Ein Königreich von Priestern

2.Mose 25,1- 31,18
Leitvers 29,44

„Und ich will die Stiftshütte und den Altar heiligen und Aaron und seine Söhne heiligen, dass sie meine Priester seien.“

In der vorhergehenden Lektion haben wir die Hoffnung Gottes kennengelernt, der ein sklavisches Volk Israel errettete und einen Bund mit ihnen schloss, um sie als ein Königreich von Priestern für alle Völker aufzustellen. Dass ein Volk von elenden Sklaven zu einem Königreich von Priestern verändert wurde, ist die unvorstellbare Gnade Gottes. Gott gab ihnen seine Gebote, um ihnen zu helfen, als ein heiliges Volk zu leben. Er schloss einen festen Bund mit ihnen, indem er sie als sein Eigentum annahm.

Nach dem Bundesschluss kam Gott in einer dichten Wolke auf den Berg Horeb und gab Mose Anweisungen für den Bau der Stiftshütte, wo er selbst in der Mitte seines Volkes wohnen wollte. Heute wollen wir Gottes Gnade kennenlernen, der mitten unter seinem Volk wohnen will. Wir lernen, was es heißt, als Gottes heilige Priester zu leben und wie wir Gottes Heiligtum bauen können. Lasst uns zum Gnadenthron Gottes kommen, als Gottes heiliges Volk, als Königreich von Priestern für diese Generation leben.

1. Die Stiftshütte (25,1 – 27,21)

Sehen wir uns 25,2 an: „Sage den Israeliten, dass sie für mich eine Opfergabe erheben von jedem, der es freiwillig gibt.“ Gott forderte Mose auf, für Gott eine Opfergabe zu erheben von jedem, der es freiwillig gibt. Diese Opfergabe war ihr Herz, ob sie Gott liebten und den Bund mit Gott praktisch leben wollten.

Lesen wir die Verse 3 bis 7: „Das ist aber die Opfergabe, die ihr von ihnen erheben sollt: Gold, Silber, Kupfer, blauer und roter Purpur, Scharlach, feine Leinwand, Ziegenhaar, rot gefärbte Widderfelle, Dachsfelle, Akazienholz, Öl für die Lampen, Spezerei zum Salböl und zu wohlriechendem Räucherwerk, Onyxsteine und eingefasste Steine zum Priesterschutz und zur Brusttasche.“ Gott nannte ihnen die genaue Liste der Materialien, die zu diesem Bau gebraucht wurden. Es ist hier bemerkenswert, dass Gott ihnen nicht einfach ein Heiligtum schenkte, sondern dass er es sie selber bauen und auch die Materialien dafür sammeln ließ. So sollten sie selber aktiv und mit Freude daran mitwirken, dass Gott unter ihnen wohnen könnte. Sie sollten es als „ihr“ Heiligtum betrachten.

Alle diese Materialien hatten sie als Beute aus Ägypten mitgenommen. Gott hatte sie ihnen anvertraut und nun durften sie aus der Freude und Dankbarkeit einen Anteil wieder dem Herrn zurückgeben. Wenn wir das Gold oder die Spezerei, die Gott uns anvertraut hat, nur für uns selbst benutzen, bringen sie uns nur viele Kopfschmerzen, aber was wir dem Herrn zurückgeben und einsetzen gibt uns die Freude des Himmelreichs.

Gott machte die Israeliten nicht zu Bettlern, die immer nur bekommen wollen, sondern half ihnen, ein praktisch gebendes Leben zu führen, indem sie eine freiwillige Opfergabe sammelten. Als UBF-Mitarbeiter in Korea dem Weltmissionsbefehl gehorchten und aktiv für die Weltmission gaben, obwohl sie nichts hatten, wurde Korea von einem Land der Dritten Welt zu einem Königreich von Priestern für die Weltmission verändert. Als ein junger Mann seine Liebe zum Geld überwand und sein Sparbuch opferte, um das Haus Gottes zu bauen, wurde er zu einer Quelle des Segens für seine ganze Schule. Darum wollte Gott die Israeliten lehren, dass was sie von Gott bekommen hatten, ihm zurückzugeben und so das Heiligtum zu bauen.

