Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder

Johannes 4,27-42
Leitvers 4,35

„Sagt ihr nicht selbst, es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte. Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte.“

In der vergangenen Woche haben wir die wunderschöne Geschichte der Begegnung des himmlischen Prinzen Jesus mit einer durstigen, verletzten und isolierten Frau aus Samarien kennengelernt. Jesus begegnete ihr mit initiativer Liebe, so dass er ihre eiskalte und abweisende Schale durchbrechen und sie ihr Herz öffnen durfte, das lebendige Wasser von Jesus zu empfangen. Jesus half ihr auch mit geistlicher, nämlich mit zur Buße führender Liebe, ihren wahren Anbetungsgegenstand, Jesus, zu finden. Durch diese Begegnung mit Jesus wurde die Frau verändert, dass sie von ihrem alten Wesen und Verletzungen frei wurde und zur fröhlichen Zeugin Jesu für ihre Stadt wurde. Heute lernen wir, wie das Zeugnis dieser Frau in den Samaritern ihrer Stadt wirkte. Wir lernen auch, welche Vision Jesus durch die Veränderung dieser einen Frau sehen konnte. Schließlich erfahren wir, wie das tiefgehende Bibelstudium unter den Samaritern mächtig wirkte. Lasst uns unsere geistlichen Augen für das mächtige Wirken Gottes öffnen, so dass wir inmitten dieser Krisenzeit eine große geistliche Vision sehen dürfen. Lasst uns als Gottes Erntearbeiter fleißig Zweierbibelstudium führen und so einer Seele dienen, die so kostbar wie die ganze Welt ist.

1. Jesu Vision durch die Veränderung einer Frau (27-38)

Betrachten wir Vers 27: „Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr?“ Die Jünger waren gerade aus der Stadt zurückgekehrt, wo sie einige frische Brötchen besorgt hatten. Nun waren sie sehr erstaunt zu sehen, dass Jesus mit einer Frau redete. Wie wir wissen, war es in der damaligen Gesellschaft nicht akzeptabel, in der Öffentlichkeit mit einer Frau zu sprechen, noch dazu, wenn diese aus dem heidnischen Samarien stammte und ganz offenbar auch kein besonderes Vorbild in Bezug auf ihre Moral darstellte. Trotzdem wiesen die Jünger Jesus nicht zurecht, weil sie eine grundlegende Achtung vor ihrem Meister besaßen. Außerdem waren sie schon daran gewöhnt, dass Jesus aus seinem brennenden Hirtenherzen manchmal recht ungewöhnliche Dinge tat, die sie nicht direkt verstanden.

Sehen wir uns die Verse 28 und 29 an: „Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten. Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei.“ Jesu initiative und zur Buße führende Liebe bewirkte etwas Großartiges in dem Herzen und Leben dieser Frau. War sie vor kurzem noch sehr durstig in der Mittagshitze zum Brunnen gekommen, so ließ sie nun ihren Krug stehen. Plötzlich waren ihr der Krug und das Wasser gar nicht mehr wichtig. Hatte sie bisher auf keinen Fall jemandem aus der Stadt begegnen wollen, so ging sie nun in die Stadt hinein und lud die Leute zu Jesus ein. Sie war so voller Freude und Begeisterung, dass sie unbedingt von ihrer Begegnung mit Jesus berichten wollte.

Worin bestand ihr Zeugnis? Lesen wir Vers 29 noch einmal: „Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei.“ Das gleiche Zeugnis wird in Vers 39 wiederholt. Früher war das Sprechen über ihre Vergangenheit etwas gewesen, was sie sehr verletzte. Sie konnte sehr schnell explodieren oder schreien oder wegrennen. Sie wollte sich nicht von den anderen Menschen verletzen lassen. Aber als sie Gottes Vergebungsgnade durch die Begegnung mit Jesus empfing, da konnte sie frei und offen sogar über ihr altes Leben sprechen. Sie konnte ein persönliches Glaubenszeugnis ablegen, wer sie gewesen war und wer Jesus jetzt für sie ist: der Christus. Es ist sehr wichtig, ein persönliches Zeugnis zu haben, wie diese Frau. Allein die Tatsache, dass sie über alles sprechen konnte, was sie in ihrem Leben getan hatte, war ein unleugbares Zeugnis der der Vergebungsgnade Jesu. 2. Korinther 5,17 sagt: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

