Jesus, die Ströme lebendigen Wassers

Johannes 7,1-52
Leitverse 7,37b.38

„Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“

In Kapitel 6 haben wir über Jesus nachgedacht, der einer großen Menschenmenge half, nicht das vergängliche physische Brot zu suchen, sondern ihn als das Brot des Lebens anzunehmen. Danken wir Jesus, dass er aus dem Hirtenherzen der Menge, seinen Jüngern und auch uns half, Jesus nicht mit einem falschen Motiv, falscher Erwartung oder einem geteilten Herzen zu folgen, sondern uns für die Teilnahme an Jesu Leiden klar zu entscheiden. Gott segne unser gemeinsames Gebet, durch 10.000 Zweierbibelstudiumteams den jungen Menschen Jesus als das wahre Brot vom Himmel zu bezeugen und die Umgebung für die geistliche Wiedererweckung dieser Generation vorzubereiten.

Seitdem Jesus am Sabbat einen 38 Jahre Kranken geheilt hatte, trachteten die jüdischen religiösen Oberen danach, Jesus zu beseitigen. Dieses böse Trachten, gegen Jesus zu reden und ihn aus der Welt zu schaffen, wurde trotz der Speisung der Fünftausend nicht weniger. Viele sogar von seinen Jüngern wandten sich von ihm ab, als Jesus sie die Wahrheit lehrte, dass er das lebendige Brot vom Himmel ist. Lasst uns in dieser Stunde Jesu geistlichen Kampf kennenlernen, der inmitten einer feindseligen Umgebung bis zum Ende kämpfte, Gott zu gefallen und Gottes Ratschluss durch seinen Kreuzestod und seine Auferstehung zu erfüllen. Lasst uns auch Jesu Verheißung kennenlernen, dass von jedem, der bei der Quelle Jesu trinkt, Ströme lebendigen Wassers fließen werden.

1. Meine Zeit ist noch nicht da (1-9)

Erstens: Die weltlich gesinnten Brüder Jesu (1-5)

Sehen wir uns Vers 1 an: „Danach zog Jesus umher in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil ihm die Juden nach dem Leben trachteten.“ Weil Jesus einen 38 Jahre Kranken am Sabbat geheilt hatte, verfolgten die religiösen Oberen Jesus und trachteten ihm nach dem Leben. Deshalb ging Jesus für eine lange Zeit in Galiläa umher. Er wusste, dass ihn die religiösen Oberen in Judäa wegen seiner Popularität beneideten und eine Gelegenheit suchten, ihn zu töten. Jesus blieb aber nicht aus Angst vor dem Tod in Galiläa, sondern weil es nicht Gottes Zeit war, zu sterben. Um den Samen des Reiches Gottes in die Herzen der Menschen einzupflanzen, vermied Jesus unnötige Konfrontationen mit den böswilligen Leitern. Die religiösen Leiter sollten Hirten für ihr leidendes Volk sein und ihnen mit dem Wort Gottes dienen. Aber sie wurden zum politischen Instrument und interessierten sich nur für ihre politische Autorität und Macht.

Sehen wir uns Vers 2 an: „Es war aber nahe das Laubhüttenfest der Juden.“ Wenn sich das Laubhüttenfest nahte, zogen die jüdischen Männer in einer Festkarawane gen Jerusalem. Jesu Brüder wurden durch diese festliche Umgebung begeistert und sagten zu Jesus (3.4): „Mach dich auf von hier und geh nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen, die du tust. Niemand tut etwas im Verbogenen und will doch öffentlich etwas gelten. Willst du das, so offenbare dich vor der Welt.“ Jesu Brüder drängten Jesus, während des Laubhüttenfestes hinauf nach Jerusalem zu gehen. Sie erwarteten, dass Jesus endlich populär werden und anerkannt werden würde. Sie bildeten sich ein, wie eine große Menschenmenge auch sie auf ihren Schultern tragen und begeistert umjubeln würde. Jesu Brüder waren durstig nach dem Lob und der Anerkennung der Menschen. Sie wollten Jesus für ihre eigene Ehre und Popularität ausnutzen. Was bezeugt der Verfasser über Jesu Brüder? Sehen wir uns Vers 5 an: „Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn.“ Jesu Brüder glaubten nicht, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Sie erkannten seine wahre Größe, seine Herkunft, seine Gottessohnschaft nicht an. Darum bezeugte Johannes über sie, dass sie Männer des Unglaubens waren. Ungläubige Menschen sind Menschen, die nicht geistlich gesinnt sind, und die nicht Gott, sondern der Welt angehören.

