatte, weigerten sie sich, das Land einzunehmen. Sie wurden stolz und halsstarrig und wollten nicht hören. Sogar waren sie entschieden, nach Ägypten zurückzukehren. Am Sinai hatten sie sich ein gegossenes Kalb gemacht und es ihren Gott genannt und große Lästerungen geredet. Was kann man mit einem solchen Volk tun? Gott ließ sie vierzig Jahre durch die Wüste ziehen und ließ eine ganze Generation in der Wüste sterben, aber er vertilgte sie nicht. Seine Wolken- und Feuersäule blieb bei ihnen. Er gab ihnen seinen guten Geist zur Unterweisung und Manna und Wasser. Vierzig Jahre lang versorgte er sie mit Essen, Kleidung und gesunden Füßen. Er schlug vor ihnen die Könige Sihon und Og und mehrte die Israeliten und ließ sie ins verheißene Land einziehen. Dort demütigte er ihre Feinde vor ihnen, so dass sie feste Städte und ein fettes Land erobern und Häuser voller Güter, ausgehauene Brunnen, Weinberge, Ölgärten und Obstbäume in Fülle in Besitz nehmen konnten. Vers 25 sagt: „Und sie aßen und wurden satt und fett und lebten in Wonne durch deine große Güte.“

Wie kann man Gottes Güte verstehen? Gott zeigte sich barmherzig gegenüber denen, die so sehr lästerten. Er verließ sie nicht und führte ihre Nachkommen ins verheißene Land. Im Gebet erkannten sie Gottes Barmherzigkeit und Güte. Gott war ihnen gegenüber barmherzig, damit sie Buße täten und im verheißenen Land nach seiner Berufung leben würden. Klagelieder 3,22 und 40 sagen: „Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende … Lasst uns erforschen und prüfen unseren Wandel und uns zum Herrn bekehren!“

Drittens: Ihre Unbußfertigkeit (26-31)
Gott hatte sie nach seiner Verheißung ins Land Kanaan geführt, wo Milch und Honig fließen. Sie aber wurden ungehorsam und widerstrebten Gott und warfen sein Gesetz hinter sich. Sogar töteten sie die Propheten, die Gott zu ihnen sandte, um sie zur Umkehr aufzurufen, und redeten große Lästerungen. Sie lebten im verheißenen Land nicht als Gottes Volk und gehorchten nicht. Gott gab sie darum dahin in die Hand ihrer Feinde (27). Als sie in Not gerieten, schrien sie zu Gott. In seiner großen Güte erhörte Gott ihr Schreien und sandte Retter zu ihnen, die ihnen gegen die Feinde halfen. Er sandte Gideon gegen die Midianiter, Jeftah gegen die Ammoniter und Simson gegen die Philister. Das geschah viele Male. Doch jedes Mal, wenn sie wieder Ruhe hatten, taten sie wieder übel an Gott. Gott wollte ihnen dringlich helfen. Lesen wir Vers 29: „Und du vermahntest sie, um sie zu deinem Gesetz zurückzuführen. Aber sie waren stolz und gehorchten deinen Geboten nicht und sündigten an deinen Rechten, durch die der Mensch lebt, wenn er sie tut, und kehrten dir den Rücken zu und wurden halsstarrig und gehorchten nicht.“ Es genügte nicht, dass sie in der Not zu Gott um Hilfe schrien, solange sich ihr Leben nicht änderte. Notbuße ist Totbuße. So wurde es mit ihnen nicht besser, sondern im Gegenteil nur immer schlimmer. Sie vergaßen nicht nur Gottes Gnade, sondern handelten gar als Gottes Feinde, indem sie sein Wort verwarfen und seine Knechte, die Propheten, die sie vermahnten, umbrachten. Als sie keine seiner Warnungen zu Ohren nahmen, musste Gott sie, wie er es angekündigt hatte, in die Gefangenschaft senden.