Diejenigen, die Jesu Vergebungsgnade empfangen haben, können ein persönliches Glaubenszeugnis ablegen. In diesem Sinne zeigen die Stellungnahmen unserer Mitarbeiter, dass sie an die Vergebung Gottes glauben und ein neues Leben in Jesus begonnen haben. Die Tatsache, dass ein Teenager seinen Glauben mutig in der Schule bekennt, zeigt, dass Gott etwas Großartiges in seinem Leben getan hat. Dadurch kam auch sein Mitschüler neugierig zu unserem Gottesdienst. Die Tatsache, dass eine junge Frau, die früher immer nur den Segen Gottes erwartete, nun selbstlos als eine Glaubensmutter anderen jungen Frauen dient, ist ein Zeugnis für das mächtige Veränderungswerk in ihrem Leben.

Was war die Reaktion auf das Zeugnis der samaritischen Frau? Vers 30 sagt: „Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.“ Dieser Vers zeigt, dass ihr einfaches, aber authentisches Zeugnis mächtig wirkte, so dass viele Menschen aus der Stadt herauskamen und Jesus kennenlernen wollten. Durch unser Zeugnis kommen viele junge Menschen aus ihren fixierten Vorstellungen, ihrem Unglauben und ihrem falschen Lebensziel heraus, und wollen Jesus kennenlernen, der alleine ihren Seelendurst vollkommen stillt.

Betrachten wir nun die Verse 31 bis 34. Inzwischen waren die Jünger aus der Stadt zurückgekehrt und sie mahnten Jesus, dass er etwas essen müsse. Kurz zuvor war Jesus noch völlig erschöpft und kraftlos gewesen, als er sich neben dem Brunnen hingesetzt hatte. Sie waren schnell gelaufen, etwas zu essen zu besorgen. Doch nun schien Jesus wie ausgewechselt, voller Kraft und Freude. Als Jesus dann auch noch von einer geheimnisvollen Speise redete, die sie nicht kannten, argwöhnten sie, dass jemand ihm etwas zu essen gebracht habe. Jesus aber stellte klar, was seine Speise war. Lesen wir Vers 34 gemeinsam: „Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.“ Jesus war nicht von Hamburgern oder Gimbap satt geworden, sondern von einer geistlichen Speise, nämlich dem Tun des göttlichen Willens. Jesu Mission, zu der Gott ihn gesandt hat, nämlich sein Leben für die Errettung aller Menschen zu geben, war die Speise, die Jesus gegessen und die ihn satt gemacht hatte. Menschlich gesehen war es sicher anstrengend gewesen, der bockig reagierenden samaritischen Frau zu dienen. Es war nicht leicht gewesen, ihr Sündenproblem anzusprechen, um sie zur Buße zu führen. Viel einfacher hätte Jesus sie ignorieren und sich ausruhen können. Trotzdem war gerade dieses Zweierbibelstudium mit einer Seele für Jesus so, als ob er eine sehr leckere Mahlzeit zu sich genommen hätte. Er war gestärkt und voller Freude und mit neuer Kraft erfüllt, so dass er gar nichts mehr essen wollte.

Gottes Mission zu erfüllen ist für uns oft genug anstrengend, braucht Überwindung und Selbstverleugnung. Aber es ist genauso wahr, dass die Mission Gottes von ganzem Herzen zu erfüllen und dann auch noch die Frucht zu sehen, uns über die Maßen fröhlich, glücklich und in unserer Seele und in unserem Körper satt macht. Eine Seele zum Heil in Jesus zu führen und ihre Veränderung zu sehen, gibt uns eine Freude, wie sie auch die Engel im Himmel teilen. Lasst uns darum nicht mit einer vergänglichen physischen Speise zufrieden sein, sondern den Willen Gottes tun und die wahre Freude der Mission Gottes erfahren, die nicht nur uns, sondern auch die anderen wahrhaft satt und zufrieden macht.

