Zieht den neuen Menschen an

Epheser 4,1 – 32
Leitverse 4,22.23

„Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“

Das vierte Kapitel ist das Schlüsselkapitel in der logischen Entwicklung des Epheserbriefes. In diesem Kapitel lehrte Paulus die Christen in Ephesus, wie sie die Welt mit dem Evangelium von Jesus erobern konnten. Der Kernpunkt ist die Bildung der geistlichen Einheit durch das Wachstum des inneren Menschen in Christus. Die Christen starteten von ganz unten, vom Boden der Gesellschaft, als Verfolgte und Flüchtlinge. Apostel Paulus selbst lag im Gefängnis in Ketten. Aber weil Paulus und die ersten Christen in der Innerlichkeit bzw. in der Philosophie Christi wuchsen, konnten sie das mächtige römische Imperium in nur 150 Jahren erobern. Wie können wir für die geistliche Wiedererweckung an unserer Schule, Fakultät oder Universität und ferner für die geistliche Wiedererweckung von Europa in der Zusammenarbeit mit dem größeren Leib Christi gebraucht werden? Der Schlüssel dafür ist zusammengefasst: Erstens, das geistliche Wachstum unseres inneren Menschen in der Demut und Inkarnationsgnade Jesu. Zweitens, unser Wachstum im neuen Leben in Christus durch die Erneuerung unseres Geistes und Sinnes. Möge Gott uns segnen, in diesem Jahr und auch durch die kommende Maibibelkonferenz in unserem inneren Men-schen zu wachsen.

1. Lebt würdig der Berufung Gottes (1-16)

Sehen wir uns Vers 1 an: „So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid.“ Paulus lag im Gefängnis in Ketten. Aber er beklagte sich nicht als einen Gefangenen von böswilligen Menschen oder der unglücklichen Umstände, sondern er war stolz darauf, ein Gefangener des Herrn zu sein. Als ein Gefangener des Herrn ermahnte er die Epheser, der Berufung Gottes würdig zu leben.

Gemäß Apostel Paulus bedeutet Christsein mehr als nur einen Zustand der Errettung zu genießen. Christsein ist eine Berufung. Im Gegensatz zu den menschlichen Berufungen geschieht die Berufung Gottes aufgrund der Gnade und Souveränität Gottes. Die göttliche Berufung ist die allerhöchste und teuerste Berufung. Jeder Christ ist von Gott berufen. Wie können wir als Christen gemäß unserer höchsten Berufung würdig leben?

Sehen wir uns Verse 1-2 an: „So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, dass ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid, in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den anderen in Liebe.“ Paulus sagte, dass wir, um der Berufung Gottes würdig zu leben, vor allem in unserem inneren Menschen wachsen müssen. Einige Christen denken, dass sie nach der Errettung schon alles erreicht haben, was das Christsein bedeutet. Aber Paulus sagt, dass wir, die Christen, hart daran arbeiten müssen, in unserem inneren Menschen zu wachsen, indem wir von Jesu Innerlichkeit lernen. Es gibt viele Menschen, die sehr unglücklich und voller Verlustgefühl sind, weil sie zwar äußerlich groß und erfolgreich gewachsen sind, aber in ihrem inneren Menschen wie Zwerge geblieben sind. Wir müssen uns daher ihr warnendes Beispiel zu Herzen nehmen und unsere Priorität daraufsetzen, in unserem inneren Menschen in aller Demut und Sanftmut und Geduld Christi groß zu wachsen.

