Opfere jeden Tag zwei Schafe zum täglichen Brandopfer

4.Mose 25,19- 30,17
Leitverse 28,3.4

„Und sprich zu ihnen: Dies sind die Feueropfer, die ihr dem Herrn opfern sollt: einjährige Schafe, die ohne Fehler sind, täglich zwei zum täglichen Brandopfer; ein Schaf am Morgen, das andere gegen Abend.“

Dank sei dem Herrn, dass er unsere Ostergottesdienste mit seinem lebendigen Wort aus 1.Korinther 15 reichlich gesegnet und uns geholfen hat, die Herrlichkeit der Auferstehung in unseren Herzen zu erneuern. Wir durften uns neu entscheiden, nicht unser irdisches Leben zu bewahren, sondern es gemäß dem Auferstehungsprinzip fröhlich hinzugeben und den herrlichen Auferstehungsleib zu erlangen. Wir wurden ermutigt, dass Jesus alle Todesmacht bereits vollkommen besiegt und uns dadurch den Sieg auch in allen Bereichen geschenkt hat. Darum dürfen wir im Werk des Herrn immer zunehmen, weil wir wissen, dass unsere Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn. Lasst uns im Zweierbibelstudium, im Frühgebet, im Pionierungswerk immer zunehmen und für die geistliche Wiedererweckung in Europa gebraucht werden. Amen.

Wir danken Gott, dass er uns in den vergangenen Wochen erlaubt hat, das Buch Numeri durchzustudieren und dadurch das neue Leben als das Volk Gottes kennenzulernen. Die Errettung ist ja nicht das Ende, sondern der Anfang des neuen Lebens. Trotz aller Rebellion und Ungehorsam der Israeliten, die Gottes Zorn reizten, hat Gott sie dennoch niemals aufgegeben, sondern sie bis zum verheißenen Land geführt und ihnen das Land der Verheißung gegeben. Heute wollen wir durch die zweite Volkszählung kennenlernen, wie wichtig und kostbar es ist, dass er uns einen Platz in seiner Geschichte gegeben hat und dieses geistliche Erbe von ganzem Herzen ergreifen. Wir lernen auch durch das tägliche Opfer in der richtigen Beziehung zu Gott zu bleiben und als sein heiliges Volk zu leben, das sich selbst als lebendiges Opfer Gott zur Verfügung stellt.

1) Die zweite Volkszählung (25,19 – 27,23)

Betrachten wir 25,19 – 26,2: „Und es geschah nach der Plage, da sprach der Herr zu Mose und Eleasar, dem Sohn des Priesters Aaron: Nehmt die Summe der ganzen Gemeinde der Israeliten auf, von zwanzig Jahren an und darüber nach ihren Sippen, alle, die wehrfähig sind in Israel.“ In Kapitel 26 geht es um die zweite Volkszählung. Wie wir studiert haben, fand die erste Volkszählung im Jahre 2 nach dem Auszug aus Ägypten statt. Damals brachen die Israeliten gerade vom Berg Horeb auf, um zu dem verheißenen Land zu ziehen. Die Volkszählung diente der Feststellung der Wehrfähigkeit des Volkes und zur Vorbereitung für die Landnahme. Doch wegen ihres Unglaubens, Murren und Furcht gehorchten die Israeliten im entscheidenden Moment nicht der Stimme Gottes. Als einige ein Gerücht darüber verbreiteten, dass es in Kanaan Riesen geben würde, wollten sie nicht mehr in das verheißene Land einziehen. Gott war sehr zornig. Wegen ihres Ungehorsams mussten sie 38 Jahre in der Wüste umherwandern, bis die gesamte erste Generation gestorben war.