Sehen wir uns nun die Verse 35 bis 38 an. In diesen Versen lehrt Jesus seine Jünger, die Welt mit Gottes Augen zu betrachten. Lesen wir einmal Vers 35 gemeinsam: „Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte.“ Es war offenbar vier Monate vor der Ernte. Vier Monate vor der Ernte kann man auf den Feldern eigentlich gar nichts sehen. Zur Zeit fahre ich fast jeden Tag über das Feld Richtung Brüser Berg. Einige Felder sind gerade erst bestellt worden und man sieht nur die nackte Erde. Aber in etwa vier Monaten wird man dort herrlich reife Rüben oder Weizen oder Kohl sehen. Genauso mussten die Felder in Samarien noch ganz leer gewesen sein. Aber Jesus sah durch den Glauben schon die reife Ernte stehen.

Geistlich gesehen sind die Menschen die Ernte Gottes. Gott wünscht sich alle Menschen für sein Reich zu ernten. Aber allzu oft haben wir die Vorstellung, dass die Menschen noch nicht reif dafür wären. Wir meinen, es müsste noch etwas Besonderes passieren. Eigentlich konnte niemand in der durstigen samaritischen Frau eine reife Frucht sehen. Aber Jesus sah, dass sie reif zur Ernte war und er war entschlossen, ihr das lebendige Wasser zu geben, welches ihren Seelendurst wirklich stillte.

Durch die Veränderung dieser einen Frau sah Jesus die Vision, dass die Felder reif zur Ernte sind. Er sagte seinen Jüngern, dass sie ihre Augen aufheben sollten. Anstatt auf sich selbst und die verschiedenen Schwierigkeiten zu schauen, oder auf eine bessere Zeit zu warten, sollten sie aufsehen und das mächtige Wirken Gottes erkennen. Gott hatte in dieser einen samaritischen Frau gewirkt und dies war das klare Indiz, dass die Felder reif sind. Jesus sah durch diese eine Frau, dass nun viele samaritische Frauen und samaritische Männer, die sehr durstig, verletzt und einsam waren, das lebendige Wasser trinken und verändert werden. Jesus sah, dass durch das Beispiel dieser einen Frau so viele andere ihren wahren Anbetungsgegenstand finden, ihren Seelendurst gestillt bekommen und für das Reich Gottes geerntet werden.

Was ist dann unsere Vision? Was sehen wir, wenn wir unsere Augen aufheben? Zur Zeit sehen wir überall Leute, die wegen Corona entweder sehr ängstlich oder sehr eingeschränkt sind. Die meisten versuchen irgendwie die Regeln zu befolgen und hoffen nur, dass diese Zeit schnell vorbeigeht. Aber wir dürfen sehen, dass Gott inmitten dieser Zeit am Werk ist. Wir sehen, dass Gott in einem jungen Mann wirkt, der nicht von der Furcht überwältigt lebt, sondern gerade in dieser Zeit noch fleißiger Zweierbibelstudium führt. Wir sehen, dass eine junge Frau sich gerade in dieser Zeit entscheiden durfte, nicht in ihrem alten selbstzentrierten Leben zu bleiben, sondern die Lebensgemeinschaft mit den Leuten Gottes zu beginnen und zusammenzuarbeiten. Menschlich gesehen ist es nicht viel. Aber wir dürfen sehen, dass Gott wirkt und dass die jungen Menschen reif zur Ernte sind. Gerade dürfen wir erfahren, dass nichts, was wir für sicher gehalten haben, wirklich sicher ist. Ein kleiner Virus stellt unseren Lebensstil, unsere Demokratie, unsere Arbeitswelt, unsere Menschlichkeit in Frage. Er zeigt uns, wie hilflos selbst die Wissenschaft ist. Die jungen Menschen sind reif, zu Gott zurückzukehren, ihm die Herrschaft in ihrem Leben zu geben und so als ein heiliges Volk Gottes für diese Generation aufgestellt zu werden.

