Das Jüngererziehungswerk in Ephesus

Apostelgeschichte 19,1-40
Leitvers 19,9

„Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre, trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus.“

Letzten Sonntag durften wir durch den Missionsbericht von Missionarin Kyung-Sook Park Gottes Glaubenswerk durch die Schulmission in Kambodscha kennenlernen. Gott hat ihren festen Glauben, das reine Herz und ihre Treue zur Mission reich gesegnet, sodass in den vergangenen elf Jahren dieses Glaubenswerk entstehen konnte. Gott segne die Vision von M. Kyung-Sook Park für die jungen Menschen in Kambodscha, dass ihre Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit zum persönlichen Glauben an Jesus finden und über ihren Schulabschluss hinaus zu den Hirten und geistlichen Leitern für ihre Nation und für die Weltmission heranwachsen. Im heutigen Text aus der Apostelgeschichte geht es auch um eine Schule – die Tyrannusschule in Ephesus. Diese Schule wurde der Ort, an dem Apostel Paulus zwei Jahre lang auf täglicher Basis das Wort Gottes mit den Jüngern studierte. Lasst uns heute über das Wirken Gottes in der Tyrannusschule nachdenken und das Geheimnis der Macht des Wortes Gottes und Paulus‘ Vision für die Weltmission kennenlernen.

1. Paulus redete täglich in der Schule des Tyrannus (1-10)

In Apostelgeschichte Kapitel 18 hatten wir den Beginn des Werkes Gottes in der Stadt Ephesus kennengelernt. Ephesus war damals eine der größten und bedeutendsten Städte Kleinasiens. Der Tempel der Göttin Artemis hatte die Stadt berühmt gemacht. Dieser Tempel zählt heute zu den „sieben Weltwundern“. Geistlich gesehen war Ephesus eine Stadt voller Unmoral und Götzendienst. Paulus hätte darum einen großen Bogen um Ephesus machen können. Doch Paulus kannte das Herz Gottes, den mühseligen und beladenen Menschen zu Ephesus die rettende Botschaft des Evangeliums zu bringen. Paulus wusste, dass allein der Name Jesu aus der Knechtschaft der Sünde und aus der Macht der bösen Geister befreit! Paulus sah Gottes Hoffnung, gerade in dieser Stadt Jesu Jünger aufzustellen, die hingehen und das rettende Evangelium in der Provinz Asien und in der ganzen Welt verkündigen.

Paulus war erstmalig gegen Ende seiner zweiten Missionsreise nach Ephesus gekommen. Als er den Juden das Wort Gottes predigte, waren viele bewegt und sie baten Paulus, länger zu bleiben. Er blieb aber nicht selber, sondern vertraute dieses Werk seinen kostbaren Mitarbeitern Priszilla und Aquila an. Diese Hausgemeinde führte fleißig das Bibelstudium und diente einem gelehrten und beredten Mann, Apollos, legte ihm den Weg Gottes noch genauer aus, sodass er zu einem einflussreichen Diener Gottes verändert wurde. Nun waren etwa zwei Jahre vergangen und Paulus kehrte nach Ephesus zurück.

Sehen wir uns die Verse 1 und 2 an: „Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprach zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.“ Wie konnte das sein? Zwölf Jünger, denen es am Besten fehlte, nämlich am Heiligen Geist? Sie waren bei dem einflussreichen Buß- und Erweckungsprediger Johannes dem Täufer stehengeblieben. Obwohl Johannes gepredigt hatte, „Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist, denn er war eher als ich“ (Joh 1,30b), waren die Jünger noch nicht bis hin zu Jesus gelangt. Paulus half diesen Jüngern geistlich, indem er zu ihnen sprach: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“ (2) Sie bekannten daraufhin, dass sie noch nie gehört hatten, dass es einen Heiligen Geist gibt. Das Großartige an diesen Johannesjüngern war, dass sie ihren geistlichen Mangel aufdecken und sich sogleich von Paulus auf den Namen des Herrn Jesus taufen ließen. Sehen wir uns Vers 6 an: „Und als Paulus die Hände auf sie legte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten.“ Die Taufe der Jünger mit dem Heiligen Geist war gewissermaßen der Startschuss für das weitere mächtige Wirken Gottes in Ephesus. Sehen wir uns Vers 8 an: “Er ging aber in die Synagoge und predigte frei und offen drei Monate lang, lehrte und überzeugte sie von dem Reich Gottes.“ Paulus diente zunächst den jüdisch-stämmigen Menschen, indem er in der Synagoge vom Reich Gottes predigte. Das Reich Gottes meint, den Ratschluss Gottes zur Erlösung der Menschheit und sein Rettungswerk durch Jesus Christus zu verkündigen. Drei Monate wirkte und predigte Paulus in der Synagoge, lehrte und überzeugte sie von dem Reich Gottes.

