Schaffet, dass ihr selig werdet

Philipper 2,1-30
Leitvers 2,12

„Also, meine Lieben, – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit – schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern.“

Der Philipperbrief ist einer der Gefängnisbriefe von Apostel Paulus und der Brief der Freude. Trotz seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis war Paulus voll Freude und konnte ein siegreiches Leben führen. Sein Geheimnis war seine tiefe Verbundenheit mit Christus. Er erinnerte sich immer an die wunderbare Gnade Jesu an seinem Leben. Er dachte nicht selbstzentriert über seine eigene Lage oder Bedingungen nach, sondern er war in Christus und lebte mit ihm und erfüllte seine Mission.

In der vergangenen Woche haben wir gelernt, wie Paulus sich in Christus allewege freuen und ein siegreiches und alle Bedingungen überwindendes Leben führen durfte. In Christus können wir jeder ein siegreiches Leben führen und durch das Zweierbibelstudium für die geistliche Erweckung in Europa gebraucht werden. Heute wollen wir in Kapitel 2 die Gesinnung Christi kennenlernen, nämlich Selbstverleugnung und Gehorsam. Wir wollen vor allem lernen, wie wir mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit schaffen. Lasst uns nicht selbstzufrieden bleiben, sondern den geistlichen Kampf kämpfen, sodass wir in der Heiligung wachsen und eine geistliche Einheit bilden, durch die Gott wirken kann.

1. Seid so gesinnt wie Christus (1-11)

Sehen wir uns den Vers 1 an: „Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit.“ In diesem Vers zählt Paulus einige gute Tugenden der Philipper auf, die sie bereits entwickelt hatten. Es gab bei ihnen „Ermahnung in Christus“. Ermahnung bedeutet nicht, die anderen mit gesetzlichen Gedanken zu kritisieren, sondern sie mit Gottes Wort zu ermutigen. Sie waren in der Lage, sich gegenseitig mit dem Wort Gottes zu ermahnen und zu helfen, in Christus zu bleiben. Sie lebten nicht wie viele moderne Individualisten nach dem Motto „jedem das Seine“. Ganz im Gegenteil hatten sie ein tiefes Interesse für das Glaubensleben der anderen. Sie blieben nicht gleichgültig, wenn jemand in Anfechtungen geriet, sondern ermahnten und ermutigten einander und halfen sich so gegenseitig auf dem Weg der Nachfolge Jesu zu gehen. Es gab bei ihnen außerdem den „Trost der Liebe“, der alle Verwundungen und Niedergeschlagenheit heilt. Es gab „Gemeinschaft des Geistes“. Weil sie geistliche Gemeinschaft mit dem Wort Gottes pflegten, konnten sie immer wachsen. Wahrscheinlich haben sie viel Zweierbibelstudium geführt. Darüber hinaus gab es herzliche Liebe und Barmherzigkeit, mit der sie alle Arten der Hoffnungsträger aufnahmen und zum leckeren Essen einluden.

Dennoch waren auch die Philipper keine perfekte Vorzeigegemeinde, sondern mussten in einem wichtigen Punkt weiter wachsen. Dies war die Einheit in dem Herrn. Sehen wir uns Vers 2 an: „…so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid.“ Einigkeit ist eine wichtige Eigenschaft der Jünger Jesu, für die Jesus in seinem hohepriesterlichen Gebet intensiv gebetet hatte. Dennoch ist es nicht einfach, immer eines Sinnes zu sein. Ganz im Gegenteil geraten wir öfter in Meinungsverschiedenheiten oder ärgern uns über die anderen, wenn sie sich nicht genau gemäß unserer Vorstellung verhalten. Als Folge dieser Uneinigkeit finden wir nicht selten Streit oder sogar Spaltung in den Gemeinden, obwohl wir doch alle einen Herrn haben. Einheit bedeutet dabei nicht unbedingt Uniformität, sondern vielmehr – wie ein Orchester – aus verschiedenen Instrumenten ein harmonisches Ganzes zu bilden. Es bedeutet, dass wir die gleiche Identität, Berufung, Orientierung und Lebensziel haben und gemeinsam den Leib Christi bilden.

Wie können wir dann eines Sinnes sein, obwohl wir alle verschieden sind? Sehen wir uns Vers 3 an: „Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst.“ Eigennutz bedeutet, dass man dem Werk Gottes mit einem selbstsüchtigen Motiv dient. Wir dienen Gottes Werk aus der Dankbarkeit für die Gnade der Sündenvergebung, die wir unverdient empfangen haben, und wegen der Hoffnung Gottes, der uns für das Werk der Campusmission und der geistlichen Wiedererweckung berufen hat. Wenn wir aber anfangen, einen eigenen Vorteil dadurch zu suchen oder uns selbst ein klein wenig darstellen möchten, dann entstehen Unzufriedenheit und viele Kämpfe.