Bisher habe ich oft gedacht, dass Gott irgendwann wirkt. Aber ich lerne hier, dass ich nicht auf irgendwann, z.B. in 4 Monaten, warten soll, sondern jetzt Gottes Vision sehen und als Erntearbeiter gebraucht werden darf. Zur Zeit ist der Campus fast leer. Aber alle, die ich getroffen habe, sagten, dass sie es nicht gut finden, dass die Kirchen geschlossen wurden. Gott hat Hoffnung für die Studenten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Gott möchte dort 12 Jünger Jesu geistlich lebendig machen und sie als ein großes Heer Gottes für die Weltmission aufstellen. Hebt Eure Augen auf und seht auf die Felder an der Uni Bonn, auf die Felder an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, auf die Felder an der Uni Koblenz: Sie sind reif zur Ernte. Die Felder in Europa sind reif für eine geistliche Wiedererweckung.

Ein junger Mann war in seinem Inneren sehr durstig und voller Vergnügungsgeist. Oft hatte er nur sich selbst vor den anderen gezeigt, um Anerkennung und die Liebe der Menschen zu bekommen. Aber durch 5. Mose 6,5 und Lukas 23,34a wirkte Gott mächtig in seinem Herzen. Er nahm Jesu Gnade persönlich an, der für seine Vergebung am Kreuz gebetet hatte und durfte sein ganzes Herz, seine Seele und seinen Geist dafür geben, Gott zu lieben und sein neues Leben für Gott hinzugeben. Seitdem durfte er Gottes Herz für die anderen kennenlernen und betet mit dem Hirtenherzen und Verantwortungsbewusstsein für die Veränderung unserer nächsten Generation, indem er ihnen mit Einsicht und Geduld dient.

Ich kenne einen Menschen, der lange Zeit nicht an dem Werk Gottes teilnehmen konnte. Aber seit dem letzten Jahr habe ich erfahren, dass er durch das regelmäßige Bibelstudium immer mit dem bußfertigen Herzen zu Gott kommt. Als er bei jedem Bibelstudium ein Bußanliegen fand, konnte er geistliche Einsicht gewinnen und inmitten aller Anfechtungen zu einem Mann des Gebets für das Werk Gottes wachsen.

Im letzten Jahr haben wir durch Global Leadership Empowerment Forum erfahren, dass die Felder der nächsten Generation reif zur Ernte sind. Wir durften erfahren, dass viele mit Buße zu Gott gekommen sind und dass sie den geistlichen Wunsch haben, als Bibellehrer und als Prediger von Gott gebraucht zu werden. Gott selbst hat verantwortliche globale Leiter unter ihnen aufgestellt und sie wachsen weiter durch das Bibelstudium. Die Felder sind reif zur Ernte. Gott möchte unser Zweierbibelstudium gebrauchen, dass die jungen Menschen zu Gott umkehren, als ein Königreich von Priestern, sogar als eine Hirtennation für die Weltmission gebraucht werden. Lasst uns in dieser Osterzeit unsere lebendige Auferstehungshoffnung erneuern und auf die reifen Erntefelder sehen, dass Gott unser Zweierbibelstudium für das Werk der geistlichen Wiedererweckung in Europa gebraucht, dass Europa noch einmal als eine Hirtennation für die Weltmission gebraucht werden darf.