Jetzt, im Jahre 40 nach dem Auszug, fand eine erneute Volkszählung statt. Die Summe der Israeliten war diesmal 601.730, also fast unverändert. Es war jedoch eine neue Generation, weil außer Kaleb und Josua alle, die damals schon erwachsen waren, gestorben waren. Nun lagerten die Israeliten im Jordantal der Moabiter. Sie hatten den Jordan, die Grenze zum verheißenen Land, und die Stadt Jericho gerade vor ihren Augen. In dieser entscheidenden Phase der Wüstenwanderung erinnerte sie die Volkszählung an die Treue Gottes und gab ihnen Geschichtsbewusstsein. In diesem Kapitel werden alle einzelnen Sippen innerhalb der 12 Stämme benannt. Diese waren wichtig, weil die Aufteilung des Erblandes, welches sie in Kanaan empfangen sollten, nach ihren Namen stattfand.

Wenn wir die vielen Namen der einzelnen Sippenoberhäupter lesen, erkennen wir, dass es sehr kostbar ist, wenn unsere Namen in der Geschichte Gottes geschrieben sind. Obwohl wir nicht viel über die einzelnen Personen wissen, sind sie ein unentbehrlicher Teil der Geschichte Gottes geworden und jeder von ihnen empfing ein Erbteil in dem Land Kanaan.

Durch die Gnade Gottes ist auch unser Name in die Geschichte Gottes geschrieben worden. Gott hat angefangen von unseren UBF-Vorfahren eine neue Geschichte Gottes für die Campusmission in Korea und in über 90 Ländern der Erde geschrieben. In diesem Jahr feiern wir 50 Jahre der Weltcampusmission durch UBF. Dieses Werk begann mit einigen Krankenschwester-Missionarinnen und nach ihnen vielen weiteren Missionaren, die ihre Heimat, ihre Kultur, ihre Familien und ihre Sicherheit aufgaben und durch den Glauben nach Deutschland kamen. In einer von Humanismus und Bibelkritik erkrankten Umgebung verkündigten sie die Wahrheit des Evangeliums durch das Zweierbibelstudium und dienten dem Jüngererziehungswerk. Viele sagten, dass sie nach Hause zurückkehren sollten. Aber durch den Glauben an Gott dienten sie der Mission Gottes. Gott hat sie kostbar gebraucht, die Grundlage für das Werk Gottes in Europa zu legen und hat durch sie einheimische Hirten als Bibellehrer und geistliche Leiter aufgestellt. Durch die einseitige Gnade Gottes wurde ich auch am Anfang meines Studiums zu diesem Werk berufen. Ich war hoffnungslos in der Welt verloren, aber Gott hat mich gefunden und in die Geschichte Gottes eingebunden. Ich habe nichts getan als immer wieder zu sündigen. Wegen meiner Selbstliebe, Kaltherzigkeit und Verantwortungslosigkeit war ich der letzte Kandidat, von Gott gebraucht zu werden. Aber Gott hat mir durch Jesus vergeben, mich gesund gemacht und sogar als eine Quelle des Segens für einige junge Menschen gebraucht. Wie groß ist die Gnade Gottes, dass mein Name in der Geschichte Gottes geschrieben sein darf. Jesus sagte einmal zu seinen Jüngern, dass wir uns nicht über ein großes Werk freuen sollen, sondern darüber, dass unsere Namen im Himmel geschrieben sind (Lukas 10,20).