Vers 3b sagt: „…sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst.“ Hochmut und Stolz verhindern die geistliche Einheit. Wir können Eins sein, wenn wir demütig den anderen höher achten als uns selbst. Weil wir eng zusammenleben, sehen wir oft die Schwachheiten der anderen deutlich. Im Gegensatz dazu sind wir bezüglich unserer eigenen Fehler großzügig. Wenn wir nur auf die Schwachheiten der anderen sehen, werden wir uns selbst überheben und auf die anderen herabsehen. Aber wenn wir demütig zuerst uns selbst als Sünder vor Gott anerkennen, dann können wir auch andere hochachten und eine geistliche Einheit mit ihnen bilden. Vers 4 sagt: „…und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“ Wir können Eins sein, wenn wir zuerst an Jesus denken, dann an den anderen und erst zuletzt an uns selbst. Wenn wir auf diese Weise Jesus suchen und Jesus verherrlichen, gibt es keinen Platz mehr zu streiten oder sich gegenseitig zu verletzen.

An die anderen zuerst zu denken ist nicht einfach. Der Kapitän Schettino war Kapitän auf dem Kreuzfahrtschiff Costa Concordia. Darum hätte er bei der Havarie vor der Insel Giglio bis zuletzt auf dem Schiff bleiben und sich um die Rettung der Passagiere kümmern sollen. Doch im entscheidenden Moment ging er von Bord, um sich selbst zu retten. Dies lehrt uns, dass alle Menschen grundlegend selbstsüchtig sind. Aber Jesus war anders. Er rettete nicht sich selbst, sondern gab sein Leben als stellvertretendes Opfer für uns, die Sünder, vollkommen hin. Wenn wir an Jesus denken und seine Demut anziehen, können wir anfangen, andere höher zu achten, als uns selbst und das zu tun, was den anderen dient.

Wir können eine Einheit in Christus bilden, wenn wir den gleichen Sinn und das gleiche Ziel für die Mission Gottes haben. Wir können Eins sein, indem wir der Jüngererziehung durch das Zweierbibelstudiumswerk dienen und für die geistliche Wiedererweckung in Europa beten. Solch eine geistliche Einheit ist auch für die jungen Menschen sehr attraktiv.

Sehen wir uns Vers 5 an: „Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“ Geistliche Einheit ist vor allem dann möglich, wenn wir die Gesinnung Christi lernen. Was ist die Gesinnung Christi? In den Versen 6 bis 8 beschreibt Paulus diese Gesinnung Christi: „Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.“ Hier finden wir die grundlegende Gesinnung Jesu, nämlich Selbsterniedrigung und Gehorsam. Jesus war Gott. Er besaß die Herrlichkeit des Himmels und konnte alle Ehre und Macht ohne Einschränkung genießen. Johannes 1,1 sagt: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.“ Jesus ist der allmächtige Schöpfergott. Aber er gab alle Macht und Ehre auf und erniedrigte sich auf die Stufe der Menschen. Dies ist eine unvorstellbare Erniedrigung, etwa so, als wenn ein Mensch zu einem Schwein werden sollte, um im schmutzigen Schweinestall zu leben. Nicht nur das, er erniedrigte sich zur Knechtsgestalt, indem er allen Arten von Sündern diente. Dann erniedrigte er sich zum völligen Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes. Dieser Wille Gottes war es, sein Leben als ein Sühneopfer für die Sünden der Menschen hinzugeben. Kein Mensch möchte gerne sterben. Auch Jesus wollte nicht sterben. Er kämpfte in Gethsemane einen harten Gebetskampf, um seinen eigenen Willen zu verleugnen und sich dem Willen Gottes unterzuordnen. Schließlich verleugnete er sich selbst und nahm alle Leiden, Schmerzen und Erniedrigung durch den Tod am Kreuz auf sich, um dadurch für alle Menschen den Weg der Erlösung und des neuen Lebens zu öffnen. Preiset Jesus.