Zweitens: Jesu Entscheidung, Gott zu erfreuen (6-9)

Was sagte Jesus seinen Brüdern, die ihn drängten? Sehen wir uns Vers 6 an: „Da spricht Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; eure Zeit ist allewege.“ „Meine Zeit“ und „meine Stunde“ ist einer der wichtigsten Punkte im Johannesevangelium in Bezug auf den Höhepunkt der Erlösungsgeschichte durch Jesu Kreuzestod. In Vers 6 bezieht sich „meine Zeit“ auf die beste Gelegenheit, in der Jesus das Erlösungswerk Gottes vollbringen würde. Jesus suchte diese beste Gelegenheit, um Gott zu gefallen. Jesus lebte nicht nach dem Erwarten oder Verlangen der Menschen, sondern er wartete auf die Zeit, die Gott für ihn vorgesehen hatte. Während die Menschen in Festtagsstimmung waren und sich zu amüsieren suchten, suchte Jesus die Gelegenheit, wie er am besten Gott erfreuen konnte. Als Jesus Gott erfreuen wollte, musste er sogar Missverständnisse in Kauf nehmen, indem er auf die Zeit wartete, die Gott für ihn vorgesehen hatte.

Wenn ein Mensch mit der Entscheidung lebt, nicht sich oder anderen, sondern Gott zu gefallen, wird er unweigerlich Missverständnisse und Verfolgungen erfahren. Wir erinnern uns an M. Dr. Samuel Lee. Als er sich entschieden hatte, nicht sich oder anderen Menschen, sondern Gott zu gefallen, diente er den Studenten in Korea und in Amerika hingebungsvoll mit dem Hirtenherzen Gottes. Dafür nahm er willig in Kauf, dass viele Menschen ihn missverstanden und ihn sogar übel verfolgten und verleumdeten. Als ein junger Mann sich entschied, nicht sich, seiner Frau oder seinen Schwiegereltern, sondern Gott zu gefallen, indem er ein gott- und missionszentrisches Leben führte und mit dem Knecht Gottes zusammenarbeitet, erfuhr er zahlreiche Verleumdungen und Verfolgungen von den Humanisten. Gott segnet sein entschlossenes Missionsleben aufgrund von 5. Mose 6,5 und gebraucht ihn als einen geistlichen Leiter, besonders für die Nächste Generation.

Wir können von Jesus und diesen Beispielen lernen, dass wir niemals Gott und der Welt zugleich gefallen können. Wer der Welt und ihren Erwartungen entsprechen will, wird bloß eine Person ohne Rückgrat sein und schließlich zum Spielball des Teufels werden. Darum: Treffen wir eine klare Entscheidung, Gott zu erfreuen und seinen ganzen Willen zu tun, auf Leben und Tod und koste es, was es wolle! Dann werden wir ein Segen für viele Menschen sein und Gott wird durch unser Leben verherrlicht.