Wenn wir in die Geschichte schauen, dann gab es in Deutschland viele hervorragende Knechte Gottes, die einen großen geistlichen Einfluss auf die Welt ausgeübt haben. Martin Luther hat das Evangelium der Rechtfertigung aus dem Glauben wiederentdeckt und durch seine Bibelübersetzung den Menschen das Wort Gottes zurückgegeben, so eine verdorbene Kirche zur Erneuerung (Reformation) geführt. August Herrmann Franke und andere Pietisten entwickelten in einer Zeit der Orthodoxie das Laienbibelstudium und führten die Menschen durch Buße und Liebe zu Jesus zum neuen Leben. In dieser Zeit wurde auch die Weltmission wiederentdeckt und angefangen von den Herrnhuter Brüdern wurden sogar viele Laien in die ganze Welt ausgesandt. Insofern haben wir ein großes geistliches Erbe empfangen. Joel aus Uganda sagte, dass sie ohne die Missionare die vor 200 Jahren zu ihnen kamen, niemals Gott oder Jesus gekannt hätten und dafür ewig dankbar sind. Dies zeigt, wie wichtig unser geistliches Erbe ist. Wir dürfen durch den Glauben dieses geistliche Erbe ergreifen und wiedererwecken, dass Europa noch einmal als ein Missionare sendender Kontinent für die Weltmission gebraucht werden darf. Gott gebraucht unser Zweierbibelstudium, den Geist der Studenten wiederzuerwecken, dass sie zu Gott zurückkehren und Europa als eine Hirtennation für die Weltmission gebraucht wird. Wir sind ein Teil der dritten Reformation.

Wie groß ist der Segen Gottes für unsere nächste Generation, dass sie von Geburt an ein Teil der Geschichte Gottes geworden sind. Indem sie dieses geistliche Erbe hochachten und ergreifen, dürfen sie ihre Namen in die Geschichte Gottes für die geistliche Wiedererweckung in Deutschland und Europa schreiben. H. Peter Ryu und M. Sara Ryu, die eine Hausgemeinde für die Mission Gottes gegründet haben und sich für die Mobilisierung der Nächsten Generation einsetzen, sind ein Teil dieser Geschichte Gottes. Noah, der durch den Glauben Gottes Führung gehorchte, steht in der Geschichte Gottes. Josua, der durch den Glauben den Gebetskreis baut, steht in der Geschichte Gottes. Lasst uns das geistliche Erbe hochachten und durch den Glauben unsere Namen in die Geschichte Gottes schreiben.

Betrachten wir Kapitel 27. Hier begegnen wir erstmals den Töchtern von Zelofhad. Zelofhad war ein Mann aus dem Stamm Manasse, der fünf Töchter, aber keinen Sohn hatte. Sehen wir uns die Verse 2 bis 4 an: „Und traten vor Mose und Eleasar, den Priester, und vor die Stammesfürsten und die ganze Gemeinde vor der Tür der Stiftshütte und sprachen: Unser Vater ist gestorben in der Wüste und war nicht mit unter der Rotte, die sich gegen den Herrn empörte, unter der Rotte Korach, sondern ist um seiner eigenen Sünde willen gestorben und hatte keine Söhne. Warum soll denn unseres Vaters Name in seinem Geschlecht untergehen, weil er keinen Sohn hat? Gebt uns auch ein Erbgut unter den Brüdern unseres Vaters.“ Damals waren nur Söhne erbberechtigt. Zelofhads Töchter wollten nicht, dass der Name ihres verstorbenen Vaters aus der Geschichte Israels verschwinden würde. Darum baten sie Mose, dass sein Erbland ihnen gegeben würde und sie das Erbe ihres Vaters fortführen könnten. Das war in der Tat eine mutige Aktion. Wie konnten sie als Frauen so mutig vor Mose und die Ältesten treten! Aber ihre Aktion zeigt den großen Wert, den sie dem Erbe zumaßen. Sie hätten sich mit ihrer Lage abfinden oder passiv bleiben können, aber sie wollten unbedingt das Erbe ihres Vaters erhalten, obwohl dies bisher nur eine Verheißung war und erst noch ausgeteilt werden sollte. Mose ignorierte ihren Wunsch nicht und betet mit diesem Anliegen zu Gott. Gott war mit ihrem Wunsch und ihrem Eifer sehr glücklich und machte es zum Gesetz in Israel, dass beim Fehlen eines männlichen Nachkommen die Töchter erben sollten.