Sehen wir uns Vers 9 an: „Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre, trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus.“ Hier können wir zwei wichtige Punkte kennenlernen.

Erstens: Paulus Fürsorge für die wachsenden Jünger. Als Gott durch die Predigt des Paulus mächtig wirkte, gab es einige, die verstockt waren und nicht glaubten. Sie lehnten sich gegen die Wahrheit Gottes auf. Paulus kämpfte aber nicht gegen diese Menschen. Vielmehr machte er einen positiven Schritt, indem er die Synagoge verließ, um fortan den Jüngern zu dienen. Paulus sonderte die Jünger ab und wechselte mit ihnen in die Schule des Tyrannus.

Zweitens: Paulus gab nicht auf, das Wort Gottes zu predigen. Statt ängstlich zu werden und die Verkündigung aufzugeben, predigte Paulus nun sogar auf täglicher Basis an einem neuen Ort. Dies zeigt uns: Paulus ließ sich nicht einschüchtern. In der Tyrannusschule widmete er sich fortan dem Jüngererziehungswerk, indem er täglich Gottes Wort mit den Jüngern teilte.

Wenn wir dem Jüngererziehungswerk dienen und wenn Gott wirkt, gibt es auch immer das Werk des Widersachers. Der Teufel kämpft und missbraucht Menschen, die ihr Herz verstocken, als Werkzeuge des Bösen. Dies erfuhr auch Gottes Knecht in den zurückliegenden 43 Jahren dieses Jüngererziehungswerkes. M. Peter dient den jungen Menschen aus dem brennendem Hirtenherzen mit dem Wort Gottes. Einheimische wachsen als Jesu Jünger und die Nächste Generation arbeitet herzlich für das Werk Gottes zusammen und wächst zu den geistlichen Leitern heran. Doch immer wieder gab und gibt es die Angriffe des Teufels, sodass einige Menschen, das Werk Gottes aus Neid und Missgunst verleumdeten. Gottes Knecht lässt sich aber nicht entmutigen. Wie Apostel Paulus sondert er stets die lernbereiten Jünger ab und dient in dieser Zeit besonders der Nächsten Generation durch die Lebensgemeinschaft in der UBF Bonn Tyrannusschule.

In einer Zeit, in der viele Christen und sogar die geistlichen Leiter wegen des vorherrschenden Zeitgeistes, besonders des gottlosen Humanismus, furchtsam und hilflos geworden sind, ermutigt Gottes Knecht jeden von uns, an die Kraft des Wortes Gottes absolut zu glauben und mit der Kraft des Wortes Gottes zu leben. Wir dürfen uns immer daran erinnern, wie Gott in den jungen Menschen durch die tägliche Wort- und Lebensgemeinschaft mächtig wirkt und sie als entschlossene Bibellehrer, vollmächtige Prediger und geistliche Leiter und Leiterinnen aufstellt. Die Macht des Wortes Gottes hat H. Peter Schweitzer an diesem Wochenende verstärkt, sodass er dem Masterkurs mit dem vollmächtigen Wort Gottes aus dem Buch Jesaja herzlich dienen durfte. Mit Jesaja 6,3 richtete H. Peter Gottes Souveränität und Heiligkeit unter uns auf: „Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“ H. Peter Ryu konnte durch das Wort Gottes Lukas 5,10b zu einem mutigen Menschenfischer verändert werden: „Fürch¬te dich nicht, von nun an wirst du Menschen fangen!“ Samuel Abraham durfte die Macht des Wortes Gottes in seinem Leben durch Hebräer 5,8.9 erfahren: „So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden.“ In diesem Jahr dürfen wir auch die Macht des Wortes Gottes erfahren, indem wir mit unserem Leitwort Apg 1,8 als Jesu Zeugen am Campus gebraucht werden: „Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“ Beten wir, dass wir den Zeitgeist des Humanismus mit der Macht des Wortes Gottes zurückweisen und mutig mit der Kraft des Wortes dem Werk der Tyrannusschule von ganzem Herzen dienen. Lasst uns jede Woche für das bilden der ZBS-Teams siegreich kämpfen und die Umgebung bereiten, in der Gott durch 10.000 Zweierbibelstudiumteams mit der Kraft des Wortes Gottes mächtig wirkt und die jungen Menschen zu einem überaus großen Heer Gottes aufstellt.