2. Denn ich bin von ihm, und er hat mich gesandt (10-36)

Erstens: Die Lehre Jesu kam von Gott (10-16)

Sehen wir uns Vers 10 an: „Als aber seine Brüder hinaufgegangen waren zum Fest, da ging auch er hinauf, nicht öffentlich, sondern heimlich.“ Als Jesus heimlich hinauf nach Jerusalem ging, gab es dort verschiedene kontroverse Meinungen über ihn. Die Juden dachten, dass er bei diesem wichtigen Fest erscheinen und klarmachen sollte, ob er der Christus ist oder nicht. Einige achteten Jesus hoch und andere hielten ihn für einen Volksverführer (12.13). Sie wussten nicht genau, wer Jesus wirklich war und hatten nur oberflächliche Kenntnisse über ihn. Auch wollte sich niemand klar zu Jesus bekennen, weil sie Angst vor den religiösen Oberen hatten. Sehen wir uns Vers 14 an. Mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte das Volk das Wort Gottes. Wie reagierten die Leute darauf?

Vers 15 sagt: „Die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift verstehen, wenn er es doch nicht gelernt hat?“ Hinter dieser Aussage steckte die Qual der jüdischen Leiter. Sie waren sehr verwundert, dass Jesu Worte Vollmacht hatten. Sie waren alle erfolgreiche, studierte Männer. Sie versuchten durch ihre Rede die Leute zum Staunen zu bringen. Aber immer, wenn sie eine Rede hielten, begannen die Leute einer nach dem anderen den Mund aufzumachen, zu gähnen und schließlich einzuschlafen. Doch wenn Jesus eine Rede hielt, wurden die Leute durch seine Worte tief berührt (Markus 1,27). Wenn Jesus redete, wurden die Herzen der Menschen mit Freude und himmlischem Frieden erfüllt. Jesu geistliche Vollmacht kam aus seinem Glaubensgehorsam gegenüber dem Wort Gottes, sodass das Volk erkannte, dass die Lehre Jesu von Gott kam (16).

Zweitens: Jesus entschied sich für den Willen Gottes (17-20)

Sehen wir uns Vers 17 an: „Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede.“ Viele Menschen bezweifeln, dass Jesu Worte Gottes Worte sind. Sie wollen ihre eigene Meinung und Vorstellung nicht aufgeben. In diesem Vers lehrt uns Jesus, dass ein Mensch, wenn er sich entscheidet, den Willen Gottes zu tun, klar erkennen kann, dass Jesu Wort die Wahrheit Gottes ist. Jesus lehrt uns hier auch, dass eine Entscheidung des Glaubens das innerste Lebensmotiv und Lebensziel eines Menschen zeigt.

Als Mose die Entscheidung traf, seine eigene Ehre und Herrlichkeit als ein ägyptischer Prinz aufzugeben und mit seinem versklavten Volk zusammen zu leiden, offenbarte er dadurch, dass er nicht für sich selbst, sondern für die Ehre Gottes und für sein Volk leben wollte (Hebräer 11,24.25). Mutter Sarah Barry entschied sich im Alter von 25 Jahren, als eine Missionarin in das arme Nachkriegs-Korea zu gehen und den verzweifelten koreanischen Studenten mit dem Evangelium zu dienen. Sie hielt an ihrer Entscheidung in allen Situationen konsequent fest, verzichtete auf ihren Heiratstraum und diente selbstlos der Weltmission. Dies konnte sie tun, weil sie sich von Herzen entschieden hatte, nicht für sich, sondern für die Ehre Gottes und für das Heil der jungen Menschen zu leben. In ähnlicher Weise entschied sich unser Herr Jesus dafür, auf alle seine Ehre und Herrlichkeit als himmlischer Prinz Gottes zu verzichten und den Willen Gottes zu tun, auch wenn es bedeutete, dass er sich als ein Knecht der Menschen endlos erniedrigen und sein eigenes Leben für das Heil der rebellischen, sündenversklavten Menschen hingeben musste. Es war ein Weg der Dornen und des Kreuzes. Es war ein Weg der Hingabe und des endlosen Leidens. Aber Jesus entschied sich für den Weg Gottes, weil er Gott liebte. Als Folge seiner Entscheidung musste er ans Kreuz geschlagen werden. Aber Jesus war nicht traurig, sondern betete vielmehr zu Gott: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34a). Lasst uns darüber nachdenken, ob wir uns klar entschieden haben, im Gehorsam des Glaubens den Willen Gottes zu tun. Wir leben in einer Gesellschaft, wo die Menschen ständig ihren eigenen Vorteil und eigene Ehre suchen. Prüfen wir unser Herz, unsere Gesinnung, ob wir entschlossen und entschieden sind, alle Verfolgungen, alle Missverständnisse, alle Leiden und den Druck der Welt auf uns zu nehmen, um den Willen Gottes in unserer Generation zu tun.