Unsere Missionare haben sich entäußert, indem sie auf ihr privilegiertes Leben in Korea verzichtet haben, um der Weltmission zu dienen. Um stolzen deutschen Studenten zu dienen, haben sie sich selbst erniedrigt und sie demütig das Wort Gottes gelehrt, um sie in Christus groß zu machen und als geistliche Leiter aufzustellen. Um einer jungen Frau zu dienen, musste der Knecht Gottes sich selbst verleugnen. Obwohl sie ihn öfters verletzte, gab er sie nicht auf, sondern trug demütig diese Wunden, um sie zu neuem Leben in Christus zu führen. Durch diese Erniedrigung erkannte sie die Gnade Gottes und wurde sie zu einer wunderschönen Frau des Glaubens aufgestellt, die immer dankbar für die Gnade Gottes ist.

Was war das Resultat dieser völligen Selbsterniedrigung Jesu? Sehen wir uns die Verse 9 bis 11 an: „Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über allen Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.“ Als Jesus sich völlig erniedrigte, hat Gott ihn erhöht und ihm den höchsten aller Namen gegeben. Er ließ ihn nicht in der Niedrigkeit. Vielmehr wurde er hoch erhöht, sodass alle Menschen nun ihre Knie vor Jesus beugen sollen und alle Zungen ihn einmal als den Herrn bekennen sollen. Durch seine Erniedrigung ist Jesus unser Herr und Christus geworden. Er sitzt nun zur Rechten Gottes. Bei seiner Wiederkunft werden alle Menschen sich vor ihm beugen und ihn als den Herrn bekennen.

In dieser Welt wollen alle Menschen nur ihren eigenen Stolz bedienen und ihr eigenes Reich aufbauen. Jeder möchte ein Sieger sein und niemand möchte ein Verlierer sein. Ein Schüler schrieb die Note 1. Er sollte fröhlich sein, aber er weinte, weil ein anderer ein bisschen besser als er gewesen war und eine 1+ bekommen hatte. Sogar diejenigen, die sich selbst verleugnen, wünschen sich, dass sie dafür wenigsten die Anerkennung der anderen bekommen könnten.

In der Welt scheint es so, als ob nur die Menschen, die groß und reich sind und rücksichtslos handeln, alle Macht an sich reißen würden. Aber das ist nicht wahr. Wir müssen wissen, dass Gott den Hochmütigen widersteht, aber dass er den demütigen Menschen seine Gnade schenkt. Jesus pries die sanftmütigen selig, weil sie das Erdreich besitzen werden. Gott erniedrigt die Stolzen, aber er erhöht die Niedrigen.

Wir können dieses Prinzip in Mose sehen. Als er ein stolzer Prinz war, konnte er nicht von Gott gebraucht werden. Aber nachdem er alles verlor und 40 Jahre lang Gottes Demutstraining in der Wüste empfing, wurde er zum demütigsten Menschen auf Erden, den Gott gebrauchen konnte und der in der Lage war, das Murren des Volkes Israel zu ertragen und sie durch die Wüste zu führen. Davids Größe waren nicht seine Errungenschaften, sondern dass er sich selbst vor Gott demütigte und seine Sünde des Ehebruchs anerkannte. Da konnte Gott ihn segnen und als einen Schatten des Messias gebrauchen. Paulus war ein stolzer und hochmütiger Mann, der die Christen erbarmungslos verfolgte. Aber nachdem er Jesus begegnet war, demütigte er sich selbst und kam mit seiner Hilflosigkeit zu Jesus. Als er sich selbst demütigte, hat Gott ihn erhöht und für das Pionier-ungswerk in Europa gebraucht.

Demut und Gehorsam werden von dem modernen Zeitgeist als Schwachheit interpretiert. Wir denken, dass wir mit Stolz und Selbstvertrauen alles aus eigener Kraft erreichen und tun könnten. Aber Gott kann die stolzen und selbstvertrauenden Menschen nicht gebraucht. Im Gegensatz dazu kann Gott durch diejenigen wirken, die sich selbst demütigen und von ihm abhängig leben. Wir dürfen anerkennen, dass wir nur schwache und hilflose Sünder sind, die wegen ihrer Sünden die Strafe Gottes verdient haben. Jesus hat uns in seiner wunderbaren Gnade durch sein teures Blut am Kreuz errettet und als Hirten und Bibellehrer für die Studenten berufen. Wir können nichts tun und treffen schnell unsere Grenze. Aber wir können alles tun durch den, der uns mächtig macht. Lasst uns stets demütig unsere Schwachheit vor Gott anerkennen und als demütige Bibellehrer in der Abhängigkeit von Gott gebraucht werden. Lasst uns Christi Gesinnung anziehen und so eine einflussreiche Bibelstudiumsgemeinschaft bilden.