Sehen wir uns noch einmal Vers 9 an: „Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre, trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus.“ Der Wechsel in die Tyrannusschule war ein historischer Schritt! Paulus konzentrierte sich fortan darauf, die Jünger auf täglicher Basis im Wort Gottes zu unterweisen. In einem Schulgebäude wurde ihm der Tyrannussaal zur Verfügung gestellt. Eine alte griechische Schrift bezeugt, dass Paulus genau in den heißesten Stunden des Tages, von 11 bis 16 Uhr, diese Schule nutzen konnte. In der Pausenzeit der Schule unterrichtete Paulus die Jünger und führte mit ihnen täglich eine erbauliche Wortgemeinschaft. Lasst uns auch auf täglicher Basis das Wort Gottes mit den jungen Menschen teilen und die Macht des Wortes Gottes in ihrem Leben erfahren.

Sehen wir uns Vers 10 an: „Und das geschah zwei Jahre lang, sodass alle, die in der Provinz Asien wohnten, das Wort des Herrn hörten, Juden und Griechen.“ Zwei Jahre systematisches Bibelstudium bewirkte etwas großartiges! Die ganze Provinz Asien, die heutige West-Türkei, hörte das Wort Gottes! Anders gesagt: die Jünger lebten nicht abgeschottet wie in einem Kloster. Sie wurden auch nicht Berufs-Theologen. Im Gegenteil: das Bibelstudium mobilisierte die Jünger in der Tyrannusschule, dem Gehörten und Gelernten auch Taten folgen zu lassen. Da hörten alle, die in Kleinasien wohnten, das Wort des Herrn, Juden und Griechen. Hier sehen wir: täglicher biblischer Unterricht und Bibelstudium stehen überhaupt nicht im Gegensatz zum Hinausgehen. Das Wort Gottes mobilisierte die Jünger hinzugehen und an allen Orten ein mächtiges Werk Gottes entstehen zu lassen.

Kürzlich durfte unsere Nächste Generation damit beginnen, „hinauszugehen“ und für das Einladungswerk am Campus zusammen zu arbeiten. Auf diese Weise lernten sie, die empfangene Gnade des Wortes Gottes mit jungen Menschen zu teilen. Sie erfuhren die verschiedenen Reaktionen der jungen Menschen und lernten so das Herz und die Hoffnung Gottes kennen. Wo Gottes Wort und Gottes Gnade lebendig in einem Herzen wohnen, gibt es immer das mächtige Wirken Gottes. Ich durfte hier Buße tun, dass ich das Wort Gottes noch formal, herzlos und aus der Pflicht redete. So konnte ich aber kein fröhlicher, authentischer Bote und Zeuge des Evangeliums sein! Apostel Paulus ermutigt und ermahnt mich, mit dem Herzen Gottes den Hoffnungsträgern, Kindern und jungen Menschen am Campus zu dienen und alle Worte des Lebens aus dem Hirtenherzen mit ihnen zu teilen. Ich darf lernen, mit geistlicher Einsicht und geistlicher Vollmacht alle Worte des Lebens zu den jungen Menschen reden. Das Wort Gottes Mk 11,22 / Gen 12,1.2 wirkte in Hft. Olaf, sodass er sein Studium durch den Glauben abschließen und nun auch Gottes Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche erfahren darf. Wir beten, dass Gott Hft. Olaf durch die UBF Bonn Tyrannusschule zu einem kundigen Bibellehrer und vollmächtigen Prediger des Wortes Gottes aufstellt und gebraucht. Hft. Isabel durfte durch das 12-Schritte-Bibelstudium mit M. Priska die Macht des Wortes Gottes erfahren, sodass sie mit Joh 8,11 die Gnade Gottes an ihrem Leben auch anderen jungen Menschen bezeugt und sie zum Wort Gottes führt. Wir beten, dass Isabel während ihres Auslandssemesters in London mit Psalm 1,2.3 online an der UBF Bonn Tyrannusschule teilnehmen und als eine Kurzzeitmissionarin und Bibellehrerin für die jungen Menschen in England gebraucht werden darf.