Unbußfertigkeit ist nicht harmlos. Ein Leben in Unbußfertigkeit ist ein Leben in einer Abwärtsspirale. Es wird immer schwerer, umzukehren Wir müssen uns vor der Unbußfertigkeit hüten und uns warnen lassen durch den Geist Gottes in seinen Propheten, die er zu uns sendet, bevor es zu spät ist. Simon Petrus war scheinbar ein treuer Mann. Er hatte sich selbst als sündigen Menschen (Lk 5,8) und Jesus sogar als den Christus bekannt (Lk 9,20). Aber in Wahrheit lebte er noch in Unbußfertigkeit. Jesus ermahnte ihn (Lk 22,32): „Wenn du dich dereinst bekehrst, so stärke deine Brüder.“ Petrus klammerte sich noch an seine falsche Hoffnung vom irdisch-messianischen Reich. Schließlich musste er wegen seiner Unbußfertigkeit Jesus drei Mal verleugnen. Doch er erinnerte sich an Jesu Worte und tat Buße. Er nahm beim Frühstück am See Jesu Liebe und Orientierung für sein neues Leben auf und war bereit, Jesus sogar durch seinen Tod zu preisen (Joh 21,19). In 1. Petrus 2,24 bezeugte er von Jesus: „… der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ Unbußfertigkeit ist sehr ernsthaft. Nur wenn wir Gottes Liebe, in der er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben, nicht länger absichtlich ablehnen, sondern ihr durch den Glauben gehorchen, können wir auch den Segen bewahren. Für die Unbußfertigen aber gibt es keine andere Gnade mehr, und sie werden das Gericht Gottes und das gierige Feuer erfahren, das die Widersacher verzehren wird (Hebr 10,27).

Viertens: Die Buße des Volkes (32-37)
Betrachten wir die Verse 32 bis 34. Diese Verse fangen mit dem Wort „nun“ an. Die Israeliten erkannten, dass Gott der große und furchtbare Gott ist, der Bund und Treue hält. Er ist gerecht in allem, was er tut. Sie bekannten: „Wir aber sind gottlos gewesen.“ Ihre Verantwortlichen, die Könige, Fürsten, Priester und Väter, hatten nicht nach dem Gesetz Gottes getan. Ihr Hauptbußanliegen finden wir in Vers 35: „Und sie haben dir nicht gedient zur Zeit ihrer Macht bei all deiner großen Güte, die du ihnen erwiesen hast, in dem weiten und fetten Lande, das du ihnen gegeben hast, und haben sich von ihrem bösen Tun nicht bekehrt.“ Ihre Sünde war, dass sie Gott nicht gedient hatten, obwohl Gott ihnen die Vollmacht dazu gegeben hatte. Der heiligen Mission Gottes nicht zu gehorchen ist Rebellion gegenüber Gott. 1. Samuel 15,23 sagt: „Ungehorsam ist Sünde wie Zauberei, und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst.“ Sie hatten Gott nicht gedient in der Zeit, in der sie es eigentlich hätten tun können, und hatten sich auch nicht bekehrt. Jetzt waren sie Knechte im Land, dass Gott ihren Vätern gegeben hatte, damit sie eigentlich darin herrschen sollen. Das war die Folge ihrer Sünde. Den Gewinn erzielten nun andere, und fremde Könige herrschten über sie. Sie waren nicht mehr Kopf, sondern zum Schwanz geworden (5. Mose 28,44).

Nun aber kamen sie mit ihrem Bußanliegen mit zerschlagenem Herzen zu Gott. Sie waren bereit, ihr Leben zu ändern und seiner heiligen Mission zu gehorchen. Ihr Bußgebet war der Beginn eines Neuanfangs für das Volk Gottes. Ohne ihre Buße wären sie nie als Gottes Volk wiederhergestellt worden. Doch durch die Wiedererweckung bewahrten sie ihre Identität in der Übergangszeit bis zum Kommen des Messias.

Gott hat Europa überreichlich gesegnet. In der Geschichte hat Gott immer wieder seine Knechte erweckt, die durch das Bibelstudium Gottes Volk in Europa ermahnten, als Königreich von Priestern und heiliges Volk zu leben. Viele ließen sich ermahnen, und Europa wurde als ein Missionare-aussendender Kontinent gebraucht. Unter den Völkern Europas ist Deutschland besonders gesegnet. Jeweils in der dunkelsten Zeit stellte Gott Männer wie Luther oder Bonhoeffer auf, die Gottes Volk halfen, als Königreich von Priestern zu leben. Doch die Geschichte des Volkes Gottes in Deutschland ist auch eine Geschichte der Unbußfertigkeit. Die Unbußfertigkeit derer, die mit der irdischen Hoffnung leben und Gottes Mission im Herzen ablehnen, hat viele Gemeinden zerstört und die bibelgläubigen Christen verdrängt. Durch sie wurde das Christentum in Deutschland und Europa schwach, hilflos und einflusslos. Diese Schmach und große Not ist die Folge unserer Sünde, dass wir Gottes heilige Mission und den Glaubensgehorsam abgelehnt haben. Doch die Wiedererweckung beginnt mit unserem Bibelstudium, dass wir uns an Gottes Gnade und seine Berufung erinnern, und als eine Nation von Bibellehrern wiederhergestellt werden.

