Die Gemeinde der Liebe Jesu

Johannes 13,1-17; 34.35
Leitvers 13,34

„Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.“

In der letzten Woche haben wir durch 5. Mose 6,5 gelernt, Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller Kraft zu lieben. Warum fordert Gott so etwas Hartes von uns? Es ist deshalb, weil Gott uns so sehr geliebt hat. Indem wir Gott so lieben, dürfen wir eine tiefe Liebesbeziehung zu ihm anknüpfen und ein wahrhaft glückseliges Leben führen. Im heutigen Text zeigt Gott uns durch ein praktisches Beispiel, wie sehr er uns geliebt hat und wie wir uns untereinander lieben sollen. „Liebt euch untereinander!“ Dies ist wie Jesu Testament, denn dies Wort gab Jesus seinen Jüngern in der Nacht, bevor er gekreuzigt wurde und am Kreuz starb. Dadurch erkennen wir, was sich Jesus von den Jüngern wirklich wünschte. Mit einem Wort: „die Gemeinde der Liebe Jesu“. Durch den heutigen Text wollen wir darüber nachdenken, welchen Charakter die Gemeinde Jesu hat, warum wir solch eine Gemeinde brauchen und wie wir solch eine Gemeinde bilden können, die Früchte der Liebe hervorbringt.

1) Jesus wäscht den Jüngern die Füße (1-11)

Es war der Abend vor dem Passafest. Das Passafest ist ein Fest, an dem die Israeliten sich daran erinnerten, dass Gott sie durch seine große Macht aus der 430-jährigen Sklaverei in Ägypten befreite. Indem sie sich an Gottes Erlösungsgnade erinnerten, hielten sie das Abendmahl. Das Blut des Passalammes hatte die Israeliten einst von der Macht des Pharaos errettet. Ohne die wahre Bedeutung des Passafestes zu kennen hatten sie das Passafest gehalten. Aber nun kam die Zeit, in der Jesus selber das wahre Passalamm wurde (Johannes 1,29; 1.Korinther 5,7). Es war ein historischer Moment, in dem Gottes Heilswerk für die Menschheit erfüllt würde. Was tat Jesus gerade in dieser Zeit und was wusste er? In diesem Text kommt das Wort „erkannte“ bzw. „wusste“ wiederholt vor (1.3.11.17.18.35). Dies war kein oberflächliches Wissen, sondern das Wissen aus der praktischen Erfahrung heraus. Im Vers 1 erkannte Jesus, dass sein Tod nicht das Ende sein würde, sondern dass er nach der Auferstehung zurück zum Vater gehen und zur Rechten des Thrones Gottes sitzen würde. Aber vor dieser Herrlichkeit musste er Gottes Heilsplan zunächst durch Leiden und Kreuzestod erfüllen. In Johannes 12,27 betete Jesus: „Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen.“ Es ist für uns nicht einfach, uns um andere zu kümmern, wenn wir erkältet sind. Aber Jesus liebte seine Jünger bis zum Ende, auch inmitten des Leidens vor seinem Tod am Kreuz (1b).

„So liebte er sie bis ans Ende“ bedeutet „komplett, total, vollkommen, ganz“. Dies bedeutet, dass er seine Jünger bis zum letzten Moment unveränderlich liebte. Damals waren die Jünger weder liebenswürdig noch liebenswert. Trotzdem liebte Jesus sie treu. Die menschliche Liebe ist bedingt, aber Jesu Liebe ist bedingungslos. Die menschliche Liebe ist relativ, aber Jesu Liebe ist absolut. Die menschliche Liebe ist veränderlich, aber Jesu Liebe ändert sich nicht. Obwohl ich ein mangelhafter Sünder bin, gibt mir allein die Tatsache, dass ich der Gegenstand solcher Liebe Jesu sein darf, die Kraft, die Härte dieser Welt zu überwinden.