Lesen wir den Vers 36 gemeinsam: „Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet.“ Säen bedeutet hier, den Samen des Wortes Gottes auszustreuen. Es ist eine sehr mühsame Arbeit, die mit Umgraben der Erde, dem Ausbringen der Samen und dem Begießen derselben verbunden ist. Allerdings kann man zu diesem Zeitpunkt keine Frucht sehen. Ernten bezeichnet das Einbringen der Früchte. Ernten ist eine sehr arbeitsintensive Tätigkeit, wie wir an der aktuellen händeringenden Suche der Bauern nach Erntehelfern ablesen können, eine Arbeit, die in Deutschland sehr viele fleißige Erntehelfer aus dem Osten Europas leisten. Im geistlichen Sinne bedeutet es, den Menschen zur Umkehr zu Jesus und zu einem klaren Schritt in der Nachfolge Jesu zu führen.

In Gottes Werk gibt es sowohl Sämänner als auch Erntearbeiter. Sie arbeiten beide sehr fleißig. Der eine sieht die Frucht, der andere sieht sie nicht. Dennoch sind beide sehr fröhlich, weil sie nicht Konkurrenten, sondern Mitarbeiter sind. Gemäß Vers 38 sind die Jünger Jesu in erster Linie Erntearbeiter. Jesus hat uns gesandt, die Ernte einzubringen, nämlich Menschen für das Reich Gottes zu ernten, ihnen durch das Bibelstudium zu helfen, Jesus kennenzulernen und als Jünger Jesu zu leben. Auch wenn die Arbeit als Erntearbeiter oftmals mühsam und anstrengend ist, ist es doch die seligste Arbeit. Wer erntet, der ist nicht traurig, sondern er ist sehr fröhlich und in der Tat empfängt er schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben. Unsere Missionare haben in den vergangenen 40 Jahren sehr hingebungsvoll den Samen ausgestreut und die Grundlage für das Werk Gottes durch die Jüngererziehung gelegt. Wie selig ist es, dass Gott jeden von uns als einen Erntearbeiter für sein Heilswerk berufen und aufgestellt hat. Lasst uns als Erntearbeiter dem Werk des Zweierbibelstudiums dienen, dass wir junge Menschen für Gott ernten, als Jünger Jesu erziehen, so Europa noch einmal erweckt und als eine Hirtennation für die Weltmission gebraucht werden darf.

2. Jesus, der Heiland der Welt (39-42)

Betrachten wir nun den Vers 39: „Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“ Das persönliche Zeugnis der Samariterin hatte einen großen Eindruck auf die Leute in ihrer Stadt gemacht. Viele glaubten aufgrund ihres Zeugnisses. Sie blieben aber nicht dabei stehen, dass sie über die Frau staunten. Sie hatten vielmehr den Wunsch, mehr über Jesus zu erfahren.

Vers 40 sagt: „Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage da.“ Dies zeigt, dass die Samariter ein lernwilliges Herz und auch eine forschende Haltung besaßen. Sie waren gegenüber dem Zeugnis der Samariterin sehr aufgeschlossen, aber sie wollten Jesus selber kennenlernen und baten ihn darum, dass er noch bei ihnen bleiben könnte. Zwei Tage lang blieb Jesus dort. Es war wie eine sehr intensive Wochenend-Bibelkonferenz. Wahrscheinlich hat Jesus sie vieles gelehrt. Vor allem hatten sie persönliche Gemeinschaft mit ihm, durch die sie ihn besser kennenlernen konnten. Diese Samariter erinnern uns an die Menschen in Beröa, die durch die Predigt von Paulus glaubten, aber dann auch immer in der Schrift forschten, ob es sich so verhielte.

Was war das Ergebnis ihrer Bibelkonferenz? Vers 41 sagt: „Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen.“ Anfänglich waren sie zu Jesus gekommen, weil sie von dem Zeugnis der Frau beeindruckt waren. Aber nun hatten sie einen festen und tieferen Glauben, der auf das Wort Gottes gegründet war. Glaube wächst nicht durch besondere Erlebnisse und Wunder, die wir sehen, sondern in erster Linie durch das tiefgehende Bibelstudium. Zwei Tage, also 48 Stunden intensive Gemeinschaft mit Jesus bewirkten etwas Großartiges in den Herzen und im Leben der Samariter.