Gott hat uns auch eine Aufgabe gegeben 10.000 Zweierbibelstudiums-Teams zu bilden und so das Heiligtum Gottes in dieser Generation zu bauen. Dies geschieht nicht automatisch, sondern indem wir unsere Opfergabe des Gebets und des Einladungswerkes und des Zweierbibelstudiums zu Gott bringen. Es ist unser großes Privileg und unsere Freude mit unserer Opfergabe das Heiligtum Gottes zu bauen.

Sehen wir uns Vers 8 an: „Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, dass ich unter ihnen wohne.“ Das ist die größte Gnade für uns, die sündigen Menschen, dass Gott mitten unter uns wohnen will. Gott kann eigentlich nicht mit den Sündern zusammen sein, weil die Sünde den Zorn Gottes bewirkt. Aber Gott entschied sich, sich selbst zu erniedrigen, um mitten unter seinem Volk zu wohnen.

Kennt ihr Liechtenstein? Liechtenstein ist ein kleines Fürstentum in den Alpen. Früher lebte der Fürst im fernen Wien und niemand wusste, wo Liechtenstein überhaupt lag. Aber dann entschied er sich, nach Liechtenstein umzuziehen. So zeigte er seine Hochachtung und Liebe zu seinem Volk und das kleine Land begann zu blühen. Genauso ist es, wenn Gott nicht nur unser Herr ist, sondern wenn er mitten unter uns wohnt. Er nimmt an unserem Leben und an unserem Leiden teil, weil wir ihm so wichtig sind und wir können unter seinen Fittichen und seiner Fürsorge sicher ruhen.

Wir nennen dies die Immanuelsgnade Gottes. Johannes war so sehr erstaunt über die Tatsache, dass Gott mitten unter seinem Volk wohnen wollte und sagte in Johannes 1,14: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Das Gott in Jesus mit uns zusammen wohnt, ist in der Tat eine unfassbare Gnade.

Vers 9 sagt: „Genau nach dem Bild, dass ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr’s machen.“ Dies zeigt, dass wir das Heiligtum Gottes nur durch den Gehorsam bauen können, nicht auf unsere eigene Weise, sondern auf Gottes Weise. Wenn jemand meint, nicht zum Gottesdienst zu gehen, weil er Gott auch in der Natur oder anderswo anbeten kann, muss er lernen, Gott auf Gottes Weise anzubeten.

In den folgenden Versen werden die verschiedenen Geräte des Heiligtums beschrieben. Das erste Gerät, welches hier erwähnt wird, ist die Bundelade, die auch den Mittelpunkt des Heiligtums bildete. Es war ein 1,25 Meter langer und 75 cm breiter Kasten aus Akazienholz, welcher mit Gold überzogen war. Die Lade hatte zwei lange Stangen, mit denen sie von den Leviten getragen werden konnte. Im Inneren wurden später die Gesetzestafeln aufbewahrt. Dies zeigt, dass das Wort Gottes im Zentrum unserer Beziehung zu Gott steht. Die Basis unseres Glaubenslebens ist nicht ein schönes Gefühl, sondern das Wort Gottes. Indem wir durch das Zweierbibelstudium, durch das Stellungnahme schreiben, durch unseren Sonntagsgottesdienst das Wort Gottes studieren und ihm gehorchen, dürfen wir als Gottes Volk leben und wachsen. Durch Gottes Wort empfangen wir Leben, Liebe, Weisheit und Kraft.

Oben auf der Lade befand sich ein Deckel, den man den Gnadenthron nennt. Es war eine vergoldete Platte, auf der sich zwei Cherubim befanden. Die Cherubim wurden aus getriebenem Gold hergestellt. Die Gegenwart der Cherubim zeigt die Heiligkeit Gottes. Der Gnadenthron auf der Lade des Gesetzes lehrt, dass kein Mensch ohne die Gnade Gottes in die Heiligkeit Gottes eintreten kann. Zur Zeit des Alten Testaments wurde einmal im Jahr der Gnadenthron mit dem Blut eines Opfertieres besprengt. Jesus ist das vollkommene Opfer, das für uns den Weg in das Heiligtum geöffnet hat. Durch die Vergebungsgnade Jesu dürfen wir mit Zuversicht zu dem Gnadenthron Gottes kommen.