Durch die Töchter Zelofhads lernen wir, das geistliche Erbe hochzuachten und es entschlossen zu beanspruchen. Unser geistliches Erbe ist vor allem das geistliche Erbe von Dr. Samuel Lee und unseren UBF-Vorfahren, welches wir in 8 Punkten zusammengefasst haben:

1. Zurück zur Bibel
2. Weltmission durch Laienmissionare
3. Campus-Mission durch Zweierbibelstudium
4. Krippenwerk durch Hausgemeinden
5. Jüngererziehungswerk
6. Tägliches Brot und Stellungnahme schreiben
7. Gebender Geist, “5 Brote und 2 Fische”
8. Das Gebet ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk zu sein.

Wir dürfen dieses kostbare Erbe ergreifen, indem wir nicht gemäß dem Zeitgeist leben, sondern dieses geistliche Erbe praktisch umsetzen. Wenn jemand versuchen würde, sich nur der Umgebung anzupassen, verliert er sein geistliches Erbe und macht sein Glaubensleben bedeutungslos. Wir dürfen das geistliche Erbe, dass wir als gut und biblisch erkannt haben, ergreifen und so in der ewigen Heilsgeschichte Gottes kostbar gebraucht werden.

Das Erbe in diesem Kapitel betrifft vor allem das verheißene Erbe im Lande Kanaan, das Gott schon Abraham, Isaak und Jakob verheißen hatte und nun an die Israeliten austeilen wollte. Gott hat uns auch jeweils ein verheißenes Erbland gegeben, welches wir gerade pionieren. Auch wenn wir es noch nicht wirklich „besitzen“, so ist es uns doch schon von Gott anvertraut und es ist sehr wichtig, dass wir dieses Erbland hochachten und es mutig und aktiv beanspruchen. Für einige mag es zu schwer erscheinen, ihr Land einzunehmen. Aber wir dürfen unser geistliches Erbe nicht gering achten, sondern es wie die Töchter Zelofhads mutig und aktiv beanspruchen, auch wenn es einen großen Kampf erfordert. H. Warmherz hat ein Erbe am Juridicum. H. Jochen ein Erbe an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. H. Danke Peter in Rheinbach. Lasst uns unser Erbland aktiv und entschlossen beanspruchen, egal welche Hindernisse, Schwierigkeiten oder sogar Riesen es darin geben mag. Auch wenn wir jetzt noch nicht viel sehen können, hat Gott uns doch dieses Erbe gegeben und darum dürfen wir es mutig in Anspruch nehmen. Unser Gott ist der Gott, der sogar tote Gebeine lebendig macht und sie als ein großes Heer Gottes aufstehen lässt. Wir glauben, dass die anvertrauten Studenten durch das Zweierbibelstudium geistlich lebendig gemacht worden sind und dass Gott schon einen Abraham und eine Sarah des Glaubens an jeder Hochschule oder Fakultät aufgestellt hat.

Im vergangenen Jahr hat Gott das Global Leadership Empowerment Forum kostbar gebraucht, um unsere nächste Generation zu mobilisiert und ihnen den Wert des geistlichen Erbes gelehrt. Durch die Vorträge durften sie das geistliche Erbe von UBF kennenlernen. Es ist der wunderbare Segen Gottes für sie. In diesem Jahr ist das Global Leadership Empowerment Forum groß gewachsen. Möge Gott unserer nächsten Generation helfen, das geistliche Erbe wie Zelofhads Töchter mutig und entschlossen zu beanspruchen.