Lesen wir nochmals Vers 17: „Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede.“ Niemand muss in Ungewissheit, Zweifel oder Unglauben sitzen bleiben. Wir dürfen uns entscheiden, einem Wort Gottes zu gehorchen und Gottes Willen zu tun. Als der Priester Esra eine Lebensentscheidung für den Willen Gottes traf, das Wort des HERRN zu erforschen und zu tun und Gebote und Rechte in Israel zu lehren (Esra 7,10), gebrauchte Gott ihn sehr kostbar für die geistliche Erneuerung in Israel. Gott schenke uns den heiligen Wunsch, seinen Willen in unserer Generation zu tun.

Sehen wir uns Vers 18 an: „Wer von sich selbst aus redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.“ Wir müssen auch in allen Dingen allein Gottes Ehre suchen, auch wenn es bedeutet, dass die Menschen uns ablehnen, kritisieren oder nichts mit uns zu tun haben wollen. Als Gott Hesekiel den Auftrag gab, seinem Volk zu predigen, sprach der HERR zu ihm in Hesekiel 3,7-9: „Aber das Haus Israel will dich nicht hören, denn sie wollen mich nicht hören; denn das ganze Haus Israel hat harte Stirnen und verstockte Herzen. Siehe, ich habe dein Angesicht so hart gemacht wie ihr Angesicht und deine Stirn so hart wie ihre Stirn. Ja, ich habe deine Stirn so hart wie einen Diamanten gemacht, der härter ist als ein Kieselstein. Darum fürchte dich nicht, entsetze dich auch nicht vor ihnen; denn sie sind ein Haus des Wiederspruchs.“

Von Jesus lernen wir, dass er keine schöne Lehre nach den Ohren der Menschen redete. Er suchte auch nie die Ehre oder Anerkennung der Menschen. Von Anfang an tat er alles für die Ehre Gottes. Darum hatte seine Predigt Vollmacht. Seine geistliche Vollmacht kam aus seiner Entscheidung, sich für den Willen Gottes völlig einzusetzen und hinzugeben. Gott gibt denen, die sich für ihn entschieden haben, seine geistliche Vollmacht. Geistliche Vollmacht kann nicht durch ein menschliches Werk oder irgendeinen Verdienst erworben werden. Auch nicht durch materiellen Reichtum oder weltlichen Erfolg. Jesus gehorchte dem Willen Gottes bis zum Ende. Seine geistliche Vollmacht kam aus seinem Gehorsam. Seine Vollmacht bezeugt, dass er der Christus ist, der Sohn Gottes, vom Himmel von Gott gesandt.

Drittens: Jesus wurde wegen seines Hirtenherzens missverstanden und verfolgt (21-24)