Lesen wir Vers 22: „Dort will ich dir begegnen und vom Gnadenthron aus, der auf der Lade mit dem Gesetz ist, zwischen den beiden Cherubim will ich mit dir alles reden, was dich dir gebieten will für die Israeliten.“ Wir können eigentlich Gott nicht begegnen. Aber Gott sagt: „Ich will dir begegnen“. Eigentlich müsste Gott uns wegen unserer Sünde verdammen. Aber Gott begegnet uns, wenn wir mit Buße und Glauben an Jesus zu ihm kommen und er nimmt uns als seine geliebten Kinder an. 1.Johannes 1,8.9 sagt: „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünde bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“

Gott lädt uns ein, zum Gnadenthron zu kommen. Matthäus 11,28 sagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Viele Menschen versuchen ihrer Beladenheit und Unruhe zu entfliehen, indem sie verschiedene Vergnügungen genießen. Doch leider werden dadurch ihre Probleme gar nicht gelöst und am nächsten Tag fühlen sie sich nur noch schlechter. Manche versuchen alles zu vergessen, indem sie Drogen nehmen oder stundenlang im Internet surfen und das Erfolgserlebnis bei Spielen oder Social Media suchen. Andere suchen einen Ausweg durch Yoga oder Psychiater, die ihnen aber nicht grundlegend helfen können. Früher versuchte ich den Spaß zu genießen, indem ich in Kneipen und Spielhallen ging. Dadurch konnte ich kurzfristige Freude erfahren. Aber am nächsten Tag fühlte ich mich dann noch elender. Aber seit ich Jesus durch das Bibelstudium begegnet bin, durfte ich wahre Freude und Frieden in Jesus erfahren, die viel tiefer und bleibender ist als alle Freude der Welt. Wenn wir mit Buße durch das Wort Gottes zum Gnadenthron kommen, erfahren wir die wahre Freude und den Frieden, die aus der wiederhergestellten Beziehung zu unserem Schöpfer Gott kommen.

Die Verse 23 bis 40 beschreiben zwei weitere Geräte, die sich im Zelt befanden, nämlich den Tisch mit den Schaubroten und den siebenarmigen Leuchter. Der Tisch mit den Schaubroten zeigt die tägliche Fürsorge Gottes. Der Leuchter deutet an, dass bei Gott immer Licht ist.

Sehen wir uns 26,1 an: „Die Wohnung sollst du machen aus zehn Teppichen von gezwirnter feiner Leinwand, von blauem und rotem Purpur und von Schaflach. Cherubim sollst du einweben in kunstreicher Arbeit.“ Kapitel 26 beschreibt den Aufbau der Stiftshütte, die auch als „Zelt der Begegnung“ oder als Gottes Wohnung bezeichnet wurde. Die Wohnung wurde aus vier Lagen von Decken zusammengesetzt. Die unterste Schicht bestand aus 10 Teppiche aus gezwirnter feiner Leinwand. Die Farben Blau, Purpur und Scharlach spiegeln die Majestät Gottes, das Priestertum und die himmlische Herrlichkeit wider. Wer in die Stiftshütte trat, sah ein Bild des Himmelreichs. Allerdings konnte man dieses Bild nicht von außen sehen. Darüber war nämlich ein Zelt von Teppichen aus Ziegenhaar. 11 Teppiche mit jeweils 15 Metern Länge, die die anderen Decken vollständig abdeckten. Sie erinnern an den Ziegenblock, der alljährlich mit der Sünde der Israeliten beladen in die Wüste geschickt wurde. Darüber gab es eine Decke aus rot gefärbten Widderfellen. Sie erinnert an das Opfer und das Blut für unsere Vergebung. Obenauf war eine Decke von Dachsfellen. Wahrscheinlich handelt es sich um die graue Haut von Meeressäugern, die sehr stabil und wetterfest war.

Wenn man die Stiftshütte von außen betrachtete, war sie grau und unscheinbar. Aber wenn man hineinging, konnte man das Gold und die Cherubim und die herrlichen Geräte sehen. Sie war voll der Herrlichkeit Gottes. Die Stiftshütte ist insofern ein Bild für Jesus. Jesus war der Allerverachteste, voller Schmerzen und Krankheit. Darum wurde er für nichts geachtet. Doch wenn wir Jesus tiefer kennenlernen und hineindringen, dann erkennen wir, wie schön Jesus ist. Unser Herr Jesus trug für uns alle Schmerzen und Krankheit. Er wurde zum stellvertretenden Opferlamm. Durch seine Gnade haben wir die Vergebung und können nun die Herrlichkeit des Himmelreiches sehen. In Jesus sind verborgen alle Schätz der Weisheit und der Erkenntnis Gottes.

