Nehemia kämpfte bis zum Ende für das Erweckungswerk

Nehemia 11,1 – 13,31
Leitvers 13,25

„Und ich schalt sie und fluchte ihnen und schlug einige Männer und packte sie bei den Haaren und beschwor sie bei Gott: Ihr sollt eure Töchter nicht ihren Söhnen geben noch ihre Töchter für eure Söhne oder euch selbst nehmen.“

Wir danken Gott für die gesegnete Maibibelkonferenz und sein Wort aus dem Buch Nehemia, wodurch wir ermutigt sind, die geistlichen Mauern in Europa wieder zu bauen. Indem wir Zweierbibelstudium-Teams mit den jungen Menschen bilden, dürfen wir das gute Werk in die Hand nehmen. Wir dürfen die listigen Attacken des Satans durch den gottlosen Humanismus und Relativismus zurückweisen, und den Gehorsam des Glaubens aufrichten, sodass Europa geistlich wiedererweckt und als Hirtennation für die Weltmission gebraucht werden darf.

Durch die letzte Lektion von Nehemia wollen wir kennenlernen, wie Nehemia bis zum Ende gekämpft hat. Auch nach der Vollendung der Mauer und der geistlichen Erweckung durch die Bußbewegung und das Bibelstudium von Esra, war sein Kampf noch nicht beendet. Es bedurfte weiter der fleißigen und sorgfältigen Nacharbeit, die Stadt zu bevölkern, Ordnung aufzurichten, auch den eingeschlichenen Relativismus zu überwinden. Nehemia schloss keinen Kompromiss mit dem Zeitgeist, sondern richtete Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes auf, so dass Israel als heiliges Volk Gottes leben konnte. Lasst uns den geistlichen Kampf bis zum Ende kämpfen, die geistliche Wiedererweckung der Studenten durch das Zweierbibelstudium und der nächsten Generation durch GLEF herausfordern und als ein heiliges Volk Gottes leben.

1. Die Einweihung der Stadtmauer (11,1 – 12,47)

In Kapitel 11 geht es zunächst um die Maßnahmen zur Wiederbesiedlung von Jerusalem. Nehemia hatte festgestellt, dass die Zahl der Einwohner in Jerusalem sehr niedrig war. Nicht einmal 3000 Männer wurden gezählt. Darum beschloss man einen Wiederansiedlungsplan. Lesen wir 11,1: „Und die Oberen des Volks wohnten in Jerusalem. Das übrige Volk aber warf das Los darum, wer von jeweils zehn nach Jerusalem, in die heilige Stadt, ziehen sollte, um dort zu wohnen, und die neun in den andern Städten.“ In der Notzeit ist das Leben auf dem Land als ein Selbstversorger viel attraktiver als in der Stadt. Auf dem Land gibt es immer genug Nudeln und genug Toilettenpapier. Mit anderen Worten hatten alle nur an sich selbst und ihre eigene Sicherheit gedacht, aber kaum jemand wollte sich langfristig hingeben, um die Stadt Gottes aufzubauen.

Darum musste Nehemia eine gute Strategie implementieren, wie man Jerusalem wieder stark machen könnte. Schließlich wählte man per Los jeden Zehnten aus dem Volk aus, nach Jerusalem umzuziehen, damit die Heilige Stadt wachsen könnte. Man segnete diejenigen, die in Jerusalem wohnen wollten. Diejenigen, die ihr Leben einsetzen, um den anderen zu dienen und Gottes Stadt aufzubauen, sind wahre Helden. Sie sind diejenigen, die Gott mehr lieben als sich selbst. In diesem Sinne ist das Leben im Hauptquartier ein gesegnetes Leben. Diejenigen, die auf ihr angenehmes Leben verzichten, um Gottes Stadt und Gottes Volk zu bauen, sind wahrhaft gesegnete Menschen.