2. Schaffet, dass ihr selig werdet (12-30)

Lesen wir Vers 12 gemeinsam: „Also, meine Lieben, – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit – schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern.“ Die Philipper waren immer gehorsam gegenüber der Orientierung von Apostel Paulus. In dieser Hinsicht waren sie vorbildlich. Paulus ermahnte sie nun, dass sie weiter wachsen mussten. Ein Kind, welches nicht mehr wächst, ist ein krankes Kind. Genauso ist die Wiedergeburt nicht das Ende oder Ziel des Glaubenslebens, sondern vielmehr dessen Anfang. Danach sollen wir geistlich mehr kämpfen, sodass wir in der Heiligkeit Gottes wachsen.

In gleicher Weise soll eine Gemeinde auch immer wachsen. Anstatt damit zufrieden zu sein, was wir erreicht haben, ist es wichtig, dass wir uns immer danach ausstrecken, die Gnade Jesu zu erneuern und den Leib Christi zu bilden.

Auf welche Weise können wir dann unsere Seligkeit bewirken? Apostel Paulus sagt dazu: „mit Furcht und Zittern“. D. h., dass wir Gottesfurcht haben. Seligkeit und geistliches Wachstum ist kein Selbstläufer, sondern die Frucht unseres geistlichen Kampfes. Darüber hinaus müssen wir wissen, dass alles von Gott kommt. Lesen wir einmal den Vers 13 gemeinsam: „Denn Gott ist‘s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Es geht nicht um unsere Leistung. Gott selbst wirkt den geistlichen Wunsch in unserem Herzen. Er hilft uns auch, ihn auszuführen. Wir sollen unser Herz entsprechend vorbereiten und das Wirken Gottes nicht verhindern.

In unserer Zeit haben viele Menschen keine heilige Furcht mehr vor Gott, geschweige denn vor dem Wort Gottes. Sie denken, dass ihre eigenen Gedanken, Vorstellungen und Wünsche der Maßstab aller Dinge wären. So leben sie von dem gottlosen Zeitgeist betrogen. Sie denken, dass es kein Gericht Gottes gäbe. Ihr Leben ohne Gott ist wie Spreu, die der Wind verstreut. Im Gegensatz dazu sind diejenigen, die mit heiliger Furcht kämpfen, dem Wort Gottes zu gehorchen und damit zu leben, wie Bäume, die an den Wasserbächen gepflanzt sind und zu ihrer Zeit viele gute Früchte des Lebens hervorbringen. Paulus selbst war jemand, der mit heiliger Furcht vor Gott lebte. Er dachte nie, dass er schon gut kämpfen würde und nur noch das nötigste tun müsste. Paulus kämpfte immer dafür, mit ganzer Kraft Christus zu gehorchen und so den Siegespreis der himmlischen Berufung zu erlangen. Er ermutigte auch die Philipper mit heiliger Furcht zu gehorchen und die Seligkeit zu schaffen.
Viele junge Menschen sind von dem Zeitgeist des Relativismus verführt und nehmen Gottes Wort und Gottes Warnungen nicht ernst. Sie versuchen auf ihre eigene Weise in der Welt Sinn und Ziel ihres Lebens zu finden. Aber ohne Gott gibt es keinen Sinn und keine Seligkeit. Stattdessen werden sie von der Macht der Sünde betrogen, die ihr Leben zerstört und nutzlos macht. Seligkeit gibt es nur in Christus und in dem Leben in ihm. Darum ermahnte Paulus sehr ernsthaft: „Schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern.“ Mit eigener Kraft können wir es nicht schaffen. Aber wenn wir in heiliger Furcht zu Christus kommen und seine Rettungsgnade persönlich annehmen, wirkt er das Vollbringen.

Sehen wir uns die Verse 14 und 15 an: „Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt.“ Gottes Kinder sollen alle Dinge ohne Murren und ohne Zweifel tun. Sie leben aus dem absoluten Vertrauen auf Gott. Sie sind hell strahlende Lichter Gottes in einer Welt, die von Verdorbenheit und Verkehrtheit gekennzeichnet ist. Die Welt ist immer voller Rebellion, Selbstsucht und Eigenliebe. Jeder dreht sich die Sachen so, wie sie für ihn gerade am besten passen. In einer solchen Umgebung sind die Kinder Gottes, die im absoluten Vertrauen dem Wort Gottes gehorchen und ein geheiligtes Leben führen, wirklich wie Lichter in einer dunklen Zeit. Lasst uns nicht vom Zeitgeist des Relativismus betrogen leben, sondern mit heiliger Furcht Gottes Wort gehorchen und als helle Lampen Gottes für diese finstere Generation gebraucht werden.