Lesen wir 27,12-13: „Und der Herr sprach zu Mose: Steig auf dies Gebirge Abarim und sieh auf das Land, das ich den Israeliten geben werde. Und wenn du es gesehen hast, sollst du auch zu deinen Vätern versammelt werden, wie dein Bruder Aaron zu ihnen versammelt ist.“ Gott erlaubte Mose nicht mehr, das verheißene Land zu betreten, sondern es nur einmal vom Gebirge aus zu überblicken und dann zu sterben. Wie reagierte Mose darauf? Lesen wir die Verse 16 und 17: „Der Herr, der Gott des Lebensgeistes für alles Fleisch, wolle einen Mann setzen über die Gemeinde, der vor ihnen her aus- und eingeht und sie aus- und einführt, damit die Gemeinde des Herrn nicht sei wie die Schafe ohne Hirten.“ Das wichtigste Gebetsanliegen von Mose bestand darin, einen Hirten für das Volk Gottes aufzustellen. Er betete nicht wegen sich selbst, sondern er bat Gott für das Volk einen neuen Hirten aufzustellen, weil sie sonst wie Schafe ohne Hirten wären. Mose war wirklich ein guter Hirte für sein Volk gewesen. Er hatte sich 40 Jahre lang wie ein Hirte demütig um sie gekümmert. Mehrmals hatten sie gegen ihn rebelliert und wollten ihn sogar beseitigen. Aber weil er einmalig wegen ihrer Rebellion einen Fehler beging, konnte er selber nicht in das verheißene Land gehen. Mose klagte die Israeliten nicht an. Er war nicht ärgerlich oder nachtragend, vielmehr betete er für sie, dass Gott einen Hirten für sie aufstellen möge, damit sie das verheißene Land erobern und einnehmen könnten. Hier können wir Moses Hirtenherz für das Volk sehen.

Wir erfahren auch, dass Mose ein sehr demütiger Mensch war. Mose folgte der souveränen Führung und Entscheidung Gottes, indem er Josua seine Hände auflegte. So legte er seine geistliche Autorität auf ihn, damit die Israeliten ihm gehorchen und ihn als ihren Hirten anerkennen würden. Die Übergabe der Leitung von Mose an Josua lehrt uns, dass das wichtigste Anliegen darin bestand, einen Hirten für das Volk Gottes aufzustellen.

2) Das Opfersystem und die sieben Feste für das neue Leben (28,1 – 30,17)

In den Kapitel 28 und 29 wird das Opfersystem ausführlich beschrieben. Lesen wir 28,3.4 gemeinsam: „Und sprich zu ihnen: Dies sind die Feueropfer, die ihr dem Herrn opfern sollt: einjährige Schafe, die ohne Fehler sind, täglich zwei zum täglichen Brandopfer; ein Schaf am Morgen, das andere gegen Abend.“ Es war ein Gebot Gottes, dass sie darauf Acht hatten, Gott zur rechten Zeit Opfergaben darzubringen. Hier geht es nicht um freiwillige Opfergaben, sondern um die heilige Verpflichtung der Leute Gottes. Die Liste der Opfer beginnt mit dem täglichen Brandopfer, bestehend aus einem einjährigen Schaf am Morgen und einem gegen Abend. Dazu kamen an jedem Sabbat zwei einjährige Schafe. Zum Neumond sollte jeweils zwei junge Stiere, ein Widder und sieben Schafe geopfert werden. Diese Liste zeigt, dass die regelmäßige, tägliche Hingabe an den Herrn sehr wichtig ist. Heutzutage haben nicht wenige Christen die Einstellung, dass sie sich einmalig für den Herrn hingeben, z.B. für eine besondere Veranstaltung und dann wieder Pause machen oder „an sich selbst“ denken sollten. Aber die Hingabe für Gott ist keine Leistung, für die wir eine Belohnung bekommen. Gott wünscht sich unsere tägliche Hingabe durch ein Opfer. Gott möchte nicht nur einmal am Sonntag oder an einem Festtag unser Gott sein. Gott möchte täglich in der tiefen Gemeinschaft mit uns leben. Er möchte der Mittelpunkt unseres ganzen Lebens sein. Darum ist z.B. das Gebet am Morgen und am Abend sehr wichtig. Wir sollten es unabhängig von den Bedingungen treu halten. Wenn wir etwa eine Botschaft weitergegeben haben, dürfen wir nicht selbstgerecht denken, dass wir etwas getan hätten. Vielmehr dürfen wir Gott danken, dass wir in seinem Heilswerk gebraucht werden durften. Wir dürfen wieder am Morgen und am Abend zu ihm kommen, unsere Hingabe für ihn erneuern und als sein heiliges Volk leben.