Lasst uns aktiv die Gnade des Wortes Gottes teilen und die Vollmacht des Wortes anziehen, sodass die jungen Menschen gerne das Wort Gottes hören. Sie werden – wie die Jünger des Paulus – täglich mit Freude in die UBF Bonn Tyrannusschule kommen, um an der Wort- und Lebensgemeinschaft teilzuhaben. So dürfen wir sehen, dass Gott ein großes Volk in dieser Stadt hat und ein überaus großes Heer Gottes durch 10.000 Zweierbibelstudiumteams aufstellt.

Aber nicht nur hier, sondern weltweit und zu allen Zeiten geschah und geschieht Gottes Werk durch die Jüngererziehung. Wir sehen, dass die Erschließung von 1.700 Universitäten in Europa und die Errichtung von 120 Missionsstützpunkten bis hin in die M-Welt keine Utopie, sondern möglich ist! Gottes souveräner Ratschluss und seine Vision für die Europa- und Weltmission wird geschehen durch die UBF Bonn Tyrannusschule! Amen.

Letzte Woche wurden wir durch den Missionsbericht von Missionarin Kyung-Sook Park aus Kambodscha sehr ermutigt. Sie hat durch ihren Aufenthalt hier in Bonn neue Vision für ihre Schüler und Schülerinnen empfangen. Sie möchte auch dem Beispiel des Jüngererziehungswerkes folgen und betet, nach Gottes Führung sogar Absolventen für die weitere geistliche Ausbildung in die UBF Bonn Tyrannusschule zu senden.

Gott wirkt mächtig unter den Missionaren der Nächsten Generation – hier in Bonn, in New Jersey, in der Türkei und in Moskau. Durch GLEF und das wöchentliche IWBS sehen wir das geistliche Wachstum und Gottes Werk, die Nächste Generation als kundige Bibellehrer, Prediger des Wortes Gottes und als geistliche Leiter des Werkes Gottes zu gebrauchen. Wir können sehen, wie Gott sowohl Nächste Generation als auch Hoffnungsträger als Diener des Wortes für die Global Leaders Gottesdienste aufstellt und gebraucht. In diesem Sommer baute unsere Nächste Generation während zwei Missionsfahrten den Gebetsaltar an den Universitäten in Brüssel und Luxemburg auf. Nicht zuletzt gebraucht Gott ihre herzliche Zusammenarbeit für die online-Mission, um die frohe Botschaft des Wortes Gottes in die ganze Welt zu verbreiten.

Das Wirken Gottes durch die Tyrannusschule ermutigt uns und lässt uns auch Gottes Vision für das Jüngererziehungswerk hier und heute – fast 2000 Jahre nach Paulus – klar sehen. Apostel Paulus widmete sich dem Jüngererziehungswerk. Er hielt keine Massenevangelisationen, sondern diente den etwa 12 Jüngern persönlich „1:1“ auf täglicher Basis. Wir denken manchmal, dass ein Zweierbibelstudiumteam nichts bewirken würde. Doch Gott sieht in einer Person, die zum Glauben findet, eine ganze Nation und sogar einen ganzen Kontinent. Wer konnte denken, dass aus einem Verfolger Saulus einer der einflussreichsten Missionare der Kirchengeschichte, Apostel Paulus, werden würde? Hananias und Barnabas dienten Saulus aber genau mit solcher Hoffnung Gottes. Durch Hananias wurde Saulus von seiner Blindheit geheilt und getauft. Barnabas begleitete ihn später auf seinen Missionsreisen und unterstützte ihn beim Apostelkonzil in Jerusalem. Dienen wir den anvertrauten jungen Menschen stets mit dem Glauben, der Hoffnung und der Vision Gottes, wie Hananias und Barnabas es taten! Laden wir die Hoffnungsträger aktiv in unsere Bonn UBF Tyrannusschule zur täglichen Wort- und Lebensgemeinschaft ein.