Ich selbst war ein typischer, vom gottlosen Humanismus beeinflusster Mann, der sich selbst als gut und freundlich und christlich bezeichnete, in Wirklichkeit aber vom Satan und den bösen Geistern des Neides und Hasses beherrscht wurde. Als Gottes Knecht mich ermutigen wollte, gemäß der Gnade Gottes als ein Hirte zu leben, rebellierte ich, indem ich um jeden Preis an der Sünde der Begierde und der Ehrsucht festhielt. Gottes Knecht aber bereitete durch das Bibelstudium und die tägliche Wortgemeinschaft die Umgebung für meine Buße. Schließlich zerbrach das Wort Gottes aus Römer 13,14 meinen Stolz und meine Überheblichkeit, und ich nahm Jesus als den Herrn des Lebens an. Mein Leben wurde von einem Leben der Unbußfertigkeit als ein Feind Gottes zu einem Leben des Glaubensgehorsams als ein Jünger Jesu verändert.

Beim GLEF 2019 studierten wir die fünf Bücher Mose. Viele der jungen Leute hatten wegen der Lehren des Humanismus keine Einsicht in die Bedeutung der Gesetze Gottes. Einige sagten, Glaube ohne Werke genüge. Andere sagten, man könne Gottes Geboten sowieso nicht gehorchen. Durch die fünf Bücher Mose lernten sie Gott kennen, der sein Volk zum heiligen Leben erlöst hat, und erneuerten ihre Identität als Königreich von Priestern und heiliges Volk. Sie fingen an, den jüngeren Leitern der nächsten Generation mit Verantwortungsbewusstsein mit dem Bibelstudium zu dienen. Es war eigentlich unvorstellbar, in Europa eine Gemeinde zu finden, die mit jungen Leuten alle fünf Bücher Mose studiert. Der große und furchtbare Gott aber, der Bund und Treue hält, segnete die Bibelforschung des Knechtes Gottes und die Zusammenarbeit der Prediger und Bibellehrer und begann ein Werk der geistlichen Wiedererweckung des Volkes Gottes und der Aufstellung von selbstmotivierten Bibellehrern und Jüngererziehern auf der ganzen Welt. Einige konnten dieses Werk der Buße nicht ertragen und rebellierten heftig. Gottes lebendiges Wort ruft immer zwei Reaktionen hervor: Buße oder noch stärkere Verstockung. Buße aber ist der Weg zum Leben. Egal, wie schwer unsere Sünde ist, Gott nimmt Buße an und beginnt sein Werk der geistlichen Wiedererweckung. Wir dürfen uns nicht vom gottlosen Humanismus darin beirren lassen, die Bibel zu studieren und das Volk Gottes zu lehren, seiner heiligen Mission zu gehorchen. Dann wird Gottes Volk in Europa wiedererweckt und Europa noch einmal als Missionare-aussendender Kontinent gebraucht werden.

2. Die Glaubensentscheidung des Volkes Gottes (10,1-40)

Lesen wir 10,1: „Und darum wollen wir eine feste Abmachung treffen, sie aufschreiben, und unsere Fürsten, Leviten und Priester sollen sie versiegeln und unterschreiben.“ „Und darum“ bezieht sich hier auf die Gnade Gottes. Jetzt wollten sie ihre Entscheidung in einer festen Abmachung festhalten. Sie wollten sie aufschreiben, und die Fürsten, Leviten und Priester sollten sie versiegeln und unterschreiben. Diese Buße war keine Notbuße mehr. Sie trafen eine verbindliche Entscheidung, die sie schriftlich dokumentierten und vor aller Welt bezeugten. Ihre Entscheidung war verbindlich und fest. Eine feste Abmachung hat keine Hintertür mehr und ist nicht mehr umkehrbar.