Sehen wir uns die Verse 23 und 24 an: „Wenn nun ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht das Gesetz des Mose gebrochen werde, was zürnt ihr dann mir, weil ich am Sabbat den ganzen Menschen gesund gemacht habe? Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet gerecht.“ In der Zeit Jesu beschnitten die Juden ihre Söhne sogar am Sabbat, damit ihre Söhne Gottes Segen erhielten, und sie dachten nie, dass sie das Gesetz des Mose gebrochen hätten. Aber in Wirklichkeit überschritten sie durch ihre Beschneidung das Gesetz des Sabbats, weil dieses Gesetz der Beschneidung nicht von Mose, sondern von Abraham, dem Patriarchen des Glaubens, kam (1. Mose 17,23). Die Juden, die das Sabbatgesetz dadurch überschritten, dass sie ihre Söhne beschnitten, wollten Jesus mit der Begründung töten, dass Jesus das Sabbatgesetz dadurch gebrochen habe, dass er den seit 38 Jahre kranken Mann geheilt hatte. Aber Jesus hatte das Sabbatgesetz nicht gebrochen, als er entsprechend dem Gesetz Gottes die Barmherzigkeit Gottes praktizierte und einen hoffnungslos gelähmten Mann heilte. Obwohl Jesus wusste, dass es Sabbat war, heilte er den Mann, weil er ein brennendes Hirtenherz für ihn hatte. Wegen der Heilung dieses bemitleidenswerten Menschen geriet Jesus in Gefahr, jede Menge Missverständnisse und Verfolgungen zu erhalten und sogar getötet zu werden. Aber das machte Jesus nichts aus. Jesu Herz brannte dafür, Menschen geistlich gesund zu machen, sie von ihren Sündenlasten zu erlösen und ihnen das ewige Leben zu geben.

Als Gottes Knecht Missionar Peter vor 40 Jahren nach Bonn kam, diente er vielen sündenkranken und verzweifelten Studenten, die keine Hoffnung in ihrem Leben finden konnten. Er half ihnen mit Gebet und Gottes Wort und durch die Lebensgemeinschaft, bis sie durch die Liebe Gottes wiederhergestellt wurden, sogar ihr Studium abschließen und ein Leben für die Herrlichkeit Gottes beginnen konnten. Aber obwohl er sein Leben für das Heil der Studenten hingab, wurde er übel verleumdet und wie ein Übeltäter beschuldigt. Doch er ist bis heute entschlossen, sein ganzes Leben für das Heil der jungen Menschen, auch für das geistliche Wachstum und die Bildung der Nächsten Generation einzusetzen, und sein Leben für die geistliche Erneuerung und Wiedererweckung in Deutschland, Europa und bis in die muslimische Welt hinzugeben.

Gott schenke uns eine persönliche Herzens- und Glaubensentscheidung, das Lebensziel Jesu, Gott zu gefallen, auch zu unserem klaren Lebensziel zu machen. Wenn wir mit diesem Ziel leben, dürfen wir nicht erwarten den Menschen zu gefallen, geschweige denn ihre Ehre zu bekommen. Wir werden von der Welt missverstanden, kritisiert, sogar verfolgt werden. Wie wir in Johannes 15,18-21 lesen, hat Jesus seinen Jüngern keine Illusionen gemacht. Er sagte: „…Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.“

Viertens: Jesus bezeugte, dass er der Christus ist (25-36)

Sehen wir uns die Verse 25 und 26 an: „Da sprachen einige aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen? Und siehe, er redet frei und offen, und sie sagen ihm nichts. Sollten unsere Oberen nun wahrhaftig erkannt haben, dass er der Christus ist?“ Manche Leute fragten sich, ob die religiösen Leiter Jesus als den Christus erkannt hätten. Aus Verwirrung diskutierten sie hin und her, ob er der Christus sein könnte und was dafür und was dagegensprechen würde. Als Jesus von ihrer Verwirrung hörte, bezeugte er von sich selbst, dass er der Christus ist. Jesus bezeugte, dass er von Gott gekommen ist und dass er der wahrhaftige Sohn Gottes ist. Lesen wir die Verse 28 und 29: „Da rief Jesus, der im Tempel lehrte: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin. Aber nicht von mir selbst aus bin ich gekommen, sondern es ist ein Wahrhaftiger, der mich gesandt hat, den ihr nicht kennt. Ich aber kenne ihn; denn ich bin von ihm und er hat mich gesandt.“ Hier bezeugte Jesus, dass er nicht in seinem eigenen Namen oder aufgrund einer eigenen Idee aufgetreten sei, sondern dem souveränen Willen Gottes gehorchte.