Gott hat in seiner Geschichte solche Schulen des intensiven Bibelstudiums einflussreich für die Weltmission gebraucht: Martin Luther diente seinen Schülern durch seine sogenannten „Tischreden“, die er während der Mahlzeiten, bei Spaziergängen oder im Garten redete. Diese Tischreden waren so wichtig, dass sie später von seinen Schülern aufgeschrieben und in einem Buch veröffentlicht wurden. August Herrmann Francke, der Gründer der Franckeschen Stiftungen in Halle, legte großen Wert auf die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen aus allen Schichten. Sogar ein Waisenhaus wurde Teil seiner Schulstadt, die auf dem Prinzip der Jüngererziehung basierte. Einige der Kinder aus dem Waisenhaus wurden später Missionare, wie zum Beispiel Johann Ernst Gründler, der 1715 nach Indien ging oder Johann Jakob Fabricius, der 1734 ebenfalls nach Indien reiste und dort die tamilische Sprache erforschte. Dietrich Bonhoeffer war ein Anhänger der Jüngererziehung und glaubte, dass die Kirche eine wichtige Rolle bei der Erziehung von Jüngern spielen sollte. So gründete er eine theologische Schule in Finkenwalde, die sich auf die Ausbildung von Pastoren und Gemeindeleitern konzentrierte. Bonhoeffer betonte die Bedeutung von Bibelstudium, Gebet und Gemeinschaft in der Jüngererziehung und erachtete sie als entscheidend für das Wachstum eines Christen. Jüngererziehung durch tägliche Wort- und Lebensgemeinschaft ist auch das geistliche Erbe, das wir von M. Dr. Samuel Lee und M. Dr Peter Chang lernen. M. Peter widmete sich in den zurückliegenden 43 Jahren des Werkes Gottes in Bonn der Jüngererziehung. Statt nach seiner Promotion eine eigene berufliche Karriere anzustreben, entschied er sich dem Werk Gottes vollzeitig zu dienen, um auf täglicher Basis die Wort- und Lebensgemeinschaft mit den jungen Menschen zu pflegen. Durch diese UBF-Tyrannusschule konnten sowohl unsere einheimischen Hirten als auch unsere nächste Generation Missionare zu einflussreichen Bibellehrern, Predigern und geistlichen Leitern wachsen.

In diesem Abschnitt haben wir Paulus positiven Schritt für die Jüngererziehung kennengelernt. Als Paulus auf täglicher Basis Gottes Wort in der Tyrannusschule lehrte, wuchsen die Jünger geistlich heran und breitete sich das Wort Gottes in ganz Kleinasien mächtig aus. Lasst uns wie Paulus mutig und entschlossen mit der Macht des Wortes Gottes die Irrlehren des Zeitgeistes herausfordern, indem wir dem Werk der Jüngererziehung in der Tyrannusschule von ganzem Herzen dienen.

2. Ich muss auch Rom sehen (11-40)

Sehen wir uns die Verse 11.12 an: „Und Gott wirkte nicht geringe Taten durch die Hände des Paulus. So hielten sie auch die Schweißtücher und andere Tücher, die er auf seiner Haut getragen hatte, über die Kranken, und die Krankheiten wichen von ihnen und die bösen Geister fuhren aus.“ Weil Paulus ohne Kompromiss Gott diente, auf die Macht des Wortes absolut vertraute und ein brennendes Hirtenherz für die Menschen hatte, wirkte Gott mit ihm und durch ihn, dass sogar Krankenheilungen geschahen. Sehen wir uns die Verse 13-17 an: „Es unterstanden sich aber einige von den Juden, die als Beschwörer umherzogen, den Namen des Herrn Jesus zu nennen über denen, die böse Geister hatten, und sprachen: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt. Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen Skevas, die dies taten. Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich wohl und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr? Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen. Das aber wurde allen bekannt, die in Ephesus wohnten, Juden und Griechen; und Furcht befiel sie alle und der Name des Herrn Jesus wurde hochgelobt.“ Man kann das Wirken Gottes nicht kopieren – schon gar nicht mit eigener Kraft. Letztlich gebrauchte Gott aber auch diese schändliche Begebenheit, indem er Gottesfurcht über Juden und Griechen kommen ließ. So wurde Gottesfurcht aufgerichtet und der Name des Herrn Jesus hochgelobt.