Heutzutage sehen wir viele Menschen, die zur Gemeinde kommen, nur wenn es ihnen einen persönlichen Vorteil verspricht, aber nicht um sich für das Werk Gottes hinzugeben. „Was bringt mir das?“ ist eine der beliebtesten Fragen. Doch in dem Werk Gottes geht es nicht darum, welchen Vorteil ich daraus ziehen kann, sondern wie ich mich selbst einsetzen und einbringen kann, sodass Gottes Haus und Gottes Volk gebaut werden. In dieser Hinsicht sind unsere Gott- und missionszentrieren Hausgemeinden sehr kostbar vor Gott. Denn sie suchen nicht ihren persönlichen Vorteil oder ihr Gefühl oder Glück, sondern wollen sich für die Mission Gottes von ganzem Herzen einsetzen und hingeben.

Ein junger Student entschied sich im 1. Semester, in die Lebensgemeinschaft einzuziehen und für das Werk Gottes zusammenzuarbeiten. Statt wie früher das Ziel zu verfolgen, als ein Professor viel Anerkennung zu bekommen, arbeitet er für die Campusmission selbstlos zusammen, indem er von den Knechten Gottes lernt und nun dem Werk Gottes mit der geistlichen Leitung dient.

In 11,3-36 verzeichnete Nehemia alle Einwohner der Stadt Jerusalem. Zuerst die aus den Stämmen Juda und Benjamin, dann die Priester, die Leviten, die Torhüter und die Tempelsklaven. Schließlich listete er auch die Einwohner der Städte auf. Dies zeigt Nehemias Geschichtsbewusstsein, der jeden einzelnen für sehr wichtig hielt, der die Stadt Jerusalem und das Land Israel gebaut hatte. In 12,1-26 legte Nehemia sein besonderes Augenmerk auf die Priester und Leviten, die die geistlichen Leiter des Volkes waren. Wir dürfen wissen, dass jeder Mitarbeiter, besonders die geistlichen Hausgemeinden in dem Werk Gottes sehr kostbar sind. Eine Hausgemeinde von M. Petrus und M. Pauline, die ohne an sich selbst zu denken im Zentrum auf engem Raum wohnt und die Umgebung für das Werk Gottes vorbereitet, ist sehr kostbar. Eine Gebetsmitarbeiterin wie H. Joyce, die trotz der Chemotherapie das Gebetsgefäß bildet, ist sehr kostbar vor Gott.

In 12,27-43 geht es um die Einweihungsfeier für die Stadtmauern. Lesen wir 12,27: „Und bei der Einweihung der Mauer Jerusalems holte man die Leviten aus allen ihren Orten nach Jerusalem, um Einweihung zu halten mit Freuden, mit Danken und Singen, mit Zimbeln, Psaltern und Harfen.“ Die Einweihung der Stadtmauer war ein wichtiges Ereignis in der Geschichte Israels und es wurde mit einer großen Versammlung begangen. Es war eine Zeit, Gott zu loben und zu danken. Zu diesem Zweck bildeten die Israeliten zwei große Dankchöre, die einmal östlich und einmal westlich auf die Stadtmauer hinaufstiegen, der eine Chor unter der Leitung von Statthalter Nehemia, der andere unter dem Priester und Schriftgelehrten Esra.

Lesen wir die Verse 31 und 38: „Und ich ließ die Oberen von Juda oben auf die Mauer steigen und stellte zwei große Dankchöre auf. Die einen gingen zur Rechten oben auf der Mauer zum Misttor hin.“ „Der andere Dankchor ging zur Linken hin, und ich ging hinter ihm her und die andere Hälfte der Oberen des Volks oben auf der Mauer oberhalb des Ofenturms bis an die breite Mauer.“ Dann gab es ein wunderbares Konzert von diesem Doppelchor, die zu beiden Seiten auf der Mauer stand und von dort den Tempel einrahmte. Vielleicht sangen sie Lieder wie Nummer 40 mit mehreren Stimmen gemeinsam. Wie herrlich musste ihr Gesang geklungen haben, als alle von ganzem Herzen Gott lobten.

Lesen wir Vers 43: „Und es wurden an diesem Tage große Opfer dargebracht und sie waren fröhlich, denn Gott hatte ihnen eine große Freude gemacht, sodass sich auch Frauen und Kinder freuten, und man hörte die Freude Jerusalems schon von ferne.“ Es war eine große Freude für die Stadt Jerusalem, die weithin vernommen wurde.