Sehen wir uns Vers 30 an: „Da suchten sie ihn zu ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.“ Der Unglaube und die Bosheit der jüdischen Leiter waren sehr überraschend. Durch Jesu klares Zeugnis wurden sie um so ungläubiger und versuchten, Jesus gefangen zu nehmen. Aber sie konnten es nicht, weil Gott ihnen nicht erlaubte, dies zu tun. Diese Szene gibt uns den Eindruck, dass die Finsternis über die Welt herrscht und die Knechte des Teufels Oberhand über die Geschichte der Menschen haben. Aber es ist in der Tat nicht so. Die Finsternis ist keine unabhängige Macht, die Gottes Werk und Gottes Leute einfach so zerstören könnte. Gott ist HERR und alles geschieht nur so weit, wie Gott es zulässt. Jesus damals und auch wir heute sind nicht vom Schicksal abhängig, sondern wir wissen uns in jeder Lage, auch in jedem Lebenssturm, in Gottes mächtiger Hand. Wir leben in einer finsteren Welt. Wir erfahren tagtäglich den Einfluss der gottlosen und satanischen Lehren, wie gottlosem Humanismus, Materialismus und Genderismus. Dennoch geschieht Gottes Werk mitten unter uns. Durch das Junior Leadership Camp sahen wir das Wirken des Geistes Gottes in unserer Nächsten Generation, dass Gott sie als vollmächtige Prediger und Predigerinnen des Wortes Gottes gebrauchte. Trotz der finsteren Welt und trotz Corona-Pandemie wird Gott auch das kommende GLEF 2020 sehr kostbar gebrauchen, um globale geistliche Leiter unter der Nächsten Generation aufzustellen, die bereit sind, Jesus zu folgen, seinem Wort zu gehorchen, Gottes Worte des Lebens zu predigen und als Hauptpersonen der Geschichte Gottes gebraucht zu werden.

Sehen wir uns Vers 31 an: „Aber viele aus dem Volk glaubten an ihn und sprachen: Wenn der Christus kommen wird, wird er etwa mehr Zeichen tun, als dieser getan hat?“ In diesem Abschnitt bezeugt Jesus der verwirrten Menschenmenge ganz klar, dass er der Christus ist. Warum ist Jesus der Christus? Die Evangelien sagen, dass nur er allein die Augen der Blinden öffnete, die unheilbar Kranken heilte, und den unter der Sündenmacht Elenden die frohe, hoffnungsvolle Botschaft des ewigen Lebens verkündigte. Sein ganzes Leben, seine Worte, seine Lehre, sein Wirken, seine Wunder, sein freiwilliger Sühnetod und seine Auferstehung und die Erfüllung der Schrift durch sein Leben offenbaren, dass er der Christus ist. Jesus ist der Christus, weil er von Gott gesandt wurde. Der Ausdruck „der mich gesandt hat“ wiederholt sich hier fünfmal (16, 18, 28, 29, 33). Gott erfüllte seine Verheißungen dadurch, dass er Jesus in die Welt sandte, um seinen Erlösungsplan für die Welt zu vollenden. Gott sandte in seiner großen Barmherzigkeit seinen eingeborenen Sohn in die Welt, um die Menschen von der Macht der Sünde und des Todes zu erlösen. Gott sandte Jesus als den verheißenen Heiland in die Welt, um uns die Tür in das Reich Gottes zu öffnen und uns in das ewige Reich Gottes zurückzubringen (29.33). Wenn wir daran glauben, dass Jesus von Gott gekommen ist, können wir in geistliche Menschen verändert werden.