Sehen wir uns die Verse 3-6 an. Hier drängt Paulus die Christen, als Christen die geistliche Einheit zu bilden. Das ist die erste Aufgabe der Christen, wenn es darum geht, im inneren Menschen zu wachsen. Es ist einfach für uns, mit Gott eine gute Beziehung zu haben, weil wir Gott nicht sehen und weil wir Gott lieben. Anders gesagt, ist die vertikale Beziehung nicht schwierig. Dagegen ist nicht so einfach, eine gute Beziehung mit den Brüdern und Schwestern im Glauben zu haben. Leibliche Geschwister kennen diese Herausforderung. Sie können mit ihren Eltern und Lehrern eine sehr gute Beziehung haben, aber die Beziehung mit den anderen Geschwistern ist nicht so einfach. Die horizontale Beziehung ist viel schwieriger als die vertikale Beziehung. Der Grund ist, dass wir noch nicht vollendet sind, sogar nach der Bekehrung durch das Blut Jesu, und weil wir durch den egozentrierten und individualistischen Zeitgeist sehr stark beeinflusst sind. Zum anderen sind wir Brüder und Schwestern in Christus. Es ist relativ einfach, mit den weltlichen Freunden und Kollegen, mit denen wir Gemeinsamkeiten und Interessen teilen, eine gute Freundschaftsbeziehung im Sinne einer Zweckgemeinschaft zu haben. Aber eine geistliche Einheit bzw. Lebensgemeinschaft mit den Mitarbeitern und Geschwistern in Christus zu bilden erfordert das Wachstum unseres inneren Menschen über uns selbst hinaus. Dank sei Gott, dass wir zu Jesus aufsehen und von ihm lernen dürfen. Wir dürfen seine Demut, seine Sanftmut und Geduld lernen, während wir lernen, andere mit der Liebe Christi ertragen. Dann können wir Geschichtemacher sein, welche die einflussreiche Einheit der Christen bilden.

Die geistliche Einheit der Christen ist außergewöhnlich und Gottes mächtiges Werkzeug. Darum sagte Jesus (Johannes 13,34): „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Durch die geistliche Einheit der Gläubigen wird der eine Gott, der über allen und durch alle und in allen ist, dieser Welt offenbart (6). Wir danken Gott, der uns in UBF Gnade geschenkt hat, die geistliche Einheit zu bilden, in der Hausgemeinde, zwischen den Kulturen und Generationen, sodass Gott unser geistliches Gefäß für die Erfüllung des Weltmissionsziels gebrauchen konnte, bis heute. Das Geheimnis dafür ist, dass wir immer weiter die Innerlichkeit der Demut und Liebe Jesu lernen durften, indem wir die Lebensgemeinschaft und durch die Zusammenarbeit im Leib Christi praktizieren durften. Durch die geistliche Einheit der Mitarbeiter in der Demut und Liebe Christi hat Gott auch in den Hoffnungsträgern und Mitarbeitern der Näch-sten Generation gewirkt, um sie als Mitarbeiter aufzustellen.
Sehen wir uns die Verse 7-8 an: „Einem jeden aber von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe Christi. Darum heißt es: »Er ist aufgefahren zur Höhe und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben.«“ Paulus erklärte durch Jesu Beispiel, wie wir in unseren inneren Menschen wachsen können. Paulus schrieb in Vers 8 über Jesu Auffahren. Dieser Vers beschreibt Jesu Auffahren zur Höhe wie die triumphale Rückkehr eines Generals von der Schlacht. Unser Herr Jesus Christus gewann die geistliche Schlacht, den Willen Gottes für die Errettung der Welt durch die Vollendung seines irdischen messianischen Wirkens durch seine Kreuzigung und Auferstehung zu erfüllen. Als unser Herr Jesus Christus in den Himmel auffuhr, nahm er auch unzählige Sünder mit sich, welche die Gabe Gottes, Jesus, annahmen. Es sah so aus, als ob durch Jesu Hingabe am Kreuz nur ein Mensch, nämlich ein Räuber, der neben Jesus am Kreuz hing, errettet wurde. Aber in Vers 8 steht: „Gefangene“. Dies bedeutet, dass Jesus von einer großen Zahl von Leuten begleitet wurde, als er durch die Perlentore in das Reich Gottes zurückkehrte. Auch wir durften durch Jesu Tod am Kreuz mit Jesus hinauffahren und seine Gabe der Gnade erhalten.