Gott gab den Israeliten diese Gebote gerade bevor sie das verheißene Land einnehmen würden. Dadurch wollte er ihnen helfen, auch im verheißenen Land in der richtigen Beziehung zu Gott zu bleiben. Durch das Einhalten des Opfersystems gab Gott ihnen sein Training, ein Gott-zentrisches Leben zu führen. Es war besonders für die nächste Generation sehr wichtig, dass sie Gott an die erste Stelle setzten und durch die Feiertage die Geschichte lernten. Sie konnten eine Einheit bilden und ihre Identität als das Volk Gottes festigen. Früher hatten sie eine elendes Sklavenleben in Ägypten geführt. Aber als sie zu Gott schrien, erbarmte er sich über sie und führte sie durch gewaltige Wunderzeichen aus der Sklaverei heraus. An der Grenze des verheißenen Landes sollten sie sich entscheiden, entweder im alten Leben stecken zu blieben oder kraftvoll in das gelobte Land einzuziehen und ein neues Leben der Opfergabe zu führen, das Gott erfreut.

Es ist sehr kostbar, dass unsere Mitarbeiter jeden Morgen durch das Frühgebet ihre Opfergabe zu Gott bringen, auch unsere nächste Generation. H. Jochen zum Beispiel ist jeden Morgen beim Frühgebet. Doch auch nach der Arbeit bleibt er nicht einfach zu Hause, sondern kommt zum Zentrum, um sein Leben durch Gebet und Bibelstudium als Opfer zu Gott zu geben. Gott möchte gerne eine persönliche Beziehung zu uns haben und immer im Mittelpunkt unseres Lebens stehen. Anstatt zu diskutieren oder uns über andere zu ärgern, dürfen wir täglich beten und unser neues Leben für den Herrn führen. Jesus hat uns durch sein heiliges Blut von der Sklaverei der Sünde erlöst und uns ein neues Leben gegeben. Wollen wir dann weiter in der Sklaverei bleiben oder als königliche Priester das lebendigen Gottes leben? Lasst uns aus der Gnade Gottes unser neues Leben als ein Opfer zu Gott bringen, welches lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst (Röm 12,1). In den vergangenen Tagen und Wochen haben unsere Prediger sich selbst dafür hingegeben, gnädige und tiefgehende Botschaften für die Frühlingsbibelkonferenz vorzubereiten. M. Peter setzte sich für ihre Vorbereitung hingebungsvoll ein. Lasst uns die bevorstehende Frühlingsbibelkonferenz von ganzem Herzen vorbereiten, indem wir unser Herz, Zeit, Kraft als eine Opfergabe geben und Gott durch einen lieblichen Geruch erfreuen.

Ab Vers 16 werden die einzelnen Opfergaben an den sieben Jahresfesten detailliert beschrieben: Passafest, Fest der ungesäuerten Brote, Fest der Erstlingsgabe, Wochenfest, Posaunenfest, Versöhnungstag und Laubhüttenfest. Diese Feste halfen den Israeliten, sich immer wieder zu erinnern und Gott zu danken: Für die Errettung von der Plage des Todes, für seine Führung in der Wüste, für den Segen der Ernte, für seine Versöhnungsgnade und für den überreichen Segen im gelobten Land.

Während dieser Feste wurden zahlreiche Opfer zu Gott dargebracht. Zum Beispiel wurden während der sieben Tage des Laubhüttenfestes 70 junge Stiere geopfert, 14 Widder und 98 Schafe. Wenn wir die Liste der Opfergaben betrachten, könnte jemand denken, dass es zu viele Opfer wären. In der Tat ist es nicht zu viel. Es war ungefähr ein Tier auf 3000 Israeliten. Jesus ist derjenigen, der „zu viel“ für uns hingegeben hat, indem er sogar sein eigenes Leben als ein Lösegeld am Kreuz gelassen hat. Unsere Hingabe kann darum nur ein bescheidenes Dankeschön für die überschwängliche Gnade Gottes sein.