Wer sollte diese feste Abmachung unterschreiben? Das waren der Statthalter Nehemia und die Priester (2-9), die Oberen der Leviten (10-14) und die Oberen des Volks (15-28). Vers 30 nennt sie die „Mächtigen unter ihnen“. Anders gesagt waren es die verantwortlichen Leiter. Sie hatten durch die Buße ihre besondere Verantwortung angenommen und trafen nun diese feste Abmachung für sich und für ihre Hausgemeinden, Sippen und Familien. Gemäß Vers 29 sollte auch das übrige Volk, Priester, Leviten, Torhüter, Sänger, Tempelsklaven, und alle, die sich von den Völkern der Länder abgesondert hatten und sich zum Gesetz Gottes hielten, samt ihren Frauen, Söhnen und Töchtern, alle, die es verstehen konnten, sich der festen Abmachung anschließen. Lesen wir Vers 30: „Sie sollen sich ihren Brüdern, den Mächtigen unter ihnen, anschließen und der Abmachung beitreten und sich mit einem Eid verpflichten, zu wandeln im Gesetz Gottes, das durch Mose, den Knecht Gottes, gegeben ist, und alle Gebote, Rechte und Satzungen des HERRN, unseres Herrschers, zu halten und zu tun.“ Bei den Leitern heißt es: „wir wollen“; beim übrigen Volk: „sie sollen“. Das Volk sollte sich den Leitern anschließen, die vor Gott eine feste Abmachung getroffen hatten. Vielleicht dachten einige, sie seien keine Leiter, und bräuchten sich nicht fest zu binden. Die feste Abmachung aber galt für alle. Auch die Kinder, ihre Söhne und Töchter, sollten sich verpflichten, Gottes Gebote zu halten und zu tun.

Betrachten wir den Inhalt ihrer Abmachung.

Erstens wollten sie ihre Töchter und ihre Söhne nicht mit den Völkern des Landes verheiraten (31). Gott hatte seinem Volk geboten, keinen Bund mit den Völkern des Landes zu schließen und sich nicht mit ihnen zu vermischen. 5. Mose 7,4 sagt: „Denn sie werden eure Söhne mir abtrünnig machen, dass sie andern Göttern dienen; so wird des Herrn Zorn entbrennen über euch und euch bald vertilgen.“ Sie wollten dem Herrn allein dienen, darum wollten sie ihre Kinder gottzentrierte Familien gründen lassen. Aufgrund dieser festen Abmachung konnte Nehemia Jahre später, als es wieder zu Mischehen gekommen war, das Volk Gottes erneut reinigen (13,23-30).

Zweitens: Sie wollten den Sabbat und die Festtage heiligen und von den Völkern des Landes nichts kaufen (32). Durch den Sabbat und die Festtage lehrte Gott sein Volk, mit ihm zu wandeln (3. Mose 23). Lange Jahre hatten sie die Feste und auch das Sabbatjahr nicht gehalten, weil sie daran gedacht hatten, wie sie mehr Geld verdienen konnten, nicht, wie sie mit Gott wandeln konnten. Jetzt bekannten sie mit ihrer festen Abmachung, dass es ihnen wichtiger war, mit Gott zu wandeln.

Drittens: Sie wollten jährlich jeder ein Drittel Silberstück für den Dienst am Haus Gottes geben, nämlich für die Schaubrote, das tägliche Speis- und Brandopfer, die Opfer an den Festtagen, das Hochheilige, das Sündopfer und für alle Arbeiten am Hause Gottes (33-34). Dieses Tempelgeld war nicht viel, aber dadurch konnte sich jeder von ihnen jährlich an Gottes Gnade erinnern.

Viertens verpflichteten sie sich, jährlich das Los unter ihren Sippen zu werfen, wer für Brennholz für die Brandopfer zu sorgen hatte. 3. Mose 6,5.6 schrieb vor, dass das Feuer auf dem Brandopferaltar nie verlosch. Wer sollte dafür sorgen, dass das Feuer nie verlosch? Sie selbst wollten dafür sorgen, indem sie sich dazu fest verpflichteten, so wie die Hausgemeinden durch das Frühgebet dafür sorgen, dass das Feuer des Gebets und der Hingabe für die geistliche Wiedererweckung an den Hochschulen in Europa nie verlöscht.