Paulus erklärte in den Versen 9-10 die wahre Bedeutung von Jesu Hinauffahren. Paulus sagt, dass vor seiner Himmelfahrt Jesus auch hinabgefahren sein musste. Kurz gesagt, gab Jesus, obwohl er Gott war, alle seine Macht und Herrlichkeit und Ehre des Reiches Gottes auf und fuhr hinab auf diese Erde, um die Menschen von ihren Sünden zu erretten. Wir kennen diese Geschichte sehr gut. Aber hier müssen wir verstehen, dass Jesu Hinabfahren, d. h. Jesu Inkarnation, wahre göttliche Demut bedeutete. Stolze Menschen können die außerordentliche Bedeutung von Jesu Erniedrigung nicht verstehen. Aber Jesu Inkarnation ist in der Tat herrlich. Lukas 2,14 sagt: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Jesu Kommen in diese Welt ist wirklich Ehre zu Gott. Hier hat das Wort „Ehre“ die Bedeutung von „Offenbarung der Liebe Got-tes“. Durch die Inkarnation Jesu wurde Gottes Liebe der ganzen Welt offenbart.

Alle Menschen möchten insgeheim wie ein Stararzt oder Starmanager auffahren und von anderen bewundert und gefeiert werden. Aber niemand möchte gerne hinabfahren. Aber hier lernen wir, dass wahre Größe, Herrlichkeit und Ehre nicht im Hinauffahren, sondern im Hinabfahren liegt. Die Geschichten des Hinabfahrens Jesu, d. h. seiner Inkarnationsgnade, bewegen und verändern noch heute die Welt, vielmehr als unzählige Geschichten des Hinauffahrens. Zurzeit Jesu war die Rassenbarriere zwischen den Juden und den Samaritern und zwischen Mann und Frau unüberbrückbar. Aber Jesus fuhr hinab zu einer samaritischen Frau, die sich selbst isoliert hatte, indem er sie bat: „Entschuldigung, könntest du mir bitte zu trinken geben?“ Jesus tat dies, um ihre Herzenstür für das lebendige Wasser, das in das ewige Leben quillt, zu öffnen (Johannes 4,7-14). Zu Jesu Zeiten wurden Zöllner als nationale Verräter angesehen, zu denen sich niemand hingeben wollte. Aber Jesus fuhr zu dem Zollhäuschen eines Zöllners namens Levi hinab und sprach zu diesem: „Folge mir nach!“ (Lukas 5,27). Levi war ein radikal egozentrischer Mensch und ein öffentlicher Sünder, der eines guten Rates nicht würdig war. Aber Jesus sah in seiner extremen Egozentriertheit seine Tugend und berief ihn als einen seiner Jünger. Später wurde Levi der Verfasser der Bergpredigt, welche als die großartigste Literatur der Menschheit angesehen wird. Durch Jesu Hinabfahren wurden viele Menschen gerettet und bekamen ein neues Leben für die Ehre Gottes. Mother Sarah Barry war eine reiche und attraktive und hervorragend ausgebildete Frau, die als eine Mississippi-Prinzessin bezeichnet wurde. Damals war Korea eines der zwei ärmsten Länder der Welt. Mother Sarah Barry praktizierte Jesu Hinabfah-ren, indem sie vielen verzweifelten intellektuellen Studenten an den koreanischen Univer-sitäten diente, indem sie Koreanisch lernte, auf dem harten Boden schlief und scharfes Kim-Chi aß. Durch ihr Hinabfahren gebrauchte Gott sie, um unzählige junge Menschen auf der ganzen Welt zu retten. Unsere Mitarbeiter vom Gideon-team sind auch sehr glücklich und wachsen gut, weil Hirte Dr. Johannes Chang jede Woche hinabfährt, um mit ihnen nach dem Gottesdienst geistliche Gemeinschaft zu haben. Hier lernen wir, dass unser Wachstum im inneren Menschen, d. h. in der Inkarnation und Demut Jesu das Beste ist, um ein Segen für viele zu sein.