Sehen wir uns die Verse 18-20 an: „Es kamen auch viele von denen, die gläubig geworden waren, und bekannten und verkündeten, was sie getan hatten. Viele aber, die Zauberei getrieben hatten, brachten die Bücher zusammen und verbrannten sie öffentlich und berechneten, was sie wert waren, und kamen auf fünfzigtausend Silbergroschen. So breitete sich das Wort aus durch die Kraft des Herrn und wurde mächtig.“ Als das Evangelium von Jesus gepredigt wurde und sich überall ausbreitete, taten viele Buße, dass sie sich auf Zauberei eingelassen und sogar teure Zauberbücher erworben hatten. Nun hatten die Menschen eine viel bessere Botschaft gehört und aufgenommen, sodass sie die Zauberbücher nicht länger in ihrem Bücherregal aufbewahrten. Sie warfen sie weg – sogar ins Feuer! In unserer Zeit werden die Zauberbücher des Zeitgeistes, z. B. das Zauberbuch der Gender-Ideologie und das Zauberbuch des Humanismus und des Atheismus überall – sogar in den Schulen – verbreitet. Andererseits gibt es kaum noch junge Menschen, die eine eigene Bibel besitzen. Doch so wie damals alle diese Zauberbücher ins Feuer geworfen und verbrannt wurden, dürfen wir die Hoffnung Gottes sehen, dass viele junge Menschen durch das Bibelstudium zurück zur Bibel kehren und das Wort Gottes als das Wort des Lebens und als das Wort der Wahrheit annehmen werden.

Paulus wurde groß ermutigt, als er das mächtige Wirken des Wortes Gottes erlebte: Kleinasien wurde mit dem Wort Gottes pioniert; die Zauberbücher des Götzendienstes wurden verbrannt. Das Wort Gottes breitete sich aus durch die Kraft des HERRN und wirkte mächtig. Sehen wir uns Vers 21 an: „Als das geschehen war, nahm sich Paulus im Geist vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, und sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen.“ Paulus war eines nicht: selbstzufrieden mit dem, was Gott bereits durch ihn getan hatte. Paulus lehrt uns, dass je mehr Gott durch ihn wirkte und je mehr Gott ihn als sein auserwähltes Werkzeug für die Heidenmission gebrauchte, umso heißer brannte Paulus‘ Hirtenherz für die unerreichten Menschen. Und umso größer wurde Paulus Vision. Er sprach: „wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen.“

Paulus hätte denken können: hier in Ephesus ist für mich gut sein. Hier will ich bleiben. Aber nein! Es gab für ihn kein verweilen an einem vermeintlich „sicheren oder erfolgreichen“ Ort. Paulus war stets bereit, Gottes Plan und Gottes Führung zu folgen und sich von Gott gebrauchen zu lassen – bis nach Rom. In Rom, wo doch kürzlich alle Juden und Judenchristen durch das Edikt des Kaisers Klaudius ausgewiesen worden waren. Auch das war für Paulus kein Hindernis! Er musste Rom sehen, weil dies Gottes Plan, Gottes Wille und Gottes Vision für Paulus war!

Wir lernen hier, unter allen Umständen dem Plan und der Führung Gottes zu folgen und Gottes Vision für unser Volk und diese Generation zu sehen. Gerade in Deutschland wollen viele Menschen möglichst früh in den Ruhestand gehen, um Zeit für ihre eigenen Dinge zu haben. Sie wollen Spaß, Vergnügen, Wohlstand, und eben die „Ruhe“ genießen. Dies darf bei mir und bei uns anders sein! Für berufene Jünger Jesu gibt es im geistlichen Leben keinen Ruhestand. Wir dürfen uns immer daran erinnern, dass Gott uns durch Christi Blut errettet, teuer erkauft, erwählt und berufen hat, ein auserwähltes Geschlecht zu sein, dass Gottes Wohltaten verkündigt.