In unserem Hirtenleben erfahren wir das gleiche. Von außen betrachtet sieht es gewöhnlich und manchmal zu anstrengend aus. Wenn wir uns dann zusätzlich noch mit den Problemen anderer belasten sollen, scheint es zu viel zu sein. Es ist mit Selbstverleugnung und Demut verbunden. Aber wenn wir in das Hirtenleben hineintreten, dann erfahren wir, dass es voller Herrlichkeit ist. Indem wir uns erniedrigen und demütig dienen, erfahren wir die Herrlichkeit Gottes und wahre Freude und dürfen sogar an dem herrlichen Errettungs- und Veränderungswerk Gottes aktiv teilnehmen, Gott persönlich erfahren.

Die Seitenwände der Wohnung wurden durch 20 vergoldete Bretter gebildet, jedes 5 Meter hoch. Sie standen Seite an Seite auf silbernen Füßen. So zeigen sie uns ein wunderschönes Bild der Zusammenarbeit. In der Mitte des Heiligtums wurde ein Vorhang aufgehängt, der in den Farben des Heiligtums war und mit Cherubim kunstreich verziert. Er trennte das Heilige vom Allerheiligsten. Vor dem Vorhang befanden sich Leuchter und Tisch, dahinter die Bundeslade mit dem Gnadenthron. Dies war das Allerheiligste, welches der Hohepriester einmal im Jahr betrat, um die Sühnung zu vollziehen.

Vers 30b sagt: „So sollst du die Wohnung in der Weise aufrichten, wie du sie auf dem Berge gesehen hast.“ Gott hat alles vorbereitet, damit er unter seinem Volk wohnen kann. Es ist aber wichtig, dass wir diesen Bauplan Gottes genau befolgen, denn Gott muss auf Gottes Weise angebetet werden. Gottes Weise ist 1.) die Heiligung des Lebens durch die tägliche Buße und 2.) der Gehorsam gegenüber Gottes Berufung.

Als Studenten in Korea sich durch das Bibelstudium heiligten und dem Weltmissionsbefehl gehorchten, hat Gott in den vergangenen 50 Jahren UBF für die Weltmission kostbar gebraucht. Gott hat uns Hesekiel 37,10 als Leitwort gegeben, durch den Gehorsam das Wort Gottes durch 10.000 Zweierbibelstudiums-Teams zu predigen. Gott möchte die jungen Menschen in Europa als ein großes Heer Gottes aufstellen und sein Heiligtum bauen.

Kapitel 27 beschreibt den großen Brandopferaltar. Er befand sich vor dem Eingang der Stiftshüte und maß 2,5 mal 2,5 Meter und war mit Kupfer überzogen. Er diente dazu, die Opfer zu Gott zu bringen. Dies lehrt uns, dass der Weg zu Gott nur über das Opfer geht. Ohne Opfer kann niemand zu Gott kommen, weil ihn der Zorn Gottes treffen würde. Einige halten Sünde für eine Kleinigkeit. Aber Sünde ich nicht harmlos. Wegen der Sünde sind die Menschen sehr elend und befinden sich unter Gottes Zorn. Niemand kann dem Zorn Gottes entfliehen. Aber Gott lenkte seinen Zorn auf das Opfer. Darum kamen die Israeliten gern mit ihren besten Tieren zum Altar, legten ihre Hände auf das Kopf des Opfertieres, das dann stellvertretend geschlachtet und verbrannt wurde. Nun waren sie fei und lebten als Gottes Kinder. Wir dürfen wissen, dass Gott uns gnädig ist, weil er unsere Sünde und allen Zorn auf Jesus geworfen hat, der an unserer Stelle geopfert ist.

Der Vorhof um die Stiftshütte maß 50 Meter in der Länge und 25 Meter in der Breite und war durch eine 2,5 Meter hohe Leinwand abgetrennt. Es war der heilige Bezirk, der Gott gehört und wohin die Israeliten kommen durften, um Gott anzubeten und als sein Volk zu leben.