Hier werde ich auch ermutigt, in der Innerlichkeit Jesu zu wachsen. Einst war mein Fokus, weltlich zu wachsen. Ich wollte als ein Klinikdirektor auffahren. Dagegen betrachtete ich das demütige Hinabfahren Jesu als nicht so großartig. Im vergangenen Jahr durfte ich menschlich gesehen hinauffahren, durch den erfolgreichen Abschluss der Promotion und der europäischen und deutschen Facharztprüfung. Aber durch Epheser Kapitel 4 erkenne ich, dass die wahre Größe bzw. Kompetenz nicht vom Hinauffahren durch einen großartigen weltlichen Erfolg oder Titeln kommt, sondern vom Wachstum in meinem inneren Menschen, indem ich in der Demut und im Hinabfahren Jesu wachse. Ich tue Buße über meine falsche Vorstellung von Wachstum und dass ich mich dagegen wehrte, geistlich zum vollen Maß der Fülle Christi zu wachsen, indem ich nicht Jesu Hinabfahren praktizieren wollte. Ich entscheide mich hier, meine Priorität von nun an darauf zu setzen, in Jesu Hinabfahren zu wachsen. Ich bete, konkret mit zwölf Hoffnungsträgern Zweierbibelstudiumteams und Lebensgemeinschaft zu bilden und den Leib der Einheit Christi in der Familie, in der Gemeinde und auch überregional. So kann ich wie Jesus mit vielen Freunden und Schafen hinauffahren und für die geistliche Wiedererweckung von Europa gebraucht werden.

Sehen wir uns den Vers 11 an: „Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, …“ Paulus scheint hier plötzlich das Thema zu wechseln, indem er nun über die einzigartige Gabe einer jeden Person spricht. Paulus erkannte, dass jede Person eine andere Gabe von Gott bekommen hat. Paulus lehrte die Epheser, dass Gott es einigen gegeben hatte, Apostel zu sein, anderen Propheten, anderen Evangelisten und einigen Pastoren und Lehrer zu sein. Diese Gaben dienen dazu, den Leib der Gemeinde Christi zu erbauen.

Die erste Gemeinde auf heidnischem Boden in Antiochia wurde sehr einflussreich für die Weltmission gebraucht, als dort Menschen mit verschiedenen Gaben – Barnabas, Luzius von Kyrene, Manaen und Paulus – gut zusammenarbeiteten. Die Reformation in Deutschland und Europa konnte geschehen, als Martin Luther, ein Mönch und Kämpfer, und Philipp Melanchthon, ein gläubiger Gelehrter, geistlich sehr gut zusammenarbeiteten. Legendär ist auch die Zusammenarbeit zwischen dem Erweckungsprediger Dwight L. Moody und dem geistlichen Sänger Ira D. Sankey. UBF konnte als eine sehr einflussreiche Erweckungs- und Weltmissionsbewegung unter den intellektuellen Studenten im 21. Jahrhundert gebraucht werden, als Mother Sarah Barry, eine amerikanische Missionarin, demütig mit Dr. Lee, einem koreanischen Pastor, zusammenarbeitete.

Es gibt auch Menschen, die sagen, dass sie wirklich keine Gabe von Gott bekommen hätten. Aber das ist nicht wahr, sondern ein Zeichen der Selbstzentriertheit, wie in dem Gleichnis von dem faulen Knecht, der sein von Gott empfangenes Talent in der Erde vergrub. Gott hat jedem mindestens eine spezifische Gabe gegeben, um den Leib der geistlichen Einheit Christi zu erbauen. Beispielsweise bereiten unsere Worshipteams und unsere Sondergesangteams mit dem fröhlichen und bedeutungsvollen Programm von ganzem Herzen den Sonntagsgottesdienst vor, indem sie dafür auch in der Woche Zeit für die Übung investieren. Ht. Sara-Marie hat die Gabe, mit ihrem hervorragenden Oboespiel für die Ehre Gottes zu spielen. Auch M. Priska, Ht. Mersina und H. Heidi sind unverzichtbare Mitarbeiter für das Sonderspielteam und für das Orchester für das Werk Gottes. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Mitarbeiter mit verschiedenen Gaben, egal ob groß oder klein, wird auch der größere Leib Christi gesegnet, z. B. durch die Bildung des Teenstreetorchesters. In dieser Woche war ich auch sehr froh, dass Ht. Olaf mit seinem schönen Gesang beim Frühgebet uns fröhlich machte.