Die große Freude kommt nicht aus dem persönlichen Vorteil. Große Freude kommt daraus, dass Gott sich über sein Volk erbarmt hat. Jerusalem war eine völlig zerstörte Stadt gewesen. Die Juden waren so elend und furchtsam, dass sie über 100 Jahre lang nicht einmal vom Wiederaufbau träumen konnten. Aber diese Stadt wurde wiederaufgebaut und ihre Mauer eingeweiht. Nun konnten die Feinde nicht mehr triumphieren und spotten und Schande über sie bringen. Es war wieder eine herrliche Stadt, die Gott erfreute. Vers 43 sagt: „Gott hatte ihnen eine große Freude gemacht … und man hörte die Freude Jerusalems schon von ferne.“ Wir haben auch große Freude, weil er uns errettet hat, weil er uns als eine königliche Priesterschaft für das Werk der geistlichen Wiedererweckung in Europa gebraucht. Mit diesem Geschichtsbewusstsein feiern wir jedes Jahr den Jubiläumsgottesdienst mit großer Freude. Wir erinnern uns an das Wirken Gottes und danken Gott dafür von ganzem Herzen. Diese Freude schließt große Opfer mit ein und erfasst auch diejenigen, die nicht direkt beteiligt sind.

Gott hat uns eine große Freude gegeben, wenn wir unsere treuen Hausgemeinden sehen, die vom Frühgebet an ein Gefäß des Gebets bilden und den Hoffnungsträgern durch Zweierbibelstudium hingebungsvoll dienen. Es ist eine große Freude, dass unsere Täuflinge Gottes Wort von ganzem Herzen studieren und sich entscheiden dürfen, ihr Leben Jesus zu geben und als globale geistliche Leiter zu wachsen. Lasst uns mit großer Freude den Herrn loben, sodass die Freude Jerusalems schon von ferne zu hören ist.

In den Versen 44-47 geht es um die Einsetzung der Verwalter für die Erstlingsgaben und die Zehnten-Opfergaben der Israeliten. Diese Gaben dienten zur Versorgung der Leviten und der Priester. Lesen wir Vers 44: „Zu der Zeit wurden Männer über die Kammern bestellt für die Vorräte, für die Abgaben, Erstlinge und Zehnten, um in ihnen die Anteile von den Äckern um die Städte her zu sammeln, die nach dem Gesetz für die Priester und Leviten bestimmt waren; denn Juda hatte seine Freude an den Priestern und Leviten, die im Amt standen.“ Alle brachten ihre Opfergaben mit Freude und die Leviten, Sänger und Priester erfüllten ihren Dienst vor dem Herrn gemäß dem Gesetz Moses und den Anordnungen von David und Salomo.

2. Nehemia kämpfte bis zum Ende für die Reinigung (13,1-31)

Kapitel 13 spielt einige Jahre später, als Nehemias Statthalterschaft schon beendet war. Wir erfahren hier, was Nehemia unternahm, um sein Volk noch einmal zu reinigen, als er nach einer längeren Zeit der Abwesenheit nach Jerusalem zurückkehrte. Eine einmalige Erweckung ist nicht alles, sondern es bedurfte der sorgfältigen Nacharbeit, damit sie als Gottes Volk leben und Gottes Wort auch praktisch gehorchen konnten. Lesen wir die Verse 4 bis 6: „Und es hatte einst der Priester Eljaschib, der über die Kammern bestellt war am Hause unseres Gottes, ein Verwandter des Tobija, diesem eine große Kammer gegeben, in die man früher die Speisopfer gelegt hatte, den Weihrauch, die Geräte und den Zehnten vom Getreide, Wein und Öl, die Gebühr für die Leviten, Sänger und Torhüter, dazu die Abgaben für die Priester. Aber bei alledem war ich nicht in Jerusalem; denn im zweiunddreißigsten Jahr Artahsastas, des Königs von Babel, war ich zum König gereist und hatte erst nach längerer Zeit den König gebeten, dass er mich wieder ziehen ließe.“