Jesus hat das Opfersystem des Alten Testamentes für uns schon vollkommen erfüllt. Darum brachen wir keine Tieropfer mehr darbringen. Darum sollen wir aber umso mehr darauf achten, dass wir Gottes Gnade nicht gering achten, sondern in der Dankbarkeit leben und uns neues Leben als einen heiligen Gottesdienst zu Gott darbringen.

Ich kenne eine Hausgemeinde, die immer für die Gnade Gottes sehr dankbar ist. Obwohl sie sich fleißig für Gottes Werk hingeben, sind sie immer voller Freude und Dankbarkeit, dass Gott sie von der Sündenmacht und Verlorenheit in der Welt errettet und ihnen ein neues seliges Leben gegeben hat, welches Gott erfreut. So bringen sie sich selbst als wohlriechendes Opfer zu Gott dar.

Ich kenne einen Knecht Gottes, der sein Leben fröhlich als eine Opfergabe für die Jüngererziehung und die geistliche Wiedererweckung in Europa hingegen hat. Nun hat er sich entschieden, sein Leben als ein Opfer für die Mobilisierung der nächsten Generation durch Global Leadership Empowerment Forum noch entschlossener hinzugeben. Lasst uns unser neues Leben aus der Dankbarkeit für Gottes Gnade als ein lebendiges und heiliges Opfer für den Herr bringen, als ein Brandopfer, das ein Wohlgeruch für Gott sein kann.

In Kapitel 30 geht es um Gelübde. Lesen wir Vers 3: „Wenn jemand dem Herrn ein Gelübde tut oder einen Eid schwört, dass er sich zu etwas verpflichten will, so soll er sein Wort nicht brechen, sondern alles tun, wie es über seine Lippen gegangen ist.“ Ein Gelübde ist eine freiwillige Selbstverpflichtung, z.B. um einem Gebetsanliegen Nachdruck zu verleihen. Die kinderlose Hanna legte ein Gelübde ab, dass wenn Gott ihr einen Sohn schenken würde, sie ihn Gott weihen wollte. Auch Jakob legte ein Gelübde ab, um sich in der unsicheren Lage ganz an Gott zu binden und von ihm geleitet zu werden. Solch ein Gelübde ist ein festes Versprechen vor Gott und sollte darum absolut gehalten werden. Auch wenn niemand anderes davon weiß, sollten wir es mit der absoluten Haltung vor Gott einhalten.

Die Verse 4 bis 16 sagen, dass auch eine Frau ihr Gelübde absolut halten muss. Doch solange die Frau in eine Familie eingebunden ist, durften der Vater oder der Ehemann ihr Gelübde am ersten Tag, wenn sie davon hörten, aufheben, wenn sie nicht einverstanden waren. So konnte Hanna ihren Sohn Samuel erst zum Priester Eli bringen, als auch Elkana damit einverstanden war. Auf diese Weise wurde die geistliche Ordnung in der Familie aufgerichtet.

Durch die heutige Lektion haben wir gelernt, wie wichtig und kostbar das geistliche Erbe ist. Wir dürfen sowohl unser geistliches UBF-Erbe, wie auch das verheißene Pionierungserbe mit Entschlossenheit und Mut annehmen und beanspruchen. Wir haben auch gelernt, dass ein Leben für den Herrn tägliche Hingabe aus der Dankbarkeit für seine Gnade bedeutet. Lasst uns unser neues Leben auf der täglichen Basis als ein lebendiges und heiliges Opfer für den Herrn hingeben, indem wir uns für das Bilden von Zweierbibelstudium-Teams und für die geistliche Wiedererweckung entschlossen einsetzen. Lasst uns die bevorstehende Frühlingsbibelkonferenz mit Hingabe vorbereiten und Gott durch unsere Opfergabe, die wie ein lieblicher Geruch für den Herrn ist, erfreuen.

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