Anstatt faul zu bleiben, müssen wir hart kämpfen, die Gabe Gottes in anderen, die von oben gegeben wurde, zu fördern. Vor allem müssen wir für unsere Hoffnungsträger und Kinder beten und alles geben, um ihnen helfen, ihre geistliche Gabe zuerst und danach auch ihre weltliche Gabe zu erwecken. Dies ist eine sehr kostbare Lektion in der geistlichen Welt. Wir sind dankbar, dass Gott uns geholfen hat, in unserer Gemeinde eine geistliche Einheit der unterschiedlichen Gaben zu bilden. UBF ist keine Kirche, in der der Pastor alles macht und alle anderen wie Passagiere in einem Flugzeug konsumieren oder schlafen. In UBF haben wir gelernt, dass jeder seine spezifische von Gott gegebene Gabe als ein Apostel, Prophet, Evangelist, Hirte und Lehrer erweckt und für den geistlichen Leib der Einheit Christ einsetzt. So wird der Leib Christi aufgebaut, bis wir alle im Glauben und in der Kenntnis des Sohnes Gottes eins und reif werden und bis zum vollen Maß der Vollkommenheit Christi wachsen.

Sehen wir uns Vers 14 an: „damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen.“ Hier betont Paulus noch einmal, dass die Kinder Gottes geistlich wachsen und sich nicht von dem weltlichen Konsensus beeinflussen lassen sollen. Neue Christen werden von den verschiedenen Lehren und durch das arglistige und trügerische Spiel der Menschen hin- und hergetrieben. Reife Christen müssen sich daher von ganzem Herzen um junge Christen kümmern. Auch müssen reife Christen die Bibel noch intensiver studieren. Dann können wir in ihm, der das Haupt, d. h. der Christus ist, wachsen. Von ihm aus wächst der geistliche Leib und baut sich selbst auf in Liebe, indem jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft (15.16).

2. Das neue Leben der Gläubigen (17-32)

In diesem Teil geht es um das Wachstum im neuen Leben. Sehen wir uns die Verse 17-24 an. Christen sollen nicht wie heidnische Menschen leben, die ein Leben in Nichtigkeit führen. Die Herzen der nicht-christlichen Menschen sind verhärtet und fixiert. Sie denken, dass sie glücklich wären, wenn sie Geld haben und die kurzfristigen, vergänglichen Freuden genießen könnten. Der Grund ist, dass sie die unvergleichliche Freude des inneren geistlichen Wachstums nicht kennen. Paulus sagt klar, dass wir unser altes ich ablegen müssen. Sehen wir uns die Verse 22-24 an: „Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ Diese Verse befinden sich in Übereinstimmung mit Paulus‘ Ermahnung aus dem vorherigen Teil, dass wir nach unserer Errettung unser Bestes geben müssen, das alte Leben in den trügerischen Begierden abzulegen und den neuen Menschen anzuziehen, der in dem inneren Menschen in Christus wächst. Einige Menschen sagen, dass sie sich nicht ändern könnten. Aber das neue Leben ist keine Fortsetzung des alten Lebens, nun aber unter dem Mantel der Gnade Gottes. Dazu sagte Apostel Paulus schon in Römer 6,2: „Das sei ferne!“ Das neue Leben geschieht durch die Erneuerung im Geist und Sinn. Wenn man viele Serien und Youtube schaut, können wir nicht im Geist und Sinn erneuert werden. Aber durch das Bibelstudium und durch die Buße durch das Schreiben einer tiefgehenden, ehrlichen, persönlichen Stellungnahme werden wir im Geist und Sinn erneuert. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir den neuen Menschen anziehen, der in der Herrlichkeit und Heiligkeit Gottes wächst. Auch wenn wir wieder in die Sünde fallen sollten, dürfen wir durch die Buße durch die Liebe Christi immer wieder das alte Leben ablegen und das neue Leben in Christus täglich führen. Dann geschieht echte Veränderung. Dann können wir als ein Licht der Welt wirken.