Lesen wir Vers 42: „…und sprachen zu der Frau: Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.“ Durch das tiefgehende Bibelstudium mit Jesus kamen sie selber zu dem festen Glauben und zur Erkenntnis: „Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.“ Bisher hatten sich die Samariter immer von der Gnade Gottes ausgeschlossen gefühlt. Die Juden grenzten sie aus und sagten, dass sie Heiden seien. Wahrscheinlich fühlten sie sich wegen ihrer Sünde ausgeschlossen, dass Gott sie höchstens verdammen könnte. Aber Jesus, der Sohn Gottes, kam zu ihnen nach Samarien, um ihnen lebendiges Wasser zu geben und mit ihnen das tiefgehende Bibelstudium zu führen. Am Ende der Bibelkonferenz bezeugten sie alle, dass Jesus der Heiland der Welt ist. Sie glaubten, dass Jesus ihr persönlicher Heiland, der Heiland der Samariter und auch der Heiland für alle Menschen ist. Es war ähnlich wie das Zeugnis der Jünger, welches diese nach 3 Jahren Lebensgemeinschaft mit Jesus ablegten: „Du bist der Christus Gottes!“

Das Bibelstudium dieser Samariter darf auch für unsere nächste Generation ein gutes Vorbild sein. Sie haben das Zeugnis ihrer Eltern und ihrer Hirten gehört und gesehen, wie Gott in ihnen gewirkt hat. Sie dürfen dieses Zeugnis annehmen. Aber es ist nicht ihr eigenes Zeugnis, solange sie nicht tiefgehend das Wort Gottes erforschen. Durch das tiefe Bibelstudium und die persönliche Begegnung mit Jesus dürfen sie auch das persönliche Zeugnis empfangen: „Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.“ Möge Gott das Zweierbibelstudium unserer nächsten Generation und auch ihr Bibelstudium für die Vorbereitung der Taufe reichlich segnen und jedem von ihnen ein persönliches Zeugnis von Jesus aufgrund des Wortes Gottes geben, was sie selber gehört und erkannt haben.

Jesus kam nach Samarien und sah, dass die Felder reif zur Ernte sind. Er konnte diese Vision sehen durch eine durstige samaritische Frau, die das lebendige Wasser trank und ihren wahren Anbetungsgegenstand Jesus fand. Es ist sehr wichtig, einer Person geistlich zu helfen und das Werk Gottes in ihr zu sehen. Jesus diente zuerst einer Person, die völlig ungeeignet erschien, bis sie das lebendige Wasser kosten und zu einer Glaubensmutter für Samarien aufgestellt werden konnte. In diesem Sinne bedeutet einer Person zu helfen, die ganze Welt zu verändern. Inmitten der aktuellen Corona-Welle sind alle Großveranstaltungen abgesagt worden. Aber Gott wirkt durch das Zweierbibelstudium. Durch das Zweierbibelstudium dürfen wir die geistliche Wiedererweckung in Europa herausfordern.

In der heutigen Lektion haben wir Jesu wunderbare und großartige Vision kennengelernt. Lesen wir den Vers 35 noch einmal gemeinsam: „Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte.“ Durch das veränderte Leben einer durstigen Frau aus Samarien hat Jesus die große Vision gesehen, dass die Felder reif für die Ernte sind. Wir durften auch die Wichtigkeit des tiefgehenden Bibelstudiums kennenlernen, um zu hören und zu erkennen, wer Jesus wirklich ist. Lasst uns mit der Vision Gottes die reifen Erntefelder sehen, nicht auf bessere Zeiten warten, sondern jetzt als Erntearbeiter dem Zweierbibelstudium dienen. Lasst uns angefangen von der Veränderung einer Seele die geistliche Wiedererweckung an unserer Fakultät, an unserer Hochschule und in ganz Europa bewirken.

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