Während Nehemia in Persien beim König war, hatte der Priester Eljaschib dem Tobija im Tempel eine Kammer zur Verfügung gestellt. Eigentlich war Tobija ein Ammoniter, also ein Heide. Aber da er mit Eljaschib verwandt war, fühlte dieser sich ihm wohl verpflichtet. Schließlich hatte er ihm sogar die Kammer im Tempel gegeben, die eigentlich zur Sammlung der Zehnten-Opfergabe gedient hatte. Nun saß der Mann, der immer gegen die Juden gewesen war und versucht hatte, den Mauerbau mit allen Mitteln zu verhindern, mitten im Tempel Gottes. Nehemia war sehr ärgerlich und merkte, dass es ein Unrecht war. Darum warf er den Hausrat des Tobija kurzerhand vor die Tür und reinigte die Kammer und übergab sie wieder ihrer eigentlichen Bestimmung.

Normalerweise erwarten wir, dass Gottes Leute sehr freundlich und sanftmütig sind. Aber hier lernen wir, dass wir auch manchmal hart und konsequent sein müssen, um das Werk Gottes zu schützen. Wenn Feinde oder falsche Lehren eindringen, sollten wir sie konsequent rausschmeißen und Gottes Gemeinde reinigen. Petrus war gegenüber Hananias und Saphira auch nicht freundlich gewesen, als sie Lüge, Betrug und Eigensucht in die Gemeinde Gottes ließen, sondern tadelte sie so hart, sodass sie starben. Die Reinigung von den gottlosen Leuten ist notwendig, damit Gottes Volk als Gottes Volk leben kann.

Während Tobija im Tempel gewohnt hatte, war die Sammlung der Zehnten-Opfergabe vernachlässigt worden. In Folge dessen waren viele Leviten und Sänger weggegangen und aufs Land gezogen, um dort zu überleben. Nun holte Nehemia sie wieder zurück, um den Tempelgottesdienst zu beleben. Er sorgte dafür, dass die Zehnten-Abgabe von zuverlässigen Männern gesammelt und die Leviten gut versorgt wurden. So konnte der verwaiste Tempel wiederbelebt werden.

In der zweiten Aktion ging es um die Einhaltung des Sabbats. Lesen wir Vers 15: „Zur selben Zeit sah ich in Juda, dass man am Sabbat die Kelter trat und Getreide herbeibrachte und auf Esel lud und auch Wein, Trauben, Feigen und allerlei Last nach Jerusalem brachte am Sabbattag. Und ich verwarnte sie an dem Tage; als sie die Nahrung verkauften.“ Eigentlich hatte Gott den Sabbattag als Ruhetag bestimmt, an dem niemand arbeiten, sondern ruhen und Gott suchen sollte. Aber offenbar war es immer verlockend gewesen, auch an diesem Tag zu arbeiten, und auf diese Weise ein bisschen mehr Ware abzusetzen und ein bisschen mehr Geld zu verdienen. So wurde der Sabbat schließlich zu einem Einkaufstag umfunktioniert, an dem viele nach Jerusalem auf den Markt kamen und gute Geschäfte machten.

Nehemia tadelte zunächst die Oberen, weil sie den Sabbat entheiligten. Offenbar hatten sie kein Geschichtsbewusstsein, dass gerade die Sabbatentheiligung ein wichtiger Grund für den Untergang des Königreiches Juda gewesen war. So gerieten sie wieder in die gleiche Sünde wie ihre Vorfahren.

Dann handelte Nehemia konsequent, um die Einhaltung des Sabbats durchzusetzen. Zum ersten ließ er die Stadttore am Sabbat komplett schließen. Er stellte auch zusätzliche Wachen auf, die den Transport von Waren unterbinden sollte. Doch trotz des Lockdowns blieben viele Händler und Verkäufer einfach draußen vor der Stadt, was wiederum die Leute verleitete, doch zum Einkaufen zu gehen. Nehemia verwarnte die Händler wegen dieser heimlichen Geschäfte und drohte ihnen mit Gewalt, sodass sie in der nächsten Woche nicht mehr am Sabbat nach Jerusalem kamen.