Woran dachte Judas Iskariot im Gegensatz zu Jesus? „Als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten (2)“. Das Subjekt dieses Verses ist der Teufel und Judas ist sein Agent. Von Anfang an war der Teufel im Herzen von Judas am Werk, um die Gemeinde Jesu zu zerstören. Warum versuchte Judas seinen Lehrer, Jesus zu verraten, obwohl er dreieinhalb Jahre lang durch die Lebensgemeinschaft mit Jesus so viel Liebe von ihm bekommen und seine Kraft erfahren hatte? Dies liegt daran, dass er von der Gier der Welt gefangen war und Geld mehr als Jesus liebte (6,70-71; 12,6; 13,26-30). Er betrachtete Jesus nicht als Ziel, sondern nur als ein Mittel. Vor allem hat er Jesus nicht als Erlöser angenommen, sondern nur als einen Menschen. Weil wir auch schwach sind, besteht immer die Gefahr, wie Judas zu sein. Deshalb sollen wir wachsam sein und beten, damit wir nicht versucht werden. Petrus ermahnte: „Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben…“ (1.Petrus 5,8-9).

Sehen wir uns die Verse 3-5 an. Es gibt ein Sprichwort: „Taten sagen mehr als Worte“. Jesus stand vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen. Danach trocknete er die Füße seiner Jünger mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war. In ihrer Verwunderung wussten die Jünger nicht, was sie tun sollten, so dass sie nur ihre Zehen bewegten. Zu dieser Zeit mussten die Füße vor dem Essen unbedingt gewaschen werden, was die Arbeit von bescheidenen Dienern war. Aber es gab keinen Diener unter ihnen. Daher sollten sie Jesu Füße waschen und sich gegenseitig die Füße waschen. Aber keiner von ihnen wollte dem andern dienen. Wie unerträglich wäre der Geruch ihrer Füße, wenn schon der Geruch der Füße von nur zwei oder drei Personen unerträglich ist, aber jetzt zwölf Personen versammelt waren? Der Geruch der Füße erfüllte den Raum, aber sie hielten ihn tapfer aus. Wegen ihres Stolzes konnten sie sich nicht demütigen und dienen. Sie dachten, dass sie dadurch ihre Daseinsbedeutung verlieren und zu einem Niemand degradiert werden würden. Jeder fürchtete, die Bedeutung zu verlieren und sich wie nichts zu fühlen. Jesus kannte ihre Herzen gut. Jesus hätte sie zurechtweisen oder ihnen Training geben können. Jesus aber demütigte sich wie ein Sklave vor ihnen und wusch ihnen mit seinen heiligen Händen die Füße.

Das Wichtige ist nicht, dass der Dienst selbst überraschend ist, sondern wer diese Arbeit geleistet hat. Wenn die Diener dies tun, ist es selbstverständlich und überhaupt nicht überraschend. Aber wer ist Jesus? Sehen wir uns Vers 3 an: „Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging,“ Jesus ist der absolute Herrscher, der vom himmlischen Vater alle Autorität im Himmel und auf Erden anvertraut bekommen hat. Jesus ist Gott selbst, der von Gott gekommen ist und zu Gott zurückkehrt. Jesus ist würdig, von allen Menschen Ehre, Lob und Preis und Hingabe zu erhalten. Jesus ist der Herr der Welt, aber er wurde der Diener der Menschen. Er zeigte auf diese Weise seine Demut und Liebe.

Jesus kam nun zu Simon Petrus. Der widersetzte sich entschieden dem, was Jesus tat. „Herr, Herr, du wäschst mir die Füße?“ Er hielt es für unmöglich, dass der große Erretter wie ein demütiger Diener den Jüngern die Füße waschen sollte. Petrus konnte es zwar nicht verstehen aber sollte sich darauf verlassen, was Jesus mit seinen Füßen tut. Aber er sagte: „Du sollst mir niemals meine Füße waschen. Niemals! Niemals!“ So lehnte er Jesus stetig ab. Warum weigerte sich Petrus, Jesus seine Füße zu geben? Hatte er Fußpilz? In seinen Worten können wir seine starke Selbstgerechtigkeit erkennen. Er dachte, dass er seine Füße selber waschen sollte. Vor allem dachte er, dass er anders sei als alle anderen Jünger. Darüber hinaus hatte er Sorge als ein Spitzjünger. Wenn Jesus sich erniedrigt und die Füße der andern wäscht, sollte er dies auch tun. Er konnte diese dienende Liebe Jesu wegen seiner Selbstgerechtigkeit nicht mit reinem Herzen aufnehmen.