In diesem Abschnitt haben wir gelernt, dass wir durch das Tun des Willens Jesu klar erkennen können, ob Jesu Lehre von Gott stammt und Gottes Wahrheit ist. Wir haben auch von Jesus gelernt, mit dem Lebensziel zu leben, Gott zu gefallen und zu Gottes Ehre zu leben. Wenn wir Gottes Willen tun und für Gottes Ehre leben, werden wir trotz Missverständnissen und Verwerfungen durch die gottlosen Menschen das mächtige Wirken Gottes durch uns in dieser Generation erfahren.

3. Von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen (37-52)

Sehen wir uns die Verse 37 und 38 an: „Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Nun war der letzte und höchste Tag des Festes gekommen, an dem zwei Hauptereignisse stattfanden. Die Zeremonie der Sühneopfergabe und die Zeremonie des Wasserausgießens. Der Priester zog unter dem Jubelgesang des Volkes und begleitet von Posaunenschall zur Quelle Siloah hinaus und füllte dort einen goldenen Krug mit Wasser. Diesen brachte er zurück zum Tempel, wo das Wasser im Vorhof am Fuße des Brandopferaltars ausgegossen wurde. Dabei erinnerten sich die Juden, wie Gott einst in der Wüste das Wasser aus dem Felsen hatte fließen lassen, sodass das ganze Volk daraus trinken konnte (2. Mose 17,6).

Jesu Hirtenherz brannte. Er sah, dass nun am Ende des Laubhüttenfestes das Volk viel erlebt, viel gefeiert und getrunken hatte, aber dass ihre Seelen doch leer und durstig geblieben waren. Darum trat Jesus auf und rief (37b.38): „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Jesus wollte der Menge das lebendige Wasser zu trinken geben, sodass ihr Seelendurst vollkommen gestillt würde. Jesus ist der wahre Fels des Heils für alle Menschen. Er ist der wahre Heilsbrunnen, der uns das lebendige Wasser für unsere Seele schenkt. Wir erfahren, dass in unserer Zeit viele Menschen durstig sind. Durstig nach Urlaub, Vergnügungen, nach Wein, Bier, Partys uvm. Allein Jesus vermag den Seelendurst der Menschen zu stillen. Außer bei Jesus gibt es kein lebendiges Wasser in dieser Welt. Ohne Jesus bleiben die Seelen der Menschen durstig und leer. Psalm 42,2.3 sagt: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?“

Als Jesus sagte: „wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt…“ sagte er, dass wir nicht aufgrund einer Meinung oder eines Gefühls an Jesus glauben sollen, sondern aufgrund der Schrift, aufgrund des Wortes Gottes. Durch das Bibelstudium offenbart sich Jesus durch sein Wort. Aufgrund des Wortes Gottes dürfen wir an Jesus glauben. Sein Kreuzestod und seine Auferstehung verändern unser Leben um 180 Grad. Der Heilige Geist macht uns zu Gottes geliebten Kindern und zu Gottes heiligem Volk. Der Heilige Geist verändert uns beständig in Jesu Bild und lässt Ströme lebendigen Wasser von unserem Leibe fließen.

Die Jünger Jesu erfuhren das mächtige Leben verändernde Werk durch den Heiligen Geist. Nach Jesu Himmelfahrt waren sie voller Furcht gewesen, sodass sie sich im Obergemach versteckten. Aber als der Heilige Geist am Pfingsttag auf sie kam, wurden sie völlig verändert. Apostelgeschichte 2,4 sagt: „und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ Petrus, Jakobus, Johannes, ja alle Zwölf begannen in verschiedenen ausländischen Sprachen, die sie zuvor nie gelernt hatten, zu predigen.