Ein Junge litt unter dem Problem, dass er unkontrolliert Geräusche von sich gab. Google sagte, dass es dafür keine Heilung gäbe. Aber ein Knecht Gottes sagte, dass das Problem nicht organisch bedingt ist, sondern von seinem alten Leben in der Sünde kam. Der Knecht Gottes und seine Mutter halfen ihm, mit seiner Sünde durch das Wort Gottes zu Gott zu kommen. Auch gaben ihm seine Eltern kein Smartphone und kein Youtube. Am Anfang war es etwas schwierig, dem sündigen Gruppendruck zu widerstehen. Aber da konnte er in seinem Geist und Sinn erneuert werden. Er konnte sein Geräuschproblem überwinden und von einem schlechten Schüler zu einem der besten Schüler seiner Stufe werden, der seine Zeit fleißig für das Lernen und für das Studieren des Wortes Gottes ein-setzt, mit der Vision zu einem großartigen Leiter wie der Prophet Samuel in der Bibel und für diese Gesellschaft zu wachsen.

Sehen wir uns die Verse 25-32 an. Hier gibt Apostel Paulus konkrete Anweisungen für das Wachstum im neuen Leben. Christen sollen nicht lügen, auch wenn sie dadurch in schwierige Situationen kommen (25). Die ersten Christen logen nicht, sondern bezeugten ihre Identität und ihr neues Leben, auch vor der Androhung, dass sie in den Stadien den Löwen zum Fraß vorgeworfen werden würden. Unsere Mitarbeiter der nächsten Generation dürfen ihren Freunden klar bezeugen, z. B. wie sie am Freitag Abend oder am Sonntag Gott die Priorität geben. Dann können Sie auch ein Licht für die Welt sein. Ein kleiner Junge stieg einmal über einen Zaun beim Gemeindezentrum, der ihm nicht gehörte. Ein Hirte beobachtete ihn dabei. Als der Hirte ihn einige Tage später darauf ansprach, konnte dieser Junge sich an nichts mehr erinnern. Wir sollen auch aufpassen, dass wir nicht gewohnheitsmäßig lügen. Der Punkt ist, dass wir, wenn wir lügen, nicht innerlich geistlich wachsen können. Wenn wir die Wahrheit sagen, auch wenn wir Recht haben, sollen wir nicht im Zorn einen großen Fehler machen (26). Und wenn wir zornig geworden sind, sollen wir noch vor Sonnenuntergang in Christus, der sein Leben für uns Sünder gelassen hat, eine Lösung finden, sodass nicht in der Nacht darauf dem Teufel Raum gegeben werde (26.27). Wir sollen nicht stehlen (28). Wir sollen nicht Gottes Zeit und Gaben stehlen, die er uns durch das teure Blut seines einzigen Sohnes geschenkt hat, indem wir diese nur selbstsüchtig für unser bequemes Leben oder sogar für das sündige Vergnügen vergeuden. Wenn wir stehlen, egal ob es von Gott oder den Menschen gehört, können wir nicht von Gott, der alles sieht, erwarten, dass er uns segnet. Wir dürfen vielmehr ein gebendes Leben führen und auch Gott unser Bestes geben. Schließlich lehrt Paulus, dass wir andere erbauen sollen (29). Um andere zu erbauen, müssen wir zuerst lernen, unseren Mund im Zaum zu halten. Der Mund ist die Tür des Herzens. Paulus sagt, dass wir Bitterkeit, Ärger, Zankerei und Bosheit überwinden müssen (31). Durch diese Dinge verletzt unser Mund andere Menschen. Aber wir sollen untereinander freundlich und herzlich sein, einander vergeben, sowie Gott uns in Christus vergeben hat (32). Wenn wir unseren Mund, die Tür unseres Herzens, einsetzen, andere zu erbauen, können wir viele Schafe haben und ein Licht für die Welt sein.

In diesem Abschnitt haben wir gelernt, dass die Errettung nicht das Ende ist, sondern dass wir danach weiter in unserem inneren Menschen wachsen dürfen. Wir dürfen in Jesu Demut und Inkarnationsgnade als wahrhaft großartige Men-schen wachsen, die mit vielen Freunden in Christus und Hoffnungsträgern hinauffahren. Das neue Leben ist keine Fortsetzung des alten Lebens, sondern wir dürfen auch täglich durch die Erneuerung unseres Sinnes durch das Bibelstudium im neuen Leben in Christus wachsen.

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