Die Stiftshütte ist der Ort, wo Gott mitten unter uns wohnt und wo Gott uns begegnen will. Durch das Opfer Jesu dürfen wir zum Gnadenthron Gottes kommen, über unsere Sünde Buße tun und als Gottes Volk leben. Es ist das wunderbare Privileg, dass wir diese Stiftshütte auch in unserer Zeit gemeinsam bauen dürfen, durch das Bilden der Zweierbibelstudiums-Teams, so dass Gottes Wohnung in Europa und in allen Ländern aufgerichtet werden kann.

2. Das heilige Priesteramt (28,1 – 31,18)

Ab Kapitel 28 geht es um das Amt der Priester, die den Dienst vor Gott versahen. Lesen wir 28,1: „Du sollst Aaron, deinen Bruder, und seine Söhne zu dir herantreten lassen aus der Mitte der Israeliten, dass er mein Priester sei, er und seine Söhne Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar.“ Aaron war ein gewöhnlicher Sünder aus der Mitte der Israeliten. Er war es sogar, der das goldene Kalb anfertigte. Trotzdem wählte Gott Aaron aus und gab ihm das Priestertum aus seiner Gnade. Gott erwählte auch seine Nachkommen, diese heilige Aufgabe zu erben. Gott hat uns als königliche Priester berufen. Gottes Erwählung ist seine einseitige und unverdiente Gnade. Vers 2 sagt: „Und du sollst Aaron, deinem Bruder, heilige Kleider machen, die herrlich und schön seien.“ Für das Priesteramt bekam er schöne und herrliche Priesterkleider, welche die Farben des Heiligtums trugen, so dass er Gottes Herrlichkeit wiederspiegeln konnte. Gott hat uns die heiligen Kleider seiner Gerechtigkeit völlig unverdient gegeben. Lasst uns die alten Kleider der Selbstsucht ausziehen, als Gottes heilige Priester die Wohltaten Gottes verkündigen.

Wenn wir die Kleidung der Priester betrachten, dann fällt besonders die Brusttasche mit den 12 Edelsteinen auf. Lesen wir die Verse 17 bis 20: „Und du sollst sie besetzen mit vier Reihen von Steinen. Die erste Reihe sei ein Sarder, ein Topas und ein Smaragd, die andere ein Rubin, ein Saphir und ein Diamant, die dritte ein Lynkurer, ein Achat und ein Amethyst, die vierte ein Türkis, ein Onyx und ein Jaspis; in Goldgeflecht sollen sie gefast sein.“ 12 verschiedene Edelsteine repräsentieren die 12 Stämme der Israeliten. Jeder war individuell anders, aber sehr kostbar vor Gott. Der Priester trug sie allezeit auf seinem Herzen als Zeichen seiner Fürbitte. Dies lehrt uns die wichtige Aufgabe der Priester, nämlich Fürbitte für das ganze Volk einzulegen. Jesus trug seine 12 Jünger auf dem Herzen und betete für sie, sie als Leiter der ganzen Menschheit aufzustellen.

Als königliche Priester ist es unsere heilige Aufgabe, die Namen unserer Hoffnungsträger und die Namen unserer Mitarbeiter im Gebet vor Gott zu tragen. Gott will dieses Gebet gnädig hören und an sie denken und sie retten. Jeder Hoffnungsträger ist vor Gott wie ein kostbarer Edelstein. Nicht jeder Stein ist gleich, sondern jeder hat eine andere Farbe oder Struktur. Genauso dürfen wir wissen, dass jeder Hoffnungsträger vor Gott individuell und einmalig ist. Sarah Grace ist wie ein kostbarer Diamant. Judith ist wie ein Onyx. Und H. Martin ist wie ein kostbarer Jaspis.

Als königliche Priester sollen wir die heiligen Kleider tragen, um unsere priesterliche Aufgabe zu erfüllen. Die Weihe der Priester erforderte eine siebentägige Zeremonie. Es gab drei Schritte: Waschung, neue Kleider anziehen und Salbung. Dann wurden ein Stier und zwei Widder geopfert. Es floss viel Blut. Dies bedeutet, dass die Sünder geheiligt werden, Gott dienen zu können. Die Weihe bedeutet, ihr ganzes Leben Gott zu geben. Nun konnten sie Gott in Heiligkeit und Gerechtigkeit ihr Leben lang dienen.