Zog Jesus wegen der Ablehnung des Petrus sich zurück? Nein, Jesus sprach klar. „Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.“ (8b). „Kein Teil“ bedeutet hier „keine Beziehung“ oder „kein Erbe“. Dies ist in der Tat ein erschreckendes Wort. Diese Worte lehren uns den absoluten Grund, warum wir unsere hässlichen und stinkenden Füße zu Jesus ausstrecken und sie von ihm waschen lassen sollten. Jesu Jüngerschaft ist nicht nur die Beziehung zwischen Lehrer und Jüngern, sondern auch zwischen Erretter und Sünder. Wir sind Sünder, und Jesus ist der Erretter, der gekommen ist, um Sünder zu retten. Die einzige Möglichkeit, die richtige Beziehung zu Jesus zu haben, besteht darin, unsere schmutzigen Füße zu Jesus auszustrecken und sich waschen zu lassen. Meine Füße sind schmutzig und hässlich. Ich bin ein kranker Sünder des Hochmutes und der Begierde. Ich bin auch ichzentrisch. Ich litt unter meiner menschlichen Ambition und meiner Gier. Ich liebe diejenigen, die ich gerne mochte. Aber wenn jemand mich belastet, ist es nicht einfach, ihn zu lieben. Darum stinken meine Füße immer. Aber ich danke dir, Herr! Ich danke dir, dass du mich wegen meiner schmutzigen Füße nicht richtest sondern dich so sehr wünschst, meine Füße zu waschen. Aber Herr! Ich schäme mich, meine eigenen schmutzigen Füße auszustrecken. Ich habe die Befürchtung, dass schmutzige Füße verurteilt werden. Aber Jesus will nicht meine sauberen Füße, sondern will meine wegen der Sünde stinkenden, hässlichen und schmutzigen Füße waschen. Ich bete, dass ich Ihm meine Füße ausstrecken darf, so wie sie sind, indem ich mich auf Seine große Barmherzigkeit und Liebe verlasse.

Petrus war erstaunt als er hörte, dass er kein Teil an Jesus hat, wenn er nicht von ihm gewaschen wird. Er sagte: „Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!“ (9). Er war ein emotionaler Mensch. Aber sein Motiv war so rein wie das eines kleinen Kindes. Er hatte kein zweites Gesicht wie Judas Iskariot. Er hat viele Fehler gemacht, aber er liebte Jesus treu. Im Vers 10 bedeutet „Waschen“, dass wir über unsere Sünde Buße tun, Jesus als unseren Erlöser annehmen und durch den Heiligen Geist wiedergeboren werden und dadurch zu völlig neuen Menschen verändert werden. Diese Wiedergeburt passiert einmal im Leben. ‚Die Füße gewaschen zu bekommen‘ bedeutet, gereinigt zu werden, indem du vor dem Herrn bekennst, dass du in deinem täglichen Leben schmutzig geworden bist. Es ist ein Heiligungsprozess, der ein Leben lang hält. Weil wir im Fleisch sind, sündigen wir manchmal bewusst oder ungewollt. Wenn wir sündigen, leiden wir immer unter dem schlechten Gewissen. Wenn wir aber zum Kreuz Jesu gehen und unsere Sünde aufrichtig bekennen, so ist Jesus treu und gerecht, dass er unsere Sünde durch das Blut des Kreuzes reinigt und uns die wunderbare Gnade der Vergebung gibt (1. Johannes 1,9).