In Europa ist der Relativismus gegenüber dem Gebot Gottes auch groß. So wird der Einhaltung der Sonntagsruhe wenig Bedeutung beigemessen. Die Menschen sind sehr genau darin, Hygieneregeln einzuhalten, um irgendwie ihre Gesundheit zu schützen. Sie akzeptieren wochenlange Lockdowns, um die Gefahr durch ein Virus zu verringern. Aber gleichzeitig weichen sie die Sonntagruhe immer weiter auf. Wir müssen wissen, wie wichtig das Sabbatgebot für die Erhaltung unserer geistlichen Gesundheit ist. Ein Volk, das Gott ehrt und ihn an seinem Tag anbetet, ist ein gesegnetes Volk. Lasst uns die Identität als ein Volk Gottes erneuern, indem wir den Sonntag heiligen. Es ist der Tag, Gott anzubeten, sein Wort zu hören und ihn an die erste Stelle zu setzen. Lasst uns auf Gott vertrauen und die Sonntagsruhe einhalten und Gott an seinem Tag anbeten.

Schließlich erfahren wir von der Auflösung der Mischehen. Lesen wir die Verse 23 und 24: „Zu der Zeit sah ich auch Juden, die Frauen genommen hatten aus Aschdod, Ammon und Moab. Und die Hälfte ihrer Kinder sprach aschdodisch oder in der Sprache eines der anderen Völker, aber jüdisch konnten sie nicht sprechen.“ Nehemia erkannte, dass die Mischehen ein großes Problem waren. In Esra Kapitel 9 und 10 hatte Esra das Volk zur Buße geführt und die Mischehen aufgelöst. Sie hatten sich entschieden, als ein reines Volk Gottes zu leben und keine Ehen mit Heiden einzugehen. Aber nun war wieder das gleiche Problem aufgetreten. Sie hatten ihr Versprechen vergessen und ihre Reinheit verloren. Sogar gab es Kinder, die keine geistliche Erziehung mehr bekamen, nicht einmal die Sprache verstehen konnten. So waren sie praktisch ganz in der heidnischen Kultur der Nachbarvölker verwurzelt.

Was tat Nehemia? Lesen wir Vers 25: „Und ich schalt sie und fluchte ihnen und schlug einige Männer und packte sie bei den Haaren und beschwor sie bei Gott: Ihr sollt eure Töchter nicht ihren Söhnen geben noch ihre Töchter für eure Söhne oder euch selbst nehmen.“ In einer emotionalen Aktion schalt und fluchte er den Männern, die ihre Kinder mit heidnischen Partnern verheiratet hatten. Nehemia zog sie an den Haaren und am Bart und schrie sie heftig an, weil sie ihre Glaubensentscheidung vergessen und wieder heidnische Frauen geheiratet hatten. Er erinnerte sie an das schlechte Beispiel von König Salomo. Er war der mächtigste König Israels und der Erbauer des ersten Tempels. Er war von Gott geliebt. Aber er hatte das Gebot Gottes, keine Ehen mit heidnischen Frauen einzugehen, ignoriert. Stattdessen ließ er sich von seiner Begierde und dem politischen Kalkül leiten. Er heiratete die Tochter des Pharaos von Ägypten und viele andere heidnische Frauen. Scheinbar wurde durch diese Ehen sein Königreich gestärkt und sehr mächtig. Aber als er alt war, verführten ihn diese heidnischen Frauen zum Götzendienst. Als Folge wurde nach seinem Tod Israel in zwei Reiche geteilt. Im Licht dieser historischen Katastrophe und des Gebotes Gottes tadelte Nehemia die Israeliten hart. Vers 27: „Und von euch muss man das hören, dass ihr ein so großes Unrecht tut und unserm Gott die Treue brecht damit, dass ihr euch ausländische Frauen nehmt?“ Sogar ein Enkel des Hohepriesters Eljaschib war davon betroffen, der eine Tochter Sanballats geheiratet hatte (28). Politisch schien eine solche Verbindung klug zu sein. Aber weil er das Gebot Gottes gebrochen und das Priestertum befleckt hatte, jagte Nehemia ihn davon.