Das tägliche Opfer waren zwei einjährige Schafe. Jeden Morgen und jeden Abend wurde je ein Schaf dargebracht. 730 Schafe im Jahr zeigt, dass die Beziehung zu Gott keine leichtfertige Angelegenheit ist. Lesen wir 29,44-46: „Und ich will die Stiftshütte und den Altar heiligen und Aaron und seine Söhne heiligen, dass sie meine Priester seien. Und ich will unter den Israeliten wohnen und ihr Gott sein, dass sie erkennen sollen, ich sei der Herr, ihr Gott, der sie aus Ägyptenland führte, damit ich unter ihnen wohne, ich, der Herr, ihr Gott.“ Es ist Gottes kostbares Privileg, dass er uns auserwählt hat und als seine Priester heiligt. Es ist gleichzeitig die kostbare Mission, die Gott uns anvertraut hat.

Jeden Abend wurden die Lampen angezündet und am Morgen wieder gelöscht. Es wurde ein Räucheropfer dargebracht. Kapitel 30 beschreibt den Räucheraltar. Er war nur 50 mal 50 cm groß, aber er stand unmittelbar vor dem Vorhang, also am nächsten zur Bundeslade. Gemäß der Offenbarung werden die Gebete der Heiligen dem Herrn in goldenen Schalen dargebracht und sind ein Wohlgeruch vor Gott. Das Gebet sieht unscheinbar und gering aus, aber es erreicht Gottes Herz. Im Gebet sind wir Gott nah. Im Gebet dürfen wir unseren Dank und unserer Buße zu Gott bringen. Wir dürfen Gottes Trost und Liebe erfahren. Wir dürfen auch unsere Fürbitte zu Gott bringen, so wie Monika, die für Augustinus jahrelang betete, bis er zu einem Mann Gottes verändert wurde. Jeden Morgen wollen wir durch das Tägliche Brot und Frühgebet zuerst unser Herz zu Gott geben und auf sein Wort hören. Nach der Tagesarbeit dürfen wir zuerst zu Gott kommen und ihm begegnen und bereit sein, viele ZweierbibelstudiumTeams für die fakultätweise Pionierung zu bilden. Gott wünscht sich keine Supermänner, sondern Männer und Frauen, die die Lampe des Gebets treu am Brennen halten.

Bei der Zählung der Israeliten sollte eine Kopfsteuer erhoben werden. 20 Gramm Silber sollte jeder geben, um sein Leben auszulösen. Der Wert war nicht hoch. Jeder, der gezählt ist, gehört zu Gottes Heer. Er ist vor Gott wichtig und wertvoll, darum sollte auch jeder das gleiche Geld geben, unabhängig von seinem Reichtum oder seinem Status. Ohne Sühnegeld würden sie eine Plage erleben, wie einmal zur Zeit von König David. Natürlich können wir uns nicht mit Silber freikaufen. Jesus ist derjenige, der das wahre Sühnegeld für uns bezahlt hat.

Zwischen Altar und Stiftshütte stand ein großes Kupferbecken mit Wasser. Das Kupferbecken diente den Priestern zur Reinigung, bevor sie dem Herrn dienten. Das Kupferbecken lehrt uns, täglich unsere von der Sünde verschmutzten Füße zu waschen, damit wir von Gott gebraucht werden können.

Gott berief die Kunsthandwerker Bezalel und Oholiab und alle, die sich freiwillig zum Dienst meldeten. Sie sollten gemäß Gottes Plan und Orientierung das Heiligtum und die Geräte herstellen. Dazu gab Gott ihnen Weisheit und Verstand, vor allem seinen Geist, dass sie alles so herstellen konnten, dass es Gott ehrt und verherrlicht.

Gott hat uns als sein heiliges Volk und als ein Königreich von Priestern auserwählt. Es ist Gottes wunderbare Gnade, dass er mitten unter uns wohnen möchte, und dass er durch uns sein Heiligtum baut. Gott möchte auch in Europa sein Heiligtum bauen, indem wir 10.000 Zweierbibelstudiums-Teams mit den Studenten bilden. Er möchte Europa als Königreich von Priestern zum Segen für die Weltmission aufstellen. Lasst uns im Gehorsam gegenüber Gottes Anweisung und mit der heiligen Furcht das Heiligtum Gottes in unserer Generation bauen und als Gottes heilige Priester gebraucht werden.

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