2) Die Bedeutung der Fußwaschung (12-17)

Nachdem Jesus die Füße seiner Jünger gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach. „Wisst ihr, was ich euch getan habe? Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin’s auch.“ (12-13) Weil Jesus der Lehrer und Herr der Jünger ist, mussten die Jünger ihm dienen. Im Gegenteil aber diente Jesus ihnen. In den Versen 14-15 erklärte Jesus, warum. „Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.“ Das Wort „so sollt auch ihr“ bedeutet hier, dass wir Schuldner sind und als diejenigen, denen der Herr gedient hat, die Pflicht haben, einander zu dienen. Jesus drängte seine Jünger jedoch nicht, indem er ihre Pflicht betonte und sie aufforderte, sie auszuüben, sondern gab ein Beispiel dafür, wie man sich gegenseitig die Füße wäscht. Jesus war der Lehrer und Herr der Jünger, und er hätte ihnen befehlen können, was er wollte. Aber Jesus zeigte das Beispiel, wie man anderen dienen kann, indem er sich erniedrigte und ihnen diente. Ein Vorbild zu sein ist die beste Botschaft.

In den Versen 16 und 17 lehrte Jesus seine Jünger das Geheimnis des Glücks. „Wenn ihr dies wisst – selig seid ihr, wenn ihr’s tut.“ „Selig“ bedeutet hier „makarios“, glücklich zu sein. Die Leute denken, sie werden glücklich, wenn ihnen gedient wird. Aber wenn man bedient werden will, fühlt man sich nicht glücklich im Herzen. Wenn man aber Jesu Bespiel folgt und ein dienendes Leben führt, erfährt man die wahre Freude im Herzen. Das heißt, wir sind glücklich, indem wir Jesus Bespiel folgen, uns demütigen und anderen dienen.

3) Die Gemeinschaft der Liebe Jesu (34-35)

Die Verse 18-30 zeigen, wie Jesus mit dem Problem von Judas Iskariot umging. Wegen des Verrats des Judas wurden die Jünger versucht, an Jesus zu zweifeln und misstrauten einander. Durch dieses Werk des Zweifels und Unglaubens hätte die Gemeinschaft leicht zerstört werden können. Jesus kämpfte nicht gegen Judas Iskariot sondern gegen den Satan, der durch Judas wirkt. Jesus hatte Mitleid mit Judas und tat sein Bestes, um ihn zur Buße zu führen. Als der aber bis zum Ende nicht Buße tat, fuhr der Satan in ihn. Vers 30 ist ein literarischer Ausdruck seines inneren Elends. „Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.“ Er liebte die Finsternis und wurde schließlich ein Anhänger der Finsternis. Jesus sagte, dass er weder trauerte noch verzweifelte, als Judas hinausging, sondern dass er verherrlicht wurde (31), Und er schaute auf die zukünftige Herrlichkeit der Auferstehung durch das Kreuz hindurch (32-33).

Das Problem des Judas Iskariot war ein großes Hindernis für die Gemeinschaft Jesu. Nachdem Jesus dieses Hindernis beseitigt hatte, gab er seinen Jüngern ein neues Gebot. Lesen wir den Vers 34 gemeinsam: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.“ Warum nannte Jesus es das neue Gebot? Das alte Gebot beruht auf dem Alten Testament und betont die Verpflichtung der Menschen, so dass wir gerichtet und verdammt werden müssen, wenn wir ihm nicht gehorchen. Leider können die Menschen das Gebot nicht absolut halten, weil wir schwach sind. Daher ist es misslungen, dass die Menschen das alte Gebot halten. Gott kannte die Schwachheit der Menschen und gab uns das neue Gebot auf Grund des neuen Testamentes. Das neue Testament besteht darin, dass Gott sich über die Menschen erbarmte und Jesus Christus sandte und durch seinen Tod all unsere Sünde und Verfehlung vergab. Darüber hinaus sandte er uns, die wir an Jesus glauben, den heiligen Geist, so dass wir seine Gebote halten können. „Wie ich euch geliebt habe“ hat eine noch tiefere Bedeutung als nur sein Beispiel für uns. Es bedeutet, dass Jesus uns die Kraft gibt, einander zu lieben. Wenn wir dem Gebot „liebt euch untereinander“ gehorchen, hilft Jesus uns, durch den heiligen Geist alle Hassgefühle zu überwinden. Da werden wir seine Liebe noch tiefer erfahren und darüber hinaus das wunderschöne Werk der Liebe hervorbringen.