Fünftens wollten sie jährlich die Erstlinge des Landes und der Früchte ins Haus Gottes bringen (36) und die Erstgeburt von Menschen und Vieh zu den Priestern, die im Haus Gottes dienen (37). Alle Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt werden (2. Mose 13,2; 4. Mose 18,15). Manchmal ist die Geburt gerade des ersten Kindes eine Versuchung, im Dienst für das Werk des Herrn nachzulassen. Sie aber entschieden sich, die Erstgeburt zu heiligen, das heißt, auch wenn sie viele Kinder bekämen, unverändert ihr Leben für die Mission Gottes zu führen.

Schließlich trafen sie die Abmachung, es im Hause Gottes an nichts fehlen zu lassen (38-40). Dazu wollten sie ihre Abgaben für die Priester bringen und den Zehnten für die Leviten bereitstellen. Vom Zehnten brachten die Leviten wiederum ihren Zehnten für die Priester. Vers 40 „Denn die Israeliten und die Leviten sollen die Abgaben von Getreide, Wein und Öl herauf in die Kammern bringen. Dort sind die heiligen Geräte und die Priester, die da dienen, und die Torhüter und Sänger. So wollen wir es im Haus unseres Gottes an nichts fehlen lassen.“ Mit ihrer festen Abmachung unterstützten sie die Diener und den Dienst am Hause Gottes nicht nur ideell, sondern auch finanziell.

Neben der Heirat und den Kindern ist das Geld ein weiterer Prüfstein des Glaubens. Schon manch ein Diener Gottes oder manche Glaubensfamilie wurde vom Satan durch das Geld zu Fall gebracht. Das Problem ist dabei nie das Geld selbst, sondern das mangelnde Vertrauen. Gottes Werk basiert auf dem Vertrauen. Wenn jemand zuerst für sein eigenes Haus sorgt, zeigt das, dass diese Person nicht darauf vertraut, dass Gott ein gebendes Leben mit der Priorität segnet, es im Haus Gottes an nichts mangeln zu lassen. Weil Gottes Priester und Gottes Leviten Gott dienen, können wir darauf vertrauen, dass Gott sowohl das Haus Gottes als auch unser eigenes Haus reichlich segnen wird.

Viele von uns haben eine feste Abmachung getroffen. Die Hausgemeinde von M. Dr. Peter und M. Sarah Chang traf eine feste Abmachung gemäß Joh 10,11, ihr Haus für die Lebensgemeinschaft mit den deutschen Studenten zu öffnen, und diente seitdem dem lange Zeit unmöglich erscheinenden Werk der Jüngererziehung in Deutschland und Europa siegreich und einflussreich.

Ich selbst durfte mit Genesis 15,5.6 die feste Abmachung zur Gründung einer gott- und missionszentrierten Hausgemeinde für die Weltmission treffen. Und im April 2008 in der Zeit der Arbeitslosigkeit mit Mk 15,34 eine feste Abmachung treffen, mein Weltmissionsopfer nie zu reduzieren, auch in Bonn zu bleiben und für das Werk Gottes zusammenzuarbeiten. Ich darf bezeugen, dass ich dadurch Gottes reichen Segen erfahren durfte Welche feste Abmachung hast Du getroffen? Lasst uns eine feste Abmachung für die Weltcampusmission treffen:
• Durch die Bibelforschung mit induktivem Bibelstudium, Factual Study und Stellungnahmekampf,
• Durch das Bilden von Zweierbibelstudium-Teams,
• Durch das Frühgebet,
• Durch die Taufe,
• Durch die Gründung von gott- und missionszentrierten Hausgemeinden,
• Durch unsere Opfergabe,
• Durch die Errichtung von Missionsstützpunkten für die muslimische Welt.
Dann wollen wir sie versiegeln und unterschreiben und auch unsere Hoffnungsträger einladen, ihr beizutreten.

Heute lernen wir, dass die Wiedererweckung des Volkes Gottes mit dem Bibelstudium begann. Wir lernen, dass Buße nicht nur Notbuße sein darf, sondern zu einem veränderten Leben im Glaubensgehorsam gegenüber der heiligen Mission Gottes führen muss. Schließlich lernen wir, eine feste Abmachung zu treffen. Lasst uns Buße tun und eine feste Abmachung treffen, seiner Berufung aus Hesekiel 37,10 für die geistliche Erneuerung an den Hochschulen in Bonn, Deutschland und Europa zu gehorchen. Möge Gott Eure Bibelforschung und das Bilden von ZBS-Teams segnen und sein Volk an allen Hochschulen in Deutschland und Europa geistlich wiedererwecken.

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