Die Familiengründung ist nicht nur eine persönliche Angelegenheit, biblisch gesehen ist die Ehe von Gott gegründet und von Gott zusammengeführt. Ziel der Ehe ist nicht das persönliche Glück, sondern die Verherrlichung Gottes. Manche Christen meinen, dass sie ihre ungläubigen Ehepartner nach der Heirat zum Glauben führen könnten. Aber das ist eine Wunschvorstellung und in den allermeisten Fällen, läuft es eher anders herum. Gotteskinder sollen Gott die Herrschaft in allen Bereichen ihres Lebens geben, auch bei der Ehegründung. Darum ist es wichtig, Gott- und missionszentrische Hausgemeinden zu bilden, die ihre Kinder geistlich erziehen und als Rückgrat für Gottes Heilswerk gebraucht werden können.

Nehemia führe einen geistlichen Kampf gegen die Säkularisierung in seinem Volk. Reinigungsaktionen sind oft schmerzhaft für den Einzelnen. Aber sie sind notwendig, damit wir als ein Volk Gottes leben und von Gott gebraucht werden können. Wir müssen Feinde Gottes wie Tobija aus dem Haus Gottes ausschließen. Wir müssen die Einhaltung der geistlichen Ordnung wie z.B. der Sabbatordnung durchsetzen. Wir müssen auch das Volk Gottes rein bewahren, indem wir Hausgemeinden bilden, die auf der Berufung Gottes und auf der Mission Gottes gegründet sind, sodass die nächste Generation als Gottes Leute leben kann. Eine Person, die Gottes Wort gehorcht und den Gehorsam des Glaubens unter seinem Volk aufrichtet, ist sehr kostbar und wichtig vor Gott. Durch eine Person, Esra, die als Bibellehrer arbeitete, und eine Person, Nehemia, die den Gehorsam des Glaubens aufrichtete, wurde Israel als Gottes Volk wiedererweckt.

Ich bin durch diesen Text ermutigt, wie Esra und Nehemia als ein geistlicher Leiter für das Erweckungswerk von Gott gebraucht zu werden. In seiner Gnade hat er mich als einen Hirten und Bibellehrer für den Campus der HBRS berufen, um dort das rettende Evangelium mutig zu verkündigen und gegen die Säkularisierung zu kämpfen. Gott möchte mich gebrauchen, um gemäß Genesis 6,9 viele verlorene Seelen zur Rettungsarche zu Jesus zu führen. Lasst uns den geistlichen Kampf bis zum Ende kämpfen und so für die geistliche Reinheit und Erneuerung von Gottes Volk gebraucht werden.

Gott hat die Hausgemeinde von M. Peter und M. Sarah in den vergangenen 40 Jahren kostbar gebraucht, indem sie keinen Kompromiss mit dem Zeitgeist geschlossen, dem Wort Gottes gehorcht haben und Gottes mächtiges Wirken in den einheimischen Hirten und der nächsten Generation erfahren durften. Trotz Missverständnissen und Verleumdungen halten sie an Hesekiel 37,10 fest, um Deutschland zu einer Hirtennation und Europa zu einem Missionare aussendenden Kontinent wiederherzustellen.

Gott hat diese geistliche Erweckung zur Zeit von Esra und Nehemia gebraucht, um die Identität des Volkes Israel wiederherzustellen. Dies hatte Nachwirkungen bis in die Zeit Jesu hinein. Wir sehen, dass zur Zeit Jesu das Laubhüttenfest noch gefeiert wurde. Wie sehen auch die Menschen wie Zacharias und Elisabeth, die untadelig vor Gott lebten und auf die Erfüllung der Verheißung Gottes warteten.

Durch die heutige Lektion lernen wir, wie Nehemia bis zum Ende kämpfte, um sein Volk von dem Säkularismus zu bewahren und als ein Volk Gottes aufzustellen, das dem Wort Gottes gehorcht. Gott gebrauchte diese ein Person, dass die Israeliten dem Wort Gottes gehorchen und ihre Identität bewahren konnten und so Jesus aus dem Volk Israel kommen konnte. Lasst uns den Gehorsam des Glaubens wie Nehemia in unserem Herzen aufrichten und so für das geistliche Wiedererweckungswerk in Europa gebraucht werden.

Teilen