Lasst uns – wie Paulus – die Vision Gottes für die Weltmission sehen! Es ist ein großer Segen, dass wir hier in Bonn und in Rhein-Sieg dem Werk Gottes dienen dürfen. Aber Gottes Vision ist noch größer! Wenn wir dort gewesen sind, dürfen wir auch 12 weitere Unis und 12 Hauptstädte in Europa erobern! Wir dürfen auch durch unsere Kinder und Hoffnungsträger die Vision Gottes sehen: für die Uni Mannheim, Uni Freiburg, Uni Siegen, Fernuni Hagen, TH Aachen, TH Würzburg-Schweinfurt, Humboldt Unio Berlin, Uni Münster, Uni Paderborn, Uni Leipzig, Uni Halle und sogar die Uni Greifswald.

Wir sind so gesegnet, die wichtigste und gnädigste Botschaft des Universums, nämlich das Evangelium von der universale Liebe Gottes zu den versündigten Menschen bezeugen und verkündigen zu dürfen! Solange Gott Gnade schenkt, ihm dienen zu dürfen, wollen wir dies tun, indem wir unseren Herzensraum stets erweitern und Gottes Herz anziehen, mit dem einst Paulus bekannte: „wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen!“ Wenn wird dort gewesen sind, müssen wir auch London, Paris, Stockholm, Oslo, Ankara, Moskau, New Jersey, Hanoi (Vietnam), Jakarta (Indonesien), Phnom Penh (Kambodscha), auch Kairo und Dubai sehen!

Die Verse 23 bis 40 berichten uns von einem Aufstand der Goldschmiede und ihrer Zuarbeiter. Der Vorsitzende der Handwerkskammer, Demetrius, sah die Geschäfte zugrunde gehen, weil die Leute keine Silbertempel der Göttin Diana mehr kauften, sondern nur noch an Bibeln interessiert waren. Statt aber Buße zu tun, zettelte er einen Aufruhr an. Doch Gott war mit Paulus, schütze ihn sogar durch weltliche Verantwortliche und ließ schließlich durch den weisen Rat des Kanzlers die Menge beruhigen. Auch hier sehen wir, dass Gott viel mächtiger ist als die Mächte und Gewalten der Finsternis. Wir dürfen wissen, dass Gott allezeit mit uns ist und dass sein Wort Macht hat und stärker ist als jede feindliche Gewalt. Darum dürfen wir mit Märtyrergeist und Lebenshingabe dem Werk Gottes dienen und uns für die Jüngererziehung und für die Ausbreitung des Reiches Gottes bis zum Ende einsetzen. Statt Deutschland, Europa und die M-Welt den Irrlehrern und bösen Geistern zu überlassen, dürfen wir bis zum Ende mitkämpfen und die geistliche Wiedererweckung der 1700 Unis und die Errichtung von 120 Missionsstützpunkten durch das intensive Bibelstudium in der UBF Bonn Tyrannusschule herausfordern!

Heute haben wir das Werk Gottes in der Tyrannusschule zu Ephesus kennengelernt. Als sich Widerstand erhob, machte Paulus einen positiven Schritt. Er sonderte die Jünger ab und pflegte in der Tyrannusschule intensive Wort- und Lebensgemeinschaft. Als Paulus täglich den Jüngern diente, geschah etwas großartiges: das Wort Gottes breitete sich in der ganzen Provinz Kleinasien aus. Gott schenke uns die persönliche Entscheidung, wie Apostel Paulus und wie zahlreiche Glaubensvorgänger, unser Leben für die Jüngererziehung Gott zur Verfügung zu stellen. Lasst uns den jungen Menschen auf täglicher Basis mit dem Wort Gottes und durch die Lebensgemeinschaft dienen. Bekennen wir wie Paulus stets unsere Vision und die Hoffnung Gottes: „wenn ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom bzw. Deutschland, Europa, die M-Welt und das Ende der Erde sehen“!

Lesen wir den Leitvers (19,9): „Als aber einige verstockt waren und nicht glaubten und vor der Menge übel redeten von der Lehre, trennte er sich von ihnen und sonderte auch die Jünger ab und redete täglich in der Schule des Tyrannus.“

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