George Whitefield (1714 – 1770) stammte aus Gloucester, England. Er studierte in Oxford, besuchte dort den Holy Club, wo er John und Charles Wesley kennenlernte. Mit 21 Jahren bekehrte er sich und wurde Diakon und Prediger. Sein verändertes Leben bezeugt, dass Ströme lebendigen Wasser von Whitefield zu unzähligen Menschen flossen. Während die anglikanische Kirche mit ihren Ritualen in einer Phase der Erstarrung verharrte, predigte Whitefield unter freiem Himmel zum einfachen Volk und vermochte, die Massen zu bewegen und die geistliche Wiedererweckung in Amerika zu bereiten. Er hielt etwa 30.000 Predigten, führte unzählige Sünder zur Buße und gilt als der größte Evangelist nach den Aposteln des Neuen Testaments.

Vor etwa 40 Jahren führte Gott koreanische Krankenschwestern nach Deutschland. Viele waren gekommen, um Geld für ihre armen Angehörigen in Korea zu verdienen. Doch durch das Gebet und Bibelstudium von Dr. Lee wurden sie als Missionarinnen aufgestellt, die mutig den fähigen Studierenden in Deutschland mit dem Wort Gottes dienten. Da wirkte der Heilige Geist mächtig durch sie, sodass Ströme lebendigen Wasser zu den deutschen jungen Menschen flossen und zahlreiche Einheimische als Hirten, Bibellehrer und geistliche Leiter aufgestellt wurden.

Wir konnten auch in diesem Sommer das Wirken des Heiligen Geistes in den Teenagern der Nächsten Generation während des Junior Leadership Camps in Rehe sehen. Als Gott unsere Teenager Esra, Andrea, Daniel, Sarah Grace, Peter Josef und Sarah bei Ihren Botschaften mit dem Heiligen Geist erfüllte, konnten wir sehen und hören, wie Ströme lebendigen Wasser von ihnen ausgingen und Gottes lebendiges Wort in die Herzen aller Teilnehmenden kam.

Sehen wir uns Vers 39 an: „Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.“ Das Werk des Heiligen Geistes ist es, dass geistlich tote Sünder lebendig werden durch den Glauben an Jesu vollbrachtes Erlösungswerk am Kreuz und an seine Auferstehung. Ein geistlicher Mensch, der an Gott glaubt, ist wie eine Quelle von lebendigem Wasser, weil der Heilige Geist in ihm wirkt und ihm immer lebendiges Wasser in seiner Seele zufließen lässt und ihn so als Quelle des Segens für andere gebraucht.

Die Verse 40 – 52 beschreiben die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen auf Jesu Einladung. Einige aus dem Volk sprachen: „Dieser ist wahrhaftig der Prophet“ (40b). Andere sagten: „Er ist der Christus“ (41a). Die Oberen aber sandten Knechte aus, um Jesus zu ergreifen. Als diese unverrichteten Dinge zu den Hohenpriestern und Pharisäern zurückkamen, sprachen die Knechte: „Noch nie hat ein Mensch so geredet wie dieser.“ Da antworteten ihnen die Pharisäer: „Habt ihr euch auch verführen lassen? Glaubt denn einer von den Oberen an ihn? Nur das Volk tut’s, das nichts vom Gesetz weiß; verflucht ist es.“ Die zänkischen Worte der Oberen offenbarten vor allem eines: dass sie die Bibel gar nicht kannten und in ihrer Unwissenheit sogar Werkzeuge des Teufels geworden waren.

Heute haben wir Jesu geistlichen Kampf gelernt, Gott zu gefallen und Gottes Ratschluss bis zum Ende zu erfüllen. Jesus bezeugte klar, dass er der Christus ist, der vom Vater gekommen war, um Gottes Willen zu tun. Wir durften auch Jesu Verheißung hören: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Möge das lebendige Wasser Jesu von euch mächtig fließen: an jede Fakultät der Bonner Uni, an die Uni Mainz, Uni Koblenz und Hochschule Bonn/Rhein-Sieg, an alle 1700 Unis in Europa und bis nach Dubai, Istanbul und Kairo.

Lesen wir die Leitverse 37b.38 gemeinsam.

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