Vers 17 sagt: „Und wenn ich auch geopfert werde bei dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, so freue ich mich und freue mich mit euch allen.“ Paulus freute sich, als ein Opfer für den Glauben der Philipper gebraucht zu werden. Dies zeigt, dass für Paulus das Hirtenleben kein Geschäft war. Er diente den Philippern nicht mit einer Erwartung, sondern er freute sich darüber, sein eigenes Leben für die Philipper zu geben.

In den Versen 19 bis 24 kündigt Paulus die Sendung von Timotheus an. Paulus sagte, dass Timotheus sich bewährt hatte, als er mit ihm zusammen für das Evangelium gekämpft hatte. Timotheus war schon bei der Pionierung von Philippi dabei gewesen und kannte die Philipper persönlich. In Timotheus können wir die Gesinnung Christi sehen, dass er demütig mit Apostel Paulus zusammenarbeitete. Er begleitete ihn auf den Missionsreisen und riskierte dabei sein Leben für das Evangeliumswerk. Später diente er z. B. der Gemeinde in Ephesus verantwortlich. Er suchte aber dadurch nicht die eigene Ehre, sondern stets das, was Jesu Christi ist. Durch seine demütige Zusammenarbeit können wir Christi Gesinnung sehen.

Epaphroditus war ebenfalls ein hingebungsvoller Mitarbeiter und Mitstreiter von Paulus und der Überbringer dieses Briefes an die Gemeinde in Philippi. Er stammte aus Philippi und hatte zuvor Paulus die Opfergabe der Philipper überbracht. Paulus achtete ihn hoch, weil er nicht an sich selbst gedacht hatte, sondern seine Mission auf Leben und Tod erfüllte. Er hatte Paulus demütig gedient und war dabei krank geworden und beinahe gestorben. Paulus achtete seine Hingabe für das Evangeliumswerk sehr, auch wenn es bedeutete, einem alten Apostel zu dienen.

Weil Timotheus und Epaphroditus die Gesinnung Christi hatten und mit aller Demut dem Werk Gottes dienten, konnten sie gute Mitarbeiter sein und den Leib Christi aufbauen. Wir sind durch unsere Pioniermitarbeiter sehr ermutigt, die mit der Hingabe und Demut Jesu dem Werk Gottes an ihrer jeweiligen Hochschule dienen, indem sie Christi Gesinnung lernen. Menschlich gesehen erfahren sie viele Enttäuschungen und Niederlagen. Aber geistlich gesehen ist ihre Zusammenarbeit sehr kostbar, weil sie dadurch am Leiden teilnehmen, den Leib Christi bauen, auch einer Seele mit Demut und ohne Erwartung dienen.

Gott hat uns in seiner Gnade die Errettung und das neue Leben durch Jesus Christus gegeben. Wir sollen uns aber nicht darauf ausruhen, sondern vielmehr mit heiliger Furcht und mit Zittern den geistlichen Kampf führen. Anstatt nur gewohnheitsmäßig wie ein Angestellter dem Werk Gottes zu dienen, darf ich dem Wort Gottes Hesekiel 37,10 und Esra 7,10 mit heiliger Furcht gehorchen. Ich darf mein Herz darauf richten, das Wort Gottes zu erforschen und den Gehorsam des Glaubens in den Herzen der jungen Menschen aufzurichten, sodass ihre toten Seelen lebendig werden und sie als ein großes Heer Gottes für die Weltmission aufgestellt werden. Lasst uns auch unseren Kindern und Hoffnungsträgern helfen, ihre Seligkeit mit Furcht und Zittern durch das persönliche Zweierbibelstudium und das Kommen zu Jesus zu schaffen.

Heute haben wir die Gesinnung Christi kennengelernt, nämlich seine Selbsterniedrigung und seinen Gehorsam. Wir danken Gott für die Ermahnung, mit Furcht und Zittern unsere Seligkeit zu schaffen. Lasst uns dem Wort Gottes mit der absoluten Haltung und heiligen Furcht gehorchen und den geistlichen Kampf kämpfen, damit Gott sein Werk in uns und durch uns tun kann und wir mit der Demut Christi die geistliche Einheit des Leibes Christi bilden können. Lasst uns dem Zweierbibelstudiumswerk zunehmend dienen, dass die jungen Menschen ihre Seligkeit schaffen und Europa noch einmal geistlich erweckt und als eine Hirtennation gebraucht werden kann.

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