„Einander zu lieben“ ist eines der wichtigsten Themen im Johannesevangelium. In Vers 34 kommt es zweimal und in Kapitel 15,12.17 auch wiederholt vor. Warum sagt Jesus dann „einander zu lieben“? Was wünscht sich Jesus so sehr von seinen Jüngern? Mit einem Wort sollen die Jünger die Gemeinschaft der Liebe auf Grund der Liebe Jesu bilden. Wir sollen hier darüber nachdenken, was die Eigenschaft der Gemeinschaft Jesu ist und wie wir die Gemeinschaft der Liebe Jesu bilden können und welche Früchte daraus hervorgebracht werden.

Die Gemeinschaft Jesu ist die Gemeinde. Die Gemeinde ist kein Gebäude, sondern die Gemeinschaft deren, die Jesus als ihren Herrn bekennen. In der Bibel wird die Gemeinde mit verschiedenen Gleichnissen beschrieben wie „Haus“, „Gebäude“ und „Körper“. (Epheser 1,23; 2,19.20; 4,12.15.16) Der Ausdruck „Haus“ wird im 1. Timotheus 3,15 gut beschrieben: „das ist die Gemeinde des lebendigen Gottes, ein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit.“ Die Gemeinde ist eine Gemeinschaft, die fest auf dem Grund der Wahrheit gegründet und ein Pfeiler für die Wahrheit ist. Der Ausdruck „Haus“ zeigt, dass unsere Beziehung zu Gott die Beziehung zwischen dem Vater und seinen Kindern ist (Epheser 1,5;2.19) Als die geliebten Kinder Gottes dürfen wir Gott „Vater“ rufen und die Gemeinschaft mit ihm haben. Epheser 2,20 nennt die Gemeinde ein Gebäude, „erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist“. In 1.Petrus 2,4-7 ist Jesus der lebendige Stein und wir, die Gläubigen, sind die lebendigen Steine. Gott benutzt die lebendigen Steine nicht als Dekoration sondern zur Erbauung des geistlichen Hauses. Jesus ist der Eckstein, der für das Haus der Grundstein ist. Auf diesem wächst der ganze Bau ineinander gefügt zu einem heiligen Tempel in dem Herrn (2,21) Die Merkmale der Gemeinde aus dem Vergleich als Gebäude zeigen, dass die Gemeinde der lebendige, dynamische Organismus ist. Die Gemeinde ist kein fixiertes System sondern ein Organismus, der sich wie der Körper der Menschen aus sich selbst erbaut, existiert und wächst. Christus ist das Haupt der Gemeinde (Kolosser 1,18; Epheser 5,23) und wir, die Gläubigen sind seine Glieder (Epheser 5,30). Wie die Glieder ganz eng miteinander verbunden sind, sind wir Gläubigen mit Christus im Zentrum eng verbunden. Christus ist das Haupt der Gemeinde und die Quelle dafür, dass für alles, was für den Körper nötig ist, gesorgt wird. Und alle Glieder werden von Christus mit der nötigen Nahrungen versorgt und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus (Epheser 4,15). Schließlich kommt alles von Jesus und wird durch ihn und zu ihm gehen. Die Gemeinde stellt Jesus in ihren Mittelpunkt hin und soll Jesus die Ehre geben.

Vor allem ist die Gemeinde Jesu die Gemeinde der Liebe auf Grund der Liebe Jesu. Zuerst wird die Gemeinde von Jesus die Liebe empfangen und sie praktizieren. In Bezug auf die Merkmale der Gemeinde wurde die Gemeinde nach dem ersten Konzil von Nicäa in 381 n. Christus definiert, dass sie eins, heilig und allgemein und apostolisch ist. Aber das wichtigste Merkmal der Gemeinde ist auf Grund dieses Textes die Liebe. Diese „Liebe“ ist die heilige Liebe Gottes, nämlich „Agape“. Das Wort „Liebe“ ist zwar sehr beliebt. Aber viele wissen nur von der physischen Liebe „Eros“. Bestenfalls kennen sie die Bruderliebe „Phileo“. Jeder möchte geliebt werden und die anderen lieben. Aber wenn sie nach „Eros“ suchen, werden sie die anderen verletzen und werden auch verletzt werden. Wir können niemals damit zufrieden leben. Menschen suchen nach der wahren Liebe. Wir können allein durch Christus die wahre Liebe erfahren und die wahre Zufriedenheit und das Glück schmecken (1.Johannes 3,16a).

Wie können wir die Gemeinde der Liebe Jesu bilden? Zuerst sollen unsere schmutzigen Füße von Jesus gewaschen werden. Anders gesagt sollen wir unsere hässliche und schmutzige Sünde zu Jesus bringen und von ihm die Vergebung der Sünde empfangen. Wenn wir von Jesus seine vergebende Liebe tief annehmen, werden wir die Kraft dafür gewinnen, die Sünde und Verfehlung der anderen zu vergeben. Außerdem sollen wir Jesu Gesinnung anziehen und den anderen dienen. Apostel Paulus ermahnte die Gläubigen „Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, … Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.“ (Philipper 2,3.5-7) Und in Epheser 4,2 ermahnt er sie so: „in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe“.

Wenn wir uns untereinander lieben, wird offenbar, dass wir Jesu Jünger sind. Die Jünger sind diejenigen, die weder miteinander streiten noch neidisch werden noch konkurrieren sondern sich untereinander lieben und zusammenarbeiten und Gottes Willen erfüllen. Petrus und Johannes waren diejenigen, die sehr heftig konkurrierten. Als sie aber Jesu große Liebe empfingen, konnten sie einander von ganzem Herzen lieben und zusammenarbeiten. Durch ihre wunderschöne Zusammenarbeit geschah das Werk in der Apostelgeschichte (Apostelgeschichte 3,1; 4,13) Nachdem Petrus dieses Geheimnis erkannt hatte, ermahnte Petrus die verstreuten Gläubigen: „Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn »die Liebe deckt auch der Sünden Menge«“

Ich danke Gott von ganzem Herzen, wenn ich an das Werk Gottes der Bonn UBF denke. M. Peter und M. Sarah Chang haben in den vergangenen 40 Jahren von Anfang des Pionierungswerkes an bis heute ihre Hausgemeinde geöffnet und dem Werk Gottes hingebungsvoll gedient. Weil ich auch solch ein Leben geführt habe, weiß ich genau, wie schwer es ist. M. Peter Chang hat auch mit dem Hirtenherzen jedem Einzel gedient, über seine Sünde Buße zu tun und Jesus persönlich zu begegnen. Angefangen von der Hausgemeinde von M. Stephanus und M. Maria Park haben viele Mitarbeiter mit ihnen zusammengearbeitet und ein hingebungsvolles Leben geführt. Bonn UBF hat eine sehr gute geistliche Grundlage gelegt. Nun sind M. Peter und M. Sarah Chang fast 70 Jahre alt. Für sie ist es gut und notwendig, von der Front des Pionierungswerkes zurückzugehen und ihr Sabbatjahr zu haben, um zukünftig ein noch größeres Werk Gottes zu tun. Nun sollen wir mit dem nächsten Leiter eins werden und unzählige jungen Menschen umarmen und ihnen dienen und eine Gemeinschaft der Liebe Jesu bilden, die noch tiefer, breiter und höher ist als die jetzige Gemeinschaft. Gott gebe jedem von Euch die Kraft dafür, dem neuen Gebot, untereinander zu lieben, zu gehorchen, so dass die Gemeinde der Liebe Jesu gebildet wird.

Teilen